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4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
356
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35 G Wrschowetz Sekerka von Sedczicz.

Wrschowetz Sekerka von Scdczicz,die Grafen.

Sie gelieren 7.11 dein ältesten und vornehmsten Adel in Böhmen,von wo aus sie sich nach Polen gewendet haben. Nacli Böhmen kamdie Familie mit ihren nahen Blutsverwandten, den Fürsten Czech undLech, und erhaute daselbst den Stammsitz Wrsch. Später strebtesie ihrer hohen Abkunft wegen nach der Krone Böhmens, sie wurdevertrieben, ging nach Polen, erwarb dort, so wie in Preussen, Pom-mern und andern Landen der diesseitigen Staaten, viele Herrschaftenund Güter, und nahm den Namen Wrschowetz und Tapor an. Als imJahre 1109 Conrad sich gegen seinen Vetter, den Herzog Friedrich vonBöhmen, aullehnte, und ihm Mähren enlreissen wollte, kam Graf Ra-tibor Wrschowetz dem Herzoge Friedrich zu Hülfe. Fr unterwarf demHerzoge wieder Mähren, und es wurde ein Frenndschafts- Vertragzwischen dem Herzoge und dem Grafen geschlossen, wonacli der frü-her bestandenen Feindseligkeiten zwischen beiden Häusern nicht mehrgedacht werden sollte. (M. s. Mehreres darüber auch unten in derausführlichen Beschreibung des Wappens.) Das gegenwärtige Hauptdes gräflichen Hauses ist Graf Franz Wilhelm Ernst Bogislaus RurianWrschowetz Sekerka von Sedczicz, Herr auf Gützhöfen in Ostpreus-sen, geb. den 27. Juli 17fi8, vermählt mit Charlotte Margarethe Ale-xandrine, Tochter des königl. polnischen Kammerherrn v. Gregorski.Kr hat zwei Söhne und zwei Töchter. Von den ersteren ist Graf Gott-lieb August Jgnaz Ratibor W., geb. 14. Dec. 1798, königl. preuss. Prem.-Lieut. im 1. Garde-Landwehr-Uhlanenregimente, und Graf Hugo Jo-hann Ernst Richard W., geb. 2. Nov. 1809, See.-Lieut. in demselbenRegimente. Von den Töchtern ist die ältere, Gräfin Johanna AnnaLuise Friederike, unvermählt, die jüngere, Clara Libussa Za'ule, ist dieGemahlin des königl. preuss. Lieutenants Herrn v. Schmeling.

Die Reichsgrafen v. Wrschowetz Sekerka und Sedczicz führen ineinem die Länge herab getheilten Schilde in dem blauen Felde zurRechten eine goldene Irischreuse, und über dem Helme dieses Feldeseinen Kranich, welcher in der rechten Klaue einen Stein hält; in demblauen Felde zur Linken zwei über einander gelegte Streitäxte mitgelben Stielen, und auf dem Helme dieses Feldes eine goldene Krone,welche gleichfalls zwei über einander gelegte Streitäxte mit gelbenStielen zwischen zwei schwarzen Adlerflügeln trägt. Die Ilelmdeckensind auf beiden Seiten blau und golden. Das beschriebene Wappen indem Felde zur Rechten, welches die Grafen v. Wrschowetz bereits inuralten Zeiten geführt haben, als sie mit den crabatischen FürstenCzech und Lech nach Böhmen gekommen sind, ist in dem Jahre 1184von dem Herzoge Friedrich von Böhmen mit dem angezeigten Wap-pen in dem Felde zur Linken vermehrt worden, nachdem der GrafRatibor v. Wrschowetz, theils mit den Truppen des Herzogs Friedrich,theils mit selbstgeworbenen Völkern, den Herzog von Mähren, Con-rad, einen Vetter des vorgenannten Herzogs, in einer Schlacht über-wunden und durch diesen Sieg Mähren an Böhmen gebracht, auch da-lier den Zunamen Sekerka, d. i. streitbar, bekommen hat. In demJ. 1543 sind die Grafen v. Wrschowetz von dem röm. König Ferdinand 1.durch einen Majestätsbrief für wirkliche Reichsgrafen v. WrschowetzSekerka und Sedczicz (einem Schlosse und Gute, wovon sich dieseganze Familie schreibt) anerkannt und bestätigt worden. S. Wenzes-lai Hagecii böhmische Chronik, welche von Johann Sandel in diedeutsche Sprache übersetzt worden ist.