Druckschrift 
3 (1889) Wappentafel 385 - 585 nebst Text ; L - R
Entstehung
Seite
CXLVr
Einzelbild herunterladen
 

23. October 1829 erkannte der König der Niederlande demältesten Sohne des Jean Joseph und dem ältesten Sohne desEugene Jean Baptiste den Grafenstand, ebenfalls nach demErstgeburtsrecht vererblich, an. Jean Josephs ältester SohnFrangois Xavier Jean Marie Joseph starb 1836 und nun wurdelaut Kgl. Belgischem Diplom vom 23. September 1848seinen beiden Söhnen: Louis Jean Antoine (f 1886) undMaurice Josephe (f 1869) der Grafentitel auf ihre gesammteDescendenz ausgedehnt. Ihr (I.) Zweig, welcher den Bei-namen »Hougoumont« führte, ist indess, da keiner derbeiden Grafen Söhne hintcrliess, im Mannesstamm erloschen.Jean Josephs zweiter Sohn: Louis Frangois Marie Josephhatte bereits durch Kgl. Belgisches Diplom v. 20. Mai 1840die gleiche Ausdehnung erhalten; er ist der Stifter desII. Zweiges mit dem Beinamen »Borsbeek«; doch stirbtauch dieser aus, da sein einziger Sohn Dominikanermönchist. Jean Josephs dritter Sohn: Eugene Gaspard MariaJoseph liinterliess eine Wittwe, welcher für sich und ihreDescendenz durch Kgl. Belgisches Diplom vom 21. October1848 gleichfalls der unbeschränkte Grafenstand zu Theilward sie bilden den III. Zweig. Der Sohn des EugeneJean Baptiste II., welchem 1829 die Kgl. Niederländ. An-erkennung zu Theil geworden war: Charles Maria Frangoishinterliess einen Sohn Albert Ludger Joseph. Auch diesererhielt 1. Kgl. Belgischen Diploms v. 30. August 1871 dieAusdehnung des Grafenstandes auf die gesammte Nach-kommenschaft. Es ist dies die jüngere Linie, welche imMannesstamm ebenfalls erlöschen dürfte, da nur zwei Töchtervorhanden sind. Die Wappen der beiden Linien sind fastdie gleichen. Die ältere Linie hat indess die drei goldenenLilien zwischen den aufsteigenden Spitzen, wogegen siebei der jüngeren Linie Uber denselben schweben. Der ältereZweig allein führt die Banner. Die Devise: »Sicut lilium«ist allen Linien und Zweigen gemeinsam, bis auf dieLinie Boorsbeek, welche die Devise: »Fois ce quedois, Dieu pourvoira« und die Büffelhörner silbern führt (sonach gef. amtl. Mittheilungen der chambre heraldique inBrüssel).

Roedern. Die Aehnlichkeit des Wappens mit denGrafen Redern, das dem ihrigen nachgebildet, ist bekannt.Der Adler ist mit »I-Ierzoglichem Hut gekrönt«, die Fahnensind alle roth-silber-roth mit rothen Stangen und goldenenSpitzen, der Ritter stahlgeharnischt.

Roepstorf. Der am 12. Juni 1810 in den Däni-schen Grafenstand erhobene Kgl. Dän. Geh. Rath u. Gen.-Gouv. von Westindien Ulrich Willi, v. R. (geb. 1730) istbereits am 2. April 1821 wieder kinderlos gestorben. Erführte das im Dän. Adelslexicon beschriebene adlige Wappenmit Grafenkrone, dem Stammhelm und zwei widersehendenatürliche Löwen als Schildhalter.

Roest. Die Gräfin, Elise geb. v. Ziegesar (Tochterdes Sächs. Rittm. v. Z. geb. 1818 f 1872) geboren am18. Juni 1856, verm. 2. Juli 1883 mit Sr. IL. Prinz Juliusvon Holstein-Sonderburg auf Schloss Glücksburg (geb. 1824)starb kinderlos bereits am 23. November 1887 ; ein Diplomist daher nicht ausgefertigt. Die Skizze ergiebt das

abgebildete Wappen I und IV: St. Christopherus, das mitgoldenem Heiligenschein versehene Jesuskind durch Wassertragend; sein Haar und Bart wie Stab ist schwarz. II und III:je einer der Schleswigschen Löwen, im hinteren Schilde dasZ.'sche Stanimwappen.

Rogaliriski. Erloschen mit Graf Kaspar, Wojewodevon Poln.-Livland; seine Tochter Theodora starb c. 1840.Auch seinem Bruder Josef, Priester, wurde amtlich derGrafentitel gegeben. Die Familie gehört dem Poln. Wappen-stamme Lodzia an. (Hierzu Helm I) dann Kleinod Ra-wiez (Hirschhörner und Bär braun, Rose roth an grünemBlätterstiel, der kaiserliche Adler, Kleinod Jastrzgbiec, end-lich der geharnischte Arm mit der goldbefransten, mit gol-denem Namenszug versehenen Fahne an braunem Schaft. DieSäbelgriffe schwarz, das Gefäss silbern.

Rogendorff. Im Diplom de 1686 ist kein Wappenangegeben; sie fuhren aber das d. d. Krems 15. December1537 dem kaiserl. General Christoph Grafen v. R. u. M.verliehene. Die Sterne sind golden.

Rohde. Die Farbe ist golden. Ein Siegel zeigtstatt des Kreuzes einen drei Quer-Balken UberdeckendenLöwen, Ilerzschild ungekrönt, Leiter mit nur 6 Sprossen,Feld III: in Gold der Doppeladler, Feld IV: in Gold dieSchindeln. Ein anderes hat auf Helm I einen einköpfigenAdler, Helm III; gräflich-gekrönt. Oft auch um das GanzeFürstenmantel und Hut (sie!)

Romer. Wollen zu den v. Römer in Kursachsengehören und 1543 in Polen geadelt sein. Dem Wappennach nicht unmöglich.

Romree. Eine in Person des Pierre Frang. VitalR. de Bonheyden d. d. 12. Juni 1728, nach dem Erst-geburtsrecht in den Erbländisch-Niederländischen Grafenstanderhobene Familie, deren Diplom d. d. 19. Juli 1783 auchauf Phillipp Engelbert Joseph, den Sohn seines zweiten SohnesJean Engelbert (f 1738) ausgedehnt wurde. Wappen, ge-kröntes Kameel zwischen 3 (2. 1.) Steigbügeln. (In Belgien).

Ronchi. Bestätigung des Grafenstandes. L. A. E.Mailand 17. Mai 1825 (Franz I.). Für Anton Graf Ronchi(Sohn des Domenico Graf Ronchi aus San Daniele in Friaul)dessen Ahnherr Paul Ronchi durch den Herzog Ferd. Carlvon Mantua d. d. Mantua 24. Januar 1689 den Grafenstandverliehen bekommen hatte.

Rostok-Roniker. Seit Ende des 16. Jahrh. in Polenund zwar bereits als Grafen mit Beinamen: »Grafen v. Rostock«auftretend. Polnischen Ursprungs sind sie kaum. Sollenaus Schlesien stammen. Kaiser Josef II. soll den Grafen-stand 1785 anerkannt haben dem Michael-Alexander,Lit. Gross-Schenk und Gen.-Lieut. im Kronheere. DessenDescendenz wurde 27. März 1850 in Russland als gräfl.anerkannt und 1852 in Polen als Grafen eingetragen.Wappen, goldener Greif in roth. Kleinod: wachsender gol-dener Greif mit goldenem Jagdhorn. D. roth-golden. Blühenin Russland.

CXXXXV