Promnitz.
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der Familie finden sich ausser den Specialschriften in den Adelslexicisvon v. Lang und v. Hellbach. Das Wappen findet sich im baierischenWappenbuche (III. 184) und in Bernd's rhein. Wappenbuche (I. 191),wo übrigens das Rückschild irrig als Bordüre des aufliegenden Schil-des dargestellt ist.
Promnitz, die Grafen, Freiherren und Herren von.
Dieses ist der Name eines uralten und vornehmen Geschlechts,dessen Geschichte vielfach in die des Landes verwebt ist. Schon mitdem Kaiser Friedrich Barbarossa zogen unter dem Herzoge Conradvon Schlesien mehrere Ritter dieses Namens nach dem gelobten Landewider die Sarazenen; auch haben einige im Jahre 1241 in der Tarta-renschlacht bei Liegnitz tapfer mitgefochten. Das Stammhaus diesesvornehmen Geschlechtes, Weichau, liegt im Gloganischen. Die v.Promnitz zerfielen in die Hauptlinien Lessendorf und Dittersbach.Später theilten sich diese wieder in die Häuser Alt-Weichau, Pforten,Kreppelhof, Neu-Weichau, Skarsine, in die Nebenlinien zu Sorau undPless, und in die Oelsische und Liegnitzische. Ausser den genanntenStammgütern, welche diese Familie besessen, nennen wir Klitschdorfift Niederschlesien , die freie Standesherrschaft Pless in Oberschlesien(erkauft im Jahre 1548 von den Freiherrn von Betlem Falva), dieHerrschaften Sorau und Triebet, Dobrilugk, Drehna, Forst u. s. w.in der Niederlansitz, Hoyerswerda u. s. w. in der Oberlausitz. Auchbesass die Familie eine Zeit lang das Fürstenthum Sagan pfandweise. —Die ordentliche Stammreihe beginnt mit Sigismund v. Promnitz, Kam-merherrn auf Weichau und Lessendorf, der um das Jahr 1444 starb.—Kin linkel desselben, Balthasar v. P., gelangte zur Würde eines Fürst-bischofs von Breslau und starb am 20. Januar 1562, nachdem er be-deutende Herrschaften erworben, auch ein Familienmajorat und Mino-rat gestiftet hatte. Einige Jahre früher, 1559, hatte dieses Haus diefreiherrliche Würde erhalten. — Ein Bruder dieses Fürstbischofs,Caspar v. P. auf Lessendorf, war Landeshauptmann im Freystädtschenund Griinebergischen. — Segfried v. P-, Freiherr auf Sorau, Trie-bet, Hoyerswerda und Pless, Pfandherr des Fürstentums Sorau, warkais. Rath und Kammerpräsident in Schlesien. Er hat der Haupt-kirche zu Sorau eine kunstreiche und seltene Zierde hinterlassen,und starb im Jahre 1597. — Aus dem Hause Alt-Weichau wardSigismund Segfried v. P. bevollmächtigter Landvoigt in der Nieder-lausilz, am 9. Januar 1652 in den Reichsgrafenstand erhoben. Trotzeiner zahlreichen Nachkommenschaft, welche er hinterliess, starb den-noch dieses gräfliche Haus wieder aus. — Die StandesherrschaftPless kam durch die Schenkung des letzten Grafen v. Promnitz ( Jo-hann Erdmann ) im Jahre 1768 an seinen Vetter, den Fürsten Frie-drich Erdmann von Anhalt-Kothen, welcher dadurch der Stifter derLinie Anhalt-Köthen-Pless wurde. — In brandenburgischen Dienstenist bekannt geworden:
ulr '°h Cipparchus, Reichsgraf v. Promnitz, Herr zu Forst undPforten, Freiherr der Standesherrschaft Pless, auf Sorau, Triebel undNauenburg, kurbrandenburgischer und sächsischer Kammerherr, geliei-
Kriegsrath, General-Wachtmeister und Oberster zu Ross, der am29. Juli 1695 starb. Er war am 2. Januar 1636 auf dem Schlossez " J™ 1 geboren, hatte grosse Reisen gemacht, war in österreichi-sche Dienste, später aber in kurbrandenburgische, und zuletzt in kur-sachsische getreten und hat sich hohen Ruhm erworben. Auch war erein eifriger Beförderer der evangelischen Lehre und hatte drei evangeli-