D I E WAPPEN DER DEUTSCHEN FREUIERRMGHEN UNI) ADFLIGEN FAMILIEN IN GENAUER, VOLLSTÄNDIGER UND ALLGEMEIN VERSTÄNDLICHER BESCHREIBUNG, MIT GESCHICHTLICHEN UND URKUNDLICHEN NACHWEISEN. VON DK.V1 VERFASSER DES WERKES: „DEUTSCHE GRAFENHÄUSER DER GEGENWART." [ tvW^Ä "KiArtAhÄclv VIERTUR RAN». LEIPZIG, T. 0. WEIGEL. 18 5 7. Ü I E WAPPEN DER DEUTSCHEN FREIIIERRLICIIEN UM) ADELIGEN FAMILIEN IN GENAUER, VOLLSTÄNDIGER UND ALLGEMEIN VERSTÄNDLICHER: BESCHREIBUNG. VORWORT. Unter dem Wunsche, dass auch der vierte Band dieses Werkes von Kennern und Freunden der Heraldik, der Genealogie und der Geschichte des deutschen Adels so freundlich aufgenommen und so wohlwollend beurtheilt werden möge, wie die drei ersten, in den Jahren 1855 und 1856 erschienenen Bände aufgenommen und beurtheilt worden sind, übergebe ich jelzt die Fortsetzung meiner Arbeit der Oeflentlichkeit, und ich freue mich, dass durch diesen neuen Band der Kreis der abgehandelten Familien abermals bedeutend erweitert worden ist und dass so das Werk selbst für Gegenwart und Zukunft immer brauchbarer wird. Durch die besondere Güte des Herrn Pastor Bagotzky, welche ich schon im Vorworte zum dritten Bande gebührend zu rühmen suchte, ist es mir möglich gewesen, aus den grossen Sammlungen von Ilandzeichnungen und bandschriftlichen Notizen desselben in meine Arbeit des Neuen und Wichtigen viel aufzunehmen, wie namentlich ein Blick auf die in diesem Bande besprochenen Ritterstands-Familien des österreichischen Kaiserthums ergeben wird. Auch hat Herr Canzleirath D. Freiherr v. Bollog mich mit weiteren Nachrichten (Iber Frankfurter Familien erfreut, und Herr Finanz- Revisor Schmalbruch in Braunschweig mich in den Stand gesetzt, über mehrere Adelsfamilien des Herzogthums Braunschweig genaue Nachrichten gehen zu können. Zu wie grossem Danke bin ich den genannten Herren verpflichtet! Möchte ineine Arbeit sicli in immer grösseren Kreisen Bahn brechen. Leipzig, im August 1857. Der Verfasser. v. Abel, Ritter. Scliilil geviert: 1 und 4 in Gold drei (2 und 1) schwarze Bärentatzen; 2 und 3 in Blau ein aufrecht gestelller, goldener Anker. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Ilelm trägt einen die Sachsen einwärtskehrenden, halbgeschlossenen, goldenen Adlersflug, dessen vorderer, rechter Fliigel mit einer Bärentatze, wie die im 1. und 4. Felde, belegt ist, und der linke den Anker des 2. und 3. Feldes, zwischen zwei Büffelshürnern, von welchen das rechte von Schwarz und Gold, und das linke von Gold und Blau quergetheilt ist. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden, und die des linken blau und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 117. — v. llellbach, I. S. 49. Oesterreich. Ignaz Abel, Kauf- und Handelsherr zu Brünn, wurde vom Kaiser Joseph II., 13. Januar 1781, in den erbländisch- österr. Ritterstand erhoben. v. Aderkas (Aderkasz). Im goldenen Schilde auf grünem Berge ein zum Fluge nach der rechten Seite sich erhebender, schwarzer Adler. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher drei Straussenfedern, schwarz, golden, schwarz, trägt. Die llelmdecken sind schwarz und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Zedier, Suppl., I. S. 520. — v. Hellbach, I. S. 53. — Manstein, Ober- und Niedersächs. Adelslexicon, Heft 1. S. 4. — N. Preuss. Adelslexicon, I. S. 82 und 83. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 3. iv. 1 2 Preusscn, Russland, Saclisen. Ein aus Dünemark aus dem Hause Kervcl stammendes Adelsgeschlecht, welches 1717 in der Neumark mit Slolzenlelde im Arnswalder Kreise begittert wurde, und dieses Gut, welches auch Gundling, Anhang, S. 60, nennt, noch 1751 besass. Mehrere Glieder der Familie traten in die k. preuss. Armee und kämpften in den Heeren des Königs Friedrich II. Andreas Otto v. Aderkasz, Major im k. preuss. Regimente v. Bevern, wurde 1760 in der Schlacht bei Torgau schwer verwundet, und ein Lieutenant v. A. im v. Bonin'schen Dragoner-Regimente blieb 1745 in der Schlacht hei Kesselsdorf; auch kommt der Name der Familie mehrfach später in den Listen der k. preuss. Armee vor. Eben so standen Söhne des Geschlechts in k. russ. Kriegsdiensten, von welchen besonders in den ersten Decennien dieses Jahrhunderts Heinrich v. A., k. russ. General-Lieutenant, bekannt geworden ist. Um die ebengenannte Zeit lebte auch in Sachsen ein Superintendent v. Aderkas. Soviel bekannt, ist mit Carl v. Aderkas, k. preuss. Major a. D., welcher 28. März 1843 im 76. Jahre zu Herrnhut starb, das Geschlecht erloschen. v. Aichelberg (Aichler v. Aichelberg). Im schwarzen Schilde ein mit vier Wurzeln ausgerissener, oben abgehauener, und unten, rechts, wie links, geasteter, goldener Eichen- stamm mit zwei goldenen Blättern und zwei dergleichen Eicheln. Die Eicheln hängen über den geasteten Stellen des Stammes, die eine rechts, die andere links herab, und über jeder Eichel steht ein Blatt. Auf dem Schilde erhebt sich ein gekrönter Helm, aus welchem der Eichenstamm des Schildes aufwächst. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Siebmacher, IL 48: v. Eychler, Schle- sisch. — Sinapius, I. S. 235 und II. S. 501. — Gauhe, I. S. 7 (nach Sinapius). — v. Ilellbach, I. S. 55 und 56. — Freih. v. Ledebur, I. S. 5. Preussen. Sigismund Wolf und Christian Aichler wurden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit dem Prädicate v. Aichelberg in den Adelstand erhoben. Dieselben werden von Sinapius als Sigmund Wolf und Christian Aieliler, „hernach v. Aichelberg genannt", auf Weidenholtz (Weidenbach) im Bernstadt'schen, 1654, aufgeführt, und es wird hinzugesetzt, dass Letzterer herzogl. würl- 3 Icmb.-ölsischer Rath geworden sei und dann Bottendorf (ßothen- dorfj und Osterwien (Ostrowine), 1694 aber Bogesellütz (Bogschütz) liesessen habe. 1736 lebte, nach Gauhe, Hans Sigmund v. Aichelberg, Herr auf Ober-Wiednikowe im Kreise Miliisch, und zwar mit Kindern beiderlei Geschlechts. — Ernst Sigmund v. A. starb als k. preuss. Fähnrich im Juni 1786, und derselbe dürfte, wenn nicht der Letzte, doch einer der Letzten des Geschlechts gewesen sein. v. Aicherau, Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein einwärts gekehrter, silberner Lüwe, welcher in den Vorderpranken einen sechsstrahligen, silbernen Stern hält; 2 und 3 in Roth ein auf einem, aus dem Felderfusse hervortretenden, halben, drei Speichen zeigenden, goldenen Rade stehender, einwärts gekehrter, weisser Vogel (Taube). Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst ein einwärts sehender, schwarzer Adler, und aus dem linken der Löwe des 1. und 4. Feldes mit dem Sterne in den Vorderpranken empor. Die Decken des rechten Helmes sind blau und silbern, und die des linken roth und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungs-Band, S. 117. — v. Hellbach, 1. S. 56. Oesterreich. Johann v. Aicherau, steyrisch-kärntnerischer Gubernialrath, wurde vom Kaiser Franz 1. von Oesterreich, 6. Oct. 1808, in den erbländisch-üsterreichischen Ritterstand erhoben. Aichinger v. Aichstamm. Schild von Gold und Schwarz der Länge nach getheilt mit einem grünen Dreiberge, auf welchem ein abgehauener Eichenstamm steht, welcher zwei ineinander gewundene Aeste mit Eicheln und Blättern, jeden mit drei Eicheln und fünf Blättern, und Alles von natürlicher Farbe, treibt. Der aus der rechten Seite des Stammes hervortretende Ast windet sich aus der rechten Hälfte des Schildes in die linke, und der aus der linken Seite des Stammes kommende Ast aus der linken Schildeshälfte in die rechte. Von den Eicheln l * 4 stellt an jedem Aste eine oben und die zweite in der Mitte des Schildes, beide einwärts, die dritte aber, in der Nähe der zweiten, kehrt sicli auswärts. Aul' dem Schilde erheben sich zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den Dreiberg des Schildes mit dem Eichenstamme und den beschriebenen Aesten desselben, und aus dem linken Helme wächst ein vorwärts sehender Mann mit einem grünen Kranze auf dem Haupte empor. Derselbe trägt goldene Kleidung, welche mit einem schräglinken, schwarzen, mit drei unter einander stehenden, goldenen Eicheln belasteten Balken belegt ist, schwingt in der Rechten ein Schwert nach oben und links, und setzt die Linke in die Seite. Die Decken beider Ileline sind schwarz und golden. — Wappenbuch des Königr. Bayern, X. 11. — v. Heiner, II. 71 und S. 66. — Das Stammwappen giebt Siebmacher, V. 222: Die Aichinger v. Aichstamb, Regensburgische Patricier, und nach Siebmacher theilt dasselbe v. Hefner (a. a. 0.) mit. Im goldenen Schilde erscheint ein schräglinker, schwarzer Balken, welcher mit drei unter einander stehenden, goldenen Eicheln belegt ist. Auf dem Schilde steht ein mit einem schwarz-goldenen Wulste bedeckter Helm, aus welchem ein vorwärts sehender Mann mit grünem Kranze auf dem Kopfe emporwächst. Derselbe trägt goldene Kleidung mit schwarzem Kragen und schwärzen Aufschlägen, welche mit dem schräglinken Balken des Schildes und den drei Eicheln belegt ist, hält in der Rechten eine goldene Eichel empor und stemmt die Linke in die Seite. Die Helmdecken sind schwarz und golden. Bayern. Eine in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern, 3. Nov. 1824, eingetragene Adelsfamilie, welche aus einem alten, angesehenen Patriciergeschlechtc der Stadt Regensburg stammt und zu Ende des vorigen Jahrhunderts, wie v. Hefner angiebt, unter Vermehrung des Wappens, eine Bestätigung des alten Adels erhallen hat. — Die Familie ist, wie die im nachstehenden Artikel besprochene Familie Aichinger v. Blümberg, von den vielen gleichnamigen Adelsfamilien ohne und mit Prädicat wohl zu unterscheiden, so z. B. von den Familien Aichinger v. Aichburg, A. v. Aichenhain, A. v. Aiching, A. v. Aiclislain etc. Wappen und Prädicate werden diese Unterscheidung leicht ermöglichen. 5 Aichinger v. Blümberg. Schild durch eine aus dem linieren Scliildesrande bis an den oberen aufsteigende, gebogene Spitze gctbeilt, dreifeldrig: 1 (recbls) in Silber auf griinem Boden ein vorwärts seilender, blau gekleideter Ungar mit goldenen Kragen und Aufschlägen und mit blauer Mütze, welcher in der Beeilten ein Schwert nach oben und einwärts schwingt und die Linke in die Seile setzt; 2 (links) in Grün zwei schrägrechte, silberne Balken und ein aus dem linken Bande der Spitze in das Feld hineinwachsender, halber, schwarzer Adler, und 3 (in der Spitze) in Gold ein grüner Dreiberg, aus welchem, zwischen zwei fünfblätterigen, rothen Bosen an zweiblätterigen Stengeln, ein grünbelaubter Baum emporwächst. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen rechter, goldener Flügel mit einem blauen, der linke grüne Flügel mit einem silbernen Querbalken belegt ist, der Ungar des 1. Feldes mit dem Schwerte aufwächst. Die lleimdecken sind rechts blau und golden, und links grün und silbern. — Wappenbuch des Königr. Bayern, IV. 57. — v. Hefner, II. 71 und S. 66. — Me- gcrle v. Mühlfeld, Ergänzungs-Band, S. 232. — v. Ilellbach, I. S. 57. Oesterreich, Bayern. Johann Michael Aichinger, Bürgermeister zu Hall in Tirol, wurde vom Kaiser Carl VI., 1740, mit seinem Bruder, Franz Leopold A., in den Adelstand erhoben. Aigner v. Aigenbofen. Schild geviert: 1 und 4 von Schwarz und Gold quergetheilt mit drei (2 und 1) Kugeln von gewechselten Farben; 2 und 3 in Roth auf grünem Dreiberge ein silberner Thurm mit Thor, zwei neben einander stehenden Fenstern und drei Zinnen, aus welchem ein Speer, zwischen zwei grünen Eichenzweigen, jeder mit zwei Eicheln, aufsteigt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Dreiberg mit. dem Zinnenthurme des 2. und 3. Feldes, ganz wie derselbe, mit Speer und Eichenzweigen, beschrieben worden ist, zwischen einem offenen Adlersfluge trägt. Der rechte Flügel des letzleren ist schwarz und mit einem goldenen Querbalken belegt,, welcher mit einer schwarzen Kugel belastet und oben und unten von einer goldenen Kugel hegleitet ist, der linke Flügel aber 6 ist rotli und mit einem silbernen Querbalken belegt. Die llelin- decken sind rechts schwarz und golden, und links roth und silbern. — Wappenb. d. Künigr. Bayern, IV. 58. — v. Ilefner, II. 71 und S. 66. — Megerle v. Mühlfeld, Ergzsbd., S. 232. — v. Hellbach, I. S. 57. Oesterreich, Bayern. Franz Ignaz Aigner, oberösterr. Ilofkammer-Ralhsprotocollist, wurde vom Kaiser Carl VI., 26. Oct. 1734, mit dem Prädicale: v. Aigenhofen, in den Adelstand erhohen. Die Familie, welche, als Bayern im Besitz von Salzburg sich befand, dem bayerischen Adel einverleibt war, ist durch das Prädicat und das Wappen von den Adelsfamilien Aigner v. Löwentreu und Aigner v. Zellhausen leicht zu unterscheiden. Allmayr v. Allstern, Ritter und Edle. Schild mit Schildeshaupte. Im breiten, blauen Schildeshaupte drei neben einander stehende, sechsstrahlige, silberne Sterne, und im rothen Schilde auf erdigem Boden ein rcchtsgekchrter, weisser Schwan, welcher im Schnabel einen goldenen, vorn mit einem Steine besetzten Bing hält. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Ilelme. Der rechte Hehn trägt einen die Sachsen einwärtskehrenden, halb geschlossenen, blauen Adlersflug, dessen vorderer, rechter Flügel mit einem Sterne, wie die im Schildeshaupte, belegt ist, und der linke Helm den Schwan des Schildes mit dem beschriebenen Hinge im Schnabel. Die Decken des rechten Helmes sind blau und silbern, und die des linken roth und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Leupold, I. 1. S. 16. — Megerle v. Mühl- fehl, S. 96. — v. Hellbach, I. 161. Oesterreich. Johann Anton Allmayr, Doctor der Rechte und Hof- und Gerichtsadvocat, wurde vom Kaiser Franz I., 7. Jan. 1764, wegen seiner Erfahrung in Justizsachen, mit dem Prädicate: Edler v. Allstern, in den erblündisch-üsterr. Ritlerstand erhoben. 7 v. Alnbeck (Allnpeck). Im silbernen Schilde der Mals und Kopf eines rechtssehenden, schwarzen Adlers. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Adlerskopf und Hals, wie im Schilde, trügt. Die Helui- decken sind schwarz und silbern. Mit den erwähnten Farben, und wie beschrieben, giebt Manstein, Heft 1. S. 10, das Wappen, fügt aber hinzu, dass früher auf dem Helme eine weisse Mütze geführt worden sei, Paul v. Alnbeck aber anstatt derselben 1500 die Krone auf den Hehn erhalten habe. — Siebmacher giebt zwei Wappen des Geschlechtes, das eine, I. 157, mit dem Namen: v. Aelmbeck unter den Meissnischen, das andere, I. 83, mit dem Namen: v. Aln- bach unter den Bayerischen. In beiden ist der Schild schwarz, das Wappenbild aber golden, und die Helme sind nicht gekrönt, sondern im ersteren Wappen steht der Adlerskopf und Hals auf einem schwarzen Hute mit weissem Stulpe, auf letzterem nur auf einem schwarzen Stulpe. Die „Declaralion" sagt wörtlich in Bezug auf das Wappen der meissnischen Familie: ein schwarzer Schild, der Adlerskopf darin gelb, unten roth, auf dem Helme ein schwarzer Hut mit einem weissen Stülp, der Kopf gelb, die Hehndecke schwarz und gelb; und in Bezug auf die bayerische Familie: ein schwarzer Schild, der Adlershals darin gelb, auf dem Helme desgleichen, der Stülp schwarz, die Helmdecken schwarz und gelb. — Abdrücke von Petschaften ergeben die Farben nicht. Ein Teclur- siegel vom Jahre 1552 mit der Unterschrift: Peter v. Alnpeck hat keinen Schild, sondern zeigt nur den Hehn mit Schmuck und Decken. Auf dem Helme liegt ein Hut mit Aufschlage. Der Hut ist oben rechts und links mit einem schrägen kleinen Kreuze besteckt und trägt den Hals und Kopf eines rechtssehenden Adlers, welcher zwischen den Buchstaben P und A steht. Ein anderes Tectursiegel, ebenfalls vom Jahre 1552, mit der Unterschrift: Joachim v. Alnpeck, ergiebt das Wappen mit Schild und Hehn. Im Schilde erscheint der Hals und Kopf eines rechtssehenden Adlers, und auf dem gekrönten Helme wiederholt sich das Wappenbild zwischen den Buchstaben I. A. Mit diesem zweiten Tectursiegel stimmt ganz der Lackabdruck von einein älteren Pclschafte mit der Aufschrift A. W. A L (wahrscheinlich das Petschaft des Wolf Adolph v. A., welcher um 1712 kursäehs. Oberst-Wachtmeister war). — Knauth, S. 478: v. Allnbeck. — Gauhe, I. S. 10 und 11: v. Alln- beck, Altbeck. — Eiler, Beiziger Chronik, Neue Aull., S. 504—510. 8 — D. Andreas Möller, Nachrichten vom Geschlechte der v. Alnpeck in Klotz und Grundig, Samml. zur süchs. Geschichte, II. S. 185 und 262. — v. Hellbach, I. S. 61 : v. Alnbeck, Allnbeck, Allnpeck, Altheck. — N. Preuss. Adelslexicon, V. S. 4. — Freih. v. Ledebur, I. S. 8. Sachsen, Preussen. Altes, sächsisches Adelsgeschlecht, welches früher mehrfach sehr verschieden, nämlich Allnbeck, Alln- bek, Allnpeck, Aelmbeck, Allheck etc., später aber meist Alnbeck oder Allnpeck geschrieben wurde. Dasselbe stammt ursprünglich aus Ungarn, und als Stammvater des Geschlechts wird Hans v. A., g\:b. 1379, gest. 1431, genannt. Ein Nachkomme desselben, Stephan v. A., gest. 1489, wendete sich um 1450 nach Sachsen und pflanzte die Familie fort, welche durch die Bergwerke zu Freiberg zu grossem Vermögen kam und reich begütert wurde, auch, wie Knauth angiebt, zu Freiberg eine besondere Begräbniss-Capelle halte. Zu Knauths Zeiten besass dieselbe noch Klein-Milkau etc., als frühere Besitzungen des Geschlechts werden aber von demselben aufgeführt: Lockwitz, Nicorn (Nickern), Tanneberg, Steinbach, Oberschaar, Waltersdorf, Gross-IIartmannsdorf, Langenrinne, Niederboberitzsch, so wie Geyersberg in Böhmen: ein deutlicher Beweis, da von Anderen auch noch die Güter Bieberstein, Jessnitz, Lauenstein etc., genannt werden, welche Schätze der Freiherger Berghau den Betheiligtcn lieferte. Der gleichnamige Sohn des oben genannten Stephan v. A. wurde 1489 Amtshauptmann zu Freiberg, und von den Nachkommen desselben, von welchen mehrere mit Anderen vom Adel im Bathe der Stadt Freiberg sassen, kommt Andreas v. A. 1537 als Rath des Herzogs Heinrich zu Sachsen vor. Später standen auch mehrere Sprossen des Geschlechts in der kursächs. Armee. Heinrich Wilhelm v. A. war 1712 kursächs. Capitain-Lieutenant der Cadets, und um dieselbe Zeit lebte der obengenannte kursächs. Oberst- Wachtmeister Wolf Adolph v. A. Später war die Familie um Beizig in der jetzigen Provinz Brandenburg begütert, und der Bittmeister August Christian v. A. besass in dieser Gegend noch 1740 das Gut Sandberg. Mit demselben oder bald nach ihm scheint das Geschlecht erloschen zu sein. 9 v. Altmannshofen. Im silbernen Schilde der abgehauene Hals und Kopf eines rechtssehenden, rothen Hirsches mit achtendigem Geweihe. Auf dem Schilde steht ein Helm, welcher den Hals und Kopf eines goldenen, achtendigen Hirsches tragt. Die Helmdecken sind roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. Die älteren Petschafte ergeben das Wappen, wie beschrieben, die neueren haben den Helm gekrönt, und die Geweihe zeigen theils zehn, theils auch mehr Enden, und zwar dann an beiden Stangen nicht in gleicher Zahl. — Siehmacher, 11. 100: v. Allmanshofen, Schwäbisch (ganz wie oben beschrieben), und III. 105: Die v.- Alpinanshoven, Ober-Pfälzisch (der Schild ist golden, der Hirsch, dessen Farbe nicht angegeben ist, sieht im Schilde und auf dem Helme, da die Abbildung des Wappens die erste in der dritten Reihe der erwähnten Tafel ist, links, im Schilde schlägt derselbe die Zunge aus, und die rechte Stange des Geweihes hat vier, die linke fünf Enden, während das Geweihe der Helmzier an jeder Stange fünf Enden zeigt. Der Helm ist gekrönt). — Val. König, II. S. 1—9 (auf der Abbildung, S. 1, ist das Geweihe des Hirsches im Schilde zehnendig, doch ist der obere Theil der rechten Stange vom Helme bedeckt, das Geweihe des Hirsches auf dem Helme aber zeigt an der rechten Stange vier, an der linken fünf Enden. Die Beschreibung des Wappens, S. 4, sagt: die Familie führt in einem silbernen Schilde einen rothen, abgehauenen, achteckigen — soll wohl heissen: achtendigcn — Hirschhals. Aus dein adeligen Turnierhelm erhebt sich ein dergleichen goldener und die Helmdecken sind roth und silbern). — Estor, S. 325 (beschreibt das Wappen wörtlich wie Val. König). — v. Meding, III. S. 5 und 6 (nach einem Petschafte, welches die Geweihe achtendig ergab, nach Siebmacher, II. 100, mit der Angabe, dass die Geweihe breit wären und denen des Tannenhirsches glichen, und nach Val. König und Estor. Letzterer kommt übel weg, dass er in Bezug auf den achteckigen Hirsclihals Val. König nicht verbessert habe). — Knauth, S. 478. — Gaulie, I. S. 17 und 18. — v. Hellbach, I. S. 63 und 64. — Manstein, Heft 1, S. 14. — Freih. v. Ledebur, I. S. 9. Sachsen, Preussen. Altes, ursprünglich schwäbisches Adelsgeschlecht, dessen gleichnamiges Stammbaus im jetzigen Donaukreise des Königreichs Württemberg liegt, und welches im 15. Jahrb. in einem Zweige nach Preussen und in einem anderen Zweige nach 10 Sachsen kam. In Schwaben blühte die Familie schon im 13. Jahrh underte. Ilenricus v. A. wird von Crusius, Annal. Suev. III. p. 73, um das Jahr 1250 genannt, und ßucelini fängt die ordentliche Reihe des Geschlechts mit dem Jahre 1290, in welchem Ilenricus noch lebte, an. In Preussen war Heinrich v. A. von 1483—1487 Pfleger zu Preuss.-Eylau, und von 1492—1495, sowie 1501 Pfleger zu Tapiau, während derselbe von 1487—1490 als Oberster Compane des Hochmeisters und von 1495 — 1499 als Comthur zu Ilagnit vorkommt, und Bertold v. A. wird von 1511—1513 als Pfleger der Ordensburg Orteisburg aufgeführt. Wie Freih. v. Ledebur (a. a, O.) vermuthet, ist der preuss. Zweig schon im 16. Jahrb. ausgegangen. — Was den sächsischen Zweig anlangt, so stiftete denselben Berthold v. A., welcher gegen Ende des 15. Jahrhunderts aus Schwaben an den Hof des Kurfürsten Friedrich III. (des Weisen) von Sachsen kam und Ober-Mundschenk wurde. Der genannte Kurfürst belehnte denselben, welchen er ausdrücklich seinen Schenken nennt, in seinem Testamente von 1517 mit den Gütern Commichau, Zschirla und Zollwitz, welche durch den Tod des Hans v. Scheinberg dem Kurfürsten heimgefallen waren, und der Sohn des genannten Berthold, Berthohl II., brachte noch die Güter Hausdorf und Colhnen an sein Geschlecht. Von diesen Angaben, welche Manstein wohl aus guten Quellen gemacht hat, weichen Val. König und Gaulle mehrfach ab. Erslerer sagt, ßerlhold 1. (George Berthold) sei Oberschenke am Hofe des Kurfürsten von Sachsen, Johann des Beständigen, gewesen, habe von demselben Hausdorf erhalten und später Zschirla gekauft, Gauhe dagegen führt an, dass ßerthold (I.) durch das Testament des Kurfürsten Friedrich III. von Sachsen Hausdorf bekommen, und der gleichnamige Sohn, Berthold (II.), Commichau, Zschirla und Zollwitz an sein Geschlecht gebracht habe, was hier nur angeführt ist, da Val. König und Gauhe noch jetzt die gewöhnlichen Quellen sind, an welche sich Viele halten. Durch den Enkel Bertholds IL, Ilans v. A., wurde der Stamm in Sachsen, so viel bekannt ist, bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts fortgesetzt. Um diese Zeit, oder bald nachher, ist aber nach Allem auch in Sachsen das Geschlecht erloschen. 11 v. Amerongen Taels v. Amerongen, Freiherren. Im silbernen Schilde ein rollier Querbalken. Auf dem Sehilde steht ein Helm, welcher einen rechts gekehrten, silbernen Rumpf, auf der Mitte der Brust mit einem rothen Querbalken belegt, trägt. Die Ilelmdecken sind roth und silbern. — v. Ilefner, Lief. 18 oder Bd. II. Heft 8, Adel des Herzogthums Nassau, 5 und S. 4 (der Abbildung nach ist der Rumpf auf dem Helme der eines rechtssehen- den Mädchens). Herzogthiuri Nassau, Hessen. Niederländisches Adelsgeschlecht, welches in Hessen begütert und in Nassau bedienstet ist. v. Anders (Anders v. Knorr). Schild golden eingefasst und der Länge nach getheilt: rechts in Gold ein rother Krug (Vase, Morser) mit zwei Henkeln (Knorr), links in Silber ein an die Theilungslinie des Schildes angeschlossener, golden bewehrter, halber, schwarzer Adler, dessen Flügel mit einem goldenen Kleestengel belegt sind. Auf dem Schilde steht ein Helm, welcher, zwischen zwei blauen Büffelshörnern einen rechtssehenden, golden bewehrten, schwarzen Adler trägt. Die gesamm- ten Helmdecken sind blau. — Abdrücke von Petschaften. — Wappen!). d. Preuss. Monarchie, II. 72: v. Anders. — v. Hellbach, I. S. 68. — N. Preuss. Adelslexicon, I. S. 114, und III. S. 4. — Freih. v. Ledebur, I. S. 12 und 13. Preussen. Die Gebrüder Friedrich Wilhelm Sigismund Anders und Ernst August Leopold Anders, Stiefsöhne des k. preuss. Hauptmanns v. Knorr, welcher 1812 als Major a. D. starb und zu der alten thüringischen und eichsfeldischen Familie v. Knorr, die später sich namentlich in Curland ausgebreitet hat, gehörte, wurden vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 6. Juli 1798, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben, und zwar nach einigen Angaben unter dem Namen v. Anders, nach anderen unter dem Namen Anders v. Knorr. Der ältere dieser Brüder stand früher in dem k. preuss. Regimente Gr. v. Wartensleben und lebte später zu Thielau hei Steinau in Schlesien, der jüngere aber war 1835 Capitain und Führer des 2. Aufgebots bei dem 18. k. preuss. Landwehrregimente. — Der Name der Familie kommt mehrfach in den neueren Listen der k. preuss. Armee vor. 12 v. Angern. Schild von Silber und Schwarz quergetheilt mit zwei in das Andreaskreuz gelegten, unten pfeilartig gefiederten, oben nach aussen gekrümmten Haken von gewechselten Farben. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Schwarz und Silber sechsmal gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher, zwischen einem zwölfendigen, goldenen Hirschgeweihe, die beschriebenen, unten gefiederten Ilaken des Schildes trägt. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Siebmacher, 1. 172: v. Aengcrn, Sächsisch (ganz wie oben angegeben. Die „Dcclaration" sagt: ein schwarz und weiss abgetheilter Schild, die Hakenpfeile darin an solcher Farbe abgewechselt. Auf dem Helme die Hirschhörner gelb, die Hakenpfeile schwarz und weiss ahgelheilt, wie im Schilde, und der Bausch und die Hehndecken auch schwarz und weiss). — Man- stein, S. 24 (gieht den Schild von Blau und Weiss quer getheilt und die Hakenpfeile oben blau und unten weiss an: eine Angahe, welche unstreitig darauf beruht, dass, wie übersehen wurde, Siehmacher in der ersten Ausgabe seines Wappenbuches das Schwarz mit den später für Blau gewöhnlichen Querstrichen bezeichnete). — Bucelini, II. S. 43. — Zedier, Suppl., I. S. 1464 und 1465. — Brüggemann, 1. 9. Ilauptst. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 115 (beschreibt das Wappen, wie folgt: zwei silberne, übers Kreuz gelegte Pfeile mit Widerhaken in einem in der oberen Hälfte weissen, in der unteren schwarzen Felde, so dass die Widerhaken oben im weissen Felde stehen. Auf dem mit einem Bunde bedeckten Helme ist dasselbe Bild zwischen zwei Hirschgeweihen angebracht). — Freih. v. Ledebur, I. S. 14 (nennt die Wappenbilder Angelhaken). Prelis seil. Altes, preussischcs Adelsgeschlecht, welches, einigen Nachrichten zu Folge, aus Dänemark stammen soll, doch sind die Urkunden der Familie im 30jährigen Kriege verbrannt, und es ist daher der angegebene Ursprung nicht ganz gewiss, wohl aber ergiebt sich aus dein Magdeburger Lehnsarchive, dass Cuno Calli Curt, der Stammvater aller späteren v. Angern, von welchem drei Sühne, Heinrich, Claus und Ahrend, stammten, sich um 1388 im Erzslifte Magdeburg ansässig machte. Als Stammhaus wird das Gut Angern im Kreise Wollmirstädt angenommen, und vom 15. bis in das 18. Jahrhundert erwarb die Familie im Magdehurgischen auch mehrere andere Güter, und wurde im 17. Jahrhundert in Pommern im Kreise Grimme, so wie im 18. und 19. Jahrhundert 13 in der Provinz Brandenburg im Kreise Züllichau-Schwiebus begütert. — Sprossen des Geschlechts haben mehrfach in k. preuss. Staatsund Kriegsdiensten gestanden, und Ferdinand Ludwig Friedrich v. Angern, welcher 1803 zum k. preuss. wirkl. Geh. Staats-, Kriegsund dirigirenden Minister hei dem General-Directorium stieg, starb 1S28 auf seinem Gute Silldorf bei Magdeburg. — Durch Töchter des Geschlechts ist Name und Wappen der Familie v. Angern in die Stammbäume der Familien v. Graevenitz, Byern, der Grafen v. Itzenplitz (Deutsche Grafenh. der Gegenw., I. S. 406) etc. gekommen. v. Anhalt. Schild geviert: 1 in Gold ein schwarzer Bär mit silbernem Halsbande, welcher auf einem schräglinken Schache von Schwarz und Silber in fünf Reiben, die obere zu sieben Feldern, nach oben und links schreitet; 2 in Roth zwei silberne Querbalken; 3 silbern damascirt, ohne Bild, und 4 in Silber ein aus der linken Seite des Feldes hervortretender, im Ellbogen gekrümmter und rechts gekehrter, silbern geharnischter Arm, welcher in der Faust einen Säbel nach oben und links schwingt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher drei grüne Strausscnfedern trägt. Die Hehndecken sind blau und roth. — Abdrücke von Petschaften. — Wap- penb. d. Preuss. Monarchie, II. 72. — v. Hellbach, I. S. 70. — N. Preuss. Adelslexicon, I. S. 44 und S. 125 und 126. — Freih. v. Ledebur, I. S. 14. Preussen. Die beiden, von dem 1737 verstorbenen Erbprinzen Wilhelm Gustav von Anhalt-Dessau mit der Tochter des Superintendenten Chardius zu Dessau gezeugten Sühne, Heinrich Wilhelm, k. preuss. Flügeladjutant und Hauptmann, und Carl Philipp, k. preuss. Lieutenant, wurden vom Könige Friedrich II. von Preussen, 3. Januar 1761, im Winterquartiere zu Leipzig, unter dem Namen: v. Anhalt, in den Adelstand des Königreichs Pneussen erhohen. Heinrich Wilhelm v. A. starb später als k. preuss. General der Infanterie, und Carl Philipp, 3. Jan. 1761, als k. preuss. Generalmajor. Von Ersterem stammte Friedrich Wilhelm v. A., gest. 16. April 1837 als k. preuss. Generalmajor. — Die Familie gelangte zu Besitzungen in Westphalen, im westhavelländischen Kreise 14 der Provinz Brandenburg, im zweiten Jerichow'schen Kreise der Provinz Sachsen und in der Provinz Prcussen. v. Anton. Im blauen Schilde drei (2 und 1) quergelegte, goldene Schlägel mit holzfarbenen Stielen. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher zwei ins Andreaskreuz gelegte Schlägel, wie die im Schilde, trägt. Die Helmdecken sind blau und golden. — Abdrucke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — N. Preuss. Adels- lexicon, I. S. 126 und 127. — Freih. v. Ledebur, I. S. 15. Sachsen, Preussen. Carl Gottlob Anton, Ober-Amts-Advocat zu Görlitz, Herr auf Ober- und Nieder-Waldau etc., wurde vom Kaiser Franz II., 7. Sept. 1802, in den Reichsadelstand erhoben. Die Angabe Einiger, dass die Erhebung vom Könige Friedrich August I. von Sachsen erfolgt sei, ist nicht richtig. Der Erhobene, geb. 1751 zu Lauban, ist 1817 zu Görlitz gestorben, ohne den Stamm fortgepflanzt zu haben. Derselbe war einer der Stifter der rühmlichst bekannten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz, so wie als Historiker und gelehrter Landwirth ein sehr fleis- siger Schriftsteller. Namentlich hat v. A. mehrere den Orden der Tempelherren betreffende Schriften, einen Versuch über der alten Slaven Ursprung, eine Geschichte der deutschen Landwirthschalt von der ältesten Zeit bis zu Ende des 15. Jahrhunderts etc., geschrieben, und durch diese Arbeiten sich in der gelehrten Welt einen Namen gemacht. V. Apfaltern (Apfaltrern, Apfalterer), Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im blauen Mittelschilde auf einem 'grünen Dreihügel ein dickbelaubter Aepfelbaum mit Früchten von natürlicher Farbe. I und 4 in Gold zwei gesondert neben einander stellende, die Schwingen auswärtskehrende, schwarze Adlersflügel; 2 und 3 ebenfalls in Gold der freiledige, unten gestiim- melle Oberleib einer vor- und einwärtsgekehrten Mohrin mit Perlen in den Ohren und um den Hals, welche im 2. Felde die rechte, 15 im 3. die linke Hand von sich streckt und die freie Hand in die Seile stemmt. Auf dem Schilde stehen drei gekrönte Helme. Der mittlere Helm trägt den auf dem Dreihdgel stehenden Apfelbaum des Mittelschildes, der rechte die Flügel des 1. und 4., und der linke die Mohrin des 2. und 3. Feldes aufwachsend. Die Decken der gesammten Helme sind schwarz und golden. — Handzeichnung. — Siebmacher, III. 86. — v. Hattstein, III. S. 70. — Gauhe, I. S. 30 und 31: v. Apffaller, nach Schönleben, Stemmatogr. I. — Freih. v. Krohne, II. S. 393. — Wissgrill, I. S. 139—145: Apläf- terer, Apfaltern (Wissgrill sagt: „das freiherrl. Apfalterische Wappen ist vierfehlrig oder quadrirt. Das 1. und 4. ein goldenes Feld, worin ein grüner Apfelbaum mit daranhängenden Früchten, als das ursprüngliche alte Geschlechtswappen. Das 2. und 3. ebenfalls goldene Feld zeigt den halben obern Leih einer ganz nackenden braunen Jungfer, welche am Haupte mit Perlenschnuren geschmückt, statt der Arme und Hände aber an beiden Seiten mit ausgebreiteten schwarzen Adlerflügeln belegt ist. Den Schild zieren oben zwei gekrönte oifene goldene Helme: Ueber den vorderen stehen zwei mit den Sachsen gegen einander gekehrte schwarze Adlerflügel und dazwischen die vorheschriebene Jungfer, über den anderen Helm aber der Apfelbaum empor, die Hehndecke ist zur rechten Gold und grün, zur linken Seite Silber und schwarz"). — Schmutz, I. S. 61. — v. Hellbach, 1. S. 72: v. Apflalter, Apfaltrer. — Geneal. Taschenb. d. freih. Häuser, 1848. S. 10—14: Freih. v. Apfaltern (der Baum im Mittelschilde ist ein Paradies-Apfelbaum genannt), und 1857, S. 7—9: Freih. v. Apfaltrern. Oesterreich. Ferdinand Ernst v. Apfaltern, Verordneter der Landschaft des Ilerzogthums Krain, wurde vom Kaiser Leopold I., laut Diploms d. d. Wien, 2. Januar 1672, mit seinen beiden Brüdern, Georg Sigmund und Heinrich Julius v. A., in den erbländisch- österreichischen Freiherrenstand erhoben. — Altes, schon seit dem 9. Jahrhundert in Krain ansässiges Adelsgeschlecht, aus welchem Hans Apfaltern, Bitter, 1165 mit dem Herzoge Heinrich von Kärnten dem Turniere zu Zürich beigewohnt haben soll. Caspar A., vermählt mit Anna Gall v. Gallenstein, war 1392 und 1426 Hauptmann zu Landtrost in Krain, und mit demselben beginnt die fortlaufende Stammreihe des Geschlechts. Von den späteren Nachkommen desselben war Andreas v. A. in zweiter Ehe mit Maria Felicitas v. Praunsperg vermählt. Aus dieser Ehe stammte Johann Sigmund Adam v. A., Herr zu Boye, Grünhof und Schwarzenbach, aus des- 16 sen Elie die oben genannten drei Brüder, welche den Freiherrenstand in die Familie brachten, entsprossten. Zwei dieser Brüder, Freiherr Ferdinand Ernst und Freiherr Heinrich Julius, pflanzten den Stamm fort und gründeten zwei Linien, die altere und die jüngere, welche jetzt noch blühen. Der Stiller der älteren Linie, Freiherr Ferdinand Ernst, vermählte sich mit Regina Dorothea Gall v. Gallenstein, und von dem Sohne desselben, Freiherrn Wolf ller- hart, stammte aus erster Ehe mit Anna Isabella Gräfin Barbo v. Waxenstein Freiherr Franz Carl, vermählt mit Maria Anna Grälin v. Lichtenberg. Der Sohn des Letzteren, Freiherr Maria Wenzel Andreas, gest. 1825, k. k. Major, war mit Maria Barbara Freiin Haugwilz v. Biscupitz, gest. 1824, vermählt. Aus dieser Ehe entsprossten die Brüder: Freiherr Maria Johann Evangelist, gest. 1819, Herr zu Roye, Grünhof und Schwarzenbach, vermählt mit Elisabeth v. Plawe, und Freiherr Maria Wenzel Johann, gest. 1844, k. k. Major a. D. und Herr zu Roye, Grünhof und Möttnick, welcher in erster Ehe mit Caroline Barbara Freiin v. Kronegg, gest. 1812, und in zweiter Ehe mit Amalia Fürer v. Haimendorf vermählt war. Vom Freiherrn Maria Johann Evangelist stammte, neben vier Töchtern, ein Sohn, Freiherr Maria Franz Carl, gest. 1846, k. k Hauptmann, welcher aus der Ehe mit Barbara Neumayr drei Töchter und einen Sohn, Freiherrn Maria Franz Joseph, geb. 1839, hinterlassen hat, von dem Freiherrn Maria Johann Wenzel aber ist aus erster Ehe Freiherr Ivan, geb. 1802, k. k. Ministerial-Rath im Justiz-Ministerium, entsprossen, welcher sich 1845 mit Ilermine, Tochter des Joseph Billi v. Sandorno, vermählte. Die vier Brüder des Letzteren aus der zweiten Ehe des Vaters sind: Freih. Ferdinand Ernst, geb. 1816, Weltpriester und Pfarrer zu Pischnig in Nieder-Oesterreich; Freiherr Rudolph, geb. 1819, Herr auf Krupp, Freithurn und Grünhof, k. k. Kämmerer und Hauptmann in der A., vermählt 1856 mit Silvine Florentine Gräfin Margheri-Comandona; Freiherr Otto, geb. 1823, Herr auf Kreuz, Münkendorf und Oberstein, k. k. Kämmerer, verrn. 1852 mit Anna, des INobileDonGiacomo Gianella Tochter, und Freiherr Titus, geb. 1825, k.k. Kämmerei u. Hauptmann. Der Stifter der jüngeren Linie, Freiherr Heinrich Julius, gest. 1696, war in zweiter Ehe mit Elisabeth Freiin von Wazzenberg vermählt, und aus dieser Ehe stammte Freiherr Otto Heinrich, gest. 173S, Herr zu Möttnick und Laack, Landrechtsbeisitzer zu Laibach, vermählt mit Maria Anna Dinzl von Angerburg. Aus dieser Ehe stammte Freiherr Johann Ignaz, gest. 1765, k. k. Rath, Kämmerer 17 und General-Einnehmer der krainer Stände, welcher sich mit Josephe Freiin v. Gussitsch, gest. 1799, vermählte. Der Sohn desselben war Freiherr Ignaz Friedrich, gest. 1805, k. k. Lieutenant in d. A. und Herr auf Krupp, Kreutz, Laack etc., vermählt mit ltegina v. Achatschitsch, gest. 1817. Von den drei Sühnen aus dieser Ehe pflanzte der mittlere, Freiherr Vincenz Franz Xaver, gest. 1827, k. k. Major im Geniecorps, vermählt mit Anna Freiin v. Haff, gest. 1827, den Stamm durch einen Sohn, den Freiherrn Ignaz, geh. 1810, k. k. Hauptmann in d. A., und eine Tochter, Freiin Johanna, geb. 1817, fort, welche letztere sich 1840 mit Niconied Freiherrn v. Rastern, Herrn auf Schernbüchl in Krain, vermählte. v. Arndt. Schild golden eingefasst und der Länge nach getheilt: rechts in Roth eine silberne Säule, auf welcher oben ein sechsstrahliger, goldener Stern stellt; links in Blau zwei einwärtssehende schwarze EberkOpfe mit silberner Bewehrung, der eine oben, der andere unten, und zwischen beiden eine silberne, den Dorn rechts kehrende Schnalle. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher eine vorwärtssehende, silberne Eule trägt. Die Ilelmdecken sind rolli und golden, und die Devise auf weissem Bande ist: Reetiludine Sto. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch d. Preuss. Monarchie, IL 78. — v. Ilellbacli, I. S. 75. — N. Preuss. Adelslex., 1. S. 137, und III. S. 4. — Freih. v. Ledebur, 1. S. 17. Preussen. Wilhelm August Arndt, Banquier zu Warschau und Herr auf Wilkowice in Polen, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 17. Januar 1798, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe ist, 4. Mai 1810, gestorben. Von den Nachkommen stehen mehrere in k. preuss. Militair- diensten. v. Arnold. Im golden eingefassten, rothen Schilde ein sechsstrahliger, goldener Stern. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, welcher 18 zwei rolhc Büflelshörner trägt, zwischen welchen der Stern des Schildes schwebt. Die Ilelmdecken sind rotli und golden. — Abdrücke von Pclschaften. — Wappenb. d. Preuss. Monarchie, II. 73. — v. Ilellbach, 1. S. 77. — N. Preuss. Adelslcx., I. S. 48 u. S. 142. — Freih. v. Ledebur, I. S. 19. Preussen. Johann Gottlieh Arnold, k. preuss. Stahs-Capitain hei dem Grenadierbataillon v. Gillern, wurde vom Könige Friedrich II. von Preussen, 14. Febr. 1780, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben. v. Arnold - Ehrenberg. Schild geviert: 1 in Roth ein einwärtsgekehrter, goldener Greif; 2 in Silber ein querliegender, rechts in einem nach oben und links sehenden Adlerskopfc sich endigender, die Schwingen unterwärts kehrender (also gestürzter) rother Adlersflügel, welcher mit einem die Ilürner aufwärts kehrenden, goldenen Halbmonde belegt ist (Ehrenberg); 3 in Gold auf frei stehendem, grünem Rasen ein griin- belaubter Baum, und 4 in Blau ein einwärts gekehrter, doppelt geschweifter, goldener Löwe, welcher in der erhobenen rechten Vorderpranke einen grünen Kranz hält (Stammwappen der Familie v. Arnold. Siehmacher, V. 73: Die Arnolden, Schlesisch; Schild der Länge nach getheilt: rechts auf grünem Rasen ein Raum, links der beschriebene Löwe mit dem Kranze). Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt, zwischen einem olfe- nen Adlersfluge, dessen Flügel von Blau und Gold mit gewechselten Farben quergetheilt sind, den Löwen des 4. Feldes mit dem Kranze (Arnold'schcr Helm), und der linke einen grossen Pfauenschweif mit neunzehn Spiegeln in drei Reihen, welcher mit zwei auswärts gekehrten, bespornten, goldenen Stiefeln, der eine rechts, der andere links, belegt ist (Ehrenberg'scher Helm). Die Ilelmdecken sind rechts blau und golden, links roth und silbern. — Wappenb. d. Preuss. Monarchie, IL 74. — N. Preuss. Adelslexic., II. S. III. — Freih. v. Ledebur, I. S. 19. Preussen. J. C. v. Arnold, aus der schlesischcn Familie v. Arnold stammend, welche, ursprünglich ein Grüneberger Stadtgeschlecht, 27. März 1665, den Adel erlangt hatte, vereinigte, mit Königlicher Bewilligung vom 17. Jan. 1828, in Folge von Ueber- 19 tragung des k. prcuss. Majors Albert v. Ehrenberg — siehe unten den Artikel v. Ehrenberg — mit seinem angestammten Namen und Wappen den Namen und das Wappen der Familie v. Ehrenberg. Derselbe ist, 29. December 1849, ohne Nachkommen gestorben. v. Arnold, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im goldenen Mittelschilde ein rechtssehender, schwarzer Adler, dessen Brust mit einem die Horner aufwärtskehrenden, silbernen Halbmonde belegt ist. 1 und 4 in Roth ein das Feld ganz überziehendes, goldenes Andreaskreuz; 2 und 3 in Blau der vorwärts gekehrte, golden bekleidete Rumpf eines Mobren, dessen Augen mit einer silbernen Binde bedeckt sind, deren Enden links abfliegen. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den Adler des Mittelschildes, und der linke den Mohrenrumpf des 2. und 3. Feldes. Die Ilelmdecken sind rechts roth und golden, und links blau und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenb. d. Preuss. Monarchie, II. 21. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzgsbd., S. 119. — v. Hellbach, I. S. 77. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 39 u. S. 141, und V. S. 8. — Freih. v. Ledebur, I. S. 19. Prcussen. Benjamin v. Arnold, k. preuss. Kammerherr, wurde vom Könige Friedrich II. von Preussen, am Tage der Huldigung zu Breslau, 6. Nov. 1741, in den Freiherrenstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe war, in Schlesien begütert, früher vom Kaiser Carl VI., 1727, in den böhmischen Ritterstand versetzt worden. Von ihm stammte Johann Theodor Freiherr v. A., Herr auf Meesendorf, Polnisch-Baudis, Borne und Grttnthal, k. preuss. Geh. Justizrath und Obcramtsdirector, gest. 13. Febr. 1758, welcher drei Söhne hinterliess. Der eine derselben war Benjamin Freiherr v. A., gest. 5. März 1 SOG, als k. preuss. Geh. Kriegsrath. — Die Familie erwarb in Schlesien in den Kreisen Neumarkt, Freistadt, Sagan, Glogau und Wohlau mehrere Besitzungen. 2* 20 v. Arnold, Ritter. Schild mit. Schildeshaupte: im breiten, blauen Schildeshaupte drei nebeneinanderstehende, achtstrahlige, goldene Sterne, und im rothen Schilde ein rechts gekehrter, goldener Löwe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme, von welchen jeder drei Straus- senfedern trägt. Die Federn des rechten Helmes sind blau, golden, blau, und die des linken roth, golden, rolli. Die Decken des rechten Helmes sind blau und golden, und die des linken roth und golden. — Ilandzcichnung und handschriftliche Notizen. — Me- gerle v. Mühlfeld, S. 97. — v. Hcllbacb, 1. S. 76 und 77. Oesterreich. D. Carl Ferdinand Arnold, k. k. Rath und Professor der Wundarzneikunde an der Universität Prag, wurde vom Kaiser Franz II., 3. Dec. 1795 (nach anderen Angaben 1796) wegen zwei und zwanzigjähriger Dienstzeit, in den crbländisch-üsterreich. Rittersland erhoben. v. Arnoldi. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein einwärts sehender, ausgebreiteter, blauer Adler; links in Blau zwei ins Andreaskreuz gelegte, mit den Spitzen nach unten, mit den goldenen Griffen nach oben gekehrte (gestürzte), silberne Schwerter. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem rechtssehend der Adler der rechten Schildeshälfte aufwächst. Die Helmdecken sind blau und silbern. — v. Hefner, 18. Lief, oder Bd. IL Heft 8, Adel d. Herzogthums Nassau, 12 und S. 11. Herzogthum Nassau. Johann Arnoldi, später k. niederländischer und fürstl. Nassau-Oranischer Geh. Rath und bekannt als Staatsmann und Geschichtsschreiber seines Vaterlandes, wurde vom Kaiser Franz IL, 1803, in den Reichsadelstand erhohen. Derselbe hat den Stamm fortgepflanzt und Nachkommen sind im Herzogthum Nassau bedienstet. 21 v. Aschenbach (Assbach, Bidekaps v. Assbach). Schild golden eingefasst und geviert: I in Blau ein fünfstrah- liger, silberner Stern, 2 und 3 ebenfalls in Blau ein schräglinker, grüner Balken, in welchem übereinander zwei goldene Fische nach oben schwimmen, und 4 gleichfalls in Blau ein silbernes Dreieck. Aul' dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen rechtsgekehrten, blauen Hund mit beringtem, goldenem Halsbande zwischen zwei Büflelsliörnern trügt, welche von Silher und Blau mit gewechselten Farben quer getheilt und in der Mündung mit einer, an der äusseren Seite aber mit drei Pfauenfedern besteckt sind. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenb. d. Prenss. Monarchie, II. 74. — v. Hellbach, I. S. 80. — N. Preuss. Adelslcx., 1. S. 36 und S. 145 und 146, und V. S. 9. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 22. Preussen. Die Geschwister Friedrich Eberhard Bidekaps und Eleonore Bidekaps, hinterlassene Kinder des kurbrandenburgi- schen Kämmerers Bidekaps, wurden vom Kaiser Leopold I., 20. Juli 1691, unter dem Namen: v. Aschenbach, in den Adelstand erhoben, und erhielten vom Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg, 28. März 1700, den ihnen verliehenen Adel unter dem Namen Bi- dekap v. Assbach bestätigt. Die Nachkommenschaft des Friedrich Eberhard B. v. A. nannte sich v. Aschbach, hat in Hinterpommern im Kreise Schlawe, in der Neumark im Kreise Soldin und neuerlich auch in Ostpreussen, im Kreise Orlelsburg, Besitzungen erworben, und mehrere Sprossen des Geschlechts haben in k. preuss. Militair- diensten gestanden. v. Axthelm. Im blauen Schilde ein schwebender, schräglinks gelegter, schmaler, goldener Balken. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein rechtsgekehrter, doppelt geschweifter, goldener Löwe aufwächst, welcher in den Vorderpranken ein die Schärfe rechlskehrendes Schlachtbeil (wie dasselbe im Anerkennungsdiplome des Adels von 1814, s. unten, genannt wird) hält. Die Ilelmdecken sind blau und silbern. — Wappenb. d. Königr. Bayern, IV. 67. —- v. Hefner, II. 73 und S. 68. — v. Lang, S. 284: v. Axthelm auf *22 Reichenschwand, Oberndorf und Lcuzenberg. — v. Ilellbach, L S. 92. Bayern. Ernst v. Axthelm, k. bayer. Ober-Postmeister in Nürnberg, erhielt vom Könige Maximilian 1., Joseph von Bayern, 13. April 1814, ein'Beslätigungs- und Anerkennungsdiplom des ihm zustehenden Adels. Derselbe stammte aus einer schwedischen Adelsfamilie, welche aus Schweden nach Sachsen kam, wo, wie v. Lang angiebt, Vater und Grossvater in Militairdiensten standen. v. Barbier. Im golden eingefassten, rothen Schilde ein schrägrechter, goldener Balken, welcher mit drei unter einander stehenden, die Sachsen nach oben kehrenden, schwarzen Adlersflügeln belegt und von drei goldenen Kreuzen begleitet ist. Zwei dieser Kreuze stehen 'oben nahe am Balken neben einander und das dritte unter demselben. Auf dem Schilde erbebt sich ein gekrönter Helm, welcher einen offenen, schwarzen Adlcrsflug trägt. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden, die des linken roth und golden. — Wappenbuch d. Preuss. Monarchie, II. 76. — v. Hellbach, I. S. 100. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 39 und S. 173. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 32. Preussen, Schweiz. Abraham Barbier im Fürstenthum Neuenburg wurde vom Könige Friedrich Wilhelm I. von Preussen, 28. Juni 1728, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben. Der Stamm ist erloschen. v. Bauer. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein an die Theilungslinie angeschlossener, golden bewehrter, halber, schwarzer Adler; links in Gold drei (1 und 2) aufrecht gestellte, grüne Weidenblätter. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, ein nach rechts springendes, weisses Ross mit rother, ausgeschlagener Zunge aufwächst. Die Ilclmdecken sind schwarz und silbern. — Wappenb. d. Preuss. Monarchie, II. 77. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 185. — Freih. v. Ledebur, I. S. 39. Preussen, Russland. Friedrich Wilhelm Bauer, k. preuss. Oberst, wurde vom Könige Friedrich II. von Preussen, 1761, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhohen. Derselbe, nach Strieder, Hessische Gelehrten-Geschichte, 1. S. 106, aus Hannover stammend, schloss als Commandant der preuss. Truppen in West- phalen, 11. März 1763, zu Wesel und Tags darauf zu Geldern mit dem Chef der k. franz. Truppen, dem General-Lieutenant Andrault v. Langeron, eine Convention wegen Räumung jener Landschaft ab, und war auch k. preuss. Connnissarius hei der Besitznahme von Cleve. 1769 trat derselbe in kais. russische Dienste, in welchen er zu grossem Ruhme und hohen Ehrenstellen gelangte. Er war Ge- neralquartiermeister, General-Ingenieur, Director aller Salzwerke im k. russischen Reiche etc., richtete in Moskau die grossartigen Wasserleitungen ein und bereicherte die Kriegsgeschichte durch sehr werthvolle Beiträge und durch ausgezeichnete Kartenwerke, namentlich über die Wallachei. Er starb als k. russischer General-Lieutenant 1783, und Kaiserin Catharine soll bei der Nachricht von seinem Tode ausgerufen haben: gern würde ich eine Million opfern, um ihn wieder zu erhalten. Aus der Ehe mit einer Tochter des k. preuss. Obersten v. Böhm stammte ein Sohn, welcher als k. russischer Oberst-Lieutenant 1788 vom Fürsten Potemkin mit der Nachricht von der Einnahme von Oczakow nach St. Petersburg gesendet wurde. Bauer v. Breitenfeld. Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein vorwärtssehender Mann (Bauer) mit unbedecktem Haupte, kurzem, vorn olfenein, schwarzem Rocke, goldenen Beinkleidern, rother Weste, rotlien Strümpfen und schwarzen Schuhen, welcher in der Rechten eine goldene Wage hält und die Linke in die Seite stemmt; 2 und 3 in Roth ein schrägrechter, silberner Balken, welcher mit drei unter einander stehenden, schwarzen Pllugschaaren belegt ist. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein vorwärtssehender Mann in schwarzer Kleidung und mit schwarzem, mit einer silbernen, nach links wehenden Feder bestecktem Hute aufwächst, welcher in der Rechten eine mit der Schärfe rechtsgekehrte, silberne Sichel 24 emporhält und die Linke in die Seite setzt. Die Helmdecken sind roth und silbern. — Wappenb. d. Königr. Bayern, IV. 75. — v. Hefner, II. 74 und S. 68. — v. Lang, S. 290. — v. Hellbach, I. S. 108. Bayern. Johann Fidel Bauer, Begierungsrath in Dillingen, später kurtrierischer Geh. Rath und Hofkanzler zu Ellwang und zuletzt k. württemb. Kreishauptmann daselbst, erhielt, 19. April 1781, vorn Pfalzgrafen Vöhlin von Frickenhausen einen Adelsbrief, welcher vom Könige Maximilian I., Joseph von Bayern, 7. Mai 1814, bestätigt wurde. Drei Söhne desselben, die Gebrüder Philipp B. v. B., geb. 1770, Pfarrer und Scbül-lnspector zu DÜhkelscherben, Anton B. v. ß., geb. 1772, k. bayerischer Kreisrath in Kempten, und Jacob B. v. B., geb. 1778, k. bayer. Landrichter zu Aichach, waren nach v. Lang (a. a. 0.) in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Baumann (in Preussen). Im silbernen Schilde auf freistehendem, grünem Rasen ein grünender Bauin mit drei über einander stehenden, dickbelaubten, breiten Kronen. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher fünf Straussenfedern, silbern, grün, silbern, grün, silbern, trägt. Die Ilelmdecken sind grün und silbern. — Wappenb. d. Preuss. Monarchie, II. 77. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 186. — Freih. v. Ledebur, I. S. 39. Preussen. Jobann Friedrich Theodor Baumann, k. preuss. Oberpräsident der Provinz Posen, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 1830, in den Adelstand des Königr. Preussen erhoben. Derselbe, geb. 24. Mai 1768, gest. 4. Oct. 1830, war ein Sohn des Superintendenten Baumann zu Bodenteich im Lüne- burgischen, trat 1789 in k. preuss. Staatsdienste und stieg von Ehrenstufe zu Ehrenstufe, bis er 1816 Vice-Präsident der Regierung zu Posen, 1818 Chef-Präsident der Regierung zu Königsberg und 1824 Ober-Präsident der Provinz Posen wurde. 25 v. Baumann (in Sachsen). Schild quer getheilt: oben in Schwarz ein auf der Theilungs- linie aufstehendes, zehnendiges, sill)ernes Hirschgeweih; unten golden, ohne Bild. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, aus welchem eine vorwiirtssehende Jungfrau mit eingebundenem, von einem grünen Kranze umgebenem Haar und in von Schwarz und Gold quergetheilter Kleidung aufwachst, welche, anstatt der Arme, die filnfendigen Stangen des Geweihes in der oberen Schildeshälfte zeigt. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — Tyroff, I. 193 (das Hirschgeweihe ist mit dem oberen Theile der Hirnschale und mit den Ohren versehen und steht, auf der Theilungslinic des Schildes nicht auf). — Das beschriebene Wappen ist das Wappen der alten elsasser Familie v. Baumann, welches Siehmacher, 1. 192: Die Baumann, Elsassisch, gegeben hat. Das Geweih steht auf der Theilungslinie auf, und die „Declaration" giebt an, dass das Haar eingebunden und mjt einem grünen Kranze bedeckt sei. Diese elsasser Familie blühte schon im Anfange des 14. Jahrhunderts in Strasburg, wie Gauhe, 1. S. 82, nach der elsasser Chronik angieht, und kam später nach Schlesien, wo dieselbe zu Ende des 17. und im Anfange des 18. Jahrhunderts im jetzigen Kreise Neumarkt begütert war, s. Sinapius, II. S. 514, und Freih. v. Ledebur, I. 39. Oh und wie die hier in Bede stehende sächsische Familie, in welche 1790 (s. unten) der Adel gekommen ist, mit dieser alten Adelsfamilie in Zusammenhange gestanden habe, ist nicht bekannt, nach Allem aber hat die sächsische Familie das angeführte Wappen vor Erhebung in den Adelsland als Familienwappen geführt, und dasselbe ist bei Erhöhung in den Adelstand unverändert beibehalten worden. Sachsen. Georg Friedrich Melchior Baumann, kursächsischer Rittmeister bei dem Regimente Kurfürst-Cuirassiere, wurde im kur- sächs. Reichsvicariate, 7. August 1790, in den Reichsadelstand erhohen. Derselbe hat den Mannsstamm fortgesetzt, und ein Nachkomme, Bernhard Balduin v. Baumann, steht als Hauptmann in der k. sächs, Armee. — Die sächsische Familie v. Baumann ist übrigens von den gleichnamigen Adelsfamilien in Preussen (Diplom vom Jahre 1830, s. den vorstehenden Artikel), in Bayern (Diplom vom 23. Jan. 1819) etc., welche ganz andere Wappen führen, wohl zu unterscheiden. 26 v. Baumberger, Freiherren. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold ein aus der Mitte der Seitenränder des Feldes aufsteigender, gerader, rother Sparren; links in Silber auf sandigem Hügel ein grünender Baum mit drei übereinander stehenden, diekbelaubten Kronen, an welchem unten sechs Wurzeln zu sehen sind. Auf dem Schilde steht eine siebenperlige Krone, auf welcher sich zwei gekrönte Helme erheben. Aus dem rechten Helme wächst der Hals und Kopf eines rechts sehenden, golden gekrönten und bewehrten, schwarzen Adlers auf, und der linke trägt drei Strausscnfedern, rolh, silbern, roth. Die Decken des rechten Helmes sind roth und golden, die des linken roth und silbern, und den Schild halten zwei auf einem Marmor- postamente stehende, auswärts sehende, golden gekrönte und bewehrte, schwarze Adler, deren Flügel mit goldenen Ivleestengcln belegt sind. — Wappenb. d. Preuss. Monarchie, II. 22. