VII
Standpunkt des gewöhnlichen Lebens herausge-tragen, durch Gemüth, Schönheit und Tugendzugleich, auf ihre Zeitgenossen ungewöhnlichenEinfluß übten, und deren Leben eine einzige großeHarmonie bildete, wie bei so vielen Frauen desAlterthums. In unfreiwilliger Glorie, ihresRcichthums kaum sich recht bewußt, strahlten siehervor und begeisterten zu sittlicher Kraft undLiebe des Vaterlands, oder vereinigten die Ge-schenke der Charitinnen mit jenen der Musen.Auch das Mittelalter hat seine Berühmtheitenaus dem Gebiet der Wissenschaft und Kunst un-ter dem Fraucngeschlccht. Und noch größere Ta-lente und Tugenden hat das Zeitalter der Glau-bensvcrbesscrung erzeugt. Wir nähern uns mitEhrfurcht der Zelle, wo Rhoswyda zwischen Ge-bet und Beschallung, und dem Forschen nachSchätzen der Vorwclt ihre Zeit so glücklich theilte,und Terenzcns Schatten in die geheiligte Ein-samkeit beschwor. Heilig ist uns die Glut desGesanges tugendlicher Frauen Italiens, welchedie mächtigste Leidenschaft der Liebe und das