Druckschrift 
4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

Rcitzenstcin.

105

Schlesien schreibt sich die freiherrliche Linie aus dem Hause Kadrzinim Oppelnschen, eine andere Linie derselben schrieb sich aus demHause Schammerwitz. Ausser diesen Stammgiitern besassen sie dieHerrschaft Bierawa und Knurow im Oppelnschen, Kornitz, Bojanow,Otzicz, Woynewitz, Leokartow und Sukol im Ratiborschen, das Städt-chen Kranowitz, die Güter Thamrowitz, Grunowitz im Troppauischenu. s. w. Bartholomäus v. Reisewitz kam im Jahre 1524 aus demFeldzuge in Italien als ein vornehmer Kriegsoberster nach Schlesien,und wurde oberster Landrichter im Fiirstenthume Troppau. ImJahre 1070 war Adam Heinrich v. R. fiirstl. .liechtensteinscher Rath undLandrechtsbeisitzer im Fiirstenthume Jägerndorf. Kr besass die GüterUttmuth, Gr, Peterwitz, Nieder-Obernick und das Städtchen Hunds-feld. Franz Maximilian v. R. und Kadrzin starb im Jahre 1722als fiirstl. troppau - jägerndorfscher Rath, Kanzler der FiirstenthümerOppeln und Ratibor, oberster Landrichter und Obersteuereinnehmerim Fiirstenthume Troppau. Gegenwärtig ist der Major a. D. undRitter des Militair-Verdienstordens Gottlob v. IL, Herr auf Wendrinund Liebeiche, Director der oberschlesischen Fürstenthumslandschaftzu Ratibor. Sühne von demselben dienen in der Armee.

Die v. Reisewitz führen im Schilde und auf dem gekrönten Helmeeinen halben, mit den Spitzen aufwärts gerichteten Mond ; jede Spitzedesselben ist mit einem Sterne belegt, unter dem Monde aber sindsieben Jagdhörner in Form einer Muschel angebracht.

eitzenstein, die Freiherren und Herren von.

Ein uraltes vornehmes adeliges und freiherrliches Geschlecht, dasursprünglich in Franken und Baiern, so wie im Voigtlande, einheimischund reich begütert war und ist. Schon im Jahre 968 wurde Willielmv. IL bei dem Turniere zu Merseburg zugelassen. Mit dem deutschenOrden kamen mehrere v. R. nach Preussen, namentlich Erasmus, derLandmarschall und in einem Trell'en im Jahre 1472 mit einem Pfeilein den Hirnschädel geschossen wurde, der erst nach vierzehn Jahrenzu absorbiren möglich war. In sächsischen, österreichischen, baireut-schen und preuss. Staats- und Kriegsdiensten standen und stellen nochviele Mitglieder dieser Familie. Im preuss. Dienste gelangten einigezu höheren militairischen Würden, namentlich der auf seinem GuteGlötzin in Pommern am Iii. Febr. 1789 verstorbene Generalmajor,Chef eines Dragonerregiments und Ritter des Ordens pour le meriteund der im Jahre 182.4 im Pensionsstande verstorbene Generalmajorund ehemalige Chef eines Kiirassierregiments v. R. In Schlesienund in der Neumark sind die v. R. begütert. In Schlesien gehörte ih-nen noch in der neuesten Zeit der an der Oder bei Breslau gelegeneRittersitz Zedlitz, den die Erbin des im Jahre 1836 zu Warschau ver-storbenen Majors Freiherrn v. IL besass. In der Neumark besitztein v. IL das Rittergut Reitzenstein. Eine Linie der v. R. führtden Beinamen v. Ilartungs. Von den Söhnen des oben erwähnten Ge-neralmajors und Chefs eines Kürassierregiments, Baron v. R., sindzwei im künigl. Generalstabe, der ältere ist Oberstlieutenant im gros-sen Generalstabe, der jüngere aber ist Major.

Die v. R. führen im rothen Schilde einen silbernen, von der obernRechten zur untern Linken gelegten Schrägbalken, und auf dem Iielmezwei rotlie, mit den silbernen Balken belegte rotlie Adlerlliigel. DieDecken sind silbern und roth.