Waldow.
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dowe, Waldo und Walde geschrieben. — Alle Schreibarten bezeichnenaber eine und dieselbe Familie. — Auch schrieben sich mehrere Li-nien und Glieder der Familie selbst sowohl in altern Zeiten, als nochjetzt, verschiedentlich. — In märkischen Urkunden findet man denNamen grösstentheils „Waldow und Waldaw" geschrieben. — DieseFamilie ist ein uraltes deutsches Geschlecht, und schon im Jahre 783erscheint Einer aus demselben als Abt in der geforsteten Abtei zu St.Gallen in der Schweiz, und im J. 942 tritt der Ritter Dietrich v. Wal-dau zu Waldau im Turniere zu Rotenburg an der Tauber unter denEdlen auf, und wird zum Könige der Turniergesellschaft von Ober-Raiern erwählt (s. Rncel. stem. Germ. 4. Tb. und Riixner Tournb. etc.).Das Stammschloss der Familie ist das Schloss Waldau, im Norden desalten baierschen Reichskreises, an der Grenze des fränkischen Kreisesgelegen. Wegen dieser Nähe des fränkischen Kreises, und weil dieFamilie auch darin angesessen war, wurde dieselbe im Mittelalter so-wohl zur baierischen als zur fränkischen Ritterschaft gezählt. — DieFamilie besass ausser dem Schlosse Waldau noch die Schlösser Pley-stein oder Bielstein und Waldthurn im baierischen Kreise, und daherhiess die eine Linie von Waldau-Pleystein, und die Herren v. Waldauzu Waldthurn wurden deshalb auch die „ Waldthurner" genannt (s.Bucel., v. Hellbach etc.). — Diese Linien in Baiern und Franken sindim Jahre 1540 mit Georg Dominus de Waldauw zu Waldau, Pleysteinund Waldthurn, der nur 4 Töchter hinterliess, ausgestorben (Bucel.,S|>angenberg. Adelssp. etc.). — Das Schloss Waldau gehört jetzt derFamilie v. Lilien.
Im zehnten Jahrhunderte breitete sich die Familie, gleich meh-reren andern Geschlechtern, in der Lausitz ans, nachdem nämlichdie sarmatischen Sorben in diesem Lande vom Kaiser Heinrich I. be-siegt und unterworfen worden, und erbaute in der Oberlausitz dasSchloss Waldau (drei Meilen von Görlitz gelegen), obwohl es auchmöglich ist, dass die Familie, gleich mehreren andern Geschlechtern,aus Baiern, Franken und Schwaben unter den Herzögen Wladislatisoder Boleslans Altus nach Schlesien gekommen, und von hier aus inder benachbarten Lausitz das Schloss Waldau erbaut habe. Die Fa-milie verbreitete sich wiederum in mehreren Linien in Schlesien, und1352 auch in der Neumark, indem in diesem Jahre der Ritter HansJohann oder Ilenslyn v. Waldau, Marschall Ludwigs des Römers, Mark-grafen von Brandenburg, mit der Stadt und dem Schlosse Kunigswalde(Königswalde) in der Neumark vom genannten Markgrafen belehntwurde. Dieser Hans v. W. ist der Stifter der neumärkschen, pomnier-schen und mecklenburgischen Linien. Nach einigen Angaben sollendie v. Waldau schon vor dem Jahre 1352 in Pommern ansässig ge-wesen sein. — Die Linie zu Waldau in der Oberlausitz war auch imMittelalter in Sachsen und Meissen angesessen, und wird dieserhalbauch von einigen Autoren die „Sächsische oder Meissensche" eenannt(s. Wohlbriick über Lebus).
Die Linie in der Lausitz führte nach einigen Nachrichten dengrällichen, nach andern den freiherrlichen Titel, und da sie auch inSchlesien begütert war, so wird dieselbe grösstentheils und fast aus-schliesslich nur zu den schlesischen freiherrlichen und gräflichen Fa-milien gezählt (s. v. Meding, v. Hellbach etc.). Das Wappen dieserLinie zeigt ebenlalls das uralte Schild- und Wappenzeichen der Fa-milie v. Waldau, nämlich das silberne Pfeileisen im rothen Schilde(8. Siebmacher, Wappenb. V. Th. S. 22. Nr. 4). Diese Linie ist im10. Jahrhunderte erloschen, und das Schloss Waldau aus der Familiegekommen.
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