2o8 Von L ll k. 0 ? ä.'
Von den Mausoleis oder kostbaren Grab-Mahlern der Könige auß por>tugal.
Je Könige von Portugal haben ihnen das Closter Belem/ dasnicht weit von einem noch zimlich groffenFlecken ligt/ den manauch Belem nennet/ zu ihrer Begräbnüß außerlesen. DieserFlecken bestehet auß einergewaltig breit-und weitläuffkigen straf,se/ dessen Hauser/ welches dann in den meisten Portugestschen Städtengefunden wird/nicht mehr als ein einiges Stockwerckhoch/ unddarnesden fast eitel Vorrats-Cammern seind / woselbst die Waaren vor dieSchiffe/sovonLißbona absegeln wollen/auffbehaltenwerden. DieserOrt versorgt die Schiffe noch überdas mit einem überauß stattlichen süs-ftn Wasser/das man lange Zeit über auff dem Meer erhallen kan.
Das Closter an sich sechsten/welches das Königliche Hauß erbauenundmitÄnkünfften versehen/ wirdvon den Ordens- Persohnen deß H.
bedienet/ die Kirch ist gewaltig alt/und in Form eines Creu-tzeS/überdiemassenlang undbr.it; derTag fällt ihr durch sehrviel Fen-ster hinein/so sie mit den andern Kirchen in Portugal / die man heut zu-tag zu bauen pflegt / alldieweiln in dieselbige / wann sie schon gar gegenNorden ligen/nurdaß sie der Sonnen-Hitzenicht allzusehr möchten un^terworffen seyn / wenig Taglöcher gesetzet werden/ gantzungemein hat.Es empfängt diese Kirch ferners eine fast gantzabsondcrlicheOpffergabe/sintcmahln/auff einen jedwedern vorbeygehenden Tag/an dem die Son-ne nicht in die Stadt itßbona geschienen/die Stadt Tomar verpflichtetist/der Königin ein Schaaff zu überschicken/ die solches alsdann/als einHeiliges Meß Opffcr/gedachter Kirch Belem zukommen last.
Auß den beyden Thüren durch die man hineingehen kan / ist diejenigewelchegegen dem Fluß Tago ligt/ sehr flcissig gearbeitet. Der hoheAltar stehet zu alleräußerst der Kirchen/ in emcr grossen Capellen/die auchan statt deß Chors gebrauchet wird; und hat in der dicken Mauren/ zubeyden feiten drey grosse von oben her gewölbte Einfchiilssungkn/ in derenjedwedern ein von weiß und schwamm Marmel eingemaurtes Grab/das auff Elephanten von schwartzcm Marmerstein gesetzet/ dicmitklei-nen Toscanischen Säulen von einander geschieden/zu sehen ist. Zu Endeeines jedwedern überzwerchen Creutzes der Kirchen/befinden sich noch überdiese unterschiedliche andere Grabmähler von Schreiner-Arbeit / die allemit schwartz-und weissen Thron-Himmeln bedecket/und zu keiner andernZeit / alswann man einen Köniz/oderandere FürstlichePersohn / dieauß Königlichem Geblüt entsprungen/beyzusetzen pflegt/ verändert wer,den. Unter der Kirch seind auch noch etliche Gewölber/in denen die Lcich-nähme vieler verstorbenen Könige beygestellet worden-
DerCreutzgang deß Closters/ist rings umher mit doppelt übereinan-der stehenden bedeckten Gängen / welche einen platten Boden in sich be-
greiffen/