Druckschrift 
4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
 

Prittwitz.

53

de Prithitz unter dem Herzog Boleslaus zu Liegnitz vor. Ihm folgenviele Kitter aus diesem Hause an den Höfen der Piasten, die baldPrettwitz, bald Preptitz, mitunter auch Prautitz geschrieben werden.Ihr erstes bekanntes Besitztimm soll ein Antheil an der Stadt Praus-nitz gewesen sein, welches sie durch Vermählung mit den Trachen-berge erhielten. Im 15. Jahrhunderte erwarben sie Galfron imWar-tembergschen, nach welchem alten Stammhause sich noch heute einstarker Ast des Hauses schreibt. In Polen waren die v. P. Woje-woden in Podolien und Starosten zu Tremblowno, Bar und ülanow. Mehrere Ritter aus diesem Hause hatten sich durch ihre Uner-| schrockenheit in solches Ansehen gesetzt, dass man, wie Versevitiusmeldet, die schreienden Kinder in der Wiege mit dem Namen Pritt-witz schreckte, 11111 sie zum Schweigen zu bringen. M. s. Tractatusde Optim. Stat. Libert. pag. 230. Nach und nach erwarben diev. P. grosse Güter in Schlesien, namentlich die Stadt Constadt, dieGüter Kreisewitz, Korkwitz, Skoroschau, Laskowitz, Giesdorf, Mi-Iatschwitz, Pontwitz, Krasehen, Kawallen, Kunnnernik, Schiitzendorf,Schmoltschitz, Dammer, Hammer, Gr. Graben, Ossen, Reppin, Mang-schitz, Semmelwitz, Wonsdorf, Banmgarten, Kniewitz, Rudelstadtu. s.w. Die vorzüglichsten Stammhäuser aber blieben Galfron, zurpolnischen Linie gehörig, Laskowitz im Briegschen, Milatschitz imOelsischen, ebendaselbst Strohn und Pontwitz mit den Nebenlinien zuSchiitzendorf, Netsche und Schmoltschütz, Reppin im Wartenberg-schen, mit den Nebenlinien zu Zinzendorf im Nimptschen, Oberpei-lau im Reichenbachschen und Günterwitz im Oelsischen, Ober-Stra-dam, Schollendorf, Langendorf im Wartenbergschen mit Güntersdorfim Briegschen, mit Constadt, Gimmil, Neuhof und Schweinern, auchPuschkau im Nimptschen, Skoroschau im Breslauischen, die HäuserKarisch im Strehlenschen, Lotzendorf im Oldauischen, Baumgarten imNeumärktschen, das Hans Sitzmannshaus im Ohlausclien, die HäuserSchmogra und Gramschütz u. s. w. In der Mark erwarb die Fa-milie die Quilitzer Güter. In der Gegenwart sind noch zahlreicheGüter in Schlesien ein Besitz der Familie, namentlich Schmoltschützbei Oels (ein Besitz des Landraths und Majors v. d. A,, Moritz v. P.);Gröbenich bei Leobschiitz, vormals Commende, Casimir (vormalsPropstei), Damasko u. s. w., sämmtlich dem Geheimen Ober - Finanz-rath, früher auf Quilitz, gehörig, Minkowski bei Nainslau, wo sichdas Denkmal des berühmten Generals Seidlitz befindet, Glausche beiNainslau , Kreisewitz, dem Landrathe uml Rittmeister v. P. gehörig,Gohlau und Hennersdorf, dem Landrathe des Reichenbacher Kreises,v. P. - Galfron, gehörig, Ober-Wonsdorf, dem Lieutenant Theodorv. P. gehörig, und viele andere Güter. Vier v. P. bekleiden ge-genwärtig Landrathsposten, zwei waren 1836 königl. Kammerherren. Sehr zahlreich sind die Mitglieder, die zu hohem Kriegsruhm undvornehmen Militairwiirden im Heere gelangt sind. Wir nennen vonihnen nur:

Johann Bernhard v. P. und Galfron, der zur Würde eines königl.preuss. Generals der Cavallerie, General-Inspecteurs der märkischenund magdeburgischen Cavallerieregimenter, Chefs des Regiments Gens-darmen, Ritters des schwarzen Adlerordens, Johanniter- und IMilitairV'erdienstordensritters gelangte; er besass die Güter Quilitz und Rosen-thal, und starb im Jahre 1793. Sehr bekannt ist die Thatsache, dasser Friedrioh II. in der Schlacht bei Cunnersdorf den Gefahren entriss,die sein Leben bedrohten, und den Monarchen in Sicherheit brachte.

Kin anderer v. P. aus dem Hause Oberpontwitz starb am 14. März1822 zu Ludwigsdorf bei Oels als Generallieutenant a. D., Ritter desrothen Adlevordens 1. Cl., des Ordens pour le merite u. s. w.