Kreutz, Beltzig von. Ueber den Ursprung dieserin R ussland blühenden Familie sind die Nachrichten sehrvariirend. Keinenfalls hat diese Familie den Reichsgrafen-stand vom 4. Mai 15 7 2 und die Bestätigung vom 4. April1 743 (Kaiser Karl VII.!) erhalten, sonst müsste doch imWiener Reichsarchiv irgend eine Notiz sein. Bekannt istvielmehr nur, dass sie am 29. Juni/11. Juli 1839 den Rus-sischen Grafenstand erhalten hat, somit in das GothaischeTaschenbuch der Gräflichen (Deutschen) Häuser kaum hin-eingehört. Dagegen soll in Galizien noch ein GräflichesGeschlecht
Kreutz existiren, welches sich gleichfalls obigerDiplome rühmt, wahrscheinlich aber erst am 7. Mai 1775den Galizischen Grafenstand (doch ist in Wien auch hier-über kein Diplom zu finden) erhalten hat. Dasselbe führt(nach Hefner, Galiz. Adel S. 17) das Wappen Tryumf III:in Gold ein schwarzer Schrägen (Andreaskreuz), belegt miteinem durch schwarzen Pfal von Roth und Silber gespal-tenen Herzschilde, darin zwei abgewendete goldene Fische.Auf dem Schilde die Grafenkrone. Devise: Hoc me glori-fico. — Dies Wappen hat gewisse Aehnlichkeit mit demder Russischen Grafen K. (cfr. dies in Klingspor's Balti-schem Wappenbuch), wenngleich es bedeutend einfacher ist.
Krcski, stammen vom Gute Nadelwitz ( Kr. Regen-w alde) in Pommern; ein Zweig dieses Geschlechts siedeltebereits im 16. Jahrhundert nach Polen über, erhielt hier1537 Adelsanerkennung und nahm vom Gute Kresk denNamen IC. an, während der ursprüngliche Name auf dasWappen übertragen wurde. Cyprian IC. soll 1683 vomKaiser Leopold I. in den Reichsgrafenstand erhoben wordensein (?), daher die Preussische Anerkennung de 1843 fürKonstantin K. auf Grembanin, dessen einziger Sohn GrafNapoleon den Gräflichen Zweig beschloss, wohingegen inRussisch - Polen noch adelige Linien blühen.
Krockow. Die alte, im Laufe der Zeit verloren ge-gangene Wappenform, das Trinkhorn, ist ebenso wie deralte Geschlechtsname durch Diplom 1874 wiederhergestellt.Das Horn ist schwarz mit silbertien Beschlägen und gleven-verziertem Mündungs- und Mundstückdeckel und ruht aufzwei schwarzbefiederten rothen Greifenfüssen. Das mit zweirothen Streifen durchzogene weisse Band mit der Devisezieht sich über ein Postament von buntem Marmor.
Krosnowski. Das Diplom de 1791 erhielt IgnazThabasius von Zalusk, Edler von IC. mit: »Hoch- und Wohl-geboren«, das de 1841 Marzeil Vinzenz Anton, Sohn des1800 f Josef IC. und Verwandter des Obigen, Gutsbesitzerin Galizien. Feld I (Wappen Krzywda, Kreuze golden),Feld II (Wappen Beiina, Schwertgriff golden), Feld III(Wappen Odrowa.z), Feld IV (Wappen Nowina, Schwert-griff golden), hierzu die resp. Helme II, IV (Arm goldge-harnischt, Schwertgriff golden). I und V (Bein stahlgehar-nischt, Stiefel schwarz, Sporn silbern) dürften die vierAhnenwappen des Gegraften sein, wogegen der im Herz-schild schreitende blutbespritzte, goldenbewehrte, silberne
Widder das Stammwappen Junosza ist. Letzterer ist imDiplom 1841 als stehend und schwarzbewehrt abgebil-det. Die Ritter sind stahlgeharnischt (der de 1841 nochmit goldgerändertem Harnisch) mit goldbefransten purpur-nen Röcken, goldbegrifften Schwertern in goldbeschlagenenschwarzen Scheiden; der de 1841 mit goldenem Leibgurt,zwei Helmfedern roth-blau und silbernbespitzter braunerLanze; der de 1791 ohne Helmbusch mit purpurnem Schwert-gurt und goldbraunbeschaftetem silbernbespitztem Speer.
Krukowiecki. Im Herzschild das StammwappenPomian: schwarzer durch die Stirn schrägabwärts vonsilbernbegrifftem Schwert durchbohrter Büffelkopf. Feld I:der Doppeladler mit dem goldenen Namenszug Kaiser Jo-seph II. ist Gnadenzeichen. Feld III: ein schwimmender»Meer-Pärs« (Barsch?) — wahrscheinlich Familie vonPirchU — Feld III: die drei goldenen Lanzen des WappensJelita und Feld IV: das braunbestielte stahlfarbene Beil inGold (Topor?) dürften Ahnenwappen sein. Zu Feld III ge-hört Helm I; die goldbewehrte naturfarbene »Ziege« (sie!)zum Iierzschild. Helm III (Arm stahlgeharnischt), zu Feld IIHelm IV die beiden goldenen Schlüssel am Pfauschweif.Die Leoparden sind »natürlich«. Das Geschlecht entstammtKujavien, das Diplom erhielt Peter (seit 1779 Galizischer)Freiherr von K., k. k. Tribunalrath in Lemberg; Nachkom-men in Galizien.
Kuczkowski. Die Familie soll aus Grosspolen stam-men und ist von den Genealogen (obwohl ursprünglichwahrscheinlich nicht zum Stamme Bolesta [Jastrz^biec] ge-hörig und vielleicht mit den Taczanowski eines Stammes)zum Wappen Jastrzebiec herangezogen worden; adlige Linienblühen noch. In Feld I erscheint das Stammwappen (hierganz golden), Feld II (Wappen Kosciesza) ist das der MutterUrsula geb. v. Kozmowska, Feld III (Wappen Strzemie,der goldene Steigbügel) das der Grossmutter väterlicher-seits: Magdalene geb. von Taszycka, Feld IV (WappenSulima, 3 goldgefasste Brillanten) das der Urgrossmutterväterlicherseits: Justina geb. v. Gajewska, Feld V (WappenLabe ( dz) das der Grossmutter mütterlicherseits geb. v.Waso-wiez — Schwan goldbewehrt, Fehl VI (Wappen Broch-wiez II das der Gemahlin des Gegraften geb. v. Zielenska.Die Ritter haben goldgeränderte Harnische und Stahlschilde;die Griffe und Beschläge der schwarzen Lederscheiden derSchwerter sind golden. Von den Helmen (incl. deren aufden Köpfen der Ritter) gehört I zu Feld II, II zu Feld V,III (natürlicher Habicht mit goldenen Schellen und demSchildzeichen) zu Feld I, IV zu Feld VI, V zu Feld IV undVI zu Feld III.
Kuechmeister von Sternberg. Der Helm ist merk-würdiger Weise ein offener (»Königlicher«) ohne Bügel, soauch im Diplom bestätigt. Der Gegrafte Leopold (geb.28. April 1787) hatte keine Söhne, seine einzige Tochtervermählt an Heinrich v. Wulffen, der laut Königl. Preussi-schen Diploms vom 12. August 1830 Name und Wappenv. Sternberg mit dem seinigen vereinigte) starb im Januar1882 und die Gräfin-Wittwe am 29. April 1883.
XCVI