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 187, und III. S. 3. — v. Ilellbach, I. S. 109. — Freih. v. Ledebur, I. S. 39. Preussen. Die Wittwe Anna Regina Luise Bodet, geb. Sandberg, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen, 20. Oct. 17S9, mit ihren Kindern in den Freiherrenstand des Königreichs Preussen erhoben. Der Stamm ist erloschen. v. Baumeister. Im blauen Schilde eine, aus dem Schildesfusse in die Schildesmitte aufsteigende, den Schild quer ganz durchziehende, silberne Mauer von sieben Schichten, und in den oberen Schichten von sieben Steinen, aus welcher ein silberner Wartthurm mit Thiire, darüber stehendem Bogenfenster und oben mit fünf Zinnen emporsteigt. Auf dein Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein rechtssehendes, schwarzes ltoss aufwächst. Die Ilelmdecken sind blau und silbern. — Handschriftliche Notizen. — Wappenb. d. Sächs. Staaten, III. 68. Sachsen. Friedrich Ottomar Baumeister, Standartjunker im kursächs. Cuirassier-Regimentc Kurfürst, wurde vom Kaiser Franz IL, 12. Dec. 1792, in den Reichsadelstand erhoben. 27 v. Baumgarten (Baumgartner). Im blauen Schilde auf einem grünen Hügel ein rechtsgekehr- ler, doppelt geschweifter, goldener Lthve mit aufgesperrtem Hachen und rother, ausgeschlagener Zunge, welcher in den Vorderpranken ein bis zu den Hinterpranken und dem Hügel im Schildesfusse herabgehendes, goldenes Füllhorn vor sich hiilt, aus welchem an zweiblätterigen, grünen Stielen drei Blumen in Form und Gestalt eines Vergissmeinnicht aufsteigen, von welchen die mittlere silbern, die beiden äusseren aber rotli sind. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem der Lüwe des Schildes mit dem beschriebenen Füllhorne aufwächst. Die Hehndecken sind blau und golden. — Dorst, Allgem. Wappenb., I. S. 80 und 81 (nach dem Diplome von 1675; s. unten). — Wappenb. d. Kiinigr. Bayern, IV. 76. — v. Ilcfner, II. 75 und S. 69: v. Baumbgarten (die Liiwen sind einfach geschweift und die aus dem Füllhorne aufsteigenden Blumen sind in der Abbildung sämmtlich roth tingirt, wenn auch, wie richtig ist, die Beschreibung angiebt, dass dieselben roth, silbern, roth sind. — v. Lang, S. 291: v. Baumbgarten. — v. Hellbach, 1. S. 109 (schreibt den Namen wie v. Lang). Bayern. Die Gebrüder Johann Georg, Salzburgischer Canz- ler, Johann Erhardt, Eichstädtischer Ilofrath, Johann Jacob und Johann Wilibald die Baumgartner wurden vom Kaiser Leopold I., laut Diploms d. d. Wien, 2. Juni 1675 (nicht, wie v. Hellbach sagt, 2. Jan. 1675), mit Aenderung des früheren Namen Baumgartner in Baumgarten und mit dein beschriebenen Wappen, in den Reichsadelstand erhohen. Nach v. Lang ist der Urenkel des Johann Erhard v. B , Salzburg. Hofraths und Kapitels-Syndicus, Johann Wilibald v. B., geb. 1744, ipiiesc. Höfkammerrath und Rentbeamter zu Eichstädt, mit des verstorbenen Bruders Ludwig Victors drei Sühnen, Joseph Heinrich, geb. 1772, Wilibald Xaver, geb. 1776, Landgerichts-Assessor in Heidesheim, und Franz Xaver, geb. 1784, Landgerichts-Assessor in Riedenberg, in die Adelsmatrikel des Königreichs Rayern eingetragen worden. v. Bause. Schild mit Schildeshaupte. Im rothen Schilde ein goldener Hügel mit drei Spitzen, aus deren mittlerer drei gestielte Klee- 28 blätter von gleichem Metall emporwachsen. Im blauen Schildes- haupte ein fünfeckiger silberner Stern und über demselben zwei im Andreaskreuze übereinander gelegte Schwerter. Auf dem stahlblauen, roth ausgeschlagenen, goldgekrönten Turnierhelme steht ein schwarzer Adlersflug, in dessen Mille sicli ein pfahlweise gestelltes Schwert, mit zwei über's Kreuz dahinter stehenden Standarten, die rechte von Gold mit blauer, die linke blau mit goldener Einfassung, befinden. Die Helmdecken von Gold, die rechte roth, die linke blau ausgeschlagen. — Angabe nach dem Diplome und Abdrücke von Petschaften. Braunschweig. Der Oberst und General-Adjutant August Friedrich Dause wurde vom Herzoge Wilhelm von Braunschweig am 4. Octbr. 1854 als „offenkundiger Beweis der Anerkennung der von ihm geleisteten treuen und ausgezeichneten Dienste, sowie als Zeichen besonderen landesherrlichen Wohlwollens" für sich und seine eheliche Descendenz in den Adelstand erhoben. v. Beguelin. Schild rund, golden eingefasst und geviert: 1 und 4 in Blau eine goldene Lilie; 2 und 3 in Gold eine linkssehende, rothe Schlange. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Ilelm, welcher die Lilie des 1. und 4. Feldes trägt. Die Helmdecken sind blau und golden, und den Schild halten zwei, auf einem goldenen Postamente stehende, auswärtssehende, goldene Greife. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenb. d. Preuss. Monarchie, II. 78. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 196 und 197, und III. S. 2. — Freih. v. Ledebur, I. S. 43 und 44. Preussen. Nicolaus Beguelin, Professor und früherer Hofmeister des nachmaligen Königs Friedrich Wilhelm IL, wurde von Letzterem bei seiner Thronbesteigung, 20. Nov. 1786, in den Adelstand des Königreichs Preussen, mit dem bestätigten alten Wappen der Familie, erhoben. Derselbe, geb. 1714, gest. 3. Febr. 1789, stammte aus einem alten edlen Geschlechte zu Courtelari im schweizerischen Thale Erguel, trat 174.3, als Secretair bei der k. preuss. Gesandtschaft zu Dresden, in k. preuss. Dienste, und wurde mit seinem Vater, dem Doctor der Beeilte Beguelin, welcher sich später auch nach Preussen gewendet hatte, in Preussen naturalisirt. 29 Nachdem er kurze Zeit Professor der Mathematik am Joachimsthal- schen Gymnasium zu Berlin gewesen war, berief ihn König Friedrich II. von Preussen, auf Sulzer's Empfehlung, zum Lehrer und Erzieher des Thronerhen, welcher als König ihm das Gut Lichter- felde hei Teltow schenkte. Von den Söhnen desselben starb Heinrich Peter Ulrich v. B., 7. Oct. 1818, als k. preuss. Präsident der Oberrechnungskammer, Friedrich Wilhelm v. B., 11. Sept. 1828, als k. preuss. Geh. Ober-Revisionsrath, und der jüngste, früher k. preuss. Legationsrath, wurde später Geh. Ober-Finanzrath, Mitglied des Staatsraths etc. Die einzige Tochter war mit dem k. preussi- schen, später k. russ. General-Lieutenant v. Phull vermählt. v. Behr (Beer). Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold ein blauer, und links in Blau ein goldener, mit dem Kamm auswärts und in die Höhe gestellter Schlüssel mit viereckigem Ringe. Auf dem Schilde steht ein Ilelm, welcher die beiden Schlüssel des Schildes, doch von gewechselter Farbe, trägt: der rechtsstehende Schlüssel ist golden, der links stehende blau. Die Helmdecken sind blau und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Siehmacher, I. 157: v. Behr, Meissnisch (die „Declaration" sagt: ein getheilter Schild, der Vordertheil gelb, der Schlüssel darin blau, der andere Theil blau, der Schlüssel gelb. Auf dem Helme der vordere Schlüssel gelb, der andere blau. Die Helmdecken blau und gelb). — v. Me- ding, I. S. 28 und 29 (nach Siebmacher). — v. Hellbach, I. S. 116 (wirft mit der Familie v. Behr die märkische Familie v. Beeren zusammen, denn er citirt neben Siebmacher, I. 157 auch I. 167). — Freih. v. Ledebur, I. S. 44 und 45. Sachsen, Preussen. Altes meissnisches Adelsgeschlecht, welches früher im Merseburgischen, im jetzigen Kreise Querfurt der Provinz Sachsen, begütert war, von Iinauth aber 1692 nicht mehr unter dem meissnischen Adel aufgezählt wird. Im 18. Jahrhundert kamen Sprossen des Geschlechts in Preussen vor. Caspar Ulrich v. B., und der Sohn desselben, Ulrich Volkmar v. B., dienten in der k. preuss. Armee. Mit Letzterem erlosch, 21. März 1763, der Mannesstamm des Geschlechts, und der weibliche Stamm starb mit 30 , z der Tocliler desselben, Caroline Erdmutlie Johanna Elisabeth v. Bohr, vermählte v. Fromberg, 1. Aug. 1782, aus. v. Bell. Schild golden eingefasst und - genem, ebenfalls goldenem Bande, welches im 1. Felde mit dem Mundstücke rechts, im 4. aber links gekehrt ist; 2 und 3 in Silber ein einwärts gekehrter, gekrönter, doppelt geschweifter, rother Löwe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme, und aus jedem derselben wächst ein einwärtssehender, gekrönter, doppelt geschweifter, rother Löwe auf, welcher mit den Vorderpranken ein quer gelegtes, mit dem Mundstücke ihm zugekehrtes Jagdhorn, wie das im 1. und 4. Felde, vor sich hält. Die Decken des rechten Helmes sind blau und golden, und die des linken roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Tyrolf, IL 130. Wappen der Grafen v. Hagen. Schild der Länge nach und zweimal quer getheilt, sechsfeldrig: 1 und 6 in Blau ein quer gelegtes, goldenes Jagdhorn mit über sich geschlungenem, goldenem Bande, welches im 1. Felde mit dem Mundstücke rechts, im 6. mit demselben links liegt; 2 und 5 in Silber ein einwärts gekehrter, gekrönter, doppelt geschweifter, rother Löwe; 3 in Gold ein rother Querbalken, welcher oben, so wie unten von neun (5 und 4) quer liegenden, rothen Schindeln begleitet ist (Wappen des allen, rliein- 172 ländischen 1740 erloschenen Geschlechtes v. Hagen zur Motten), und 4 in Gold ein rechtssehender, schwarzer Adler. Aul' dein Schilde steht eine neunperlige Krone, auf welcher sich drei gekrönte [lehne erheben. Der mittlere Ilelni trägt einen offenen, goldenen Adlersllug, dessen Flügel je mit einem rothen Querbalken, und über, so wie unter demselben mit fünf (3 und 2) Schindeln, wie die im 3. Felde, belegt sind (Helmschmuck des Wappens derer v. Hagen zur MoLten), aus dem rechten Helme aber, so wie aus dem linken wächst einwärtssehend ein gekrönter, doppelt geschweifter, rother Löwe auf, welcher auf dem rechten Helme mit der linken, auf dem linken mit der rechten Vorderpranke ein Jagdhorn, wie im I. und 4. Felde, mit dem Mundstücke gegen sich gekehrt, hält. Die Helmdecken sind rechts blau und golden, und links rotli und silbern, und den Schild halten zwei auswärtssehende, doppelt geschweifte, rotlie Löwen. — Abdrücke von Petschaften. — Tyroff, I. 229. — Die Familie erwähnen: v. Hellbach, I. S. 494, und das N. Preuss. Adelslex., 11. S. 316, sehr genau aber bespricht dieselbe Freih. v. Ledebur, I. S. 309. Preussen, Sachsen. Ernst Friedrich Hagen, k. preuss. Kriegs- und Domainenrath zu Breslau, erhielt vom Könige Friedrich IL von Preussen, 1. Juni 1743, ein Erneuerungs- und ßestätigungs- diplom des von seinen Vorfahren auf ihn vererbten Adelstandes. Dein Diplome nach hatten die Vorfahren schon vor 300 Jahren, wie durch Urkunden erwiesen, den Adel und zwar mit dem Namen Hagen v. Buschhorn, so wie ein redendes Wappen: einen Querbalken, oben von zwei, unten von einem Jagdhorne hegleitet, geführt, später aber das Prädicat: v. Buschhorn, weggelassen und sich nur Ilagen genannt. Ernst Friedrich v. Hagen, dessen Vater herzogl. Braun- schweigischer Oberhofgerichts-Assessor war, und dessen Mutter aus dem alten adeligen Geschlechte v. Horn stammte, machte sich später in Sachsen mit Borthen bei Pirna ansässig, und wurde vom Kaiser Franz I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben: eine Erhebung, welche von Einigen, aber wohl nicht richtig, als Erneuerung des Freiherrenstandes aufgeführt wird. Der Sohn des genannten Freiherrn v. Ilagen, Ernst Heinrich Freiherr v. IL, Herr auf Potschappel und Klein-Naundorf, kursächsischer Appellationsgerichts- Rath, erlangte im kursächsischen Reichsvicariate, 29. Juni (nicht Juli; 1792, den Reichsgrafenstand. Derselbe wurde später (1794; kursächs. Geh. Rath. Dass der gräll. Stamm fortgesetzt worden sei, ist nicht bekannt. 173 v. Hanckwitz. Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein sehräglinks gelegter, grüner Eichenzweig mit drei Eicheln und sechs Blättern. Die drei Eicheln stehen rechts in der Milte des Zweiges unter einander, von den Blättern aber steht das eine nach oben, das zweite oben rechts, das dritte unten rechts, und die übrigen links unter einander; 2 und 3 in Blau ein frei schwebender, im Ellbogen nach unten gekrümmter, rechts gekehrter, schwarz geharnischter Arm, welcher in der Faust ein Schwert mit. goldenem Griffe aufwärts hält. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte trägt den Eichenzweig des 1. und 4- Feldes aufrecht gestellt, und der linke den Arm des 2. und 3. Feldes mit dem Schwerte. Die Decken des rechten Helmes sind grün und silbern, und die des linken blau und golden. - Wappenb. d. Preuss. Monarchie, 111. 38. — v. Hellbach, I. S. 504: v. Hankwitz. — Freih. v. Ledebur, 1. S. 315. Preussen. Der k. preuss. Major im Generalstahe Hanckwitz, später Commandant von Spandau, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 9. Juli 1815, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben. v. Handl. Schild der Länge nach getheilt, mit einer aus dem Sehildes- fusse aufsteigenden, gebogenen Spitze, also dreifeldrig. 1 und 2 (rechts und links) in Both ein einwärts gekehrter, doppelt geschweifter, goldener Löwe, und 3 (in der Spitze) ein vorwärts gekehrter Büffelskopf von natürlicher Farbe, welcher von drei sechs- strahligeh, goldenen Sternen begleitet ist. Der eine Stern schwebt über den Hörnern des Kopfes, die anderen beiden stehen zu den Seiten des Kopfes. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher zwischen einem offenen, von Silber und Schwarz mit gewechselten Farben quer getheilten Adlersfluge einen Blumenstengel mit sechs grünen Blättern, zwei oben und die übrigen unten, je zu zwei neben einander, trägt. An der Spitze des Stengels steht eine silberne Lilie, und unter den oberen beiden Blättern auf jeder Seite eine blaue, vierblätterige Blume. Die Helmdecken sind rolli und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des 174 Königreichs Bayern, V. 91: v. Handel. — v. Hofner, II. Tab. 94. — v. Lang, S. 3G7. — v. Ilellbach, I. S. 503 (siininitlich: v. Ilandl). Bayern. Ein aus dem Württerabergischen stammendes Adelsgeschlecht, dessen Adel bis zu Peter v. II., welcher 1605 Hofraths- secretair in Mei'gentheim und nachher Amtmann in Neckars-Ulm war, erprobt ist. Ein Urenkel desselben, Sebastian Heinrich Joseph v. IL, geb. 1751, k. bayer. Kümmerer und Generalmajor, wurde in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Happe. Im goldenen Schilde ein seh rügrechter, rother Balken, welcher mit drei unter einander stehenden, die Schärfe nach oben kehrenden, sichelförmigen, silbernen Heppen oder Weinmessern belegt ist. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Roth und Gold achtmal gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher eine rothe, den Zipfel mit Quaste links kehrende Mutze mit vorn gelheiltem, silbernem Aufschlage trügt. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch d. Preuss. Monarchie, III. 39. — v. Ilellbach, I. S. 505. — N. Preuss. Adelslcx., IL S. 327 und 328. — Freih. v. Ledebur, I. S. 318. Preussen. Wilhelm Friedrich v. Happe, kurbrandenburgischer Rath und Ober-Licent-Einnehmer, erhielt vom Kaiser Leopold L, 1. März 1698, ein Diplom des demselben zustehenden alten Adels, welches vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg bestätigt wurde. Der Enkel desselben, Franz Wilhelm v. Happe, geb. 1684, gest. 1760, k. preuss. Geh. Staatsrath, Vice-Prüsident und dirigirender Minister des General - Directorium, welcher früher mit mehreren diplomatischen Sendungen betraut worden war, hinterliess aus der Ehe mit Mariane Freiin v. Wrede drei Söhne, Alexander Christoph, Ludwig Wilhelm und Ernst Wilhelm, welche die ansehnlichen Güter desselben im Brandenburgischen: Lancke, Prenden, Utzdorf, Sopbienstädt etc. erbten. Von den Nachkommen standen mehrere in der k. preuss. Armee, doch ist in den letzten Decen- nien der Gegenwart, nach Freiherrn v. Ledebur, der Stamm ausgegangen. 175 v. Hartig. Schild geviert: 1 in Gold ein schwarzer Querhaiken, welcher in der Mitte mit einem goldenen Kreuze und auf beiden Seiten am Rande mit einer aus demselben hervortretenden, halben Diamantraute quer belegt ist; 2 und 3 in Blau drei schrägrechts aus dem rechten Feldesrande stufenweise herabgehende Felsenspitzen von natürlicher Farbe, auf deren beiden unteren ein rechtssehender, zum Fluge sich anschickender, schwarzer Adler steht, und 4 in Schwarz ein goldener Querhaiken, über und unter welchem ein goldenes Kreuz schwebt. Das schwarze Feld ist oben und unten an beiden Seitenrändern mit einer aus denselben hervortretenden, halben Diamantraute quer belegt. Auf dem Schiide steht ein gekrönter Helm, welcher einen rechtssehenden, gekrönten, schwarzen Adler trägt. Die flelmdecken sind schwarz und golden. — Wie beschrieben ist das Wappen der Familie v. Hartig in dem Wappen der Grafen v. Hartig (s. Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart, I. S. 323) angenommen worden, doch ergeben alte Abbildungen des Stammwappens und Abdrücke von Petschaften vielfache Varianten. Münch, Wappenbuch Zittauischer Geschlechter, Tab. 31, setzt in das 1. und 4. schwarze Feld einen goldenen Querbalken, über und unter welchem ein goldenes Kreuz schwebt, das von den beschriebenen Diamantrauten, welche, der Abbildung nach, auch für silberne Pfeilspitzen genommen werden konnten, beseitet ist. Die Berge im 2. und 3. Felde sind grün, der Adler gekrönt, und derselbe steht auf der Spitze des rechten und mittleren Berges. Der gekrönte Helm trägt einen grünen Dreiberg, auf welchem ein rechts- sehender, golden gekrönter und bewehrter, schwarzer Adler sitzt. Das auf dem Bildnisse des Christian v. Hartig, Herrn auf Hörnitz, Ritters des St. Marcus-Qrdens und Bürgermeisters zu Zittau (geb. 16. Mai 1605, gest. 1. Mai 1677) befindliche Wappen ergiebt dasselbe, wie folgt: Schild geviert mit Milteischilde. Im ovalen Miltel- schilde ein sitzender, gekrönter Adler. 1 und 4 der angeführte Adler, gekrönt, und auf einem bis an den rechten Feldesrand reichenden Berge von zwei Absätzen stehend; 2 in Gold ein schwarzer, mit dem Kreuze und den Diamantrauten belegter Querbalken, und 3 in Schwarz, welches oben und unten mit Kreuz und Diamantrauten belegt ist, ein goldener Querbalken. Den Schild bedeckt eine Krone. — Nach einer alten, schönen Zeichnung in Farben auf Pergament fand sieb im 1. goldenen Felde der mit Kreuz und 176 Diamantrauten Delegte schwarze Balken, die Adler nahmen die Felder 2 und 3 ein, und das 4. Feld war ganz wie oben beschrieben wurde. Del 1 Adler sass, ohne den Hügel, auf der Krone des Helmes. Eine Stammbucbzeichnuug mit der Unterschrift: A. J.de Hartig, Zittau, 13. Marz 1726, bat im 1. schwarzen Felde, dessen obere und untere Abtheilung mit dem Kreuze und den Diamantrauten belegt ist, einen goldenen Querbalken, die Adler finden sich im 2. und 3. Felde, sind nicht gekrönt und die drei Berge erreichen den Feldesrand nicht. Das 4. goldene Feld durchzieht ein schwarzer, mit Kreuz und Bauten belegter Querbalken. Der gekrönte Helm trügt einen ungekrönten Adler. Mit dieser Zeichnung, ausgenommen, dass die drei Berge an die Feldesränder anstossen, stimmen die in Stein gehauenen Wappen vom Jahre 1654 am Thurmc und über der Thüre des Schlosses zu Althörnitz, so wie an einem eisernen Olen in der Uulei'slube des genannten Schlosses. — Aeltere Lackabdrücke ergeben das Wappen, wie Mönch dasselbe bestimmte, doch zeigen auch ältere Petschafte, so ein Allianzsiegel, rechts mit v. Kyau, im 1. Felde einen Querbalken, über und unter welchem ein Kreuz schwebt, im 2. und 3. Felde aber stehen, ohne die Sei- tenränder zu berühren, drei Berge neben einander, über welchen ein Adler nach rechts fliegt, und im 4. Felde findet sich ein breiter, mit einem Kreuze belegter Querbalken. Von den Diamantrauten ist nichts zu sehen. Der Helm trügt einen rechtssehenden Adler. Abdrücke von anderen Petschaften, so das Alliahzwappen rechts mit Freih. v. Manteuffel, zeigen den Schild ganz so, wie das Stammwappen in das Wappen der Grafen v. Hartig aufgenommen worden ist, nur bricht im 2. und 3. Felde der Adler hinter den drei Bergen hervor. Dagegen ergeben andere Petschafte im 1. schwarzen Felde, welches oben und unten mit Kreuz und Diamantrauten belegt ist, einen goldenen, und im 4. goldenen Felde einen schwarzen Querbalken mit Kreuz und Rauten. Aus dem Helme bricht der Adler hervor. — Grosser, Lausitz. Merkwürdigkeiten, 1. S. 277, und HL S. 98. — Gauhe, IL S. 1552 und 1553. — v. Hellbacb, 1. S. 511 und 512. — IN. Preuss. Adelslex., V. S. 212 und 213 (giebt an, dass der 1806 gefallene k. preuss. Major v. Hartig — s. unten — folgendes Wappen geführt habe: im 1. und 4. goldenen Felde war ein schwarzer Querbalken, welcher mit zwei Diamanlsteinen und einem goldenen Ordenskreuz belegt war, im 2. und 3. blauen Felde aber stand ein schwarzer Adler auf einem Berge. Auf dein gekrönten Helme wiederholte sich der Adler). — 177 Freih. v. Ledebur, I. S. 321, beschreibt das Wappen folgender- lnassen: 1 und 4 ein zum Fluge sicli erhebender Adler vor einem Felsen; 2 ein rother Balken mit Kreuz und zwei Edelsteinen belegt im silbernen Felde, und 3 ein silberner Balken im rothen Felde, welches oben und unten mit Kreuz und Edelsteinen belegt ist. Das in dieser Beschreibung des Wappens vorkommende „Roth" rührt unstreitig davon her, dass dieselbe Abdrücken von alten, scblechtgestochenen Petschaften entnommen worden ist, welche, nach vorliegenden derartigen Abdrücken, das „Schwarze" durch dicke Längenstriche angegeben haben. Sachsen. Altes, ursprünglich wohl schlesisches Geschlecht, welches aus Schlesien in die Oberlausitz, nach Zittau, kam, den Adel erhielt und später aus der Lausitz nach Böhmen und Niedeiv Oesterreich gelangte, wo mehrfache Standes-Erhöhungen in die Familie kamen. Das Geschlecht erhielt vom Kaiser Carl V., 15. März 1524, einen Wappenbrief, und, wie angegeben wird, ein (erstes) Adelsdiplom vom Kaiser Rudolph II., 29. März 1586, doch konnte über dieses Diplom von dem Verfasser, welcher von mütterlicher Seite selbst ein v. Hartig'scher Geschlechts-Verwandter ist, Näheres nicht ermittelt werden, in Abrede ist dasselbe aber keineswegs zu stellen, denn Jacob Hartig, gest. 1602, Senator zu Zittau, welcher auf dem Leichensteine der Kirche zur heil. Dreifaltigkeit in Zittau „Bürger und Raths Freund" genannt wird, war der Gemahl der Tochter des zu seiner Zeit so berühmten Johann Montanus, Leibarztes des Kaisers Rudolph II. Von Jacob Hartig entspross Dr. Johann Hartig, gest. 1632, fürstl. Anhalt-Liegnitz- und Briegischer Leib-Medicus und Medicinae Practicus in Zittau, welchen, so wie den genannten Vater, Familienpapiere ohne das v. aufführen. Von dem Dr. Johann Hartig stammten die Söhne, Christian v. Hartig, der Medicin Doctor, Herr auf Alt-Hörnitz bei Zittau, des Marcus- Ordens Ritter und seit 1639 Bürgermeister zu Zittau, als welcher derselbe 13mal das Directorium hatte, und Dr. Johann Jacob Hartig, geb. 1603, Stadtphysicus zu Venedig. Beide Brüder erhielten vom Kaiser Ferdinand III., 15. Oct. 1645, ein Adelsdiplom. Johann Jacob v. Hartig wurde, vermählt mit Veronica v. Nys, durch seinen Sohn Johann Esaias v. IL, geb. 1632, gest. 1708, der Ahnherr der jetzigen Grafen v. Hartig, in deren später reich begüterte Familie vom Kaiser Leopold I., 19. Oct. 1668 und 13. März 1669, der Reichs-Rittersland, und, 30. Juli 1700, der böhmische Freiherren-, vom Kaiser Joseph!., 1. Sept. 1707, der Reichs-Freiherren- und iv. 12 178 vom Kaiser Carl VI., 1719 und 10. März 1732, der böhmische Grafen-, so wie 23. April 1734 und 21. Jan. 1735 der Reichs-Grafen- stand kam. — Von Christian v. II. stammte Johann Jacob v. Ilarlig, gest. 1718, Bürgermeister zu Zittau und Herr auf Alt-IIürnilz, welcher, wie sein Vater, I3mal das Directorium führte. Zu den weihlichen Nachkommen desselben gehörte die Gemahlin des 1803 gestorbenen kursächs. Majors Christoph Friedrich Freiherrn v. Man- teuffel, Grossvaters des k. preuss. Minister-Präsidenten Otto Theodor Freiherrn v. Manleuffel, und zu den männlichen der k. preuss. Major v. Hartig hei dem Regimente v. Usedom Husaren, welcher 1806 hei Auerslädt blieb. Von den letzteren Sprossen der lausitzischen adeligen Familie v. Hartig lebte noch Franz Moritz Heinrich v. Hartig 1818 zu Hoyerswerda in der Oberlausilz, und mit diesem ist, so viel bekannt, in nächster Zeit der lausitzische Mannsstamm dieses berühmten Geschlechts erloschen. Nachkommen der weiblichen Linien finden sich viele vor. v. Hartlieb, genannt Wallsporn. Im schwarzen Schilde ein dasselbe ganz überziehendes, goldenes Andreaskreuz, welches in der Milte mit einem gestürzten, schwarzen Hufeisen belegt ist, zwischen welchem unten ein sechs- strahliger, rollier Stern schwebt. Auf dein Schilde steht ein gekrönter Hehn, welcher zwei schwarze Büfl'elshürner trägt. Das rechte Horn ist mit drei schräglinken, das linke mit drei schräg- rechten goldenen Balken belegt, und zwischen den Hörnern liegt, an die inneren Flächen derselben anslossend, das Andreaskreuz des Schildes mit Hufeisen und Sterne. Die Hehndecken sind schwarz und golden. — Wappenb. des Königr. Bayern, V. 94: v. Hartlieb, genannt Walsporn. — v. Hefner, II. Tab. 94: v. Hartlieb. — v. Lang, S. 370 und 371, und v. Ilellbach, I. S. 512 (v. Harllieb, genannt Wallsporn). Bayern. Ein aus einer allen Memminger Patricierfamilie stammendes Adelsgeschleehl. Dasselbe erlangte vom Kaiser Maximilian 1. auf dem Reichstage zu Worms, 1499, den Adel, und Dans Hartlieh, genannt Wallsporn, erhielt vom Kaiser Carl V., laut Diploms d. d. Augsburg, 17. Juli 1541, eine Bestätigung und weitere Vermehrung seines adeligen Wappens. In die Adelsmatrikel des 179 Königreichs Bayern wurden Johann v. II. gen. VV., geb. 1744, quiesc. Bürgermeister in Memmingen, und die Brüder Johann Sigmund, geb. 1744, und Johann Christoph v. II., gen. W., geb. 1777, k. hayer. Stadtgerichts-Taxator in Memmingen, eingetragen. Die hier in Bede stellende Familie ist von der österreichischen Familie v. Hartlieb (ohne Beinamen), in welche in der Person des böhmischen Kammerrathes Johann Baptist Hartlieb vom Kaiser Carl VI., 26. April 1723, der böhmische Bitterstand kam, wohl zu unterscheiden. v. Hartmann, Freiherren. Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein links sehender, schwarzer Adler, und 2 und 3 in Blau ein nach der rechten Seite streitender, goldener Löwe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den Adler des 1. und 4. Feldes, und der linke, zwischen zwei blauen Büflelshörnern, den Lilwen des 2. und 3. Feldes. Die Decken beider Helme sind blau und golden. — Wappenbuch des Künigr. Bayern, III. 19. — v. Hefner, II. Tab. 36 und S. 39. — v. Lang, S. 150. — v. Hellbach, I. S. 512 und 513. Bayern. Ein seit 1729 ritterliches Geschlecht, in welches in der Person des Carl v. Hartmann, kurpfälz. Geheimen Bathes und Canzlers zu Neuburg, vom Kurfürsten Carl Philipp von der Pfalz, laut Diploms d. d. Mannheim, 25. Nov. 1737, der Freiherrenstand kam. Ein Enkel des genannten Freihenn Carl, Ferdinand Joseph Johann Nepomuk Freiherr v. IL, geh. 1767, k. hayer. Geh. lieferen dar, Vorstand der Stiftungs- und Comnmnal-Section etc., war, nach v. Lang, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Hartmann (irt Hannover). Im blauen Schilde ein schrägrechter, silberner Balken, welcher von zwei fünfblätterigen, goldenen Rosen beseitet ist. Die eine Rose schwebt oben links Uber, die andere unten rechts unter dem Balken. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem 12* 180 ein vonvärlssehender, schwarz geharnischter Mann aufwächst, welcher in der Hechten ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und links schwingt und die Linke in die Seite setzt. Die Helmdecken sind rechts blau und silbern, links blau und golden. — Wappenbuch d. Königreichs Hannover, F. 8 und S. 7. — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 147. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 322 und 323 (unter: IX). Hannover. Paul Hertmann, kurbannover'scber Amtsschreiher zu Schulenburg im Amte Calenberg, wurde vom Kaiser Franz IL, 7. Api^l 1805, in den Reichsadelstand erhoben. Die Nachkommenschaft desselben hat unter dem unbegiiterten Adel des Königreichs Hannover fortgeblilht. Haslinayer v. Grassegg, Ritter. Schild geviert: I und 4 in Gold ein rechtssehender, von Schwarz und Roth der Lange nach gelheilter Adler; 2 und 3 in Roth ein rechts gekehrter, goldener Löwe, welcher in der erhobenen rechten Vorderpranke ein Schwert mit goldenem Griffe, in der linken aber ein goldenes Herz hält. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst einwärtssehend der Adler des I. und 4. Feldes, und aus dem linken der Löwe des 2. und 3. Feldes mit Schwerte und Herz empor. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden, und die des linken roth und golden. — Handzeichnung. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 150. — v. Hellbach. I. S. 514. Oesterreich. Joseph Haslinayer v. Grassegg, k. k. Kammerzahlmeister in Tirol, wurde vom Kaiser Franz II., 1799, in den erb- ländisch-österreichischen Ritterstand erhoben. Haymerle v. Haimthal, Ritter. Schild geviert: 1 in Blau ein an den linken Feldesrand angeschlossener, schräglinks mit fünf Spitzen abwärts steigender, silberner Felsen und ein aus weissen Wolken in der Mitte des rechten Feldesrandes hervorkommender, im Ellbogen nach unten gekrümmter, einwärts, also gegen den Felsen, gekehrter, roth be- 181 kleideter Arm, welcher in der Hand einen silbernen Schlägel führt; 2 und 3 in Roth ein einwärts gekehrter, goldener Löwe, und 4 in Blau der Felsen und der aus Wolken kommende Arm des 1. Feldes, doch so, dass der Felsen an den rechten Feldesrand angeschlossen ist und schrägrechts herabsteigt, die Wolken aber mit dem Arme aus dem linken Feldesrande kommen. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Ilelme. Aus dem rechten Helme wächst der Löwe des 2. und 3. Feldes auf, und der linke Helm trägt einen aufwachsenden, vorwärts gekehrten Mann in blauer Kleidung mit silbernem Kragen, silbernen Aufschlägen, silbernem Gürtel und mit schwarzem Hute, welcher in der Rechten einen silbernen Schlägel hält und die Linke in die Seite setzt. Die Helmdecken sind rechts blau und silbern, und links roth und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 151 und 313. — v. Hellhach, 1. S. 523. Oesterreich. Ferdinand Johann Hajmerle, böhmischer Hofagent, wurde vom Kaiser Carl VI., 1737, in den böhmischen Adelstand und vom Kaiser Franz I., 6. März 1748, mit dem Prädicate: v. Haimthal, in den böhmischen Ritterstand erhoben. Hayn (Hain, Haino, Heyn) v. Löwenthal. Im rothen Schilde auf drei im Fusse desselben neben einander aufsteigenden, spitzigen, grünen Bergen ein rechts gekehrter, doppelt geschweifter, goldener Löwe, welcher mit der rechten Hinterpranke auf der Spitze des mittleren, mit der linken aber auf der Spitze des linken Berges steht, und in der aufgehobenen, rechten Vorderpranke drei an einem grünen Stengel befindliche rothe Rosen emporhält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher, zwischen zwei von Gold und Roth mit gewechselten Farben quer getheilten Büffelshörnern den Löwen des Schildes mit den drei Rosen in der rechten Vorderpranke hält. Die Helmdecken sind roth und golden. — Mönch, Wappenb. Zittauischer Geschlechter, Tab. 18: Heino v. Löwenthal. — Ganz wie beschrieben findet sich das Wappen auf einem schon vor mehreren Jahrzehnten fast ganz verwitterten Leichensteine auf dem Kirchhofe an der Dreifalligkeilskirche zu Zittau. — Sinapius, I. S. 799, IL S. 340- — Gauhe, II. S. 648 und 649. — v. Hellbach, I. S. 523. — N. Preuss. Adelslexic., II. 182 S. 353. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 331: v. Hayn, Hayn und Löwenthal (giebt nicht das obenbeschriebene, sondern ein vermehrtes Wappen, nämlich einen gevierteil Schild, I und 4 ein Löwe, 2 und 3 drei Rosen an Einem Stiele, an, und setzt hinzu: „das freiherrliche Wappen hat auch im Mittelschilde einen Löwen. — v. Ledebur, Allg. Archiv, III. 289"). Preussen, Sachsen. Christoph Hayn v. Löwenthal, Herraul' Tscheitenau (im Kreise Sagan), S. Pal. Caes. et Aulae Imperialis Comes, des filrstl. Jungl'räul. Gestifts St. Hedwig in Trebnitz Rath und Schaffner, wie auch der gräfl. Hatzfeldischen freien Herrschaft Trachenberg Rath, .welcher 1668 starb, erhielt vom Kaiser Ferdinand III. um das Jahr 1650 den Adelstand. Carpzov, Analecta Fastor. Zittav., III. S. 127, rechnet denselben zu den aus Zittau entsprossenen Juristen und sagt: „sein Vater war David von Löwenthal, Senator Zittaviensis." Gauhe im II. B. a. a. 0. ist ungewiss, ob der Vorname Christoph oder Christian sei (der erstere ist der richtige) und giebt an, derselbe sei im Städtchen Liebenthal oder Löwenthal im Lembergischen geboren. Vermählt mit Hedwig v. Posch hat Christoph Hayn v. Lüwenthal den Stamm fortgepflanzt, und ein Sohn desselben war wohl der vom Freiherrn v. Ledebur (a. a. 0.) angeführte Balthasar v. Hayn „aus Liebenthal in Schlesien", welcher vom Kaiser Leopold 1. 1672 in den Freiherrenstand erhoben wurde. Die schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Schlesien mit Nieder-Johnsdorf und Nieder-Hausdorf begüterte Familie erwarb später Tscheitenau, 1679 das neuerlich so bekannt gewordene Fischbach (im Kreise Hirschberg) etc. und kommt noch 1750 mit Wendisch-Musta (im Kreise Sagan) vor. In der Oberlausitz stand dem Geschleehte Dürrhennersdorf zu. y. Hecht. Schild durch eine, aus den unteren Seitenrändern bis an den oberen Schildesrand aufsteigende, gerade, der Länge nach getheilte Spitze getheilt, vierfeldrig: I (rechts) in Blau zwei goldene Querbalken, von welchen der obere von drei goldenen Rauten, zwei über dem Balken neben einander und eine unter dem Balken, begleitet ist; 2 (links) in Roth zwei silberne Querbalken, von welchen der obere von drei silbernen Rauten, zwei über dem Balken und eine 183 iinler dem Balken, begleitet ist; 3 (in der Spitze rechts) in Gold ein an die Theilungslinie angeschlossener, halber, schwarzer Adler, lind 4 (in der Spitze links) ein links gekehrter, rother Löwe, lieber dein halben Adler und über dem Löwen schwebt auf der Theilungslinie der Spitze eine goldene Krone. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wachst einwärlssehend ein gekrönter, schwarzer Adler, und aus dem linken ein gekrönter, rolher Löwe auf, welcher in den Vorderpranken zwei unter einander gestellte und an sich anstossende Bauten, eine obere goldene und eine untere silberne, hält. Die Helmdecken sind rechts blau und golden, und links rotli und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 42. — v. Hellbach, I. S. 524. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 44, IL S. 355, und V. S. 220 (Feld 1 ist, wie Feld 2, roth tingirt und der Löwe im 4. Felde rechts gekehrt). — Freih. v. Ledebur, 1. S. 331 und 332. Preussen. Der k. preuss. Geh. llath und residirende Minister im niedersächsischen Kreise Hecht wurde vom Könige Friedrich II. von Preussen, 8. Mai 1702, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben, Der Stamm ist fortgesetzt worden und ein Nachkomme des Geh. Rathes v. Hecht, Richard v. IL, lebte 1838 in Berlin. v. Heinemann. Im silbernen Schilde ein vorwärts gekehrter, rechtssehender, stahlfarbig geharnischter Mann, welcher mit der aufgehobenen Rechten eine goldene, brennende Bombe emporhält und die Linke in die Seite setzt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Ilelm, welcher zwischen einem offenen Adlersfluge einen grünbelaubten Baum trägt. Die Helmdecken sind rechts blau und silbern, links roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, F. 7 und S. 8. — Freih. v. Ledebur, I. S. 336. Hannover, Preussen. Preussisches Adelsgeschlecht, aus welchem zuerst der 1710 verstorbene ehemalige kurbrandenburgische Hauptmann v. II. bekannt ist. Seit dem genannten Jahre haben bis auf die neueste Zeit mehrere (Meiere dieses Namens in der k. preuss. Armee gestanden. Die Familie wurde im Magdeburgischen zu Sülldorf im Kreise Wanzleben angesessen und wird im Wappen- 184 buche des Königreichs Hannover und des Herzoglhums Braunschweig dem unhegüterten Adel zugerechnet. v. Heillgenstädt (Heyligenstädt). Scliild golden eingefasst und gevierl: I und 4 in Silber zwei von einander gesonderte, die Sachsen sich zuwendende, schwarze Adlers- flitgel; 2 und 3 in Blau zwei mit den Spitzen unter sich gekehrte (gestürzte) und gekreuzte Degen mit goldenen Grillen, Uber welchen ein sechsslrahliger, goldener Stern schwebt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Heim, welcher, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, die gestürzten und gekreuzten Schwerter des 2. und 3. Feldes mit dem, oben zwischen denselben schwebenden Sterne tragt. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 42: v. Heiligenstadt. — v. Hellbach, I. S. 528: v. Heiligenstädt. — N. Preuss. Adelslex., II. S. 390: v. Heyligenstadt. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 335: v. Heiligenstädt, Heyligenstädt. Preussen. Georg Heinrich Heiligenstädt, k. preuss. Rittmeister im Regimente von Sachsen-Weimar-Cuirassiere, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen, 30. Mai 1789 (nach Anderen 4. Sept. 1789), in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe, aus dem Ilalberstädtischen gebürtig, starb 1817 als k. preuss. Oberst a. D. Die Familie, aus welcher Sprossen in k. preuss. Staats- und Militärdienste traten, wurde in Ost- preussen im Angerburger Kreise begütert. v. Keinen. Wappen nach dem Diplome vom Jahre 1819. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Blau ein aufrecht gestellter, mit dem Ringe nach unten, mit dem Barle nach oben und rechts gekehrter, goldener Schlüssel (aus dem Wappen des Feldmarschalls Fürsten v. Blücher entnommen); links in Roth ein nach der rechten Seite aufspringender, weisser Hund mit schwarzem, golden eingefasstem Halsbande. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher 185 drei Straussenfedern, schwarz, silbern, schwarz, trügt. Die Ilelm- decken sind rechts blau und golden, links rolli und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenb. d. Preuss. Monarchie, III. 43. Neueres, nach dem Stammwappen der Familie (Svea Rikes Wapnbook, 43. n. 1264) verändertes Wappen. Schild mit Schildeshaupte. Im goldenen Schildeshaupte ein quer liegender, mit dem Harte nach der rechten Seite gekehrter, silberner Schlüssel und im blauen Schilde ein nach der rechten Seite laufendes weisses Pferd. Auf dem Schilde steht ein mit einem von Blau, Gold, Blau, Silber, Blau gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher einen offenen Adlersflug trägt, zwischen dessen von Gold und Blau mit gewechselten Farben quer getheilten Flügeln ein sechsstrahliger, goldener Stern schwebt. Die Helmdecken sind blau und golden. — N. Preuss. Adelslex., 11. S. 358 und 359, und VI. S. 54 und 55. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 336 (giebt als Jahr des Adelsdiploms 1820 an). Preussen. Carl Friedrich Ludwig Meinen, k. preuss. Regierungsrath, wurde vom Könige von Preussen, 1819, wegen seiner dem Staate und insbesondere dem Fürsten Blücher v. Wahlstadt bewiesenen treuen Dienste und Anhänglichkeit, mit dem oben beschriebenen Wappen, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhohen, erhielt aber später auf sein Gesuch die Erlaubniss, das alte Familienwappen mit gewünschter Aenderung (s. die Beschreibung) d. h. dass der aus dem fürstl. Blücher'schen Wappen entnommene Schlüssel in das leere obere Feld des Stammwappens gesetzt würde, annehmen und führen zu dürfen. Derselbe stammte aus einer ursprünglich schwedischen Adelsfamilie, in welche der Adel vom Könige Carl XI. von Schweden gekommen war, welcher letzterer 16. Febr. 1690, die beiden Brüder, Peter Hein, Assessor im Vormundschafts- und Adels-Gerichte, und Martin Hein, mit dem Namen: v. Heinen, in den Adelsland des Königreichs Schweden erhob. Die Familie v. Meinen, welche 1697 in das Ritterhaus zu Stockholm eingeführt wurde, zog später nach Holland, wo mehrere Glieder derselben als Officiere bei der Marine und Admiralität dienten, und zwei spätere Sprossen des Geschlechts, Albert Johann und Johann Ulrich, wurden Kaufleute und Banquiers in Amsterdam und gebrauchten d en Adel nicht mehr. Von Albert Johann stammte Johann Heinrich, welcher im letzten Decennium des 18. Jahrhunderts in Lingen an der holländischen Grenze Kriegs- und Domainenralh war, und von Letzterem entspross der obenangeführte Carl Friedrich Ludwig v. Heineu. Der Genannte erwarb in Schlesien in den 186 Kreisen Neumarkt, ühlau und Liegnitz mehrere Güter, pflanzte, vermählt mit einer v. Dykmanns und Sedieren, den Stamm fort und ist als k. preuss. Kegierungsrath a. D., 25. März 1852, 75 Jahre alt, gestorben. v. Held, Ritter. Schild quer- und in der unteren Hälfte zweimal der Länge nach getheilt, vieiieldrig: I (oben) in Gold ein rechtssehender, schwarzer Adler; 2 und 4 (unten rechts und links) in Blau ein freistehender, silberner Thurm mit offenem Thore, zwei neben ein- anderstchcnden Fenstern und drei Zinnen, und 3 (unten in der Mitte) in Silber ein rechts gekehrter, blauer Löwe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst ein einwärtssehender, gekrüuler, schwarzer Adler auf, und der linke Hehn trägt drei Straussenfedern, blau, silbern, blau. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden, und die des linken blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 119. — v. Hellbach, I. S. 531 (die Angabe zu „Brünn" ist unrichtig). Oesterreich. Johann Michael Held, Besitzer des freien Thurmhofes zu Brunn am Gebirge, wurde vom Kaiser Franz IL, 24. April 1795, wegen seiner Landes-Industrie, mit dem Prädicate: Edler von, in den erbländisch-üslerreichischen Bitterstand erhoben. v. Helm, Ritter. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold ein schwebendes, schwarzes Ankerkreuz; links in Blau ein, auf einer freischwebenden goldenen Krone mit fünf Zinken stehender, rechts gekehrter, gekrönter Kranich, welcher in der erhobenen, rechten Kralle einen Stein emporhält. Auf dem Schilde erheben sich zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen die Sachsen einwärtskehrenden, geschlossenen, schwarzen Adlersflug, und der linke den Kranich der linken Schildeshälfte mit dem Steine in der Kralle. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden, und die 187 des linken blau und silbern. — Handzeiclinung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 152. —• v. Ilell- bach, 1. S. 534. Oesterreich. Emilian Gottfried Hehn, k. k. Reichsboffiscal, wurde vom Kaiser Franzi., 17. Juli 1763, mit dem Prädicate: Edler von, in den Reichs-Rittersland erhoben. Hellmich v. Gottburg (v. Hellmich, auch v. Gottburg). Schild golden eingefasst und der Länge nach gelheilt: rechts in Silber drei unter einander (pfahlweise) gestellte, sechsstrahlige, goldene Sterne, deren mittlerer von zwei, die Horner auswärts kehrenden , goldenen Halbmonden mit Gesicht hegleitet ist (der rechts stehende Mond sieht sonach rechts, der links stehende links); links auf grünem Rasen ein einwärts gekehrter, golden gekrönter, schwarzer Lowe, welcher in der aufgehobenen, rechten Vorderpranke ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und links schwingt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher drei schwarze Straus- senfedern trägt. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — Wappenbuch d. Preüss. Monarchie, 111. 30: Hellmich v. Goltburg. — v. Hellbach, I. S. 534: v. Hellmich. — N. Preuss, Adelslexicon, V. S. 225: Hellmich v. Gotlburg. — Freih. v. Ledebur, I. S. 274: v. Gottburg, Hellmich v. Gottburg. Preussen. Andreas Hellmich, kurbrandenburgischer Oberstlieutenant der Artillerie, wurde vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 16. Oct. 1663, mit dem Prädicate: v. Gottburg, in den Adelstand erhohen. v. Herbig, Ritter. Im blauen Schilde auf grünem Hügel ein rechts gekehrter, goldener Greif, welcher in den Vorderklauen eine silberne Lilie hält, und oben von zwei sechsstrahligen, goldenen Sternen, einem rechts, dem anderen links, begleitet ist. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen offenen, schwarzen Adlersflug, zwischen dessen Flügeln eine silberne Lilie, und 188 der linke zwei blaue Bilffelshürner, zwischen welchen ein sechs- strahliger, goldener Stern schwebt. Die Decken heider Helme sind blau und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 120. — v. Hellbach, I. S. 540. Oesterreich. Anastas I-Ierbig, Herr des Gutes Ullitz in Böhmen und gewesener k. k. Landrath, wurde vom Kaiser Franz I. von Oesterreich, 27. Jan. 1808, in den erhländisch-österreichischen Hilterstand erhohen. v. Herold. Schild golden eingefasst und der Länge nach gethoilt: rechts in Silber ein an die Theilungslinie angeschlossener, golden bewehrter, halber, schwarzer Adler; links in Gold auf grünem Hoden ein vorwärts gekehrter Herold. Derselbe trägt einen runden mit drei Straussenfedern, schwarz, silbern, roth, besteckten, schwarzen Hut, einen mit dem schwarzen Reichsdoppeladler und darüber schwebender Krone belegten, weissen Wappenrock mit rothen Aufschlägen, rothe Strümpfe und schwarze Schuhe, und hält, die Linke in die Seite stemmend, in der Rechten einen, mit dem Reichsadler besetzten, goldenen Heroldsstab. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, der Herold der linken Scbildeshälfte mit dem Heroldsstabe aufwächst. Die Helmdecken sind rechts schwarz und silbern, und links roth und golden. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 46. — v. Dreyhaupt, Tab. XVII. — v. Hellbach, I. S. 544. — N. Preuss. Adelslex., V. S. 227. — Freih. v. Ledebur, f. S. 346. Preussen. D. Christian Herold, k. preuss. Hofgerichts- und Jagdrath, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm I. von Preussen, 18. Mai 1720, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe, gest. 10. Febr. 1741 als k. preuss. Geb. Finanz-, Kriegsund Domainenrath und Herr auf Riesow, Bruno'w, Diepensee, Löwenberg und Werftphul im jetzigen Ober-Barnimer Kreise der Provinz Brandenburg, binterliess, da der einzige Sohn vor ihm gestorben war, nur vier Töchter. 189 Herrmann v. Hermansdorf, Riller. Schild geviert: I und 4 in Holl) oin vor- und rechtsseilender, silbern geharnischter Mann, dessen Helm mit drei silbernen Straus- senfedern besteckt ist und welcher in der Rechten ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben schwingt, die Linke aber in die Seite setzt; 2 und 3 in RIau ein die Horner rechts kehrender, silberner Mond mit Gesichte, vor welchem nach rechts drei sechs- strahlige, silberne Sterne unter einander stehen. Anf dem Schilde erheben sich zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trögt drei Straussenfedern, roth, silbern, blau, und aus dem linken wächst der Ritter des 1. und 4. Feldes auf. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern, und die des linken blau und silbern. — Handzeichnung. — Mögerle v. Muhlfeld, S. 197: Hermann v. Hermannsloi'f, und Ergänzungsband, S. 153: Herrmann v. Her- manstorf. — v. Hellbach, I. S. 543. Oesterreich. Jobann Franz Ilerrmann v. Hermansdorf, k. k. Gubernialrath in Rühmen, wurde vom Kaiser Joseph II., 1786 (nach anderen Angaben 1787), in den erbländisch-österreichischen Ritterstand erhoben. Derselbe hatte früher, als Hofconcipist der k. k. vereinigten Ilofcanzlei, von der Kaiserin Königin Maria Theresia 1777 mit dem Prädicate: v. Hermansdorf, den Adelstand erhalten. v. Heydekampf, Freiherren. Wappen der Freiherren v. Heydekampf. Schild auf der Brust eines golden bewehrten," schwarzen Doppeladlers ruhend und quer gelheilt, doch sind beide Hälften des Schildes nicht gleich, die obere Hälfte ist nämlich kleiner, als die untere, und^so könnte es auch heissen: Schild mit grossem Schildeshaupte. Oben in Blau ein quer gelegtes, mit dem Mundstücke rechts gekehrtes, goldenes Jagdhorn mit goldenem Beschläge und aufwärts verschlungenem, goldenem Bande; unten in Silber drei aus dem Schildesfusse neben einander an langen, vierblätterigen Stielen, anf jeder Seite zwei Blätter, aufwachsende, fünfblätterige rothe Rosen mit goldenen Bötzen. Auf dem Schilde steht ein Helm, welcher, zwischen zwei silbernen Straussenfedern, die drei Rosen der unteren Schildeshälfte trägt. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, II. 40. — v. Hell- 190 bacli, I. S. 553. — N. Preuss. Adelslex., II. S. 387, und V. S. 2*21 und 222. — Freih. v. Ledebur, I. S. 353. Wappen derer v. Fleydekampf nacli dem Diplome vom 18. Jan. 1704: Schild und Helm mit Decken auf der Brust eines schwarzen Doppeladlers ruhend, an den unteren Seitenrändern von den Klauen des Adlers umschlossen und quer gelheilt: oben in Silber ein quer gelegtes, mit dem Mundstücke rechts gekehrtes, vorn und hinten, so wie in der Milte zweimal mit Gold beschlagenes und mit aufwärts verschlungenem rothen Bande versehenes Jagdhorn; unten in Roth auf grünem Boden drei blaue Blumen (Vergissmeinnicht) an einem langen, mit vier grünen Blättern, zwei rechts und zwei links, besetzten Stengel. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Roth und Silber sechsmal gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher, zwischen zwei Straussenfedern, von denen die rechle roth, die linke silbern ist, die blauen Blumen der unteren Schildeshälfte, am Stengel mit drei grünen Blättern auf jeder Seite, trägt. Die Helmdecken sind roth und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 49. Wappen derer Stieler v. fleydekampf nach dem Diplome vom 27. Oct. 1832. Dasselbe gleicht ganz dem Wappen nach dem Diplome vom 18. Jan. 1704, nur ist der schwarze Doppeladler weggelassen worden, der Blumenstengel hat auch im Schilde an jeder Seite drei Blätter und oben noch zwei kleine, und der Wulst ist von Silber und Roth fünfmal gewunden. — Wappenb. der Preuss. Monarchie, III. 49. Preussen. Der Stammvater des Geschlechts der Herren und Freiherren v. Heydekampf ist Veit Heydekampf, gest. 1646, welcher aus einer Frankfurter Bürgerfrimilie stammte und Geh. Kammerdiener des nachmaligen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg war. Der älteste Sohn des genannten Veit H., Christian Sigmund IL, gest. 1682, soll vom Kaiser Leopold 1. ein Freiherrendiplom erhalten haben, welches dem gleichnamigen zweiten Sohne desselben vom Könige Friedrich I. von Preussen, 26. Sept. 1701, unter Anerkennung des ihm verliehenen, oben zuerst angeführten Wappens, bestätigt wurde. Der älteste Sohn des älteren Christian Sigmund, Veit IL, kurbrandenburgischer Rath und Ober-Zoll-Director in Preussen, soll ebenfalls schon 1688 vom Kaiser Leopold I. ein Adelsdiplom erhallen haben, welches, wie Einige angeben, vom Könige Friedrich I. von Preussen, 18. Jan. 1704, für die Wittwe des genannten Ober-Zoll-Directors v. H. und die beiden Töchter derselben anerkannt wurde, während Andere anführen, dass das Di- 191 plom von dem erwähnten Tage ein Diplom der Erhebung in den Adelstand gewesen sei. Die Familie war von der Milte des 17. Jahrhunderts an im Brandenburgischen und in Preussen bis in das 18. Jahrhundert ansässig und hesass in Preussen noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts Güter im Kreise Fischhausen und Königsberg. Weitere Nachrichten fehlen, auch ist Näheres Uber die Familie Stieler v. Heydekampf (s. oben) nicht aufzufinden. v. Hill. Schild der Länge nach gelheilt: rechts in Silber eine, aul einem gestürzten, goldenen Triangel, aus welchem ein grüner Kranz herabhängt, stehende, gekrönte, mit einem grünen Laubgewinde nmzogene, marmorne Säule; links, ebenfalls in Silber, ein schwebendes, blaues, eingebogenes Kreuz, welches in den Ecken von vier, auf grünen Würfeln stehenden, rechts sehenden, weissen Adlern hegleitet ist (altes Wappen der Familie). Auf dem Schilde stehen zwei Helme. Aus dem rechten gekrönten Helme steigt die mit Laub umwundene, gekrönte Säule der rechten Schildeshälfte empor, und der linke mit einem, von Blau und Silber fünfmal gewundenen Wulste bedeckte Helm trägt zwei silberne Slraussenfedern, zwischen welchen oben die Kuppe eines grünen Berges aufsteigt. Die Hehndecken sind blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 50. — v. Hellbach, I. S. 556. — N. Preuss. Adelslexicon, Ii. S. 391 (giebt in der rechten Schildeshälfte den Triangel mit dem Kranze nicht an, nennt die Würfel in der linken Hälfte Kugeln und setzt auf den linken Helm drei Slraussenfedern). — Freih. v. Ledebur, 1. S. 356. Preussen. Georg Wilhelm Hill, k. preuss. Kriegs- und Do- mainenralh zu Stettin, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen, 20. Oct. 1786, mit seinen Geschwistern, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhohen. Derselbe stammle aus einem ursprünglich schotHündischen Adelsgeschlechte, aus welchem Justus v. Hill unter Kaiser Carl V. Capitain war. Die Nachkommen desselben lebten zum Theil im bürgerlichen Stande in Pommern, während Andere, die nach Ostpreussen gekommen waren und Güter erworben hatten, den Adel und das alte Wappen der Familie fortführten. Von letzteren war Hans v. Hill 15S1 Bürger zu Marien- 192 werder, und Johann v. II. 1660 kurbrandenburg. Oberst. — Die Linie in Pommern wurde in den Kreisen Naugardt und Ueker- mtinde begütert. Zu den Geschwistern des Kriegs- und Domainen- ratbes v. H. gehörte der früher in ßuppin lebende Forstrath v. IL, welcher 1833 zu Reschen bei Sommerfeld im 81. Jahre starb. Mehrere Sprossen des Geschlechts traten in k. preuss. Militärdienste. Hipper v. Hippersthal, Ritter. Schild quer getheilt: oben in Roth ein schrägrechts gelegtes, mit der Spitze nach oben und rechts gekehrtes Schwert mit goldenem Griffe, welches von zwei, unten gekreuzten, grünen Zweigen, rechts einein Eichen- und links einem Lorbeerzweige, umgeben ist; unten in Blau ein schrägrechter, silbern eingefasster, rother Balken, welcher mit vier unter einander stehenden, sechsstrahligen, silbernen Sternen belegt ist. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen die Sachsen einwärts kehrenden, mit einem sechsstrahligen, silbernen Sterne belegten, schwarzen Adlersfiügel, und der linke drei silberne Slraussenfedern. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern, und die des linken blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 120. — v. Hellbach, I. S. 558. Oesterreich. Anton Hipper, k. k. galizischer Appeliations- rath, wurde vom Kaiser Franzi, von Oesterreich, 7. Febr. 1815, mit dem Prädicate: v. Hippersthal, in den erbländisch-österrcichi- schen Bitterstand erhoben. Hütter v. Hüttersthai, Rilter. Schild quer getheilt: oben in Blau ein sechsstrahliger, goldener Stern; unten in Gold auf grünem Boden ein nach der rechten Seite laufender, braun gefleckter Hund. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst einwärts sehend der Hund der unteren Schildeshälfle auf, und der linke Helm trägt einen geschlossenen, die Sachsen einwärts kehrenden, blauen Adlersflug, dessen vorderer, linker Flügel mit dem Sterne 193 der oberen Schildesliälfte belegt ist. Die Decken beider Helme sind blau und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. Oesterreich. Joseph Hütter, k. k. Oberstwachtmeister im Pontoniercorps, wurde vom Kaiser Franz 11., 27. Januar 1797, mit dem Prädicate: v. Hütlersthal, in den erbländisch-österreichischen Ftitterstand erhoben. Huschka v. Ratschitzburg, Ritter. Schild quer und in der oberen Hälfte der Länge nach getheilt, dreifelderig: 1 (oben rechts) in Roth ein rechts gekehrter, goldener Löwe; 2 (oben links) in Gold zwei schrägrechte, blaue Balken; 3 in Blau auf grünem Boden eine silberne Burg mit zwei Thür- men. Die Tlnirme haben ein Thor, oben ein Fenster und drei Zinnen, der beide Thflrme verbindende Zwischenbau aber ein grosses Thor, über demselben rechts, wie links, ein Fenster und oben fünf eingeschnittene Zinnen. