Helldorff.
397
penschild enthält durch einen Sparrenschnitt drei Abtheiinngen, vondenen die mittlere silbern ist, worin ein aufrechtstehender, rechtsge-kehrter rother Löwe mit rotll ausgescldagener Zunge, vorgeworfenenPranken und aufgeschlagenem Schwänze abgebildet ist; in der rechtenblauen Abtheilung befindet sich ein goldenes Kreuz, und in der linkenblauen Abtheilung erscheinen drei goldene Sterne von sechs Strahlen,zwei neben einander und einer darunter in der Mitte. Auf dem Wappenschilde ruht ein blau angelaufener, mit adeliger Krone gekrönterund mit goldenem Kleinod gezierter Turnieiheim, welcher mit vier zurlliilfte sich rechts und links neigenden Straussfedern geschmückt ist,wovon die beiden mittleren schwarz und die beiden äusseren silberfar-big sind, vor denen ein nach der rechten Seile schreitender goldfarbi-ger Hahn zu sehen ist, über welchem ein goldener Stern von sechsStrahlen schwebt. Die Helmdecken rechts sind rotll und silbern, undlinks blau und golden.
He 11(1 orff, die Freiherren von.
Ein uraltes adeliges Geschlecht. Möller berichtet uns in seinenim Jahre 1H22 bei Kobitsch in Merseburg erschienenen Denkwürdig-keiten aus der Geschichte des deutschen Adels, dass die Familie vonHeltdorlf eine der edelsten und ältesten in Sachsen sei, welche in denJahrbüchern der vaterländischen Geschichte sich Ehre und Kuhm er-worben.
Aus dieser Familie scldoss sich bereits Ulrich v. II. seinem Landes-herrn Conrad dem Grossen, Markgrafen von Meissen an, als dieserim Jahre 1147 mit dem Kaiser Conrad III. gegen die Sarazenen zog.Nach diesem wird Heinrich v. H. erwähnt, dessen Gedächtniss vorAlters jährlich am 21. Januar in der Stadt Pegau gefeiert wurde.
Dieser Familie gehörten seit den frühesten Zeiten die KittergüterAuligk, Beuchtitz, Costewitz, Cöstitz, Drosdorf, Frankenthal, Hirsch-dorf, Kieritzsch, Niithern, Nödlitz, Pürsten, Heessen, Rüdigsdorf,Staarsiedel, Tackau, \\ ildschütz, Zschagast und Zülsdorf in Sachsen.
König erwähnt in seiner genealogischen Adelshistorie I. Bd. S. 513einen Sebastian v. IL , dessen Urenkel Hans v. II., auf Costewitz undItenssen, mit Helena v. Göhren aus Dönhoff in Preussen, welche erbei Veranlassung seines Feldzugs in Preussen hatte kennen lernen,Vater dreier Sohne wurde. Von diesen machte der jüngste BruderGenri / v. II. im Jahre 1481 einen Feldzug in Ungarn gegen die Tür-ken mit. Er hatte das Unglück, gefangen genommen zu werden, undlebte 22 Jahre in der Sclaverei. Bei seiner endlich erfolgten Zuriick-kunft hatten sich seine Brüder bereits mit in sein Erbe getheiIt.Nachdem man ihn anerkannt hatte, trat sein ältester Bruder Sittiyv. IL, welcher, wie uns Möller erzählt, im Lande seiner Mutter einreicher Baron geworden war, sogleich freiwillig von seinem Antheile diebeiden Rittergüter Näthern und Renssen bei Zeitz ab. Müller (siehedessen Denkwürdigkeiten u s w. S. 42 u. 43) berichtet uns ferner, dassauch diese Familie in den neuern Zeiten dem Vaterlande Sprösslingelieferte, die bald durch Wissenschaft und Genie die Liebe und Freund-schaft ihrer Fürsten erwarben, wie Gcort/ Friedrich v. II. auf Coste-witz und Näthern, welcher als naumburg-zeitzischer Geheimer Rath,Canzler und Consistorialpräsident im Jahre 1718 starb; bald durchMuth und Tapferkeit im Kriege die Achtung der grössten Monarchen,in deren Diensten sie standen, zu den Ehrenzeichen ihrer Ahnherrenhinzufügten.