Druckschrift 
Suppl. 1 = 5 (1842)
Seite
336
Einzelbild herunterladen
 

336

Molslcbcn Monod.

schönen und grossen altfranzösischen Garten angelegt haben, gelangte.Von letzteren ist dieser Kittersitz an das Haus Sachsen-Gotha ge-kommen, welches diese Domaine noch besitzt. Sonst waren die Kdein v.HI. gräflich Gleichische Vasallen und kommen in den Urkunden derGraten Gerung v. M., Ritter, 1246, und ein Anderer dieses Namens,gleichfalls Ritter, 1325, 1329, 1332 und 1338 als Zeugen vor. EineLinie führte den Beinamen Weiler (v. M. genannt Weller'') seit 1430,in Folge einer Erbschaft; diese Linie liess später den Namen v. M.gänzlich weg. Eine andere Linie besass das Patriziat zu Erfurt; ausihr war Heinrich v. M. 1306 im Rathe zu Erfurt.

Wann das Geschlecht erloschen, ist nicht genau ermittelt, indessgiebt es noch unter Erfurts älteren Bewohnern, unter andern Ver-hältnissen, eine Familie des Namens M. M. s. Spangenberg, Gesch.von dem alten ehrlichen edlen Geschlechte v. Molsdorf genannt dieWeller. Erfurt 1590 , 4.

Molsleben, die Herren von.

Ein längst erloschenes adeliges Geschlecht, dessen Stammort dasgleichnamige Dorf im Herzogthume Sachsen Gotha war. Die Mitglie-der desselben waren Lehnsleute der Grafen v. Gleichen und zum TheilBürger zu Erfurt. Eberhardt v. M. verkaufte 1305 dem Abte von St.Peter zu Erfurt etliche Hufen Landes zu Wegesee; derselbe verkaufte1306 mit Einwilligung seines Sohnes Kunimunil alle seine Güter undRechte im Dorfe und Weichbilde von Hohenkirchen dem Kloster Geor-genthal, und 1316 an die Abtei St. Peter zu Erfurt den Blutbann undseine Güter zu Weissensee. Am Mittwoch vor Palmarum 1438 be-lieh Grat Adolph v. Gleichen Härtung, Heinrich, Johann, und ein an-derer Härtung und Katharina v. M. nebst andern Patriziern zu Erfurtmit den Gerichten der Voigtei, Zinsen, 30) Hufe Landes und andernRechten zu Gispersleben-Kiliani.

Monod (Monod v. Froidevillc, v. Froidcville), dieFreiherren und Herren von.

Diese adelige Familie stammt aus Savoyen, und ist von dort nachder Waadt in der Schweiz eingewandert. Im Waadtländischen besitztdie Familie M. das Bürgerrecht der Stadt Morges. Zu Ausgang des17ten Jahrhunderts erwarb sie die Rittergüter und Ortschaften Froide-ville, Ballens und die Mitherrschaften Yens in der Umgegend vonMorges. Seit dieser Zeit wird sie zu den notabeln Geschlechtern die-ser Stadt und zu den neu adeligen Landes-Familien der Waadt ge-zählt; den Adel hat sie durch Zahlung des Caprechts (droit de Cape),dem vier und zwanzigsten Theil des Kaufpreises der adeligen Güter(welchen Unadelige zu zahlen hatten), gleichsam hierdurch von demehemaligen Souverain der Waadt, der regierenden Stadt Bern erlangt.Seitdem dieses Geschlecht in der Waadt diese Güter nicht mehr be-sitzt, gebraucht die noch im Canton Waadt vorhandene Linie auchden Adel und den dazu gehörigen adeligen Stammnamen Froidevillenicht mehr; indess ist sie gerade nach dieser Zeit im Waadtlandedurch Heinrich M. berühmt geworden , der im Jahre 1802 Präfect deshelvetischen Cantons Leman und später Landammann dieses Cantons,der (1803) den Namen Waadt wieder erlangt hat, war. Zu ver-schiedenen Malen hat er den Gesandtschaftsposten seines Cantons amSchweizerbundestage, und 1814 auch bei den alliirten Mächten in