Auersberg.
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1573 kam die freilierrliclie Würde auf das Haus. Dietrich, Freiherrv. A., ein Enkel Herhcrfs, des ersten Freilierrn v. A., der 1575 aufdem Schlachtfelde gefallen war, gelangte zur gräflichen Würde, undzwar nach einigen Autoren im Jahre 1578, nach andern erhielt er am16. September 1630 die reichsgräfliche Würde. Johann Weickhartl,Graf v A., oberster Hofmeister des Kaisers Ferdinand III., wurde zumKeichsfürsten erhoben, und mit den Fürstentümern Münsterberg undFrankenstein in Schlesien belehnt, wodurch er Sitz und Stimme imschlesischen Fiirstenrathe erhielt. Er war ein ausgezeichneter Staats-mann, und starb am 13. Nov. 1677 auf seinem Schlosse Seissenberg.Sein Sohn, Frans, Karl, erbaute das neue, in der Gegenwart aber auchwieder zur Kuine gewordene Schioss vor Frankenstein, auf der Seitenach Glatz zu; er führte im Jahre 1709 den Vorsitz auf dem schle-sischen Fürstentage. Sein Enkel, Karl Joseph Anton, verkaufte imJahre 1791 seine schlesischen Fürstentümer an den König v. I'reus-sen. Seit diesem Verkauf verlor das Hans auch den herzoglichen Titel,den es von Münsterberg und Frankenstein geführt hatte; dagegen wardie reichsfürstliche Würde schon am 21. December 1791 auf die ganzemännliche und weibliche Nachkommenschaft des Fürsten Karl Joseph,der am 2. Oclbr. 1800 starb, erstreckt. Nach dem Verkaufe der schle-sischen Fürstentümer besass das Haus noch die zu einem Ilerzog-thume erhobene Grafschaft Gottschee mit den Herrschaften Seissen-berg, Pollau u. s. w. in Krain, die Grafschaft Wels in Oesterreichund die gefiirstete Grafschaft Thengen; die letztere wurde am 12. Juni1806 der badenschen Oberhoheit untergeordnet, und 1811 an den Gross-herzog von lladen verkauft. Des oben erwähnten im Jahre 1800 ge-storbenen Fürsten Karl Joseph Anton ältester Sohn war Fürst Wilhelm,geb. am 9 April 1749; der jüngere Fürst Karl wurde 1740 am 21. Oct.geboren; er war Kitter des goldenen Vliesses, k. k. Gell. Rath, Oberst-jägermeister und Feldmarschall-Lieutenant u. s. w., starb den 26. Dec.1822. Nur dem gegen ihn 1805 (d. 13. Nov.) während des Einriickensder Franzosen in Wien gespielten feinen Trug Murats, welcher denzur Abbrennung der über die Donau nach Mähren führenden Tabor-brücke vor Wien beauftragten Karl, Fürsten v. A., mit den täuschend-sten Farben der Wahrheit den abgeschlossenen Waffenstillstand, dasAufhören aller Feindseligkeiten und den ohne Weiteres gleich zu unter-handelnden Frieden vorstellig machte, konnte es gelingen, einen sobewährten treuen Diener des Staates und dessen Beherrschers auf einenAugenblick in Unenlschlossenheit zu versetzen, währenddem nun Mu-rat die Kriegslist gebrauchte, mit seiner Cavallerie über die Brückezu setzen, sogleich ein ansehnliches Corps unter Hannes im Sturm-schritt nachziehen zu lassen, sich zum Meister derselben zu ma-chen, und dadurch ihre Abbrennung, sofort die Störung der Communi-cation nach dem jenseitigen Ufer zu verhindern. — Nach Ablebendes Fürsten Wilhelm, Herzogs von Gottschee, k. k. General-Majorsam 16. Febr. 1822, folgte sein Sohn, Fürst Wilhelm, geb. den 5. Oct.1782, in den fürstlichen Besitzungen, und als dieser am 24. Jan. 1827mit Tode abging, dessen Sohn, Karl Wilhelm Philipp, Fürst v. A-,unter mütterlicher Vormundschaft. Er übernahm am 1. März 1835 dieväterlichen Herrschaften. Das fürstliche und gräfliche Haus Auersbergzerfällt gegenwärtig 1) in die ältere oder pankratische Hauptlinie, unddiese wieder in die Linien zu Auersberg, in die zu Kirchberg amWald, in die Mokritz, in die zu Schönberg, in die zu Thum am Hartund in die gegenwärtig fürstliche Linie. 2) In die jüngere oder voll-radische Linie, die wieder in die Linien zu Altschloss-l'urgstall, zuAlt- und Neuschloss-Purgstall, zu Wolfpässing, in die zu Weinern,in die Augusti'sche und in die zu Waasen zerfällt. Das fürstliche