Von Lu k. Op ä.
großen Überfluß. So wird über dieses alles auch die Spanische Wolle sehrhochgehalten/ und fihet man allenthalben eine ungläubliche Menge HeerdenViehes /die mit einer umb so viel desto gröHern Freyheit inden Feldern ihre Nah-rung suchen / als der meiste Theil derselben nicht gehauen wird; man hältzugleich viel aufdiepferde die auß demKönigreich Andalusienkommen und ge-sühnt werden.
Keine eintzige Nation ist auf dem gantzm Erdboden / die den Hoffarchmehrer lieben / und aufgeblasener als eben dte Spanische sein solte. Die erhal-
tenenSiegeundinvorigemseculoerobetteniändermidStädtenebensderEnt-
deckung deß Orientalischen Indiens/haben verursacht / daß ste gantz Vralerischund Ruhmräthtg worden.
Die Spanier/als welche einer mittelmäßigen ietbs, Statur/schwarzbraunen AngefichtS/ mäßig/ sehr from und auffrichtig/ und sich wenig umbdie Künste bekümern/seind dermaßen unarbeitsam/daß sie auch vielmehr einehäusliche Armuth und trägheiteinem guten glücksZustandt der sie etwa einigeMühe und Arbeit kosten dürßte/vorziehen sollen. Die meisten auß denjenigensosichnachJndienbegeben/werden allein/ oder aus Ehrgeitz/ umbeinundandere Charge zubeereuen/ oder umb einen sichern Ort ihrer verübten Miß.Handlungen halben daselbst zusuchen/darzu getrieben. Sie erzeigen sich gegendem Frauenzimmer uber diemaßen hößlich/und gleich wie sie ihren iiebs-toßungen täglich nachstreben / und sich eusserstcns bemühen bcy diesemboldsciigen Geschlecht anzukommen/als halten sie auchumbso viel desto mehrsolchihre erhaltene Siegein geheim / und entdecken ihr wohlzewogencs Glü knicht im geringsten. Sie fragen nichts nach dem Studieren/ und wannman die Theologi heraußer zieht/ so ist keine Wißcnschasst in derer sie etwassonderbares prästirten / obwohln sich bey ihnen unterschiedliche berühmteUniversitäten befinden. Die Schiffarth aufoie sie sich mit gutem vertheil le^
gmlsidaseintzigeStückihrerrühmiichen Verrichtungen/undmMngt ihnen
diescibtgltichwohl bißweilen in den See treffen. p ^ , n
Die überauß großen Colonien oder Planß-Völcker/so die Spanter inIndien geschickt/haben das gantze iand fast in eine lauter emödc verwählt -simemchln sie vor das Gold/'das sie daraußztehen/ ihre besten Volcker darümenverzehren und aufzureiben pflegen.
Diese Nation warvor Zeiten weit Kriegerisch, und streitbarer/ alsstesich heuuzstags erzeiget/ihre Jnsanteri oder Fuß-Volck wird noch zimlich ästt-
miret, dieReuterey aber wenig geachtet / ob sie schon sehr vorthetlhagtiamPferdt zu sitzen weiß/und beritten ist. >
Die Papistische Religion ist dte einige / so das gantze Königreich beken.nel - Es befindet sich auch eine Inquisition oder Collcgtum der Ketzermeistergleich wie dasjenige in Pormgali, von dem wir hiermächst etwas meldenwerden / darinnen.
Vierdeer Theil. . Bb Die