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst einwärtssehend der Löwe des 1. Feldes auf, und der linke trägt drei Straussenfedern, blau, golden, blau. Die Decken des rechten Helmes sind roth und golden, und die des linken blau und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 158. — v. Hellhach, I. S. 600. Oesterreich. Die Gebrüder Johann und Franz Huschka, Gutsbesitzer in Mähren, wurden vom Kaiser Franz IL, 20. Februar 1804, mit dem Prädicate: v. Ratschitzburg, in den erbländisch- öslerreichischen Ritterstand erhoben und erhielten, 29. Febr. 1804, das Incolat. v. Jahn. Im blauen Schilde ein rechts gekehrter, silberner Löwe mit rother, ausgeschlagener Zunge, welcher in der rechten Vorderpranke einen Säbel mit goldenem Griffe nach oben und links schwingt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, einen Palmzweig trägt. Die Helm- iv. 13 191 decken sind blau und silbern. — Wappenbuch der Prctiss. Monarchie, III. 59. — v. Hellbach, I. S. G04. — N. Preuss. Adelslexicon, V. S. 251. — Kreil), v. Ledebur, I. S. 390. Preussen. Johann Friedrich Jahn. k. preuss. Lieutenant bei dem Regimente v. Greiling Husaren, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm 11. von Preussen, 14. Oct. 1786, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben. v. Ickstatt (Ickstaett), Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im goldenen Mitlelschilde ein aus der linken Hälfte des Schiidesl'usses aufwachsender, rechts gekehrter, gekrönter, schwarzer Löwe. I und 4 in Blau zwei neben einander gestellte, den Rücken gegen einander und das Gesicht auswärts kehrende, silberne Mondsicheln, über welchen oben ein sechsslrahliger, goldener Stern schwebt, und 2 und 3 in Roth ein goldener Querbalken, welcher mit drei neben einander stehenden Eicheln von natürlicher Farbe belegt ist. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst der Löwe des Mittelschildes einwärts gekehrt und in der linken Vorderpranke drei grüne Eichenblätler haltend auf, und der linke trägt die Mondsicheln des I. und 4. Feldes mit dem oben zwischen denselben schwebenden Sterne. Die Decken des rechten Helmes sind blau und silbern, und die des linken roth und golden. — Wappenbuch des Königreichs Rayern, III. 31: Freih. v. Ickstatt, und XV. 27: Freiherren v. Ickstatt auf Ramelsberg (auf letzterer Abbildung wächst der Löwe des Mittelschildes nicht aus der linken Hälfte des Schiidesl'usses auf, sondern der halbe Löwe schwebt im Mittelschilde. Der aus dem rechten Helme aufwachsende Löwe hält mit beiden Vorderpranken einen Eichenzweig mit vier Blättern, eins nach oben, zwei unter demselben neben einander, das eine rechts, das andere links, und das vierte unter letzterem ebenfalls links). — v. Hefner, II. Tab. 39 und S. 41: Freih. v. Ickstatt. — v. Lang, S. 158, und v. Hellbach, I. S. 608: Freih. v. Ickstatt. Bayern, Herzogthum Nassau. Johann Adam v. Ickstatt, kurpfalzbayer. Geb. Rath und Universitäts-Director etc., wurde vom Kurfürsten Max Joseph v. Pfalzbayern, 6. Juli 1745, in den Freiherrenstand erhoben, und ein Neffe desselben erhielt auf sich 195 25. April 1709, Ausschreiben und Erstreckung des Freiherrenslan- des. Letzlerer ist als Johann Baptist Freih. v. Ickstatt, k. bayer. geistlicher Rath und Canonicus des aufgelösten Chorstifts zu St. Martin in Landshut, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen worden. Nach v. Hefner (a. a. 0.) ist Johann Nepomuk Ickstatt, herzogl. nassauischer Secretair, vom Könige Ludwig I. von Bayern, 17. März 1851, in den Freiherrenstand des Königreichs Bayern, und zwar auch unter Verleihung des oben beschriebenen Wappens, erhoben worden, doch ist der genealogische Zusammenhang beider Familien nicht bekannt. v. Idensen. Schild von Schwarz und Roth quer getheilt, ohne Bild. Auf dem Schilde steht ein mit einem von Silber und Roth siebenmal gewundenen Wulste bedeckter Stechhelm, welcher zwei schräg auswärts gestellte, von Schwarz und Roth mit gewechselten Farben quer getheilte, oben abgerundete Stäbe trägt. Die Helmdecken sind schwarz, rotli und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, D. 6 und S. 7. — Freih. v. d. Knesebeck, S. 300. Hannover. Ein im Königreiche Hannover in der Hauptstadt und in der am Fusse des Deisters gelegenen Stadt Springe vorkommendes Adelsgesclilecht. Dasselbe wird im Wappenbuche des Königreichs Hannover den patricischen Geschlechtern zugezählt, Freiherr v. d. Knesebeck aber führt die Familie unter denjenigen auf, welche das „von" von den Geburtsorten angenommen haben. Der Ort Idensen ist ein Pfarrdorf am Idenser Moor im Amte Bockeloh. Joechlinger v. Jochenstein, Freiherren. Schild geviert mit Milteischilde. Im schwarzen Mittelschilde eine goldene Krone. 1 und 4 in Roth eine silberne Lilie, deren Mitte von einer goldenen Krone umgeben ist, und 2 und 3 ebenfalls in Rotli ein silberner Querbalken und drei aus einem grünen Hügel aufwachsende, goldene Aehren, welche eine goldene Krone 13* I9.Q in der Mitte zusammen hält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher drei schwarze Straussenfedern trägt. Die Helmdecken sind rechts roth und silbern, links rollt und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Schmutz, II. S. 135 und 136, und v. Hellbach, I. S. 617: Joechling, Freih. v. Jochenstein. — Gen. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1848. S. 188—190, 1855. S. 286 (und 1857. S. 350 auf 1855 verwiesen). Oesterreich. Wolfgang Joechlinger v. Jochenstein, Herr auf Sparbach und Pfannberg, k. k. Geh. Rath und inner-tisterr. Hof-Vice-Canzler, wurde vom Kaiser Ferdinand II., laut Diploms d. d. Neustadt, 20. Nov. 1634, mit seinem Bruder, Dominik J. v. J., k. k. llathe und Landes-Vicedom in Kärnten, in den erbländisch- österreichischen Freiherrenstand erhoben. Altes, österreichisches Adelsgeschlecht, aus welchem Hans Joechlinger schon 1321 Herr der Schlösser Johannsstein oder Jochenstein und Sparbach in Nie- der-Oesterreich war. Wolfgang (I.) Joechlinger, Doclor der Rechte und inner-österreichischer Regierungs-Rath, erhielt mit seinem Bruder, Matthaeus Joechlinger, Vicedom - Aintsverwalter in Oesterreiche oh der Ens, vom Kaiser Rudolph IL, laut Diploms d. d. Prag, 16. Mai 1590, eine Bestätigung des ihnen zustehenden, alten Adels und eine Vermehrung des Wappens, und von Ersterem, welcher mit Elisabeth Stadler v. Stadel vermählt war, stammten die oben genannten Gebrüder Wolfgang (IL) und Dominik J. v. J., welche den Freiherrenstand erlangten. Von diesen Brüdern setzte Freiherr Wolfgang (IL), vermählt mit Maria Melusine Gali v. Gallenstein den Stamm bis auf die neueste Zeit fort, und im Geneal. Taschenbuche der freih. Häuser (I848. S. I89) findet sich eine sog. gerade Stammreihe der Nachkommen des Freiherrn Wolfgang IL, welche die Freiherren Sigmund Bernhard, Joseph Ignaz (I.), Joseph Hannibal, Joseph Ignaz (11.) und Felix nenht, doch muss in dieser Stammreihe, zwischen Joseph Hannibal und Joseph Ignaz (II.) ein Glied fehlen, oder die Jahreszahlen müssen falsch sein, denn Joseph Hannibal soll 1703 gestorben, und Joseph Ignaz (II.) 1733 geboren sein. Freiherr Joseph Ignaz (IL), gest. 1802, hinterliess aus der Ehe mit Maria Anna Gräfin v. Pälffy, neben zwei Töchtern, einen Sohn, den Freiherrn Felix. Von den Töchtern war Freiin Caroline, gest. 1851, mit dem k. k. Kämmerer, Geh. Rathe und Generalmajor Leopold Grafen v. Pällfy, und Freiin Eleonore, gest. 1804, mit dein Grafen Joseph Apponyi de Nagy-Appony vermählt. Freiherr Felix, geb. 1786, Herr auf Pfannberg und Hartenstein, k. k. Kämmerer, ver- 197 mahlte sich in erster Ehe mit Maria Wilhelmine Gräfin v. Ursen- beck-Massimo, und in zweiter, 1815, mit Maria Anna Gräfin v. ßat- thvany. Aus letzterei - Ehe stammen, neben einem Sohne, dein Freiherrn Felix, welcher 1838 im 16. Jahre verstarb, so dass der Vater der letzte männliche Sprosse des alten Geschlechts ist, zwei Töchter, Freiin Johanna, vermählt mit Friedrich Grafen Orsini v. Rosenberg, Erblandhofmeister von Kärnten etc., und Freiin Ernestine, vermUhlL mit Adolph Grafen v. Wagensperg. v. Joeden-Koniecpolski. Schild rund und quer getheilt: oben in Silber ein freischwebender, im Ellbogen nach unten gekrümmter, rechts gekehrter, geharnischter Arm, welcher in der Faust einen Säbel mit goldenem Griffe nach oben und links schwingt; unten in Blau ein rechts gekehrter, doch vorwärts sehender, goldener Löwe, welcher in der rechten Vorderpranke eine fünfblätterige, golden besamte, rothe Rose hält. Auf dem Schilde steht eine alte, königliche Krone, auf der ein die Hürner nach oben kehrender, goldener Halbmond mit Gesichte liegt, über welchem ein sechsslrahliger, goldener Stern schwebt. Den Schild umgehen rechts, wie links, und unten auf grünem Boden mehrere Kriegsarmaturen. — Wappenbuch d. Preuss. Monarchie, III. 60. — v. Hellbach, I. S. 617. — N. Preuss. Adels- lex., III. S. 38 und 39, und V. S. 255. — Freiherr v. Ledebur, I. 400. Preussen. Peter v. Joeden, welcher aus der Familie des polnischen Feldherrn Koniecpolski stammte, erhielt vom Könige Johann III. Sobieski von Polen, 2. Aug. 1677, ein Erneuerungs- diplom des ihm zustehenden, alten Adels, und dem Urenkel desselben, Johann Peter v. Joeden-Koniecpolski, Herrn auf Altbra etc. im Kreise Schlochau der Provinz Westpreussen, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen, 7. Mai 1790, der alte Adelstand anerkannt und erneuert. Die Familie erwarb zu den Gütern in Westpreussen auch in der Provinz Posen und später in Pommern Besitzungen. In Pommern ist dieselbe in den Kreisen Neu- Stcttin, Fürstenthum Camin und Rammeisburg, begütert. 198 Joel v. Joelson, Ritter. Schild von Roth und Silber der Länge nach getlieilt, und in jeder Hälfte mit einem achtstrahligen Sterne von gewechselten Farben. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt zwei rothe, der linke zwei silberne Büffelshörner, und zwischen den Hörnern des rechten Helmes schwebt ein silberner, zwischen denen des linken aber ein rother, achtstrahliger Stern. Die Decken beider Helme sind roth und silbern. — ^JIandzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 123. — v. Hellbach, I. S. 017 und 618. Oesterreich. Carl Joel, Advocat und Öffentlicher Notar, wurde vom Kaiser Franz 1. von Oesterreich, 1. Sept. 1817, wegen seiner Beiträge zur allgemeinen Landesvertheidigung, mit dem Prädi- cate: v. Joelson, in den erbländisch-üsterr. Ritterstand erhoben. v. Jordan (Diplom vom l. October 1789). Schild golden eingefasst und quer getheilt: oben in Grün eine rothe Mauerkrone mit fünf Zinnen; unten in Silber drei (2 und 1) rothe Jagdhörner, in der Mitte mit zwei goldenen Beschlägen und Bändern. Die beiden oberen Horner kehren (gestürzt) die Schalllöcher links nach oben, die Mundstücke links nach unten und das Band links, das untere Horn aber kehrt das Mundstück rechts nach oben, das Schallloch rechts nach unten und das Band rechts. Auf dem Schilde stellt ein gekrönter Helm, welcher, zwischen zwei Büf- felshörnern, von welchen das rechte silbern, das linke roth ist, einen im Ellbogen nach unten gekrümmten, rechts gekehrten, silbern geharnischten Arm trägt, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und links schwingt. Die Ilelm- decken sind roth und silbern, und den Schild halten zwei auf einem marmornen Postamente stehende, einwärts sehende, goldene Jagdhunde mit grünem, golden eingefasstem und beringtem Halsbande. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 60: v. Jordan, Diplom vom 1. Oct. 1789. — v. Hellbach, I. S. 619 (das Jahr des Diploms ist irrthümlich als das Jahr 1798 angegeben) — N. Preuss. Adels- lex., III. S. 40 (als Tag der Ausstellung des Diploms ist der unrichtige 20. Oct. 1789 angegeben). — Freih. v. Ledebur, I. S. 401 199 (giebt in Bezug auf die untere Schildeshälfte an, dass Siebmacher, 1. 69, unter den Schlesiscbcn zwei Wappen unterscheide, das Wappen derer v. Jordan — im rothen Schilde und auf dem (leime ein rechts gekehrter, geharnischter Ann mit Schwerte in der Faust — und der Jordaner — in Silber [oder Rollt] drei rollte [oder schwarze], mit den Schallöffnungen nach dem Schildesrande, mit den Mundstücken nach der Mille gekehrte Jagdhörner, und auf dem gekrönten Helme zwei Biiffelshürner, rechts ein silbernes, links ein rothes. Das Richtige sei die Vereinigung beider in der Art, dass der Schild die Horner und der Helm den Arm zwischen zwei Büffelshörnern zeige, wie dies aus Siegeln des Carl Samuel v. Jordan von 1716 und des Adam Heinrich v. Jordan von 1754 hervorgehe). Preussen. Immanuel Gottfried v. Jordan, k. preuss. Regierungsrath in Stettin, erhielt vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen, 1. Oct. 1789, unter Verleihung des oben beschriebenen Wappens, ein Erneuerungsdiplom des ihm, als Sprossen der allen schlesischen Familie v.Jordan, zustehenden Adelsstandes. Derselbe starb 26. Febr. 1805 als k. preuss. Geh. Obertrihunalrath, und der Sohn, Johann Georg Gottfried Wilhelm v. Jordan (s. den nachstehenden Artikel), erhielt 1814 den Freiherrensland des Königreichs Bayern. Als Besitzungen der hier in Rede stehenden Familie v. Jordan, welche von den gleichnamigen, Bd. I. S. 221 und 222 (Diplom vom 8. Juli 1800 und vom 17. Jan. 1816) besprochenen Familien zu unlerscheiden ist, nennt Freiherr v. Ledebur in Pommern die Güter Wietstock im Anclamer Kreise 1798 und 1803, und Wulkow im Saatziger Kreise 1750 und 1773, und in der Provinz Preussen das Gut Bubainen im Kreise Insterburg. v. Jordan auf Wackerstein, Freiherren. Schild golden eingefasst, geviert mit Mittelschilde. Im rothen Mittelschilde ein rechts gekehrter, im Ellbogen nach unten gekrümmter, silbern geharnischter Arm, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und links schwingt (Wappen der alten, schlesischen, erloschenen Familie v. Jordan). 1 und 4 in Gold zwei schwarze Querbalken (Eltlinger, Oeltlinger v. Oettling und Wackerslein, s. unten), und 2 und 3 in Grün drei (2 und l) rothe Jagdhörner, in der Mitte mit doppeltem, goldenem Beschläge 200 und an demselben befindlichen, goldenen Bändern. Die beiden oberen Hörner sind gestürzt, das Schallloch also nach oben, das Mundstück nach unten und links gekehrt, und die Bänder demnach links gewendet, das untere Horn aber steht aufrecht und das Band ist rechts gekehrt (Wappen des erloschenen Geschlechts v. Jordaner, welches das polnische Wappen Tromby I. führte). Auf dem Schilde stehen zwei Helme. Der rechte, gekrönte Helm trägt zwischen zwei BüfTelshörnern, von welchen das rechte silbern, das linke roth ist, den geharnischten Arm des Mittelschildes mit dem Schwerte in der Faust (Jordan'scher Helm). Der linke Helm ist mit einer oben vier- zinnigen rolben Mauerkrone bedeckt, aus welcher der Dumpf eines rechtssehenden, bärtigen Mannes aufwächst. Derselbe trägt goldene, auf der Brust mit zwei schwarzen Querbalken belegte Kleidung und eine schwarze, den Zipfel links kehrende Mütze mit goldenem, vorn breitem Aufschlage (Eltlingerscher Helm). Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden und links roth und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 33: Freiherren v. Jordan auf Wackerstein. — v. Hefner, II. 40 und S. 42: Freiherren v. Jordan (die Beschreibung des Wappens S. 42 stimmt bis auf die Einfassung des Schildes, die nicht angegeben ist, ganz mit den oben gemachten Angaben, die Abbildung dagegen weicht mehrfach durch Versehen des Zeichners ab. Im 2. und 3. Felde fehlt an dem unteren Hörne das Band, die Hörner auf dem rechten Helme sind von Silber und Dot.li quer getheilt, die Mauerkrone auf dem linken Helme, welche drei Zinnen hat, ist silbern tingirt, der Aufschlag der Mütze ist, wie die Mütze selbst, schwarz und oben nur schmal mit Gold eingelasst und der Zipfel der Mütze hat eine goldene Quaste. In Bezug auf die Vermehrung des beiderseitigen Jordan- scheu Wappens mit dem Ettlingerschen Wappen (s. oben) muss hier angeführt werden, dass v. Hefner die v. Ettlinger „Oetllinger zu Oellling und Wackerstein" schreibt und angiebt, dass der Schild derselben von Gold und Schwarz dreimal getheilt sei und dass das eigentliche Kleinod der Oettlingar zwei von Schwarz und Gold ge- theilte Ilörner gewesen wären). — v. Lang S. 162. — v. Hellbach, 1. S. 619. — N. Preuss. Adelslex., III. S. 40. — Freih. v. Ledebur, I. S. 401. Bayern. Wilhelm (Johann Georg Gottfried Wilhelm) v. Jordan, Herr auf Wackerstein und Ettlingen, k. bayerischer Kämmerer, Generalmajor, Flügel-Adjutant etc., erhielt vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 12. Febr. 1814, unter Beilegung des •201 Eulingerschen Wappens, das Freiherrendiplom, und wurde als Freiherr der Adelsmatrikel des Königreichs Bayern einverleibt. Derselbe, gest. 22. April 1841 , als k. bayer. Generallieutenant, war ein Sohn des im vorigen Artikel genannten k. preuss. Geh. Obcr- Tribunalrathes Immanuel Gottfried v. Jordan, welcher, wie erwähnt, aus dem Stamme derer v. Jordan entsprossen, vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen, 1789, die Bestätigung des Adelsstandes erhalten hatte. Das von ihm geführte Wappen siehe im vorstehenden Artikel. Bei Erlheilung des Freiherrenstandes ist das Wappen, wie oben angegeben, verändert und vermehrt worden. — Aus der Ehe des k. bayer. Generallieutenants Wilhelm Freiherrn v. Jordan mit Violanda Gräfin v. Sandizell stammt Freiin Mathilde, vermählt mit Friedrich Ferdinand Freiherrn v. Beust, k. sächs. Staatsminister des Auswärtigen und Innern. v. Jousseau, Hilter. Im blauen Schilde ein goldener Querhaiken, welcher von drei nach vorwärts und rechts gekehrten, silbernen Helmen mit geschlossenem Visir begleitet ist. Zwei dieser Helme stehen neben einander über dem Balken und der dritte unter dem Balken. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme, von welchen jeder drei Straus- senfedern, blau, golden, blau, trägt. Die Decken beider Helme sind blau und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. Oesterreich. Franz Jousseau, k. k. Generalmajor, wurde vom Kaiser Franzi, von Oesterreich, 30. Juni 1817, in den erb- ländisch-üsterreichischen Bitterstand erhoben. v. Junck (Junk). Im silbernen Schilde ein schrägrechter, blauer Balken, welcher mit drei unter einander stehenden, sechsslrahligen, silbernen Sternen belegt ist. Auf dem Schilde stellt ein gekrönter Helm, welcher einen offenen, schwarzen Adlersflug trägt, zwischen dessen Flügeln, welche mit einem goldenen Kleestengel belegt sind, oben ein sechs- strahliger, silberner Stern schwebt. Die Helmdecken sind blau und 202 silbern. — YVappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 61: v. Junck. — N. Preuss. Atlelslexicon, I. S. 44, III. S. 46 und V. S. 261 : v. Junk (gieht irrlhümlicli an, dass der schrägrechte Balken im Schilde mit drei geschlungenen, lünfeckigen Kreuzen [Drudenlüss] belegt sei). — Freiherr v. Ledebur, I. S. 404: v. Junk, Junck. Preussen. Johann Anton Junck, k. preuss. Legationsrath und Resident zu Danzig, wurde vom Konige Friedrich IL von Preussen, 20. Oct. 1766, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhohen. Derselbe ist, ohne Nachkommen zu hinterlassen, gestorben. v. Jungkennen, genannt Münzer zu Mohrenstamm, auch Freiherren. Im goldenen Schilde ein aus den unteren Theilen der Seitenränder desselben bis an das Schildeshaupt aulsteigender, schwarzer Sparren, welcher von drei vorwärtssehenden MohrenkOpfen begleitet ist. Zwei dieser Köpfe stehen, der eine rechts, der andere links, Uber dem Sparren, der dritte aber unter und zwischen dem Sparren. Auf dem Schilde steht ein mit einem von Schwarz und Gold fünfmal gewundenen Wulste, von welchem die Bänder links abiliegen, nach oben das goldene, nach unten das schwarze, bedeckter Helm, welcher einen offenen, goldenen Adlersflug trägt, dessen Flügel je mit dem Sparren und den drei Köpfen des Schildes belegt sind. Die Helnulecken sind schwarz und golden. — Wappenbuch des Königr. Bayern, III. 34. — Siebmacher, V. Zusätze, Tab, 22, No. 3 (der Schild ist damascirt, die Mohrenköpfe haben weisse Binden und sind rechts gekehrt, und vorn Wulste fliegt das schwarze Band rechts, das goldene links ab). — Hörschelmann, Geneal. Adcls- historie, I. Bd. 1. Tb. S. 53 — 65 (mit Wappen und Beilagen, und Desselben Sammlung zuverlässiger Stamm- und Ahnentafeln, I. S. 37. — Neues Geneal. Handbuch, 1778. 1. Tb. S. 124. — v. Lang, Supplem., S. 51. — v. Hellbach, I. S. 625: v. Jungkeninünzer, Jungkenn, Jungkennen, gen. Münzer v. Mobrenslamm. — N. Preuss. Adelslex., III. S. 46: Jungken, die Freiherren und Herren von. — Freih. v. Ledebur, I. S. 404. Bayern, Preussen. Ein, dem ehemaligen Rittercanton am Kocher immatriculirtes Adelsgeschlecht, welches schon in sehr frii- 203 her Zeit in den Rheinlanden vorkommt und den an der Ilaard gelegenen münzerischen Hof als Stammhaus hesass, im 12. und 13. Jahrhunderte aber meist in Speyer lehte. Die Familie erhielt vom Kaiser Carl V., 16. Aug. 1558, einen Wappenbrief, und vom Kaiser Leopold I., 18. Dec. 1696, den Reichsadelstand. Der Rositz der Familie am Oberrhein ist seit der Milte des 17. Jahrhunderts bis in das 18. bekannt: Kleyberg stand dem Geschlechte schon 1653 zu, Freinsheim im Rheinkreise 1710, Adelmannsfelden im Jaxt- Kreise 1750 etc. In Weslphalen war Lilbbrassen im Kreise Dielefeld 1760 und Hüffe im Kreise Rhaden 1780 in der Hand der Familie. Durch zwei Sprossen des Geschlechts, welche in der k. preuss. Armee zu hohem Ansehen kamen, ist der Name der Familie in Preussen mehrfach rühmlich bekannt geworden. Marlin Eberhard v. J., gen. M. z. M., Herr auf Adelmannsfelden, trat 1741 aus württemb. Diensten als Oberst und Regiments-Commandern' in die Armee des Königs Friedrich IL, zeichnete sich vielfach aus, wurde Generalmajor und Chef eines Infanterieregiments, nahm aber 1759 aus Gesundheitsrücksichten den Abschied und starb 1761 im 80. Jahre. Von den fünf Sühnen desselben aus der Ehe mit Eleonore Magdalehe v. Vohenstein stieg Friedrich Carl v. J., gen. M. z. M., in k. preuss. Kriegsdiensten zum Generalmajor, wurde 1794 pen- sionirt und starb 1802. — Joseph Anton Jungkennen, genannt Münzer zu Mohrenstamm, geb. 1752, k. bayer. Kämmerer und Oberstlieutenant, erhielt vom Könige Maximilian I. Joseph v. Bayern durch Rescript vom 16. März 1816 für seine Person die Anerkennung des Freiherrenstandes und wurde als Freiherr der Adelsmatrikel des Königreichs Rayern einverleibt. v. Juritsch zum Strugg, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Mittelschild der Länge nach getheilt: rechts (vorn) von Gold und Rlau quer gelheilt mit einem nach der rechten Seite laufenden Hirsch von natürlicher Farbe (Stammwappen derer v. Juritsch); links (hinten) in Roth eine aufwachsende, vorwärts gekehrte, in Schilfgras gekleidete Jungfrau ohne Arme, mit weissem Spitzenkragen und niedrigem, rundem, schwarzem Hute, welcher mit fünf wechselsweise schwarz und silbernen Federn besteckt ist, und von welchem an einem schwarzen Rande 204 ein goldenes Kreuz bis auf die Brust herabhängt (Mittelschild des Wappens der erloschenen freiherrlichen Familie v. Schnitzenbaum). Schild: 1 in Roth ein einwärts springendes, silbernes Einhorn; 2 ebenfalls in Roth ein aufwachsender, vorwärtssehender, gekrönter, schuppiger, goldener Drache ohne Flügel mit vorgestreckten Vorderklauen und emporgeringeltem Stachelschwanze; 3 von Roth und Silber der Länge nach getheilt mit zwei neben einander gestellten Teichkolben von natürlicher Farbe, und 4 in Roth ein aufwachsendes, einwärtssehendes, silbernes Pferd (die gesaminten Felder des Schildes sind die Felder des Schnitzenbaumschen Schildes). Auf dem Schilde stehen vier gekrönte Helme. Von den mittleren beiden Helmen trägt der rechts stehende (von rechts der zweite Helm) den Hirsch der rechten Hälfte des Mittelschildes aufwachsend (v. Juritsch'scher Helm), der daneben links stehende Helm aber (der dritte von rechts) die Jungfrau der linken Hälfte des Mittelschildes. Aus dem rechten Helme wächst das Einhorn des 1. Feldes einwärtssehend auf, und der linke Hehn (der vierte) trägt den aufwachsenden Drachen des zweiten Feldes (der rechte, in der Milte links stehende und der linke Helm sind die Helme des Schnitzenbaumschen Wappens). Die Decken des in der Mille rechts stellenden Helmes sind blau und golden, die des in der Mitte links stehenden Helmes aber, so wie die des rechten und linken Helmes roth und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Angaben. — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1848. S. 193—195, 1855. S. 288 und 289 (und 1857. S. 357 unter Verweisung auf 1855). Oeslerreich. Johann Jacob v. Juritsch zum Strugg und Alt- guttcnberg, kais. Ober-Zahl- und Proviantmeister in der crobatischen und Meeres-Grenze, wurde vom Kaiser Ferdinand IL, laut Diploms d. d. Wien, 4. Mai 1634, in den erbländisch-Osterreichischen Freiherrenstand erhoben.— Ein aus Ungarn stammendes Adelsgeschlecht, aus welchem Sylvester Jurits vom Kaiser Maximilian IL, laut Diploms d. d. Wien, 9. Juli 1569, unter Bestätigung des schon früher geführten Adels, in den Ritterstand versetzt wurde. Der Sohn desselben, Carl (I.), Ritter v. J., kaufte Strugg und Altgultenberg in Krain, und aus der Ehe mit Cathariua v. Rubensperg stammte Carl (IL), Rath des Erzherzogs Ferdinand und Kriegszahl- und Provianlmeister in der crobatischen und windischen Grenze, welcher durch Vermählung mit Elisabeth Freiin Rauber v. Plankenstein, einer Erbtochter, das von der Mutter angeerbte Schnitzenbaumsche 205 Wappen an sein Geschlecht brachte. Der Sohn (lesseihen war der oben genannte Johann Jacob Freiherr v. Juriisch, gest. 1694, von welchem, aus der Ehe mit Eva Sidonia Freiin v. Kiernherg zum Stein, Freiherr Wolf Carl entspross, von welchem, vermählt mit Hosina Isahella Grälin v. Schroltenbach, Freiherr Franz Adam stammte. Letzterer hatte, aus der Ehe mit Sidonia Freiin v. Stroblhof, einen Sohn, den Freiherrn Anton Joseph, gest. 1749, welcher aus erster Ehe mit Anna Elisabeth Freiin Mordaxt v. Dörtendorf, zwei Sühne hinlerliess, die Freiherren Carl Ignaz und Ferdinand Joseph, welche den Stamm in zwei Linien, der älteren und der jüngeren, fortsetzten. Von dem Stifter der älteren Linie, dem Freiherrn Carl lgnaz, gest. 1763, 1(. k. Landrathe zu Laibach, vermählt mit Fran- zisca Xaveria Gräfin v. Auersperg, stammte Freiherr Leopold Alois Niclas, und von diesem, aus der Ehe mit Maria Felicitas v. Breckerfeld zum Impelhofeh, Freiherr Joseph Franz Anton, welcher, vermählt mit Anna Zelluschek v. Fichtenau, nur eine Tochter, Freiin Hedwig, hinlerliess, die, 31. Oct. 1812, die ältere Linie schloss. Vom Stifter der jüngeren Linie, dem Freiherrn Ferdinand Joseph, gest. 1784, stammle aus der Ehe mit Maria Anna Felicitas Freiin Schweiger v. Lerchenfeld Freiherr Franz Sales Joseph, Herr auf Badelstein und Pletterje in Krain, k. k. Kämmerer und Gubernial- ralh zu Grätz, welcher sich 1805 mit Ernestine Gräfin v. Thurn- Valsassina vermählte. Aus dieser Ehe sind drei Söhne entsprossen: Freiherr Cajetan, geb. 1806, k. k. Kämmerer und Gubernial-Secre- tair zu Laibach, Freiherr Franz, geb. 1809, k. k. Oberlieutenant in d. A., und Freiherr Ernst, geh. 1810, k. k. Kämmerer, Oberst und Begimentscommandant (1853) etc. v. Kanig (Canig). Im silbernen Schilde ein nach der rechten Seile springendes, schwarzes Boss. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, einen blühenden Hanfstengel trägt. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — Die Angaben über das Wappen im Dresdner Kalender zum Gebrauche f. d. Besidenz, 1849, S. 153, sind richtig, nur ist die Tinctur des Adlersfluges nicht angeführt. Sachsen. Johann Kanig, Herr auf Milstrich in der Oberlausitz, wurde nach Erwerb des genannten Gutes vom Kaiser Franz II., 1804, in den Reichsadelsstand erhohen. Derselbe, gest. 1821, vermählt mit Johanna Chrislina Lehmann, Besitzerin des Freigutes Ca- nilz-Christina bei Bautzen, welche 1842 starb, hat den Stamm durch drei Sühne und drei Tochter fortgepflanzt, welche letztere sich sämmllich vermählt hatten, aber bereits verstorben sind. Von den Sühnen ist der ältere, Carl August v. IL, geb. 1803, Herr auf Milstrich. Derselbe war in erster Ehe mit Juliane v. Rümer aus dem Hause Alt-Schünfels vermählt; aus zweiter Ehe mit Adelheid v. Alvenslehen aus dem Hause Calbe an der Mulde leben, neben einer Tochter, Olga, zwei Sühne, Arthur und Emil. — Der mittlere Sohn, Wilhelm Adolph v. Ii., geb. 1806, k. sächs. Regierungs-Referendar, Advocat und Notar in Leipzig, in erster Ehe vermählt mit Bertha v. Alvensleben aus dem Hause Calbe, gest. 1841, ist in zweiler Ehe vermählt mit Mathilde Baumann, aus welcher Ehe eine Tochter, Adolphine, und ein Sohn, Horst, stammen. — Der jüngere Sohn, Curt Heinrich v. IL, geb. 1810 zu Milstrich, hat sich mit Agnes v. Melsch vermählt. v. Karras (Karas, Caras, Carras). Im rolhen Schilde ein schrägrechts gelegter Karpfen oder eine Karausche von natürlicher Farbe. Auf dem Schilde steht ein Helm, welcher eine goldene Säule trägt, die oben mit sechs schwarzen Hahnenfedern, von denen drei sich rechts, drei links kehren, besteckt und nach unten zu mit dem Karpfen des Schildes, welcher quer liegt und rechts sieht, belegt ist. Die Helmdecken sind roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Siebmacher, I. 159: v. Karas, Meissnisch (da die Abbildung die vierte Stelle in der zweiten Reihe der citirten Tafel einnimmt, so liegt nach der bekannten Anordnung der Siebmacber'schen Tafeln der Karpfen im Schilde schräglinks und sieht auf dem Helme links. Die „Declaration" sagt: ein rother Schild, darin ein Karpfen an seiner Farbe. Auf dem Helm auch also, die Säule gelb, die Federn schwarz, die Helmdecke roth und weiss). — v. Meding, I. S. 271 und 272 (giebt zuerst nach einer Stammbaumszeichnung das Wappen, wie folgt: im rolhen Felde ein schrägrechts liegender, silberner Fisch, und auf dem Helme mit rolh-silbernen Decken eine goldene, oben et- 207 was spitz ziigelicnile, mit sechs sich krümmenden schwarzen Hahnenfedern besteckte Säule, unten miL dem Fische quer belegt oder überzogen, und führt dann an, dass der v. Cachedeniersche Leichenstein in der Domkirche zu Naumburg den Fiscli im Schilde und Siebmacher das ganze Wappen links vorstelle). — Knauth, S. 492 und 493: Gares, oder Karis, auch Carras (giebt ausnahmsweise das Wappen an und sagt von demselben: „führen zwei Caraussen oder Kars-Karpffen im Wappen"). — Sinapius, II. S. 715. — Gauhe, 1. S. 963 und 964: v. Karras, Carras. — v. Uechtrilz, diplom. Nachr., IV. S. 70—79 (mit Nachrichten aus den Kirchenbüchern zu Crossen, Merseburg, Dresden, Zörbig, Oderin und Dransdorf von 1520—1787). — v. Hellbach, I. S. 637. — N. Preuss. Adelslexicon, IV. S. 76. — Freih. v. Ledebur, I. S. 416. Sachsen, Preussen. Altes meissnisches, schon seit dem 13. Jahrhunderte bekanntes Adelsgeschiecht, welches später, zu Anfange des 16. Jahrhunderts, in die Niederlausitz kam und sich auch in Schlesien ausbreitete. Friedrich v. Karras soll den Kaisern Otto IV. und Friedrich II. gedient und 1213 den Erzbischof Albrecht zu Magdeburg gefangen genommen haben; Apezen Karras erhielt 1423 von dem Landgrafen in Thüringen und Markgrafen zu Meissen Friedrich Schloss und Voigtei Donyn auf drei Jahre, und Fritz v. K. begleitete 1476, nach Müller, Annai. Sax., den Herzog Albrecht zu Sachsen auf seiner Heise in das gelobte Land. Im Meissnischen war früher die Familie reich begütert. Knauth (a. a. 0.) sagt, dass dieselbe ehemals die schone Elbaue zwischen Meissen und Dresden besessen habe, namentlich die Güter Cölln, Zschaschendorf, Cosswig, Ketschberg, so wie Reinhardsgrimme bei Dippoldiswalde etc., und setzt hinzu, dass das Geschlecht nunmehr (1691) im Meissnischen vermuthlich gar abgestorben sei. — In der Niederlausitz, in welcher ein den Namen der Familie führendes Gut im jetzigen Kreise Lübben liegt, besass das Geschlecht schon 1500 Craupe im Kreise Luckau und 1520 Schönfeld im Kreise Calau. Zu diesen Gütern kamen im Laide der Zeit bis gegen Milte des 18. Jahrhunderts mehrere andere Güter, namentlich Jetsch, Krossen, Schenkendorf, Drahnsdorf etc. Gauhe führt an, dass im Anfange des 18. Jahrhunderts drei Brüder v. K. Herren der Güter Jetsch, Schenkendorl und Krossen gewesen waren, doch sind die Angaben über diese Brüder ebenso, wie über einige andere Glieder der Familie, nicht genau, wie sich aus den Mittheilungen ergiebt, welche v. Uechtritz (a. a. O.) gemacht hat. Die Mittheilungen des Letzteren beginnen 208 mit Nicol v. Karras, Herrn auf Craupe und Schünfeld, welcher um 1520 lebte und mit Aemilia v. Nisclnvitz vermählt war. Von demselben stammte Erasmus, vermählt mit Ursula v. Kürbitz, und aus dieser Ehe entspross Georg Adam, Herr auf Ober-Horka, Wachtmeister-Lieutenant von der kurfürstl. sächs. Leibgarde, in erster Ehe vermählt mit Martha v. Gersdorl. Der Solln aus dieser Ehe, Caspar Ernst, gest. 1678, Herr auf Krossen, welches er 1638 kaufte, so wie auf Jetsch, erst kais., dann k. schwedischer Oberstwachtmeister, hatte aus zweiter Ehe mit Christine v. d. Droessel sechs Sühne, von welchen zwei in Ungarn blieben, und einer, Wolf Christoph, in k. k. Diensten in Folge eines Sturzes vom Pferde starb, drei aber, Caspar Siegfried, Heinrich Ernst und Jobst Heinrich, den Stamm fortpflanzten. Caspar Siegfried, gest. 1707, Herr auf Krossen und Tromsdorf, Landesgerichtsassessor und Landes-Syndicus in der Niederlausitz, vermahlte sich mit Anna Catharina v. Klitzing, und von den drei Sühnen desselben war der älteste, Hans Heinrich (I.), gest. 1714, Herr auf Krossen, Drahnsdorf, Liedekable und Golssen, nach dem Tode des Vaters, ebenfalls Landes-Syndicus der Niederlausitz. Aus der Ehe des Letzteren mit Catharine Elisabeth v. Stullerheim stammte Hans Heinrich (IL), Herr auf Krossen etc., Ober-Steuereinnehmer in der Niederlausitz, welcher sich mit Eva v. Stutterheim vermählte, aus welcher Ehe, neben sieben Tüchtern, ein Sohn, Gottlob, Kreissteuereinnehmer zu Luckau, entspross, welcher 1767 ohne männliche Nachkommen starb.— Heinrich Ernst (s. oben), gest. 1716, Herr auf Jetsch, früher kurbrandenburg. Rittmeister, war in erster Ehe vermählt mit Anna Elisabeth v. d. Dhame, und aus dieser Ehe stammle Siegmund Ernst, gest. 1743, Herr aul Jetsch, welcher aus der Ehe mit Ursula Elisabeth v. Schünnermark nur eine Tochter, Aemilia Chrisliane, hinterliess, welche sich mit Joachim Wilhelm v. Schlieben auf Oderin, Landesdeputirten in der Niederlausilz, vermählte.— Jobst Heinrich (s. oben), gest. 1718, Herr auf Schenkendorf, herzogl. Sachsen-Merseburgischer Kammerjunker und Oberstallmeistcr, halte aus zweiter Ehe mit Johanne Helene v. Weisen, aus dem Hause Wallendorf, sechs Sühne, zwei derselben starben jung, Johann Gottlob fiel 1745 bei Kesselsdorf, und Heinrich Carl starb 1747 als kursächs. Capitain, Hans Ernst aber und Moritz Erdmann setzten den Stamm fort, doch starb der Sohn des Hans Ernst, gest. 1757, Herrn auf Schenkendorf, kursächs. Majors, nachherigen Sachs.-Weissenfelsischen Hausmarschalls, Johann Heinrich Wilhelm, jung. Von Moritz Erdmann, gest. 1770, 209 kursächs. Amtshauptmanne zu Zörbig, stammten aus der Ehe mit Luise Amalie v. Ende drei Söhne, August Ludwig, kursächs. Finanz- secretair, gest. 1785, August Friedrich Erdmann, kursächs. Lieutenant, gest. 1772, und Christian Heinrich Gottlob, geb. 1750, welcher 1792 kursächs. Lieutenant bei dem adeligen Cadettencorps zu Dresden war. Mit Letzterem scheint später der Mannsstamm des Geschlechts ausgegangen zu sein. Karwinsky v. Karwin, Freiherren. Schild geviert mit. Mittelschilde. Im silbernen Mittelschilde ein rechtssehender, gekrönter, schwarzer Adler. I und 4 in Blau drei goldene Seilschlingen, jede in Gestalt einer Acht, welche mitten im Schilde nach Art eines Schächerkreuzes zusammengestellt sind (Stammwappen, Wappen des polnischen Stammes Ivitliczj, und 2 und 3 in Roth ein rechts gekehrter, doppelt geschweifter, silberner Löwe. Auf dem Schilde steht eine fünfperlige Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Der mittlere Helm tragt den Adler des Mitlelschildes, der rechte die drei Seilschlingen des 1. und 4. Feldes, und der linke den Löwen des 2. und 3. Feldes. Die Decken des mittleren Helmes sind schwarz und silbern, die des rechten blau und golden, und die des linken roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 37. — v. Hefner, 11. 41 und S. 42 (beschreibt das im 1. und 4. Felde und auf dem rechten Helme sich befindende Stammwappen, wie folgt: in Blau drei goldene, in Form einer 8 geschlungene Seile, die im Dreipass gegen einander gekehrt sind, und setzt in Bezug auf den Löwen im 2. und 3. Felde und auf den Adler im Mittelschilde hinzu, dass der Löwe wahrscheinlich auf die Herkunft auf Böhmen hindeute, während der Adler sich auf das Vorkommen in Schlesien beziehe). — Das Stammwappen der Familie ist zunächst aus Siebmachers Wappenbuche, I. 76: Die Karwinsker, Schlesisch, bekannt. Die drei beschriebenen Seile im Schilde sind durch einen in der Mitte desselben befindlichen kleinen Ring mit einander verbunden, auf dem Helme aber, welcher weder gekrönt noch gevvulstet ist, stehen die drei Seile neben einander, das mittlere aufrecht, die seitlichen schräg. Die „Oeclaration" sagt: ein blauer Schild, die Schlingen darin gelb. IV. 14 210 Auf dem Helme desgleichen, die Helmdecke blau und gell». — Aul Siebmacher und Sinopius, 1. S. 502, gestützt, bat v. Meding, II. S. 291, das Wappen, wie folgt, beschrieben: dasselbe zeigt drei in der Mitte des blauen Feldes gleichsam als durch einen Hing mit einander verbundene, goldene Schlingen, oder Seile, deren jedes dergestalt dreimal durch sich seihst gezogen ist, dass es die Figur der achten Zahl annimmt. Eins dieser Seile geht gerade aufwärts, nach dem Helme, die anderen beiden schräg niederwärts, nach den Unlervvinkeln. Ihre Enden kehren sich und zwar des oberen oben gegen die rechte Seite, die der beiden unteren aber unten gegen einander. Auf dem Helme sind drei solche Seile doch neben einander aufwärts gestellt. Ihre Enden gehen aufwärts, das vom ersten links, die von den beiden letzten rechts gekehrt. Die Helm- decken sind golden und blau. — Gaulle, I. S. 966: v. Kanvintzki (nach Lucae und Sinapins). — v. Lang, Supplement, S. 52. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungshand, S. 69. — v. Hellbach, I. S. 637. — N. Preuss. Adelslexicon, III. S. 77 und 78 (sagt vom Stammwappen, dass dasselbe im blauen Schilde drei künstlich zusammen gedrehte, in der Mitte in einander gehende, gelbe Schlingen zeige und setzt in Bezug auf letztere kurz hinzu: „sie wiederholen sich auch auf dem Helme"). — Freih. v. Ledebur, 1. S. 417 (giebt an, dass, wie oben angenommen worden ist, die drei Seilschlingen, jede in Gestalt einer 8, mitten im Schilde nach Art eines Schächerkreuzes zusammengestellt sind . Oesterreich, Bayern, I'reussen. Johann Nepomuk Wenzel Karwinski v. Karwin, k. k. Generalmajor, wurde vom Kaiser Franzi, von Oesterreich, 6. Aug. 1813, in den erbländisch-österr. Freiherrenstand erhoben. — Altes, ursprünglich polnisches Adelsgeschlecht, welches aus Polen nach Schlesien und später auch nach Böhmen kam. Das Stammschloss Karwin liegt im jetzigen Oppeln- schen Kreise Oberschlesiens, und die Familie war auch im Teschen- schen mit Tscharnowitz angesessen. Pertzick Karhinski kommt 1445, Niclas Karwinski v. Karwin 1530, und Peter v. Kanvintzki auf Karwin als der Fürsten zu Teschen Land- und Regierungsrath 1572 vor. Johann Joseph K. v. K. war 1709 königl. Hauptmann des Schlauer Kreises in Böhmen. Später haben zu verschiedenen Zeiten Glieder der Familie in der k. preuss. Armee gestanden und noch 1823 kommt ein v. K. als k. preuss. Capitain und Rendant beim Train-Depot in Graudenz vor. Ein Sohn des oben genannten k. k. Generalmajors Johann Nepomuk Wenzel Freih. K. v. K., Wil- 211 heim Friedrich Freiherr K. v. K., k. bayerischer Kämmerer, vormals k. spanischer Berghauptmann in Mexico, war, wie v. Lang (a. a. 0.) anführt, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingelragen. Kerndlmayer v. Ehrenfeld, Ritter. Schild der Länge nach gelheilt: rechts in Silber ein auf grünem Boden stehender, vorwärts gekehrter Mann, welcher in der Rechten drei goldene Aehren emporhält und die Linke in die Seite setzt. Derselbe trägt einen schwarzen Hut, rothen Rock mit silbernein Kragen, Aufschlägen und Gürtel, rolhe Reinkleider, weisse Strümpfe und schwarze Schuhe; 2 in Blau ein von der Mitte der seitlichen Feldesränder gegen das Feldeshaupt aufsteigender, silberner Sparren, unter welchem ein sechsstraliliger, goldener Stern schwebt. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst der Mann der rechten Schildesliäll'te, mit den Aehren in der Hand, zwischen zwei Büffelshörnern auf, welche von Roth und Silber mit gewechselten Farben quer getheilt sind, und der linke Helm trägt einen offenen Adlersflüg, zwischen dessen von Gold und Blau mit gewechselten Farben quer getheilten Flügeln ein sechsstraliliger, goldener Stern schwebt. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern, und die des linken blau und silbern. — Ilahdzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 124 und 208. — v. Hellbach, 1. S. 646. Oesterreich. Anton Joseph Kerndlmayer, wurde vom Kaiser Franz I., 27. Sept. 1759, wegen der Verdienste seiner Voreltern und seiner Verwendung bei dem Bancalfache, mit dem Prädieale: v. Ehrenfeld, in den Adelstand erhoben, und 29. Dec. 1760 in den erbländisch-üsterreichischen Riltersland versetzt. Y. Kessler, genannt Sprengseisen (Kessler v. Sprengseisen, Sprengeisen). Im blauen Schilde ein nach der rechten Seite gekehrter, goldener Löwe, welcher in den Vorderpranken einen in der Mitte 14* 212 durchgebrochenen Eisenstab vor sieb hält. Das obere Stück desselben wird von der rechten Vorderpranke in schräglinker Richtung, das untere von der linken Vorderpranke gerade abwärts gehalten. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Blau und Gold sechsmal gewundenen Wulste bedeckter Helm, aus welchem der Löwe mit dem durchgebrochenen Eisenstabe in den Vorderpranken aufwächst. Die Helmdecken sind blau und golden. — Mönch, Wappenbuch Zittauischer Geschlechter, Tab. 34: Kesler v. Springseissen. — Das über der Pforte-Mühle zu Zittau in Stein gehauene Wappen, ein Allianzwappen rechts mit v. Hund und Altengrotlkau und der Umschrift F. L. v. II. und A. M. v. II. G. v. K. (Friedrich Ludwig v. Hund und Altengrotlkau, geb. 14. Febr. 1670, vermählt 1711 zu Zittau mit des Kaufmanns Looses [Lossa] Wittwe, Anna Martha v. Kessler, gen. Sprengeisen, gest. 19. Juni 1719) zeigt den Löwen im Schilde und auf dem Helme doppelt geschweift. — Die Abbildung und wörtliche Beschreibung des Wappens nach dem Wappenbriefe von 1571 (s. unten) hat Dorst, Allgem. Wappenbuch, IL S. 42 und 43, gegeben. Im Grunde des blauen Schildes erbeben sieb neben einander drei erdfarbene, schroffe Berge, aul welchen ein rechts gekehrter, goldener Löwe mit hochaufgeschlagenem Schweife und rolher, ausgeschlagener Zunge, welcher in den Vorderpranken ein gesprengtes Eisen (den Ring eines Kessels) hält, so steht, dass die linke Hinterpranke auf der linken, die rechte auf der rechten Bergspitze ruht (die Stellung des Löwen ist nicht aus der Beschreibung im Wappenbriefe, sondern nur durch einen Blick auf die Abbildung verständlich). Auf dem Schilde steht ein Siechhelm mit blaugoldenen Decken und Wulste, welcher den Löwen des Schildes mit dem gesprengten Eisen in den Vorderpranken aufwachsend trägt. Das gesprengte Eisenstück, welches Dorst, wie angeführt, als Ring eines Kessels gegeben hat, stellt in der Abbildung ein ganzes, nicht, wie oben nach Mönch angenommen wurde, durchgebrochenes Eisenstück dar. Oesterreich, Sachsen. „Christian WolfTgang, Hans und Paul die Kessler genannt Sprengseysen, allesammt Gebrüder", erhielten wegen treuer Trabantendienste etc. vom Kaiser Maximilian II., d. d. Scldoss Prag, 20. März 1571, einen erblichen Wappenbrief. — Eine aus Böhmen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in die Ober-Lausitz gekommene Adelsfamilie, welche daselbst bis gegen die Mitte des 18. Jahrhunderts geblüht bat. Aus derselben stammte Anna Martha v. K. gen. S. (s. unten den Artikel: Edle v. Lossa), 213 welche sich, wie ohen angegeben, in zweiter Ehe, 1711, mit dem oben genannten Obersten v. Hund und Altengrottkau vermählte. Kindler v. Trappenstein. Schild der Länge nach getheilt: rechts von Roth und Silber sechsmal quer gestreift; links in Schwarz auf einem im Feldes- fusse sich erhebenden Dreiberge von natürlicher (graulicher; Farbe ein doppelt geschweifter, nach der rechten Seite aufgerichteter, goldener Löwe mit rother, ausgeschlagener Zunge, welcher mit der rechten Hinterpranke auf der mittlem, mit der linken auf der linken Spitze des Dreibergs steht. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm und auf diesem ein Dreiberg von der erwähnten Farbe, auf dessen mittlerer Spitze ein rechts gekehrter Trappe von natürlicher Farbe, mit ausgebreiteten Flügeln und in der erhobenen rechten Klaue ein Schwert mit goldenem Griffe aufrecht haltend, mit der linken Klaue steht. Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden und links roth und silbern. — Mönch, Wappenbuch Zittauischer Geschlechter, Tab. 13. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 432, ohne Angabe des Wappens. Oesterreich, Sachsen. Sigismund Kindler, des Rathes zu Zittau Syndicus (später Bürgermeister, gest. 1624), wurde vom Kaiser Matthias, laut Diploms d. d. Prag, 15. Oct. 1612, nebst seinem Bruder, mit dem Prädicate: v. Trappenstein, in den Adelstand erhoben. Eine Tochter desselben, Emerentia Kindler v. Trappenstein, vermählte sich mit Christian v. Hartig, Bürgermeister in Zittau (s. den Artikel v. Hartig), und in Folge dieser Vermählung kommt Name und Wappen der Familie Kindler v. Trappenstein in den Ahnen- und Stammtafeln der Familien v. Hartig, v. Kyau, Freih. v. Manteuffel, Freih. v. Wagner etc. vor. Die hier besprochene Familie Kindler v. Trappenstein ist übrigens von der schlesischen Familie v. Kindler, welche in der Mitte des 18. Jahrhunderts ausgestorben ist, so wie von dem ebenfalls erloschenen niederlausitzi- schen Geschlechte Kindler v. Zackenstein, über welche Familien Gauhe, II. S. 527 und 528 nach Lucae und Sinapius, so wie neuerlich Freih. v. Ledebur (a. a. 0.) berichten, wohl zu unterscheiden. 214 v. Kindt. Schild der Länge nach und in der linken Schildeshälfte quer getheilt, also dreifeldrig: 1 (rechts) in Blau auf grünem Boden ein vorwärts gekehrtes, nacktes Kind, welches mit aufgehobener Linken und gesenkter Rechten eine Guirlande schräg vor sich hält, und zu dessen Füssen am äusseren Feldesrande ein einwärts gekehrter Hahn steht; 2 (links oben) in Silber drei neben einander stehende Bienen von natürlicher Farbe, und 3 (links unten) in Roth eine Kirche mit hohem, der Theilungslinie des Schildes nahe stehendem Tlnirrne. Auf dem Schilde steht ein Helm, aus welchem ein nach der rechten Seite sehender Engel aufwächst, welcher in der ausgestreckten Rechten einen grünen Kranz hält, während die Linke an der Seite herabhängt. Die Helmdecken sind rechts blau und silbern und links roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — Dresdner Kalender zum Gebrauch für die Residenz, 1849. S. 153 (der Hahn unten im I. Felde ist nicht angegeben). — Freiherr v. Ledebur, I. S. 432 (ohne Angabe über das Diplom und Wappen). Sachsen. Der Rittergutsbesitzer Kindt, Herr auf Hochkirch etc., wurde vom Könige Friedrich August 1. von Sachsen, im Nov. 1816, in den Adelstand des Königreichs Sachsen erhohen. Als Güter der Familie wurden neuerlich angegeben: Elbersdorf, Kuppritz und Kuhschütz, Hochkirch etc. (letztere drei in der Oberlausitz). v. Kissling. Im blauen Schilde ein mit den Sicheln nach unten gekehrter, goldener Halbmond mit Gesiebt, welcher oben rechts und links, so wie unten von einem sechsstrahligen, goldenen Sterne begleitet wird und über welchem eine goldene Lilie schwebt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher, zwischen zwei von Gold und Blau mit gewechselten Farben quer getheilten AdlersQligeln, die Lilie des Schildes trägt. Die Helmdecken sind blau und golden. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — Wappenbuch der Sächs. Staaten, IV. 51. — Münch, Wappenbuch Zittauischer Geschlechter, Tab. 7. — D. Pescbeck. Handbuch der 215. Geschichte von Zittau, II. S. 800. — Freih. v. Ledebur, I. S. 434 (ohne Angahe des Wappens). Oesterreich, Sachsen. Anton Kissling, Sohn des Hans K., Gerhers in Zittau, gest. 1589, erlangte wegen 24jähriger rühmlicher Kriegsdienste im kaiserlichen Heere vom Kaiser Carl V., 1541, nehst seinem Bruder, Johann K., einen Adels- und Wappenbrief; weil aber diesen Brief 1608 das Feuer in Zittau verzehrte, liessen sich die nachgelassenen Söhne und Enkel vom Kaiser Ferdinand II., 21. Juli 1625, das Diplom von Neuem bestätigen. Das Geschlecht zählte im ganzen 17. und 18. Jahrhundert zu den angesehensten Familien der Stadt Zittau, machte aber von dem ihm zustehenden Adel keinen Gehrauch, bis Carl Heinrich Kissling, Herr auf Badgendorf, Ober-Amts-Advocat in Zittau, von Neuem ein Bestätigungs- und Erneuerungsdiplom des alten Adels seiner Familie, welches Diplom von Einigen filr ein Adelsdiplom gehalten wird, vom Kaiser Franz II., 15. Sept. 1805, erhielt. Der Stamm ist, so viel bekannt, im Mannsstainme nicht fortgesetzt worden. Kletzl Edle v. Mannen. Schild quer getheilt: oben in Roth ein nach der rechten Seite im Gehen begriffener, silberner Löwe mit offenem Rachen, rother, ausgechlagenerZunge und über dem Rücken aufgeschlagenem Schweife, welcher in der rechten aufgehobenen Vorderpranke ein Schwert mit goldenem Griffe hält, und unten in Blau auT grünem Boden zwei dreizinnige, silberne Festungsthürme mit geschlossenen Fenstern und Thoren, zwischen welchen eine silberne Lilie schwebt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher zwei Büffelshörner, rechts ein rothes und links ein blaues, trägt. Die Hehndecken sind rechts roth und silbern und links blau und silbern. — Handschriftliche Notizen. Oesterreich. Wenzel Kletzl, k. k. Rittmeister und 1856 als Major zu Gratz verstorben, wurde vom Kaiser Franzi, von Oesterreich, laut Diploms d. d. Wien, 22. Dec. 1831, mit dem Prä- dicate: Edler v. Mannen, in den Adelstand erhoben. Derselbe hatte aus der Ehe mit Antonia v. Ivuhik mehrere Söhne und Töchter. Von ersteren steht Anton Kletzl Edler v. Mannen jetzt als Hauptmann im k. k. 27. Infanterie-Regimente König Leopold I. von Bei- 216 gien, und die eine Tochter, Eleonore, ist seit 1841 mit dem k. k. Rittmeister Wilhelm Freiherrn v. Lersner, die andere, Charlotte, mit dem k. k. Obersllieutenant Freiherrn v. Ehrenburg vermählt. y . Kleudgen, Freiherren. Schild mit Mittelschilde. Im silbernen Mittelschilde ein rechtssehender, gekrönter, schwarzer Adler. Im goldenen Schilde ein dasselbe ganz überziehendes, schwarzes Andreaskreuz, welches von vier, mit der Flamme rechts gekehrten, schwarzen Lampen in antiker Form, oben, in der Mitte rechts und links und unten, hegleitet ist. Auf dem Schilde stehen zwei mit fünfperligen freiherrlichen Kronen gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen offenen, schwarzen Adlersflug, und der linke drei Straussenfedern, silbern, schwarz, silbern. Die Decken beider Helme sind schwarz und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 41. — v. Hefner, II. 41 und S. 43 (die Farben der Lampen sind weder in der Abbildung, noch in der Beschreibung angegeben, und die Helme mit gewöhnlichen Kronen gekrönt). — v. Lang, S. 167. — v. Hellbach, I. S. 665. Bayern. Jacob Joseph Kleudgen, Teutschordcnscher Geh. Rath und Canzler, wurde vom Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, 4. Juli 1792, in den Freiherrenstand erhoben. Derselbe, geb. 1738, ist als k. bayer. Geh. Rath und ehemaliger Teutschordenscher Geh. Rath und Canzler in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen worden. v. Kneisen. Im blauen Schilde drei (2 und 1) goldene Kleeblätter mit kurzen Stielen. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher drei blaue Straussenfedern trägt, von welchen jede in der Milte mit einem grünen Kleeblatte belegt ist. Die Helmdeckeu sind blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, E. 8. — Spiel, Vaterländ. Archiv, Bd. IV. Hannover 1821, S. 415. — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 175. 217 Hannover. D. Heinrieh August Kneisen in Lüneburg, nachmals k. hannoverscher Ober-Commerz-Commissair und Dechant des Stifts Bardowick, wurde vom Kaiser Franz IL, 5. Febr. 1804, in den Reichsadelstand erhoben; eine Erhebung, welche im Königreiche Hannover 24. Jan. 1815 amtlich bekannt gemacht wurde. Die Familie, welche 26. März 1847 erloschen ist, gehörte zu dem land- sässigen Adel des Königreichs Hannover und besass ein Gut in Hoya. v. Koch. Wappen (wörtlich nach dem Diplome): Auch wollen Wir sein (s. unten) ererbtes Familienwappen, bestehend in einer blauen Lilie mit darüber schwebendem blauen, das Gesicht abwärts kehrenden, Halbmonde im goldenen Felde — in einem silbernen, goldgekrönten, roth ausgeschlagenen, mit blau und goldenen Helmdecken verzierten, olfenen und gerade gestellten Turnierhelme, nebst anhängendem Kleinode, mit darüber schwebender Lilie und dem Halbmonde des Wappenfeldes — und in dem Wahlspruche: „candidior illis" hiermit dergestalt bestätigen, vermehren und verbessern, dass das goldene Feld mit der blauen Lilie und dem darüber schwebenden Halbmonde von einer rothen, mit acht silbernen, Unsern gekrönten Nainenszug (W) in blauer Farbe tragenden Schilden belegten Bordüre zum Andenken an den von Uns verliehenen Adel, umgeben, der offene Turnierhelm aber mit fünf weissen aus der Krone emporwachsenden, an ihren Spitzen mit einem goldenen Sterne versehenen Straussfedern, von denen die mittlere die Lilie und den Halbmond des Wappenschildes trägt, geziert, und an der rechten Seite mit blau und goldenen, an der linken Seile mit blau und silbernen Helmdecken umgehen sein soll. Der Wahlspruch aber candidior illis soll mit goldenen Buchstaben in einem blauen Bande geführt werden." — Abdrücke von Petschaften, von denen einige die vorbeschriebene Bordüre mit den acht silbernen Schildchen, deren jedes mit einem blauen, gekrönten W belegt sein soll, nicht zeigen. — Nach dem mitgethcilten Wortlaute des Diploms sind im Wappenbuche des Königreichs Hannover und des Herzogthums Braunschweig, F. 8 und S. 9, die Farben dieses Wappens mehrfach unrichtig angegeben. Die in diesem Werke gegebene Beschreibung ist nämlich folgende: „v. Koch. Lilie, darüber ein gestürzter Mond, 218 sillier in Gold. Rothei' Schilclesrand, belegt mit acht Schildchen, auf deren jedem der Buqhstabe W unter einer Krone, sillier in Gold. Hehn gekrönt. Fünf goldene Straussfedern, je auf der Spitze belegt mit einem silbernen Sterne, auf der mittlem ausserdem Lilie und Mond, Helmdecken: Roth, gold und sillier." Braunschweig. Der Ministerialrat!), nachherige Geheimeralh Johann Georg Christian Koch wurde vom Herzoge Wilhelm von Braunschweig wegen seiner guten Eigenschaften und seiner Pflichttreue im Amte mittelst Diploms vom 25. April 1837 für sich und seine ehelichen Leibeserben in den Adelstand erhoben, auch bei dieser Verleihung bestimmt, dass, wenn derselbe ohne Leiheserben bleiben sollte, der ihm verliehene Adel alsdann auf einen der in rechtmässiger Ehe geborenen Siilme seines Bruders, des k. hannoverschen Premier-Lieutenants Johann Friedrich August Koch, übergehen und von selbigem auf seine ehelichen Descendenten weiter vererbt werden soll. Für den letzteren Fall soll der Erhobene seine Wahl treffen, diese gehörig zur Anzeige bringen und die landesherrliche Bestätigung erwirken. Derselbe hat sich nicht vermählt. v. Köckh (Koeckh v. Maurstetten), Freiherren. Schild geviert: 1 und 4 von Schwarz und Gold der Länge nach gelheilt mit einem auf der Theilungslinie aufwachsenden, vorwärtssehenden Manne, welcher in der Rechten ein Schwert mit goldenem Grille aufrecht hält und die Linke in die Seite stemmt. Die Kleidung des Mannes und die Mütze desselben sind rechts golden, links schwarz, Kragen, Aufschläge und Gürtel aber, so wie der Aufschlag der Mütze, rechts schwarz, links golden; 2 und 3 in Gold zwei über einander stehende schwarze Sparren. