Wohl dir, alte Hansastadt, daß dir durch Gott und mitfühlende Menschen, zumeist aus demeinigen deutschen Vaterlanve, Muth und Mittel blieben, dich wie ein Phönix aus der Asche zu erheben!
„Du hast in Unglückstagen des Volkes Treu' erkannt,
Schließ denn in Glückes Tagen dich fest an's Vaterland!"
Was von Sehenswürdigkeiten glänzt und hervorragt, wie die meisten unsrer Bilder, dasbleibt auch an sich nicht unbeachtet. Es genüget Darum, auf einige minder in die Augen fallendeschöne, oder merkwürdige Punkte hinzudeuten.
.Wie heiter und gefällig, wie zum Zeichnen lockend sind die Ansichten von Hameln,Aachen, jener altberühmten und besungenen Städte, und von Marburg, dessen vollendet schönerDom uns so manchen ernsten Tag der Vorzeit ins Gedächtniß ruft. — Traulich und ein lieb-liches Bild eines biederen, fromme» und wohlhabenden Bürgerthums blickt uns der Markt vonLcmgo an. Schwerfällig dagegen und überladen im Zopf- oder Rokkokostyl ist Leibnitzens Hausin Hannover, aber der Gedanke, daß es den großen Denker so viele Jahre geschirmt, verleihtihm neuen Reiz. — Braun schweig, die Wiege großer Helden und der weisen Fürstin Amaliavon Weimar, die Stadt, wo Lessing's Gebeine ruhen, und Schill's mißhandelt Haupt zuerst eineEhrenstätte fand, Braunschweig ist ein ehrwürdiger Name, ein classischer Boden für jeden Freunddes deutschen Ruhmes. Schöne mittelalterliche Kirchen und hohe stattliche Thürme verkünden dieBlüthe und Bedeutung der Stadt, die einst die 3te im Hansebunde war. Eben so steht nochder eherne Löwe, den der hochstrebendste aller Welsen sich und den Seinen zum Sinnbild auf-gerichtet hat. Heinrich'S des Löwen helvenmüthige Enkel, die Herzöge Karl Wilhelm Ferdinandund Friedrich Wilhelm haben bereits die verdiente Ehrenpyramide gefunden, Lessing's Bildsäulewird der Stadt bald eine neue Zierde sein. Solche Denkmäler sind Kleinode des Volks. Abge-sehn von ihrem Kunstwerthe wohnt ihnen die Kraft bei, nationales Selbstgefühl zu wecken undzur Nacheiferung bewunderter Größe zu spornen. Heil dem Lande, das auf viele Ehrensäulenhinzuweisen^hat!
Darmstadt, 12. August 1843.
vr. Karl Wagner.
Uebersicht des Inhalts.
Hamburg.
1. Das Titelblatt mit der Ansicht Hamburgs von der Elbhöhe. Nach der Natur gez. von
C. A. Lill. In Stahl gestochen von Joh. Poppel.
2. Die Bergstraße und St. Petrikirche in Hamburg. Nach der Natur gezeichnet von E. A.
Lill. Stahlst, von Joh. Poppel.
3. Blankenese (Süllberg). N. d. N. gez. von W. Heuer. Stahlstich von Ed. Willmann.
4. Die neue Börse in Hamburg. N. d. N. gez. v. C. A. Lill. Stahlst, von Joh. Poppel.
5. Das Innere der neuen Börse in Hamburg. Nach der Natur gezeichnet von C. A. Lill.
Stahlst, von Joh. Poppel.
6. Aussicht von der Elbhöhe (Stintfang) in Hamburg. Nach der Natur gez. von C. A. Lill.
Stahlst, von Joh. Poppel.
7. Die Esplanade in Hamburg. N. d. N. gez. v. E. A Lill. Stahlst, von Joh. Poppel.