Pourtales.
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dernife des Edictes von Nantes, verliess die Familie P. ihr Vaterland,und wählte Neufchatel zu ihrem Aufenthalte. Ausgezeichnet durchThätigkeit und Reichthum erhielt sie vom König Friedrich II. unterdem 14. Febr. 1750 ein Adelsdiplom.
Gegenwärtig zerfällt das Haus Pourtales in zwei Linien. Die äl-tere, welche von Jacques Louis, Sohn des Jeremias v. P., abstammt, istgräflichen Standes. Die Jüngere stammt von Heinrich, einem Bruderdes Vorigen, ab.
Jacques Louis ist 50 Jahr hindurch als Chef eines der ersten Hand-lungshäuser in Europa bekannt geworden. Thätigkeit, Rechtschafien-lieil und Talente erwarben ihm neben grossem Reichthum auch denunbefleckten Ruhm eines Ehrenmannes im schönsten Sinne des Wor-tes. Sein Name bleibt durch das im Jahre 1803 in seiner Vaterstadterbaute prachtvolle Hospital bei der leidenden Menschheit und allenMenschenfreunden in geehrtem Andenken. Erstarb den 20. März 1814in dem ehrwürdigen Alter von 92 Jahren und hinterliess drei Söhne:
1) Louis, Graf v. Pourtales, geb. 1778, nahm als Präsident desStaatsraths im Fürstenthume Neufchatel im Jahre 1836 seine Dimis-sion und wurde in demselben Jahre mit dem rothen Adlerorden IsterClasse geschmückt. Im Juni 1814 überbrachte er als AbgesandterNeufchatels die Wünsche des Landes, unter den preussischen Schutzzurückzukehren, Sr. Maj. dem Könige Friedrich Wilhelm III. nachParis und London. Bei dieser Gelegenheit, und in Erinnerung an diehohen Verdienste seines ehrwürdigen Vaters, erhielt er für sich undseine Nachkommen den Grafenstand.
2) James Alexander, Herr auf Gorgie im Fürstenthume Neuf-chatel, erhielt ebenfalls im Jahre 1814 die gräfliche Würde für sichund seine Nachkommen; er ist königl. Kammerherr und Ritter desJohanniterordens.
3) Julius Karl Heinrich Friedrich, diente im Jahre 1801 im prenss.Gensdannerieregimente zu Berlin, trat später, als Neufchatel Frank-reich zugefallen war, in die Dienste Kaiser Napoleons, wurde Adjutantdes Prinzen Berthier, machte ehrenvoll die FeUlziige in Spanien undOesterreich mit und ward zum Ritter der Ehrenlegion und Grafendes französischen Reiches erhoben. Die gräfliche Würde wurde ihmim Jahre 1825 vom Könige von Preussen erneuert, und er erhielt denrothen Adler- und den Johanniterorden.
Alle drei Brüder haben Söhne, von denen mehrere in preuss.Diensten stehen.
Die jüngere Linie ist ebenfalls zu hohen Staatswürden gelangtund durch Vermählungen mit vielen angesehenen Häusern in Preus-sen verwandt worden.
Nach dem Diplom besteht das gräfliche Wappen aus einem qua-drirten Schilde mit einem Herzschilde. Das Herzschild ist rotli, undenthält eine ofl'ene silberne Pforte, als das Hauptstück des altenv. Pourtalesschen Familienwappens. In dem oberen ersten und unternandern blauen Felde, beündet sich ein silberner Pelikan, der drei sei-ner ebenfalls silbernen Jungen mit seinem Blute ernährt; dieses Feldgehört gleichfalls zum alten v. P.schen Familienwappen.
Im anderen oberen, und ersten unteren l'öthen Felde befindensich zwei silberne Sparren, als ein Znsatz, welchen in der Folgezeitdas Wappen erhalten hat. Ueber dem Wappenschilde ist eine gräf-liche Krone, und über derselben 3 Turnierhelme mit gräflichen Kro-nen und goldenen Kleinoden. Auf dem ersten Helme über dem Pe-likan befindet sich ein silberner Pelikansflügel; auf dem zweiten Helmeein schwarzer Adler mit ausgebreiteten Flügeln, goldenem Schnabel,und am Halse herabhängendem goldenen Kleinod; auf dem dritten