Charitas Pirkheimer, das älteste der sieben Kinder Dok-tor Johann Pirkheimers und der Barbara Loffelholz, wardam St. Benediktustage 1466. zu Nürnberg geboren. Siegenoß eine sorgfaltige Erziehung, welche ihr wissenschaft-lich gebildeter Vater selbst vorzüglich geleitet zu habenscheint, spater aber wurde sie von Konrad Celtis demGastfreund der Familie, und von ihrem Bruder BilibaldPirkheimer. welcher vier Jahre jünger als sie war, inhumanistischen Wissenschaften unterrichtet. Bald brachtesie es in Kenntniß der lateinischen Sprache so weit. daßsie nicht nur alle Werke der Alten und Mittlern mitLeichtigkeit las, sondern selbst korrekte und zierliche Briefemit ausgezeichneten Gelehrten wechseln konnte. Ihr nach-maliges Geständuiß, daß sie nur unvollkommenen Unter-richt im Latein genossen, und desselben somit nicht ganzmächtig sey, muß daher als übertriebene Bescheidenheiterklart werden. Für alle Künste und Wissenschaften bil-dete sie einen äusserst reinen Geschmack aus, obgleich ihreRichtung bald einen mehr religiösen Charakter annahm,und theologische Wahrheiten alle übrigen Kenntnisse, die
1) Die Legitimität der Schreibart Celtis statt desbisherigen Celtes ist in dem Klüpfel'schenWerke: >>De vir» et scickptis llone. Leltlg etc.Uiirt. I — IX,, ?rU>. eck. Uuek et ^ell." be-wiesen.
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