da die Abstammung beider Gräflichen Linien ja eine durch-aus legitime ist, folglich die von manchen Heraldikern fürdas Gegentheil angewendete Manier der Linkswendung desHelmkleinods hier absolut unzulässig ist.
Leutrum. Beide Diplome (1781 und 1884) verliehendasselbe einfache Wappen. Das von Kneschke der Familiein Beschreibung (nach einem Alliancesiegel mit dem desGrafen Magnis) vindicirte »vermehrte« Wappen ist, obwohleine solche Alliance stattgefunden hat, mit nichten das derGrafen Leutrum, vielmehr das der Grafen Serbelloni(s. diese) und ist nur anzunehmen, dass durch einen Irr-thum das Wappen einer Alinfrau der Leutrum, welche demGeschlechte S. entstammte, als Leutrum'sches Wappen be-zeichnet und gestochen worden ist; die S. führen übrigensnicht einen Bock, sondern einen Hirsch im Herzschilde!
Lewicki. Büffelhorn und Hirschstange sind natur-farben (braun). Der Adler trägt die goldene Initiale KaiserJoseph II. auf der Brust; die Stolabänder der Kaiserkronesind hier silbern. Das Diplom ist für Samuel Rogala L.mit Prädikat »Hoch- und Wohlgeboren«. Die Letzte d. N.ist vermählt an Graf Siemienski (cfr. dieses Geschlecht).
Leyden. Die Sterne sind golden, der Pfeil hatStahlspitze, schwarzen Schaft und blaues Gefieder, derSchlüssel ist stahlfalben, der Strauss silbern. Eine am30. September 1876 erloschene Linie führte (jedoch ohneWappenvermehrung) den Beinamen: »Dachsperg«.
Lichnowsky. Den Böhmischen Grafenstand erlangtemit Prädikat »Hoch- und Wohlgeboren« d. d. Wien 1. Januar1727 Franz Bernhard Lichnowsky, Erbherr v. Woschtitz,Landeshauptmann des F. Troppau. Im Grafenwappen istnur das Stammwappen (die Weinreben) mit Grafenkroneund Stammhelm verliehen, jedoch führen jetzt die Grafenund Gräfinnen von L. das von uns abgebildete Wappen(nach einem Siegel des f Grafen Robert v. L. [geb. 7. Nov.1822], Sohnes des Fürsten Eduard). Die Kirchenfahne(Werdenberg) hat goldene Ringe, Fransen und Damascirung;die Trauben sind ebenso wie die ganze Rebe grün.
Lichtenau. Die bekannte Geliebte K. FriedrichWilhelm II. von Preussen, welche von diesem d. d. Berlin28. April 1794 zur »Gräfin Lichtenau« erhoben wurde,starb bereits am 9. Juni 1794. Das Wappen ist im Preuss.Wappenbuch von Koehne I. 67 ziemlich richtig abgebildet,mit der Abweichung vom Diplom, dass in Letzterem dieLanzen nur eine Quaste, die Ritter rothe Schwertgurte mitgoldener Schnalle und goldverzierte Harnische und Helmetragen, auch die freien Hände nicht auf die Hüfte stützen,sondern an die innere Harnischbrustseite legen; sie stehenauch nicht auf einem Brett, sondern auf regulärem Postament.
Lichtenberg. Feld I und IV ist das Stammwappender ehemals Schwab, dann Schwab v. Lichtenberg ge-heissenen Familie, welche erst im Reichs- und Erbländ.Freiherrnbestätigungsdiplom d. d. Wien 11. März 1660 dieErlaubniss, den Namen »Schwab« fortzulassen und das
V appen des t Geschlechts der Bonhomo mit dem ihrigenzu vereinigen, erhielt. Letzteres ist der gekrönte rothe Rabe,nebst Helm I (also nicht das Lichtenbergsche). Im Grafen-diplom de 177° ist ein Wappen nicht verliehen; wir gebendaher das Freiherrliche de 1660 mit Hinzufügung derGrafenkrone, übereinstimmend mit Siegeln von Kneschke.Die Linie Smuck und Ortenegg v. Hallerstein schreibtsich wie oben, die Linie Schneeberg (welche in einemZweige, angeblich nach Oesterreichischem Diplom [im WienerAdelsarchiv indess Nichts zu finden] auch noch den Bei-namen Mordaxt führt): Liechtenberg. Die Adoptionerfolgte Seitens des Joseph Freiherrn v. Mordaxt, k. k.Kämmerers und Oberstlieut. a. D., Letzten seines Stammes,für Maximilian Grafen v. L. (geb. 1795, f 1841). Nachdessen Siegel erscheinen in einem dem Gräflich L.'sehenSchilde auferlegten schwarzen Herzschilde noch die beidengekreuzten goldbegrifften silbernen »Mordäxte« — in Formvon Hellparten mit abgebrochenen Spitzen und Widerhaken.
Lichtervelde. Der im Gothaischen Grafenkalenderaufgeführte Graf Julius, geb. 1807, führt den Grafentitelerst, seitdem seine beiden älteren Brüder ohne Söhne ver-storben sind; sein Vater Frangois Jos. Ghislain hatte d. d.12. Juni 1846 eine Kgl. Niederländische Anerkennung desGrafenstandes gleichfalls nach der Erstgeburt erhalten, dieLinien seiner Brüder Maria Joseph August und TheodorEd. Ghislain führen den Grafenstand laut späterer Kgl.Belgischer Diplome.
Liechtenberg und Liechtenberg gen. Mordaxts. Lichtenberg.
Liedekerke. Diese in den Niederlanden als Gräf-lich am 20. Februar 1816 anerkannte Familie blüht nurnoch mehr in der Linie L. de Pailhfe und L. Beaufort inBelgien. Wappen s. Rietstap arm. univ. nouv. £d.
Lieven. Ausser dieser Linie existirt noch eineSchwedisch-Gräfliche und eine Russisch-Gräfliche mit an-derem Wappen. Das Helmkleinod, der goldbewehrte undgekrönte Doppeladler, ist nicht das Lieven'sche, sondernein Kaiserliches Gnadenzeichen für den Gegraften, GeorgPhilipp Freih. v. L., Erbherrn auf Bersen etc., welcher einGrossneffe des Kais. F.-M. Grafen Lacy war; Sterne undLilien sind golden, Schwertscheiden und Lanzenschäfteschwarz, Spitzen stalilfarben.
Limburg-Styrum. Ein Grafendiplom ist nich t ver-liehen, denn im Diplom d. d. Wien 17. März 1679 wirddem Hermann Otto, »Grafen von Limburg und Brunkorst,Herrn zu Styrum«, Kais. Kämmerer und Obrist über einDragonerregiment, lediglich das Prädikat »Hoch- und Wohl-geboren« verliehen, er somit schon als »Graf« angesprochen.
Alle Linien führen jetzt das von uns abgebildeteWappen. Das Wappen im Herzschild ist das der Herr-schaft Gehmen (cfr. die Grafen v. Landsberg) — hierzuMittelhelm —, Feld I: der blau-gekrönte, -bewehrte und-bezungte Löwe das Stammwappen, — hierzu der ersteHelm rechts —, Feld II: der golden-gekrönte und -bezungte
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