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Reiclienbacli.
R. starb am Ende des vorigen Jahrhunderts, und seine Wittwe erstnm das Jahr 1820. Eine Tochter ans dieser Ehe ist die Gemahlindes Rittmeisters v. Tschirsky anf Schlanz bei Breslau; eine anderewar an einen v. Eysenhardt vermählt. Diese wurde durch ein fürch-terliches Schicksal und einen gewaltsamen Tod von der Hand ihresGatten, der später in dem Irrenhause zu Brieg starb, ein Gegen-stand der allgemeinen Theilnahme.
Siebmacher giebt das Wappen dieser Familie II. S. 47. Es zeigtim getheilten goldenen Schilde einen Löwen mit abwechselnden Tinc-turen, in den Pranken eine Sichel haltend. Ans dem gekrönten llelmewächst der Löwe, die Sichel in den Pranken haltend. Helmdeckenschwarz und golden.
ReiclicnliacL, die Grafen und Herren von.
Die Grafen von Reichenbach gehören Schlesien an, nnd sollenAnfangs Funkenstein geheissen haben. Einer Familiensage zufolgesoll der Ahnherr dieses vornehmen Geschlechts im Jahre 933, nachder Schiacht mit den Hunnen, an einen Bach gegangen sein, um dasBlut seiner Wunden abzuwaschen; bei dieser Gelegenheit habe er indem Bache einen grossen Schatz gefunden, den der Feind hineinge-worfen, ihn dem Kaiser Heinrich dem Vogler übergeben, und zumAndenken dafür den Namen Reichenbach erhalten. — Schon um dasJahr 93ö war Sigismund v. R. des Herzogs Hugo Statthalter in Fran-ken. — In der Mitte des 11. Jahrhunderts kommen zwei Brüder v.R. vor, welche unter dem Kaiser Heinrich IV. tapfere Kriegsoberstenwaren. — Konrad v. Reichenbach war der Erste, welcher im Jahre1239 die christliche Fahne auf den Mauern Ascalons im gelobten Landeschwang. — Konrad v. R. hatte auf dem Turniere zu Regensburgmit der Tochter des Grafen Stolberg den Vortanz, nachdem er da-selbst den Preis errungen. — Melchior v. R. war im Jahre 1287 desKaisers Rudolph Geheimerrath und oberster Reichskanzler. — Pclerv. R. war um das Jahr 1378 Abt zu Camenz. — Im Jahre 1715 starbzu Peterwitz der erste Freiherr v. R., in dem ehrwürdigen Alter von81 Jahren. Seine Nachkommen erhielten im Jahre 17Jg die reichs-grätiiehe Würde. Die Grafen v. R. theilten sich in zwei Linien, na-mentlich in die zu Goschütz und in die zu Nenschloss. Letztere ist am9. Januar 1819 mit dem Grafen Heinrich Wilhelm v. R. erloschen. —Ausser dem genannten Stammhause in Schlesien, Peterwitz, erwarbdie Familie viele andere Güter, als: Kunzendorf, Rogau, Rudelsdorf,Wiergsdorf, Halbendorf, Kannerswalde, Lessen, Eubach, Hünern, Sie-beneichen, Klitschdorf, u. s. w. im Schweidnitzischen und Jauerschen,die Herrschaft Neuschloss im Militschschen, Stuse, Pirschen, u. s. w.im Breslauischen, Quikendorf im Frankensteinschen, später auch diefreie Standesherrschaft Coschütz, die Güter Schönwald, Brustawe,Linsen, Craschnitz, Dammer, Hammer, Eichberg, Zessel, Poln. Wiir-bitz, Boguslawitz, u. s. w. Mehrere Mitglieder des grällichen Hauseshaben sich als rüstige Waidmänner und vortreffliche Schützen bekanntgemacht, andere haben sich in den letzten Feldzügen durch Tapfer-keit Ruhm und Ehrenzeichen erworben. Die Linie zu Goschütz besitztdas General-Erblandpostmeiateramt in Schlesien und die erloschene Liniezu Nenschloss war in dem Besitze des Oberlandjägermeisteramtes eben-daselbst. Da der letzte Herr der freien Minderstandesherrschaft Neu-scbloss, der Güter Wirschkowitz, u. s. w., Heinrich Wilhelm, Graf v.R. im Jahre 1819 kinderlos starb, fiel die Minderstandesherrschaft anseinen Netl'en, den Reichsgrafen Hochberg-Fürstenstein. Die Erb-