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^rag, die Hauptstadt von Böhmen, liegt fast im Herzendieses Königreiches, zu beiden Seiten der Moldau. Groß imRaume, noch größer durch seine Bedeutsamkeit in der Geschichte,wurde es schon in älteren Zeiten gar oft den schönsten und be-rühmtesten Städten zur Seite gestellt. Man verglich es mitder sicbenhügeligen Roma, mit dem herrlichen vom Arno durch-stoßenen Florenz, mit Lpon, mit Constantinopel, mit Jerusa-lem, mit Moskau. Mögen die Vergleiche auch hinken, einen,Vorzug muß man der Hauptstadt Böhmens vor fast allengroßen Städten — wenigstens Deutschlands — zuerkennen:den Vorzug der herrlichen Lage, der imposanten Gruppirung.Halb im Thale an einem breiten, spiegelglatten Flusse sichausbreitend, halb sich auf Anhöhen amphitheatralisch empor-hebend, mit einem reichen Diadem von Thürmen bekränzt, vonzwei altberühmtcn Burgen bewacht, bringt Prag auf jedenFremden gleich beim ersten Anblick einen ergreifenden Eindruckhervor. Dazu hat Prag, eben seiner vielen Anhöhen wegen,den großen Vortheil herrlicher An- und Ueberstchtspunkte; wir
erinnern hier nur beispielsweise an die Höhe des Laurenz-berges, des Zizkabcrges, an die Maria-Einsiedel-Terrasse vorder Hofburg und den Wpschehrad.
Man hat zwar oft, um die Parallele Prags mit derWeltstadt Rom möglichst weit zu führen, der Berge, aufwelchen Böhmens Hauptstadt sich erhebt, sieben aufgezählt; in-deß lassen sich diese bequem auf folgende vier reduciren: denPetrzjn oder Laurenzberg im Südwesten, den Schloß-berg im Nordwesten (beide jedoch nur Ausläufer des histo-risch berühmten Weißen Berges), den felsigen Wpscheh-rad im Süden und den Windberg im Südwesten der Stadt.In der nächsten Nähe der Stadt ist nebst dem schon genanntenWeißen Berge der Zizkaberg im Osten derselben, der schondurch seinen Namen an einen der größten Helden Böhmenserinnert, der vorzüglichste. Doch ist keine dieser Höhen vonBedeutung (der höchste Punkt Prags liegt nur l56>/ü.PariserToisen über der Meeresfläche); sie interessivcn mehr dadurch,daß sie das pittoreske Aussehen der Stadt erhöhen.