Druckschrift 
Vierter Theil (1685) Welcher in sich enthält Das Alte und Neue Europa ...
Entstehung
Seite
89
Einzelbild herunterladen
 

vönLuk 0 l> ä.

chcr Massen die Warheltgcsparct/ sintemahln ein solches und vielandersdergleichen mehr/sich nicht also befindet/ in dem das Recht der Erbschafftnach den Staffeln der Blutfreundschaffe, än-

dern auch den Griechen zuaelallw wann sie nur dem Groß^ Herrn dreyvom Hundert/bißweilen auch mehr oder weniger /in einer jegltchen Ver-lasscnschafft zu bezahlen pflegen: und damit die Unterthanen solch Rechtdesto ebenver überkommen möchten/ als hält sich in allen Städten deß-halben ein Türckischer Bedienter auf/welcher Beit-Elmal Emini genen-net wird; Auß diesem kan also ersehen werden/ daß die Türckische 0^

oder Haußhaltung nicht nur allein indem besiehe/und eingerich-tet seye/ wie sie nemlich Geld und Gut zusammen samlen / sondern auchwie sie ihren Grund und Boden mein Auffnehmen bringen möge. Dievornemstcn KauffmansWaaren/ so auß dem Land hinweg gefiihret wer-den / siind Seiden/Baumwollen und Oehl.

Die Türcken seind über das/ wann sie sich auff dem vesten Landbefinden /sireitbarund einesgantzunerschrockenen Gemüths/ und füh-ren den Krieg mit eben solch guter Vorsichtigkeil als auch Mulhigkeit/welches mit der Insel Candien kan erwiesen werden; Auff die Seefahrtaber verstehen sie sich gar wenig / und scheinen auff dem Meer gewaltigzagdasstig zu seyn. Ihre Truppen bestehen theils auß Zanitscharen/wel-che Tribuths Kinder seind/undzu fuß dienen; theils auß Spähen/ dieihre Reutereyformiren/ und dann auß Zaims oder Timarwten / so diegantze Lebenszeit über ein und ander Land mit diesem außdrücklichen Be-ding besitzen/ daß sie auff ihre eigene Unkosten/wann es der Groß-Fürsthaben will/ sich zu Feld begeben müssen. Die Timarioten haben weni-ger Einkommens als dieZaimS / und seind voneinandergletch wie einCommcnlhur oder Mallhesischer Ritter / von einem Ober- Prior/unter-schieden.

Der Türckische Gottesdienst und Glauben ist derjenige/welchender Mahomer ihnen vorgeschrieben/ und derin dem Alcoran weitläuffligenthalten und gefunden wird: Sie beten einen einigen Gott an/ erken-nen den Mahomet vor seinen Abgesandten / und halten Christum denHErrn vor einen grossen Propheten. Sie lassen sich im eilff-oder zwölff-ten Jahr bescheiden. Sie halten jährlichen einen gantzen Monat übereine sehr sirenge Fasten/die sie Ramadan nennen. Man verbieth ihnenauch Wck,/Schweinenfieisch/nebens nochetlich andern Thieren/welchesie vor unrein halten/ und schreibt ihnen alle Tage fünffGlbette vor / diesie zu ungleichen Stunden verrichten sollen. Sie semd verbundcn,ihregantze Lebmszeit übecMr einmal nach Mecha zu reysen / oder einen an-dertnnichrcmNahmen dahinabzuschicken.

^SieglaubeN/daß deß Leibs Unremigkeitchie Seele bestecke/ und da-m I e. ein solch Laster wieder außbüssen möchten/ wann sie zuvor derna-türVyen Nothwendigkeit ihren freyen Lauff gelassen / so waschen sie sichdMufmitWasser/oder rechen sich an statt desselbemmitSand oderErde.

VierdterTdeil. M Die