Koenneritz. Das Wappenbild sind drei je zweimalmit eisernen Reifen umgebene rothe Hand-Pflasterrammen
Die Darstellung bei Kneschke, der sich auch hier wiederzu Unrecht als Autorität aufspielt, ist incorrect.
Kokorzowetz. Die Darstellung bei Kneschke istunrichtig, nach dem Diplom sind beide Felder des Schil-des (das vordere roth) leer. Auf dem mittleren Helmstehen die 5 Kugeln (nicht Räder), deren Farben nichtbeschrieben sind, zwischen einem rothen und einem schwarzenBiiffelhorn.
Koller. Das schwarze Ross im goldenen Herzschildist das Stammwappen, das I. Feld Alt-Ungarn, das ausgoldener Krone auf grünem Dreiberg hervorgehende silbernePatriarchenkreuz in Roth ein K. Gnadenzeichen, desgl. derschwarzgoldene Weckenbord. Der Löwe ist golden, dieRosen roth und goldbesaamt. Die Schildhalter: Löwe undLeopard von natürlicher Farbe.
Kollonitz. Es kommt hier zwar nur das Diplom de
1637 in Betracht, wir wollen aber gleich bemerken, dassausser diesem (ertheilt dem Hans und Ernst, GebrüdernGrf. K. zu K. u. K. [nicht Otto Gottfried und ErasmusFerdinand, s. diese unten]) noch ein zweites Diplom undzwar für Reich und Erblande d. d. Pressburg 12. Januar
1638 (als Bestätigung des ihnen bereits d. d. Regensburg10 September 1636 ertheilten Grafenstandes) für ErasmusFerdinand v Kollonitsch, Deutschordensritter und Comthurzu Friesach, Kais. Kämmerer, sowie Bruder Otto Gottfried,Kämmerer des Erzherzogs Leopold Wilhelm (Bruders desKaisers Ferdinand III.) ausgestellt und ihnen, wie auch den
1637 Erhobenen, zugleich das Prädikat »Wohlgeboren«,sowie Wappenvereinigung mit dem der T v. Kolnicz ver-liehen wurde. Die Letzten des Geschlechts waren der Kais.Wirkl. Geh. Rath Graf Adam v. Kollonitsch und sein VetterSigmund Graf K., Fürst-Erzbischof von Wien und Cardinal.Derselbe adoptirte den Sohn seiner Schwester Maria Poly-xena, vermählten Freifrau Laurenz v. Zay: Ladislaus Frei-herrn Zay v. Zayugrocz, welcher hierauf mit dem Wappennach dem Diplom de 1637 und unter der Bedingung derAblegung seines Familiennamens und -Wappens d. d. Laxen-burg 12. Juni 1728 vom Kaiser den Stand und Namenseines Adoptivvaters erhielt. Allein auch sein Stamm istmit Graf Maximilian (geb. 1799, f 1874), welcher nurTöchter hinterlassen hat, erloschen. Das Wappen, nach demDiplome de 1638, hat den Schild genau so wie nach demde 1637 und zwar ist der Riickschild das Wappen derf v. Kolnicz (Leopard und Fischgräte golden). Der Herz-schild (natürlicher Wolf mit weisser Brust und goldenesPflugrad) ist das Kollonitsch'sclie Wappen. Beim Diplom de
1638 stehen auf Helm I (von rechts ab gerechnet) dieStraussfedern mit der Gräte (Decken rothsilbern), aufHelm VI der Flug mit dem Rade (Decken rothgolden),auf Helm III sitzt der Leopold (Decken rechts rothgolden,links rothsilbern), auf Helm IV Wolf zwischen Flug (Deckenrothsilbern), auf Helm V der weisse »Meerhunds«- (Bracken-)Rumpf mit schwarzem Schrägen auf dem Behänge (Deckenrothgolden). — Die Figur in Feld II ist als »triangelweis aus-gehauener Werkstein« beschrieben, — sonach dem Diplome.
Kolowrat. In den verschiedenen Diplomen, welchein diese Familie gekommen sind, ist nur in dem vom15. April 1624 ein Wappen, welches wir (als das einzigeältere diplomgemässe) abbildeten, daneben jedoch alle die-jenigen Formen, welche im Laufe der Jahre sich bei denverschiedenen Linien herausgebildet haben. Hier ist derAdler goldbewehrt, mit goldener Krone, Kleestengeln unddem mit Fürstenhut gekrönten Oesterreichischen Schild,dessen silberner Balken die Initiale Kaiser Ferdinands trägt.Die Wappen der verschiedenen Linien geben wir nach denübereinstimmenden älteren und neueren Siegeln und Sieb-macher, Supplement VI, welcher sich als ziemlich zuver-lässig erwies.
Komarniki-Pawlikowicz-Komarnicki. Lucas EdlerK.-P.-K., k. k. Appellationsrath, erhielt d. d. Wien 19. Oc-tober 1803 den Grafenstand für Galizien und Lodomerien»wegen altadligen Herkommens«. Die Familie soll noch1835 in Oesterreich ansässig gewesen sein. Wappen: inrothem Felde ein an den Spitzen je mit goldenem Sternbesteckter steigender Mond, in dessen Höhlung ein steigenderPfeil mit silbernem Flitsch und Spitze und braunem Schaft.Auf dem Schilde die Grafenkrone, darauf ein gekrönterHehn mit einem von dem Pfeile linkshin durchbohrten Pfau-wedel. Decken: rothgolden. Schildhalter: 2 stahlgehar-nischte, vorwärtssehende Ritter mit silbernen Helmen, dar-auf je 5 blaue Straussfedern, goldbegrifften Schwertern ingoldbeschlagenen schwarzen Scheiden, haltend je einensilberbespitzten Spiess mit rother Quaste an braunem Schaft;sie stehen auf goldverziertem grauem Postament. — DasGeschlecht gehört zum Wappenstamme Sas.
Komorowski a. d. H. der Ciolek (zu deutsch eigent-lich »Kälbchen«). Altes masovisches Geschlecht, durchausnicht zu verwechseln mit den
Komorowski a. d. II. der Korczak, welche ausKleinpolen stammen. Der Ahnherr derselben war Adam,1300—1343 auf Komoröw im Lande Krakau vorkommend.Von dessen Söhnen erhielt Peter f 1476 auf Liptowa,Orawa und bis 1472 auch auf Zywiec den UngarischenGrafenstand am 27. September 1469 durch K. Mathias vonUngarn und Böhmen. Er starb kinderlos; hieraufnahmsein Bruder Nicolaus (f ca. 1500) den Titel eines Grafenauf Liptowa und Orawa an. Von seinem Sohne Johann,bis 1517 auf Komoröw, stammte ein Sohn Stephan (bis1619), dessen Söhne Johann und Adam die heute blühen-den beiden Linien stifteten, des Ersteren Sohns Jacob(f 1781) Witwe Antonia geb. Pawlikowska nebst ihrensieben Kindern: Franz, Josef, Anton, Augustin, Josefa verm.Gräfin Andr. Rostworowski, Kordula verm. Gräfin Theodorl'otocki und Antonia verm. Gräfin Josef Ilinski das Diplomde 1793; des anderen Sohnes Adam Enkel: Ignaz und Cy-prian, erhielten das Diplom de 1803. — Der Bracke in dergoldenen Schaale auf dem Helme ist grau.
XCIII