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den aufwachsenden Mann des 1. und 4. Feldes mit dem Schwerte trägt. Die Hehndecken sind schwarz und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 41. — v. Hefner, II. 41 und S. 43: Köckh v. Maurstetten (die ganze Kleidung und die Mütze des Mannes im 1. und 4. Felde, so wie auf dem Helme sind, der Beschreibung nach, rechts golden, links schwarz, doch zeigt die Abbildung den Kragen nicht tingirt). — Bei Erhebung in den Freiherrenstand ist das adelige Wappen unverändert beibehalten worden. Das adelige Wappen giebt Sieb- '219 niachor, I. 95: l)ic Keddien v. Maursteten, Bayerisch. Die „De- claration" sagt: der obere Vordertheil vorn schwarz, daneben gelb, das Männlein darin an solcher Farbe abgetheilt, das llinterfeld gelb, die zwei Sparren darin schwarz. Auf dein Helme eine gelbe Krone, das Männlein schwarz und weiss getheilt, die Helmdecke auch schwarz und gelb. — v. Lang, S. IG8. - v. Ilellbach, I. S. 674. Bayern. Carl Adam Köckh v. Maurstetten (Mauerstetten), kurpl'alzhayer. Kämmerer und Truchsess, wurde vom Kaiser Leopold I., 6. Oct. 1688, in den Freiherrenstand erhoben. Derselbe stammte aus einem angesehenen althayerischen Adelsgesrhlechtc-, und ein Ur-Ur-Enkel, Johann Nepomuk Felix Franz de Paula Freihen 1 v. Kückh, geb. 1779, k. bayer. Lieutenant, war, wie v. Lang (a. a. 0.) angiebt, in die Adelsmalrikel des Königreichs Bayern eingetragen. Neueren Nachrichten zu Folge ist der Mannsstamm des Geschlechts, wahrscheinlich mit dem genannten Freiherrn Johann Nepomuk Felix Franz de Paula, erloschen. v. Könen. Im schwarzen Schilde drei goldene Pfähle, von welchen der rechts stehende nur vom Schildesfusse bis zur Schildesmitte reicht. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen offenen, von Schwarz und Gold mit gewechselten Farben quer gelheilten Adlersllug trägt. Die Hehndecken sind schwarz und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 68. — v. Hellbach, I. S. 676. •—- N. Preuss. Adelslex., I. S. 42, III. S. 5 und S. 137 und I38, und V. S. 275. — Freih. v. Ledebur, I. S. 458. Preussen. Abraham Könen, k. preuss. zweiter Präsident bei dem Justiz-Departement der clevischen Regierung, wurde vom Könige Friedrich II. von Preussen, 29. April 1749, wegen geleisteter guter Dienste hei der Justizreform, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe starb 5. März 1757. Später wurde sein Neffe, Johann Könen, k. preuss. Geh. Ober-Tribunalrath, vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 18. (II.) Mai 1802, ebenfalls mit dem oben beschriebenen Wappen, in den Adelsstand erhoben. Derselbe, gest. 12. Juni 1805 als k. preuss. Ober- Justizrath und erster Präsident des Geh. Obertribunals, hat eine 220 zahlreiche Nachkommenschaft hinterlassen, welche in k. preuss. Staatsdiensten zu hohen Ehrenstellen gelangt ist. v. König. Im silbernen Schilde zwei neben einander stehende, die Sachsen einwärts kehrende, schwarze Adlersflügel. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Silber, Roth und Schwarz gewundenen Wulste bedeckter Hehn, welcher drei Straussenfedern, silbern, schwarz, roth, trägt. Die Hehndecken sind rechts schwarz und silbern, links roth und silbern, und hinter dem Schilde kreuzen sich zwei preuss. Espontons. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 68. — v. Hellbach, I. S. 676 und 677. — N. Preuss. Adelslexicon, III. S. 139 und V. S. 276. — Freiherr v. Ledebur, 1 S. 458. Preussen. Die Brüder Friedrich Wilhelm König, k. preuss. Lieutenant im Regiment v. Beschefer, und Philipp Christian König, ebenfalls in k. preuss. Kriegsdiensten, wurden vom Könige Friedrich Wilhelm 1. von Preussen, 22. Juli 1721, in den Adelstand des Königreichs Preussen erhoben. Dieselben stammten aus der bekannten Patricierlämilie König in Halle, doch wurde bei ihrer Erhebung in den Adelsland nicht das alte Familienwappen: im rothen Schilde ein gekrönter, mit Zepter, Reichsapfel und Krönungsmanlel ange- thaner, vorwärts gekehrter König (v. Dreyhaupl, Tab. XXVII) beibehalten, sondern das oben beschriebene verliehen. — Philipp Christian v. König blieb als k. preuss. Hauptmann, 1745, in der Schlacht bei Kesselsdorf, Friedrich Wilhelm v. König aber, welcher sich in Ostpreussen im Mohrunger Kreise angekauft hatte, pflanzte den Stamm fort. v. König, Freiherren. Im schwärzen Schilde ein unten aus den Seitenrändern bis über die Mitte des Schildes aufsteigender, gerader, silberner Sparren, welcher mit fünf aufrecht gestellten, weiss gefiederLen, eisernen Pfeilen belegt und von drei silbernen Dreiecken, zwei oben neben 221 einander und eins unten , begleitet ist. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen offenen, schwarzen Adlersflug, und der linke drei Straussenfedern, schwarz, silbern, schwarz. Die Decken beider Helme sind schwarz und silbern, und den Schild halten zwei auf grünem Boden stehende, auswärtssehende, golden gekrönte und bewehrte, schwärze Adler, welche auf der Brust den königlichen, goldenen Namenszug FB. tragen. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, II. 45. — v. Hellbach, I. S. 676. — N. Preuss. Adelslexicon, 1. S. 44 und III. S. 138. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 458. Preussen. Die Gebrüder Carl Simeon Gerhard und Gisbert Wilhelm v. König, Besitzer der Rittergüter ClyfT und Aldent in der Grafschaft Mark, wurden vom Könige Friedrich IL, 16. Dec. 1763, in den Freiherrenstand des Königreichs Preussen erhoben. Dieselben stammten aus einem ursprünglich elsassischen Adelsgeschlechte. Zu diesem Geschlechte gehörten, wie das N. Preuss. Adelslexicon (a. a. 0.) angiebt, der k. preuss. Landrath im Liehenburgischen Kreise Freiherr v. K., so wie die Gebrüder, der 1827 zu Berlin verstorbene k. preuss. Oberst a. D. Freiherr v. K., und der nach 1830 zu Lichtenberg bei Berlin verstorbene k. preuss. Kammerherr Freiherr v. König. Beide starben ohne Nachkommen und waren wohl die Letzten ihres Stammes. v. Könitz (in Thüringen, Franken etc.), auch Freiherren. Im silbernen Schilde zwei neben einander aufrecht gestellte, an einander stossende, rothe Wecken. Auf dem Schilde steht ein Helm, aus welchem vorwärts gekehrt und etwas rechtssehend ein Mohr ohne Arme aufwächst, dessen Kleidung der Länge nach von Roth und Silber getheilt ist, und dessen Kopf mit einer rothsilbernen Kopfbinde, deren Bänder links abfliegen, umgeben ist. Die Helmdecken sind rollt und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Siebmacher, I. 146: v. Könitz, Thüringisch (nimmt die Wecken als Steine und den Rumpf auf dem Helme als Mohrenrumpf an. Die „Declaration" sagt nämlich: ein weisser Schild, die beiden Steine darin roth. Auf dem Helme das Möhrlein in roth und weiss ab- getheiller Kleidung und Binden auf dem Kopfe, die Helmdecke auch roth und weiss). — Val. König, III. S. 573 — 581 (giebt das Wappen, wie beschrieben, nur trügt der ITelm nicht den Rumpf eines Mobren, sondern den eines Mannes, und beschreibt dasselbe, wie folgt: im silbernen Schilde zwei neben einander aufrecht gestellte, rothe Wecken. Auf dem adeligen Turniersbelm ruht ein roth und silbern gekleideter Mann ohne Arme, dessen Ilaupt mit einer roth und silbern gewundenen, fliegenden Zindel-Binde gebunden ist). — Tyrolf, I. 69, und Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 42: Freiherren v. Könitz (im silbernen Schilde in einer schwebenden, rothen Einfassung zwei oben und unten, so wie rechts und links an diese Einfassung anstossende, neben einander aufrecht gestellte, einander berührende Wecken. Dieselben sind roth eingefasst und im Wappenbuche des Königreichs Bayern in der Mitte von Gold und Roth geviert, in Tyrofl's N. A. W. W. dagegen ist die rechte Wecke von Gold und Roth, die linke aber von Roth und Gold geviert: Abbildungen, welche nach allen bekannten Angaben Uber das Stammwappen sich als unrichtig ausweisen. Auf dem Schilde steht ein mit einer fünfperligen Krone gekrönter Helm, aus welchem der Rumpf eines vorwärtssehenden Mohren aufwächst, dessen Kleidung der Länge nach von Silber und Roth getheilt ist und welcher auf dem Kopfe einen von Silber und Roth gewundenen Wulst, dessen weisse, roth eingelässte Bänder links abfliegen, trägt. Die Ilelm- decken silbern und roth). — v. Heiner, II. 41 und S. 43: Freiherren v. Könitz auf Untersimau (giebt das Wappen ganz so, wie dasselbe zuerst oben angeführt worden ist. Die Beschreibung sagt: in Silber zwei stehende, rothe Wecken, neben einander. Auf dem Helme ein wachsendes Mohren-Brustbild, von Roth und Silber gespalten, mit gestiimmelten Armen und einer roth und silbernen Zindelbinde ums Haupt). — Gauhe, 1. S. 1062 und 1063. — v. Ilattstein, 11. Suppl. 36. — Biedermann, Geschlechtsregister des Orts Baunach, Tab. 95—97. — Hörschelmann, Sammlung zuverlässiger Stamm- und Ahnentafeln, 1. 41. — Gruner, histor. Beschreibung des S. Coburg-Saalleld. Antheils, 1. S. 92. — v. Lang, Suppl., S. 52 und 53. — v. Hellbach, I. S. 6S0. — N. Preuss. Adelslexic., III. S. 142 —144 (giebt zuerst das Wappen nach Val. König, d. h. auf dem Helme nicht mit dem Rumpfe eines Mohren, sondern eines Mannes, und setzt dann hinzu, dass ein der Redaction vorgelegener Abdruck von einem Petschafte im Schilde eine wachsende, zur Rechten roth, zur Linken silbern gekleidete Weibsperson, die statt der Arme nur ein Paar Stümpfe hatte, gezeigt habe. Das Kleid derselben war mit den zwei rothen, zusammenhängenden 223 Könitz'schen Wecken belegt, und den Kopf umgab eine Binde, welche aus einem rolhen und silbernen, flatternden Bande bestand. Auf dem gekrönten Ilelme sass ein rother Windbund mit goldenem Halsbande: eine eigentümliche-Variante, welche, von dein nicht zu erklärenden Helmschmucke abgesehen, schon der Erwähnung werth ist. Wäre das Wappen nämlich, ohne Helm und Helmschmuck, nur etwa mit einer Krone bedeckt, so liesse sich der Schild dadurch erklären, dass man das Wappenhild mit dem Helmschmucke vereint im Schilde habe vorstellen wollen, wie dies in einzelnen Fällen hinsichtlich anderer Wappen, z. B. des v. Hopfgartensßhen, v. Polenz'schen etc., auf wohl im Anfange des 18. Jahrhunderts gestochenen Betschaften vorkommt). — Freiherr v. Ledebur, I. S. 461. Bayern, Sachsen - Meiningen etc., Schwarzburg. Altes thüringisches und fränkisches Adelsgeschlecht, dessen Name schon vom 11. Jahrhunderte an vorkommt, und für dessen Stammhaus Einige das gleichnamige Gut im Schwarzburgischen halten, doch ist. dasselbe nach Anderen jünger, als die Familie und von dieser erst erbaut worden, und Unter-Siemen im Coburgischen, welches das Geschlecht nach Einigen schon 1071 inne hatte, so wie Eyba hei Saalfeld, welches demselben schon 1262 zustand, dürften jedenfalls ältere Besitzungen, als das erwähnte Könitz, sein. Nach Hoenn, Coburg. Chronik, IL, beschenkte die Familie schon 1071 das Kloster Saalfeld, Albert de Könitz lebte nach Schubes, Saalleld- Coburg. Landesgeschichle, 1125, und Merbolh v. Köniz, welcher bei Altenburg wohnte, kommt 1214 (Gotha diplomat. V. 196) in einem Diplomate Guntheri de Crimmitzschau, Landrichters des Rom. Kaisers im Lande Pleissen, vor. Die ordentliche Stammreihe des Geschlechts hat Val. König mit Harlmann v. K., gest. 1262, begonnen. Derselbe war mit Catharina v. und zum Staflelstein vermählt, und in allen Papieren sollen sich die Nachkommen desselben, welche sich auch in vielen anderen Staaten, in und ausserhalb Deutschlands, in Schweden etc. ausbreiteten, gewöhnlich mit Nummern bezeichnet, vorfinden. Georg v. K. war 1515 Canzler zu Coburg, Veit Ulrich 1680 Hofgerichts-Assessor zu Coburg, und Hans Adam starb 1719 als herz. Sachsen-Coburg-Meiningischer Kriegsrath, Oberst und Commandant zu Coburg, Landschafts-Director etc. Von dem Bruder des Letzteren, Johann Dietrich v. K., herzogl. sächs. Oberhofmeister, entspross, wie Gauhe angiebt, Carl Friedrich v. K., k. k. Generalmajor. Mit dieser, die nach Oesterreich gekommene Linie des Geschlechts betreffenden Angabe stimmt nicht ganz das 224 N. Preuss. Adelslcxicon zusammen, nacli welchem Carl Heinrich v. K., „vermählt mit einer Tochter des k. k. Feldmarschalls Guido Grafen v., Starhemberg", als k. k. Oberst 1727 zu Wien starb, und Balthasar v. Könitz 1737 zum k. k. General-Feldmarschall- Lieutenant stieg. — Die Besitzungen der Familie lagen und liegen zunächst in Thüringen, im Coburg-Saalfeldischen und Schwarzburgischen und wechselten im 16.—18. Jahrhunderte mehrfach. Noch in neuester Zeit (1836) waren Birkach und Weissenbrunn in der Hand der Familie, welche sich in die fränkische und thüringische Linie geschieden hat. Aus ersterer war Christian Ferdinand Freiherr v. K. — der Freiherrenstand der Familie ist durch einen von dem Sachsen-Meiningischen Lehnhofe unter dem 14. Oct. 1790 bestätigten Familienrecess aus langer Zeit nachgewiesen — geb. 1756, herzogl. Sachsen-Meiningischer Kämmerer und wirkt. Geh. Rath, Besitzer der Bambergischen Lehengüter Herreih und Bettelreuth, so wie der Vetter desselben, Christian Friedrich Carl Alexander v. K., geh. 1790, aus der thüringischen Linie, Herr auf Eyba, k. bayer. Gensdarmerie-Oberlieutenant, in die Adelsmalrikel des Königreichs Bayern eingetragen worden. Freiherr Christian Ferdinand, gest. 1832 als herzogl. Sachs.-Meining. Staatsminister und Geheimer Raths- Präsident etc., welcher nach den Angaben Einiger auch Unter- Siemenau mit Weissenbrunn am Forst, so wie Birkach am Forst (s. oben) besass, Güter, welche bei der Familie geblieben sind, starb 1832, ohne aus der Ehe mit Henriette Freiin v. Spessart, aus dem Hause Mupperg bei Coburg, Nachkommen zu hinterlassen. Weitere Nachrichten über die Familie fehlen. v. Könitz (im Mansf'eld'schen). Im silbernen Schilde ein schrägrechter, rother Balken, welcher links (oben) von einer schrägrechts gelegten goldenen Lilie, und rechts (unten) von zwei unter einander schrägrechts gestellten, fünfblätterigen, goldenen Rosen begleitet ist. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher eine goldene, aufrecht gestellte Lilie trägt. Die Helmdecken sind roth und golden. Wie beschrieben ergeben Lackabdrücke von älteren Petschaften der Familie das Wappen, doch weicht von denselben Siebmacher, I. 196: v. Könitz, Sächsisch, vielfach ab. Bei Siebmacher nimmt das Wappen auf der citirten 225 Tafel die vierte Stelle ein: die Wappenbilder sind also sämmtlich links gekehrt. Im rothen Schilde liegt schräglinks eine halbe, goldene Lilie (die Aussenseite der Lilie rechts gekehrt), und unter derselben nach links eine sechsblätterige, goldene Rose mit Butzen und Blattchen. Auf dem Schilde steht ein mit einem rolh-goklenen Wulste bedeckter Helm, welcher einen die Sachsen links kehrenden, rothen Adlersflügel, belegt mit der halben Lilie und Rose des Schildes, trägt. Die Helmdecken sind roth und golden. Die „Declaralion" sagt: Ein rother Schild, die Lilie und Rose gelb. Auf dem Helme ein rother Flügel, die Lilie und Rose auch gelb. Der Bausch und die Helmdecke roth und golden. — Gauhe, I. S. 1062 und 1063 (giebt an, dass die v. Könitz in der Grafschaft Mansfeld von denen in Franken etc. durch das Wappen, über welches aber keine Nachricht gegeben worden ist, sich unterschieden). — N. Preuss. Adelslexicon, 111. S. 143 (theill mehrere Nachrichten über die v. Könitz in der Grafschaft Mansfeld mit, ohne zu erwähnen, dass dieselben ein anderes Wappen, als die in Franken, führen). — Freih. v. Ledebur, I. S. 460 (bespricht die hier in Rede stehende Familie, von der fränkisch-thüringischen getrennt, in einem besonderen Artikel und giebt das Wappen nach Siehmacher). Preussen, Sachsen. Ein schon vor langer Zeit in der Grafschaft Mansfeld (Provinz Sachsen) vorgekommenes Adelsgeschlecht, dessen Besitzungen seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts näher bekannt sind. Dasselbe wird für einen Zweig der im vorstehenden Artikel abgehandelten thüringisch-fränkischen Familie v. Könitz gehalten, doch ist es nicht bekannt, wann derselbe sich in das Mansfcldische gewendet und das Wappen verändert hat. Gorenzen, im jetzigen Mansfeldischen Gebirgskreise, stand schon 1630 der Familie zu und Quenstedt und Schraplau im Mansfelder Seekreise waren bereits 1650, so wie Arnstedt und Friedeburg, ersteres im Gebirgs-, letzteres im Seekreise, im Besitze des Geschlechts. Die Familie schied sich im Mansfeldischen in die Häuser Schraplau, Arnstedt und Friedeburg. Aus dem Hause Schraplau stammle die Gemahlin des blinden Grafen Jost zu Mansfeld, deren Enkel, Johann Georg III. Graf zu Mansfeld, 1710 die Eislebensche Linie der Grafen zu Mansfeld schloss. Der Bruder derselben oder Bruderssohn war Oberst in holländischen Diensten, und die Nachkommenschaft blühte noch im Anfange des 18. Jahrhunderts. Aus dem Hause Arnstedt war Jobst Heinrich v. K. um 1680 Burggraf zu Mansfeld. Von den drei Sühnen desselben kam der eine an den k. k. Hof IV. 15 •226 und wurde Truchsess, der zweite war Herr zu Arnstedt, und der drille, kursächs. Oher-Forstmeister, Herr zu Friedeburg. So entstanden aus dem Hause Arnstedt späler die Häuser Arnstedt und Friedeburg. Aus letzterem Hause stammte Heinrich Gottlieb v. Könitz — ein Sohn des Heinrich Johann v. K., Herrn auf Friedeburg — welcher in k. preuss. Diensten 1781 zum Obersten stieg und 1 786 Regimentschef wurde, doch noch in demselben Jahre als Generalmajor den Abschied nahm. Noch in neuerer Zeit, seit 1836, hat ein Zweig dieser Familie das Gut Vehra im Kreise Weissensee besessen. — Die hier besprochene Familie, so wie die im vorstehenden Artikel abgehandelte Familie v. Könitz muss übrigens mit dem uckerniärkischen Adelsgeschlechle v. Kenitz, welches auch ein ganz anderes Wappen, nämlich auf grünem Roden einen grünen Raum, vor welchem ein Hirsch nach der rechten Seite läuft, führt, nicht, wie mehrfach geschehen ist, verwechselt werden. Zu dieser Familie v. Kenitz gehörte Christian Ludwig v. Kenitz (wie derselbe sich stets geschrieben hat), welcher in k. preuss. Militairdienslen 1790 zum Generallieutenant stieg und 1793 den Abschied nahm. Ein v. Kenitz war 1806 Dolizei-lnspector zu Hirschberg. v. Koppele (Köppelle), auch Freiherren. Schild quer gelheilt: oben in Silber ein auf der Mitte der Theilungslinie mit der linken Kralle stehender, die rechte Kralle aufhebender, rechts gekehrter Hahn von natürlicher Farbe, unten in Roth zwei neben einander stehende, filnlblätterige, weisse Rosen. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Hahn des Schildes zwischen zwei von Silber und Roth mit gewechselten Farben quer getheillen Rüffelshörnern trägt. In der Mündung jedes Ilornes stecken drei Straussenfedern, welche im rechten Hörne rolh, silbern, rolh, im linken silbern, rolh, silbern, sind. Die Helmdecken sind roth und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Rayern, VI. 62: v. Köppelle. Das Wappen der freiherrlichen Linie gleicht ganz dem adeligen Wappen. — Wappenb. d. Königr. Rayern, III. 42: Freiherren v. Köppele (die Rosen sind sechsblällerig). — v. Hefner, II. 41 und S. 43: Freiherren v. Köppele (die Rosen sind vier- blätterig und die Straussenfedern in beiden Hörnern rolh, silbern, roth. Den Hahn giebt v. Hefner als Anspielung auf den Namen: 227 ein« Koppe oder Kapaun). — v. Lang, S. 168 und 410. — v. Heilbad), 1. S. 680: v. Koppele, Küppelle. Bayern. Ein aus dein Passauischen stammendes Geschlecht, welches vom Kaiser Carl VI., 18. Dec. 1739, in der Person des Johann Wolfgang Koppele, Renlkammersecretairs zu Arnberg, den Adelsstand erhielt. Ein Sohn desselben, Ignaz Leopold v. K., kur- pfalzbayer. Regierungsrath, Director der Landgrafschaft Leuchtenberg und Lehenpropst zu Amberg, wurde vom Kurfürsten Maximilian Joseph von Pfalzbayern, 19. Aug. 1765, in den Freiherrenstand erhoben, und der Enkel desselben, Carl Friedrich Franz de Paula Freiherr v. K., geb. 1777, k. bayer. Beiniautner zu Waldmünchen, war, wie v. Lang, S. 168, angiebt, in die Adelsmatrikel des Königreichs Rayern eingetragen. Neben der freiherrliehen Linie der Familie blühte letzlere aber auch in adeligen Linien fort, und der genannten Adelsmatrikel waren einverleibt die Gebrüder: Franz Xaver Carl v. Ii., geb. 1774, k. bayer. Rentbeamler zu Mitterfels, Franz Ferdinand v. Ii., geb. 1776, Forst-Practicant zu Mitterfels, und Franz Gottlieb v. Ii., geb. 1781, k. bayer. Mautner zu Grieskirchen, so wie des verstorbenen Bruders derselben, des vormaligen Propstei-Verwalters Lorenz Xaver v. K., Sohn, Franz Seraph v. Ii., geb. 1803. v. Körbitz. Schild quer und in der unteren Hälfte der Länge nach getheilt, oben Roth, unten rechts Schwarz und links Silber, sämmllich ohne Bild. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher eine hohe, rothe Mütze mit vorn eingeschnittenem, silbernen Aufschlage trägt, die mit neun Hahnenfedern, von welchen fünf schwarze sich rechts, vier silberne links wenden, besteckt ist. Die Helmdecken sind rechts schwarz und silbern, links roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften, von welchen das eine, mit den Buchstaben I. II. v. K., klein, aber sehr fein und mit ganz deutlicher Angabe der Tincturen geschnitten ist. — Siebmacher, 1. 163: v. Kürbitz, Sächsisch (der gekrönte Helm trägt eine goldene Säule, welche mit sechs Straussenfedern, von denen sich drei, roth, silbern und schwarz, rechts, und drei, ebenfalls roth, silbern und schwarz, links kehren. Die „Declaration" sagt: ein gelheilter Schild, oben 15* roth, unten schwarz und weiss. Auf dem Helme eine gelbe Krone, die Säule auch gelb, die Federn roth, weiss und schwarz, die Helmdecke vorn schwarz und weiss, hinten roth und weiss). — Val. König, III. S. 582—612 (die Mütze ist mit elf Hahnenfedern, von welchen fünf schwarze sich rechts, sechs silberne links wenden, besteckt. Die Beschreibung des Wappens lautet, wie folgt: die Familie führt einen die quer und unten halb in die Länge, horizontaliter et inferius perpendiculariter sectuin, von roth, schwarz und silber getheilten Schild. Auf dem gekrönten adeligen Turniershelme ruht ein hoher, rother Stülp mit einem silberfarbenen Aufschlage, welcher zui - Rechten mit fünf schwarzen, zur Linken aber mit sechs silbernen Federn besteckt ist. Die Helmdecken sind zur Rechten schwarz und silbern, zur Linken aber roth und silbern. Das Latein konnte Val. König weglassen: er hatte schon deutsch den Schild gut beschrieben). — Knauth, S. 524: v. Kürbitz, Kürbitz und Kyrbitz. — Gauhe, I. S. 1065 und 1066: v. Korbitz, vor Zeiten Kürbiz, Kyrbiz. — v. Hellbach, I. S. 680 und 681. — Freih. v. Ledebur, 1. S. 463 fcitirt zu der Beschreibung des Wappens die Siebmachersche Abbildung). Sachsen. Altes, meissnisches Adelsgeschlecht, dessen gleichnamiges Stammhaus im ehemaligen Amte Meissen lag. Nach Knauth sass zu seiner Zeit die Familie, welche früher Lauenstein, Wachwitz, Nieder-Pieritz (Nieder-Begeritz) etc. besessen halte, auf Mertz- kirchen bei Mühlberg (Martinskirchen im jetzigen Kreise Lieben- werda). Schon 1337 war das Geschlecht mit Burkersdorf bei Frauenstein im Erzgebirge begütert, und Dinand v. Körbiz verkaufte 1380 das Gut Gössnitz im Meissnischen, wo im Laufe der Zeit die Familie reich begütert wurde, an die v. Dachwitz, Hans v. K. aber 1387 den Hof zu Laufe an den Markgrafen Wilhelm. Friedrich v. K. kommt als luirsächs. Rath 1477, und Caspar v. K. 1579 als kursächs. Ober-Forstmeister zu Sitzrode und als Amtshauptmann zu Schlichen vor. Von den Söhnen des Letzteren, von welchen Caspar Cuno Rudolph v. K. um 1665 Stiftshauptmann zu Zeitz und Ober- Steuer-Einnehmer war, starb Hans Caspar v. K., kursächs. Hofmeister und Ober-Steuer-Einnehmer, 1639 und hinterliess seinen vier Sühnen aus>zwei Ehen die Güter Schmiedeberg, Falkenhayn, Haussdorf und Zollwitz, die ersteren drei im damaligen Amte Meissen, das letzlere im Amte Torgau. Der älteste dieser Söhne, Hans Christoph v. K., kam als Page mit. der kursächs. Prinzessin Magdalena Sibylle nach Dänemark, wurde später Hofmarschall derselben, 229 so wie ihres Gemahls, des Prinzen Christian, trat nach dem Tode des Letzteren in die Dienste des Königs Friedrich III. von Dänemark, wurde Staats- und Kriegsminister, Beisitzer des höchsten Reichs-Gerichts und endlich Reichsmarschall etc., als welcher er, ohne von seiner Gemahlin, einer v. Lützow, Kinder zu hinterlassen, 1 (582 starb. Derselbe halte aber seinen Bruder, Johann Caspar v. K., herzogl. Sachsen-Meining. Geh. Rath, Erbschenken der geforsteten Grafschaft Henneberg etc., nach Dänemark kommen lassen, wo derselbe k. dänischer Staatsrat!) wurde und 1691 starb. Aus seiner Ehe mit Sophia Elisabeth Thoss v. Erlebach, welche 1719 als die letzte ihres alten thüringischen Geschlechtes starb, stammten zwei Söhne, welche, nach dem Tode der Mutter, zu ihrem Namen den Namen des erloschenen Geschlechtes Thoss v. Erlebach hinzufügten. Der jüngere dieser Sühne, Johann Christoph Freiherr v. Kürbitz und Thoss v. Erlebach, Herr zu Hellerup auf Fühnen und Berisgart auf Laland, k. dän. Generalmajor und Geh. Ober- kriegs-Secretair, wurde 1725, unter Erhebung des Rittergutes Hellerup zu einer freien Standesherrschaft, in Dänemark naluralisirt. Derselbe starb 1728, doch ist nicht bekannt, ob er in der Ehe mit einer Tochter des k. dän. Oberstallmeisters v. Harstall den Stamm fortgepflanzt habe. — Ein dritter Sohn des Hans Caspar, Caspar Haubold v. K., kommt als kursächs. Kammerherr vor, und pflanzte den Stamm in Sachsen fort. Johann Rudolph v. K. war im Anfange des 18. Jahrhunderts kursächs. Ober-Forstmeister, mit den nächsten Decennien hören aber die Nachrichten über das Geschlecht auf, und es ist nur noch bekannt, dass 1727 das Gut Doebschke in der Oberlausitz in der Hand der Familie war. Was noch das Wappen des Geschlechts anlangt, so muss die grosse Aehnlichkeit desselben mit dem Wappen derer v. Gersdorff dem Heraldiker auffallen. Der Schild gleicht ganz dem Wappen dieser Familie, deren Helmschmuck ja auch eine rothe mit Hahnenfedern besteckte Mütze ist. Unter den Varianten des v. Gersdorffschcn Wappens finden sich, was den Aufschlag der Mütze und die Federn anlangt, einige, welche auch den Helmschmuck dieser Wappen sehr ähnlich machen. Doch ist von einer gleichen Abstammung beider Familien etc. nichts aufzufinden. 230 v. Köttsehau (Kötschau, Kötzschau, Közschau). Im blauen Schilde der rechts gekehrte, unten abgehauene Hals und Kopf eines grauen Wolfes mit rother, ausgeschlagener Zunge. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Hals und Kopf des Wolfes, wie im Schilde, trägt. Die Ilelmdeckc-n sind blau und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Siehmacher, I. 153: v. Kötzau, Meissnisch (die ,,Declaralion" sagt: ein blauer Schild, der Wolfshals grau. Auf dem Helme eine gelbe Krone mit einem grauen Wolfshalse. Die Helmdecke blau und gelb). — Val. König, III. S. 711—726: v. Közschau (beschreibt das Wappen, wie folgt: in einem blauen Schilde ein aufrecht gestellter, abgehauener Wolfshals mit aufgesperrtem Hachen und roth ausschlagender Zunge und blutigem Fleische von seiner natürlichen Farbe. Aus dem golden gekrönten adeligen Turniershelme mit hlau-graulichten und silbern melirt herabhängenden Helmdecken erhebt sich ein dergleichen, wie im Schilde beschriebener Wolfshals). — Beckmann, VII. Tah. B. No. 7: v. Kötschau, und Desselben Access, bist. Anhalt., S. 594 — 605). — v. Hattstein, I. Tah. 347 und 348. — Knaulh, S. 524: v. Kötzschaw. — Gaulle, I. S. 1068—1072: v. Kötschau. — Biedermann, Geschlechfsregister des Ortes Rhön und Werra, Tah. 348 und 34 h — v. Ilellhach, I. S. 681: v. Kötschau. — Freih. v. Ledebur, I. S. 470: v. Kötlschau, Közschau. Sachsen, Anhalt, Preussen. Altes, sächsisches Adelsgeschlecht, welches schon 1430 mit Schaafslädt im jetzigen Kreise Merseburg und 1500 mit O.ber-Schmon im Kreise Querfurt begütert war. Später wurde die Familie erbgesessen zu Dessau und Zerbst, und Glieder derselben kamen in mehrere andere Länder. Das von Einigen für das Stammhaus gehaltene Gut Koettzschau hei Merseburg soll, wie Gauhe annimmt, nie in der Hand der Familie gewesen sein. Die ordentliche Stammreihe beginnt mit Heinrich v. K., Herrn auf Hilndorlf, bischöfl. Merseburg. Rath, dessen beide Söhne, Hans und Curt v. K., noch im Anfange des 16. Jahrhunderls Bün- dorff hesassen. Nicht lange nachher (heilte sich das Geschlecht in die anhaltsche und in die Schaafslädlische und Körbisdorfsche Linie. Der Stifter der anhaltschen Linie war Maximus (I.) v. K., welcher im Zerbstschen begütert war. Derselbe wurde 1577 filrstl, Rath und Amtstiauptniann zu Rosla und erhielt später die Haupt- mannschaflen zu Nienburg, Zerbst und Plötzke, welche er bis zu seinem Tode, 1580, verwaltete. Von seinen Söhnen pflanzte nur der 231 älteste, Ernst, gest. 1621, anfangs Hofmeister der filrsll. anhaltschen Prinzen, dann Canzlei- und Hofralli und zuletzt Geh. Rath, wie auch Unler-Direclor der anhaltschen Landschaft, den Stamm durch seinen Sohn Maximus (II.) fort. Von Letzterem stammte Hans Bernhard, früher luirpfälz. Ilofgerichtsrath, dann filrsll. anhaltscher Hofmeister und Rath etc. und zuletzt Oheraufseher der Grafschaft Mans- feld. wie auch filrsll. anhallscher Geh. Rath. Derselbe starb 1702 und hinterliess acht Sohne, welche meist in Kriegsdiensten blieben. Von den übrigen starb Carl Wilhelm, fiirsll. anhaltscher Kammerjunker und Schlosshauptmann zu Kothen, 1725 ohne männliche Erben, und auch Friedrich Emanuel, welcher 1735 als k. dän. Geh. Conferenz- und Landrath, Oher-Land-Drost der Grafschaft Delmenhorst, starb, hinterliess keine Nachkommen, so dass mit Letzterem die anhaltsche Linie erlosch. Was die Schaafsliidlsche und Körbisdorfsche Linie anlangt, so bildete sich letztere aus ersterer. Die Körbisdorfsche begann um 1545 Anton v. K., ein Sohn des Ciaus v. K. zu Schafstädt. Derselbe kaufte Ober-Schmon, als aber seine Sohne von seinem Bruder KOrbisdorf erbten, wurde Ober- Schmon verkauft. Von diesen Söhnen setzte nur Heinrich, Herr zu Ivürbisdorf, den Stamm fort. Von dem Sohne des Letzteren, Al- hrecht, welcher KOrbisdorf verkaufte, stammte Georg v. K., gest. 1659, herzogl. sächs. Hofmarschall zu Gotha, welcher einen gleichnamigen Sohn hinterliess, der 1673 als Hofmeister hei den jüngeren Prinzen zu Gotha ohne Nachkommen starb. Es halte aber der oben genannte Maximus (I.) noch einen Bruder, Anton, Herrn zu Schaafst.'idt, holhind. Rittmeister, von dessen Enkel, Adam Reinhard (I.), Herrn zu Schaafslädt, zwei Sohne, Wulff Christoph und Adam Reinhard (IL), stammten. Wulff Christoph war k. franz. Rittmeister und von demselben entspross Adam Christoph, welcher in fiirsll. Baden-Durlachischen Kriegsdiensten stand und den Stamm fortgesetzt haben soll. Von Adam Reinhard (IL), gest. 1690 als herz. Braunschweig. Major, stammte Adam Hermann (I.), Herr zu Schaafslädt und Langeneichstädt, gest. 1707 als herzogl. Sachsen- Weimar. Oberslallmeisler, und von den Sühnen des Letzteren waren, wie Gauhe angiebt, Hans Julius 1730 als kursächs. Capitain, und Adam Hermann (II.) als herz. Sachsen-Weimar. Stallmeister bekannt. Mit denselben ist später auch diese Linie ausgegangen. 232 Kolbenschlag v. Rheinhartstein, Ritler. Schild geviert: 1 und 4 in Blau eine auf Felsen sich erhebende, silberne Burg mit zwei seitlich stehenden Thilrmen. Der Zwischenbau hat ein offenes Thor, drei Fenster über einander und oben drei eingeschnittene Zinnen, jeder Thurm aber über einander zwei Fenster und oben drei Zinnen; 2 und 3 in Silber auf grünem Boden ein vorwärts gekehrter, mit Laub bekränzter und umgürteter, wilder Mann, welcher in der Hechten eine Iveule nach oben schwingt und die Linke in die Seile setzt, Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst, zwischen einem ollenen, schwarzen Adlersfluge, der wilde Mann des 2. und 3. Feldes mit der Keule auf, und der linke Helm trägt drei Straussen- l'edern, blau, silbern, blau. Die Decken beider Helme sind blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 124. — v. Hellbach, 1. S. 684. Oesterreich. Joseph Kolbenschlag, Herr auf Mostau in Böhmen, wurde vom Kaiser Franz IL, 18. Juni 1797, mit drei Brüdern, Carl, Christoph und Thomas K., mit dem Prädicate: v. Rheinhartstein, in den erblwndisch-österreichischen Rittersland erhoben. Joseph K. Hilter v. R. kommt in neuester Zeit als k. k. Major vor. v. Kordshagen. Schild geviert: l in Silber der Hals und Kopf eines rechtssehenden, golden gekrönten und bewehrten, schwarzen Adlers; 2 und 3 in Blau ein beide Felder durchziehender, schräglinker, rother Balken, welcher in jedem Felde von zwei sechsstrahligen, silbernen Sternen, der eine oben rechts, der andere unten links, begleitet ist, und 4 in Silber auf grünem, an die Seitenränder des Feldes anstossendem, nach unten aber freiem Rasen sechs (1, 2 und 3) schwarze Kanonenkugeln. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen offenen Adlersflug trägt, dessen rechter Flügel rotli, der linke aber blau ist. Die Decken des Helmes sind rechts blau und silbern, links roth und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. S. 70. — v. Hellbach, I. S. 688. — N. Preuss. Adelslexic., I. S. 45, und V. S. 281. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 463. 233 Prelissen. Johann Christoph Kordshagen, k. preuss. Rittmeister im Regimente von Ziethen Husaren, wurde vom Könige Friedrich II. von Preussen, 13. Mai 1763, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe war der Sohn eines Bauers aus dem meklenb. Schwerin. Dorfe Sponitz im Amte Neustadt und starb 17. Juni 1775 zu Parchim. Mit dem Sohne, welcher als k. preuss. Rittmeister im Regimente v. Rudorlf Husaren, im Gefechte bei Kriwitz, 3. Nov. 1806, fiel, ist das Geschlecht wieder erloschen. y . Kortzfleisch. Schild geviert: I in Silber ein schwarzer, und 2 in Gold ein rother, schräg einwärts schwebender Adler, welche beide, sich zugekehrt, mit dem Schnabel einen, auf der Theilungslinie der Felder stehenden, grünen Lorbeerkranz halten; 3 in Blau zwei schräglinks an einander gestellte, silberne Pauken (die eine, vordere, ist ganz, die andere, hintere, halb zu sehen), und 4 in Griin zwei an einander stehende, von Roth und Silber spilzenweise getheilte Trommeln mit goldenen Reifen. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Silber und Roth sechsmal gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher eine goldene Krone und auf dieser einen gekrönten Lorbeerkranz trägt. Die llelmdecken sind rechts schwarz und silbern, links roth und golden, und hinter dem Schilde und Helme kreuzen sich zwei Fahnen, welche somit, nach aussen fliegend, den Helm- schmuck beseiten. Die Fahnen sind blau, mit dem preussischen Adler, welcher von einem, oben durch eine königliche Krone zusammen gehaltenen Kranze umgeben ist, und an den vier Ecken mit dem königlichen Namenszuge FR bezeichnet und mit goldenen Fransen besetzt. Die unten rechts am Schilde sichtbare Stange der nach links fliegenden Fahne ist schwarz, mit der Länge nach eingelegtem Silber, die unten links am Schilde bemerkbare Stange der nach rechts wehenden Fahne aber golden mit eingelegtem Roth. Die Spitze jeder Stange ist golden, und die an derselben sieb findende, goldene Quaste hängt nach innen herab. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 70. — N. Preuss. Adelslex., III. S. 156, und V. S. 282 (die Adler im 1. und 2. Felde sind irrthümlich beide schwarz tingirt und in das 3. Feld ist nur eine Pauke und in das 4. nur eine Trommel gesetzt). — 234 Freiherr v. Ledebur, I. S. 465 (die Adler im 1. und 2. Felde sind Vögel genannt). Preussen. Joachim Franz Kortzfleisch, k. pretiss. Oberstlieutenant, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm I. von Preussen, 27. Juni 1731, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhohen. Derselbe, geblieben als k. preuss. Oberst und Commnndcur des Regiments v. Waldow Cuirassiere, 17. Mai 1742 in der Schlacht bei Choliisilz, hat den Stamm Ibrlgeselzl, und von den Nachkommen desselben haben mehrere in k. preuss. Staats- und Mililair- diensten gestanden. Die Familie hat in Westpreussen ansehnliche Güter erworben. v. Koven. Wappen derer v. Koven nach dem Diplome vom 9. Miirz 1717: Schild golden eingefasst und der Liinge nach getbeilt: rechts in Silber ein an die Theilungslinie angeschlossener, golden bewehrter, halber, schwarzer Adler; links in Roth ein langer, silberner Widerhaken, welcher nach aussen von einem die Horner links kehrenden, goldenen Halbmonde mit Gesichte und von zwei sechsstrahligen, goldenen Sternen, der eine über, der andere unter dem Halbmonde, begleitet ist. Auf dem Schilde stellt ein gekrönter Helm, welcher zwei Biillelsbörner tragt, von welchen das rechte von Schwarz und Silber, das linke von Silber und Roth quer gelheilt ist. Die Hehndecken sind rechts schwarz und silbern, und links roth und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 71. 1. Wappen derer v. Koven nach dein Diplome vom 18. Dec. 1717: Schild golden eingefasst und der Liinge nach getbeilt: rechts in Gold ein an die Theilungslinie angeschlossener, golden bewehrter halber, schwarzer Adler, und links in Blau fünf (1,3 und 1) sechs- strahlige, goldene Sterne. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher zwei von Göhl und Blau mit gewechselten Farben quer getheilte Büflelshörner trägt. Die Helmdeeken sind rechts schwarz und golden, und links biau und golden. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 71. 2. Wappen derer v. Koven nach dem Diplome vom 17. Nov. 1731: im golden eingefassten, oben und unten mit goldenem Schnilzwerke yersehenen, rothen Schilde ein frei schwebender, rechtssehender, •235 weisser Adler mit ausgebreiteten Flügeln, welcher im Schnabel einen Zweig mit sieben grünen Blattern biilt. Auf dem Schilde steht ein Helm, welcher einen vorn mit Pelz verbrämten, runden, niedrigen, etwas spitz zugehenden, rolhen Hut, oben mit einem silbernen Knopfe besetzt und mit drei silbernen Slraussenledern besteckt, trägt. Die Ilelnulerken sind auf beiden Seilen grfln, rolh und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 71. 3. Wappen derer v. Koren nach dem Diplome vom 12. Mai 1734: Schild golden eihgefassl, der Länge nach und in der linken Hälfte quer getheilt, dreifehlrig: 1 (rechts) in Gold ein an die Theilungs- linie angeschlossener, golden bewehrter, halber, schwarzer Adler; 2 (links oben) in Blau fünf (I, 3 und 1) sechsslrahlige, goldene Sterne, und 3 (links unten) in Silber ein schwarzes Tintenfass. Auf dem Schilde stellt ein gekrönter Helm, welcher, zwischen zwei schräg nach auswärts gekehrten, weissen Schreibfedern, deren unterer Theil in der Krone des Helmes steckt, zwei von Göhl und Blau mit gewechselten Farben quer getheilte Biillelshorner trägt. Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden, und links blau und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 71. 4.— v. Hellbach, I. S. 694. — N. Preuss. Adelslex., III. S. 166 und V. S. 283 und 284. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 473. Preussen. Eine preuss. Adelsfamilie, in welche vom Könige Friedrich Wilhelm I. von Preussen durch vier Diplome der Adelstand gekommen ist. Zuerst erhielt denselben, 9. März 1717, Johann August Koven und dann wurde in demselben Jahre, am 18. Dec., Joachim Christian Koven, Halbcrslädtischer Kammerrath und Landrentmeister, in den preuss. Adelsstand erhoben. Im Gesuche des Letzteren um Erllieilutig dieses Adelsstandes wird angegeben, dass bereits der Vater ein kaiserl. Adelsdiplom erhallen habe. Er selbst war im jetzigen Kreise Wolmirstädt der Provinz Sachsen begütert und die Nachkommenschaft desselben erwarb noch 1817 Besitz im Kreise Neuhahlensleben. Pas dritte Diplom vom 17. Nov. 1731 erhielt Johann Julius Koven, fitrsll. Anball-Zerbstscher Rath, Herr auf Lestin bei Colherg, und das vierte Diplom vorn 12. Mai 1734 ist für Rudolph August (Johann August) Koven, allmärkischen Obergerichtsrath, und für die Brüder und Schwestern desselben ausgefertigt worden. Die Familie war in der Allmark, in Pommern und im Lüneburgischen begütert. — v. Hellbach giebt an, dass von den vier Familien v. Koven nur noch eine blühe, man wisse aber nicht welche. Nach Allem blühte, als v. Hellbach schrieb (1825), noch 236 die zweite der genannten Familien, die Nachkommenschaft des Joachim Christian v. Koven, doch fehlen üher dieselbe neuere Nachrichten. v. Kraewel. Schild durch eine, von den unteren Seitenrändern bis an den oberen Schildesrand aufsteigende, silbern eingefasste, gerade Spitze getheilt, dreifeldrig: 1 (rechts) in Silber ein die Sachsen rechts kehrender, schwarzer Adlersflilgel; 2 (links) in Gold ein grünes dreiblälteriges Kleeblatt an kurzem Stiele; 3 (Spitze) von Roth und Blau der Länge nach getheilt mit zwei in das Andreaskreuz gelegten, goldenen Kanonenrühren. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher fünf wechselsweise schwarze und silberne Straussen- federn trägt, von welchen die mittlere gerade aufwärts gerichtet ist, zwei aber rechts und zwei links gekehrt sind, und vor welchen ein nach rechts gekehrter, schwarz geharnischter Arm steht, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Grille nach oben und links schwingt. Die Hehndecken sind rechts rotli und silbern und links blau und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 72. — N. Preuss. Adelslex., III. S. 168.— Freiherr v. Ledebur, I. S. 478. Preussen. Christian Friedrich David Kraewel, k. preuss. Major und Mitglied der Artillerie-Prüfungscommission, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 13. Mai 1826, in den Adelsstand des Königsreichs Preussen erhoben. Derselbe, gest. 21. März 1841 als k. preuss. Oberstlieulenant a. D., hat den Stamm fortgesetzt. Ein Sohn desselben war (1836) Oberlandesgerichls- assessor zu Naumburg. v. Kramer auf Hohenburg, auch Freiherren. Im silbernen Schilde ein schräglinker, mit drei unter einander stehenden, sechsstrahligen, goldenen Sternen belegter, blauer Balken, welcher rechts (oben) von einem aufrecht gestellten, goldenen Ringe mit drei Edelsteinen, links (unten) von einer, die Krallen ab- 237 wärts kehrenden, schwarzen Bärentatze begleitet ist. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen offenen, schwarzen Adlersflug trägt, zwischen dessen Flügeln ein sechsstrahliger, goldener Stern schwebt. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VI. 57: v. Kramer auf Hohenburg. — Bei Erlangung des Freiherrenstandes (s. unten) ist das Wappen unverändert beibehalten und nur auf den Schild die freiherrliche Krone gesetzt worden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, XIV. 50: Freiherren v. Kramer auf Hermansdorf und Weng (der den Schrägbalken des Schildes rechts begleitende Bing ist nicht aufrecht, sondern schrägrechts gestellt und zeigt nur einen, nach rechts und oben gekehrten Stein. Die freiherrliche Krone auf dem Schilde hat sieben Perlen. Ganz dieselbe Abbildung mit derselben Ueberschrift findet sich auch Bd. XV. Tab. 29 des genannten Wappenbuches). — v. Hefner, II. 42 und S. 43: Freiherren v. Ivramer auf Hermannsdorf und Weng (die Krallen der Bärenlatze liegen nach oben, sind aber eingeschlagen). — v. Lang, Supplement, S. 117. — v. Hellbach, I. S. 696. Bayern. Maximilian Joseph Kramer, k. bayer. erster Assessor bei der General-Zoll- und Mauthdirection etc., wurde vom Könige Maximilian]!. Joseph von Bayern, 3. Juli 1817, mit seinem Bruder, Rudolph Joseph K., k. bayer. Strassen- und Wasserbau- Inspector, in den Adelstand erhoben. Beide sind mit den erwähnten Dienslprädicaten in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen worden. Später, 1837, ist vom Könige Ludwig I. von Bayern in die Familie der Freiherrenstand gekommen. v. Krause zu Bendeben. Wappen wörtlich nach dem Diplome: Das Wappen besteht aus einem in zwei gleiche Felder wagerecht gelbeilten Schilde; das ohore Feld ist blau, ohne Bild; in dem unteren, silbernen Felde befindet sich ein emporstehender, bis fast zu den Knieen reichender Mann im schwarzen, mit vier silbernen Knöpfen versehenen Oberkleide, welcher in der rechten Hand eine grüne einmal um den Arm gewundenen Schlange, in der linken Hand einen Eichenzweig hält und auf dem Kopfe einen Eichenkranz trägt. Auf dem Schilde ruht ein offener, mit der gewöhnlichen Adelskrone, carmoi- 238 sinrothem Futter lind goldenein Kleinod versehener Helm von Stahl, dessen Decken blau und silbern sind. Ueher der Krone erscheint zwischen zwei Adlersflügeln, welche in der oberen Hälfte blau, in der unteren silbern sind, die in der unteren Hälfte des Schildes dargestellte Figur. — Abdrücke von Petschaften. Schwarzburg-Sondershausen. Der Rittergutsbesitzer Wilhelm August Gerhard Krause, Herr zu Bendeben, wurde von dem Fürsten Günther Friedrich Carl von Schwarzburg-Sondershausen, laut Diploms vom 28. Ort. 1852, für sich und seine eheliche De- scendenz beiderlei Geschlechts in den Adelsstand erhoben. v. Krieger. Im goldenen Schilde ein nach der rechten Seite springendes, schwarzes Pferd. Auf dem Schilde steht ein Helm, auf welchem mit dem gekrümmten Ellbogen ein eisern geharnischter, rechts gekehrter Arm ruht, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und links schwingt. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 74. — v. Hellbach, I. S. 703. — N. Preuss. Adelslexicon, I. S. 41 und III. S. 172. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 481. Preussen. Johann Heinrich Krieger, Gutsbesitzer in Schlesien, wurde vom Könige Friedrich II. von Preussen, 2. Nov. 1743, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Kümmerer v. Kummersperg, Ritter. Schild gevierl: 1 und 4 in Silber ein ans sechs (1, 2 und 3) oben abgerundeten, grünen Felsen bestehender Berg; 2 und 3 in Roth zwei silberne Querbalken. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst ein einwärts sehender, goldener Löwe auf, welcher in der linken Vorderpranke ein Schwert emporhält, und der linke trägt den Berg des I. und 4. Feldes zwischen zwei rothen, mit zwei silbernen Querbalken belegten Büfl'elshürnern. Die Decken beider Helme sind rolh und sil- 239 bern. — Handzeichnnng lind handschriftliche Notizen. — Megerle v. Muhlleid, Ergänzungsband, S. 167. — v. Hellbach, 1. S. 713. Oesterreich. Die Gebrüder Caspar und Joseph Kümmerer, hinterlassene Söhne des k. k. Hauptmanns Kümmerer, wurden von der Kaiserin Königin Maria Theresia, 25. Juni 1773, mit dem Prä- dicale: v. Kummersperg, in den erhländisch-österreichischen Rilter- stand erhohen. Kunsch (Kuntsch, Kunschig) v. Breitenwald. Schild mit breitem SehihlesfuSse. Im blauen Schilde ein rechts gekehrter, den Kopl und geöffneten Schnabel nach oben wendender, weisser Kranich, welcher in der aufgehobenen, rechten Klaue einen Stein hält. Der Schildesfuss ist von Silber und Roth in zwei Reihen, jede zu drei Fehlern, geschacht, und jedes Ftld ist mit einer fitnfblätterigen Rose von gewechselten Farben belegt. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Silber, Blau, Silber, Blau, Roth und Silber gewundenen Wulste bedeckter Hehn, welcher den Kranich des Schildes zwischen einem offenen Adlersfluge trägt, dessen rechter, silberner Flügel mit drei rothen, der linke rothe aber mit drei weissen, unter einander stehenden, fünfblätterigen Rosen belegt ist. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern, die des linken blau und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 77. — IN. Preuss. Adelslexicon, V. S. 295: Kunschig v. B. — Freiherr v. Ledebur, I. S. 491: Kunsch, Kunschig v. R. Preussen. Elias Kuntsch wurde vom Kaiser Rudolph II., 1596, mit dem Prädicate: v. Breilenwald, in den Adelsstand erhohen. Derselbe starb, 12. März 1623, zu Oppeln, und ein Nachkomme desselben, Carl Emil K. v. R. aus Groningen, Halberstädtischer Re- gierungsralh, erhielt vom Könige Friedrich I. von Preussen, 12. Mai 1761, ein Anerkennungsdiplom des ihm zustehenden Adels. v. Labes, Freiherren. Schild golden eingefasst und geviert, mit Mittelschilde. Im golden eiugelässten rothen Mittelschilde eine silberne Lilie. 1 in 240 Silber ein quer gelegtes, mit der Spitze rechts gekehrtes Schwert mit goldenem Griffe; 2 in lilau ein einwärts gekehrter, goldener Löwe; 3 ebenfalls in Blau drei Stücke einer zerbrochenen Kette, jedes von zwei Bingen. Dieselben liegen neben einander, das erste und dritte schräglinks, das zweite schrägrecht?; 4 in Silber ein vorwärtssehender Mohr mit blau-silbernem Bunde auf dem Kopfe und mit blau-silbernem Federschurze, welcher in der Rechten einen, mit der Sehne einwärts gekehrten, silbernen Bogen, in der linken aber einen l'feil mit goldener, nach oben und links stehender Spitze und mit von Blau und Silber geviertem Gefieder hält. Auf dem Schilde steht eine fiinfperlige Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Der mittlere trägt eine rechts gekehrte, weisse Taube, der rechte neben einander vier blätterreiche, grüne Zweige, und aus dem linken wächst der Mohr des 4. Feldes mit Bogen und Pfeil auf. Die Sehne des Bogens steht hier rechts. Die Helm- decken sind rechts blau und silbern, links roth und silbern, und den Schild halten zwei auf einem goldenen Postamente stehende, auswärtssehende, golden gekrönte und golden bewehrte, schwarze Adler. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, II. 46. — N. Preuss. Adelslex., III. S. 2 und 194. — v. Hellbach, II. S. 1. — Freiherr v. Ledebur, II. S. 1. Preussen. Die verwittw. Geh. Rätbin Caroline Maria Elisabeth Labes, geb. v. Daum (gest. 10. März 1810), wurde vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen, 2. Oct. 1786, mit ihrem Sohne, Hans Labes, unter Verleibimg des oben beschriebenen Wappens, in den Freiherrenstand des Königreichs Preussen erhoben. Letzterer vermählte sich, 12. März 1794, mit Luise Caroline, Tochter des 1821 verstorbenen k. preuss. Staatsministers Johann Eustachius Grafen v. Schlitz, gen. Goerlz, wurde von Letzterem adoptirt und erhielt die Erlaubniss, sich Freiherr v. Labes, genannt Graf v. Schlitz, nennen und fortan, statt des früheren, folgendes Wappen führen zn dürfen: Schild quer getheilt: oben in Silber zwei übereinander stehende, schräglinke, oben dreimal gezinnte, schwarze Balken; unten in Roth eine silberne Lilie. Auf dem Schilde erheben sich über der Grafenkrone zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen offenen, silbernen Adlersflug, dessen rechter Flügel mit den gezinnlen, schräglinken Balken der oberen Schildes- hälfte, der linke aber mit denselben Balken, sehrägrechts gestellt, belegt ist, der linke Helm aber ein aufrecht gestelltes, mit der Spitze nach oben gekehrtes Schwert mit goldenem Griffe zwischen einem 241 offenen, rothen Adlersfluge, dessen Fliigel mit der Lilie der unteren Schildeshälfte belegt sind. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und silbern, die des linken roth und silbern. — Hans Freih. v. Labes, genannt Graf v. Schlitz, starb 25. Juli 1831 und hinlerliess nur eine Tochter, Johanna Caroline Luise, welche sich 1822 mit Heinrich Adolph Bernhard Grafen v. Bassewitz vermählte. Letzterer hat später mit seinem Namen und Wappen den Namen und das Wappen seiner Gemahlin vereinigt. Dieses vereinigte 'Wappen findet sich im N Meklenburg. Wappenbuche, III. 10, in den deutschen Grafenhäusern, I. S. 50 und 51 etc. — Da Bd. II. S. 39, und 40 in dem Artikel v. Bassewitz allerdings der in die Familie# gekommene Grafenstand erwähnt, das gräfliche Wappen aber nicht angegeben worden und bei Vereinigung des oben beschriebenen Wappens des Freiherrn v. Labes, genannt Graf v. Schlitz, mit dem gräflich Bassewitzschen Wappen der quergetheilte Schild des erstcren (s. oben) ein gevierter geworden ist, so dürfte es wohl am Platze sein, dieses schöne, vielfach zusammengesetzte Wappen, welches in vollständigen Lackabdrücken wohl in mehreren, wenn auch grossen heraldischen Sammlungen fehlen wird, hier zu beschreiben und dadurch zugleich anzugeben, wie wohl eigentlich, wenn man eine genaue und deutliche Beschreibung so zusammengesetzter Wappen liefern will, dieselbe einzurichten sei. Dasselbe gestaltet sich, wie folgt: Schild (Rückenschild) mit Mittelschilde und in letzterem befindlichen Herzschilde. Im silbernen Ilerzschilde ein nach der rechten Seite springendes, schwarzes, wildes Schwein (Stammwappen der alten meklen- burgischen Familie v. Bassewitz, siehe Bd. IL S. 39). Mittelschild zweimal quer und in den beiden unteren Theilen der Länge nach gelheilt, also fünffeldrig: 1 (oberer Theil) in Roth zwei auf der Theilungslinie neben einander stehende, silberne Säulen; 2 (in der Mitte rechts) in Schwarz ein vorwärtssehender, goldener Büffelskopf mit durch die Nase gezogenem, goldenem Ringe; 3 (in der Mitte links) in Grün ein nach der rechten Seite gekehrter, goldener Greil; 4 (unten rechts) ebenfalls in Grün ein links gekehrter, nicht ganz gewöhnlich gestellter, doch beide Vorderpranken etwas erhebender, gekrönter, goldener Löwe, und 5 (unten links) unter einem silbernen, mit einem querliegenden Lorbeerkranze belegten Feldeshaupte in Blau ein auf grünem Boden stehender, grünender Palmbaum. (Die eben beschriebenen Felder I—5 des Mittelschildes machen den Schild des gräflich Bassewitzschen Wappens aus und kamen, als der Grafenstand in die Familie v. Bassewitz gelangte, zu dem Stamm- iv. 16 242 wappen.) Schild (Rückcnschild) gevierl: 1 und 4 in Silber zwei schräglinks unter einander gestellte, schwarze Raiken, jeder an der oberen Seile dreimal gezinnt (Stammwappen der alten fränkischen Familie Görtz, v. Schlitz genannt, oder nach späterer Schreihart: v. Schlitz, genannt v. Görtz), und 2 und 3 in Roth eine silberne Lilie (Mittelschild des freiherrl. v. Labes'schen Wappens nach dein Diplome von 1786, s. oben. Die Felder 1—4 des Schildes ergehen das Wappen der freih. v. Labes'schen, Grafen v. Schlitz genannten Familie, welches, wie oben angeführt worden ist, früher quer in zwei Theile getbeilt war, hei Vereinigung mit dem gräflich v. Bas- sewitzschcn Wappen aber in ein geviertes Schild verwandelt wurde). — Aul letzterem Schilde steht eine neunperlige Krone, auf welcher sich fünf Helme erheben. Der erste (mittlere), gekrönte Helm trägt zwei neben einander stehende, silberne Säulen; aus dem zweiten (mittleren rechten) Helme, welcher mit einem von Schwarz und Silber sechsmal gewundenen Wulste bedeckt ist, wächst, zwischen zwei silbernen Zähnen eines wilden Schweines, ein links gekehrtes, wildes, schwarzes Schwein auf, und auf dem dritten (mittleren linken) Helme, welcher weder gekrönt noch gewulstet ist, steht, zwischen einem offenen, blauen Adlersfluge, ein grünender Palmbaum (die bisher beschriebenen drei Helme sind die Helme des gräfl. v. Basse- witzschen Wappens, und der zweite [mittlere rechte] Helm enthält den Helmschmuck des Stammwappens). Der vierte (rechte) gekrönte Helm trägt einen offenen, silbernen Adlersflug, dessen rechter Flügel mit den oben beschriebenen beiden, gezinnten, schwarzen Raiken schräglinks, der linke aber schrägrechts belegt ist, und auf dem fünften (linken), ebenfalls gekrönten Helme steht, zwischen einem offenen, rothen, auf jedem Flügel mit einer silbernen Lilie belegten Adlersfluge, ein mit der Spitze nach oben und links gekehltes Schwert mit goldenem Grille (der vierte und fünfte [rechte und linke] Helm sind die Helme des Wappens des Freih. v. Lahes, gen. Graf v. Schlitz). Die Decken des mittleren Helmes sind roth und silbern, des mittleren rechten schwarz und silbern, des mittleren linken blau und silbern, des rechten schwarz und silbern und des linken roth und silbern. Den Schild hält rechts ein einwärtssehender, schwarzer Rüffel, und links ein vorwärtssehender, mit Laub bekränzter und umgürteter, wilder Mann, welcher mit der Linken eine Keule auf den Boden stemmt. 