Druckschrift 
4 (1857)
Entstehung
Seite
331
Einzelbild herunterladen
 

331

zerstört, worauf die Papenheimer in dem benachbarten WarburgBurgrecht nahmen. In einem Kaufbriefe von 1297 kommen alsZeugen vor: Raveno de Papenbeim et suus filius Raveno, Herman-nus Marscalcus, Henricus de Mederike, Raveno, filius junioris Ra-venonis, Militis, I). de Lovene. Die Familie war schon damalsreich hegiitert und schied sich frühzeitig in drei Linien, welche sich,unter Beibehaltung des gemeinschaftlichen Stammwappens, nach denBurgen Canstein, Kochelnbcrg und Papcnheim nannten. Die letztereLinie, deren Stammsitz später Liebenau am Diemelslrome wurde,führte allein, während die beiden ersteren Linien die Namen ihrerSchlüsser Canstein und Kochelnherg annahmen, den Namen Papen-heim fort, und es wird aus derselben Johann v. P. mehrfach ur-kundlich erwähnt; so in einem Vertrage mit Johann v. Nym, wegenBegehung eines Altarlehens zu Warburg, vom Urbanitage 1360. Der-selbe bat sich auch, wie Kuchelbecker (a. a. 0.) angieht, in einemvon den Herren v. d. Malsburg errichteten Testamente als Zeugeunterschrieben. Von dem jüngeren Bruder desselben, Herbold,welcher mit denen v. Westerburg Liebenau zu gleichen Theilen bc-sass und 1347 urkundlich strenuus miles genannt wurde, stammenalle jetzt noch lebenden v. Pappenheim ab, und es beginnt auch mitdemselben das fortlaufende Stammregister aller jetzt noch lebendenGlieder dieses auch zur kurhessischen Ritterschaft zählenden Ge-schlechts. Der Enkel desselben, Burghardt (L), befehdete 1423 dieStadt Mühlhausen, und der Sohn des Letzteren, Burghardt (II.),welcher noch 1483 vorkommt, erhielt vom Hochstifte Paderborn dieandere Hälfte des Schlosses Liebenau als Mannslehen. Nach seinemTode Iheilten sich die drei Sühne so in das väterliche Erbe, dassChristoph Liebenau, Friedrich Stammen und Jürg Gladebeck nahm,und so drei neue Linien des Geschlechts entstanden. Die LinieLiebenau schloss 1718 Alexander v. P., nachdem die Linie Glade-beck schon 1632 mit Adam v. P. ausgegangen war, und es blühtsomit jetzt nur noch die Linie Stammen. Aus dem Hause Lie-benau war übrigens die Familie im 17. Jahrhunderte auch nachDänemark gekommen und hatte sich in diesem Lande ausgebreitet.Auch blühte noch bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein nunerloschener Zweig des Geschlechts zu Wölfersheim in der Wetterau,welcher mit dem bekannten Frankfurter Patriciergeschlechte derFreiherren v. Glauburg (Bd. III. dieses Werkes, S. 165 und 166)mehrfach verschwägert war und zu welchem der Frankfurter OberstTheodor Wilhelm v. P., gest. 1764, gehörte. Dass die hier bc-