Riulonitz — Radzhvill.
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Krakau und mehrere Kirchen daselbst gegründet. — Sein Bruder, Mat-thias auf Radolin, erster Wojewode von Inowraclaw, ist der Stamm-vater der heutigen Grafen v. Kadolinshy. Eine Tochter dieses Letz-tern, Barbara, war die Gemahlin des schwarzen Zawisza, der sowohlwegen seiner Tapferkeit als Feldherr, wie durch seine Gesandtschaf-ten an den deutschen Kaiserhof, Frankreich und England, so wiedurch seinen Heldentod, den er in der Schlacht von Golub fand, woer die kaiserl. Truppen gegen die Türken befehligte, bekannt gewor-den ist. — Im Jahre 1600 lebte Andreas auf Radolin, Castellan vonSkrzywin; er hinterliess mehrere Kinder. Ein Enkel desselben warStephan auf Radolin, Erbland-Kämmerer von Fraustadt. — In demjetzt zu Preussen gehörigen Theile von Polen besass die Familie fol-gende Herrschaften: Lobsens im Kreise Wirsitz, Radolin, Beide, Ham-mer u. s. w. im Kreise Czarnikau, Schoken, Siernik im Kreise Won-growiec, Napachan bei Posen, Jarocin, Kretkow, im Kreise Pieschen,Borz^ciczki im Kreise Krotoszyn, Gola und Dobra bei Lissa.
Die jetzt lebenden Mitglieder dieses Hauses sind:
Johann Ignatz Lesczyc, Graf v. Radolinski auf Radolin, Beideund Hammer. Derselbe hat einen Sohn , Joseph Stanislaus.
Stanislaus Julius, Graf v. R. auf Borz<;ciczki.
Ladislaw, Graf v. R. auf Jarocin und Siernik.
Die Grafen v. R. führen in einein rothen, mit Silber eingefasstenrunden Schilde einen Heuschober, und über dem Schilde eine miteinem Pfauenschweife gezierte neunperlige Grafenkrone. Zu Schild-haltern sind zwei Löwen gewählt.
Nachrichten über dieses vornehme Geschlecht findet man in derHistoria I'olonica von Dlugosz; de Familia Lesczycarum, Lib. X. pag.137. Lib. XI. pag. 306 —13. und a. a. O. Orbis Nobilium Reg. Pol.von Okolski, I. S. 82 u. f. Paprocki, fol. 219 — 221. Rzepnicki, Yi-tae Praesuloruin Poloniae. Vol. I. pag. 41.
Radonitz, die Herren von.
Dieser adeligen Familie gehörte im vorigen Jahrhunderte das Rit-tergut Kobello im Rosenbergschen Kreise des Herzogthums Schlesien.Mehrere Mitglieder derselben haben im preuss. Heere gestanden.
Radziwill, die Fürsten von.
Dieses fiirstl. Haus, das seinen Ursprung von Narimund, dem SohneGedimin's, Grossherzogs von Litthauen, herleitet, gehört in verschiedenenBeziehungen in das Adelslexicon des preuss. Staates, namentlich wegender Besitzungen, die es in den diesseitigen Landen hat, und wegen derhohen Staatswürden, die Mitglieder desselben bei uns bekleideten; aus-serdem steht es seit langen Jahren in Verbindung durch Vermählungenmit dem preuss. Regentenhause, und verdient daher eine der erstenStellen in einem genealog. Ilandbuohe des preuss. Staates. Seit Jahr-hunderten glänzt das Haus Radziwill, das schon vor der VereinigungLitthauens mit Polen mit der Fürstenwürde bekleidet war, unter denberühmtesten und reichsten polnischen Geschlechtern. Fürst Nikolaus III.und dessen Vettern, Nikolaus IV. und Johann, wurden vom Kaiser Ma-ximilian I. im Jahre 1518 auch zu Fürsten des heiligen röm. Reichs ge-macht. Nach Andern war es Karl V., der ihnen im Jahre 1547 dieReichsfürstenwürde verlieh. Der erwähnte Nikolaus IV. ist der Stamm-vater des jetzt noch blühenden Hauses. Dasselbe zerfiel anfänglich inv. Zedlitz Adels-Lex. IV. 6