243 v. Lafabrique, Freiherren. Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein das Feld ganz überziehendes, goldenes Andreaskreuz, welches in der Mitte von zwei sechs- strahligen, goldenen Sternen, der eine rechts, der andere links, begleitet ist; 2 und 3 in Gold ein quer durch das Feld Iiiessender, blauer Strom, auf welchem eine Ente von natürlicher Farbe nach der rechten Seite schwimmt und unter demselben ein grünes Kleeblatt. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen offenen, blauen Adlersflug, dessen beide Flügel je mit dem Andreaskreuze und den Sternen des 1. und 4. Feldes belegt sind, und der linke die schwimmende Ente des 2. und 3. Feldes zwischen zwei goldenen Büffelshörnern, von welchen jedes von dem erwähnten blauen Flusse durchzogen und in der Mündung mit einem Kleeblatte besteckt ist. Hie Decken heider Helme sind blau und golden. — Wappenhuch des Königreichs Bayern, III. 46. — v. Hefner, II. 42 und S. 43. — v. Lang, S. 172 und 173. — v. Hellbach, II. S. 2 (statt: Franz Seraph L. niuss Adrian L. stehen). Bayern. Adrian Lafabrique, kurpfalzbayer. Hofkammer- und Commerzienrath, wurde vom Kurfürsten Maximilian Joseph von Pfalzbayern, 11. Aug. 1775, in den Freiherrenstand erhohen. Der Sohn desselben, Franz Seraph Freiherr v. Lafabrique, geh. 1750, k. bayer. quiesc. Appellations-Gerichts-Balh, war in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Langenickel. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold auf grünem Boden ein grüner Palmbaum; links in Blau ein rechts gekehrter, goldener Löwe. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem der Löwe der linken Schildeshälfte, in der rechten Vorderpranke einen grünen Palmzweig nach oben und links haltend, auhvächst. Die Helmdecken sind blau und golden. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 79. — v. Ilellbach, IL S. 10. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 41 und V. S. 298. — Freiherr v. Ledebur, II. S. 9. Preussen. Johann Anton Langenickel, fürstbischöflich Breslauischer Amtshauptmann, wurde vom Könige Friedrich IL von 16 * 244 Preussen, 13. März 1746, in den Adelsstand des Königreichs Preus- sen erhüben. Derselbe slaminte aus einem angesehenen Patricier- geschlechte der Stadt Gross-Glogau. Die Familie, welche in Schlesien in den Kreisen Glugau und Trebnitz begütert war, ist erloschen. v. Lanckisch. Schild durch einen breiten, schrägrechten, rothen Balken, in welchem ein Hirsch von natürlicher Farbe mit achlendigem, goldenem Geweihe nach rechts und oben läuft, getheilt: oben (links) von Gold und Blau und unten (recbls) von Blau und Gold schräg- rcchls getheilt, mit einer auf der Theilungslinie aufliegenden Lilie von gewechselten Farben. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, aus welchem, zwischen zwei Bilffelshörnern, von welchen das rechte von Silber und Roth, das linke von Gold und Blau quer getheilt ist, der Hirsch des Schildes, den rechten Vorderlauf hinter, den linken vor dem rechten Hörne haltend, rechtssehend aufwächst. Die llelnideeken sind rechts roth und silbern, links blau und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Auszug aus dem auf der Rathsbibliothek zu Zittau befindlichen Adelsdiplome vom Jahre 1580 (s. unten). — Mönch, Wappenbuch Zittauischer Geschlechter, Tab. 36. — Megerle v. Mühlfeld, S. 126: Lankisch Ritter v. Hornilz.— v. Hellbach, II. S. 15. — Freiherr v. Ledebur, IL S. 10, ohne Angabe des Wappens. Sachsen, Oesterreich. M. Wenceslaus Lanckisch erhielt als Stadt-Schreiber zu Zittau vom Kaiser Ferdinand I., 1561, einen Wappenbrief, und als Syndicus und Stadtrichter der Stadt Zittau und Herr auf Neu-Hörnitz vom Kaiser Rudolph II. laut Diploms d. d. Prag, 10. März 1580, mit Vermehrung des Wappens und mit von dem Gute Neu-Hörnitz entnommenem Prädicate, den Adelsstand (Carpzov, Analecta Fastor. Zittav., IL S. 298, sagt, dass durch das erwähnte Diplom Wenceslaus Lanckisch in den „vollkommenen Adelstand mit dem Stammhause Neu-Hörnitz" gesetzt und das Wappen vermehrt worden sei). — Derselbe, geb. 1521 zu Zittau — ein Sohn des 1538 gestorbenen Bürgermeisters Wenceslaus Lanckusch (wie angegeben, wurde früher der Name geschrieben) — wurde 1584 vom Kaiser Rudolph IL zum Appeliationsralhe ernannt, starb aber, noch ehe er diese Stelle angetreten hatte, im genannten Jahre. 245 Von ihm lief der Stamm, hei welchem das (Int Neu-Hürnitz verblieb, in absteigender Linie, wie folgt, fort: Nicolaus v. L.; Golt- fried (I.) v. L., Gerichtsasse'ssor in Zittau; Gottfried (II.) v. L., fürstl. anbaltscber Leibmedicns und Stadt-Physikus in Zittau; Johann Heinrich v. L., Licentiat der Hechte, Senator in Zittau etc., und Gottfried Heinrich v. L., Jur. utr. Gand. und Notar. Mit Letzterem, welcher sich 1725 mit Maria Rosina Weder vermählte, und dessen Todesjahr nicht aufzufinden ist, oder mit dem Sohne desselben, Johann Heinrich v. Lanckisch, welcher als k. preuss. Lieutenant 1758 in Neisse von einer Bombe erschossen wurde, ist später die Hauptlinie des Geschlechts, welches so lange in grossem Ansehen in Zittau und der Oherlausilz blühte, im Mannsstamme ausgegangen, denn Gottfried Heinrich v. L. halle, so viel sich aus Familienpapieren ergieht, nur noch eine Tochter, Maria Hosina v. L., welche mit dem 1762 verstorbenen Hastor Primarius Hausdorf in Zittau vermählt war. Ueber einen nach Böhmen gekommenen Seitenzweig des Geschlechts fehlen nähere Nachrichten, doch giebt Megerle v. Mithlfeld (a. a. 0.) an, dass Johann Anton Lankisch Hilter v. Hornitz (HOrnilz), böhmischer Landes-Procurator, vom Kaiser Franz IL, I792, die Bestätigung seines im 16. Jahrhunderte erhaltenen Hillerslandes erlangt habe. v. Lassberg, Freiherren. Schild dreimal der Länge nach und einmal quer getheilt, also nchtfehlrig: 1 und 6 in Schwarz ein das ganze Feld überziehendes, goldenes Kreuz, sogen, gemeines Kreuz, doch siehe unten die Angaben über das ältere Wappen der Familie (Stammwappen); 2 und 5 quer getheilt, oben rollt, ohne Bild, unten in Silber eine aus dem Feldesfusse bis an die Theilungslinie aufsteigende, gebogene, rollte Spitze (v. Neydeckh); 3 und 8 quer getheilt, oben schwarz, ohne Bild, unten der Länge nach getheilt von Roth und Silber und ebenfalls ohne Bild (Stammwappen der Reickher), und 4 und 7 in Silber auf grünem Dreiberge ein goldener Baumstamm, welcher oben zwei Aeste, den einen rechts, den anderen links, und jeden mit drei goldenen Blättern treibt (Sinzenhauser. Die Felder 3 und 8 und 4 und 7 zusammen sind das Wappen der Reickher v. Piden- hach). Auf dem Schilde steht eine siebenperlige Krone, auf wel- 216 eher sich vier Helme erheben, von welchen die beiden mittleren (der erste und zweite Helm) nicht gekrünt, der rechte und linke aber gekrönt sind. Der erste Helm (der mittlere rechte Helm) trägt einen rothen Spitzhut mit silberner, vorn eingeschnittener Stulpe, welcher mit fünf Pfauenfedern besteckt ist (Neydeekhscher Helm); auf dem zweiten Helme (dem mittleren linken Helme) steht ein rother Spitzlmt mit schwarzer, vorn ebenfalls eingeschnittener Stülpe, welcher mit sechs silbernen Straussenfedern, von welchen drei sieh rechts, drei links kehren, besetzt ist (Reickherscher Helm), auf dem dritten (dem rechten) gekrönten Helme aber, zwischen einem offenen, schwarzen Adlerstluge, das Kreuz des 1. und 6. Feldes (Hehn des Stammwappens), und auf dem vierten (dem linken) ebenfalls gekrönten Helme, zwischen einem offenen, silbernen Adlerstluge, auf grünem Dreiberge der Baumstamm des 4. und 7. Feldes (Sinzenhauserscher Helm). Die Decken des mittleren rechten Helmes sind roth und silbern, die des mittleren linken rechts schwarz und silbern und links roth und silbern, die des rechten Helmes schwarz und golden und die des linken silbern und golden. — Wie beschrieben giebt das Wappen das Wappenbuch des Königreichs Bayern, XI. 32, und eine dieser Abbildung ganz gleiche, nur dass die vier Helme unmittelbar auf dem Schilde stehen, findet sich im genannten Werke, III. 47. — v. Heiner, 11. 43 und S. 44: Freih. v. Lassberg zu Marzoll (sagt vom Schilde: gespalten und jede Seite geviertet; vordere Hälfte etc., hintere Hälfte etc. Das Wappen stimmt ganz mit den Angaben des Wappenbuchs des Königreichs Bayern, nur ist die silberne Stülpe des Spitzhutes auf dem mittleren rechten Helme mit der rothen Spitze der unteren Ilällte des 2. und 5. Feldes belegt, und die Stülpe des Hutes auf dem mittleren linken Helme vorn nicht eingeschnitten. Das ältere v. Lassbergische Wappen geben Siebmacher, Iii. 45, und v. Ilefner (a. a. 0.) und zwar, wie folgt: Schild geviert: l und 4 quer gelheilt: oben roth, ohne Bild, unten in Silber eine bis an die Theilungslinie aufsteigende, gebogene, rothe Spitze; 2 und 3 in Schwarz, bei Siebmacher zwei ins Kreuz übereinander gelegte, goldene Balken, bei v. Hefner ein schwebendes, goldenes Kreuz, sog. Tatzenkreuz. Auf dem Schilde stehen zwei Helme, der rechte Helm trägt einen rothen Spitzhut mit silberner Stülpe, welcher oben mit fünf silbernen Straussenfedern besteckt ist, und der linke einen die Sachsen einwärts kehrenden, geschlossenen, schwarzen Adlersflug, dessen vorderer, linker Flügel mit dem Kreuze des 247 2. und 3. Feldes belegt ist. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern und die des linken schwarz und golden. Was dieses ältere Wappen der Familie anlangt, so wird neuerlich gewöhnlich angenommen, dass das Stammwappen (das Kreuz im 1. und 4. Felde) schon sehr früh, wahrscheinlich bei Erlangung des Herrenstandes mit dem Wappen derer v. Neydeckh (von Roth und Silber quer gctheilt und unten mit einer rolhen Spitze) vermehrt worden sei, doch soll nach anderen früheren Angaben letzteres Wappen, und nicht das Kreuz, das eigentliche Stammwappen sein. Was übrigens noch das Kreuz anlangt, so würde, wenn v. Heiner im Rechte wäre, dasselbe ein schwebendes, sog. Tatzen- und nicht das Feld ganz überziehendes sog. gemeines Kreuz sein, wie sich dasselbe auch im gräflichen Wappen findet. Das grälliche Wappen (Reichs-Grafenstand von 1705, s. unten) kommt mit mehrfachen Varianten vor. Wissgrill u. A. und nach denselben die deutschen Grafenhäuser der Gegenwart, II. S. 13, bestimmen das Wappen, wie folgt: Schild achtfeldrig: I und 4 quer getheilt, oben schwarz, unten von Roth und Silber der Länge nach getheilt, sämmtlicbe Theile ohne Dikl; 2 und 5 in Dlau auf lettigem Boden ein goldfarbiger, ganz entblätterter, abgedorrter Daum (Vcnkh v. Leutzmannstorf, Loizmannsdorf, wobei nicht zu übersehen ist, dass eine Erbtochter der Familie Venkli [s. unten] das Gut Loilz- mannsdorf an das Geschlecht brachte und dass die Freiherren v. Lassberg auch als Freiherren v. L. auf Leutzmannsdorf und Ottenburg in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen sind); 3 und 8 quer gelheilt, oben roth ohne Dild, unten in Silber eine bis an die Theilungslinie aufsteigende, gerade, rothe Spitze (Slammwappen), und 4 und 7 in Schwarz ein schwebendes, goldenes Tatzenkreuz. Auf dem Schilde stehen vier gekrönte Helme. Der mittlere rechte Helm (der erste Helm oder von rechts der zweite) mit schwarz-roth-silbernen Decken trägt einen rotben, altfränkischen Hut mit schwarzer Stülpe, auf dessen Spitze ein Dusch Pfauenfedern mit einem goldenen Dande, dessen Enden an beiden Seiten herabfliegen, angebunden ist; der mittlere linke (der zweite Hehn, oder von rechts der dritte) mit ebenfalls schwarz-roth-silbernen Decken einen rolhen Spitzhut mit einer Stülpe von weissem Pelzwerke und an der Spitze mit sechs silberneu Reiherfedern besteckt, von denen drei sieb rechts, drei links wenden; der rechte Helm (der dritte) mit blau-gold-silbernen Decken einen mit den Sachsen einwärts gekehrten, geschlossenen, blauen, mit dem gold- 24 8 farbigen abgedorrten Baume des 2. und 5. Feldes belegten Adlers- llug, und der linke (der vierte Helm) mit schwarz-goldenen Decken einen die. Sachsen einwärts kehrenden, geschlossenen, schwarzen Adlersflug, welcher mit dem Tatzenkreuze des 4. und 7. Feldes belegt ist. Dagegen geben Andere die Wappenbilder des grällichen Wappens im Schilde und auf den Helmen, die Ordnung derselben elc. ganz so an, wie oben vom freiherrlichen Wappen angeführt worden ist. Eine eigentümliche Variante findet sich im Geneal. Taschenbuche der griifl. Häuser, 1849. S. 389 und 390, es ist nämlich das 3. und 8. Feld (links das 1. und 4.) oben von Schwarz und Roth senkrecht getheilt und unten ganz silbern. — Nachrichten (Iber die Familie gebenj Bucelini, Stemmat. 1\ III. — Gauhe, I S. 1165 und 1166: v. Dasberg, Lasperg. — Wissgrill, V. S. 440 — 448. — v. Hellbach, 11. 14: v. Dasberg, Dasperg, Daszberg. — v. Dang, Suppl., S. 55: Freih. v. Dassberg auf Deutzmansdorf und Oldenburg. — N. Preuss. Adelslex., III. S. 204 und 205. — Freih. v. d. Knesebeck, S. 188: v. Dasperg. — Freiherr v. Ledebur, II. S. 12. — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1856. S. 384 und 385, und 1857. S. 410—412, und handschriftliche Notizen. Bayern, Preussen, Braunsch weig, Fra n kfurt a. M. etc. Altes, aus Oberilsterreich stammendes Adelsgeschlecht, welches den Namen von seinem ehemaligen Sitze Dassberg bei Freistadl im Mühlviertel führt. Urkundlich erscheinen als Zeugen Heinrich der Dassberger 1326, Ulrich 1356, Hans v. Dassberg, Rudolphs IV. Erzherzogs zu Oesterreich Kammermeister, 1362 und 1364, Carl, Benusch und Hans die Dassberger, Brüder, 1363, und Hans v. D. war um 1371 Hofmarschall des Herzogs Deopold von Oesterreich. Ulrich der Dassberger, Bitter, erhielt vom Herzoge Albrechl III. von Oesterreich 1385 die Hofmark, den Hof und die Veste Dassberg im Dande ob der Ens zu Lehen und mit demselben fängt nach dem Dasshergischen Stammbuche und nach Raymund. Duellii Excerpt. geneal. bist. Dib. II, Tab. geneal. Lasberg, fol. 301, die ordentliche Stammreihe der Familie an. Der Sohn desselben, Leonhard (1.) bekam mit seiner Hausfrau, Catharina Venkhin, 1454 vom Vater derselben, Hans Venkh, das Gut Doitzmannstorf als Erbgut (s. oben die Angaben über das grätliche Wappen) und von ihm stammten die Sühne Bernhard und Michael, welche beide den Stamm fortpflanzten. Von Ersterein, im Anfange des 16. Jahrhunderts mit Anna Bschäl, verw. v. Frey vermählt, enlspross Leonhard (II.), aus dessen Ehe mit Regina v. Sinzendorf (nach Anderen Sinzetihauser, siehe oben die 249 Beschreibung des freiherrl. Wappens) -Fridau der dritte Solm Iians Leopold der Stifter der freiherrlichen und gräflichen Linien des Geschlechts wurde. Derselbe war mit Hosina Reickerin (Reickher) zum Thum vermählt, und von dem ältesten Sohne aus dieser Ehe, Christoph, vermählt mit Maria Magdalena Bayr zu Dürrnbach, enl- spross als ältester Sohn Hans Seyfried, Herr auf LoitzmannstoiT (Leutzmannstorf) und Ochsenburg, so wie Herr der Herrschaften Carlstellen, Toppel und Anzendorf. Derselbe, gest. 1676, wurde vom Kaiser Leopold L, 16. Nov. 1664, mit seinen Vettern in den Freiherrenstand erhoben, und der Sohn aus zweiter Ehe mit Eli- sabetha Judith v. Bernhardin, Georg Ehrenreich Freiherr v. L., geh. 1647, gest. 1723, erhielt vom Kaiser Joseph I., 18. Sept. 1705, mit seiner Nachkommenschaft den Reichsgrafensland. Die genealogischen Verhältnisse der gräflichen Linie sind in den deutschen Grafenhäusern der Gegenwart, II. S. 14, näher angegeben. Von dem freiherrlichen Stamme blühen jetzt zwei Linien, von welchen die eine in Braunschweig und Preussen, in welchem letzteren Staate früher mehrere Sprossen der Familie in Mililairdiensten gestanden haben, die andere in Rayern angesessen und begütert ist. Ein Glied der bayerischen Linie, Maximilian Bernhard Theodor Rciclis- freiherr v. Lassberg — Solln des k. bayer. Gensdarmerie-Rillmei- sters Freiherrn v. L. aus der Ehe mit Josepha v. Cronegg — geb. 1813, k. bayer. Kamnierjunker, fiirsll. lippescher und fürst). Thum und Taxis'scber Posldirector zu Detmold, ist, 1846 vermählt mit Ida Reichsfreiin v. Stein zu Nord- und Ostheim, Ganerbtochter, seit 1848 Mitglied der altadeligen Gauerhschafl des Hauses Alten-Liin- purg zu Frankfurt a. M. Aus der Ehe stammen, neben einer Tochter, vier Sühne, die Freiherren: Dietrich Edmund Carl Maria, geb. 1847, Rudolph Franz Joseph Wilhelm, geb. 1849, Joseph August Maria, geb. 1851, und Johann Friedrich Hubert Maria, geb. 1854. — In Bezug auf die freiherrliche Linie in Bayern sei noch angeführt, dass nach v. Lang in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen waren die drei Brüder, Freiherr Johann Bernard Anton Ludwig Michael, geb. 1776, k. bayer. Oberbeamter und Ilallverwai- ter in Krumbach, Freiherr Joseph Carl August Ludwig Thomas Johann Nepomuk, geb. 1782, quitt, k. bayer. Hauptmann, und Freiherr Wilhelm Franz Wolfgang Anton Xaver Dilmar, geb. 1783, k. bayer. Hauptmann im 2. Linien-Infanlerie-Regimente. v. Lauwitz. Schild der Lunge nach getheilt: rechts in Silber ein an die Tlieilungslinie angeschlossener, golden gekrönter und bewehrter, halber, schwarzer Adler, und links in Blau auf freistehendem, grünem Boden ein rechts gekehrter, goldener Löwe. Auf dein Schilde steht ein, mit einem von Silber und Blau siebenmal gewundenen Wulste bedeckter Hehn, aus welchem, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, der Löwe der linken Schildeshitlftc aufwächst. Die [lelmdecken sind rechts schwarz, roth, silbern, und links blau, golden und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 81. — v. Ilellbach, II. S. 19. — N. Preuss. Adeislex., Iii. S. 207 und 208. — Freih. v. Ledebur, IL S. 15. Preussen. Johann Philipp Lau, k. preuss. Oher-Appellalions- gerichls-Rath, wurde vom Könige Friedrich I. von Preussen, 27. Juli 1700, unter dem Namen v. Lauwitz, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe wurde später k. preuss. Geh. Ober- tribunals-Ralh. Die Familie wurde in Oesterreich in den Kreisen Friedland und Fischhausen begütert. — Gottfried v. Lauwitz, Prediger der reformirlen Gemeine zu Tilsit, starb 1798. Ueber das Vorkommen des Geschlechts in diesem Jahrhunderte ist nichts aufzufinden. Lavran v. Hinzberg, Ritter. Schild von Blau und Silber, olme Bild, geviert und durch eine aus dem Schildesfusse Iiis an den oberen Rand des Schildes aufsteigende, gerade Spitze getheilt. Die Spitze ist von Silber und Blau geviert, doch sind die vier Theile nicht gleich gross, sondern die beiden oberen sind, da die Quertheilung der Spitze der queren Theilung des Schildes entspricht, kleiner als die unteren. Die beiden oberen Theile sind ohne Bild, in den unteren aber steht auf der Tlieilungslinie eine Lilie von gewechselten Farben. Auf dem Schilde erheben sieb zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst ein einwärtssehender, schwarzer Adler auf, und der linke Hehn trägt drei Straussenfedern, blau, silbern, blau. Die Helm- decken sind blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 169 und S. 355. — v. Ilellbach, IL S. 19. 251 Oesterreich. Johann Ludwig Lavran v. Hinzberg, k. k. Ilofzahnarzt, wurde vom Kaiser Franzi, von Oesterreich, 8. Jan. 1808, in den erbländisch-österreichischen Hilterstand versetzt. Derselbe war früher, I I. Febr. 1804, mit dem Prädicate: v. Ilinzberg, in den Adelsstand erhoben worden, erwarb in Niederösterreich Güter und wurde, 31. Oct. 1808, unter die niederüsLerreichischen Stände aufgenommen. v. Lebzeltern, Ritter. Schild durch einen schrägrechten, mit drei unter einander stehenden Dienen von natürlicher Farbe belegten, silbernen Balken , gelbeilt: rechts (unten) in Schwarz ein rechts gekehrter, gekrönter, doppelt geschweifter, goldener Löwe, welcher in den Vorderpranken einen silbernen Cubikstein hält; links (oben) in Roth ein freischwebender, aus blauen Wolken hervorkommender, rechts gekehrter, weisser Arm, welcher in der Hand ein aufgeschlagenes Buch hält, dessen rechte Seite mit V, die linke mit L (Vitae über) bezeichnet ist. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst der Ann der linken Schildeshälfte mit dem beschriebenen Buche in der Ilarul zwischen einem offenen Adlersfluge auf, dessen rechter Flügel von Schwarz und Gold, der linke aber von Roth und Silber quer getheilt ist, und aus dem linken Helme wächst der Löwe der rechten Schildeshäffte mit dem Cubiksteine empor. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern und die des linken schwarz und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 169, so wie S. 73. — v. Ilellbach, II. S. 20. Oesterreich. D. Carl Wilhelm Lebzeltern, k. k. Rath und Lcibmedicus und gewesener (1713) Rector Magnificus der Universität Wien, wurde vom Kaiser Carl VI., 29. Aug. 1718, in den erb- ländisch-österreichischen Ritterstand erhoben. Von den Nachkommen desselben wurde Adam Ritter v. Lebzeltern, k. k. Hofrath und ausserordentl. Gesandter und Minister am k. portugiesischen Hofe, vom Kaiser Franzi, von Oesterreich, 1817, in den erbländisch- österreichischen Ritterstand versetzt. — Nach dem Mililair-Schema- tismus des österreichischen Kaiserthums haben Sprossen des Geschlechts mehrfach in der k. k. Armee gestanden. 252 v. Lentz (Diplom vom 21. Oetbr. 1786). Im golden eingefassten, durch einen silbernen Querbalken gelheilten, oben blauen, unten rolhen Schilde ein goldenes Füllhorn, aus welchem drei purpurfarbene Rosen am braunen Stengel mit meergrünen Blattern hervorragen. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Ilelm, welcher, zwischen einem offenen, schwarzen Adlers- lluge, einen aufgerichteten Pfeil trägt, dessen Gefieder blau, das Holz braun und die Spitze silbern ist. Hie Helmdecken sind rechts blau und silbern und links roth und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 83 (das Füllhorn ist mit vielen blätterreichen, weissen Blumen gefüllt). — v. llellbach, II. S. 30. — N. Preuss. Adelslex., HI. S. 2 und S. 217. — Freih. v. Ledebur, 11. S. 25. Prelis seil. Johann Friedrich Lentz, k. preuss. Major im Ilu- sarenregimente v. Eben, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen, 21. Oct. 1786, mit seinen fünf adoptirten Kindern, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe war später Oberst und Commandern* des genannten Regiments und trat 1793 aus dem activen Dienste. — Zu der hier in Rede stehenden Familie, welche mit mehreren gleichnamigen Geschlechtern, namentlich mit der Bd. I. S. 266 und 267 abgehandelten Familie v. Lenz (Lentz), welche aus Bayern nach Sachsen und Preussen gekommen, nicht zu verwechseln ist, gehört der k. preuss. Obersl- lieutenant v. Lentz, Commandeur des I. Bataillons des 2. Gardelandwehr-Regiments, welcher sich 1853 mit Elisabeth v. d. Marwitz vermählt hat. v. Lethmate (Lettmate, Letmate), auch Freiherren. Wappen derer v. Lethmale: im silbernen Schilde ein von Roth und Gold in drei Reihen, jede zu 10 Feldern, geschachter Querbalken, über welchem, zwischen zwei goldenen Aehren ohne Halm, die eine rechts, die andere links, ein rechtssehender, doppelt geschweifter Löwe aufwächst, und unter welchem neben einander drei goldene Aehren stehen (oder wohl auch — s. unten —: Schild zweimal quer gctheilt, dreifeldrig: l [oben] etc.). Aul dem Schilde stellt ein Helm, welcher, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen rechter Flügel roth, der linke golden ist, den aufwachsenden Löwen des Schildes, doch ohne dass der Schweif zu sehen ist, trägt. Die 253 Ilelmdecken sind rechts roth und golden, links rotli und silbern. - - Siebinacher, I. 191: v. Lethmate, Westphälisch (die „Declaration" sagt kurz: ein weisser Schild, der Schach in der Mitte roth und gelb, der halbe Lowe roth, die Aehren gelb. Auf dem Helme ein rother und ein gelber Flügel, der Löwe roth, die Helmdecke roth und gelb, roth und weiss). — v. Steinen, Tab. VII. 1 (der Löwe hat nur einen Schweif, der Schach, von Gold und Roth, vier Reiben und auf dem Helme ist der rechte Flügel golden, der linke roth. v. Steinen, IV. S. 1370, ist der Meinung, dass der Schachhaiken zuerst allein geführt worden sei, und dass erst später, etwa bei Gelegenheit einer Vermählung mit einer Erbtochter aus dem Geschlechte v.Iiülinc deren Wappen, die Külinge oder jungen Frösche, mit angenommen worden wären. Aus diesen jungen Fröschen wären durch Unwissenheit der Maler Kornähren entstanden, v. Steinen giebt auch zwei alte hierher gehörige Siegel. Das erste, Tab. LVJ. 11, ist das dreieckige Sigill. Hunoldi de Letmate vom Jahre 1334, in welchem sich ein wachsender Löwe ohne Schwanz, zwei Schachreihen und unten drei Kornähren befinden. Das zweite Siegel ist das Sigill. Henrici dieti Rülinck, welches dem ersteren gleicht, nur hat der wachsende Löwe einen Schweif, und unter dem Schach sind drei kleine schwarze Figuren in einer Reihe, die wohl für Frösche genommen werden könnten, aber Vögeln ähnlicher sind. Die zwei letzten dieser Figuren kehren sich rechts, die erste links). — v. Meding, 11. S. 338 und 339 (beschreibt das Wappen zuerst nach einer Zeichnung in Farben, welche durch ein Zeugniss des Domcapilels zu Hildesheini beglaubigt war, und nimmt dann auf v. Steinen und Siebmacher Rücksicht. Nach der erwähnten Zeichnung beschreibt v. Meiling das Wappen v wie folgt: im ersten silberneu Felde des zweimal in die Quere getheilten, also dreifeldrigen Schildes ein wachsender, rother Löwe mit ausgestreckter Zunge und doppeltem Schwänze. Uelter dem Löwen und zu jeder Seite desselben ein kleiner, schwarzer Federbusch. Das zweite Feld ist in drei Reihen von Roth und Gold geschacht. Im dritten silbernen Felde stehen drei schwarze Federbüsche neben einander. Aul dem Helme ist ein Adlersflug, dessen rechter Flügel silbern, der linke rolli ist, und zwischen denselben wächst ein links gekehrter, rother Löwe auf. Die Helmdecken sind silbern und roth. Was v. Steinen betrifft, so giebt v. Meding an, dass das Wappen, wie Ersterer dasselbe gegeben [s. oben], in Münster aufgeschworen sein solle, die Vermuthung hinsichtlich des v. Külinekschen Wappens hält er aber 254 nicht für allerdings begründet, da die v. Ktllinck doch auch den Schachbalken führten: der Name Kidinck scheint ihm vielmehr hlos ein angenommener Name zu sein, da mehrere Beispiele bestätigen, dass dies in alten Zeiten, sowohl in Ansehung einzelner Personen, als auch ganzer Linien, mit Beibehaltung des Wappens nichts Ungewöhnliches gewesen sei. Was v. Meding in Bezug auf Siebmacher anführt, dass die Federbüsche, obgleich sie schwarz wären, Waizen- ähren ähnlich sähen, würde nicht geschrieben worden sein, wenn ihm die Siebmachersche „Declaration" zur Hand gewesen wäre). — Gauhe, 1. S. 1194 und 1195: v. Lettmate, Lethmate. — v. llell- bacli, II. S. 33. — N. Preuss. Adclslex., III. S. 223 und 224. — Freiherr v. Ledebur, IL S. 28 (sagt: im silbernen mit Aehren bestreuten Felde ein in Roth und Gold geschachter Querbalken, über welchem ein wachsender, rother Löwe). Wappen der Freiherren v. Lethmate: Schild golden eingefasst und zweimal quer getheilt, dreifeldrig: 1 (oben) in Gold ein aufwachsender, rechtssehender, doppelt geschweifter, rother Lowe, zwischen zwei goldenen Aehren, deren rechte sich rechts, die linke links kehrt; 2 (in der Mitte) von Roth und Gold in drei Reihen, jede zu 7 Feldern, geschacht, und 3 (unten) in Silber drei aus dem Schildcsfusse neben einander aufwachsende, goldene Aehren. Die mittlere ragt gerade empor, die äusseren kehren sich nach aussen. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen rechter Flügel roth, der linke golden ist, der Löwe, wie im 1. Felde, nur einwärtssehend und ohne Schweif auf, und der linke trägt einen aufwachsenden, vorwärtssehenden Türken, welcher in der Rechten ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und links schwingt und die Linke in die Seite setzt. Derselbe trägt blaue Kleidung, vorn mit vier silbernen Knöpfen, einen silbernen Gürtel und auf dem Kopfe einen blau-silbernen Bund mit blauem Deckel und einem nach links wehenden Reiherbusche. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern, die des linken roth und golden, und den Schild halten zwei auf grünem Boden stehende, vorwärtssehende Herolde, welche die freie Hand in die Seite setzen. Dieselben tragen niedrige blau aufgeschlagene und golden eingefasste, rotlie Hüte, lange blaue Mäntel, mit goldenem, mit dem Reichsadler und der über demselben schwebenden Krone bezeichneten Ueberwurfe, ein rothes Unterkleid und weisse Tricots. Die Stiefeln des rechts stehenden Herolds sind blau und oben mit goldenem, die des links 255 stehenden golden mit blauem Ueberschlngc. — Wappenbucb der Prenss. Monarchie, 11. S. 47. — v. Meiling, II. S. 340 (beschreibt das freiberrliche Wappen, wie er dasselbe auf einem Stammbaume gesehen, mit dem Bemerken, dass es sich, bis auf wenige Veränderungen, wie das adelige gestalte, folgendermassen: im ersten silbernen Felde ist der wachsende, rollie Löwe, doch ohne Schwanz, und neben ihm zur Beeilten eine goldene Kornähre; das zweite Feld ist von Roth und Gold in drei Reihen geschnellt; im dritten silbernen Felde stehen drei goldene Kornähren neben einander. Zwei gekrönte Helme: auf dem zur Rechten kehrt sich der wachsende Löwe links, zwischen Adlersflilgeln, von denen der rechte golden, der linke roth ist. Auf dem Helme zur Linken sieht man einen wachsenden blau bekleideten, silbern gegürteten Türken, mit einer doppelten Reihe goldener Knöpfe, silbernem Aufschlage am Aermel und an „dem blauen Runde". Er hält einen blossen Säbel mit goldenem Gelasse in der rechten Hand drohend über sieb gekehrt und l'asst mit der linken in den Gürtel. Helmdecken rechts golden und silbern, links silbern und roth). — Der Lackabdruck von Petschaften mit der Umschrift: Caspar Friedrich Freiherr v. Lelh- mate, zeigt den aufwachsenden Löwen im Schilde doppelt geschweift und zwischen zwei Aehren, die eine rechts, die andere links; der Schach besteht aus zwei Reihen, jede zu acht Feldern; die drei Aehren unten kommen aus dem Schildesfusse neben einander hervor. Der wachsende Löwe auf dem rechten Helme sieht einwärts und zeigt keinen Schweif. Der Kopf des vorwärtssehenden Türken, ganz wie v. Meding denselben beschrieben, trägt einen Rund. Preussen. Altes, schon im 13. Jahrhunderte bekanntes, west- phälisches Adelsgeschlecht, welches v. Meding für ein ursprünglich niederländisches hält, doch kam nach Allem dasselbe, aus West- phalen nach Rrahanl und später aus Brabant wieder nach West- phalen. Das für das Stammhaus gehaltene Gut Lethmate im jetzigen Kreise Iserlohn stand der Familie mit Elsey schon 1242 zu, und in demselben Jahre kommen die Lethmate als Burgmänner zu Limburg, 1213 aber als Burgmünner zu Altena vor. In nächster und späterer Zeit erwarb die Familie in Westphalen mehrere andere Güter und wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch in der jetzigen Provinz Sachsen angesessen. — Caspar v. L., k. schwedischer Generalmajor und Kriegsrath, Pfand-Inhaber des Amtes Alten-Stassfurt (im jetzigen Kreise Calbe der Provinz Sachsen), geb. 1606 in der ehemaligen freien Reichsstadt Dortmund a. d. Em- 25(5 scher, iu welcher Stadt der Vater desselben, welcher Brabant in Folge der Religionsstreitigkeiten verlassen hatte, sich niederliess, war mit Johanna Gerhrecht v. Baunigarten aus dem Hause Bernburg in der Grafschaft Hoya vermählt, und aus dieser Ehe stammte Caspar Friedrich v. L., geb. 1652, welcher als kurbrandenburgischer Oberst vom Kaiser Leopold I., 1698, die Reichsfreiherren würde erhielt; eine Würde, welche Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, 15. Oct. 1698, bestätigte. Derselbe starb 1714 als k. preuss. Generalmajor, Regimentsinhaber etc. und Herr auf Brachwitz, Schaal- see und Stedren, sämmtlich in der jetzigen Provinz Sachsen. Aus der Ehe mit Sabina Christophora Brand v. Lindau stammten sieben Söhne und fünf Töchter, doch soll, wie Gauhe angiebt, nur ein Sohn, welcher später als k. k. Hauptmann im Duell blieb, den Vater überlebt haben, während nach Freiherrn v. Ledebur das ganze Geschlecht, 19. Juli 1714, mit dem genannten k. preuss. Generalmajor Freiherrn v. L. erlosch. Von der adeligen Familie v. L. kommt Johann Caspar v. L. noch 1687 als Domherr zu Münster vor. v. Leuth. Schild mit Schildesfusse. Im schwarzen Schilde drei neben einander stehende, achtstrahlige, goldene Sterne, über welchen ein goldener Weberschützen schwebt, und im silbernen Schildesfusse eine goldene Lilie. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen linkssehenden, schwarzen Adler mit weit ausgespreizten Waffen trägt. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Handschriftliche Notizen und Handzeichnung. Oesterreich. Der Stammvater dieses adeligen Geschlechts, welches wohl schon längere Zeit erloschen ist, Claus Leuth aus Hachenburg, wurde vom Kaiser Ferdinand IL, laut Diploms d. d. Wien, 25. Mai 1629, mit seinen beiden Söhnen Dr. Martin I,. und Adam L. und deren ehelicher Nachkommenschaft, in den Reichsadelstand erhoben. 257 Leuzendorffer v. Leuzendorff (Leuzendorf) , Ritter. Scliild geviert: 1 und 4 in Roth ein einwärts gekehrter, gekrönter, doppelt geschweifter, goldener Löwe; 2 und 3 in Gold ein einwärts aufwachsender, schwarzer Hund mit goldenem, beringtem Halsbande. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Ilehn trägt den aufwachsenden Hund des 2. und 3. Feldes, und aus dem linken Helme wächst der Löwe des 1. und 4. Feldes auf. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken roth und golden. — Handzeichnuhg und handschriftliche Notizen..— Megerle v. Miihlfeld, S. 127. — Schmutz, II. S. 418. — v. Hellbach, II. S. 36. Oesterreich. Maximilian Carl Leuzendorffer v. Leuzendorff, Herr der Herrschaft Weitenstein (Weiterslein) in Steiermark, erhielt vom Kaiser Franzi, von Oesterreich, 15. Juni 1807, die Bestätigung des ihm und seiner Familie zustehenden alten Ritterstandes. — Die Familie v. Leuzendorff ist ein altes steiermärkisches Adelsgeschlecht, welches schon vom Kaiser Ferdinand IL, 1. März 1624, grosse Freiheiten und Vorrechte erlangt hat. — Nach dem Militair- Schematismus des österreichischen Raiserthums haben Sprossen des Geschlechts mehrfach in der k. k. Armee gestanden. Die neueren Jahrgänge führen drei dieser Sprossen auf und schreiben den Namen der Familie: v. Leuzendorf, Ritler. v. der Leyen, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im rolhen Mittelschilde drei (2 und 1) schwarze Würfel. 1 und 4 quer getheilt: oben in Blau drei neben einander stehende, sechsstrahlige, goldene Sterne; unten in Silber auf grünem Hügel ein rechts gekehrter Kranich von natürlicher Farbe, welcher in der aufgehobenen, linken Kralle einen weissen Stein hält; 2 und 3 in Gold ein freistehender, schwarzer Berg. Auf dem Schilde steht ein mit vier schrägrechten Schnüren von Perlen überzogener Kronenreif, auf welchem sich zwei mit eben solchen Kronenreifen gekrönte Helme erheben. Der rechte Hehn trägt drei Slraussenfedern, blau, silbern, blau, und der linke einen offenen, schwarzen Adlersflug. Die Decken des rechten Helmes sind blau und silbern, die des linken schwarz und golden, und den iv. 17 258 Schild halten zwei auf einem Marmor-Postamente stehende, mit Kronenreifen, wie die oben beschriebenen, gekrönte, auswärtssehende, schwarze Adler. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, II. 47. — Wappenhuch der Preuss. Rheinprovinz: Freiherren v. der Leyen zu Hlömersheim, I. LXXII. 144 und S. 69 und 70. — N. Preuss. Adelslex., III. S. 230 und V. S. 306. — Treib, v. Ledebur, II. S. 31. Das Stammwappen der Familie ist folgendes: Schild golden eingefasst und quer getheill: oben in Blau drei neben einander stehende, sechsslrahlige, goldene Sterne, und unten in Silber auf grünem Boden ein rechts gekehrter Kranich, welcher in der aufgehobenen, rechten Kralle einen weissen Stein hält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher drei Straussenfedern, blau, silbern, blau, trägt. Die Helmdecken sind blau und silbern, und den Schild halten zwei auf einem marmornen Postamente stehende, auswärtssehende, golden gekrönte und bewehrte, schwarze Adler. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 84. — Wappenhuch der Preuss. Rheinprovinz, I. LXXIII. 145 und S. 70. — v. Hellbach, II. S. 38. •— N. Preuss. Adelslexicon und Freiherr v. Ledebur (a. a. 0.). Preussen. Conrad Friedrich und Johann Gebrüder van der Leyen zu Crefeld, beide k. preuss. Commerzienräthe, wurden vom Könige Friedrich 11. von Preussen, 21. Febr. 1786, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben: eine Angabe, welche mit der des Freiherrn v. Ledebur nicht stimmt, da nach demselben das Diplom 21. Novbr. 1786 ausgefertigt worden, die Erhebung in den Adelsstand also vom Könige Friedrich Wilhelm II. erfolgt ist. Auch schreibt derselbe: Conrad, Friedrich und Johann v. d. L. und giebt sonach drei Brüder an. Der erwähnte Conrad v. d. L. starb, nach Freiherr v. Ledebur, 1797 zu Crefeld als k. preuss. Geh. Rath. — Der Freiherrenstand ist vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 17. Januar 1816, in der Person des Friedrich Johann v. d. L. in die eine Linie der Familie gekommen. — In die Adels- matrikel der Preuss. Rheinprovinz ist Friedrieb Johann Freiherr v. d. L. zu Blömersheim (Crefeld, 27. Juni 1829) in die Classe der Freiherren, unter No. 31, eingetragen, und derselben Matrikel sind einverleibte Friedrich Heinrich Conrad v. d. L. (Crefeld, 18. Juni 1829), unter No. 7 der Edelleute, und Conrad Isaac v. d. L. zu Meer (Crefeld, 18. Juni und Haus Meer [Reg.-Bez. Cöln], 25. Juni 1829), unter No. 41 der Edelleute. 25 ( J v. Liebe. Silberner Schild mit drei ("2 und 1) rolhen ltosen; auf demselben ein stahlblauer, rotb gefütterter, gescblnssener Helm mit einem goldenen Kronenreife, auf welchem ein aus fünf Federn bestehender Pfauenschweif steht, in dessen Mitte sich eine rothe Rose befindet. Die Helmdecken von Silber, roth ausgeschlagen. — Wörtlich nach dem Diplome und Abdrücke von Petschaften, welche die Rosen mit fünf Blättern zeigen. R raun schweig. Der herzogl. braunschweigische Geschäftsträger und Legationsrath Liebe in Berlin wurde am 25. April 1855 vom Herzoge Wilhelm von Braunschweig, um demselben „einen vorzüglichen Beweis landesherrlichen Wohlwollens zu geben und ihm eine öffentliche Anerkennung seiner durch stets regen Diensteifer und ausgezeichnete Kenntnisse und Fähigkeiten gleich rühmlichen amtlichen Thätigkeit zu verleihen" für sich und mit seinen jetzigen und zukünftigen rechtmässigen ehelichen Nachkommen in den Adelsstand erhoben. v. Liechtenstein, Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Blau auf einem grünen Dreihügel ein halbes, silbernes Rad, an welchem fünf Speichen zu sehen sind und über welchem ein sechsslraldiger, goldener Stern schwebt; 2 und 3 in Roth zwei neben einander stehende, die Schärten auswärts kehrende, silberne Pflugscharen. Auf dem Schilde erheben sieb zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt, zwischen zwei Büffelshörnern, welche von Gold und Blau mit gewechselten Farben quer getheilt sind, den Dreihügel, das halbe Rad und den Stern des 1. und 4. Feldes, und der linke einen offenen, rotben Adlersflug, zwischen dessen Flügeln die Pflugscharen des 2. und 3. Feldes schweben. Die Decken des rechten Helmes sind blau und golden und die des linken roth und silbern. — Handzeichnung-und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 128 und 220. — v. Hellbach, IL S. 45. Oesterreich. Johann Baptist Li.echtens.tern wurde von der Kaiserin Königin Maria Theresia, 29. Dec. 1770, wegen Beförderung des Ackerbaues und Erhebung der Landwirthschaft, mit dein Prädi- cate: Edler von, in den Adels- und bald nachher, 25. Mai 1771, 17* 260 in den erblundisch-österreichischen Hitlerstand erhoben. Das in Oesterreich blühende Geschlecht der Freiherren v. Lichtenstern dürfte, da die Schreihart des Namens eine andere ist, von der hier in Hede stehenden Familie zu unterscheiden sein. v. Lindenowski. Schild golden eingefasst und schräglinks gelheilt: oben in Roth ein aufwachsender, rechts gekehrter, goldener Löwe; unten von Silber und Blau viermal schräglinks gestreift. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Gold, Blau, Roth siebenmal gewundenen Wulste bedeckter Ilelm, aus welchem, zwischen zwei von Blau und Roth quer getheilten ßüflelshörnern, der Löwe der oberen Schildeshälfte aufwächst. Die Helmdecken sind rechts und links blau, silbern, roth und golden. — Wappenhuch der Preuss. Monarchie, III. 86. — Sinapius, Olsnogr., I. S. 926 und Scldes. Curiosit., IL S. 783. — v. Hellbach, IL S. 53 und 54. — N. Preuss. Adelslexicon, III. S. 5 und S. 265, und V. S. 311 (die untere Schildeshälfte ist unrichtig so beschrieben, als fänden sich in Blau zwei schräglinke silberne Balken vor etc.). — Freih. v. Ledebur, II. S. 39 und 40. Preussen. Johann Christian v. Lindenowski, k. preuss. Kriegsrath und Resident zu Daiizig, erhielt vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 21. Dec. 1799, ein Bestätigungsdiplom des ihm zustehenden Adelsstandes und seiner Abstammung von den im 17. Jahrhunderte lebenden Laurenz v. Lindenowski, Herrn auf ßog- schütz im Oelsischen. Derselbe wurde später Stadtpräsident, Oberbürgermeister zu Danzig und Geb. Kriegsratb. Aus erster Ehe mit einer v. Bandeiner stammten zwei Töchter, die zweite Ehe mit einer v. Scharden, welche 1807 als Witlwe starb, war kinderlos. v. Lindheim. Schild gevierl: 1 und 4 in Silber ein grüner Lindenbanm, und 2 und 3 in ßoth ein einwärts schreitender, aber auswärtssehender, geflügelter, goldener Löwe mit aufwärts geschlagenem Schweife, oder wohl richtiger ein Greif, oder goldener Lindwurm. Auf dem Schilde 20! stellt ein gekrönter Helm, aus welchem der Lindenbaum des 1. und 4. Feldes aufwächst. Die Helmdecken sind rechts grün und silbern und links roth und golden. — Abdrücke von Petschaften, handschriftliche Notizen und Handzeichnung. Frankfurt am Main. Das hier in Rede stehende Adelsgeschlecht v. Lindheim stammt ursprünglich aus Frankfurt a. Vf., wo es noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts das Bürgerrecht besass. Der Stammvater desselben, Johann Jost Lindheimer, geb. 1662, gest. 1744, — ein Sohn des Johann Lindheimer und der Anna Helena Wiedecker — wurde als kaiserlicher Rath und Mitglied der ständigen Bürger-Repräsentation, vom Kaiser Carl VI. um das Jahr 1733, wahrscheinlich mit seinem Bruder, Cornelius Lindheimer, welcher die Stelle eines hochfürstl. hess. und anderer Stände Raths und Procurators bei dem Reichskammergerichte zu Wetzlar bekleidete, unter Ertheilung des oben beschriebenen Wappens und Abänderung des bisherigen Familiennamens in: v. Lindheini in den Adelsstand erhoben. Von den Söhnen des Johann Jost v. Lindheim trat Johann Gotthard v. L. in hessen-darnistädtische, Georg Melchior v. L. aber in holländische Dienste. Ersterer, vermählt mit Anna Maria Mehlin aus Frankfurt, starb 1779 als hochfürstl. hess. Generalmajor und Commandant von Dannstadt, mit Hinterlassung von zwei Söhnen, von welchen Friedrich v. L.J geb. 1745, erst in Württemberg. Hof- und Militairdiensten stand und dann die Stelle eines Majors in badischen Diensten bekleidete, Philipp v. L. aber, geb. 1747, vermählt mit Luise v. Werner, einer Tochter des hessen-darmstädtischen Generallieutenants und Commandeurs des Grenadier- garderegiinents v. Werner, aus hessischen Militairdiensten später in k. preuss. Kriegsdienste übertrat, 1798 Hauptmann im k. preuss. Regimente v. Hausen war und den Stamm in Preussen fortgepflanzt haben soll. Der obenerwähnte Johann Georg v. Lindheim, welcher in holländische Dienste getreten war, hatte einen Sohn, Johann Georg v. Lindheim, welcher Hauptmann in holländischen Diensten wurde, und eine Tochter, Johannette Rosine Salome v. L., gest. 1794, welche sich mit dem holländischen Hauptmanne Wilhelm Heinrich v. Niexener vermählte, und deren einzige noch lebende Tochter, Henriette Helene verwittwete v. Ziegesar, in Frankfurt am Main wohnt. — Die preuss. Familie v. Lindheim, über welche das N. Preuss. Adelslexicon, III. S. 265 und 266, und Freiherr v. Ledebur, II. S. 40, nachzusehen ist, führt nach ersterem Werke nachstehendes Wappen: Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein Löwe und da- 262 neben drei Kleeblätter an einem Stiele, und 2 und 3 in Rotli eine grüne, reicbbelaubte Linde. Auf dem gekrönten Helme springt der Löwe am Stamme der Linde empor. Dieselbe Angabe hat in Bezug auf den Schild Freiherr v. Ledebur gemacht. Dagegen zeigen aus sicherer Hand erhaltene Lackabdrücke von Petschaften der Familie v. Lindheim in Preussen, aus welcher mehrere Sprossen zu hoben Ehrenstellen in der k. preuss. Armee gelangten, den Schild ganz so, wie er oben angegeben wurde, und auf dem gekrönten Helme einen am Stamme rechts, wie links von einem sechsstrahli- gen Sterne beseiteten grünen Lindenbaum. v. Lindner. Im silbernen Schilde drei (2 und 1) kleine Schilde. Der oben rechts stehende (erste) kleine Schild ist schrägrechts getlieilt: rechts (unten) in Grün ein links gekehrter, silbern geharnischter Arm, welcher in der Faust eine weisse Schreibfeder hält; links (oben) in Silber ein scliräglinks gestellter, mit der Spitze nach unten, mit dem weissen Gefieder nach oben gekehrter Pfeil. Der oben links stehende (zweite) kleine Schild zeigt in Silber eine schrägrechts aufsteigende, dreistufige, rothe Treppe und einen hinter derselben hervorkommenden, reclitssehenden, gekrönten, schwarzen Adler, dessen Brust mit dem königlichen Namenszuge F. II. belegt ist. Der untere (dritte) kleine Schild ist von Silber und roth quer getlieilt, mit einem rechts gekehrten, mit nach rechts gekrümmtem Fischschwanze versehenen, goldenen Greife. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen offenen, schwarzen Adlersllug trägt. Die Helm- decken sind roth und silbern, und den Schild hält auf grünem Basen rechts ein vorwärts gekehrter, wilder Mann mit weisser Binde um die Augen und mit weissem Schurze, welcher in der Beeilten eine Lanze hält, und links ein einwärtssehender, schwarzer Adler. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 86. — v. Hellbach, IL S. 54. — N. Preuss. Adelslexicon, I. S. 46 (durch Versehen steht statt Lindner: Lindeiner), und Hl. S. 266 (das S. 267 der Familie beigelegte Wappen gehört nicht hierher). — Freih. v. Ledebur, II. S. 40. Preussen. Die drei Gebrüder Johann Ferdinand Friedrich Lindner, k. preuss. Bittmeister bei dem IIusarcn-Regimente v. Wer- 263 ner, Carl Heinrich Lindner, k. preuss. Capitain Itei dein Ingenieur- Corps, und Gustav Heinrich Lindner, k. preuss Dornet hei Pod- jursky-Husaren, wurden vom Könige Friedrich IL von Preussen, 29. Nov. 1773, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Johann Friedrich Ferdinand v. L. trat später in kais. russ. Dienste, nahm als General der Cavallerie den Abschied, erwarb 1804 Kam- merswaldau bei Hirschberg in Schlesien und starb um das Jahr 1812. Carl Reinhold v. Lindner ist als k. preuss. Generalmajor a. D. 1828 gestorben. Ueber Gustav Heinrich v. L. ist Weiteres nicht aufzufinden. v. Lippe. Im blauen Schilde drei im Schildeslusse aus griineui Hügel neben einander aufwachsende, goldene Aehren. Die mittlere derselben, welche die grössere ist, steht aufrecht und hat in der Mitte rechts wie links einen herabhängenden Halm. Die beiden äusseren Aehren kehren sich jede nach ihrer Seite und zeigen an der Aus- senseite zwei unter einander stehende Halme. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen offenen, blauen Adlersflug trägt, zwischen dessen Flügeln ein sechsstrahliger, goldener Stern schwebt. Die Hehndecken sind blau und golden. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — Dresdner Calender zum Gebrauch f. d. Residenz, 1847. S. 169 und 1849. S. 157. Sachsen. Ehrenfried Lobegott Lippe, Herr des Rittergutes Cunnersdorf bei Camenz, wurde vom Kaiser Franz IL, 1805, in den Reichsadelsstand erhoben. v. Loder. Schild geviert: 1 und 4 in Roth auf grünem Hügel ein einwärts gekehrter, goldener Kranich, welcher im 1. Felde in der aufgehobenen linken, im 4. in der rechten Kralle einen Stein emporhält; 2 und 3 in Silber ein grüner Eichenkranz. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen offenen, mit goldenen Kleestengeln belegten, schwarzen Adlersflug trägt. Die Helmdecken sind 264 rechts roth und golden und links grün und silbern. — Wappenb. der Preuss. Monarchie, III. 88. — v. Hellhach, I. S. 61. — N. Preuss. Adelslexic., III. S. 6 und S. 281—284. — Freiherr v. Ledebur, II. S. 47. Preussen. D. Justus Christian Loder, k. preuss. Geh. Me- dicinalrath, Professor, Leiharzt etc., wurde vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 27. Nov. 1809, zur Belohnung für treu geleistete Dienste, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe, ein Sohn des Pastors und Consistorial-Assessors Loder zu Riga, war 1753 geboren, studirte in Güttingen, wurde 1778 Doctor und bald nachher Professor der Medicin an der Universität Jena, zu deren berühmtesten Practikern und Lehrern derselbe, weit bekannt durch sein grosses Werk: Anatomische Kupfertafeln, Weimar 1794—1804, bis 1803 gehörte, in welchem Jahre er einen Ruf an die Universität Halle annahm. Nachdem Halle an das Königreich Westphalen gefallen war, schlug er den Antrag, in die Dienste dieses Staates zu treten, aus, wurde 1808 k. preuss. Leibarzt zu Königsberg und privatisirte später, nach Obigem schon in den preuss. Adelsstand erhoben, zu Petersburg und Moskau. Die mehrfach vorkommende Angahe, dass sein Adel sich auf ein k. russ. Diplom gegründet habe, ist also unrichtig. 1810 wurde v. Loder k. russ. Staatsrath und Leibarzt, und wählte, da ihm gestattet worden war, seinen Aufenthaltsort nach Belieben zu bestimmen, Moskau als Wohnsitz, that hier für die Spitäler etc. sehr viel, errichtete auf kaiserliche Kosten, 1818, das grosse anatomische Museum, lehrte als Ehrenprofessor an der Universität, wurde, ohne eigentliche Praxis, als Hausfreund von den höchsten und reichsten Familien zu Moskau consultirt und starb 16. April 1832 als Arzt, welcher durch Wissenschaft und Kunst zu grosser Ehre und zu grossem Reichthum gelangt war. v. Loewenich. Im golden eingefassten, blauen Schilde ein aufrecht stehender, nach der rechten Seite sehender, gekrönter, goldener Lüwe mit vor sich geworfenen Pranken, rother, ausgeschlagener Zunge und über sich geworfenem Schweife, welcher von drei sechsstrahligen, goldenen Sternen, der eine rechts oben, der andere links oben und der 265 drille unten, begleitet ist. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen, mit goldenen Klee- stengeln belegten, schwarzen Adlersfluge, der Löwe des Schildes aufwächst. Die Helmdecken sind blau und silbern (nicht golden), und den Schild halten zwei auf einem marmornen Postamente stehende, auswärtssehende, golden gekrönte und bewehrte, schwarze Adler, deren Flügel mit goldenen Kleestengeln belegt sind. — Wap- penhuch der Preuss. Monarchie, III. 89. — Wappenbuch d. Preuss. Rheinprovinz, I. LXXV. 150 und S. 73 (nach dem Diplome und ganz wie oben beschrieben). — v. Hellbach, II. S. 66. — N. Preuss. Adelslex., III. S. 294 und S. 314. — Freih. v. Ledebur, IL S. 56. Preussen. Peter Loewenich, k. preuss. Geb. Kammerrath, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm 11. von Preussen, 19. Aug. 1789, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe war der Schwiegersohn und Associe des k. preuss. Geb. Com- merzienrathes Johann v. der Leyen in Crefeld. — Die Familie ist in die Adelsmatrikel der preussischen Rheinprovinz in der Person der Frau P. v. Loewenieh, geb. v. d. Leyen (Crefeld, 25. Juni 1829), unter No. 12 der Classe der Edelleute, eingetragen worden. Logdmann v. Auen, Ritter. Schild geviert mit Mittelschilde. Im schwarzen Mittelschilde ein quer gelegtes, das Mundstück links kehrendes, silbernes Jagdborn mit nach oben geschlungenem, goldenem Bande. 1 und 4 in Gold ein einwärlssehcnder, schwarzer Adler, und 2 und 3 in Silber ein einwärts gekehrter, rother Löwe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den Adler des 1. und 4. Feldes, und der linke den Löwen des 2. und 3. Feldes, welcher in den Vorderpranken das Horn des Mittelschildes hält. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken roth und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 67, und Ergänzungsband, S. 172. — v. Hellbach, II. S. 68. Oesterreich. Franz Wilhelm Logdmann v. Auen, Wirth- schaftshauptmann zu Podiebrad und Ivolin in Böhmen, wurde vom Kaiser Carl VI., 29. Dec. 1734, in den böhmischen alten Ritterstand erhoben. Ein Nachkomme desselben, Johann Georg Logdmann Rit- 266 ter v. Auen, k. k. pension. Oberst, erhielt vom Kaiser Franz I. von Oesterreich, 1826, den erb]Sindisch-iisterreichischen Freiherrenstand. — Der Name des Geschlechts Logdmanu Hitler v. Auen ist bis auf die neueste Zeit in dem Militair-Metaschemalismus des österreichischen Kaiserthums vorgekommen. v. Loos (Looss, Los), auch Freiherren. Im goldenen Schilde ein vorwärtssehender, schwarzer Ochsen- kopf. Auf dem Schilde steht ein Helm, welcher zwei neben einander schräg auswärts gestellte Pfauenwedel, jeden von sieben Federn, an von Roth und Silber gewundenen Stielen trägt. Zwischen beiden Wedeln schwebt der Ochsenkopf des Schildes, umgehen von einem Kranze aus rothen und weissen Hosen. Die Ilelmdecken sind schwarz und golden.— Siebmacher, I. 69: Die Losen, Schle- sisch. Die „Declaration" sagt: ein gelber Schild, der Ochsenkopf darin schwarz. Auf dem Helme die zwei Pfauenwedel von ihrer Farbe, die Stiele roth und weiss gewunden, dazwischen der Kranz von rothen und weissen Rosen, der Ochsenkopf auch schwarz, die Hehndecke schwarz und gelb. — Sinapius, I. S. 611: v. Losen (sagt: das Geschlecht führt im goldenen Schilde einen schwarzen Hütfeikopf und auf dem Helme zwischen zwei mit Roth und Silber- bändern umwundenen und mit Pfauenledern gezierten Stäben einen Kranz von silbernen und rothen Rosen, in dessen Mitte sich der Büffelkopf wiederholt. Helmdecken golden und schwarz). — Zedier, XV1H. S. 399 und 400. — Gauhe, 1. S. 1266—1268: Loss, Lohss. — v. Hellbach, II. S. 70: v. Loos. — N. Preuss. Adelslex., HL S. 302: Los, Loos, und I. S. 41: Looss. — Freih. v. Ledebur, IL S. 52 und 53: Loss, Looss, Loos. Preussen. Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, welches sich aus den Häusern Hermsdorf, Gramschütz, Lunzendorf, Simbsen, Wilkau etc., meist im Glogauisehen, weit ausbreitete. Sinapius meint, dass das Geschlecht meissnischer Abkunft sei, wenn er auch angiebt, dass die meissnische Familie v. Loss (vom Loss) ein ganz anderes Wappen, nämlich im rothen Schilde einen grünen mit Rosen durchflochtenen Kranz und innerhalb desselben einen Frosch führt, und auch Freiherr v. Ledebur sagt a. a. 0., dass trotz Wappenverschiedenheit beide Familien eines und desselben Stammes zu 267 sein scheinen. — Beled v. Loss zog 1413 mit dem Erzbischofe zu Gran auf das Coneil nach Coslnilz, und Daniel v. L., Herr auf Hainbach, des Fürstenthums Glogau Landesältesler, lebte zu Ausgange des 15. Jahrhunderts. Nach Anfang des 16. Jahrhunderts blühte eine Linie der Familie auf dem Bittersitze Nieder-Polkwitz und gab später die Nebenlinien Dammer und Osten ab. Ueber das Haus Hermsdorf liefert Sinapius und nach ihm Gauhe etc. mehrere genealogische Notizen. — Der Freiherrenstand kam in die Familie in der Person des Georg Wilhelm v. Loos, k. preuss. wirkl. Kammerherrn, welcher vom Konige Friedrich II. von Preussen, 6. Sept. 1646, in den preuss. Freiherrenstand erhohen wurde. Das bei dieser Erhebung verliehene Wappen (Wappenbuch der Preuss. Monarchie, II. 47) war folgendes: im goldenen Schilde ein vorwärts gekehrter, schwarzer Btiffelskopf. Auf dem Schilde steht eine l'ünfperlige Krone, auf welcher sich ein gekrönter Helm erhebt, welcher zwei schräg auswärts gestellte, von Roth und Silber schräg gestreifte und mit sieben Pfauenfedern besteckte Stäbe (Schafte) trägt, zwischen welchen ein aus sechszehn wechselsweise silbernen und rothen Rosen gewundener Kranz, in der Mitte mit dem Büffelskopfe des Schildes, schwebt. Die Helmdecken sind schwarz und golden, und den Schild halten zwei auf grünem Boden stehende, auswärlssehende, golden gekrönte und bewehrte, schwarze Adler. — Die freiherrliche Linie und wohl der ganze Stamm ist 1780 mit Sophie Therese verw. Freifrau v. Loos, geb. v. Gutmulhs, erloschen, und auch die in Folge des Testaments der Letzteren entstandene Vereinigung des Namens und Wappens der Freiherren v. Loos mit dem Namen und Wappen der Freiherren v. Canitz hat nur bis 1823 (s. S. 62 und 63 den Artikel: v. Canitz und Loos, Freiherren) bestanden. y. Lossa, Edle und Ritter. Schild durch einen schrägrechten, silbernen Balken getheill: rechts (unten) in Roth ein rechts gekehrter, doppelt geflügelter, goldener Greif mit untergeschlagenem Schweife und rother, ausschlagender Zunge, welcher in den Vorderklauen eine silberne, oben ausgeschnittene, gebogene Stange vor sich hält; links (oben) in Grün zwei schrägrechts unter einander stehende, sechsstrahlige, sil- 268 berne Sterne. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst einwärtssehend der Greif der rechten Schildeshälfte mit der beschriebenen Stange auf, und der linke trügt einen offenen, schwarzen Adlersflug, dessen Flügel je mit einem sechsstrahligen, silbernen Sterne belegt sind. Die Decken des rechten Helmes sind rotli und golden und die des linken grün und silbern. — Abdrücke von Petschaften, Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Münch, Wappenbuch Zittauischer Familien (Manuscript auf der Rathsbibliothek zu Zittau, aus 48 Tafeln mit colorirten Wappen bestehend), Tab. 38 (der Greif im Schilde hält einen goldenen, gebogenen Stab — Reif — mit den Vorderklauen vor sich und tritt mit der rechten Hinterpranke auf denselben. Auf dem Helme verliert sich der Stab in der linken Seile der Krone, der offene Adlersflug auf dein linken Helme ist grün). — Oberlausitzische Monatsschrift, 1807, October. S. 551—553. — 1). Chr. A. Pescheck, Handbuch der Geschichte von Zittau, 1834. 1. S. 742 und 743. — v. Hellbach, 11. S. 71: v. Losa. — Freiherr v. Ledebur, II. S. 53: v. Lossa, Losa. Sachsen. Johann Christian Lossa, Herr auf Ebersbach bei Görlitz in der Oberlausitz, wurde vom Kaiser Carl VI., 21. August 1737, mit dem Prädicate: Edler von, in den Reichsrilterstand erhoben, nachdem derselbe, wie v. Hellbach (a. a. 0.), doch ohne Angabe der benutzten Quelle, und Freiherr v. Ledebur (a. a. 0.) anführen, schon 1726 den böhmischen Ritterstand erlangt hatte. — Der genannte Johann Christian Edler v. Lossa, ein Sohn des 1705 in die Kaufmanns-Societät zu Zittau bei Stiftung derselben aufgenommenen Kauf- und Handelsherrn Samuel Lossa aus Mitweide in Sachsen aus der Ehe mit Anna Martha v. Kessler, genannt Sprengeisen (s. oben S. 211 den betreffenden Artikel), wurde 1713 Mitglied der Kaufmanns-Societät in Zittau, erbte von seiner 1719 verstorbenen Mutter, welche sich 1711 in zweiter Ehe mit dem kur- sächs. Obersten Friedrich Ludwig v. Hund und Altengrottkau, Herrn auf Ellersbach etc., vermählt hatte, das Gut Ebersbach nebst mehreren anderen oberlausitzischen Gütern, war in zweiter Ehe mit Johanna Elisabeth v. Dressier vermählt und starb 7. Mai 1754 als kursächs. Kammer- und Bergrath zu Freiberg. Die Tochter desselben , Sophia Edle v. Lossa, vermählte sich mit dem kün. poln. und kursächs. Kammer- und Accisrathe Ulrich Conrad v. Broizem, durch welche Vermählung die Güter Ebersbach, Gross-Krausche, Siebenhufen etc. in die v. Broizemsche Familie kamen. Das oben 269 beschriebene Wappen der Edlen v. Lossa gehört demnach in die Stammbäume der sächsischen Linie der Familie v. Broizem. v. Lottersberg, Freiherren. Schild golden eingefasst und geviert: 1 lind 4 in Rollt auf einem griinen Dreiberge eine grünende Tanne, und 2 und 3 in Blau ein dreispitziger, silberner Felsen. Auf dem Schilde steht eine siebenperlige Krone und auf dieser ein gekrönter Helm, welcher drei Straussenfedern, blau, silbern, blau, trägt. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, X. 59. ■— v. Hefner, II. 45 und S. 46. Bayern. Carl Lottersberg, k. bayer. Oberlieutenant, wurde vom Könige Ludwig von Bayern, 11. Dec. 1S26, in den Freiherren- sland des Königreichs Bayern erhoben. Lucanus v. Rauschenberg. Schild geviert, mit Mittelschilde. Int silbernen Mittelschilde zwei neben einander gestellte Stangen eines goldenen Hirschgeweihes, jede' Stange mit vier Enden. 1 in Roth ein rechts gekehrter, silberner Löwe; 2 und 3 von Gold und Roth viermal pfahlweise gestreift, und 4 in Silber ein an den linken Feldesrand angeschlossener, golden gekrönter und bewehrter, halber, schwarzer Adler, dessen F Iii gel mit einem goldenen Kleestengel belegt ist und welcher in der (rechten) Klaue einen goldenen Scepter hält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem goldenen Hirschgeweihe, an jeder Stange mit drei Enden, ein vorwärtssehender, gekrönter, silberner Löwe aufwächst, welcher mit jeder Vorderpranke das nach innen stehende Ende der Geweihstangen hält. Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden und links roth und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 90. — N. Preuss. Adelslexicon, III. S. 2 und S. 311 (die Wappenbeschreibung ist mehifach unrichtig: Feld 2 soll achtmal der Länge nach in Roth und Gold, und Feld 3 ebenso in Gold und Roth ge- theilt sein, im 4. Felde soll ein schwarzer Adler mit Scepter und 270 Krone stellen etc.). — Freiherr v. Ledebur, I. S. 58 (lingirt den halben Adler im 4. Felde roth. Durch einen Druckfehler steht übrigens hei Angahe des Diploms, anstatt 1786, 1586). Preussen. Johann Simon Lucanus, k. preuss. Ober-Amts- Regierungs- und Consistoria!-Rath zu Glogau, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm IL von Preussen, 15. Oct. 1786, mit dem Prii- dicate: v. Rauschenberg, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhohen. — Die Familie ist in Schlesien begütert. v. Luckowien. Im goldenen Schilde ein nach der rechten Seite gekehrtes, doch linkssehendes Wasserhuhn mit zum Fluge angeschickten Flügeln. Auf dem Schilde sieht ein gekrönter Ilelm, welcher das Wasserhuhn des Schildes tragt. Die Helmdecken sind aschenfarben und gelb. — Abdrücke von Petschaften. — Siehmacher, I. 163: v. Lu- ckowin, Meissnisch (die „Declaralion" sagt: ein Wasserhuhn an seiner Farbe im gelben Schilde. Aul dem Helme eine gelbe Krone, wie im Schilde; die Helmdecke aschenfarben und gelb). — Val. König, II. S. 654—661: v. Luckowien (stellt in den goldenen Schild und auf den gekrönten Helm eine zum Fluge nach der rechten Seite aufschwingende, rothe Taube und giebt die Helmdecken roth und golden an). — Knautb, S. 528: v. Lockowien, auch Luckowien. — Sinapius, II. S. 795. — Gauhe, I. S. 1275 und 1276: v. Luckowien. — Zedier, XV1I1. S. 743. —• Weinart, Versuch einer Literatur der sächsischen Geschichte und Staatskunde, IL S. 581 etc. — v. Hellbach, II. S. 74. — Freiherr v. Ledebur, IL S. 59. Preussen, Sachsen. Altes, ursprünglich Mark-Brandenburgisches Adelsgeschlecht, welches schon 1500 das Gut Gross-Schauen im jetzigen Kreise Teltow besass, aus diesem Hause gegen Ende des 16. Jahrhunderts nach Sachsen kam und in alten Urkunden bald Lockowien, Luckoween, Luckowien oder Lukkowenn geschrieben wurde. Zu Knautbs Zeiten sass die Familie auf Miltitz, Döbernitz, Ruitsch etc. in Meissnischer und Delitzscher Pflege, hatte früher aber auch Galschitz (Göhlitzsch), Rausslitz, Ottenbach, llckendorf etc. besessen, doch ist diesen Angaben Knaulhs nicht ganz zu trauen, denn nach den sehr genauen Angaben des Freiherrn v. Ledebur (a. a. 0.) waren Göhlitzsch, Ottenbach und Rausslitz noch 1700 in 271 der Hand der Familie, welcher auch noch 1717 Hohen-Roda (im Kreise Delitzsch) zustand. Gaulle (1740) sagt, dass das Geschlecht Schloss und Rittergui GörlsdortI (im Kreise Luckau der Provinz Brandenburg) besitze, was nur, da ja auch nach seinen Angaben der Mannsstamm früher (s. unten) erloschen war, vom weiblichen Stamme gelten könnte, sich aber nicht nachweisen lässt. — Das oben genannte Mark-Brandenburg. Gut Gross-Schauen besass um die Mitte des 16. Jahrhunderts Hans Heinrich v. Luckowien, von welchem Georg (I.), gest. 1595, stammte, der, früher k. franzüs. Rittmeister, sich später ins Meissnische gewendet und Döbernitz gekauft hatte. Von dem zweiten Sohne desselben, Georg (II.), gest. 1624, Herrn auf Döbernitz und Miltitz, kursächs. Rathe und Hofmeister, wie auch Amtshauptmanne zu Rochlitz, entspross Heinrich Abraham (die Angaben Gauhe's sind falsch), und von Letzterem stammten drei Söhne, Cornel, Georg Heinrich und Nicol Ernst v. Luckowien. Georg Heinrich, der zweite Sohn des Heinrich Abraham, Herr auf Göhlitzsch, Rausslitz und Ottenbach, war zuerst der Prinzen von Sachsen-Merseburg Hofmeister, dann kursächs. Appellationsralh, wie auch fürstl. Sachsen-Merseburg. Geh. Rath und, Kammerdirector und zuletzt, seit 1690, fürstl. anhaltscher Geh. Rath zu Zerbst. Derselbe war zweimal vermählt, starb aber 1700 ohne Nachkommenschaft. Nicol Ernst, der jüngere Sohn des Heinrich Abraham, hatte nur zwei Töchter, von welchen Johanna Sihylla sich mit Friedrich Christian v. Heynitz vermählte. Der ältere Sohn des Dans Abraham, Cornel v. Luckowien, Herr auf Gürlsdorff, Döbernitz und Hohen-Roda, war kursächs. Ober-Steuer-Einnehmer, so wie Landeshauptmann in der Niederlausitz, und hatte sich mit Maria Sihylla v. Miltitz vermählt, aus welcher Ehe neben zwei Töchtern, von denen die eine jung starb, die andere aber, Anna Juliana, gest. 1708, in erster Ehe mit Christoph Ilaubold v. Houwald, in zweiter mit Johann Daniel v. Koserilz vermählt war, ein Sohn, Georg Dietrich, stammte, welcher schon 1694 auf der Universität Halle starb. So beschloss denn später, 1717, Cornel v. Luckowien den Stamm seines alten, in Sachsen so angesehenen Geschlechtes. v. Ludewig (Diplom vom 11. April 1719). Schild der Länge nach und in der linken Hälfte quer getheilt, dreifeldrig: 1 (rechts) in Blau ein Springbrunnen, dessen Becken 272 golden ist, und welcher oben, durch die Stärke des aufsteigenden und dann wieder in das Becken herabfallenden Wassers, eine goldene Kugel hebt, oder, wie das Diplom angiebt, mit derselben spielt; 2 (links oben) in Griln drei schräglinks über einander gelegte, und zwar mit dem unteren Theile nach rechts gekehrte, silberne, schon eingelunkt gewesene, doch die völlige Befiederung noch habende, silberne Schreibfedern von Schwanenkielen, und 3 (links unten) in Both ein mit der Spitze in die Höhe gekehrter, ausgebrochener, goldener Triangel. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Roth, Gold, Roth, Gold, Blau, Silber, Blau und Silber gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher, vor zwei gekreuzten, goldenen Born- oder Brunneneisen, einen rechts gekehrten, im goldenen Schnabel eine mit dem Kiel unterwärls und rechts gekehrte, silberne Schreibfeder haltenden, silbernen Schwan mit ausgespreizten Flügeln trägt. Die beiden Born- oder Brunneneisen kehren die krückenfOrmigen Griffe nach oben und ruhen theilweise mit den gabelförmigen zweizackigen Spitzen auf dem Wulste des Helmes. Die Helmdecken sind rechts blau und silbern, links rolh und golden. — v. Meding, II. S. 354 —356 (nach der Beschreibung und Abbildung im Diplome. Die Beschreibung stimmt nicht ganz mit der Abbildung; der Bausch ist nach ersterer von Blau, Roth und Gelb gewunden und der Schwan soll im Schnabel die „Schreibfedern" halten). — v. Dreyhaupt, II. Tab. 28. No. 3 (das Becken des Springbrunnens ist roth, der Wulst blau, golden und silbern, und die Brunneneisen sind ebenfalls roth. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, HI. 90 (tingirt das 2. Feld nicht grün, sondern purpurn). — v. Ilellbach, II. S. 74. — N. Preuss. Adelslexicon, III. S. 313 und 314 (nimmt nach der Wappenbeschreibung im Diplome an, dass der Schwan im Schnabel drei Schreibfedern halte). — Freiherr v. Ledebur, II. S. 60 (tingirt das 2. Feld, nach dem Wappenbuche der Preuss. Monarchie, purpurn). Preussen. D. Johann Peter Ludewig, k. preuss. Geh. Rath, o. o. Professor der Rechte an der Universität Halle etc., wurde vom Kaiser Carl VI., laut Diploms d. d. Wien, 11. April 1719, in den Adelsstand erhoben: eine Erhebung, welche vom Könige Friedrich Wilhelm I. von Preussen, 27. April 1720, anerkannt wurde. Derselbe, zu seiner Zeit als Jurist sehr berühmt, starb als Canzler der Universität Halle, 6. Septbr. 1743, und zwar ohne männliche Nachkommen. 273 v. Lüdemann. Im goldenen Schilde ein in seinem frei schwebenden Neste stehender, der rechten Seite zugekehrter, hlauer Pelican, welcher seine drei Jungen nährt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen offenen, mit goldenen Kleestengeln belegten, schwarzen Adlersflug trägt. Die Helmdecken sind blau und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenhuch der Preuss. Monarchie, III. 91. — v. llellbach, II. S. 75. — N. Preuss. Adelslexicon, III. S. 5 und S. 315 und V. S. 318. — Freiherr v. Ledebur, II. 5. 60 (dass die Erhebung in den Adelsstand 1788 erfolgt sei, ist ein Druckfehler anstatt 1798). Preussen. Der k. preuss. Kriegs- und Domainenrath (nachmaliger Kammerdirector) Lüdemann zu Citstrin erhielt vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Preussen bei der Huldigung in Breslau, 6. Juli 1798, den Adelsstand des Königreichs Preussen. Derselbe hat den Stamm fortgesetzt, und ein Sohn, Georg Wilhelm v. L., geb. 1798, hat sich als Schriftsteller mehrfach bekannt gemacht. v. Luitjens. Wörtlich nach dem Diplome. „Quadrirter Schild. Im ersten goldenen Felde ein hlauer Löwe; im zweiten blauen Felde drei im Triangel (2 oben, I unten) stehende, sechseckige, goldene Sterne (hei der Erhebung in den Adelsstand verliehen); im dritten gleichfalls blauen Felde ein doppelt gekrümmtes, silbernes Jagdhorn, und im vierten wieder goldenen Felde ein nach rechts aufwärts fliegender schwarzer Pfeil (wegen des Gutes Fremersberg). Auf dem Schilde ein roth gefütterter, stahlblauer Turnierhelm mit goldenem Kronenreife, auf welchem ein sechseckiger, goldener Stern mit einer seiner Spitzen steht. Die Helmdecken rechts von Gold, links von Silber, blau ausgeschlagen. Schildhalter: zwei goldene Löwen." — Nach der dem Diplome angefügten Abbildung des vorstehend beschriebenen Wappens springt der Löwe des ersten Feldes nach auswärts, und hat eine rothe, ausgeschlagene Zunge, das Jagdhorn des dritten Feldes ist mit dem Mundstück nach auswärts gekehrt, und der schrägrechls aufwärts fliegende Pfeil des letzten Feldes ist in Feder und Eisen schwarz. Die Schildhalter ebenfalls mit rothen, ansgeschlagenen Zungen. iv. 16 274 Baden. Der Gutsbesitzer Hermann Franz Luitjens auf Fremersberg im Grossherzogthume Baden wurde vom Herzoge Wilhelm von Braunschweig, „um demselben einen besonderen Beweis landesherrlicher Gewogenheit zu geben", laut Diploms von 21. April 1856 mit seinen jetzigen und zukünftigen ehelichen Nachkommen beiderlei Geschlechts in den Adelstand des Hei'zogthums Braunschweig erhoben. — Die Wappenbilder des 3. und 4. Feldes sollen einer Sage nach von einem früheren Herrn v. Fremersberg angenommen sein, weil derselbe durch den Schall eines Jagdhornes und einen vorüber fliegenden Pfeil aus einer grossen Gefahr, in welcher er untergehen zu müssen glaubte, errettet wurde. Ein vor Kurzem auf Fremersberg aufgefundener, tief verschüttet gewesener Stein, dessen Form auf einen Portalstein der alten nicht mehr vorhandenen Burg schliessen liisst, zeigt in sehr antiken Formen die Wappenbilder des 3. und 4. Feldes. — Der Gutsbesitzer v. Luitjens, ein Sohn des Chefs des früher in Braunschweig in grossem Ansehen gestandenen Handelshauses Franz Luitjens u. Com., ist vermählt mit der Wittwe des kaiserl. russ. Generals und Kainmerherrn Iwan de Miatleff, Tochter des kaiserl. russ. Gesandten in Brasilien v. Balk- Tolelf und dessen Gemahlin geb. Fürstin Barbe Soltikow. v. Lupin, auch Freiherren. Wappen derer v. Lupin: Schild von Schwarz und Silber der Länge nach gctbeilt mit einem nach der rechten Seite schreitenden Wolf von gewechselten Farben. Auf dem Schilde stellt ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen zwei Büffelshüniern, von denen das rechte schwarz, das linke silbern ist, ein reebtssehender, weisser. Wolf aufwächst. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — Lackabdrücke. — Wappenb. d. Königr. Bayern, VI. 100. — v. Hefner, II. 112 u. S. 95. — v. Lang, S. 435 u. 436. -— v. Hellbach, IL S. 79. Bei Erhebung in den Freiherrenstand im Jahre 1829 (s. unten) ist das adelige Wappen beibehalten und nur auf dem Schilde eine siebenperlige Krone hinzugefügt worden. Die bekannten beiden Abbildungen des freiherrlichen Wappens, die eine im Wappenbuche des Königreichs Bayern, X. 59, die andere bei v. Hefner, II. 45 und S. 46: Freiherren v. Lupin auf Dierfeld, theilen den Schild nicht, wie oben angenommen wurde, der Länge nach von Schwarz 275 lind Silber, sondern von Silber und Schwarz. Somit ist im Schilde der Vordertbeil des Wolfes schwarz, der Ilintertheil weiss: eine Annahme, welche nicht richtig sein dürfte, da, wie im adeligen Wappen, so auch im freiherrlichen, nicht ein schwarzer, sondern ein weisser Wolf aus dem Helme emporwächst. Bayern. Altes Patriciergeschlecht der früheren Reichsstadt Memmingen, welches vom Kaiser Ferdinand I., laut Diploms d. d. Insbruck, 29. März 1563, in der Person des Wolf Dietrich Lupin eine Bestätigung des Adels und Wappens der Familie erhielt. Die Familie v. Lupin wurde 1784 Iandsässig zu Dierfeld bei Memmingen und schied sich in die Georg Friedrichsche und Johann Sig- mundsche oder Illerfeldsche Linie. Aus ersterer waren die Brüder Johann v. L., geh. 1766, k. bayer. Appellalionsralh in Memmingen, und Johann Daniel v. L., geh. 1776, Kauf- und Handelsherr in Memmingen, aus letzterer Friedrich v. L., geh. 1771, k. bayer. Oberberg-Commissar zu Memmingen und Mitglied der Academie der Wissenschaften zu München, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. — Später wurde vom Könige Ludwig v. Bayern, 24. Oct. 1829, die Familie in den Freiherrenstand des Königreichs Bayern versetzt. v. Machui (Maehoi). Im golden eingefassten, silbernen Schilde ein schräglinker, rother Balken, welcher von zwei sechsstrahjigen, reihen Sternen, der eine oben rechts, der andere unten links, begleitet ist. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen offenen, mit goldenen Kleestengeln belegten, schwarzen Adlersflug trägt. Die Hehndecken sind roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 92. — N. Preuss. Adels- lexicon, I. S. 41 (mit dem unrichtigen Namen Mochoi) und III. S. 333: v. Machui, Machoi. — Freiherr v. Ledebur, II. S. 68. Preussen. Anton Aloysius Machui erhielt vom Könige Friedrich II. von Preussen, 15. April 1744, den Adelsstand und das In- colat. Derselbe stammte aus einem angesehenen irländischen Geschlechte. Die Familie erwarb in Schlesien, im Kreise Neumarkt, das Gut Ocklitz. Sprossen derselben haben in der königl. preuss. Armee gestanden. 18* 27G v. Maillot de la Treille, Freiherren. Im silbernen Schilde ein aus den unteren Seitenrändern des Schildes Iiis zu dem Schildeshaupte aufsteigender, blauer Sparren, welcher von drei (2 und 1) goldenen Hingen begleitet ist. Zwei Hinge stehen oben neben dem Sparren, der eine rechts, der andere links, und der dritte unten zwischen dem Sparren. Auf dem Schilde ruht eine siebenperlige Krone und auf dieser ein, mit einem von Blau und Silber fünfmal gewundenen Wulste bedeckter Helm, der über dem Wulste auch mit einer goldenen Krone gekrönt ist, aus welcher letzteren ein rechtssehender, gekrönter, von Gold und Schwarz quer gelheilter Löwe mit rother, ausgeschlagener Zunge und hoch aufgeschlagenem, ebenfalls von Gold und Schwarz quer getheillem Schweife aufwächst, der mit beiden Vorderpranken einen goldenen Ring, wie die im Schilde, hält. Die Hehndecken sind auf beiden Seiten oben blau und silbern und unten schwarz und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, X. 60. — v. Hefner, II. 46 und S. 47 (der aufwachsende Löwe auf dem Helme, welcher nur einfach gekrönt und nicht gewulstet und gekrönt ist, ist doppelt geschweift, und die Helmdecken sind rechts blau und silbern, links schwarz und golden). — Bei Erhebung in den Freiherrenstand ist das adelige Stammwappen nach Allem nur mit der freiherrlichen Krone vermehrt und sonst unverändert beibehalten worden, doch ergiebt die bekannte Abbildung des Stammwappens, Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 6: v. Maillot de la Treille, einige Verschiedenheiten von dem freiherrlichen Wappen im genannten Werke. Der Sparren im Schilde reicht nämlich nicht bis an das Schildeshaupt, sondern nur bis zur Schildesmitte, die zwei oberen Hinge aber stehen, wie oben angegeben, neben einander am Schildeshaupte, d. h. hoch über dem Sparren, der Wulst auf dem Ilelme ist von Silber und Blau siebenmal gewunden, und die Helm- deckcn sind rechts und links oben silbern und blau und unten schwarz und golden. Bayern. Xicolaus Hubert v. Maillot de la Treille, k. bayer. Staatsminister, Minister der Armee etc., wurde vom Könige Ludwig von Bayern, 8. Januar 1830, in den Freiherrenstand des Königreichs Bayern erhoben. — Die Einverleibung der Familie als Adelsfamilie in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern ist wohl bald nach dem Jahre 1S20 erfolgt, da v. Lang, dessen Supplement in letzterem Jahre erschien, die Familie nicht erwähnt, in dem 1824 er- 277 schienenen siebenten Bande des YVappenbuchs des Königreichs Bayern aber das adelige Wappen, wie angeführt wurde, vorkommt. — Die Österreich. Familie Maillot, aus welcher Johann Franz Maillot, nach Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 368, vom Kaiser Carl VI., 1720, den Adelsstand erhielt (eine Angahe, welche auch v. Heilbad), II. S. 86, angeführt hat), ist nach Allem von dein hier in Rede stehenden Geschlechte, schon in Folge des Beinamens de la Treille, zu unterscheiden. Glieder der österreichischen Familie Maillot haben übrigens bis in die neueste Zeit in der k. k. Armee gestanden. v. Mayer, Edle und Hilter. Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein einwärts gekehrter, gekrönter, doppelt geschweifter, schwarzer Löwe (nach dem Wortlaute des Diploms von 1808, s. unten: im erst-obern und viert-untern gelben Felde ein aufspringender, oben links und unten rechts gewendeter, zum Grimme gestellter, goldgekrönter, schwarzer Löwe mit offenem Rachen, ausgeschlagener, rother Zunge und doppelt über sich geworfenem Schwänze), und 2 und 3 in Roth ein schrägrechter, silberner Balken, welcher mit fünf blauen, an einander gereihten Eisenhütchen belegt und oben (links) wie unten (rechts) von einem sechsstrahligen, silbernen Sterne begleitet ist (nach dem Wortlaute des Diploms: in der zweit-obern und dritt- untern rolhen, im obern linken und untern rechten Winkel mit einem schwebenden, sechseckigen, silbernen Sterne belegten Schil- des-Theilung eine schrägrechts gehende, mit fünf an einander gereihten Eisenhütlein besetzte, silberne Strasse). Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem der Löwe des 1. und 4. l'eldes links sehend, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen rechter Flügel schwarz, der linke roth ist, aufwächst, und jeder der Flügel ist mit dem Balken und den Eisenhütchen des 2. und 3. Feldes, der rechte Flügel schräglinks, der linke schrägrechts belegt. Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden und links roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen nach Familienpapieren. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 13. — v. Ilefner, II. 114 und S. 96. — v. Lang, S. 441. — v. Hellbach, II. S. 106. •278 Im Etilen- nml Ritter-Diplome derer v. Mayer ist ausdrilcklicli gesagt, tlass das hergebrachte Wappen der Familie, mit welchem schon die Voreltern des Wohlverhaltens wegen im Jahre 1676 geziert worden sind, auf angegebene Weise (s. oben) geordnet, gebessert und erhöht worden sei. Es erhielt nämlich das Geschlecht, laut pfalzgräflichen Wappenbriefes vom 24. Juli 1 (576 folgendes Wappen: Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein einwärts gekehrter, schwarzer Löwe mit rother, ausgeschlagener Zunge und hochaufgeworfenem, doppeltem Schweife, und 2 und 3 in Roth zwei sechs- straldige, silberne Sterne, der eine oben und links, der andere, unten und rechts, und, nach dem Wortlaute des Wappenbriefes, „mittenzwerch in die Höhe hinauf eine weisse Linien mit rotli abgesetzten Strichen" (in der Abbildung ist die „Linie" ein schräg- rechter, silberner Raiken [oder eine Strasse], welcher in der Mitte, in seiner Richtung [der schrägrechten], fünfmal unter einander rautenförmig durchbrochen ist). Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Roth, Schwarz und Silber sechsmal gewundenen Wulste bedeckter Stechhelm, aus welchem der Löwe des I. und 4. Feldes links sehend, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen rechter Flügel rotli, der linke schwarz ist, aufwächst. Der rechte Flügel ist, der Abbildung nach, mit einem schräglinken, fünfmal, wie Feld 2 und 3, rautenförmig durchbrochenen, silbernen Balken, der linke aber mit einem schrägrechten, eben so durchbrochenen und tingiften Balken belegt (der Wappenbrief sagt: „zween Adler- Flügel, rechterseits roth, linkerseits aber schwarz, jeder mit einer weissen Zwerchlinien mit roth und schwarzen Strichen entworfen"). Die Hehmfecken sind rechts schwarz und golden, links roth und silbern. Bayern. Die Gebrüder Alois Johann Mayer, Grosshändler, Guts- und Hausbesitzer in der Pfarrei St. Wilten oder Willau bei Insbruck, und Carl Lorenz Mayer, k. bayer. Staats-Schuldcn-Tilgungs- Commissions-Assessor und Wechsel- und Mercantil-Gerichts-Beisitzcr zweiter und höchster Instanz, wurden vorn Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, laut Diploms d. d. München, 10. März 1808, in den Edlen- und Ritterstand des Königreichs Bayern erhoben, und zwar nach dem betreffenden Wortlaute des Diploms: auf Vorbitte der tirolischen Stände, w-egen des ihrem Lande zur Zeit der Noth verschafften nützlichen Credits und wegen von ihnen geleisteter, ja oft mit persönlichen Gefahren verbundener Hülfe, so wie unter Bestätigung und ausdrücklicher Anerkennung ihres hergebrachten FTTTi 279 Wappens und mit besonderer Berufung auf den, der Familie er- theilten, oben schon berührten plategräflichen Wappenbrief d. d. 24. Juli 1676. Dieser Wappenbrief ist von „Johann Baptista Carl A. A. Doctor des Bäbstliehen Stuels zu Rom, Proton. Appos. Rüm. Kayser. Mayst. Pfalz- und llochgrafe, zu Latein: Comes Palatinos und dechant zu Weichs an der glonn (Glon) oherfirstentbumb Bayern" — wie sich derselbe im Eingange des Wappenbriefes seihst nennt —- elf Erwerbern zugleich, drei Brüdern nämlich mit ihren acht Sühnen ertbeilt worden, welche durch den in Rede stehenden Brief mit allen ihren ehelichen Nachkommen beiderlei Geschlechts zu „des heil. Reichs-Wappens- und lehensgenossleuthen" erhoben und „Sieglmässig" gemacht wurden, und zwar A. vom Gerichte Samthein (im sog. Sarnthale bei Rotzen): 1) Sebastian mit seinen drei Sühnen: Veil, Thomas und Matthias, und B. vom Gerichte Ritten aufn Stein bei Bolzen: 2) Georg mit seinen zwei Sühnen: Christian und Martin, und 3) Caspar „so noch im Leben", wie nur hei demselben im Wappenbriefe steht, mit seinen drei Sühnen, Philipp, Georg (11.) und Matthäus. Ueher den Stand etc. derselben ist nichts angegeben. — Nach neueren genealogischen und heraldischen, auf eine lange Reihe alter Siegel gestützten Forschungen eines jetzt lebenden Sprossen des Geschlechts, auf welche näher einzugehen, Tendenz und Raum dieses Werkes nicht gestatten, ist die Familie, welche aus Süd-Tirol und zwar aus den oben genannten Gerichtsbezirken Sarnthein und Ritten aufn Stein stammt und die mehrere Jahrhunderte hindurch mit dem erblichen Mayer-Amte des deutschen Ordens, welcher zu Lengmoos am Rittener Berge in Süd-Tirol eine uralte Commende hatte, betraut war, ein Nebenzweig des im llaupt- stamme schon lange erloschenen Geschlechts der Mayern v. Mayerfels oder Mayrn v. Mayenfels, deren Wappen Siebmacher, IV. 123, in dreierlei Gestalten giebt. — Ein directer Nachkomme eines der oben nach dem Wappenbriefe erwähnten acht Brudersühne (welches derselben war bisher hei Mangelhaftigkeit der Plärrbücher in jenen Gegenden noch nicht zu ermitteln), war Lorenz Mayer, gest. 1767, Pfleger und Gerichts-Schreiher zu Wangen, auch Amtmann der deutschen Ordens-Commende zu Lengmoos am Bitten, und derselbe ist der gemeinsame Stammvater der unten folgenden drei neueren Ilauptlinien des Geschlechts. Aus der Ehe mit Anna Maria Thaler stammten nämlich, neben einer Tochter, drei Sühne: Joseph (I.), Alois Johann (I.) und Carl (1.) Lorenz. Joseph (I.), gest. 1805, Notarius, Syndicus, Stadt- und Gerichtsschreiber zu Bötzen, gründete 280 die iiiteste, die sog. Tirolische oder Bolzener Linie, auf welche sich, da derselbe, wie angegeben, 1805 starb, das in die Familie später gekommene Edlen- und Ritter-Diplom nicht erstrecken konnte. Diese Linie ist mit dem Sohne, Alois Johann (II.), 1853 wieder ausgegangen. — Alois Johann (I.) Edler und Ritter v. Mayer (s. oben), gest. 1817, vermählt mit Maria Anna Cölestina v. Tschussi, stiftete die bayerische ältere, oder sog. Insbrucker Linie, welche im Mannsslamme nicht fortgesetzt worden ist. Von sechs Töchtern starben fünf jung; die einzig am Leben gebliebene Tochter, Wilhelmine Angela Aloisia, wurde die erste Gemahlin des Andreas Freiherrn v. Grossschedl, k. bayer. Hauptmanns ä la suite, starb aber mit Hinterlassung dreier Söhne, von welchen zwei noch leben, und einer Tochter, im Jahre 1841. •— Carl (I.) Lorenz Edler und Ritter v. Mayer (s. oben), gest. 1832, welcher 1819 Guts- und Gerichtsherr vieler im Kreise Nieder-Bayern gelegener Hofmarken und Ortschaf'en wurde, gründete die allein noch blühende bayerische jüngere, oder sog. Münchener Linie. Derselbe war in erster Ehe vermählt mit Magdalena Schlicker, und aus dieser Ehe (die zweite war kinderlos) stammte ein einziger Sohn, Joseph (IL) Carl Lorenz Benedict Edler und Ritter v. Meyer, geb. 1795, dermalen Fabrikbesitzer in München. Derselbe verkaufte die im Jahre 1832 vom Vater ererbten umfangreichen niederbayerischen Güter 1833 an den damaligen k. bayer. Staats-Minister Grafen v. Montgelas, welcher durch deren Erwerbung seiner Familie die bayer. Reichsraths-Würde wieder verschaffte. Aus seiner Ehe mit Anna Maria Josepha Catharina v. Reichenbach, Tochter des bekannten Gelehrten Georg Ritters v. Reichenbach, k. bayer. Directors des Ministerial-Bau-Bureaus, Oberst-Berg- und Salinen-Rathes etc., welche aber schon im vierten Jahre der Ehe starb, ist entsprossen: Carl (II.) Heinrich Otto Joseph Anton Edler und Ritter v. Mayer, geb. 1825, Doctor der Philosophie und königl. bayer. Landwehr-Oberlieutenant in München, vermählt mit Regina Walburga Ursula Menges, aus welcher Ehe, da ein 1853 geborener Sohn schon 1854 starb, jelzt nur drei Töchter leben. Der eben genannte D. Carl Ritter v. Mayer ist ein grosser Freund und Kenner der Heraldik und bat der Wissenschaft als Frucht vieljähriger, sehr sorgsamer Studien unter dem Titel: Heraldisches ABC-Buch, München 1857, ein Prachtwerk von grossem Umfange mit vielen Tafeln in Farbendruck etc. geliefert, welches für die Heraldik, gestützt auf die einstigen Anfänge dieser Wissenschaft, neue Bahnen brechen soll. 281 v. Mayr, auch Freiherren. Wappen der Freiherren v. Mayr: Im blauen Schilde ein, aus den Seitenrändern unter der Mitte bis über die Mitte des Schildes aufsteigender, goldener Sparren, welcher oben mit einer silbernen Lilie besetzt ist und unter welchem rechts gekehrt ein goldener Löwe steht, welcher mit den Vorderpranken einen gefiederten goldenen Pfeil aufrecht hält. Aul' dem Schilde steht ein, mit einer gewöhnlichen Krone gekrönter Helm ohne Helmschmuck. Die Ilelm- decken sind golden und blau. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, 111. 59. — v. Hefner, II. 47 u. S. 47: Freiherren v. Mayr auf Scherneck (der Sparren steigt aus der Mitte der Seitenränder bis an den oberen Schildesrand auf, und die Lilie steht zwischen und unter dem Sparren, schwebt also über dem Löwen, welcher doppelt geschweift ist. Auf dem Schilde steht eine siebenperlige Krone: sonach hat auch v. Hefner einen Ilehnschmuck nicht angegeben, welcher dem adeligen Wappen der Familie (s. unten) leicht zu entnehmen war, wohl aber führt derselbe an, dass auf dem Grabsteine des Erwerbers der Freiherrenwürde (s. unten) in der Kirche U. L. Frau zu München der Sparren selbst in der Mitte mit der Lilie belegt ist. Sonach hätte die Lilie einen dreilachen Platz. Der richtige, vorausgesetzt dass das Diplom, wenn es noch vorbanden, nicht Anderes ergiebt, dürfte wohl der in der Mitte des Sparren selbst sein. — v. Lang, S. 186. — v. Hellbach, II. S. 108. Wappen derer v. Mayr: Im blauen Schilde ein aus der Milte der Seitenränder bis an den oberen Schildesrand aufsteigender, goldener Sparren, welcher in der Mitte mit einer silbernen Lilie belegt ist. Unter dem Sparren steht auf grünem Boden ein doppelt geschweifter, rechts gekehrter, goldener Löwe, welcher mit beiden Vorderpranken einen gefiederten, goldenen Pfeil aufrecht hält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein vorwärts gekehrter Bogenschütze aufwächst. Derselbe trägt blaue Kleidung mit goldenem Kragen, Aufschlägen und Gürtel und mit einer blaugoldenen Kopfbinde mit vier nach links abfliegenden Bändern, golden, blau, golden, blau, und hält, die Linke in die Seite setzend, einen mit der Sehne links gekehrten Bogen. Die Helmdecken sind blau und golden. — Wappenb. d. Könige. Bayern, VII. 17. — v. Hefner, II. 114 u. S. 96. — v. Lang, S. 444. — v. Hellbach, 11. S. 108. Bayern. Marx Christoph v. Mayr, kurpfalzbayer. Geh. Rath und Conferenz-Rath, Kriegscanzleidirector und Pfleger zu Stadtauit- 282 liof etc., wurde vom Kurfürsten Max Emanuel von Pfalzbayern, 22. Jan. 1692, in den Freiherrenstand erhoben. Derselbe, aus einer Adelsfamilie stammend, geb. 1653, gest. 1725, welcher auf dem oben erwähnten Grabsteine Marcus L. 11. de Mayr genannt ist, war des Kurfürsten Max Emanuel von Pfalzbayern vertrautester dirigirender Geschäftsmann in allen militairischen und politischen Angelegenheiten und begleitete denselben von 1683 an in allen Feldzügen und auf allen Reisen. Ein Urenkel desselben, Marcus Anton Freiherr v. Mayr, Herr auf Scherneck, geb. 1769, welcher zu München lebte, war in die Adelsmalrikel des Königreichs Rayern eingetragen. — Die adelige Linie des Geschlechts pflanzte der Druder des genannten Marx Christoph v. Mayr, Matthias Albrecht v. Mayr, fort, und von den Nachkommen desselben sind die Urenkel, die drei Gebrüder: Marcus Joachim v. M., geb. 1755, k. bayer. quiese. Landsteurer und Bürgermeister in München, Johann Nepomuk v. M., geb. 1764, quiesc. Hof- und Wechselgerichts-Rath in München, und Franz Xaver v. M., geb. 1773, k. bayer. exped. Secretair der Lehen- und Hoheits-Section, der Adelsmätrikel des Königreichs Bayern einverleibt worden. — Die hier in Rede stehende bayerische adelige und freiherrliche Familie v. Mayr ist übrigens von den vielen gleichnamigen Familien, welche in Rayern und Oesterreich geblüht haben, oder noch blühen, möglichst zu unterscheiden. Schon v. Ilellbach (a. a. 0.) hat nach v. Lang, Megerle v. Mühlfeld etc. neun Familien dieses Namens aufgeführt. v. Meelbeck. Schild golden eingefasst und der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein an die Theilungslinie angeschlossener, golden bewehrter, halber, schwarzer Adler; links in Blau zwei unter einander stehende, goldene Sparren. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher, zwischen zwei silbernen BüflelshOrnern, eine aufrecht gestellte Standarte trägt. Die oben zugespitzte, lanzenfOrmige Stange derselben ist golden, die mit goldenen Fransen eingefasste und mit den, von einem Kranze umgebenen Namenszuge FR belegte Fahne blau, und das doppelte, goldene und mit Quasten versehene Standartenband (liegt rechts ab. Die Helmdecken sind rechts schwarz und silbern und links blau und golden. — Wappenbuch 283 der Preuss. Monarchie, III. 97. — N. Preuss. Adelslex., I. S. 41, und III. S. 382. — Freiherr v. Ledebur, II. S. 91. Preussen. Johann Meelbeek, 1(. preuss. Major im Regimente v. Sloscli, wurde vom Könige Friedrich II. von Preussen, 15. Jan. 1746, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Megelin v. Wiesenfeld. Schild geviert: 1 in Blau drei (2 und 1) sechsslrahlige, goldene Sterne; 2 in Roth ein mit dem Rogen nach unten, mit den Stollen nach oben gekehrtes, silbernes Hufeisen, über welchem ein silbernes Kreuz schwebt; 3 in Roth ein an die Theilungslinie des Schildes angeschlossener, halber, schwarzer Adler, und 4 in Blau drei neben einander stellende, die Horner rechts kehrende, goldene Halbmonde. Auf dem Schilde steht ein rechts gekehrter Helm. Dass derselbe einen Schmuck trage und mit Decken umgeben sei, ist nicht aufzufinden. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie. — v. Hellbach, 11. S. 739: v. Wiesenfeld. — N. Preuss. Adelslexicon (giebt nur das Wappen an. Das Hufeisen im 2. Felde ist nicht silbern, sondern golden tingirt). — Freiherr v. Ledebur, IL S. 91. Preussen. Joachim Friedrich Megelin, k. polnischer Uberst- lieutenant in der Leibgarde, wurde vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 12/22. Octbr. 1672, mit dem Prädicate: v. Wiesenfeld, in den Adelsstand erhoben. Derselbe war aus der Kurmark gebürtig, und das Geschlecht ist, wenn nicht schon mit dem Erwerber des Adelsstandes, doch in den ersten Gliedern erloschen. v. Meinders. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein linkssehender, golden bewehrter, rother Adler; links ebenfalls in Silber ein unten spilzig endigendes, rothes Kreuz, welches unten von zwei die Horner auswärts kehrenden, goldenen Halbmonden beseitet ist. Auf dem Schilde steht ein mit einem von Silber und Roth fünfmal gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher einen offenen Adlers- 284 fing trägt, dessen Flügel von Silber und Roth mit gewechselten Farben quer getheill sind. Die Heinidecken sind roth und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 97. — C. 0. Loniceri Phosphonema gratulatorium ad malhematicam amussim formatum Franc, a Meinders quum oh virtutuni claritatem nohilitatis insigni- hus S. C. M. indultu esset dignitatus. Rerolini, 1682. fol. — Me- gerle v. Mühlfeld, Ergänzungshand, S. 377. — v. Hellbach, II. S. 112. — IN. Preuss. Adelslexicon, III. S. 387. — Freiherr v. Ledebur, II. S. 92. Preussen. Franz Meinders, kurbrandenburgischer wirkl. Geh. Rath und Ravenshergischer Appellations- Gerichts -Präsident, wurde vom Kaiser Leopold, 1682, in den Reichsadelsstand erhoben, und erhielt vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 31. Aug. 1682, ein Besläliguugsdiplom des ihm zustehenden Reichsadels. Derselbe, gest. 22. April 1695, stammte aus einem angesehenen Ravensbergischen Geschlechte, welches in der Stadt Bielefeld einen Freihof hesass. Zwei Sprossen dieses Geschlechts, die Gebrüder Clamor Hermann Meinders, k. k. Gesandlschafts-Secretair, und Arnold Heinrich Meinders erhielten, wie Megerle v. Mühlfeld angiebt, 1704, ebenfalls den Reichsadelsstand. Nach Freiherrn v. Ledebur soll Letzterer, 2. Mai 1703, den preussischen Adelsstand erhalten haben, doch ist Näheres über diese Erhebung nicht aufzufinden. Das Wappenbuch der Preuss. Monarchie giebt über dein Wappen nur an: v. Meinders, bestätigt den 31. Aug. 1682 und 2. Mai 1703. — Die Familie, welche in den jetzigen Kreisen Lebus, Cüstrin und Niedur-Barnim der Provinz Brandenburg Güter erworben halte, ist mit Daniel Clamor Ernst v. Meinders, k. preuss. Geb. Ivriegsrathe, 1769 erloschen. v. Meinecke. Schild der Länge nach gelheilt: rechts in Silber ein an die Tbeilungslinie angeschlossener, golden gekrönter und bewehrter, halber, schwarzer Adler; links unter einem grünen Feldeshaupte in Roth zwei silberne Querbalken. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, auf welchem, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge ein mit dem goldenen Griffe rechts gekehrtes Schwert aufgerichtet ist. Die Helmdecken sind schwarz, roth und silbern. — 285 Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 98. — N. Preuss. Adels- lexicon, II. S. 388. -— Freiherr v. Ledebur, II. S. 92 und 93. Preussen. Johann Morilz Meinecke, k. preuss. Hauptmann, wurde vom Könige Friedrich 1. von Preussen, 3. Septbr. 1704, in den Adelsstand erhohen. Derselbe, Herr auf Cunow hei Slargard im Saatziger Kreise, welches Gut Joachim Meinecke 1642 vom Magistrate zu Slargard in die Familie gebracht hatte, starb 1724 ohne Nachkommen, nachdem er Cunow der Familie v. Wenden vermacht hatte. Das N. Preuss. Adelslexicon giebt die Familie als alte Adelsfamilie, irrt aber nach Obigem. Das beschriebene Wappen legt übrigens das genannte Lexicon nicht dem Hauptmanne Johann Moritz v. Meinecke, sondern dem 1775 als k. preuss. Generalmajor a. D. verstorbenen Peter v. Meinecke bei. Derselbe wurde in Rathenow bürgerlichen Eltern geboren. Ob und mit welchem Wappen derselbe ein Adelsdiplom erhalten, ist nicht aufzufinden. v. Mengershausen (Mengershausen). Schild quer gelheilt: oben in Roth ein aufwachsender, rechts gekehrter, geschweifter, goldener Löwe, unten grün, ohne Bild. Auf dem Schilde steht ein Hehn, welcher den aufwachsenden Löwen der oberen Schildeshälfte trügt. Die Helmdecken sind roth und golden. — Wappenbuch des Königr. Hannover, C. 57 und S. 10. — Siebmaclier, I. 211: v. Mengershausen, Frankfurt a. M. adelige Patricier (wie beschrieben. Die „Declaration" sagt: der Obertheil am Schilde roth, der Untertlieil grün, der Löwe gelh mit blauer Zunge und Klauen. Auf dem Helme desgleichen. Die Helmdecke roth und gelb). — v. Hellbach, II. S. 115 (unter Berufung auf Lüderssee's Sammlung, s. v. Hellbach, I. 22). — N. Preuss. Adelslexicon, III. S. 393 und 394 (ein für die Geschichte der Familie in mehrfacher Beziehung sehr interessanter Artikel). — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 208 und 209, so wie S. 387—389. —• Freiherr v. Ledebur, II. S. 95. Hannover, Preussen, Frankfurt a. M. Altes, braun- scliweigisch-lüneburgisches Adelsgescblecht, aus wejchem die Gebrüder Hans und Helmbrecht, „gebeten de Mengershusen, Bürgermeister und Rathmanne" zu Münden, vom Herzoge Wilhelm dem Aeltercn zu Braunschweig und Lüneburg, Dienstag nach Allerheiligen (1. Nov.) 286 1469, einen Dienst- und Wappenbrief erhielten, welchen nachmals Herzog Heinrich Julius zu Braunschweig und Lüneburg, 26. Jan. 1599, bestätigte. Dieser Dienst- und Wappenbrief, welchen, nach Oetter, Wappenbelustigung, Stück V. S. 146 und 147, Freiherr v. d. Knesebeck a. a. 0., S. 387—389, raitgetheilt hat, dürfte, da er vor der Zeit des Kaisers Maximilian 1. (1493—1519) ausgestellt ist, schon allein für den alten Adel des Geschlechts sprechen, doch werden von der Familie noch andere Beweise der Bittermässigkeit und des hoben Alters derselben angeführt. In alten Urkunden aus dem 13. Jahrhundert kommt nämlich mehrfach der Name des Geschlechts vor. So findet sich urkundlich 1250 Regenbendo v. Mengershausen. Ritter, und 1265 erschienen die drei Gebrüder, Ritter Hartwig, im Gefolge der Grafen v. Eberstein und wahrscheinlich Stammvater der noch in Prcussen, Lippe etc. blühenden Herren und Grafen v. Mengersen, Ritter Conrad, Stammvater der im Göt- tingenschen gebliebenen Familie, als deren Stammhaus der gleichnamige, L'/2 Stunden von Güttingen im Amte Münden gelegene Ort angesehen wird, und Werner v. Mengershausen, Canonicus im St. Peterstift zu Northen. Die Nachkommen des Conrad waren bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts Burgmänner auf der Burg Friedland, so wie Pröpste in nahen Stiftern und Klöstern und hatten ihren Ilauptgrundbesitz im Gültingensehen. Seit dem 15. Jahrhunderte kommen dieselben als Erbgesessene auf Mielenhausen bei Münden und dem Junkernhofe zu Lemshausen bei Mengershausen, so wie als Lehnmänner und Patronatherren zu Nieder-Jesa bei Göttingen vor, haben auch diesen und anderen Grundbesitz bis zur Neuzeit erhallen. Von diesen Nachkommen kamen viele zu grossem Ansehen: Hans v. Mengershausen war um 1430—1440 von den Landständen erwählter Mitregent des Landes Göttingen, und Christoph v. M. von 1540 Beförderer der Reformation und Hofrichter bei der Herzogin Elisabeth von Braunschweig zu Münden. — Zu Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Familie durch die beiden oben genannten Brüder, Hans und Heltnbrecht v. M., in zwei Hauptlinien, gelheilt. Die Nachkommen desselben blieben in der Heimath und blühen in derselben noch. Im N. Preuss. Adelslexicon (a. a. 0.) ist (1837) Ernst Friedrich v. M. als Herr auf Mielenhausen genannt, und in Bezug auf die beiden Sühne desselben, Hermann und Carl Heinrich v. M., angegeben, dass Ersterer, vermählt mit Elisabeth v. Voigt aus Lauenburg, aus welcher Ehe ein Sohn, Hermann Bodo Ludwig, stamme, in k. preuss. Staatsdienste getreten und damals 287 Ober-Landes-Gerichts-Asseäsor, Letzterer aber Amts-Assessor in k. hannov. Diensten gewesen sei. — Die Nachkommen des Helmbrecbt v. M. behielten zwar ihren Theil am Grundbesitze der Familie, lebten indess nur zeitweise auf ihren Gütern, da dieselben schon im Anfange des 16. Jahrhunderts Mitglieder der Ganerbschaft des Hauses Alten-Limpurg zu Frankfurt a. M. wurden und am Patriciat und der Regierung dieser freien Reichsstadt Theil nahmen. Unter denselben machte sich besonders Georg v. M., welcher um 1580 —1582 Bürgermeister zu Frankfurt a. M. war, bekannt. — Vom Ende des 17. Jahrhunderts an, traten die Sprossen der Helmlirecht- schen Linie, wenn sie nicht etwa auf den Gütern lebten, in Kriegsdienste. In neuerer Zeit (1837) lebte nur noch Carl Adalbert v. M., ein Sohn des ehemaligen kein, prcussischcn Majors Friedrich v. M., aus der Ehe mit Eleonore Chrisliane Auguste v. Harstall auf seinem Gute in Hönningen hei Linz (Kreisstadt im Reg.-Bez. Coblenz der Provinz Niederrhein), hat aber, vermählt mit Sophie Antonie Leopoldine v. Wittgenstein aus dem Hause Steeg im Clevesehen, durch mehrere Söhne den Stamm seiner Linie fortgesetzt. — Die Familie gehört im Königreiche Hannover zu dem ritterschaftlichen Adel der Calenherg-Götlingen-Gruhenhagenschen Landschaft und besitzt die Güter Mielenhausen und Bruckhöf im Göttingenschen. v. Mettingh, Freiherren. Im silbernen Schilde ein schwarzer Pfahl mit einem rechts gekehrten, goldenen Löwen, welcher in den Vorderpranken einen gestürzten, goldenen Pleil mit rolhem Gefieder vor sich hält. Die rechte Seite des, wie angegeben, silbernen Schildes ist quer gelheilt: oben ein schrägrechter, schwarzer Balken, unten ein aus den Seitenrändern des Feldes bis an die Theilungslinie desselben aufsteigender, schwarzer Sparren. In der linken Schildesseite wachsen aus einem grünen Berge neben einander drei goldene Weizenähren auf (oder, wie man auch den Schild beschreiben könnte: Schild durch einen Pfahl und in der rechten Hälfte quer gelheilt, vierfeld- rig: 1 [oben rechts] der beschriebene Schrägbalken; 2 [unten rechts] der Sparren; 3 [im Pfahle] der Löwe mit dem Pfeile, und 4 [links] die drei neben einander stehenden Kornähren). Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, der Löwe im Pfahle des Schildes 288 mit dem Pfeile in den Vorderpranken aufwachst. Die Melmdecken sind rechts schwarz und silbern und links schwarz und golden. — Handschriftliche Notizen. — v. Hefner, Bd. II. Tab. 47. S. 47, und Frankfurter Adel, 5 und S. (5. — v. Lang, S. 187. — v. Hellbach, II. S. 120. — N. Preuss. Adelslexicon, III. S. 403. — Freih. v. Ledebur, II. S. 100 (ohne Angabe des Wappens). Preussen, Bayern, Frankfurt a. M. Ein aller Wahrscheinlichkeit nach aus Westphalen stammendes Adelsgeschlecht, wo D. Johann Jacob Mettingh 1726 die Stelle eines Advocatus Ordinarius zu Tecklenburg bekleidete. Derselbe, welcher spater als graflich Isenburgscher Regierungsrath vorkommt, und sein Bruder, Gerhard Dominicas Mettingh in Westphalen, vermählten sich mit den Schwestern Margaretha Elisabetha und Jacobine, Töchtern des Frankfurter Syndicus und Juris Licentiatus Johann Jacob Scbiilz und dessen Gemahlin, Catharina Elisabetha Bartels, und es gelangte hierdurch die Nachkommenschaft des Ersteren, und zwar Menco Heinrich 1737, dessen Bruder Johann Jacob aber 1757, in das Bürgerrecht zu Frankfurt a. M. Letztgenannter, Johann Jacob, wurde vom Kaiser Joseph II., laut Diploms d. d. Wien, 18. Juli 1776, in den Reichsadelsstand erhoben, „da seine Vorfahren sich den Wissenschalten gewidmet und in fürstlichen und gräflichen Diensten gestanden, weshalb auch sein Bruder, der gräflich Erbach-Erbach- und Schönbergische Hofrath, Menco Heinrich v. Mettingh, laut Diploms d. d. 4. Mai 1766 bereits geadelt, auch sein Schwager, Menco v. Mettingh, gräflich Sayn-Wittgensteinscher Canzlei-Director zu Berleburg, bereits vom Kaiser Carl VII., laut Diploms d. d. 31. Juli 1744, geadelt worden und er selbst seit 50 Jahren das ritterschaftliche Gut Lindenlhal in der Wetterau besitze." (Das Diplom vom 4. Mai 1766 wird, was hier nicht übergangen werden soll, von v. Lang, v. Hefner und Freiherrn v, Ledebur a. d. a. O. nicht als Adels-, sondern als Freiherrendiplom aufgeführt, und v. Lang und Freiherr v. Ledebur geben an, dass der Empfänger, Menco Heinrieb, gräflich Isenburg, und Erbacbscher Hofrath gewesen sei. Was die Adelsdiplome anlangt, so hat v. Hefner nur gesagt: geadelt vom Kaiser Carl VII., 31. Juli 1744.) Nach den oben erwähnten handschriftlichen Notizen pflanzte nur Menco Heinrich, welcher dreimal vermählt war, das Geschlecht dauernd fort, es ist also, wenn auch oben als Diplomsempfänger zwei dieses Namens genannt sind, kein Zweifel darüber, dass dieser Menco Heinrich derjenige war, welcher 1766 das Diplom erhielt, da von diesem viele Nachkommen bekannt 289 sind. Derselbe hatte dreizehn Kinder, und es stammen von seinein ältesten Sohne, Samuel Jacob v. M., J. U. Dr., geb. 1738, gest. 1806, die Sühne: Menco Heinrich v. M., welcher zu Berlin als k. preuss. Geh. Legalions-Rath 1850 starb, und Jacob Carl Freiherr v. Mettingh, k. bayer. Kämmerer und Forstmeister zu München. — In die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern fand v. Lang den k. bayerischen Kämmerer und Oberst ä la suite Peter Friedrich Freiherrn v. Mettingh, geh. 28. April 1758, und den Bruders-Sohn, Jacob Carl Freiherrn v. M., geb. 1791, k. bayer. Lieutenant, eingetragen. v. Lang gieht Ersleren als den Sohn des von ihm (s. oben) als grällich Isenburg- und Erbachschen Hofrath aufgeführten Menco Heinrich Freiherr v. Mettingh. v. Meusel. Im blauen Schilde ein goldener Querbalken, welcher mit drei neben einander gestellten, rechts gekehrten Mäusen von natürlicher Farbe belegt ist. Auf dem Schilde steht ein mit einem von Blau und Schwarz sechsmal gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher -fünf wechselsweise blaue und goldene Straussenfedern trägt, vor welchen ein rechtssehender, golden gekrönter und bewehrter, schwarzer Adler hervorbricht, dessen Brust mit dem goldenen königlichen Namenszuge FR und über demselben schwebender Königskrone belegt ist. Die Helmdeckeu sind blau, schwarz und golden. —• Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, III. 100 (der Adler ist mit dem Namenszuge FWR belegt, was nicht richtig sein kann, da das Diplom 1770 ausgestellt worden ist). — N. Preuss. Adelslexicon, I. S. 46 und III. S. 404 und 405 (der Querbalken im Schilde ist irrthtimlich silbern lingirt). — Freiherr v. Ledebur, II. S. 101. Preussen. Wilhelm Ludwig Musculus, k. preuss. Hauptmann, wurde vom Könige Friedrich II. von Preussen, 5. Febr. 1770, unter dem Namen v. Meusel, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Derselbe, dessen Vorfahren ihren deutschen Namen in den lateinischen Musculus verwandelt hatten, starb als Oberst und Commandant eines Grenadierbataillons. Zu den Nachkommen gehörte der 1850 verstorbene k. preuss. Obersllieutenant a. D. v. Meusel. IV. 19 290 v. Meyersbach, Ritter. Schild geviert, mit Mittelschilde. Im blauen Mittelschilde ein sechsstrahlig'er, goldener Stern. 1 und 4 in Blau ein schräglinker, wellenvveise gezogener, silberner Balken (Fluss); 2 und 3 in Silber ein einwärtssebender, gekrönter, schwarzer Adler. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst einwärtssehend ein goldener Löwe auf, welcher in der linken Vorderpranke den Stern des Mittelschildes emporhält, und aus dem linken Helme bricht der Adler des 2. und 3. Feldes hervor. Die Decken des rechten Helmes sind blau und silbern und die des linken schwarz und silbern. — Handzeichnung. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungshand, S. 178 u. S. 379. — v. Hellbach, II. S. 124. Oesterreich. Gottfried Joachim Meyer, k. k. Commerzien- rath, erhielt vom Kaiser Franz I., 1756, mit dem Prädicate: v. Meyersbach, den Adelsstand, und wurde später, 1760, als k. k. Com- merzienrath und ungarischer Bergwerks-Producten-Speditions-Factor, mit dem Prädicate: Edler von, in den Beichs-Bitterstand erhoben. v. Michaelis (Diplom vom 3. Dec. 1786). Schild golden eingefasst und der Länge nach gelheilt: rechts in Silber ein die Sachsen rechts kehrender, mit einem goldenen Kleestengel belegter, schwarzer Adlersflügel; links in Blau ein an die Theilungslinie angeschlossener, links gekehrter, silbern geharnischter Arm, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und rechts schwingt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein im Ellbogen nach links gekrümmter, nach rechts gekehrter, silbern geharnischter Arm aufwächst, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und links schwingt. Die Ilehndecken sind blau und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, IV. 3 (die Angabe, dass das beschriebene Wappen nicht nur durch Diplom vom 3. Dec. 1786, sondern auch durch Diplom vom 2. April 1808 verliehen sei, beruht zweifelsohne auf einem Irrtliume, da [s. den nachstehenden Artikel] am letztgenannten Tage eine andere gleichnamige Familie mit ganz anderem Wappen den Adelsstand des Königreichs Preussen erhalten hat). —- IN. Preuss. Adelslexicon, V. S. 330 und 331 (das Diplom soll, was 291 wolil unrichtig ist, 12. April 1788 ausgestellt worden sein). — Freiherr v. Ledebur, II. S. 164. Preussen. Wilhelm Michaelis, k. preuss. Capitain im Re- gimente Graf v. llenckel, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen, 3. Dec. 1786, in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Die am genannten Tage geadelte Familie Michaelis ist nicht nur von der im nachstehenden Artikel besprochenen Adelsfamilie dieses Namens, sondern auch von der Familie v. Michaelis zu unterscheiden, welche, wie Bd. I. S. 207 und 208 angiebt, das Adelsdiplom 30. Aug. 1787 erhielt, und zwar, was liier nachträglich bemerkt sein mag, in der Person des Friedrich Christian Wilhelm Michaelis, k. preuss. Rittmeisters bei v. Wolki- Husaren. v. Michaelis (Diplom vom 2. April 1808). Schild geviert mit Mittelschilde. Mittelschild von Roth und Silber der Länge nach getheilt mit einem nach der linken Seite aufspringenden, weissen Rosse; 1 und 4 in Blau ein silbernes, den Bogen auf-, die Stollen abwärts kehrendes Hufeisen, und 2 und 3 in Silber ein rechts gekehrter, schwebender, schwarzer Adler mit aufgehobenen Flügeln, welcher im Schnabel einen goldenen Ring hält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Adler des 2. und 3. Feldes mit dem Ringe trägt. Die Helmdecken sind rechts blau, roth und silbern, links schwarz, roth und silbern. