Reuss.
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Reuss, die Fürsten von.
Von diesem reiclisfiirstliclien regierenden Ilause gelieren einigeZweige oder Seitenlinien hierher, weil sie in den diesseitigen StaatenBesitzungen haben, und anderseits Mitglieder dieser vornehmen Fa-milie zu hohen Staats- und Hofwiirden gelangt sind. Die Fürsten vonReuss stammen von EcTcchrecht , Grafen v. Osterode, Schwarzburg" undGleisberg ab. Sein Sohn, Heinrich 1., führte zuerst den Namen einesReichsvoigts. Die Reichsvoigte waren Statthalter des Kaisers in Städ-ten oder einzelnen Landesabtheilungen, und da diese Würde eine langeZeit bei den Uenss verblieb, so erhielt das Land, welches sie als Ki-genthum besassen, den Namen Voigtland. Von den drei älteren Zwei-gen, Weida, Blauen und Gera, ist nur nocli der von Plauen übrig.Heinrich der Jüngere, welcher von 1264 — 1293 lebte, erhielt zuerstden Beinamen Reuss. Von seinen Nachkommen stiftete Heinrich IV.,der 1535 starb, die ältere, mittlere und jüngere Linie des Hauses;die mittlere erlosch aber schon im Jahre 1616. Die ältere theilte sichwieder in die Aeste Obergreiz und Untergreiz; da die letztere imJahre 1768 ausstarb, so ist nur noch ein Ast von der älteren Linieübrig; dieser wurde im Jahre 1778 in den Reichsfürstenstand erhoben.Die jüngere Linie zerfiel im Jahre 1647 in vier Aeste, Gera, Schleiz,Saalburg und Lobenstein; der von Schleiz ging schon 1666 aus, undder von Saalbnrg erbte dessen Besitzungen und nannte sich nunSchleiz. Der Ast von Gera erlosch 1802, und seine Besitzungen fie-len an Schleiz und die beiden Aeste von Lobenstein. Der Ast Schleiztheilte sich seit dem Jahre 1692 in die Zweige Schleiz und Köstritz,jedoch wurde letzterer, da die Primogenitur eingeführt worden war,apanagirt und erhielt keinen Landestheil. Der Ast Lobenstein dage-gen war im Jahre 1678 auch in drei Zweige zerfallen, Lobenstein,Ilirschberg und Kbersdorf; jeder Zweig erhielt einen Landestheil. Derhirschberger Theil kam an die Zweige Lobenstein und Kbersdorf, undals auch Lobenstein im Jahre 1824 erlosch, fiel Alles an Kbersdorfzurück. — Ks bestehen demnach drei regierende Linien : Reuss-Greizoder die ältere, Schleiz und Ebersdorf, welche die jüngere Linie bil-den. Alle männliche Mitglieder des Hauses führen den Namen Hein-rich. — Im Jahre 1716 erhielt Graf Heinrich XXIV., königl. preuss.Kammerherr, von der jüngern Linie, das lncolat in Schlesien. Kr warmit Maria Eleonore Emilie, Gräfin Promnitz, Erbfrau der Güter Dit-tersbach, Greisitz, Küper im Sagansclien, und Skarsine im Oelsisclien,vermählt. — In den preuss. Staaten besitzt der Zweig, welcher imJahre 1817 die fürstliche Würde annahm, die Herrschaften Trebschen,Kieintzig im Regierungsbezirke Frankfurt, Stohnsdorf im Regierungs-bezirke Liegnitz, ebendaselbst Jänkendorf und Neuhof, das letzterebei Schmiedeberg. Der Erwerber der fürstlichen Würde des Zweigeswar Heinrich XLIV., geb. den 20. April 1753, gest. am 3. Juli 1832.Er war zweimal vermählt, zuerst mit einer Freiin v. Geuder, genanntRabensteiner, zum zweitenmal mit einer Freiin Riedesel. Die Kinderaus beiden Ehen bilden die gegenwärtig fürstl. reussische Familie inden diesseitigen Staaten. Die Herrschaft Trebschen besitzt gegenwär-tig Prinz Heinrich LXIII., geb. den 18. Juni 1786, königl. prenss. Ma-jor a. D., vermählt zum zweitenmal mit Karoline, Gräfin zu Stolberg-Wernigerode, der Schwester seiner ersten Gemahlin. Aus beidenEhen leben neun Kinder, sechs Söhne und drei Töchter. Klemtzigbesitzen die Erben des älteren Bruders, des Prinzen Heinrich LX.,gest. am 7. April 1833. Seine Wiltwe ist Dorothea, Prinzessin v. Ca-rolath - Schönaich. Aus dieser Ehe leben zwei Töchter. Aus der zwei-