Druckschrift 
4 (1843)
Entstehung
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A e m a o.

<<)ie Stadt tcmgo liegt eine Meile nördlich vom Teuto-burger Walde in einem breiten, fruchtbaren, von dem kleinenFlusse Bega durchströmten Thale. Nach Westen ist die Fern-sicht am weitesten geöffnet, man sieht Herfords und BielefeldsThürme und das Blau der Wesergebirge. Große von der Begabewässerte, zu der Stadt Lemgo gehörige Wiesen bilden vondieser Seite her einen bedeutenden Theil des Thalgrnudes.In der Ferne sieht Lemgo aus wie eine Stadt von Bedeutung.Sechs Thürme, von welchen drei mindestens SA) Fuß hochsind, lassen Größe und Inhalt vermuthen. Die Stadt ist miteiner bereits zur Hälfte abgetragenen Mauer umgeben. Bonden Gräben sind nur noch unbedeutende Uebcrbleibsel vorhan-den. Die Wälle wurden geebnet und durch Anlagen verschönert.

Der Ursprung Lcmgo's geht in die frühesten Zeiten zurückund möchte wohl schwerlich durch bestimmte historische Nach-richten ermittelt werden können. Das Gebiet aber, auf wel-, chem die Stadt gegenwärtig steht, soll anfänglich zur Graf-schaft Hasolt gehört haben oder wie es bei dem Chroniken-schreiber Piderit auch heißtGrafschaft Hasolz, darin Lemgound Dithwald gehören." Hasolt war ein Vasall der Enger-fürstcn und soll von einem derselben, dem nachmaligen KaiserHeinrich I., zum Hüter der auch in Westphalen eingewandcrtenSlaven und Wenden eingesetzt worden sein, damit diese nichtetwa zu stark um sich griffen oder gar Empörungen anzettelten.Kaiser Heinrich II. übergab bei Hasolts Tode 1011 die Graf-schaft als Freilehn dem Bischof Meinvert, um dadurch Pader-born wieder aufzuhelfen, weil in einer daselbst ausgebrochcnenFeuersbrunst Siegel, Briefe und Privilegien, welche Karl derGroße und seine Nachfolger dem Stifte geschenkt hatten, ver-loren gegangen waren. Der Chronikenschreiber CpriacusSpangcnberg bemerkt, daß sie unter Heinrich III. durch Ver-^ trag zwischen Paderborn und Lpse an letzteres Land gekommen

sei. Piderit meint, daß die Stadt schon zur Zeit des letztenHasolt mit Mauern und Thürmen versehen gewesen sei. Ja,er erwähnt ausdrücklichalter Thürme in den Stadtmauernzu Lemgo, darauf eine Krone, darin der Lindworm der Slavenund Wenden und ihrer Könige Wappen annoch setzt gefundenwird." Ist letzteres wirklich der Fall, so ließe sich vielleichtdenken, daß die unter dem letzten Hasolt auch in die Gegendvon Lemgo eingewanderten edlen' Slaven- und Wcndenge-schlechter vorzüglich mit die Eroberung Lemgo's veranlaßt unddieses durch jene in die Thürme von Lemgo eingehauenen Zei-chen anzudeuten sich herausgenommen hätten. Jedenfalls abermüssen schon seit den frühesten Zeiten Slaven und Wenden zuLemgo ansäßig gewesen sein, denn abgesehen davon, daß heutenoch eins von den Thoren das Slaventhor genannt wird, gehtdies auch aus dem Umstände hervor, daß bei Gelegenheit derStiftung des Klosters auf der Neustadt imI Jahre 1300 beiAusstellung der Urkunden die edlen Wenden Bibert, Hermann,Fredcrich, Henrich als Zeugen namentlich aufgeführt werden.

Der Name Lemgo ist zu verschiedenen Zeiten verschiedengewesen: Limga, Lemga, Lemgau, Lemgow, de stad to Lcmegasin einer Urkunde von 1353) Lcmega, wie es in einer Ur-kunde von 1363 zur Zeitdes Edelen mannes Juncheren Sp-mons tor Lpppe" heißt. Gewiß ist Lemgo aus den beidenWörtern Lehm und Gau zusammengesetzt. Zu ersterer An-nahme veranlaßt die Beschaffenheit des Bodens, welcher größ-tentheilS schwer und klebrig wie Lehm ist. Und mit dem Na-men Gau pflegten auch kleinere Hofgerichtsbezirke bezeichnetzu werden.

Lemgo hat schon in den frühesten Zeiten seine Privilegiengehabt. Von Graf Bernhard III. wurden sie im Jahre IS-I5der Stadt erneuert mit dem ausdrücklichen Beisatze: wie esVater und Großvater gethan haben.