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4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
145
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Salza.

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Orden einen seiner tliiitigsten und verehrtesten Heermeister gegebenzu haben, gehört diesem alten vornehmen Geschlechte eine langeReihe von Kloster- und Kirchenstiftungen neben der Theilnahme anzahllosen Fehden an, die es in der Geschichte Thüringens merkwür-dig macht und es vielfach in dieselbe verzweigt. Bis in die Mittedes 14. Jahrhunderts besass das Haus Salza die freie Allodiulherr-schaft Salza von bedeutendem Umfange, deren einzelne Theile nochzu Anfang des 15. Jahrhunderts zu einem Successionskriege zwischenden Landgrafen von Thüringen und den Grafen von Gleichen Veran-lassung gaben. Das feste Schloss zu Salza führte den Namen dieDreiburg. Lines der iiitesten Besitztümer und Stammhäuser der Fa-milie ist das Schloss und der Marktflecken Uffhofen. Tullstadt, auchTülstädt oder Döllstädt genannt, ist ebenfalls eine der ältesten Be-sitzungen der v. S. Sie erbauten hier das feste Schloss Steinl'urst,und besessen nun drei mächtige Burgen, die Dreiburg zu Salza, dasSchloss Steinfurst zu Döllstädt und die Burg zu Uffhofen. Die Ge-brüder Johann Günther, Heinrich und Friedrich v. S. verlegten , nach-dem die Herrschaft Salza theils an den Kurfürsten von Mainz, theilsan den Landgrafen von Thüringen verkauft worden war, in der Mittedes 14. Jahrhunderts ihren Sitz nach Uii'hofen und Döllstädt. Als derletzte männliche Sprosse dieses Stammes erscheint Hermann v. S., derum das Jahr 1409 starb. Seine Güter lielen an die Grafen v. Glei-chen. Die v. Salza aus dem Stammhause Salza bei Nordhausensind ebenfalls schon längst erloschen. Aber zugleich mit der thiiring-schen Linie wird eines Astes des alten Hauses Salza erwähnt, dersich zur Zeit des Hochmeisters Hermann v. S. in der Oberlausitz nie-dergelassen hatte. Zuerst kommen hier Friedrich und Heinrich v. S.vor, von denen der Letztere sein Geschlecht fortpilanzte und den heutenoch blühenden Ast gründete. Seit dem 15. Jahrhunderte gehörtedemselben der Bittersitz Linda bei Görlitz. In der Administrations-geschichte der Stadt Görlitz kommen viele Ritter aus diesem Hansevor, wie Heilmann v. S. der Jüngere, der öfters auch als der ältesteAhnherr des Geschlechtes in der Oberlausitz erscheint oder bezeich-net wird. Heinze v. S. war 1422 Erbrichter zu Görlitz. Zwei an-dere v. S. waren Bürgermeister zu Lauban. Ausser Linda sind Lich-tenau und Schreibersdorf, ICunzenau, Haugsdorf, Gotschdorf, Heiders-dorf, Ebersbach und Rengersdorf alte Besitzungen der v. S. Der Stif-ter der Lindaer Linie war Matthias v. S. Hioh v. S. auf Rengers-dorf, dessen Mutter eine Freiin v. Boeder, aus dem Hause Friedlandin Böhmen, war, erwarb die Güter Ebersbach und Gr. Brausche, underrichtete ein Majorat, welches in der Mitte des 17. Jahrhundertszu einem langen Prozesse Veranlassung gab. Ein Enkel des genann-ten, Christoph Friedrich v. S., ist der Erbauer der Vasallenstadt Neu-salza. Ein Zweig des Lausitzer Astes hatte sich auch in Schle-sien verbreitet, wo um das Jahr 1348 Härtung v. S. am Hofe desHerzogs Wenzel von Liegnitz lebte. Seine Nachkommen erwarbendie Güter Gruttenberg bei Oels und Giessmannsdorf bei Schweidnitz.Jacob v. S., Bischof zu Breslau, war aus dem Hause Schreibersdorfin der Lausitz. Er zog am 7. Juli 1521 in Breslau ein und war alsein eben so aufgeklärter, wie rechtschaffener Prälat ein Gegenstandallgemeiner Verehrung, und leistete dem Lande auch als Oberlandes-hauptmann vielfache Dienste. Er starb am 24. August 1539 zu Neissenoch in der Kraft des männlichen Alters stehend, plötzlich. SeineFamilie verdankt ihm einen Fideicommisstamm, der auf dem GuteEbersbach haftet und als das einzige Familieneigenthum diesem altenvornehmen Geschlechte von allen früheren Gütern in den diesseitigenStaaten verblieben ist. Ein Bruder des Bischofs, Günther v. S., pflanztev. Zedlitz Adels -Lex. IV. 10