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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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gen Schriften jenes allcrheiligsten Vaters lese, die mirihn vor allen Heiligen liebenswürdig mache». Ich zolleDir deßhalb auch ewigen Dank, und wiederhole ihn tau-send und zehntausendmal mit voller Seele und brünstigerZuneigung, für die uubegränzte Leutseligkeit, mit der Dusowohl mich, als unsere Schwester Klara, bei jedem An-laß durch heilige Bücher zu trösten nicht müde wirst, durchwelche wir entzückt werden, wie einer, der reiche Beutefindet, weil in ihnen ächte Wollust, und ein Schatz desLebens und des göttlichen Heils zu treffen ist. Obgleichwir Beide, wie Du besser weißt, einfältig und unerfah-ren sind, so lesen wir doch, nach Maasstab der Kräfteunscrs Verstandes, all dasjenige auf das begierigste, waszu unserm Heil geschrieben worden. Verzeihe mir diesesschlecht verfaßte, unpassende Schreiben; ich fertigte es inder alleinigen Absicht an Dich ab, daß Du Gelegenheithaben solltest, meine Ungebildetheit, so wie auch die übri-gen Unförmlichkeiten in der lateinischen Sprache zu ver-bessern, deren ich gar nicht recht mächtig bin, indem ichsonst keinen andern Lehrer darin hatte, als Dich, gelieb-tester Bruder; Dich, den ich nicht nur allein mit schwe-sterlicher Liebe als Bruder umfasse, sondern auch als mei-nen treubcsorgtesten Vater und hochachtbarsten Meisterverehre, dessen Zucht ich mich in Allem auf das Demü-thigste unterwerfe. Ich wünsche daher von Herzensgrund,daß, wenn einst eine schickliche Gelegenheit sich darbietensollte. Du nicht verschmähen mögtest, zu uns zukommen,um uns Unterweisung zu ertheilen. Denn, obgleich ichdurch Vermittlung der Gnade Gottes etwas Weniges vonder heiligen Schrift verstehe, so weiß ich doch nicht rechtdas Verstandene den Gemüthern der meinem Unterrichteanvertrauten jungen Mädchen genugsam einzuprägen.