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4 (1842) P - Z
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Furtenbaclu

Das Wappen der Familie ist im goldenen Schilde ein rother Quer-balken von der Rechten zur Linken schräg gestellt, in welchem einwachsendes Einhorn von Silber j das Schild ist mit einer Grafenkronegedeckt und ist mit einer roth und goldenen Ilelmdecke umgehen.

F u r t e n Ii a c Ii, die Herren von.

Wohl nur wenige adelige Geschlechter Deutschlands dürften die-ses an gutem alten Herkommen und historischem Werthe übertreffen.Es breitete sich fast in ganz Europa aus, und rühmt sich unter sei-nen Gliedern tapferer Feldherren, berühmter Diplomaten, Vertrautervon Grossen, Minister, Gesandter, grosser Gelehrten und Künstler,hat sich vielseitige Verdienste erworben, und ist durch Vermählungenmit fürstlichen, gräflichen und altadeligen Häusern verwandt. Obwohlin der Geschichte schon im 12. und 13. Jahrhunderte Furtenbache vor-kommen, so gründen sie dennoch ihren Stammbaum erst auf Hans l.,welcher um 1410 Feldoberster unter Kaiser Friedrich 111. war und sichnach Feldkirch setzte, von wo aus sich seine Nachkommen anfänglichin Siiddeutschland ausdehnten und verschiedene Linien stifteten. IhrAdel wurde von verschiedenen Kaisern mehrmals mit vermehrten Wap-pen bestätiget. David Furtenbach war Oberster und Ritter von Jeru-salem und liegt auf dem Berge Sinai im Katharinenkloster begraben,wo sein Grabstein mit dem Furtenbachschen Wappen noch zu sehenist. Erasmus setzte sich nach Bolen, Philipp nach Danzig, Maximi-lian nach Münster, Benedict war Abt zu Füssen, Zacharias Dompropstzu Augsburg, Johann Jakob reichsstädtischer Gesandter in Paris, Paul,Daniel, Gabriel, Heinrich und Hans II. kaiserliche, königl. ungarische,kurfürstlich baiersche, brandenburgische und beim Deutschmeister Räthe.Joseph war der grösste Mathematiker seiner Zeit, schrieb die bekannteArchitectura navalis et civilis, wie auch ein Itinerarium ltaliae, sam-melte eine kostbare Kunstkammer und arbeitete mit an dem Plane desweltberühmten Ulmer-Münsters im Jahre 1634. Mehrere andere Fur-tenbache zeichneten sich durch schriftstellerische Arbeiten aus. Hie-ronymus ging nach Westindien. Thomas war in dänischen Militärdien-sten. Zacharias II. blieb 1634 bei Mailand. Hans Christoph, Fähn-drich , liel bei Pavia. Christoph , Hauptmann, kam 1630 bei Mantuaum. Joseph, Cornet, blieb in Piemont. Christoph Paul liel im Jahre1645 in der Schlacht bei Allerheim. Johann Kaspar liel bei Namurals Volontair. Friedrich, Hauptmann, blieb in der Schlacht bei Eckernim Jahre 1703. Daniel, Hauptmann, starb an Wunden zu Cattaro inDalmatien im Jahre 1693. In den Reichsstädten Augsburg, Ulm, Nürn-berg, Kempten, Lindau, Leutkirch und Ravensburg bekleideten siehohe und höchste Staatsämter, so wie Marlin in Augsburg schwedi-scher Geschlechter und andere Furtenbache augsburger Patrizier wa-ren. Jakob Furtenbach war Besitzer einer bedeutenden Factorei inArbon, disponirte über Millionen, hatte mehrere eigene Schiffe aufdem Meere und einen Antheil an der Insel Venezuela, war aber inkurzer Zeit so unglücklich, dass er sein ganzes Vermögen verlor. AnGütern besassen die Furtenbach Gwicken, Reichenschwand, Hummels-berg, Rosstall, Oberndorf, Schrägenberg, Lelis, Amberg, Sulz,Hochsprass, Leuzenberg, Haunritz, Lichtenegg, Eisenhofen, Thor-hausen und andere. Die Feldkircher und Reichenschwander Linienblühen noch, die Gwicksche und Hummelsberger Linien aber sind er-loschen.