Herzog von Lothringen (späterem Kaiser Franz I.) 1735nach Oesterreich, wurde Edelknabe der Kaiserin-WitweAmalia, trat dann in lc. k. Kriegsdienste und stieg biszum Vicepräsidenten des Hofkriegsraths und k. k. Feld-marschall. Kaiser Franz II. ertheilte ihm 1795 für diein Lothringen und Belgien eingebüssten Güter das GutSt. Hubert in der Toronthaler Gespanschaft in Ungarn,wo er bereits 1793 das Indigenat erhalten hatte. DerGraf liinterliess nur eine Tochter. Das Wappen dieserFamilie ist nicht bekannt.
2. Ebenfalls unter dem Namen Ferrari, späterFerraris, erscheint in den Jahrgängen 1841—1860 alleinein zweites Geschlecht mit dem Personalbestand: GrafJoh ann Baptist Angelus, vermählt mit Julie, geb. Burger(geb. 1815, f 6. Januar 1839), und seine Kinder: Julius,geb. 1836, Malwina, geb. 1837, Alfons, geb. 1838, Eleo-nore, geb. 1839. Dieser Personalbestand erscheint auchvon 1861 —1870 im Gräflichen Taschenbuch noch ferner,getrennt von der im Jahrgang 1861 zum ersten Male auf-genommenen Familie Ferraris von Occhieppo. Augen-scheinlich hat sie — dies beweist auch das Weglassenobigen Personalbestandes seit 1871 — mit dieser Familie,obwohl ihr in früheren Jahrgängen auch deren Wappengegeben war, absolut Nichts zu thun und ihr Ursprungund Wappen ist daher ebenfalls nicht bekannt; das imJahrgang 1844 ihr gegebene Wappen (Löwe mit Rost)ist das der Ferrari de Gradi, auf welche wir noch kommen.
3. Die Ferraris von Occhieppo (Acchieppo).
Der Stammvater dieses Geschlechts, welches an-geblich aus Yercelli in Piemont stammt, war HieronymusBernhard Graf Ferraris, k. k. Regierungsrath und Oberst-hofmeister der Frau Erzherzogin Claudia von Oesterreich(um 1660). Er, wie sein Vetter Johann Baptist erlangten1682 die Aufnahme als Grafen in die Adelsmatrikel vonTirol, wo sie Chiavazza, Imst und Taufers erwarben. Un-seres Erachtens waren sie Abkömmlinge des Jacob deFerraris, 1. f. Zollners im Sagk bei Rovereit (Roveredo),welcher d. d. Bozen 10. Februar 1579 Adelsfreiheit undWappenbesserung durch Erzherzog Ferdinand von Oester-reich-Tirol erhalten hatte.
Woher der Grafenstand, ist bisher nicht bekannt,doch wäre es sehr wohl möglich, dass derselbe vonKaiser Ferdinand III. und Erzherzogin Claudia, Landes-herren von Tirol (1637—1644), ertheilt worden ist.
Endlich haben wir, abgesehen von der 1768 inden Preussischen Freiherrenstand erhobenen und von der1798 in den Reichsadelstand erhobenen Familie Ferrari,derjenigen Familie Ferrari zu gedenken, welche alsWappen den Löwen mit dem Rost führt. Diese Familieist überhaupt niemals Gräflich gewesen. Den Adelstandhat sie in Person diverser Gebrüder d. d. Prag I. April1606 erhalten und Mailändische Bestätigungen 21. März1775 und 23. März 1780.
Das von uns abgebildete Wappen ist das jetzt ge-bräuchliche; die Farben und Darstellungen variiren indesssehr, oft ist der Schild auch von widersehenden Löwenoder von Greifen gehalten.
Ferri. So wie hier ist das Wappen nach dem Diplom1709; nur haben wir den Helm in II und III halbrechtsgekehrt; letzterer war ursprünglich eine silberne Salade.
Fersen. In diese deutsche Familie ist von Schwe-den und von Russland der Grafenstand gekommen, wo-rüber Klingspor, Baltisches Wappenbuch, Näheres angibt.
Festetics. Dem unheraldisch linksgekehrten, gold-bewelirten und -bemähnten silbernen Einhorn des linkenHelmes haben wir die heraldisch richtige Wendung ge-geben. Die Trophäe auf Helm I. besteht aus eisernerHellebarte an braunem Stiel mit rother Quaste, goldbe-grifftem Degen, einer Türkenfahne (goldbefranst, grün,mit silbernem Mond über goldenem Stern, an silbernemSpiess mit braunem Rossschweif) und zwei anderen Fahnenan silbernen Spiessen, einer purpurnen und einer blauen.Der Storch ist naturfarben mit dergleichen Stein; diewilden Männer halten braune Keulen; um ihre Schulternhängen an Schnüren Löwenfelle.
Siegel der 1772 gegraften Linie zeigen hinter demSchilde ein Löwenfell.
Festi. Der blondhaarige Genius im Herzschilde undauf Helm III hat blauröthliclie, nach unten zu weiss-grünliche Flügel, das Gewand ist golddurchwirkt, rechtsgrün, links roth; der Berg in I und IV »grünbegrast«,Kreuze und Sterne golden. Der Löwe auf Helm I trägtgrünen Lorbeerkranz auf dem Kopfe. Die schildhalten-den Löwen sehen durch die Visire der silbernen Helme.Im Diplom de 1790 stehen dieselben, mehr vorwärts-sehend, auf grünem Rasen, sonst Alles ebenso.
Feuerstein. Die Gemsen sind naturfarben (bräun-lich mit weissem Bauch). Die Figur im Herzschild istein bläulicher Feuerstein mit daraus schlagenden Flammen,sowie zwei Feuereisen. Die Fahnenlanzen sind braunmit goldenen Spitzen. Knesclike gibt nur eine Fahneund keine Schildhalter, was undiplomatisch ist.
Ficquelmont. Den Reichsgrafenstand erhielt Jacob,Sohn des Karl, geb. c. 1710. Niederländischerseitswurde ein Nachkomme desselben: Antoine Charles JeanNepom. Ignaz am 16. Juli 1822 als Graf nach Erst-geburtsrecht anerkannt, während die nach Oesterreichgegangene Linie 1853 mit Graf Karl Louis, lc. k. Feld-zeugmeister, erlosch, dessen Vater oder Grossvater JosephGraf F. (geb. 1755, f 1799) wahrscheinlich ein Sohn desobengenannten Jacob war. Auch die obige, jetzt Bel-gische Linie dürfte erlöschen.
Fieger (im Diplom Fueger, Freiherr von uud zuHirschberg). Der silberne Bracke (mit goldbordirtemrothen Halsband, auf welchem die goldene Initiale KaiserLeopold I. [L I] gestickt ist), im blauen Mittelschilde, istdas Abzeichen des Erbjägermeister-Amts von Tirol (ver-liehen der Tiroler Linie 1687); I und IV ist das Stamm-wappen.
Der Steinbock (rectius Gemsboclc) ist das der f vonCammerer (verliehen bereits d. d. Wien 5- Februar T472).
Als Schildhalter gibt das Gräfliche Taschenbuchde 1868 zwei Steinböcke an, dieselben sind jedoch nichtverliehen. Der letzte der Oesterreichischen Liniewar Franz de Paula Anton Graf von Fieger (geb. 12. Sep-tember 1764). Schon vorher war die Tirdische Linie
LIII