Druckschrift 
4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
388
Einzelbild herunterladen
 

388

Calbo.

Johann Franz Engelbert Jos., Freiherr von der Briigghen, geb.1721, gestorben 1789 als lsurpfalz-baierscher Generalmajor; der-selbe heirathete zuerst 1792 Maria Adelheid von Dalmien zuNothberg, deren Mutter eine von Meutben zu Bovenberg war;dann in zweiter Ehe die Petronella von Moss , Wittwe des Frei-herrn Joseph von Broich zu Diirwiss bei Aachen. Die leztereEhe blieb kinderlos; aus der ersten Ehe stammen

8) Karl Joseph Roberl Nepomuli, Freiherr von der Briigghen, geb.

1767, gestorben 1834, früher ebenfalls in kurpfalzbaierschen Mi-litärdiensten, später beigeordneter Bürgermeister der Stadt Aachen,Mitglied mehrerer städtischen Commissinnen, Departemental- undPräfecturrath des Roerdepartements, Besitzer der Burgen Wil-helmstein und Steinenhaus in der Bürgermeisterei Bardenberg,und der Burg zu Nyssweiler bei Valls; verheirathet mit Elisabethvon Sogray, deren Mutter eine Baronin von Thymus war; ausdieser Ehe lebt noch die einzige Tochter

9) Maria Eugenia, Freiin von der Briigghen, verheirathet mit dem

königl. preuss. Landrathe des Stadtkreises Aachen, Friedrich vonCöls zu Aachen.

Ein Bruder des Freiherrn Karl Joseph Robert Nepomuck von derBriigghen, der Freiherr Franz von der Briigghen, auch früher kur-pfalzbaierscher OlRzier, lebt noch und wohnt auf seinen Gütern beiAachen, verheirathet mit einer Freiin von Sonunessem; derselbe hataus dieser Ehe ebenfalls nur eine einzige Tochter, Cornelia, Freiinvon der Briigghen, verehelicht mit dem Freiherrn Wilhelm von Sy-berg aus dem Hause Flicks.

Die freiherrliche Familie von der Briigghen besitzt mehrere ältereMajestätsbriefe, namentlich einen vom Kaiser Ferdinand III. aus demJahre 1653. Das Familienwappen ist abgebildet bei Siebmacher. DieFamilie ist als eine freiherrliche in der königl. preussischen rheini-schen Adelsmatrikel anerkannt.

Calbo, die Herren von, I. Bd. S. 342.

Die Familie von Calbo schreibt ihren Ursprung von dem römi-schen berühmten Geschlechte der Gracchen her, der Naine Calbo warnur ein Beiname, welchen späterhin ein Flinzelner erhielt, unter des-sen Nachkommen derselbe anfangs als Unterscheidung, dann als Fa-milienname beibehalten wurde. Dieser Zweig aus dem römischen Ge-schlechte, Calbo genannt, brachte es vermöge seiner Reichthümer inder letzten Hälfte des 8. Jahrhunderts in Venedig zur herzoglichenWürde, wurde im 9. Jahrh. aber entsetzt, vertrieben und des grösstenTheils ihrer Reichthümer beraubt. Nach dieser Vertreibung theiltesich die Familie in drei Linien, wovon die eine sich zuerst in Man-tua, dann in Ungarn, später in Polen und seit Anfange des 18. Jahr-hunderts in der Mark niederliess, wo sie in der Gegenwart die GüterGrabow, Königsberg und Liitkendorf in der Priegnitz besitzt. Die inden Ranglisten von 1806 angeführten v. Calbow gehören dieser Fa-milie an, aber das w ist ein falscher Zusatz.

Flin zweiter Zweig ging nach Spanien und existirt noch dort. Eindritter Zweig ging nach den ionischen Inseln; von diesem ist im Jahre1818 der venelianische Patrizier N. v. Calbo in den Grafenstand er-hoben worden. Siehe v. Hellbach Adels-Eexicon, und Zedier, Lexi-con von 1733, sagt: die v. Calbo gehören zu den venetianischen No-bili und führen ihren Ursprung von den Galbajer, Mauriter und Jo-