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Stenglin, auch Freiherren (Schild geviert mit Mittelschilde.Im gekrönten, silbernen Mittelschilde zwei gekreuzte, grüne Palmen-zweige. 1 und 4 von Blau und Gold der Länge nach getheilt miteinem aufwachsenden Manne mit einer Ungarmütze und rechts gol-dener, links blauer Kleidung, vor dessen Rumpfe sich zwei schwarzeStäbe kreuzen: Stammwappen und 2 u. 3 in Silber ein grüner Palm-baum). Reichsadels- und Freiherrnstand. Erneuerungsdiplom desalten Adels von 1354 und Reichsadelsdiplom u. Wappenbestätigungvon 1518 für die Söhne des Ulrichs I. Stenglin: Ulrich II., Matthias,Hans und Marx Stenglin und Freiherrndiplom vom 22. März 1759für Philipp Heinrich v. Stenglin, k. dänischen Kammerherrn. — AltesKemptener und Augsburger Patricier-Geschlecht, ursprünglich in derKalle von Kempten gesessen. Dasselbe hatte sich in Kempten undeinigen anderen schwäbischen Reichsstädten, wie manche andereAdelsfamilien, niedergelassen und wurde zu den Patriciern dieserStadt gerechnet. Der erste urkundlich bekannte Stammvater derStenglin war Ulrich Stenglin, geb. 1431. Derselbe kam jung, 1448,nach Augsburg, wo er später der Gründer einer zahlreichen Kach-kommenschaft wurde. Er vermählte sich mit Juliane Gemelich ausaltem Geschlechte u. erlangte dadurch die Aufnahme in die „MehrerGesellschaft", die nöthigenfalls die Patricier-Familien ersetzen sollte.Kach einer Angabe auf seinem von Hans Holbein gemahlten Bildnisselebte er noch 1512 im 81. Jahre. Seine vier obengenannten Söhneerhielten vom K. Maximilian I. auf dem letzten Reichstage des Kaisersdie Erneuerung ihres alten Adels und den Reichsadel. Von Ulrich II.,der nach Lindau zog und von Hans ist Weiteres nicht bekannt; Mat-thias stiftete eine besondere Linie und Marx setzte die Stammliniefort. Durch Heirath mit Anna König, Wittwe Balthasars Fuggervom R.eli, wurde Marx wahrscheinlich in den Stand gesetzt, dasgrosse Stenglinsche Handlungshaus- zu gründen, welches lange inAugsburg blühte. Kachdem K. Carl Y. das patricische Regiment inAugsburg, welches 1368 den Patriciern durch Zunft-Aufstand ent-rissen worden war, wieder eingesetzt hatte, berief er 1548 den ge-nannten Marx v. Stenglin als Senator wieder in den Rath. In derweitern geraden Stammreihe folgten Jeremias St., Rathsherr und derSohn desselben, Christoph St., ebenfalls Rathsherr. Der Sohn desletzteren, Emanuel, setzte den Stamm fort. Sein Sohn, Marx PhilippSt., geb. 1653 und gest. 1737 zu Hamburg, war nach Allem ein injeder Hinsicht ausgezeichneter Mann. Er war der lateinischen, sowie der vorzüglichsten lebenden Sprachen ganz mächtig und weiteReisen bildeten ihn später noch mehr aus. Auf einer derselben lernteer in Holland eine Hanna van Poetens kennen, mit der er sich spätervermählte. Er wurde in Hamburg ein sehr reicher Handelsherr undhatte mitunter sieben Schiffe in See. Von seinen Vorfahren war ihmzudem das Monopol des Erz- und Kupfer-Yerschleisses in den erzher-zoglichen u. s. w. Landen überkommen, welches allein schon sehrgrosse Einnahmen für ihn abwarf. Der Sohn desselben, HeinrichPhilipp, setzte in Hamburg das Geschäft auf die umsichtigste Weise