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^nter den Kurorten, deren die Länder des österreichischenKaiserstaates so viele aufzuweisen haben, sind nur wenige, diesich sowohl in Hinsicht der Trefflichkeit ihrer Heilquellen als inBezug auf reizende Umgebungen und andere Annehmlichkeitendem weltberühmten Teplitz in Böhmen an die Seite stellenkönnen.
Diese aus 396 Häusern mit 2906 Einwohnern bestehendeS tadt ist der Hauptoit der gleichnamigen, dem Fürsten Ed-mund Moritz von Clarp und Aldringen gehörigen Herr-schast im Lcitmeritzer Kreise, welche einen großen Theil desschönen, zwischen dem Erzgebirge und dem sogenannten Mittel-gebirge sich ausbreitenden Bila-Thalcö einnimmt und mit ihrenfruchtbaren Getraidc- und Wiesenfluren, ihren Obst-, Küchen-und Wein-Gärten, ihren Park-Anlagen, Teichen und Waldungenso wie mit ihren 45 Ortschaften einen Flächenraum von bei-läufig zwei Geviertmeilen bedeckt.
Die Stadt selbst liegt größtentheils auf einer von Nord-westcn nach Südosten sanft geneigten Fläche, deren tiefsterPunkt etwa 126 Pariser Klafter Meercshöhe hat, und gehtmittelst der Mühlstraße in das Dorf Schöiniu über, wel-ches gewissermaßen als ein Bestandtheil der Stadt angesehenwerden muß, denn es enthält nicht nur einige der wichtigstenQuellen, um derentwillen Teplitz besucht wird, sondern esbietet auch durch die zahlreichen, in den letzten zwanzig Iahrenaufgeführten großen und schönen Gebäude den Kurgästen dievorzüglichsten Wohnungen dar. Nördlich von der Stadt fließtder vom Erzgebirge kommende Saubach nach Schönau, theiltdieses in Ober- und Unter-Schönau, und setzt dann sei-nen Weg in südöstlicher Richtung fort, um sich mit der in^ dieElbe gehenden Bila zu vereinigen. Zunächst an der Stadterheben sich vier kleine Anhöhen, nämlich an der Westseite,wo die Straße nach Saaz und Karlsbad führt, der Köpf-hügel, an der nordöstlichen Seite, rechts von der DresdnerStraße und links am Wege nach Schönau, der Judenberg,an der Ostseite, dicht an Schönau, der Mont Ligne, undan der Südseite, hinter dem Schloßgarten, dem Badplatze undder Mühlstraße, der Spitalberg. Weiter entfentt liegt öst-lich von Schönau und links von der Lcitmeritzer Straße der216 Pariser Klafter hohe Schloßberg mit seiner romanti-schen Burgruine, und südsüdwestlich der nur um 12 Klafter nie-drigere Wachholder-Bcrg, zwischen der Launer und derKarlsbader Straße.
Die Stadt verdankt ihre Entstehung den durch ihre Heil-kräfte weltberühmt gewordenen heißen Quellen, deren Ent-deckung schon in einen sehr frühen Zeitraum der böhmischenGeschichte fällt, obschon das Jahr selbst nicht urkundlich nach-gewiesen werden kann. Daß diese Entdeckung am 29. Augustdes Jahres 762 Statt gefunden habe, und zwar durch einigeSchweine, welche sich von der Hecrde des benachbarten Wla-I diken Kolostog hierher verlaufen und die Quellen des jetzigenStadtbadcs aufgewühlt hatten, ist nichts weiter als eine, haupt-! sächlich auf den Bericht des altböhmischen Chronisten Hageksich stützende Sage, die, wie so viele Andern bei diesem Schrift-steller, aller historischen Gewißheit ermangelt. Das an der
Vorderseite des ehemaligen Stadtbades befindliche Basreliefund die lateinischen gereimten Verse, welche die Geschichte je-ner Entdeckung erzählten, ist bei der vor zwei Jahren erfolgtengänzlichen Erneuerung dieses Gebäudes verschwunden. Nur soviel ist gewiß, daß bereits im zwölften Jahrhunderte ein Ortund Gebiet Teplitz vorhanden war, und daß hier von derKönigin Gitka (Judith), Gemahlin WladislawS I,, in denJahren 1153 bis 1167 ein Benediktiner-Nonnenkloster gestiftetwurde, welches bis zum Jahre 1421 bestand, wo es dieHussi-ten zerstörten. Zum Unterhalte dieses Klosters erhielt es alsGeschenk nicht nur Teplitz und sein Gebiet, sondern auch vieleandere Ortschaften, so daß sich die Besitzungen der frommenJungfrauen östlich bis an die Eger, südlich bis über Brür,und westlich bis Klostergrab hinaus erstreckten. Noch im Jahre1467 wurde von der Aebtissin das Patronatsrecht über diegleichzeitig mit dem Kloster gegründete Stadtkirche ausgeübt.Ein Ucberbleibsel des Klosters ist das bei der heutigen Schloß-kirche hinter dem Lustgarten befindliche Gebäude, worin jetztfürstliche Beamte wohnen. Das nicht weit davon hinter derStadtkirche stehende sogenannte „alte Schlößchen" mit zweikleinen spitzigen Thürmen soll der Sage nach zu der ehemalshier bestandenen Burg gehört haben. Das Kloster war schon1278 durch die Verwüstung der Truppen Prempsl Oto-karsll, in große Bedrängniß gerathen, und scheint bereits langevor der letzten Zerstörung durch die Hussiten seine Besitzungen ver-^ loren zu haben, von welchen Teplitz und sein Gebiet durch Verkaufan die königliche Krone gekommen sein mögen. Im Jahre1426 verpfändete es K. Sigmund, nebst einigen andernOrtschaften des Lcitmeritzer und Saazer Kreises, an den mäh-rischen Ritter Jakob von Wresowitz. Wie es später inden Besitz der Königin Johanna, Gemahlin Georgs vonPodebrad, gekommen, ist nicht bekannt. Aber die Stadt be-wahrt noch das von derselben im Jahr 1467 erhaltene Privi-legium, worin die königliche Frau den Bürgern die nämlichenFreiheiten, welche die Stadt Leitmeritz besitzt, zusichert undihnen zugleich ihre übrigen „uralten" Privilegien bestätigt.Stadt und Herrschaft gelangten später an verschiedene Familiendes böhmischen Adels, ohne jedoch besonders lange im Besitzeiner derselben zu bleiben, bis eichlich in dem ersten Viertel dessiebzehnten Jahrhunderts der königliche Oberst-Jägermeister Wil-helm Chinskp (Kinskp) von Chinitz und Tettau durchErbschaft Eigenthümer von Teplitz wurde.
Dieser theilte am 25. Februar 1634 zu Eger das tra-gische Geschick seines Schwagers Albrecht von Wald st ein,Herzogs zu Fried land, und seine Güter fielen an die kö-nigliche Kammer. Schon am 4. Mai desselben Jahres schenkteKaiser Ferdinand II, die Herrschaften Teplitz, Graupen undBensen seinem General-Feldmarschall, dem Neichsgrafen Jo-hann von Aldringen. Dieser fiel aber nur wenige Wo-chen später, in der Schlacht bei Landshut gegen die Schweden,ohne Leibeserben zu hinterlassen, und die genannten Herrschaf-ten gelangten an seinen Bruder, Paul Neichsgrafen vonAldringen, Weihbischof zu Straßburg, und 1661, als erstarb, an dessen einzige, mit dem Reichsgrafen Hieronpmus