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2 (1840)
Entstehung
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gesehen werden kann, errichtete. Dem Herzog Friedrich warnichts als sein kleines Heer und die allezeit getreue Wie-ner-Neustadt als letzter Zufluchtsort geblieben. Doch nach dembaldigen Abzüge des Kaisers von Wien sammelte und vermehrteer wieder seine Truppen, eroberte aufs Neue alle seine Provinzenund somit auch die Stadt Wien, wo er sich aufs Neue buldigenließ. Nach diesem Vorfalle genoß der Herzog zwar einige ZeitRuhe, aber sie war von kurzer Dauer. Die eingefallenen Tar-tarschaarcn haußten fürchterlich in Ungarn und ließen auch einenEinfall in Oesterreich befürchten, der wirklich 1206 erfolgte.Friedrich zog ihnen mit Heeresmacht entgegen und erfocht auchin den Ebenen von Neustadt einen berrlichen Sieg, allein in ei-nem weiteren Angriffe ward er von einem fliehenden Kumanentödtlich verwundet und mit ihm erlosch der Babenberg'scheStamm, welchem Oesterreich und Wien so vieles zu verdankenhatte. Die Länder Oesterreich, Steyermark und Krain, welch'letzteres Herzog Friedrich 1234 erworben hatte, fielen nun alserledigte Reichslehen dem Kaiser anheim und blieben mehreJahre ohne Landeöhcrrn. Die Landstände beschlossen endlich,einen entfernten Anverwandten des Herzogs zu ihrem Landes-herrn zu begehren und schickten mehre Abgeordnete nach Meis-sen zur Markgräfin Constantia, einer Schwester Friederichs II.um von ihr einen Sohn zum Herrn zu erbitten. Bei dieserGelegenbeit schlug aber König Wenzel von Böhmen seinen SohnOttokar, als Gemahl dessen zweiter Schwester Margaretha, vorund schickte ihn unverzüglich nach Oesterreich ab, wo er ohneallen Widerstand in den Besitz der Hauptstadt und auch balddarauf in den Besitz des ganzen Landes kam. Unter dessenRegierung wurde das Land mebrmals durch Mißwachs, Hun-gersnoth, durch Ueberschwemmungen, Feuersbrünste und endlichdurch eine so verheerende Pest heimgesucht, daß man die Tod-ten, namentlich in Wien, wegen ihrer großen Anzahl, nicht or-dentlich begraben konnte, sondern nur große Gruben machen,sie binciuwerfen und mit Erde bedecken mußte. Bei allen die-sen Landplagen suchte Ottokar, der nach dem Tode seines Va-ters auch König von Böhmen wurde, immer seine neuen Un-tcrtkancn für die ausgestandenen Drangsale nach Kräften zuentschädigen und bot Alles auf, Wien immer mebr und mehrzu verherrlichen. Er zog die bisher vor der Stadt (extramuros) gelegene Burg und Michaeliskirchc, das Schottenklostcrund dessen Kirche zur Stadt, bebaute den heutigen Kohlmarkt,ließ auch zwischen der Burg und dem heutigen Schottcnlhoreviele Gebäude anlegen und zog um diesen neuen Anwuchs derStadt Mauern und Gräben, welche auch mit Thürmen befe-stigt wurden. So sebr nun Wien in den beiden letzten Jahrenan Umfang zunahm, so schrecklich wurde diese Stadt wiederim Jahre 1276 durch drei bald auf einander folgende Feuers-

brünste bis auf ungefähr 150 Häuser in der Gegend des neuenMarktes verwüstet. Selbst die Thürme der Stadtmauern brann-ten zum größten Theile dergestalt aus, daß sie theils einstürzten,theils den Einsturz drohten. Inzwischen forderte Rudolph vonHabsburg, der indessen zum römischen Kaiser erwäblt wordenwar, den König Ottokar auf, die unrechtmäßig und obne kai-serliche Belehnung an sich gebrachten Länder wieder abzutreten.Allein dieser, im Vertrauen auf seine Macht, weigerte sich undnun kam 1276 Rudolph mit einem erlesenen Heere selbst vorWien und belagerte die Stadt. Ottokar, der nun dem Kaisermit Gewalt nicht widerstehen konnte, ging endlich eine Unter-handlung ein und nahm die kaiserliche Belehnung. 1278 aberzog er, trotz seiner eingegangenen Verbindlichkeiten, aufs Neuewider den Kaiser zu Felde und verlor bei der Schlacht an derMarch, Länder und Leben. Rudolph nabm nun sogleich Besitzvon den österreichischen Ländern und versicherte sich der Treueder Bürger dadurch, daß er ihnen nicht nur ihre alten bürger-lichen Rechte und Gewohnheiten bestätigte, sondern auch das Pri-vilegium Kaiser Friederichs II., wodurch Wien zu einer Reichs-stadt erhoben ward, erneuerte. Kurz darauf erhielt der Kaiservon den Kurfürsten die Bewilligung, seine beiden Söhne Albrechtund Rudolph mit den Herzogthümern Oesterreich, Stcyer undKrain zu belehnen und verpflanzte somit das Haus Habsburgauf den österreichischen Thron, den es durch 500 Jahre glor-reich zierte und in weiblicher Nachkommenschaft noch gegenwär-tig besitzt. Die Stände baten bald darauf den Kaiser, dieLänder dem Herzog Albrecht allein zuzueignen, was auch be-willigt wurde. Nach Rudolph's Tode und der kurzen Zwischen-folge Adolph's von Nassau bestieg Albrecht auch den Kaiser-tbron, um ihn, mit wenigen Unterbrechungen, auf seine Nach-kommen fort zu vererben.

Die Ausbildung des Herzogthumes zu einem mächtigenStaate, so wie die Verschönerung und Vergrößerung Wiensbegann nun erst seit der Zeit, als das Haus Habsburg dasHerzogthum Oesterreich erhielt. Besondere und unsterblicheVerdienste erwarb sich in letzterer Hinsicht Albrecht I. Enkel,Rudolph IV., auch deshalb kumlator genannt. Er erweiterteund verschönerte die St. Stcphanskirche in Wien, verziertesie mit herrlichen Skulpturen und begann 1369 auch den Baudes großen Thurmes. Die bisherige Pfarre zu St. Stephanwurde unter seiner Regierung zur gefürsteten Propstei erhoben.Auch verdankt ihm Wien die Errichtung der Universität undseine Staaten vergrößerte er 1359 durch den Erwerb Tyrols.Seine Nachfolger setzten das rühmliche Beginnen dieses weisenund kunstsinnigen Fürsten mit Erfolg fort und schon war Wienzu einer bedeutenden Stadt gediehen, als 1480, unter KaiserFriedrich III. auch die gefürstele Propstei zu St. Stephan zu