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Zedlitz.
Zedlitz, die Grafen, Freiherren nnd Herren von.
Das heute noch in vielen Linien und Häusern in Schlesien, undin einigen Zweigen in Oestreich und Sachsen, blühende GeschlechtZedlitz, in früheren Zeiten auch Czedlitz, Czeditz, Sedlitze und Ce-delic geschrieben, stammt ans Franken, wo, wie bekannt, im Jahre1000 ein Zedlitz Commandant der Plassenburg bei Culmbach war.Obgleich schon ein Hitiko Zedlitz unter der Regierung des HerzogsMiecislaus III. von Polen als vornehmer Rath und Minister im Jahre1173 vorkommt, so betrachtet man doch Tieize v. Z., der als ein ange-sehener Ritter bei Gelegenheit der Vermählung der Prinzessin Hedwigv. Melanien mit dein Herzoge Heinrich I. nach Schlesien kam, als denStammherrn der Zedlitze in den diesseitigen Landen. Er kam, sosagt die Parchwitzer Familienurkunde, die dreissig Zedlitze unter-zeichneten, um das Jahr 1200 als Gast und edler Ritter init ansehnlichenMitteln aus dem Voigtlande. In dem Thale des Hauptlagers der Su-deten und in ihren Vorbergen erwarb er bedeutende Rurgen und Gü-ter. Von seinen Nachkommen hat die Geschichte des Landes einelange Reihe von Burggrafen, Hauptleuten, Hofrichtern und Landes-hauptleuten aufgezeichnet. Sehr gross ist die Zahl der Burgen, Schlös-ser und Dorfer, die in den Händen dieses Geschlechts in Schlesienwaren. Zu den ältesten Besitzungen gehören Maiwaldau, Conradswal-dau, Wiesenthal, Mauen, Schönau, Lälin, Nimmersatt, Neukirch, Tief-Hartinannsdorf mit der Feste Freudenberg u. s. w. Diese letzternGüter sind noch gegenwärtig in den Händen der Zedlitz-Neukirche.
— Alzenau, Siebeneichen, Parchwitz, Nimmersatt, Braunau, Lasen,Leipe, Wilkau, Kratzkau. Stroppen, Seichau, Buchwald, Pomsen, War-tha, Lomnitz, Köppelsdorf, Konzendorf, Rosnig, Kauffung, Grünau,Griibel, Altenberg, Bankwitz, Christelwitz, Frauenhain u. s. w., sindsämmtlich alte Besitzungen und zum Theil Stammhäuser der Zedlitze,die ihren Linien den Namen gegeben haben. Von denselben blühennoch in der Gegenwart die Linien Zedlitz-Neukirch und Zedlitz-Leipe.Zedlitz-Wilkau besteht in der Zedlitz-Triitzschlerschen Linie fort. DieZedlitze in Oestreich sind ein Ast des Hauses Nimmersatt, das beiuns längst erloschen ist, und auf diese Weise dort in einer katholischenLinie fortblüht. Sie führen ebenso, wie einige andere Zweige desGeschlechts v. Zedlitz in Schlesien, keine Beinamen von Stammhäusern.
— Von der bei uns erloschenen Linie Zedlitz-Nimmersatt brachtendie Brüder Ladislaus, Nilcol und Abraham v. Zedlitz-Nimmersatt unterKaiser Rudolph II. am 21. Octbr. I(j08 die Reichsfreiherrn würde anihr Haus, von dem Hause Zedlitz-Neukirch aber war es Sigismund v.Zedlitz-Neukirch, kaiserl. Kammerpräsident, der am 1. März lfilO dieReichsfreiherrnwiirde von demselben Kaiser erhielt; daher die Zedlitz-Neukirche auf der Brust des Reichsadlers den Namenszug R. II. füh-ren. — Aus der Linie Zedlitz-Leipe wurden Georg GoUlieh, Friedrichund Karl Sigismund am 8. Juni 1735 böhmische Freiherren. Am 6.Novbr. des Jahres 1741 erhielten die Brüder Konrad Gottlieb v. Z. aufTief-Hartmannsdorf, und Kaspar Otto v. Z. auf Hohen-Liebenthal diepreuss. Anerkennung der freiherrlichen Würde bei ihrer Succession imBesitze der Güter der Neukircher Linie. — David Sigismund, Freiherrv. Zedlitz-Leipe auf Kratzkau, Frauenhain u. s. w., wurde am 6. Nov.1741 vom Könige von Preussen in den Grafenstand erhoben. — Frie-drich Niholas , Freiherr v. Zedlitz-Wilkau, Kamnierherr König Frie-drichs des Grossen, erhielt am 10. April 1764 diese Würde, die mitkönigl. Erlanbniss am 22. Februar 1810 auf seinen Schwestersohn undErben, den Freiherrn Gottlieb Julius Trützschler v. Falkenstein über-