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, IV. 3. — Freiherr v. Ledebur, II. S. 104. Preussen. Ein in Ostpreussen in den Kreisen preussisch Eylau und Friedland begütertes Adelsgeschlecht, in welches der preuss. Adelsstand durch Diplom vom 2. April 1808 gekommen ist. v. Milde. Im schwarzen Schilde ein links gekehrter, goldener Löwe, welcher in der aufgehobenen linken Vorderpranke einen goldenen, mit dem Gefieder rechts, mit der Spitze links gekehrten Pfeil em- 19* 292 porhält. Auf dem Schilde stellt ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen zwei Biiffelshiirnern, von denen das rechte von Silber und Roth, das linke von Gold und Schwarz quer getheilt ist, der Löwe des Schildes mit dem Pfeile in der linken Vorderpranke, welcher hier schrägrechts, das Gefieder nach oben, die Spitze nach unten, gehalten wird, ebenfalls links gekehrt, aufwächst. Die Hehndecken sind rechts rolh und silbern und links schwarz und golden. — Mönch, Wappenbuch Zittauischer Geschlechter, Tab. 5. — Zwei, vor schon mehreren Jahrzehnten last ganz verwitterte Leichensteine auf dem Kirchhofe der Dreifaltigkeitskirche zu Zittau. Das Wappen auf dem einen Steine ist ganz, wie Mönch dasselbe angegeben hat, während das auf dem anderen den Löwen im Schilde und auf dem Helme rechts gekehrt zeigt. Der Löwe auf dem Helme hält den Pfeil mehr gerade. — Freih. v. Ledebur, IL S. 107: Mihla v. Leu- ckersdorf, Milde, ohne Angabe des Wappens. Oesterreich, Sachsen. Joachim Milde, Herr auf Eybau und Leuckersdorf (Nieder-Leutersdorf), Stadtrichter zu Zittau (geb. in Ostpreussen 1528, gest. als Bürgermeister 1584), wurde vom Kaiser Maximilian II. um das Jahr 1566 in den Adelsstand erhoben. — Die Tochter desselben, Martha v. M., vermählte sich mit Nickel (Nicol) v. Lanckisch, Herrn auf Hürnitz, und starb 1617. In Folge dieser Vermählung kommt Namen und Wappen der Familie v. Milde in den Ahnentafeln der Familie v. Lanckisch (s. oben den betreffenden Artikel) vor. Der Stamm soll, ohne den Adel fortgeführt zu haben, bis auf die neueste Zeit forlgesetzt worden sein und, Privatnachrichten zu Folge, ist aus demselben der grossherzoglich Sachsen-weimarsche Ilofschauspieler und Sänger Fedor Milde entsprossen, welcher vor Kurzem als v. Milde in Leipzig aufgetreten ist und als angestammtes Familienwappen ganz das oben beschriebene Wappen führt. — Bis auf die neueste Zeit ist übrigens der Name einer österreichischen Adelsfamilie v. Milde in dem Militair- Schematismus des österreichischen Kaiserthums vorgekommen, doch ist das Wappen dieser Familie nicht bekannt und daher nicht zu bestimmen, ob letztere mit der hier in Rede stehenden Familie irgend im Zusammenhange stellt. 293 Mohr v. Mohrenhelm. Schild geViert mit Mittelschilde. Im schwarzen Mittelschilde drei (2 und 1) sechsstrahlige, silberne Sterne. I und 4 in Schwarz ein einwärts gekehrter, gekrönter, goldener Löwe mit rother, ausgeschlagener Zunge und aufgeworfenem, doppeltem Schweife, welcher in der aufgehobenen, linken Vorderpranke einen sechsstrahligen, silbernen Stern hält, und 2 und 3 in Gold zwei halbe, einwärts gewendete Mohrenleiber, beide mit l'erlen in den Ohren und um Hals und Stirne mit weissen Binden, deren Schleifen rückwärts fliegen. Auf dem Schilde stehen zwei Helme. Jeder derselben trägt zwei von Silber, Schwarz und Gold quer getheilte Büflelshör- ner, in deren Mündungen drei Straussenfedern, silbern, schwarz und golden, stecken, und zwischen welchen die beiden Mohrenleiber des 2. und 3. Feldes stehen. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Handschriftliche Notizen. — Frankfurter Rathskalender von 1742—70. Frankfurt am Main. Das nunmehr erloschene Geschlecht derer Mohr v. Mohrenhelm stammt von Jost Mohr, gest. 1613, beider Rechte Doctor und Notarius zu Frankfurt a. M., ab, welcher, gebürtig aus Erfurt, sich zuerst in vorbenannter Stadt niederliess. Der Bruder desselben, Johann Mohr, war Oberrathmeister und Oberkämmerer der Stadt Erfurt und soll vom Könige Gustav Adolph von Schweden in den Adelsstand erhoben worden sein. Jost's Sohn, Anton Christian, geb. 1604, gest. 1679, kam 1645 in den Rath zu Frankfurt a. M. und wurde, laut Diploms d. d. Mainz, 24. Juni 1656, von Johann Christian Freiherrn v. Boineburgk, k. k. Kämmerer und kurntainz. Geh. Rathe und Oberhofmarschalle, welcher von dem Kaiser Ferdinand III. das grosse Comitiv erhalten hatte, mit dem Prädieale: v. Mohrenhelm, in den Adelsstand erhoben, welche Standeserhöhung später von dem Kaiser Leopold I., laut Diploms d. d. Wien, 3. April 1675, bestätigt wurde. — Der Letzte des Mannsstammes war der Enkel des Anton Christian M. v. M., Christian Bonaventura M. v. M., geb. 1. Juni 1704, gest. 18. Juli 1770, welcher seit 1741 der altadeligen Gesellschaft des Hauses Frauenstein zu Frankfurt a. M. angehörte und 1757 in den dortigen Rath kam, auch 1766 das jüngere Bürgermeisteramt bekleidete. Die allein ihn überlebende Tochter, Maria Magdalena M. v. M., geb. 1741, vermählte sich 1768 mit Ernst Friedrich v. Wunderer und starb 1803 als letzter weiblicher Sprosse ihres Geschlechtes. 294 Mohr v. und zu Sonnegg und Morberg (Mor v. Morberg und Sonnegg). Schild geviert mit Mittelschilde. Im silbernen Mittelschilde ein mit dem goldenen Buchstaben P bezeichnetes, rothes Herz. 1 und 4 in Silber die Büste eines vorwärtssehenden Mohren, welcher im rechten Ohre ein goldenes Ohrgeschmeide und eine goldene Halskette mit daran hängender, goldener Münze trägt; 2 und 3 von Schwarz und Silber schräglinks getheilt, mit einem rechts gekehrten Greife von gewechselten Farben. Auf dem Schilde erheben sich zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst ein vorwärtssehender, nackter Mohr auf, welcher im rechten Ohre ebenfalls ein goldenes Ohrgeschmeide trägt, die Arme weit ausbreitet und in jeder emporgehobenen Hand ein rothes Herz hält. Der linke Hehn trägt einen aufwachsenden einwärtssehenden, silbernen Greif. Die Decken beider Helme sind schwarz und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 381. — v. Hellbach, II. S. 135. Oesterreich. Joseph Mohr erhielt vom Kaiser Joseph I., 1708, mit dem Prädicate: v. und zu Sonnegg und Mohrberg, wie Megerle v. Mühlfeld angiebt, den Adelsstand oder wohl richtiger die Bestätigung desselben. Derselbe stammte aus einer Familie, welche von dem römischen Könige Ferdinand, nachmaligem Kaiser Ferdinand I., 1557, in der Person des Hieronymus Mohr mit einem Wappen, und zwar mit dem oben beschriebenen, doch ohne den Mittelschild, begnadigt worden war. Die Wappenvermehrung, d. h den Mittelschild, erhielt, nebst Bestätigung des Adels, vom Kaiser Leopold I., 3. Sept. 1680, Georg Mohr, fürstl. Brixenscher Hofrath, Kammermeister und Lehenrichter. — Der Name der Familie ist bis auf die neueste Zeit in dem Mililair-Schematismus des österreichischen Kaiserthums vorgekommen und wird in demselben Mohr v. Morberg und Sonnegg geschrieben. v. Molitor, Ritter. Schild quer getheilt: oben in Gold ein aufwachsender, vorwärts gekehrter, silbern geharnischter Ritter mit rother, links abfliegender Brustbinde und offenem, mit drei Straussenfedern, roth, 295 silbern, roth, bestecktem Helme, welcher in der rechten Hand eine Lanze hält und die Linke in die Seite setzt; unten in Roth ein schrägrechter, silberner Balken, welcher mit zwei unter einander stehenden, blauen Kugeln belegt ist. Auf dem Schilde erheben sich zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den aufwachsenden Ritter der oberen Schildeshälfte mit der Lanze, und der linke fünf nebeneinander stehende Straußenfedern, schwarz, golden, blau, silbern, roth. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken roth und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Milhlfeld, Ergänzungsband, S. 179. — v. Hellbach, IL S. 135. Oesterreich. Die Gebrüder Martin Ignaz v. Molitor, Regi- strator der k. k. Hofeanzlei, Johann Jacob v. M., fürstl. Passau- scher Geh. Rath, Hofcanzler und Lehenpropst, Johann Peter v. M., kurmainzischer Amtskellermeister, und Matthias Joseph v. M., fürstl. Passauischer Hofrath, wurden vom Kaiser Joseph IL, 10. Mai 1778, mit dem Prädicatc: Edle von, in den Reichsritterstand erhoben. v. Monsperg, Ritler. Schild schräg geviert: I und 4 (oben und unten) von Silber und Roth achtmal der Länge nach gestreift; 2 und 3 (rechts und links) in Blau ein einwärts gekehrter, goldener Halbmond mit Gesichte. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt sechs neben einander stehende Straussenfedern, von welchen drei, blau, golden, blau, sich rechts, drei aber, roth, silbern, roth, links kehren, und der linke Helm einen offenen Adlersflug, dessen rechter Eliigel von Roth und Silber, der linke von Gold und Blau quer getheilt ist. Die Decken des rechten Helmes sind blau und golden und die des linken roth und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 179. — Schmutz, II. S. 563. — v. Hellbach, I. S. 137. Oesterreich. Peter Wilhelm v. Monsperg wurde von der Kaiserin Königin Maria Theresia, 27. Aug. 1772, in den erbländisch- österreichischen Ritterstand erhoben, und 1773 den Mitgliedern der steierischen Landschalt einverleibt. 296 v. Moreau, Freiherren. Im schwarzen Schilde der Vordertheil eines rechts gekehrten, gekrönten, goldenen Löwen, welcher mit beiden Pranken den goldenen Griff eines Schwertes hiilt, welches er sich durch den Rachen so slösst, dass das halbe Schwert nach links und etwas nach oben heraussteht. Auf dem Schilde ruht eine siebenperlige Krone, auf welcher sich ein gekrönter Helm erhebt. Aus demselben wächst der Lövve des Schildes mit dem durch den Rachen gestossenen Schwerte, ganz wie oben angegeben, auf. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, X. 4 und XII. 25 (beide Abbildungen stimmen mit einander Uberein, auch ergiebt eine dritte in diesem Werke, XV. 35, unter den sog. Berichtigungen sich findende Abbildung mit der Ueberschrift: Freiherren v. Moreau auf Schwindegg, in Bezug auf das Wappen keine Verschiedenheit). — v. Hefner, II. 47 und S. 47 und 48 (der Löwe hält den Griff des Schwertes nur mit der rechten erhobenen Vorderpranke, während die linke frei herabhängt und stösst das Schwert schrägrechts so durch den Rachen, dass die Spitze am Halse nach links und unten heraustritt. Wie v. Hefner angiebt, ist das der Familie bei Erbebung in den Freiherrenstand ertheilte Wappen das Wappen des alten, abgestorbenen, bayerischen Rittergeschlechtes der Taufkircher v. Taufkirchen). Bayern. Elise Moreau, geborene Haussmann, Wittwe des k. bayer. Commissärs Marcus Moreau, wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 31. Juli 1824, mit ihren beiden Söhnen, Johann und Friedrich Moreau, in den Freiherrenstand des Königreichs Bayern, und zwar (s. oben) mit Verleihung des Wappens der erloschenen Taufkircher v. Taufkirchen, erhoben. Mory v. Ballenfeld., Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein einwärts gekehrter, goldener Greif; 2 und 3 in Silber drei schräglinks unter einander gestellte, rothe Ballen (Kugeln). Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst der Greif des 1. und 4. Feldes auf, und der linke trägt einen die Sachsen einwärts kehrenden, geschlossenen, rothen Adlersflug, dessen vorderer, linker 297 Flügel mit einem schräglinken, silbernen Balken belegt ist, welcher mit den drei Ballen des 2. und 3. Feldes belastet ist. Die Decken des rechten Helmes sind blau und golden und die des linken rotli und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 179 und 180. — v. Hellbach, II. S. 141. Oesterreich. Joseph Anton Maximilian Mory, k. k. Hof- secretair, wurde vom Kaiser Carl VI., 20. Sept. 1736, mit dem Prä- dicate: Edler v. Ballenfeld, in den erbländisch-üsterreichischen Ritterstand erhohen. v. Mourat, Freiherren. Schild quer, in der oberen Hälfte der Länge nach und in der unteren Hälfte durch eine von den unteren Seitenrändern des Schildes bis an die quere Theilungslinie desselben aufsteigende, gebogene Spitze getheill, also fünffeldrig, oder, wie auch angegeben wird, Schild geviert, mit unten eingepfropfter Spitze. 1 und 4 (oben rechts und unten links) in Roth eine silberne Lilie; 2 und 3 (oben links und unten rechts) in Blau ein rechts gekehrter, doppelt geschweifter, goldener Löwe, welcher zwischen beiden Vorderpranken eine silberne Lilie hält, und 5 (in der Spitze) in Gold ein aufwachsender, vorwärtssehender Mohr mit einer Krone von sechs wechselsweise rolhen und silbernen Federn und einem Schurze von eben solchen Federn, welcher die Rechte in die Seite setzt, in der Linken aber einen sechsstrahligen, goldenen Stern hält. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den aufwachsenden Mohren der Spitze mit dem Sterne und aus dem linken Helme wächst der Löwe des 2. und 3. Feldes mit der Lilie auf. Die Helmdecken sind rechts roth und silbern und links blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 63. — v. Hefner, IL 47 und S. 48. — v. Lang, Supplement, S. 57. — v. Hellbach, II. S. 144. Bayern. Ein dem genannten Königreiche angehörendes, freiherrliches Geschlecht, in welches der Freiherrenstand vom Kurfürsten Max Joseph von Pfalzbayern, 12. Juni 1749, gekommen ist.— Der aus diesem Geschlechte stammende, ehemalige k. franz. Lieu- 298 tenant Carl Theodor Freiherr v. Mourat wurde, 5. Sept. 1814, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Muggenthal (Müggenthal), auch Freiherren. Wappen derer v. Muggenthal: im goldenen Schilde ein nach Siebmacher, 1. 81 (s. unten), nach der linken Seite (die Abbildung ist in der ersten Reihe die vierte, das Wappenbild musste also nach Siebmachers Anordnung links gekehrt sein) springender Marder von natürlicher Farbe. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen, goldenen Adlersfluge, dessen Sachsen golden, die Schwingen aber schwarz sind, der Marder des Schildes aufwächst. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Siebmacher, I. 81: v. Mugkenthal, Bayerisch. Die „Deklaration" sagt: ein gelber Schild, der Marder darin an seiner Farbe. Auf dem Helme eine gelbe Krone, die beiden Sachsen an den Flügeln gelb, die Federn schwarz, der Marder an seiner Farbe, die Helmdecken rotli und weiss. — v. Hattstein, I. S. 395: v. Müggenthal, Schwäbisch, das Wappenbild, einem Fuchse ähnlich, ist roth, und der Flug auf dem Helme golden. — v. Meding, l. S. 403 und 404, beschreibt das Wappen zuerst nach einer Stammbuchszeichnung und sieht dann auf die durchl. Welt, I. S. 169, und auf Siebmacher und v. Hattstein. Die Stammbuchszeichnung mit der Unterschrift: Henricus Hannibal a Muggenthal, 8. Juli 1593, ergab das Wappen, wie folgt: im goldenen Felde ein mit krumm gebogenem Rücken im vollen Sprunge begriffener Marder von natürlicher brauner Farbe. Auf dem gekrönten Helme zwei goldene Adlersflügel, an welchen die grossen Federn von oben herab an jeder Seite wechselsweise golden und schwarz sind. Hinter dem linken dieser Flügel springt ein Marder halb hervor. Die Helmdecken sind golden und schwarz. — v. Hefner, II. 48 und S. 48 (auf dem Schilde steht ein links gekehrter Stechhelm). Wappen der Freiherren v. Muggenthal aus der erloschenen schwäbischen Linie: Schild geviert mit Mittelschilde. Im silbernen Mittelschilde der Kopf und Hals eines rechtssehenden Hirsches mit achlendigem Geweihe (Wappen der erloschenen Familie v. Affecking). 1 und 4 in Gold der links springende Marder des Stammwappens, 299 lind 2 und 3 in Gold drei quer über einander gelegte, im 2. Felde die Spitzen links, im 3. Felde rechts kehrende, fünfendige Stangen eines schwarzen Hirschgeweihes (Wappen der erloschenen Familie v. Landlau). Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Hals und Kopf eines Hirsches, wie im Mittelschilde, trägt. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — v. Hefner (a. a. 0.). Wappen der jetzt noch in Bayern lebenden Freiherren v. Mug- genthal. Der Schild, geviert mit Mittelschilde, gleicht ganz dem Wappen der erloschenen freiherrlichen Linie in Schwaben, doch sind zu dem Helme derselben noch zwei Helme, ein rechter und ein linker, hinzugekommen. Der rechte, gekrönte Hehn trägt, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, den Marder des 1. und 4. Feldes, und der linke einen geflochtenen Korb, aus welchem ein Pfauenschweif mit drei Spiegeln hervorsteht (v. Landlauscher Helm). — v. Hefner (a. a. 0.) — Das Wappenbuch des Königreichs Bayern giebt zwei Abbildungen dieses Wappens, XII. 86 und XIII. 21, welche ganz mit einander übereinstimmen. Das Geweih des Hirschkopfes im Mittelschilde zeigt an der rechten Stange vier, an der linken fünf Enden, das Geweihe des Kopfes auf dein mittlem Helme aber hat an jeder Stange fünf Enden. Die Helme erheben sich auf einer fünfperligen Krone, die Sachsen des Adlersfluges auf dem rechten Helme sind schwarz, die Schwingen aber wechselsweise schwarz und golden, und der Pfauenschweif auf dem linken Helme hat neun (5 und 4) Spiegel. Wappen der gräflichen Linie (s. unten): Schild geviert mit Mittelschilde. Im gekrönten, goldenen Mittelschilde der links gekehrte Marder des Stammwappens. 1 und 4 der Hals und Kopf eines einwärtssehenden, rothen Hirsches mit achtendigem Geweihe, und 2 und 3 die oben beschriebenen v. Landlauschen schwarzen Hirschgeweihstangen. Auf dem Schilde stehen drei gekrönte Helme. Der mittlere Helm trägt, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen Sachsen golden, die Schwingen schwarz sind, den Marder des Mittelschildes, der rechte Helm den Hals und Kopf des Hirsches im 1. und 4. Felde, und der linke Helm den Landlauschcn Helmschmuck, den geflochtenen, mit einem dreispiegeligen Pfauenschweife besteckten Korb. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Gauhe, I. S. 1427—1429: v. Müggenthal (nach Bucelini, II. IV., und Seifert, Ahnentafeln, I. 32). — Zedier, XXI. S. 24. — Biedermann, Geschlechtsregister des Orts Ottenwald, Tab. 219—225. — v. Ilellbach, IL S. 145: v. Müggenthal zu Hexenacker. 300 Bayern. Altes, bayerisches Adelsgeschlecht, welches sich später auch in Franken und den Rheinlanden ausbreitete, und in welches vom Kaiser Ferdinand II., 25. Mai 1625, der Reichsfreiherrenstand kam. Die ordHnlliche Staminreihe der Familie beginnt ßucelini mit Wcinniar v. M., welcher um 1279 vorkommt. Von den Nachkommen desselben, unter welchen mehrere Landrichter und Amtshauptleute in Bayern waren, lebte unter Anderen um 1517 Heinrich auf Sondersdorf, Flieger zu Abach und Kehlheim, von welchem zwei Söhne, Hans Heinrich und Wolf Heinrich, stammten. Hans Heinrich stiftete die Neu-Sinzenhausische Linie, die mit dem Ur-Urenkel Franz Ignaz, kurbayer. Kämmerer und Wildmeister in Landshut, welcher bei seinem 1704 erfolgten Tode keine männlichen Nachkommen, sondern nur zwei Töchter hinlerliess, ausging. Vön Wolf Heinrich entspross Heinrich Hanniba], Herr auf Prondorff, und Praidenhil, kurbayer. Kammerherr, Rath, Vicedom zu Landshut und Pfleger zu Kirchberg, welcher als erster Freiherr v. Muggen- thal aufgeführt wird. Von den Söhnen desselben war Eberhard Adolph kurköln. und kurbayer. Kammerherr, Rath und Pfleger zu Kirchberg, und von Letzterem stammten die Brüder Johann Eberhard Freiherr v. Muggenthal zu Mayer, genannt Flügelsberg, und Franz Albrecht, welcher als kurbayer. Pfleger, Forstmeister und Landeshauptmann zu Ober-Murach, wie auch als bischöfl. Regens- burg. und Freisingscher Rath, 1683 auf seinem Schlosse Stralfeld starb. Zu dieser Linie gehörte auch Johann Heinrich, welcher 1706 kurmainz. Kammerherr und Rath war. Weitere Nachrichten Uber das Geschlecht entbehren des Zusammenhanges. Der Grafenstand scheint nach Anfange des 18. Jahrhunderts in die Familie gekommen zu sein, doch mag die gräfliche Linie nicht lange geblüht haben, v. Hefner (a. a. 0.) giebt nur an, dass die Freiherren v. M. im Georgsorden aufgeschworen hätten, dass die Freiherren v. M. der schwäbischen Linie ausgestorben wären, dass die gräfliche Linie bereits wieder erloschen sei, und dass der jetzt noch in Bayern lebende Freiherr v. M. das Wappen so habe in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eintragen lassen, wie oben, nach v. Heiner, angegeben worden ist. Die Eintragung in diese Adelsmatrikel muss erst nach 1820 erfolgt sein, da v. Lang auch im Supplemente die Familie nicht erwähnt. 301 v. Müller auf Gittlberg und Feldmühl, Freiherren. Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein goldenes Mühlrad mit acht Speichen, welche iiher das Bad weit hinausreichen; 2 und 3 ebenfalls in Blau ein einwärts gekehrter, goldener Löwe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme, welche beide fünf neben einander stehende, blaue Straussenfedern tragen. Die Federn des rechten Helmes sind mit dem Mühlrade des 1. und 4., die des linken Helmes mit dem Löwen des 2. und 3. Feldes belegt. Die Decken beider Helme sind blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 63. — v. Hefner, II. 48 und S. 48. — v. Lang, S. 188. — v. Hellbach, II. S. 147. Bayern. Johann Nicolaus Müller, Pfalz-Neuburgischer Hofkammerpräsident, Geh. Rath, Landschaftsrath und Pfennigmeister, wurde vom Kurfürsten Johann Friedrich von der Pfalz, laut Diploms d. d. Düsseldorf, 18. Aug. 1703, in den Freiherrenstand erhoben. Die Urenkel desselben, die Gebrüder Maria Jacob Christian Fortunat Freiherr v. Müller, geb. 1774, Herr auf Gittlberg und Feldmühl, k. bayer. Kümmerer und Stadtgerichts-Assessor in Nürnberg, und Freiherr Carl August, geb. 1777, wurden in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Müller (in Hannover). Im silbernen Schilde ein grünes Kleeblatt mit goldenen Bippen. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher das Kleeblatt des Schildes trägt. Die Hehndecken sind grün und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, E. 6 und S. II. — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 216. Hannover. Der kurhannoversche Capitain-Lieutenant Georg Müller wurde vom Kaiser Joseph IL, 8. Juli 1768, in den Reichsadelstand erhoben: eine Erhebung, welche in Hannover, 20. Mai 1775, amtlich bekannt gemacht wurde. Der Stamm hat fortgeblühl: die Familie gehört zu dem landsässigen Adel des Königreichs Hannover und besitzt die Güter Ilerzeford (Herzford) in der Voigtei Emsbüren und WrestorlT im Lüneburgischen. — Carl v. Müller auf Herzford ist mit Amalia Gräfin v. Schwicheldt, geb. 1805, und Her- mine. v. Müller auf WrestorlT seit 1837 mit Carl Grafen v. Schwi- 302 cheldt, Herrn auf Flachstückheim und Ostlutter, Poggenhagen, Küblingen und Schliestedt, vermählt. v. Mulzer, Freiherren. Schild geviert: I in Gold ein einwärts gekehrter, schwarzer Greif; 2 in Schwarz ein nach einwärts aufspringender, goldener Hirsch mit achtendigem Geweihe; 3 in Blau und 4 in Silber ein auf der Theilungslinie stehender, rechts sehender Adler von gewechselten Farben. Auf dem Schilde stehen zwei gekrünte Helme. Der rechte Hehn trägt den Greif des 1. Feldes und der linke den Adler des 3. und 4. Feldes (der Länge nach getheilt, also, wie angegeben, rechts silbern, links blau). Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden, die des linken blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 66. — v. Hefner, 48 und S. 48. — v. Lang, Supplement, S. 59. — v. Hellbach, IL S. 153. Bayern. Adam Joseph Mulzer, k. bayer. Vice-Präsident der Regierung des Rezatkreises etc., wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, laut Diploms d. d. München, 30. März 1816, in den Freiherrenstand erhoben, und als Freiherr in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Nauendorff, auch Freiherren. Im von Roth und Silber schrägrechts gelheilten Schilde (das Roth ist also rechts unten, das Silber links oben) ein schrägrechter, schwarzer Balken, welcher mit drei unter einander stehenden sechsblätterigen, rothen Rosen mit goldenen Butzen und grünen Blättern belegt ist. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, welcher zwei BüfTelshörner trägt, von welchen das rechte von Silber, Schwarz und Roth, das linke von Roth, Schwarz und Silber quer getheilt ist. Die Helmdecken sind roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften, deren einige verschiedene Varianten (s. unten) zeigen. — Val. König, II. S. 710—720 (die Abbildung findet sich S. 710, die Beschreibung S. 712). — Siebmacher, I. 144: v. Newendorf, Thüringisch (im silbernen Schilde ein schräglinker mit drei seclisbläl- terigen, rothen, mit goldenen Butzen und grünen Blättern versehenen Rosen belegter, schwarzer Balken. Aul dem Helme, welcher 303 weder gekrönt, noch gewulstet ist, ein die Sachsen links kehrender, geschlossener, silberner Adlersllug, dessen vorderer, rechter Flügel mit dem linken Schrägbalken und den Rosen des Schildes belegt ist. Die „Declaration" sagt: ein weisser Schild, dadurch eine schwarze Strasse, die Rosen darin roth mit gelben Blitzen. Auf dem Helme die Flügel wie der Schild. Die Helmdecken rolli und silbern). — v. Gleichenstein, No. 60. — v. Hefner, Lief. 18 oder Bd. II. IleftS, Nassauscher Adel, 9 und S. 8: Freiherren v. Nauendorf (das linke Horn auf dem Helme ist von Roth, Silber und Schwarz quer gelheilt). — Dresdner Calender zum Gebrauch für die Residenz, 1847. S. 173, und 1849. S. 159, auf welcher letzteren Seite das Wappen, wie folgt, beschrieben ist: das Wappen ist ein durch einen schwarzen mit drei Rosen belegten Schrägbalken getheilter, oben silberner, unten rother Schild, auf dessen gekröntem Helme zwei mit dem schwarzen Schrägbalken belegte Büffelshörner erscheinen. Soll nach dieser Beschreibung das Wappen gemalt werden, so dürften die Ober- und Unterlheile der Hörner wohl nicht leicht so tingirt werden, wie dieselben (s. oben) zu lingiren sind. — Was die oben erwähnten Varianten, welche Abdrücke von Petschaften ergeben, anlangt, so sei hier nur bemerkt, dass Einige den Schild von Silber und Roth schräglinks getheilt mit einem schräglinken Balken zeigen. Ein ganz silberner Schild und der Adlersllug auf dem Helme, wie Siehmacher angegeben, findet sich auf den Lackdrücken, welche zur Hand waren, nicht vor. Der Helm kommt aber auch, anstatt gekrönt, gewulstet vor. Bei Erhebung in den Grafenstand (s. unten) ist das Stammwappen unverändert beibehalten und auf den Schild nur noch eine neunperjige Krone gesetzt worden. Ein Abdruck vom Petschafte des k. k. Oberstwachtmeislers Friedrich August Joseph Grafen v. Nauendorf zeigt den Schild von Roth und Silber schrägrechts getheilt mit einem schrägrechten, schwarzen Balken, welcher mit drei fünfblätterigen Rosen belegt ist. Auf der auf dem Schilde stehenden neunperligen Krone erhebt sich ein gekrönter Helm, welcher zwei Büffelshörner, deren Tinctur nicht deutlich ist, trägt. Den Schild umgeben zu beiden Seiten und unten Fahnen und Kriegsarmaturen. — Knauth, S. 540: v. Nawendorff, oder Newndorff. — Val. König, geneal. histor. Beschreibung der v. Nauendorff, 1716. fol. 3 Bogen (liegt dem von demselben Schriftsteller in der Adelshistorie [s. oben] gegebenen Artikel zu Grunde). — Gauhe, I. S. 1462 und 1463: v. Nauendorff. — Zedier, XXIII. S. 1278—1283. — 304 Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 23: Grafen v. Nauendorf. — v. Hellbach, II. S. 158 und 159: v. Nauendorf. Sachsen, Nassau. Altes thüringisches und meissnisches Adelsgeschlecht, dessen gleichnamiges, der Familie noch immer zustehendes Stammhaus zwischen Altenburg und Gera im Amte Ronneburg liegt. Nach Val. König kommen in Urkunden des herzogl. Sachsen-Altenburg. Geh. Archivs Heinricus de Naundorf!' 1197, Conrad und Theodoricus Brüder v. Naundorf! 1306, Dietrich v. Naun- dorff 1314, 1340 und 1361, und Eberhard de Naundorf!" 1321 als Zeugen vor; auch führt Gauhe im Stiltungsbriefe der Cano- nicorum Sixti zu Merseburg vom Jahre 1317 den Ludwig v. Nauen- dorff als Zeugen auf. Die ordentliche Stammreihe der Familie beginnt Val. König mit Christoph v. Nauendorf!, Herrn zu Nauen- dorff und Caasan, welcher zu Ende des 14. Jahrhunderts noch lohte. Vom Sohne desselben, Nicol, stammte Dieze, und von diesem Heinrich, welcher letztere um die Mitte des 15. Jahrhunderts vorkommt. Heinrichs Urenkel, Uzo, welcher zu Nauendorff und Caasan 1590 noch Zeilssdorff kaufte, wird von Rechenberg, Diss. de Nobil. Misn. liier. Sect. III. §. 56, unter die Gelehrtesten vom Adel zu seiner Zeit gezählt. Von dem Enkel desselben, Hans Ludwig, gest. 1691, Herrn auf Naundorf! 1 und Grossenstein, fürstl. Braunschweig.-Lüneburg.-Wolfen b. Rathe, Lehnspropste und Hofmeister, dessen Gelehrsamkeit Hechenberg ebenfalls sehr gerühmt hat, stammten die beiden Sühne, Georg Ehrenfried und Hans Ludwig. Georg Ehrenfried, gest. 1734, Herr auf Kauren und Hilbersdorf!, fürstl. Bayreuth, wirkl. Geh. Rath, Landschafts-Director etc., pflanzte, vermählt mit Dorothea Freiin v. Hünefeld, den Stamm durch .drei Söhne fort, von welchen Hermann Carl Ludwig 1729 k. preuss. Kammerherr wurde, und von Hans Ludwig, gest. 1720, Herrn auf Naundorff, Caasan und Grossenstein, fürstl. Sachsen-Gothaischen Land-Kammer-Rathe und Ober-Steuer-Einnehmer in Alten bürg, ent- sprossten aus der Ehe mit Friederike Luise Freiin Bachofl v. Echt vier Söhne, über welche sämmtlich Val. König Weiteres berichtet. — Der Familie stehen im Königreiche Sachsen die Güter Geilsdorf, Kloschwitz und Kreischa p. r. zu. Das Gut Geilsdorf besitzt der k. süchs. Kammerherr Christian Friedrich v. N. — Der Name des Geschlechts kommt mehrfach in den Listen der kur- und kön. süchs. Armee vor. Carl George Heinrich v. N. trat als k. sächs. Oberstlieutenant 1848 aus dem acliven Dienste und lebt in Dresden, und Ph. Leo v. N. ist k. süchs. Oberlieutenant. — Der Grafenstand ist 305 in der Person des Friedrich August Joseph v. Nauendorf, k. k. Oberst- wachtineisters, welcher denselben vom Kaiser Joseph II., 1779, erhielt, in die Familie gekommen, doch fehlen nähere Nachrichten über die gräfliche Linie: dieselbe soll erloschen sein. — Nach v. Hefner ist die Familie jetzt im Herzogthum Nassau begütert und hedienstet, und war wegen eines Gutes zu Kendrich, im Amte Eltville, bis 1848 wählbar zur Herrenbank. v. Neger. Schild durch einen silbernen Querbalken getheill: oben roth, unten schwarz, beide Hälften ohne Bild. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, welcher zwei ßüflelshörner trägt. Jedes Horn, oben roth, unten schwarz, ist mit einem silbernen Querbalken belegt, und in der Mündung jedes steckt eine grüne Pfauenfeder. Die Ilelmdecken sind roth, schwarz und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, X. 39: v. Neger auf Peilstein. — v. Hefner, II. 119 und S. 99: Neger v. Peilnstein (beschreibt das Wappen, wie folgt: von Roth, Silber und Schwarz getheilt. Auf dem [gekrönten] Helme zwei Hörner in Farben und Figur des Schildes, an den Mundlöchern mit (drei) Pfauenspiegeln besteckt. Decken rechts roth und silbern, links schwarz und silbern). — v. Lang, Supplement, S. 125. — v. Hellbach, II. S. 160. Bayern. Aloys Neger, k. bayer. Appellationsgerichts-Rath zu München, wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, im November 1819, in den Adelsstand erhoben, v. Lang hat den Tag, an welchem das Diplom ausgefertigt worden ist, nicht angegeben, v. Ilellbach aber nennt den 4. November, was auffallen muss, da derselbe hinsichtlich der Erhebungen in den bayerischen Adelsstand in der Regel sich allein an v. Lang's Angaben hält. v. Nettelbladt, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde und einer, zwischen Feld 3 und 4 eingepfropften, aus dem Schildcsfusse aufsteigenden Spitze, fünf- feldrig. Im blauen Mittelschilde ein schrägrechter, silberner Balken, welcher mit drei unter einander stehenden, grünen Nesselblättern iv. 20 306 belegt, und links oben von einem sechsstrahligen, silbernen Sterne begleitet ist. 1 und 4 von Blau und Gold quer gelheill mit einem einwärts gekehrten Kranich von gewechselten Farben, welcher in dem erhobenen rechten Fusse eine Kugel hält; 2 und 3 in Silber auf grünem Boden ein grüner Palmbaum, an dessen Stamme drei goldene Kronen über einander stehen, und 5 (in der Spitze) in Blau ein aufrecht gestellter, goldener Anker. Auf dem Schilde steht eine l'ünfperlige Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Der mittlere Helm trägt ein quer gelegtes, rothes Buch mit goldenem Schnitte und goldenen Spangen, auf welchem ein rechtssehender, schwarzer Adler steht, der im Schnabel eine im Gleichgewichte stehende Wage hält, der rechte Helm den Palmbaum des 2. und 3. Feldes, und der linke, zwischen zwei grünen Zweigen, einen aufrecht gestellten, goldenen Merkursstab. Die Decken des mittleren Helmes sind blau und golden, die des rechten blau und silbern und die des linken blau und golden. Den Schild hüll rechts ein einwärtssehender, goldener, doppelt, geschweifter Löwe, und links ein vorwärtssehender, mit Laub bekränzter und umgürteter Mann, welcher in der freien Hand eine Keule hält. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — Kalender des K. Reichs-Kammer-Gerichts zu Wetzlar. — v. Ilellbach, II. S. 163: v. Nettelbla, nach Weidlichs zuverläss. Nachrichten von jetzt lebenden Rechtsgelehrten, III. S. 10 etc. — Geneal. Taschenbuch der frciherrl. Häuser, 1849. S. 295 und 296, und 1857. S. 517 u. 518. M e k 1 e n b u r g - S c h w e r i n , M e k 1 e n b u r g - S t r e 1 i t z, P r e u s- sen, Oesterreich. Christian v. Netielbladt, Dr. und Professor, Direclor des Ilofgerichts zu Greifswald, Reichs - Kammergerichts- Assessor zu Wetzlar etc., wurde vom Kaiser Franz L, laut Diploms d. d. Wien, 4. Mai 1762, in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Derselbe, geb. 1696, gest. 1775, ein Sohn des k. schwed. Kirchenraths Caspar Netielbladt zu Stockholm, hatte von dem genannten Kaiser, laut Diploms d. d. Wien, 22. Jan. 1746, den Reichsadel erhalten. Aus der Ehe mit Maria Amalia Lütkemann stammte Freiherr Carl (I.), gesl. 1818, grossherzogl. meklenhurg. schwerinischer Canzlei-Director, vermählt in erster Ehe mit Wilhelmine Prehn und in zweiter mit der Schwester derselben, Christiane Eberhardine Prehn. Aus erster Ehe entspross Freiherr Carl (IL), gest. 1843, grossherzogl. meklenb. Schwerin. Ober-Appellations-Gerichts-Rath, welcher dreimal vermählt war, zuerst mit Luise Földner, verwittw. Kossei, dann mit Caroline v. Stein, gest. 1812, und zuletzt mit 307 Wilhelmine v. Pressentin, gest.. 1831. Aus der zweiten Ehe desselben lebt (Freiherr Carl [III.], der ältere Sohn, grossherz. meklenh. Oberlieutenant, ist schon 1842 gestorben) Freiherr Albert, geh. 1812, grossherzogl. meklenburg. Schwerin. Forstmeister zu Tesdorff, vermählt mit Bertha Holtmann, gest. 1843, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, ein Sohn, Hugo, geh. 1841, stammt. Aus der dritten Ehe des Freiherrn Carl (II.) leben die beiden Halbbrüder des Freiherrn Albert, Freiherr Rudolph, geh. 1814, grossherz. meklenb. Schwerin. Ministerial-Beamter zu Schwerin, vermählt mit Therese Hähnel, und Freiherr Wilhelm, geb. 1816, grossherzog. meklenb. strelitzscher Hauptmann, vermählt mit Therese Fischer. — Aus der zweiten Ehe des Freih. Carl (I.) — s. oben — stammt Freiherr Christian, geb. 1792, Doctor der Philosophie und Universitätsbibliothecar in Rostock, vermählt mit Sophia Ritzerow, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, drei Söhne leben: Freiherr Carl (IV.), geb. 1825, k. k. Hauptmann, Freiherr Ferdinand, geb. 1830, und Freiherr Erhard, geb. 1832, beide grossherz. meklenb. Schwerin. Lieutenants. v. Neumann. Im silbernen Schilde auf grünem Boden ein vorwärtssehender, mit grünem Laube bekränzter und umgürteter wilder Mann, welcher mit der Rechten eine Keule auf den Boden stemmt und die Linke in die Seite setzt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, der wilde Mann des Schildes aufwächst (somit ist von der Keule nur der obere Theil zu sehen). Hie Ilelmdecken sind schwarz und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, X. 40. — v. Hefner, II. 119 und S. 100. — v. Laug, Supplem., S. 126. — v. Hellbach, IL S. 166. Bayern. Die drei Gebrüder, Friedrich Neumann, k. bayer. Regierungsrath bei der Kammer des Innern im Rheinkreise, Carl N., k. bayer. Artillerie-Oberlieutenant, und Wilhelm N. in Dillingen, wurden vom Könige Maximilian l. Joseph von Bayern, 6. Juni 1819, in den Adelsstand erhohen, und, I.Juli 1819, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. 20* 308 v. Neumüller, Edle und Ritter. Schild rechts silhern, links blau, mit einer vom Schildesrande bis zum Schildesfusse reichenden Spitze von gewechselten Farben. Der ganze Schild ist ohne Bild. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Ilelme. Der rechte Ilelm tragt ein blaues Mithleisen, um dessen rechte Seite sich eine gekrönte, einwärtssehende, goldene Schlange schlingt, und der linke drei Straussenfedern, blau, silbern, blau. — Ilandzeichnung und handschriftliche Notizen. — Mcgerle v. Mühlfeld, Ergänzungshand, S. 182 und 388. — v. Ilellbach, II. S. 166. Oesterreich. Johann Georg v. Neumiiller, k. k. Reiclishof- canzlei-Expeditors-Adjunct, wurde vom Kaiser Franz II., 27. Juni 1806, mit seiner Gemahlin, Maria Franzisca geb. Helfrich, mit dem Prädicate: Edle von, in den Reichsritterstand erhohen. Der Vater desselben, Johann Georg Neumüller, k. k. geheimer Reichshofcanz- list, hatte vom Kaiser Joseph II., 1782, den Rcichsadelsstand erhalten. — Der Name der Familie ist noch in neuester Zeit in dem Militair-Schematismus des östcrr. Kaiserthums vorgekommen. v. Neupauer, Edle und Ritter. Im blauen Schilde auf braunem Boden, aus welchem am rechten Seitenrande des Schildes drei goldene YVaizen-Aehren über einander an halmigen Stielen aufwachsen, während unten am linken Seitenrandc ein Bienenkorb von natürlicher Farbe steht, auf welchen sechs Bienen zufliegen, ein vorwärts und etwas rechts gekehrter Bauer. Derselbe trägt einen grauen, unter dem weissen Gürtel etwas aufschlagenden Bock, einen schwarzen Hut, schwarze Beinkleider, weisse Strümpfe und schwarze Schuhe, und hält in der aufgehobenen Rechten abwärts eine goldene Traube, an deren Stiel oben neben einander zwei grüne Blätter stehen, und in der Linken eine mit der Spitze einwärts gekehrte Sichel von natürlicher Farbe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen einwärtssehenden, schwarzen Adler, und der linke, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, drei neben einander aufwachsende, goldene VVaizenähren, von denen die mittlere die seillichen überragt. Die Decken beider Helme sind blau und gol- 309 den. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 133 und 234. — v. Hellbach, II. S. 167. Oesterreich. Matthias Joseph Edler v. Neupauer, k. k. Mercantilrath und Grosshändler in Wien, wurde vom Kaiser Franz 1. von Oesterreich, 26. Aug. 1817, in den erbländisch-Osterreichischen Ritterstand erhoben. Derselbe war vom Kaiser Franz II., 1792, mit seinen Brüdern Jacob, Franz Xaver und Heinrich N., mit dem Prädicate: Edle von, in den Adelsstand versetzt worden. — Die hier in Rede stehende Familie ist wohl zu unterscheiden von der Familie Neupauer, welche 1750 mit dem Prädicate: Edle v. Rosenstein, den Ritterstand erhielt, so wie von der Familie Neupauer, welche 1742, mit dem Prädicate: v. Wiesenfeld, den Adelsstand erlangte. v. Nevery, Ritter. Im silbernen Schilde ein, aus einem im Schildesfusse stehenden, mit einer goldenen Krone bedeckten, grünen Dreiberge aufwachsender, rechts gekehrter Hirsch von natürlicher Farbe, zwischen dessen achtendigem Geweihe ein rothes Kreuz schwebt. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den aufwachsenden Hirsch des Schildes mit dem Kreuze zwischen dem Geweihe einwärts gekehrt, und aus dem linken Helme wächst einwärtssehend ein goldener Greif auf, welcher in der rechten Klaue an einem grünen, zweiblätterigen Stiele eine rothe Rose hält. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern, die des linken blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. Oesterreich. Joseph Nevery, k. k. Rath und Ilofsecretair, wurde vom Kaiser Joseph II., 20. April 1789, in den erbländisch- österreichischen Ritterstand erhoben. — Megerle v. Mühlfeld hat diese Erhebung nicht angeführt. v. Nibler. Schild geviert: I und 4 in Silber auf einem grünen Dreiberge ein rechtssehender, golden bewehrter, schwarzer Adler, und 2 und 310 3 in Roth ein silberner Querbalken. Auf dem Schilde stellt ein gekrönter Hehn, welcher einen offenen, schwarzen Adlersflug, dessen Flügel mit einem silbernen Querbalken belegt sind, trägt. Die Helmdecken sind rotli und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 48. — v. Ilefner, II. 120 und 100: Nibler v. Birnbach. Bayern. Dr. Emanuel Nibler wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 1. Febr. 1823, in den Adelsstand des Königreichs Bayern erhoben. v. Niethammer. Im grünen Schilde ein schräglinker, silberner Balken, welcher mit drei unter einander gestellten, schwarzen Hämmern, die Spitzen nach oben und links, die Köpfe nach unten und rechts kehrend, belegt ist. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein im Ellbogen nach rechts gekrümmter, also linker, silbern geharnischter Arm aufwächst, welcher in der vorwärts gekehrten, geschlossenen Faust einen den Stiel nach oben und rechts, die Spitze nach oben und links und den Kopf nach unten und rechts kehrenden, schwarzen Hammer hält. Die Helmdecken sind grün und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, X. 70. — v. Ilefner, II. 120 und S. 100 (der in der Abbildung nicht tingirte Hammer auf dem Helme wird von der Faust quer, der Stiel nach rechts, Spitze und Kopf nach links und zwar erstere nach oben, letzterer nach unten, gehalten. Bayern. Dr. Adolph Niethammer, k. bayer. Regierungsrath und Besitzer der Ilofmarken Menghofen, Hofdorf, Buchhausen und Forst, wurde vom Könige Ludwig I. von Bayern, 1830, in den Adelsstand des Königreichs Bayern erhoben. v. Nikorowicz, Ritter. Im von Silber und Blau schrägrechts gelheilten Schilde ein auf der Theilungslinie, also schrägrechts, liegender Anker von gewechselten Farben. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den Anker des Schildes aufrecht gestellt, und aus dem linken Helme wächst ein mit dem Ellbogen einwärts gekehrter, geharnischter Arm empor, welcher in der Faust ein Schwert nach links und oben schwingt. Die Decken beider Helme sind blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. —■ Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 182. — v. Hellbach, II. S. 171. Oesterreich. Georg Nikorowicz, Präses des galizischen Wechselgerichts, wurde vom Kaiser Joseph II., 11. August 1781, und Dominik Nikorowicz, Assessor des galizischen Wechselgerichts, 16. Sept. 1782, in den galizischen Ritterstand erhoben. Megerle v. Mühlfeld (a. a. 0.) giebt nur den genannten Ritterstand an, nach handschriftlichen Notizen ist aber Gregor Nikorowicz, neben dem galizischen Ritterstande, auch in den erbländisch-österreichischen Ritterstand erhohen worden. — Später ist in die Familie Nikorowicz, nach Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 390, in der Person des Kaufmanns Joseph Nikorowicz vom Kaiser Joseph 11., 1788, auch der galizische Adelsstand gekommen. v. Niller. Schild der Länge nach getheilt und mit einem querfliessen- den, silbernen Flusse belegt, somit vierfelderig. 1 (rechts oben) in Schwarz zwei mit den Barten nach oben, mit den Ringen nach unten ins Andreaskreuz gelegte, silberne Schlüssel; 2 (links oben) in Blau drei (I und 2) sochsstrahlige, goldene Sterne, und 3 und 4 (untere, von Schwarz und Blau der Länge nach getheilte Schildeshälfte) auf einem grünen Hügel drei neben einander stehende, silberne Palmzweige, von welchen der rechts stehende im Schwarz, der mittlere auf der Theilungslinie und der linke im Blau steht. Auf dem Schilde steht ein Hehn, welcher, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen Flügel von Gold und Blau quer getheilt sind, die drei Palmzweige der unteren Schildeshälfte trägt. Die Helmdecken sind blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 48. — v. Heiner, IL 120 und S. 100 (theilt den rechten Flügel des Flugs auf dem Helme quer von Silber und Schwarz und den linken von Gold und Blau). — v. Lang, S. 459. — v. Hellbach, IL S. 171. 3fl2 Bayern. Martin Johann Niller, Ober-Ungelter, Oberaufschläger und Gerichtsschreiber zu Auerbach, wurde vom Kurfürsten Max Joseph III. von Bayern, 23. März 1766, in den Adelsstand erhohen. Derselbe war ein Neffe des k. k. Hauptbuchhalters Niller in Wien, und sein Sohn, Johann Friedrich v. Niller, geb. 1757, k. bayer. ipiiesc. Finanz-Rath in Amberg, war, nach v. Lang, in die Adels- niatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Nostitz- Wallwitz. Schild geviert: 1 und 4 in Blau zwei aufgerichtete, mit den Spitzen von einander oder auswärts gekehrte fünf (oder sechs) mal von Roth und Silber quer und einmal der Länge nach mit abwechselnden Tincturen gelheilte Elephantenzähne (Nostitz); 2 und 3 in Gold ein rechtsspringender, rother Hirsch mit zehnendigem Geweihe (Wallwitz). Auf dem Schilde erheben sich zwei Helme. Der rechte Helm trägt die Elephantenzähne des 1. und 4. Feldes (Nostitzscher Helm), und der linke den Hirsch des 2. und 3. Feldes aufwachsend (Wallwilzscher Helm). Die Decken des rechten Helmes sind rolh und silbern, die des linken roth und golden, und den Schild halten zwei einwärtssehende, gekrönte, goldene Greife. — Abdrücke von Petschaften, handschriftliche Notizen und Handzeichnungen. Sachsen. Gustav v. Nostitz, k. sächs. Oberst und Brigadier der leichten Infanterie, erhielt vom Könige Anton von Sachsen, im Juli 1834, die Erlaubniss mit seinem Namen und Wappen den Namen und das Wappen der gräflichen Familie v. Wallwitz, wie oben angegeben, zu vereinigen. Derselbe, geb. 1787 zu Dresden und aus dem activen Dienste als k. sächs. Generallieutenant und Staats- und Kriegs-Minister etc. 1846 getreten, ist mit Wilhelmine Albertine Gräfin v. Walhvitz vermählt und hat den Mannsstamm der Familie v. Nostitz-Wallwitz durch mehrere Söhne fortgesetzt. Die Familie ist im Königreiche Sachsen mit den Gütern Schweiekerts- liain, Wendisch- und Niedersohland an der Spree, Weigsdorf etc. in der Oberlausitz angesessen. 313 v. Obenaus, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im goldenen Mittelschilde ein nach der rechten Seite zum Sprunge geschicktes, silbernes Einhorn. 1 und 4 in Gold ein rechtssehender, gekrönter, schwarzer Adler, und 2 und 3 in Blau ein schrägrechter, goldener Balken, welcher von zwei sechsstrahligen, goldenen Sternen, dem einen links und oben, dem anderen rechts und unten, begleitet ist. Auf dem Schilde steht eine fünlperlige Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Aus dem mittleren Helme wächst, zwischen zwei von Gold und Blau mit gewechselten Farben quer getheilten Büffelshörnern, eine vorwärtssehende Jungfrau in blauem Bocke und Mieder, mit weissen Hemdeärmeln und Busentuche und mit blondem, herabhängendem Haare empor, welche in der Beeilten einen grün beblätterten Bosenstengel mit zwei kleinen, rothen Bosen hält, die linke aber an das linke Büffelshorn legt; der rechte Helm trägt den Adler des 1. und 4. Feldes einwärtssehend, und der linke das Einhorn des Mittelschildes. Die Decken des mittleren und des rechten Helmes sind schwarz und golden, die des linken blau und golden, und den Schild halten zwei einwärlssehende Kraniche von natürlicher Farbe. — Geneal. Taschenbuch der frciherrl. Häuser, 1857. S. 527 und 528. Oesterreich. Joseph v. Obenaus, Doctor der Beeilte und k. k. Regierungsrath, wurde vom Kaiser Franz I. von Oesterreich, 16. Aug. 1827, wegen vielseitiger Verdienste um den kais. Hof und den Staat, in den erbländisch-österreichischen Freiherrenstand erhohen. Derselbe, geb. 1789, ein Sohn des Johann Georg v. Obenaus aus der Ehe mit Maria Riedl, vermählte sich mit Elisabeth Riedl Edler v. Leuerstern, gest. 1841, und aus dieser Ehe leben, neben einer Tochter, Freiin Caroline, vermählter Freifrau v. Buschmann, zwei Söhne, Freiherr Franz, geb. 1817, k. k. Statt- halterei -Concipist, von welchem aus der Ehe mit Therese Fuchs, gest. 1847, ein 1846 geborner Sohn stammt, und Freiherr Ferdinand August, geb. 1821, k. k. Hauptmann. — Die freiherrliche Familie v. Obenaus leitet übrigens ihren Ursprung von Georg Obenaus her, welcher wegen unter den Kaisern Maximilian II. und Rudolph II. in den Kriegen gegen die Türken erworbener Verdienste vom Kaiser Rudolph II. einen Wappenbrief und andere Privilegien erhielt, und dessen Enkel, Hans Georg Obenaus, wegen langjähriger Dienstzeit an den Höfen der Kaiser Ferdinand III. und Leo- 314 pold I., von Letzterem, laut Diploms d. d. Laxenburg, 5. Juni 1660 unter Vermehrung des Familienwappens, in den Reichs- und erb- ländisch-österreichischen Adelsstand erhohen wurde. v. Obercamp, Freiherren. Im silbernen Schilde ein rother Querbalken und über demselben oben zwei neben einander stehende, fünf blätterige, rothe Rosen und unten eine blaue Lilie. Auf dem Schilde stellt ein gekrönter Ilelm, welcher einen offenen, silbernen Adlersllug trägt. Jeder Flügel desselben ist mit einer Rose, wie die im Schilde, belegt, und zwischen beiden stellt die Lilie des Schildes. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Wie beschrieben, giebt v. Hefner, II. 49 und S. 49, das Wappen der Freiherren v. Obercamp und fügt hinzu, dass auf älteren Abbildungen die Rosen auch blau tin- girt vorkämen. — Von dieser Angabe über das Obercainpsche Wappen weicht freilich sehr die Abbildung ab, welche das Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 49, mit der Uebersehrift: v. Obercamp, giebt. Der Schild, welcher von einer alten königlichen Krone bedeckt und ohne Helm, Heinischmuck und Helmdeckeu ist, zeigt in Blau einen silbernen Querbalken, über welchem oben eine sechsblätterige, silberne Rose, unterhalb desselben aber eine silberne Lilie schwebt. — v. Heiner, II. 120 und S. 100, giebt und beschreibt dieses Wappen nach dem Wappenbuche des Königreichs Bayern ebenfalls, setzt aber hinzu, dass er für die Richtigkeit desselben nicht einsteben könne, da seine deshalb angestellten Nachforschungen ohne Erfolg geblieben wären. — v. Lang, Supplem., S. 127: v. Obercamp. — v. Ilellbach, IL S. 179. Bayern, Nassau. Carl August v. Obercamp, k. bayer. Gesandter am deutseben Bundestage zu Frankfurt am Main, wurde vom Könige Ludwig von Bayern, 2. April 1847, mit seinem Adoptivsöhne, Rudolph Braun, in den Freiherrenstand des Königreichs Bayern erhoben. Derselbe stammt aus einer Familie, in welche vom Kaiser Ferdinand IL, 8. Juni 1629, in der Person des k. k. Reichs-Höfrathes Joseph Johann Philipp Obercamp der Ritterstand kam. Auf Grund des Diploms vom genannten Tage wurde Joseph Philipp Ritter v. Obercamp, kurbayer. Geh. Rath und des fränkischen Kreises Directorial-Gesandter, 2. Nov. 1781, in die ehemalige 315 fränkische Reichsritterschaft aufgenommen. Der Solm des Letzteren, Franz de Paula Ritter v. Obercamp, geh. 1779, herz, nassauscher Kämmerer und Oberstlieutenant und Herr des Rittergutes Zogenreuth im k. bayer. Landgerichte Eschenbach, war, wie v. Lang angiebt, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Obwexer (Owexer), Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Schwarz auf grünem Boden ein einwärts aufspringender, goldener Ochse, und 2 und 3 in Roth eine frei schwebende, schräg quer nach der rechten Seite gekehrte, rechte, silberne Hand, mit der innern Seite und mit eingeschlagenen Fingern vorwärts gekehrt, über welcher eine goldene Krone schwebt. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst der Ochse des 1. und 4. Feldes auf, und der linke trägt einen offenen Adlersflug. Der rechte Flügel ist schwarz, der linke roth, und jeder ist mit einem goldenen Querbalken belegt. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken roth und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, Vif. 51: v. Obwexer, Ritter. — v. Hefner, II. 121 und S. 100: v. Obwexer, auch Owexer (giebt die Hand im 2. und 3. Felde, wogegen nichts einzuwenden ist, einfach als gehallte Faust). — Von diesen Angaben weicht eine Handzeichnung ab. Dieselbe theilt Feld 1 und 4 quer von Gold und Roth und stellt in jedes Feld einen einwärts gekehrten, mit Stachelschweife versehenen Seelöwen von gewechselten Farben, Feld 2 und 3 aber sind blau, und die geballte Faust liegt nicht schrägquer, sondern ist aufrecht gestellt. Der rechte Helm trägt den Seelüwen des 1. und 4. Feldes, und der offene Flug auf dem Helme ist, wie oben beschrieben, angegeben. Die Ilelmdecken sind rechts roth und golden und links blau und golden. — JMegerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 183, und v. Hellbach, IL S. 181: v. Obwexer, Ritter. Bayern, Oesterreich. Joseph Anton Obwexer, Fabrik- Inhaber zu Bregenz, wurde vom Kaiser Joseph IL, 1778, mit seinem Bruder Peter Paul, sowie später Michael v. Obwexer, Banquier zu Augsburg, vom Kaiser Franzi!., 1804, mit dem Prädicate: Edler von, in den Reichritterstand erhoben. Wie angegeben, führt Megerle v. Mühlfeld diese beiden Erhebungen an. — Nach handschriftlichen 316 Notizen ist das Reichsritterdiplom von 1778 mit dem Prädicate: v. Lentishofen und Reinhartshofen, 15. Juli 1778, und das Reichsritterdiplom von 1804, 13. April 1804 ausgefertigt worden, v. Heiner sagt, die Familie stamme aus Augsburg und sei vom Kaiser Joseph, 1778, geadelt worden. v. Oehsenstein. Schild geviert: 1 und 4 in Roth ein einwärts gekehrter, aus einem silbernen Dreiberge aufwachsender, silberner Ochs, und 2 und 3 in Blau ein einwärts schwimmender, silberner Fiscb, über welchem ein sechsstrahliger, goldener Stern schwebt. