Druckschrift 
Suppl. 1 = 5 (1842)
Seite
257
Einzelbild herunterladen
 

Isenburg.

257

Reichsfürsten-Rath, Durch den Reitritt zum Rheinbünde wurde dasfürstliche llaus Isenburg souverain und die grätlichen Häuser Isenburgihm untergeordnet. Der Wiener Congress brachte das FiirstenthumIsenburg unter Oestreich, das Pariser Protokoll vom 3. Novbr. 1813aber unter das Grossherzogthum Hessen und durch einen spätemVertrag zwischen Oestreich, Preussen und Hessen vom 30. Juni l81fiwurde das Verhältniss des Fürsten mit den Grafen zu Isenburg wiederauf demselben Fuss wie zu 1806 festgesetzt. Diese grällichen Häusersind:

1) Isenburg -Philipp seich, dessen Stiftung wir schon obenerwähnt haben. Wir fügen hier nur noch hinzu , dass gegenwärtigdas Haupt der Familie Mitglied der ersten Kammer der Stände desGrossherzogthums Hessen ist.

2) Isenburg-Büdingen in Büdingen. Der Stifter desHauses, Johann Casimir (gest. 1693), war der älteste der vier Söhnedes oben erwähnten Johann Ernsfs, Gründer der Büdingischen llaupt-linie.

3) Das Haus Isenburg-Büdingen in Wächtersbach, ge-stiftet von Ferdinand Maximilian (gest. 1703), zweitem Sohne desJohann Ernst.

4) Das Haus Isenburg-Büdingen in M e e r h o I z, gestiftetvon Georg Albrecht (gest. 1724), drittem Sohne des Johann Ernst.

Noch haben wir anzuführen, dass die oben erwähnte zweite ältesteHauptlinie, die Brunosche oder das Haus Nieder-Isenburg, gänzliclierloschen ist. Es war in die Hauptäste Isenburg-Braunsberg oderWied und in die Grenzauschen zerfallen; der erstere Ast hatte mitBruno dem jiingern durch Vermählung die Grafschaft Wied erworben,nach seinem Erlöschen iiel dieses Besitzthum durch des letzten Grafenvon Isenburg-Braunsberg Erbtochter an das Haus Runkel, von demdas heutige fürstliche Haus Wied abstammt. Der jüngere Ast erloscham 30. Mai 1664 mit dem Grafen Ernst, er setzte den Grafen Philippv. Aremberg-Beaumont zum Erben der Allodialgiiler ein, und seineLehne zog Trier zum Nachtheile des Hauses ein.

Das ganze Haus ist evangelisch reformirter Religion.

Gegenwärtig besteht die fürstliche und grälliche Familie ansfolgenden Mitgliedern.

I. Fürstliche Linie.

Fürst Wolf gang Ernst III., geb. den 25. Juli 1798, succ. seinemVater, Fürsten Karl Friedrich Ludwig Moriz , am 2t. März 1820, bis1823 unter Vormundschaft seiner Mutter, vermählt den 30. Jan. 1827mit Adelheid des verstorbenen Grafen Karl Christian August Albrechtvon Erbach-Fürstenau Tochter, geb. den 23. März 1795.

Bruder:

Prinz Victor Alexander , geb. den 14. Septbr. 1802.

Mutter:

Fürstin Charlotte Auguste Wilhelmine, geb. den 5. Juni 1777,Tochter des Grafen Franz zu Erbach - Erbach , Wittwe des FürstenKarl Friedrich Ludwig Moriz seit dem 21. März 1820.

Vaters Brüder:

1) Prinz Wolf gang Ernst, geb. den 7. Octbr. 1774.

2) Prinz Victor, geb. den 10. Septbr. 1776.

v. Zedlitz Adels-Lex. Suppl .-Bd. 17