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Lavcrtlaugc — Lopcl.
schade auf Sleinacli, ein wilder Riller, der sich von Wegelagerung,Raub und Mord nährte. Sein Herz war hart, wie der Felsen, von demseine Burg in die Waldschlucht herabblickte. Er war ein Schaden desLandes, ein Schrecken der ganzen Gegend, ein Störer des Rechtes.Er folgte nicht der Ladung des Kaisers, und spöttele des Gerichtesauf seinem Felsenneste, da traf ihn die Acht, und er wurde, als vogel-frei, wie ein Wild der Gegenstand der Verfolgung. Erst mit dem Todefind er im Jahre 1300 das Ziel der selbst geschaffenen irdischen Lei-den. „Der Seele sei Golt gnädig" schrieb man über die düstere Gruftin unheiliger Erde. Das war die letzte Strafe des Geächtelen, dochsie dehnte sich noch auf die unschuldigen Waisen aus, die er zurüclt-liess. Der älteste seiner Söhne aber, Ulrich I. Landschade von Steiriacli,wanderte nach Rom, erhielt hier im Jahr 1344 aus Clemens VI. Handdas Kreuz, um mit dem Blute der Saracenen die Schuld des Vatersauszulöschen, und Kaiser und Land wieder zu versöhnen mit dem ge-schändeten Namen, den er führte. Mit Muth und Eifer führte er ander Spitze von zalilreichen Reisigen den Streit, auf den Mauern vonSmyrna ertönt mit hohem Ruhme der sonst verhasste Name, und ei-nige Monate später krönte ein vollständiger Sieg gegen eine starkeRotte der Ungläubigen sein Unternehmen. Mit eigner Hand lödtete erden Anführer derselben. Ulrichs Ruhm dringt bis zum Kaiser, ersieht durch die Thaten des Sohnes die Verbrechen des geächtetenVaters versühnt, und setzt die Familie wieder in ihre Würde und ih-ren Besitz. Ein Sarazenenkopf vermehrt die Helmzierde des Wappensder Landschaden. Ulrich kehrt auf seine Besitzungen zurück, undlebt liier als ein Ehrenmann bis an seinen 1369 erfolgten Tod. DieserUlrich und sein Bruder Dicihcr wurden die Stifter zweier Linien. DieUlrich'sche erlosch schon 1462, auch die Dicthcr'sche ging 1571 mitEberhard v. L. aus, doch blühte von ihr noch ein Seitenast, denJohann II., Urenkel Dielhers, begründet halte, in drei Nebenzweigen,nach den drei Söhnen des Gründers genannt, fort. Aber auch dieseerloschen. Zuerst der jüngste 1615, darauf der älteste 1645, und zu-letzt der mittlere 1653. Ausser dem Türkenkopf führten sie eine Harfeim Wappen. (Genealog. Jahr-. B. I. Abth. II. S. 106.)
Laver (lauge, die Herren von.
Elic Papus de Lav., ein nach Berlin geflüchteter französischerEdelmann, wurde im Jahre 1701, wo auf des bekannten Grafen vonWartenberg Vorschlag, zur allgemeinen Unzufriedenheit des Publikums,die Perückensteuer eingeführt ward, unter dem Titel eines königl. Pe-rücken- und Carossen-Inspeclors, Pächter der Abgaben dieser Steuer.Jeder Beamte, bis zum Secretair herab, hatte nach den darüber er-gangenen Verordnungen für seine Perücke 1 Thlr., die übrigen Beam-ten, Kammerdiener, Privatsecretaire, Kaufleute und Bürger, 16 Gr.,und die Lakaien und Handwerksburschen 12 Gr. jährlich zu ent-richten. Von jeder, in Berlin selbst, oder innerhalb der preuss. Staa-ten verfertigten Perücke mussten 6%, von jeder ausländischen Perückeaber 25% gezahlt, und daher alle neuen Perücken auf die Stempel-kammer gebracht, und nach Entrichtung der vorgeschriebenen Steuervon dem Inspector mittelst eines dazu besonders verfertigten Stempelsmit spanischem Lack bezeichnet werden. (Genealog. Jahrb. B. I. Ab-tlieiL IL S. 107.)
Lepel, Graf von.
Mit dem am 9. Januar 1840 zu Rom unvermählt verstorbenen, erstim Jahre 1838 in den Grafenstaad erhobenen General-Major und Adju-