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Ilelme. Aus dem rechten Helme wächst einwärts gekehrt bis zur Mitte des Leibes ein silberner Ochse, wie der im 1. und 4. Felde, auf, und der linke Helm trägt einen offenen, blauen Adlersflug. Die Decken des rechten Helmes sind rollt und silbern und die des linken blau und silbern. —• Handschriftliche Notizen. — Frankfurter Rathscalender von 1733 —1751. — Supplement zu Siebmacher, II. 19. — N. Genealog. Handbuch, 1777. S. 303, 1778. S. 352, und Nachtrag, S. 156. — v. Hellbach, II. S. 131. Frankfurt am Main, Grossherzogthum Hessen. Das hier in Rede stehende Adelsgeschlecht v. Ochsenstein, welches nicht mit dem alten rheinischen und elsassischen Geschlechte v. Ochsenstein, Ochssenstein, Freiherren und' Herren v. Ochsenstein (s. unten) verwechselt werden darf, stammt aller Wahrscheinlichkeit nach von der alten bekannten Familie Ochs aus Basel, und der sichere Stammvater desselben, Georg Ochs zu Duttlingen, gest. 1632, bekleidete die Stelle eines herzogl. wilrttemb. Forstmeisters zu Freudenstadt. Derselbe, vermählt mit Catbarina Keller aus Basel, welche 1642 zu Freudenstadt starb, hatte mehrere Kinder und unter diesen einen Sohn, Johann Ochs, geb. 1611, welcher sich 1637 bei Vermählung mit Elisabetha Bartels in Frankfurt a. M. ansässig machte. Der jüngste Sohn des Letzteren aus zweiter Ehe mit Rebecca Magdalena Sonnemann, Johann Christoph Ochs, geb. 1674, gest. 1747, studirte die Rechte, erlangte 1699 zu Leiden das Doctorat, wurde 1704 Senator zu Frankfurt a. M., 1721 Schöff und 1729 in Commis- sionssachen nach Wien gesendet, wo er bis 1732, nachdem er von 317 dem Kaiser Carl VI. mit dem Prädicate: v. Ochsenstein den Adelsstand erhalten hatte, verblieb. Von 1741 bis zn seinem Tode bekleidete derselbe die Stelle eines Stadtscliultheissen. Sein Sohn, Heinrich Wilhelm v. 0., geb. 23. Marz 1702, gest. 18. Nov. 1751, kam 1747 in den Senat. — Jetzt blüht die Familie noch im Gross- herzogthume Hessen, in welchem Wolfgang Ludwig Christian Carl v. 0. Hauptmann im 4. Infanterie-Regimente, und Carl v. 0. Ober- Appellations- und Cassationsgerichtsrath ist. — Die oben erwähnte alte rheinische und elsassische Familie v. Ochsenstein (Ochssenstein), über welche Gauhe, II. S. 815, einige Nachrichten giebt, führte nach Siebmacher, II. 28: Freiherren und Herren v. Ochssenstein, im rothen Schilde zwei silberne Querbalken. Der llelm trug einen rechts gekehrten, roth bekleideten, mit den zwei silbernen Querbalken belegten Mannsrumpf. Derselbe trug einen Spitzbart und die, das Haupt bedeckende, ungarische Mütze war mehrmals quer abgetheilt, doch sind die Farben von Siebmacher nicht angegeben worden. Die Hehndecken waren roth und silbern. Dagegen zeigt das Wappenbuch des Costnitzer Concilium den Schild von ltoth und Silber sechsmal quer getheilt oder gestreift (v. Meding, III. S. 467). Y. Oefele (Oeffele), Freiherren. Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein gestürzter grüner Kachelofen (der nach unten liegende Theil des Ofens, also der obere, wenn der Ofen nicht gestürzt wäre, ist rund, der nach oben liegende untere Theil aber oben zweimal eingeschnitten, so dass dieser Theil dreizinnig erscheint); 2 und 3 in Gold ein blauer Querbalken, welcher mit einer nach der rechten Seite laufenden silbernen Katze (oder einem Tiger) belegt ist. Auf dem Schilde steht ein Helm, aus welchem, zwischen zwei Büffelshürnern, von denen das rechte von Grün und Silber, das linke von Blau und Gold quer getheilt ist, die Katze des 2. und 3. Feldes rechts gekehrt und vorwärtssehend aufwächst. Die Hehndecken sind rechts grün und silbern und links blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 70: v. Oefele, Freiherren. — v. Hefner, II. 49 und S. 49: ebenfalls v. Oefele, Freiherren (der nach unten liegende [obere] Theil des Ofens ist rund, der nach oben liegende [untere] aber hat keine Einschnitte, sondern stellt eine gleiche, an beiden 318 Seiten den Ofen überragende UnterInge dar. Das Thier im 2. und 3. Felde ist als „Katze oder Tiger" angeführt, docli setzt v. Hefner hinzu, dass diese Thiere auf dem Grabsteine des berühmten Felix v. Oefele, gest.. 1780, und eben so auf dem seiner Tochter, Maria v. 0., gest. 1771, wirkliche goldene Löwen wären). — Leben des berühmten Felix Oeflele, s. Beiträge zur schönen und nützlichen Literatur, 2. Jahrg. 1. Dd. S. 293. — v. Lang, S. 192, und v. Hellbach. 11. S. 182: v. Oeffele, Freiherren. Bayern. Felix v. Oefele, kurpfälz. Ilofbibliothekar, wurde vom Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, 23. Nov. 1790, in den Freiherrenstand erhohen. Derselbe, durch seine Gelehrsamkeil in weiten Kreisen berühmt, war 1772, wie v. Lang angieht, in Bayern als adelig ausgeschrieben worden, und, nach v. Hefner, hatte die Familie, aus welcher derselbe stammte, schon vom Kaiser Maximilian 1., 1498, den Adelsstand erhalten. — Der Sohn desselben, Clemens Benno Freiherr v. Oefele, geh. 1746, k. bayer. Geh. Rath in München, war in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen worden. v. Oehlsehlägel. Im blauen Schilde ein rechts gekehrter, goldener Löwe mit rother, ausgeschlagener Zunge. Auf dem gekrönten Helme steht mit dem linken Fusse ein rechts gekehrter Strauss (Kranich) von natürlicher Farbe, welcher in der aufgehobenen rechten Kralle eine rot.be Kugel hält. Die Helmdecken sind blau und golden. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. Sachsen. Friedrich Carl Franz Maximilian und Carl August Gebrüder Oehlsehlägel, beide in k. sächs. Militärdiensten stehend, erhielten vom Könige Anton von Sachsen, im August 1830, den Adelsstand des Königreichs Sachsen. Festerer trat als k. sächs. Major der Infanterie aus der Armee und starb 30. Januar 1856 zu Dresden, letzterer, k. sächs. Hauptmann a. D., ist Postmeister zu Tharandt. 319 Olenschlager v. Olenstein. Schild geviert: 1 und 4 in Blau auf einem silbernen Dreiberge eine einwärts gekehrte, silberne Taube, welche im Schnabel einen grünen Oelzwcig hält, und 2 und 3 in Gold eine rollie aufsteigende Spitze, welche mit einer goldenen Raute belegt und rechts und links von einer rothen Raute beseitet ist. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst einwärtssehend eine silberne Rehkuh auf, und der linke Helm trägt einen die Sachsen einwärts kehrenden, geschlossenen, rothen Adlersflug, welcher mit drei (2 und 1) goldenen Rauten belegt ist. Die Decken des rechten Helmes sind blau und silbern und die des linken roth und golden. — Handschriftliche Notizen. — N. Genealog. Handbuch, 1777. S. 307 und 308, und 1778. S. 356. — v. Hellbach, 11. S. 188. Frankfurt am Main. Alte Frankfurter Familie, welche von Nicolaus Olenschlager, geb. 1615, gest. 1670 — einem Sohne des Raths Caspar Olenschlager, — abstammt. Der Sohn des Nicolaus 0., Johann Nicolaus 0., geb. 1656, Banquier, vermählte sich 1711 mit Maria Barbara Franck aus Strasburg, geb. 1684, gest. 1733, und aus dieser Ehe stammten die Söhne: Johann Daniel, geb. 1711, gest. 177S, und Jobann Nicolaus (II.), geb. 1713, gest. 1763. Ersterer, vermählt mit Sara Orth, kam 1748 in den Frankfurter Senat, und Letzterer, vermählt mit Johanna Rebecca v. Wiesenbütten, wurde 1763 Börsenvorstand. Beide Brüder erhielten vom Kaiser Franz I., zwischen 1745 —1748, mit dem Prädicate: v. Olenstein, den Reichsadelssland. Der einzige Sohn des Johann Daniel 0. v. 0., Johann Nicolaus Olenschlager v. Olenstein, geb. 1751, wurde 1771 in die altadelige Gesellschaft des Dauses Frauenstein zu Frankfurt a. M. aufgenommen und kam 1781 in den Senat. Derselbe starb 1820 ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen. Die Tochter, Bernhardine Charlotte Ulrike Christiane, geb. 1790, vermählte sich 1811 mit Wilhelm Christian Ludwig Freiherrn Schott v. SchoLtenstein, kön. Württemberg. Kammerherrn und Oberforstmeister, welcher hierdurch Mitglied der Gesellschaft des altadeligen Hauses Frauenstein wurde. 320 v. Orff auf Frohburg, Ritter. Schild geviert mit Mittelschilde: ein von zwei sechsstrahligen, goldenen Sternen, dem einen oben links, dem anderen unten rechts begleiteter, schrägrechter, silberner Querbalken, welcher mit einem goldenen Fische belegt ist. 1 und 4 in Roth ein links gekehrter, goldener Lüwe, welcher in der rechten Vorderpranke ein Schwert aufrecht hält, und 2 und 3 in Blau drei unter einander gestellte, sechsstrahligc, silberne Sterne. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst der Löwe des 1. und 4. Feldes mit dem Schwerte auf, und der linke trägt einen offenen, blauen Adlersflug, dessen rechter Flügel mit den drei Sternen des 2. und 3. Feldes, wie in diesen Feldern schrägrechts, der linke aber mit diesen Sternen schräglinks belegt ist. Die Decken des rechten Helmes sind roth und golden und die dps linken blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 54: v. Orff auf Frohburg, Ritter (dass der Löwe auf dem rechten Helme rechtssehend aufwächst, ist jedenfalls nur ein Versehen, da derselbe ja im Schilde links gekehrt ist).— v. Hefner, II. 121 und S. 101: v. Orff auf Frohburg, Ritter (giebt auch das Stammwappen und beschreibt dasselbe, wie folgt: „in Blau ein silberner Schrägbalken mit einem rothen Fische [Orff] belegt und von zwei goldenen Sternen beseitet. Auf dem [gewulstelen] Stechhelme drei Straussenfedern, blau, silbern, blau. Die Helmdecken rechts roth und silbern, links blau und silbern"). — v. Lang, S. 462: v. Orff auf Frohburg (Haus im Englischen Garten zu München), Ritter, und Supplem., S. 128. — v. Hellbach, II. S. 101. Bayern. D. Gottfried Carl Orff, später k. bayer. Medicinal- comit6-Rath, Professor und Direetor der Schule für Landärzte in München (mit welchen Titeln die Eintragung in die Adelsmatrikel des Königreichs Rayern erfolgt ist), erhielt vom Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, 1. Oct. 1790, ein Adels- und Ritterdiplom. Derselbe, geb. 1755, stammt nach v. Hefner aus einer ursprünglich Memmingen angehörenden Familie, welche 1718 aus Memmingen sich nach Nördlingen wendete, war der Sohn des Johann Caspar Orff, welcher um 1750 als kurbayer. Kriegsrath vorkam, und adoptirte, nach v. Lang, den k. bayer. Lieutenant Carl O., geb. 1797, dessen Adel durch kün. Rescript vom 24. Febr. 1816 anerkannt und dessen Ausschreibung in gleicher Eigenschaft anbefohlen wurde. v. Orthmayr, Edle. Schild mit Miltelschilde. Mittelschild quer getheilt: oben in Silber ein auf der Theilungsliriie sitzender, rechts gekehrter Zeisig von natürlicher Farbe; unten roth, ohne Bild. 1 in Blau ein einwärts gekehrter, silberner Greif, welcher mit beiden Krallen einen gefiederten, silbernen Pfeil, die Spitze nach oben gekehrt, aufrecht hält; 2 in Silber zwei einzelne, die Sachsen einander zukehrende, goldene Adlersfifigel, zwischen welchen ein sechsstrahliger, goldener Stern schwebt; 3 in Silber ein Thurm von Quadern natürlicher Farbe mit offenem Thore, zwei über demselben neben einander siehenden, runden Oeffnungen, einer dergleichen OefTnung nach oben zu und mit drei Zinnen, und 4 in Blau ein einwärts gekehrter, goldener Löwe, welcher in den Vorderpranken ein Schwert aufrecht hält. Der Schild ist mit einer grossen, gewöhnlichen Krone bedeckt, auf welcher sich zwei gekrönte Helme erheben. Aus dem rechten Helme wächst der Greif des ersten Feldes mit dem Pfeile, hier jedoch gekrönt, und aus dem linken der Löwe des vierten Feldes mit dem Schwerte, ebenfalls gekrönt, empor. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 55. — v. Hefner, II. 12I und S. 101 (in der Beschreibung ist der Stern im 2. Felde richtig golden angegeben, in der Abbildung aber roth lingirl). — v. Lang, S. 463. — v. Hellbach, IL S. 192. Bayern. Matthias Thaddaeus Orthmayr, Ilofkammerralh, Kastner, Forstbeamter etc. zn Pyrbaum (im Ober-Donaukreise), erhielt vom Grafen Zeil, 5. Mai 1770, ein pfalzgräfliches Edelndiplom, welches vom Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, 19. August 1790, anerkannt wurde. Der Sohn desselben, Franz Maria Edler v. Orthmayr, geb. 1753, ehemaliger geh. Cabinets-Herrschaften-Ad- ministrations-Rechnungs-Revisor in München, und desselben Bruders Sohn, Sebastian Wilhelm Matthias Edler v. Orthmayr in Sulzbach, geb. 1795, waren, nach v. Lang, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Ostenhagen (Dreves, auch Drewes v. Ostenhagen). Schild von Blau und Silber sechsmal wellenweise gestreift. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Silber und Blau fünfmal iv. 2 t 322 gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher zwei Büffelshürner, wie der Schild von Blau und Silber sechsmal wellenweise gestreift, trägt. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, C. 51: Drewes v. Ostenhagen. — Mushard, Brem, und Vcrd. Rittersaal, S. 197 und 198. — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 119: Dreves v. Ostenhagen. Hannover. Altes, schon 1372 urkundlich vorkommendes, im Bremenschen blühendes Adelsgeschlecht, aus welchem Baltzer Dreves v. Ostenhagen 1572 in die Bremensche Ritterschaft aufgenommen wurde. v. Ott, Kdle (in Bayern). Schild geviert: 1 und 4 in Roth zwei schrägrechte, silberne Balken; 2 in Silber eine blaue Vierung mit einem achtstrahligen, goldenen Sterne, und 3 in Gold eine nach der rechten Seile aufspringende Fischotter von natürlicher Farbe, welche im Maule einen, den Kopf nach oben kehrenden Fisch hält. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen die Sachsen rechts kehrenden, schwarzen Adlersflügel, welcher mit einem sechs- strahligen, goldenen Sterne belegt ist, und der linke die Fischotter des 3. Feldes mit dem Fische. Die Decken beider Helme sind roth und golden. —• Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 57. — v. Hefner, II. 122 und S. 101 (beschreibt Feld 2 als silbern bor- dirtes, blaues Feld und stellt in dasselbe einen sechsstrahligen, goldenen Stern, kehrt die Sachsen des Flügels auf dem rechten Helme einwärts und giebt zwar die llelmdecken wie oben an, sagt aber, dass dieselben richtiger rechts roth und silbern und links blau und golden sein würden). — v. Lang, S. 464. — v. Hellbach, II. S. 195. Bayern. Joseph Franz Remigald Ott erhielt vom Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, 15. Mai 1788, ein Edelndiplom. Derselbe, geb. 1755, war früher Rentkammerrath zu Amberg, später aber k. bayer. Landrichter zu Lauingen und wurde als solcher in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. 323 v. Ott, Edle und Ritler (in Oesterreich). Schild quer getheilt: oben in Silber ein aus der Theilungslinie aufsteigender, reclitssehendcr, gekrönter, rother Adler, welcher oben, rechts wie links, von einem sechsstrahligen, rothen Sterne begleitet wird; unten in Blau drei (1 und 2) goldene Blätter an kurzen Stielen. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den aufsteigenden Adler der oberen Schildeshälfte einwärtssehend, und der linke, zwischen zwei BüffelshOrnern, von welchen das rechte von Gold und Blau, das linke von Roth und Silber quer getheilt ist, die drei Blätter der unteren Schildeshälfte neben einander an längeren Stielen, und das mittlere Blatt hoher, als die seitlichen, stehend. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern und die des linken blau und golden. — Iland- zeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 133. — v. Hellbach, 11. S. 195. Oesterreich. Johann Nepomuk Ott, siebenbilrgischer Ilof- agent, wurde von der Kaiserin Königin Maria Theresia, 21. März 1761, mit dem Prädicate: Edler von, in den erbländisch-Osterreichi- schen Rilterstand erhoben. — Die hier in Rede stehende Österreichische Familie ist von den gleichnamigen Familien in Bayern, von den Freiherren v. Ott (s. Bd. I. S. 319) und von den Edlen v. Ott (s. den vorstehenden Artikel] wohl zu unterscheiden, auch blüht in Oesterreich eine Familie Ott Edle v. Ottenkampf, und es kommt der Name der letzteren Familie in den neuesten Jahrgängen des Militair-Schematismus des Österreichischen Kaiserthums vor. Da in den zur Bearbeitung dieses Artikels benutzten Quellen, namentlich in den handschriftlichen Notizen, in Bezug aul das Diplom von 1761 ein weiteres Prädicat, als das Prädicat: Edle v., nicht aufgeführt ist, so dürfte wohl die Familie Ott Edle v. Ottenkampf eine andere, als die hier besprochene sein. Ottenthaler v. Ottenthai. Schild geviert: 1 und 4 in Roth ein schrägrechter, silberner Balken, welcher mit drei unter einander stehenden, sechsstrahligen, goldenen Sternen belegt ist; 2 und 3 in Silber ein aufwachsender, vorwärtssehender Mann mit blossem Kopfe und blauer, auf der Brust 21 * 324 mit einem sechsstrahligen, • goldenen Sterne belegter Kleidung, welcher die Arme emporhebt und in jeder Hand eine goldene Aehre hält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem der Mann des 1. und 4. Feldes mit dem Sterne auf der Brust zwischen zwei Büffelshörnern aufwächst. Das rechte Horn ist von Schwarz und Gold, das linke von Roth und Silber quer getheilt, jedes Horn ist auf der Theilungslinie mit einem goldenen Sterne belegt und in der Mündung mit einer goldenen Aehre besteckt, und beide weiden von dem zwischen denselben aufwachsenden Manne umfasst. Die Helmdecken sind rechts roth und silbern und links schwarz und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 57. — v. Hefner, II. 122 und 101 (giebt an, dass Feld 1 und 4 das Stammwappen zeige. Feld 2 und 3 aber das Wappen des erloschenen Heidenreichschen Geschlechts, s. unten, sein solle). — v. Lang, S. 465. — v. Hellbach, II. S. 196. Bayern. Anton Ottenthaler,~ Zoll- und Urbar-Verwalter zu Rattenberg, wurde, nach v. Lang, vom Kaiser Leopold I., 13. Oct. 1663, in den Adelsstand mit dem Prädicate: v. Ottenthal, erhoben, und ein Ur-Urenkel desselben, Joseph Thomas Ottenthaler v. Ottenthal, geb. 1781, der Adelsmatrikel des Königreichs Bayern einverleibt. v. Hefner führt das Geschlecht als tiroler auf, und giebt an, dass dasselbe vom Erzherzoge Maximilian, 10. Juni 1617, einen Wappenbrief, von dem obengenannten Kaiser, 13. Oct. 1667, den Adel, und 1663, nach Absterben des Heidenreichschen Geschlechts, das Zoll- und Urbarrichteramt zu Rattenberg erhalten habe. Y. Otto. Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein aufwachsender, einwärts gekehrter, silberner Greif; 2 und 3 in Gold ein eisern geharnischter, frei schwebender, rechts gekehrter Arm, welcher in der Faust ein blankes Schwert mit eisernem Grille nach oben und links schwingt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen, die Sachsen rechts kehrenden, halb geschlossenen Adlersllug trägt, dessen vorderer, linker Flügel von Gold und Schwarz, der hintere, rechte, vor dem vorderen vorstehende aber von Blau und Silber quer getheilt ist. Die TIelmdecken sind rechts blau und sil- 325 bern, links schwarz und golden. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — Wappenbuch der Sachs. Staaten, IV. 65. Sachsen. T. M. Otto, kursächs. Reilerofficier, wurde, wie neuerlich zur öffentlichen Kunde gelangte Nachrichten (s. unten) ergeben, vom Kaiser Franz II., 27. Juni 1S06, in den Reichsadelsstand erhoben. Derselbe, später k. sächs. Rittmeister a. D., ist, 7. April 1856, auf seinem Gute Techritz bei Bautzen, so viel bekannt, ohne den Stamm fortgepflanzt zu haben, gestorben, und nach Angabe der Allgem. Deutschen Zeitung, 1856. No. 84, soll die nach Obigem kurz vor Auflösung des deutschen Reichs erfolgte Erhebung desselben in den Reichsadelsstand die letzte gewesen sein, welche durch die Iland eines römischen Kaisers unterzeichnet worden ist — eine Angabe, welche richtig, doch auch unrichtig sein kann, da, wie bekannt, die römisch-kaiserliche Reichsregierung erst 6. August 1806 vom Kaiser Franz II. niedergelegt wurde. — Die hier in Rede stehende sächs. Familie v. Otto, deren Wappen oben richtig beschrieben worden ist, muss, wie schon Bd. III. S. 350 angegeben wurde, von der gleichnamigen sächs. Adelsfamilie, welche den Adelsstand des Königreichs Sachsen vom Könige Friedrich August I., laut Diploms vom 13. Juli 1816, erhielt, wohl unterschieden werden, und es dürfen nicht, wie der Dresdner Caiender zum Gebrauche der Residenz, 1849. S. 161, gelhan, zwei Familien zu einer Familie gemacht werden. Doch sind die oben angezogenen Angaben der Deutseben Allgem. Zeitung nicht unbedingt als richtig anzunehmen. Es findet sich nämlich in den Listen der kursächs. Armee von den ersten Jahren dieses Jahrhunderts kein Reiterofficier Otto oder v. Otto vor. Erst die Jahrgänge 1810, 1811 und 1812 führen einen Souslieutenant Moritz v. Otto im k. sächs. Regimente Prinz Johann Chevauxlegers auf, welcher das Diplom als Lieutenant 11. Mai 1809 erhielt. Derselbe muss — Ar- meclislen von 1813 und 1S14 sind nicht bekannt —- nach seiner Stellung in der Liste von 1812, bald Premierlieutenant geworden sein und nach den Feldzügen dieser Jahre mit Rittmeistercharacter (s. oben) den Abschied genommen haben, da die Armeelisten von 1815 etc. denselben nicht mehr erwähnen. Dass dieser 1856 verstorbene Rittmeister v. Otto 1806 den Reichsadel erlangt habe, ist wohl nur dann anzunehmen, wenn derselbe in diesem Jahre schon Gutsbesitzer war und erst später in die Armee trat, doch liegt die Vermuthung näher, dass der Vater desselben das Gut Techritz in der Oberlausilz erworben und in Folge des damals in der Lausitz 326 noch geltenden Vorkaufsrechtes um den Adel nachgesucht und denselben erhalten habe. Im Interesse eines Adelsbuches des Königreichs Sachsen, welches die Wissenschaft noch immer entbehrt, während Adelsbücher anderer Staaten mehrfach erschienen sind, würde es sehr erwünscht sein, wenn ein kundiger sächsischer Genealoge, deren es ja mehrere giebt, genaue Nachrichten über die hier in Rede stehende sächs. Familie v. Otto crtheilen wollte. v. Palaus, Pallaus (v. Palaus, Campan und Razöz), Freiherren. Schild geviert: 1 und 3 von Silber und Schwarz, und 2 und 4 von Schwarz und Silber quer getheill mit drei auf jeder Thei- lungslinic der Felder neben einander stehenden Rosen von gewechselten Farben. Es finden sich somit im ganzen Schilde 12 Rosen: von den sechs Rosen der rechten Schildeshälfte, drei im 1. und drei im 3. Felde, ist die obere Hälfte schwarz, die untere silbern, von den sechs Rosen der linken Schildeshälfte aber, drei im 2. und drei im 4. Felde, ist die obere Hälfte silbern, die untere Hälfte schwarz. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher eine grosse, silberne Kugel trägt. Die Helmdecken sind schwarz und silbern.— Wappenbuch des Königreichs Rayern, III. 72: v. Palaus, Freiherren. — v. Hefner, II. 56 und S. 49, und IV. 15 und S. 13: v. Palaus, Freiherren (am ersteren Orte, unter dem bayerischen Adel, wird das Wappen, wie folgt, beschrieben: von Silber und Schwarz gespalten und dreimal gelheilt in verwechselten Farben. Auf dem obern und untern Theilungsstrich liegen je sechs Rosen in verwechselten Farben: eine Reschreibung, gegen die nichts einzuwenden ist, wenn man dieselbe geben will. Ausser dem Wappen, welches die Freiherren v. Palaus schon lange und jetzt führen, giebt v. Ilefner noch ein älteres Wappen der Familie aus dem 17. Jahrhunderte. Dasselbe unterscheidet sich von dem jetzigen Wappen namentlich dadurch, dass im Schilde nicht 12 Rosen, sondern 12 Kugeln und auf dem Schilde drei Helme stehen. Was die Kugeln anlangt, so scheinen, nach v. Hefner, dieselben richtiger als die Rosen, da dieselben sich auf mehreren älteren Abbildungen finden und auch der jetzige Helmschmuck keine Rose, sondern eine Kugel ergiebt: Angaben, welche allerdings nicht von der Hand zu 327 weisen sind. Von den auf diesem älteren Wappen befindlichen drei Helmen trägt der mittlere die beschriebene grosse, silberne Kugel, der rechte einen blau aufgeschlagenen, silbernen Spitzhut, welcher über einem Knopfe mit drei Hahnenfedern, von denen drei sich rechts, drei links kehren, besteckt ist, und der linke einen die Sachsen einwärts kehrenden, halb geschlossenen, von Silber und Schwarz quer getheilten Adlersflug, dessen Flügel auf der Theilungs- linie mit drei Kugeln von gewechselter Farbe belegt sind. Die Decken der Helme sind sämmtlich schwarz und silbern. Am letzteren Orte [IV. 15] gieht v. Hefner unter dem tirolischen Adel, neben dem Stammwappen — welches er folgendermassen beschreibt: „gctheilt von Silber und Schwarz mit drei Kosen neben einander in verwechselten Farben. Auf dem Helme eine silberne Kugel. Die Decken schwarz und silbern" — das freiherrliche Wappen, welches ihm, wie folgt, mitgetheilt worden ist: „gevierter Schild. 1 und 4 das Stammwappen; 2 und 3 dieselbe Theilung und Figuren, jedoch in verwechselten Farben, d. h. oben schwarz und unten silbern. Drei Helme. 1. ein hermelingestülpter Hut. Auf demselben Theilung und Färbung des Stammwappens. Oben ein goldener Knopf mit drei schwärzen Federn. II. das Kleinod des Stammwappens, und III. ein Flug in Farben und Figuren von 2 und 3. Decken schwarz und silbern"). — v. Lang, S. 195, und v. Ilellbach, II. S. 202: v. Pallaus, Freiherren. — Geneal. Taschenbuch der freih. Häuser, 1848. S. 270 und 271, 1855. S. 411, und 1857. S. 533 (unter Berufung auf 1855): Freiherren v. Palaus, Campan und Ra- züz (das Wappen ist im Jahrgange 1848, in welchem der Name, wie im Jahrgange 1849: Pallaus, Campan und Bezelz geschrieben ist, wie folgt angegeben: „ein silberner Schild, mit einem schwarzen Schildesfuss, und drei auf der Theilungslinie quer neben einander gereihten, von Schwarz und Silber gewechselten Ballen oder Kugeln. Den auf dein Schilde stehenden offenen, mit einem schwarzen, silbergefütterter Mantel umgebenen Hehn bedeekt ein hoher, silberner, glatter, gleich dem Schilde bezeichneter Hut, an seiner Spitze mit einer weissen und zwei schwarzen Federn geziert"). Bayern. Altes, schon im 14. Jahrhunderte bekanntes und angesehenes tiroler Adelsgeschlccht, welches aus dem unter der Veste Tarantsperg liegenden Dorfe Plaus stammen soll. Nach einer Familiensage soll dasselbe schon mit dem heiligen Vigil aus Rom nach Tirol gekommen sein, in frühester Zeit Balla geheissen und diesen Namen durch das ursprüngliche Wappen: im silbernen und 328 schwarzen Schilde drei Ballen von gewechselter Farbe, welches unverändert jederzeit beibehalten worden sei, verewigt haben. Nach dieser Sage und Annahme möchte freilich die neuere Heraldik die oben erwähnten Rosen wieder zu Ballen machen. — Hans Pallauser war schon 1377 in Tirol zu Tramin im Vintschgau und im Eisak-Thale mit Villanders, Trostburg, Guffidan, Campan und den Küchengärlen bei Sarns angesessen, und die Enkel desselben, die Brüder D. Niclaus Palaus, Domherr in Brixen, und Hans Palaus wurden vom Kaiser Maximilian I. zu Insbruck, 15. Oct. 1497, für echte alte Ritter und Edelleule erklärt und erhielten die Erlaub- niss, ihren Sitz auf dem Piihl oder Glarz als einen Edelmannssitz mit Fürstenfreiung nach ihrem Namen Palaus nennen zu dürfen. 1514 wurde das Geschlecht in die tiroler Landesmatrikel aufgenommen, in welcher dasselbe später, s. unten, als freiherrlich vorkommt und jetzt das älteste Geschlecht in dieser Matrikel ist. — v. Hefner giebt das oben erwähnte Diplom von 1497 als Bestätigung des althergebrachten Adels der Familie mit der Erlaubniss, sich auf dem Büchl zu Sarns ein Schloss mit Namen Palaus bauen zu dürfen, nennt als Jahr der Aufnahme in die tiroler Landstandsschaft 1524 und setzt hinzu, dass Johann Franz v. Palaus von der Kaiserin Königin Maria Theresia, 1753, in den Freiherrenstand erhoben worden sei. — Das »genealog. Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 1848. S. 270, führt den Erwerber des Freiherrcndiploms als Johann Anton v. und zu Pallaus, Campan und Rezetz (später llazöz) auf, und giebt an, dass das Diplom am 14. Mai des oben genannten Jahres 1753 ausgestellt worden sei. — Von dem schon genannten Empfänger des Freiherrendiploms, dem Freiherrn Johann Anton, stammte aus der Ehe mit Anna v. Söll zu Aich- und Hallnberg Freiherr Caspar, vermählt mit Hedwig Freiin v. Cazan zu Griesfeld, welcher durch zwei Söhne, die Freiherren Ignaz Anton und Carl, den Stamm fortsetzte. Ignaz Anton Freiherr v. und zu Palaus, Campan und Razöz, geb. 1780, k. bayer. Kämmerer und Appellations-Gerichtsrath zu Bamberg, welcher, wie v. Lang (a. a. 0.) angiebt, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen worden ist, vermählte sich mit Anna Freiin v. Lindt, aus welcher Ehe ein Solin, Freiherr Maximilian, geb. 1824, lebt. — Freiherr Carl, gest. 1849 als kön. bayer. Platzmajor in Landau, war vermählt mit Catharina ßonfioli-Cavalcabö, gest. 1845, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, den Freiinnen Henriette und Adelheid, ein Sohn, Freiherr Carl, stammt. 329 Pamesberger v. Kettenburg, Ritter. Schild geviert: J und 4 in Roth auf einem dreispitzigen Felsen von natürlicher Farbe ein sechsslrahliger, goldener Stern; 2 und 3 von Silber und. Blau sechsmal schräglinks gestreift. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Hehn trägt zwei von Gold und Roth mit gewechselten Farben quer getheilte Biiffelshörner, zwischen welchen der Stern des 1. und 4. f ehles schwebt, und der linke drei Slraussenfedern, blau, silbern, blau. Die Decken des rechten Helmes sind rotli und golden und die des linken blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 134 und S. 238. — v. Hellbach, II. S. 204. Oesterreich. Carl v. Pamesberger, Kaufmann und Wechsel- Negociant zu Olmütz, wurde vom Kaiser Franz I., 11. Sept. 1764, wegen Einporbringung der Fabriken und Manufacturen in Mahren und Erweiterung des Verschleisses der Fabrikate in das Ausland, mit dem Prädicate: v. Kettenburg, in den erhlandisch-österreichischen Ritterstand erhoben. Derselbe war von dem genannten Kaiser, 1762, wegen Stellung zweier gerüsteter Dragoner und Verwendung seines Waarenlagers und haaren Geldes zum Behufe des Mi- litairs wahrend der Belagerung von Olmütz, in den Adelsstand erhohen worden. v. Panhuys. Im silbernen Schilde oben ein schwarzer Turnierkragen mit drei Lätzen, und unter demselben drei (2 und 1) schwarze, durchbrochene Rauten oder Wecken, oder, wie Andere annehmen, drei schwarze Rauten, welche wieder mit kleinen silbernen Raulen belegt sind. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Silber und Schwarz sechsmal gewundenen Wulste bedeckter Helm, welcher den Kopf und Hals eines rechtssehenden, schwarzen Ebers mit rother, ausgeschlagener Zunge und weissem Hauer trägt. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — Abdrucke von Petschaften, Handzeichnung und handschriftliche Notizen. Niederlande, früher auch Kurhessen. Altes, niederländisches, im Anfange dieses Jahrhunderts auch in Kurhessen bedienstetes Adelsgeschlecht, welches seit dem 28. August 1814 zur Rit- 330 terschaft der Provinz Grüningen zählt, und aus welchem Abraham v. Panhuys vom Könige Wilhelm II. d. d. Brüssel, 26. Febr. 1817, eine Adelsbestätigungs-Urkunde mit dem Titel „Jönkheer" erhielt. Zu diesem Geschlechte gehörte der k. niederländische Generalmajor und Bevollmächtigte bei der Bundesmilitair-Commission lilr das Grossherzogthum Luxemburg, Georg Emil August v. Panlmys, welcher seit 1847 mit Charlotte Friederike Luise Freiin v. Günderode vermählt ist und aus welcher Ehe zwei Töchter und ein Sohn stammen. v. Pappenheim (Papenheim), Freiherren. Im silbernen Schilde ein freistehender, rechts gekehrter, gekrönter, schwarzer Babe. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Ilelm, welcher einen silbernen Köcher trägt, aus welchem fünf abwechselnd schwarz und silberne Federn emporwachsen und vor welchem der Babe des Schildes steht. Die Hehndecken sind schwarz und silbern.— Abdrücke von Petschaften.— Handschriftliche Notizen. — Siebmacher, I. 149: v. Pappenheinr, Thüringisch (cjpr gekrönte Hehn trägt eine mit fünf Straussenfedern besteckte Säule, vor welcher der Bahe des Schildes steht. Die „Declaration" sagt: ein weisser Schild, der Vogel darin schwarz mit einer gelben Krone. Auf dem Helme eine gelbe Krone, der Vogel, wie im Schilde, die Säule weiss, die Federn darauf schwarz, die Helmdecken schwarz und weiss). — v. Meding, I. S. 424 (gieht das Wappen nach einem Grabsteine in der Domkirche zu Naumburg. Dasselbe stimmt ganz mit dem auch citirten Siebmacher). — Gauhe, I. S. 1576 (nach dem, dem Verfasser zugängigen Mst. Geneal. K). — Kuchelbecker, Annal. Ilassiac. Collect. IL S. 413—421 und S. 430. — v. Falkenstein, thüringische Chronik, IL S. 1412—1418. — v. Hellbach, IL S. 205. — Genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1857. S. 534 - 537. Kurliessen, Oesterreich. Altes, ritterschaftliches Adels- geschleclü, welches ursprünglich „die Raven" hiess. Dasselbe soll, wie Einige annehmen, schon zu den Zeiten Kaisers Carl d. Gr. in Westphalen geblüht haben, kommt jedoch erst im 12. Jahrhunderte urkundlich vor. Das Stammschloss des Geschlechts, Papenheim, lag im Paderbornschen und wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts 331 zerstört, worauf die Papenheimer in dem benachbarten Warburg Burgrecht nahmen. In einem Kaufbriefe von 1297 kommen als Zeugen vor: Raveno de Papenbeim et suus filius Raveno, Herman- nus Marscalcus, Henricus de Mederike, Raveno, filius junioris Ra- venonis, Militis, I). de Lovene. — Die Familie war schon damals reich hegiitert und schied sich frühzeitig in drei Linien, welche sich, unter Beibehaltung des gemeinschaftlichen Stammwappens, nach den Burgen Canstein, Kochelnbcrg und Papcnheim nannten. Die letztere Linie, deren Stammsitz später Liebenau am Diemelslrome wurde, führte allein, während die beiden ersteren Linien die Namen ihrer Schlüsser Canstein und Kochelnherg annahmen, den Namen Papen- heim fort, und es wird aus derselben Johann v. P. mehrfach urkundlich erwähnt; so in einem Vertrage mit Johann v. Nym, wegen Begehung eines Altarlehens zu Warburg, vom Urbanitage 1360. Derselbe bat sich auch, wie Kuchelbecker (a. a. 0.) angieht, in einem von den Herren v. d. Malsburg errichteten Testamente als Zeuge unterschrieben. Von dem jüngeren Bruder desselben, Herbold, welcher mit denen v. Westerburg Liebenau zu gleichen Theilen bc- sass und 1347 urkundlich strenuus miles genannt wurde, stammen alle jetzt noch lebenden v. Pappenheim ab, und es beginnt auch mit demselben das fortlaufende Stammregister aller jetzt noch lebenden Glieder dieses auch zur kurhessischen Ritterschaft zählenden Geschlechts. Der Enkel desselben, Burghardt (L), befehdete 1423 die Stadt Mühlhausen, und der Sohn des Letzteren, Burghardt (II.), welcher noch 1483 vorkommt, erhielt vom Hochstifte Paderborn die andere Hälfte des Schlosses Liebenau als Mannslehen. Nach seinem Tode Iheilten sich die drei Sühne so in das väterliche Erbe, dass Christoph Liebenau, Friedrich Stammen und Jürg Gladebeck nahm, und so drei neue Linien des Geschlechts entstanden. Die Linie Liebenau schloss 1718 Alexander v. P., nachdem die Linie Gladebeck schon 1632 mit Adam v. P. ausgegangen war, und es blüht somit jetzt nur noch die Linie Stammen. — Aus dem Hause Liebenau war übrigens die Familie im 17. Jahrhunderte auch nach Dänemark gekommen und hatte sich in diesem Lande ausgebreitet. Auch blühte noch bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein nun erloschener Zweig des Geschlechts zu Wölfersheim in der Wetterau, welcher mit dem bekannten Frankfurter Patriciergeschlechte der Freiherren v. Glauburg (Bd. III. dieses Werkes, S. 165 und 166) mehrfach verschwägert war und zu welchem der Frankfurter Oberst Theodor Wilhelm v. P., gest. 1764, gehörte. — Dass die hier bc- 332 sprachene Familie v. Pappenheim mit dem bekannten. alten gräflichen Hanse der Marschall v. Pappenheim, welches fast 900 Jahre das Erbmarschall-Amt des h. rüm. Reichs his zum Aufhören desselben in dem Aeltesten der Familie führte, eines Stammes nicht ist, wird sicli schon aus dem ergeben, was oben mitgetlieilt worden ist. — Die genealogischen Verhältnisse der jetzigen Glieder der Familie erhellen aus nachstehenden Angaben. Von dem Freiherrn Friedrich Huppert stammte aus der Ehe mit einer v. Lüster Freiherr Christoph Friedrich, geb. 1713, gest. 1772, Generalmajor und Oberamtmann zu Schmalkalden, vermählt 1749 mit Sophia Anna du Bus Freiin du Tliil, welcher das jetzige Schloss der Familie zu Stammen erbaute. Von den fünf Sühnen desselben pflanzten zwei den Stamm dauernd fort, die Freiherren August Wilhelm und Wilhelm Maximilian, während die Nachkommenschaft eines dritten Sohnes, des Freiherrn Louis, schon mit dem Sohne desselben, dem Freiherrn Friedrich, 1809 im Mannsstamme erlosch. -— Freiherr August Wilhelm, geb. 1759, gest. 1826, Herr zu Stammen, Liebenau und Gummelsheim, grossherz. hessischer General-Lieutenant und bevollm. Minister am k. franz. Hofe, vermählte sich 1797 mit Helena Elisabeths Charlotte Freiin v. Lersner, und aus dieser Ehe stammt das jetzige Haupt der Familie, Ferdinand Alphons Eberhard Hippolyt Freiherr v. Pappenheim, geb. 18. Febr. 1805, k. k. Major in d. A. zu Gratz. Der Bruder desselben, Freiherr Emil, ist 1849 als grossherz. hess. Kammerherr und bevollm. Minister am k. franz. Ilofe, ohne Nachkommen, gestorben, und es lebt von zwei Schwestern nur noch eine, Freiin Cäcilie Antigone Luise, geh. 1801, vermählt 1825 mit Friedrich Freiherrn v. Mühlen, k. Württemberg. Obersten und Milgliede der altadeligen Ganerbschaft Alten-Limpurg zu Frankfurt a. M. — Vom Freiherrn Wilhelm Maximilian — Bruder des Freiherrn August Wilhelm, s. oben — geh. 1764, gest. 1815, k. west- phäl. Kammerherrn und Ober-Ceremonienmeister, stammen, neben einer Tochter, Freiin Catharina Jenny, geb. 1811, zwei Sühne, die Freiherren Gottfried August Maximilian, geb. 1807, und Alfred Otto, geb. 1808. 333 Parchwitz v. Merkersdorf, Ritter. Schild der Länge nach gethoilt: rechts in Roth ein schrägrechts gelegtes, blankes Schwert mit goldenem Grille; links in Blau eine aus dein Feldesfusse aufsteigende silberne Mauer von fitnf Schichten, jede zu sechs Steinen, aus welcher einwärts gekehrt ein silbernes Einhorn aufwächst. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helih trägt, zwischen einem offenen schwarzen Adlersfluge, das schrägrechts gelegte Schwert der rechten Schildeshälfte, und der linke, zwischen zwei blauen ßitflelshürnern, das aulwachsende Einhorn der linken Schildeshälfte. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern und die des linken blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungshand, S. 185. — v. Ilellhach, II. S. 207. Oesterreich. Johann Parchwitz, Gutsbesitzer in Schlesien, wurde vom Kaiser Joseph II., 20. Febr. 1786, mit dem Prädicate: v. Merkersdorf, in den erldändisch-österreichischen Ritlerstand erhohen. — Da im Wappenschilde, links in Blau, und auf dem Helme dieser Familie sich ein Einhorn befindet, so sei hier erwähnt, dass es früher in Schlesien ein freiherrliches Geschlecht v. Parchwitz gab, welches wahrscheinlich schon im Anfange des 17. Jahrhunderts erloschen ist. Dasselbe führte nach Siebmacher, 1. 29, Sinapius, I. S. 693, und v. Meding, I. S. 425, im blauen Felde ein silbernes, springendes Einhorn. Auf dem gekrönten Helme standen neben einander sechs Pfauenfedern, hinter welchen das Einhorn des Schildes aufwuchs. Die Helmdecken waren blau und silbern. v. Parsch, Ritter. Im grünen Schilde ein rechts gekehrter, silberner Greif, welcher in den Klauen ein Bündel langer, dünner, rother Stäbe, aus welchem ein mit der Schärfe rechts gekehrtes Beil hervorragt (römische Fasces), hält. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst einwärtssehend der Greif des Schildes auf, und der linke Helm trägt, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, die beschriebenen Fasces. Die Decken beider Helme sind grün und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 397. — v. Hellbach, II. S. 208. 334 Oesterreich. Joseph Anton Parscb, Besitzer des Gnies Höf- lein, wurde vom Kaiser Joseph II., 14. Aug. 1786, in den erblän- discli-öslerreichischen Ritterstand erhoben. — Megerle v. Milhlfeld und v. Hellbach, Letzterer nach Ersterem, geben (a. a. 0.) diese Erbebung als Erhebung in den Adelsstand, doch spricht wohl der doppelte Helm, in der Regel das Zeichen der Erhebung in den Ritterstand, für die Richtigkeit der obigen, handschriftlichen Notizen entnommenen Angabe. v. Pauer. Im blauen Schilde der vorwärts gekehrte Ritter St. Georg in eisenfarbener Rüstung zu Fusse, welcher, die Rechte in die Seite stemmend, mit der in der Linken gehaltenen Lanze, den zu seinen Füssen liegenden, mit dem Kopfe rechts und einwärts gekehrten Drachen von natürlicher Farbe ersticht. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein vorwärtssehender, roth gekleideter Mann mit goldenem Leibgürtel und goldenen Aufschlägen und rother, golden aufgeschlagener, den Zipfel links kehrender Miitze aufwächst, welcher in der Rechten drei goldene Aehren hält und die Linke in die Seite stemmt. Die Ilelmdecken sind rechts blau und golden, links aber roth und golden. — Abdrücke von Petschaften. — v. Ilefner, 26. Lief., Bd. II. lieft 5. 2., Frankfurter Adel, Tab. 8 und S. 8 (der Ritter St. Georg hält die Lanze mit beiden Händen, und der Drachenkopf ist rechts gekehrt. Auf dem Helme wächst, der Beschreibung nach, ein roth gekleideter Mann mit ro- them Hute [Bauer] auf, in der Rechten drei Aehren haltend. Die Abbildung zeigt nur zwei Aehren). Frankfurt a. M. Eine im vorigen Jahrhunderte im Voigtlande angesessene Familie, welche vom Kaiser Leopold I., 1668, den Adelsstand erhielt. Christian Friedrich v. Pauer, Sohn des Matthias v. P., gebürtig aus Greiz, machte sich zuerst 1780 in Frankfurt a. M. ansässig. Derselbe wurde in der Ehe mit Martha Elisabeth Wulff von Espenslruth Vater von vier Kindern, von welchen jedoch nur der jüngste Sohn, Leopold Eduard Ferdinand v. P., geb. 1790, vermählt seit 1819 mit Maria Anna Clara Hubersina Steingast, Nachkommenschaft hat. 335 Pentz v. Pentzenau. Schild der Länge nach gethcilt: rechts in Silber ein frei aufrecht gestelltes, doch an die Theilungslinie stossendes Stück eines goldenen Gatters, welches aus zwei unten spitzigen Längen- und zwei Querstäben besteht; links in Blau ein aufgerichteter, rechts gekehrter, goldener Lowe mit rother, ausschlagender Zunge und erhobenem Schweife, auf dem Kopfe mit einem grünen Lorheerkranze, und um den Ilals mit einem silbernen, mit drei goldenen Schellen belegten Bande, welcher mit den erhobenen Vorderpranken das Gatter im rechten Felde oben an den Längenstäben hält. Auf dein Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen rechtssehenden, golden gekrönten, schwarzen Adler mit weit ausgespreizten Flügeln und Füssen trägt, dessen Brust mit einem grünen Lorbeerkranze belegt ist. Die Hehndecken sind blau und silbern. — Handschriftliche Notizen und Handzeichnung. Oesterreich. Johann Heinrich Pentz wurde vom Kaiser Ferdinand III., laut Diploms d. d. Wien, 24. März J654, mit dem Prädicate: v. Pentzenau, in den Adelsstand erhoben. Das Geschlecht dürfte schon lange erloschen sein und ist von der bekannten, ursprünglich märkischen Adelslämilie v. Pentz (s. Bd. III. S. 354—356), welche sich später in Holstein und Pommern, so wie in Meklen- burg, Preussen etc. ausbreitete, wold zu unterscheiden, auch darf dasselbe, in Folge des Prädicats: v. Pentzenau, nicht mit dem alten bayerischen Geschlechte derer v. Pinzenau, welches letztere auch unter dem Namen der Frei- und edlen Herren v. Bentzenau oder Pentzenau und Penzenau vorkommt, verwechselt werden. Die v. Pinzenau (Siehmacher, 1. 77: v. Pientzenaw, Bayerisch) führten im silbernen Schilde eine schräglinke, mit drei goldenen Kugeln belegte, schwarze Strasse. Aus dem gekrönten Helme mit schwarzsilbernen Decken wuchs der Rumpf eines linkssehenden, weiss bekleideten Mohren mit weissen Kappen um den Hals auf, welcher einen weissen, gekrönten und mit drei Federn, schwarz, weiss, schwarz, besteckten Hut trug, dessen schwarzer Stülp mit den Kugeln des Schildes belegt war. 330 v. Perfall, Freiherren. Schild geviert: I und 4 in Silber auf einem reiben Dreiberge ein einwärts schreitender, schwarzer Bär (Stammwappen), und 2 und 3 von Blau und Gold quer getheilt mit einem einwärts gekehrten Greife von gewechselten Farben (Wappen des erloschenen Geschlechtes Greif v. Greifenberg). Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst der Bär des 1. und 4. Feldes, und aus dem linken der Greif des 2. und 3. Feldes, beide einwärts gekehrt, und der Greif, da derselbe nur halb ist, golden, auf. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und silbern und die des linken blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, XV. 37 (die 111. 75 sich findende Abbildung bat die Decken des rechten Helmes schwarz und golden, also, s. Feld 1 und 4, unrichtig angegeben). — v. Hefner, II. 56 und S. 50: v. Perfall, Freiherren auf Greifenberg. — v. Lang, S. 199. — v. Ilellbach, II. S. 218. — Schloss Greifenberg und seine Besitzer. Von Max Freiherrn v. Pcrfall. München 1846. — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1853. S. 321—324, und 1857. S. 543, unter Berufung auf 1856. S. 488 und 489. Bayern. Altes, altbayerisches Adelsgeschlecht, dessen Stammhaus, der Rittersitz Perfall im Landgerichte Wasserburg des Isarkreises, bis 1845, dem Jahre der Ablösung, stets in der Hand der Familie gehlieben ist. Erhard v. Perfall, des Herzogs Wolfgang Hofmeister, erhielt mit seinen vier Brüdern, Erasmus, Abte in Mallersdorf, Alexander, Abte in Rott, Georg, Propste in Baumburg, und Christoph, Pfleger in Kling, welche schon in sechster Generation auf Perfall sassen, vom Kaiser Friedrich III., 1480, neben Anerkennung ihrer alten Abstammung, den Reichsadel, und vom Herzoge Wolfgang 1507 die früher ihnen verpfändete Pflege Greifenberg ziun Eigenthum als Lehengut, welches auch bis 1849, in welchem Jahre dasselbe allodificirt und zu einem Fideicommiss-Majorate gemacht wurde, ohne Unterbrechung von der Familie besessen worden ist. — Den Freiherrenstand brachte in die Familie, deren Sprossen sich zu allen Zeiten um Kirche, Fürst und Vaterland vielfach verdient machten, wie v. Lang (a. a. 0.) angiebt, der Landsasse Hans Ferdinand v. Perfall durch Diplom vom Kurfürsten Max Emanuel Carl von Pfalzbayern, d. d. München, 28. April 1685, doch stimmt mit dieser Angabe nicht ganz das Geneal. Taschenbuch der freih. Häuser, 1853. S. 321, da dasselbe die Erhebung in den Freiherren- 337 stand, wie folgt, anführt: Freiherrenstand, München, 26. April 1685, für Johann Ferdinand v. Perfall, Kümmerer des Herzogs Alkrecht Sigmund, Bischofs in Freising. — Im Laufe der Zeit wurde der Besitz der Familie immer bedeutender. Freiherr Emanuel, geb. 1717, gest. 1790, ein Sohn des Freiherrn Max Joseph, kurcöln. und kurbayer. Kümmerers und Oberhofmeisters, aus der Ehe mit Maria Anna Freiin v. Neuhaus» kurbayer, Kümmerer, Hofkammerrath und Pfleger zu Zwiesel und Weissenstein, erhielt nicht nur 1758 zu den Familiengütern auch die dem Erzstifte Salzburg anheimgefallenen Neuhausischen, sog. Hirschauschen Lehen am Inn, welche die Familie noch besitzt und welche 1849 allodiflcirt wurden, sondern durch Vermählung in erster Ehe mit Walpurga Freiin v. Hacke, gest. 1762, später auch das Kittergut Pschallersüd, und der aus dieser Ehe stammende Sohn, Freiherr Maximilian Joseph, geh. 1759, gest. 1792, kurbayer. Kümmerer und Regierungsrath in Straubing, durch Vermählung mit Maria Theresia Gräfin v. I'reysing, gest. 1807, die Rittergüter Schenkenau und Freinhausen und das Lehengut Eulenried. Von dem Sohne des Letzteren, dem Freiherrn Emanuel, geb. 1786, gest. 1854, k. bayer. Kümmerer und Major a la suile, stammt aus der Ehe mit Franzisca Freiin v. Rols- hausen, gest. 1834, das jetzige Haupt der Familie, Maximilian Freiherr v. Perfall zu Perfall auf Greifenberg, geh. 1814, k. bayer. Kammerjunker, vermählt 1842 mit Amalia Gräfin v. Holnstein aus Bayern, geh. 1823, aus welcher Ehe, neben drei Töchtern, drei Söhne, die Freiherren: Eberhard, geb. 1844, Carl, geb. 1851, und Anton, geb. 1853, leben. Nächstdem haben auch die beiden Brüder des Freiherrn Maximilian, die Freiherren Georg und Carl, den Stamm fortgepflanzt. Vom Freiherrn Georg, geb. 1817, k. bayer. Rittmeister, ist aus zweiter Ehe mit Wilhelmine Freiin v. Wulften, geh. 1820, neben einer Tochter, ein Sohn, Maximilian, geb. 1854, entsprossen, und vom Freiherrn Carl, geb. 1824, k. bayer. Kammerjunker, stammen aus der Ehe mit Julia v. Reichert, die beiden Sühne, Ludwig, geh. 1851, und Emanuel, geh. 1853. v. Peyer, Im blauen Schilde drei schrägrechts an einander gestellte, den Schild ganz durchziehende, goldene Wecken. Auf dem Schilde steht iv. 22 338 ein Helm, aus welchem der blau bekleidete und mit den Wecken des Schildes belegte Rumpf eines rechts gekehrten, doch vonvärts- sehenden, bärtigen Mannes mit golden aufgeschlagener, blauer Mütze aufwächst. Die Ilclmdecken sind blau und golden. — v. Hefner, Lief. 26 oder Dd. II. 5. Hell 2., Nassauscher Adel, 22 und S. 17: Peyer v. Flaach, sonst auch Pajer zu Haslach. Württemberg. Altes, wie v. Hefner glaubt, ursprünglich wohl schweizerisches Adelsgeschlecht, welches im Königreiche Württemberg bedienstet ist. Die Familie ist durch das Wappen und die oben erwähnten Prädicate von der Familie der Reichsritter und Edlen v. Peyer in Oesterreich, so wie von den Familien v. Peyer auf Mirskofen, Ritter, in Bayern, Peyer v. Peyersberg, Ritler und Freiherren, in Oesterreich etc., wohl zu unterscheiden. Pfeiffer v. Pfeiffersberg, Ritter. Schild der Länge nach getheill: rechts in Silber ein rechtssehender, gekrönter, schwarzer Adler; links in Blau ein aus dem Feldesfusse aufsteigender, weisser Fels mit fünf Spitzen, über deren mittlerer ein achtstrahliger, goldener Stern schwebt. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt den Berg der linken Schildeshälfte mit dem darüber schwebenden Sterne, und der linke den Adler der rechten Schildeshälfte. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und silbern, die des linken blau und silbern, und den Schild halten zwei auswärtssehende, goldene Löwen. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VII. 75: v. Pfeiffersberg, Ritter (der Adler im Schilde ist nicht gekrönt und wiederholt sich auf dem rechten Helme, während der linke den Felsen mit dem Sterne trägt. Die Schildhalter sehen einwärts). — v. Lang, S. 476 und 477: v. Pfeiffersberg, Ritter. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 188: Pfeiffer v. Pfeiffersberg, — v. Hellbach, II. S. 226. Oesterreich, Bayern. Jobann Baptist Pfeiffer (Megerle v. Mühlfeld nennt denselben nur Johann P.), Administrator des Achenrainer Berg- und Schmelzwerkes, wurde vom Kaiser Carl VI., 10. Mai 1721, mit dem Prädicate: v. Pfeiffersberg, in den erblän- disch-österreichischen Ritterstand erhoben und erhielt, 4. März 1732, eine Wappenvermehrung: nach den erwähnten handschriftlichen No- 339 tizen den zweiten Helm und das rechte Feld. Dem gemäss giebt aucli die zu der Beschreibung des Wappens vorgelegene Handzeichnung die Helme, wie zuerst angeführt ist. — Ein Urenkel des Johann Baptist Bitters P. v. P., Leopold Maria Bitler v. P., geh. 1 785, Inhaber von Haunsberg im Landgerichte Hallein, war nach Lang (a. a. 0.) in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Pfetten, Freiherren. Stammwappen des Geschlechts v. Pfetten: im silbernen Schilde ein schwarzer Querhaiken, auf welchem ein schwarzer Kater nach der rechten Seite schreitet. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, auf welchem der Kater des Schildes vorwärts gekehrt, zwischen zwei mit einem schwarzen Querbalken belegten, silbernen Büffelshörnern, sitzt. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — v. Hefner, II. 51 und S. 50. Wappen der Freiherren Pfetten v. Niederarnbaeh (Diplom vom Jahre 1668, s. unten): Schild geviert mit Mittelschilde. Im Mittelschilde das oben beschriebene Stammwappen. 1 und 4 in Schwarz ein aus dem unteren Feldesrande aufwachsender, einwärts gekehrter, goldener Löwe, welcher mit beiden Vorderpranken ein Schwert mit goldenem Griffe hält und sich dasselbe durch den Bachen stüsst (Wappen der Taufkircher v. Taufkirch oder Alt-Taufkirch); 2 und 3 dreimal quer getheilt, ergiebt also vier an einander liegende Querhaiken. Der erste (obere) und dritte Balken des 2. Feldes ist blau, der zweite aber in der rechten Hälfte silbern, in der linken roth, und der vierte (unlere) Balken in der rechten Hälfte roth, in der linken silbern. Im dritten Felde ist dagegen der zweite und vierte Balken blau, der erste rechts silbern, links roth, und der dritte rechts roth, links silbern (Wappen der Lanzenberger zum Weeg oder Lanzenperg). (Diese beiden Felder so zu beschreihen, dass nach der Beschreibung auch ein Nichtheraldiker das Wappen richtig zeichnen würde, durfte schwer sein: dem Verfasser scheint die hier gegebene Beschreibung allgemein verständlich, v. Wölckern, III, hat diese beiden Felder, wie folgt, beschrieben: das 2. und 3. Feld ist blau und hat das 2. einen von Silber und Bolh der Länge nach getheilten Querhaiken und dann einen von Both und Silber der Länge nach getheilten Fuss; das 3., gleichfalls blaue 22* 340 Feld aber ein von Silber und Roth der Länge nach getlieiltes Haupt, und einen von Roth und Silber der Länge nach getheilten Querbalken. Die Beschreibung dieser Felder, welche v. Hefner gegeben bat und welche gar nicht zu verwerfen ist, s. unten.) — Auf dem Schilde stehen drei gekrönte Helme. Der mittlere trägt den Helm des Stammwappens, die oben beschriebene Katze mit den Büffels- hörnern; aus dem rechten Helme wächst der Löwe des 1. und 4. Feldes mit dem durch den Rachen gestossenen Schwerte auf, und aus dem linken Helme wächst einwärtssehend ein silbernes Einhorn empor (Helmschmuck der Lanzenherger zum Weeg). Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden, links roth und silbern. — Wappenhuch des Königreichs Bayern, III. 77. — v. Ilefner, II. 51 und 50 (selzt. in das 2. und 3. Feld nicht einen aufwachsenden, sondern einen halben Löwen und beschreibt das 2. und 3. Feld folgendermassen: das 2. Feld von Blau und Silber dreimal getheilt; der obere Platz hat eine rechte, der untere eine linke rothe Hälfte. Das 3. Feld wie das 2., doch gestürzt). — Tyroflf, I. 49 (eine in den Farben mehrfach unrichtige Zeichnung. Alles, was im Wappen schwarz sein soll, ist blau tingirt, und der Löwe im 1. und 4. Felde und auf dem rechten Helme silbern. Ueberdies sind, was die von Roth und Silber der Länge nach gelheilten Balken im 2. und 3. Felde anlangt, die Farben gewechselt, das Thier im Mittelschilde und auf dem mittleren Helme ist deutlich ein Tiger, im Mittelschilde gedeckt, auf dem Helme ohne Flecke, und die Helme, sämrntlich mit blau-silbernen Ilelmdecken, sind mit funfperligen Kronen gekrönt. Wappen der Freiherren v. Pfetten-Füll. Schild geviert mit Mittelschilde. Im rothen Mittelschilde ein auf silbernem Boden nach der rechten Seite aufspringendes, silbernes Füllen (Stammwappen der erloschenen altbayerischen Familie v. Füll auf Windach und Kammerberg). 1 in Blau ein schrägrechts diessender Strom (Windach); 2 wie Feld 2 und 3 wie Feld 3 im Wappen der Freiherren v. Pfetlen nach dem Diplome von 1688 mit den Wappenbildern der Lanzenherger und Taufkireher, in welchem letzteren Wappen der Löwe halb ist, s. oben, und 4 in Roth ein schrägrechts gelegtes silbernes Beil (Kammersberg, wie oben Windach, aus dem Feilschen Wappen). Auf dem Schilde steht eine siebenperlige Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Der mittlere Helm trägt das Füllen des Mittelschildes zwischen zwei rothen Büffelshörnern, welche in den Mündungen mit drei Straussenfedern, roth, 341 silbern, roth, besteckt sind (Helmschmuck des Füllschen Wappens), der rechte Helm den halben Taufkircherschen Löwen des 3. Feldes, und der linke llelm, doch ohne die Büffelshörner, die Katze des Pfettenschen Helmes. Die Helmdecken sind rechts oben roth und silbern, unten schwarz und golden, links aber blau und silbern und unten roth und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, XIII. 22. — v. Hefner, 51 und S. 50 (das Füllen im Mittelschilde springt auf einem silbernen Dreiberge auf, und die Heinidecken sind rechts schwarz und golden, links blau und silbern. Sehr richtig ist übrigens die S. 50 beigefügte Bemerkung, dass bei Vereinigung des Pfettenschen Wappens mit dem durch Erbschaft [s. unten] angefallenen Füllschen Wappen nicht den Grundsätzen der Heraldik gemäss verfahren worden sei. Von dem Pfettenschen Stammwappen fehlt, was v. Hefner noch unausgeführt gelassen hat, der ganze Schild und der halbe Helmschmuck, und der Hälfte des letzteren ist nur der letzte Helm angewiesen, der Mittelschild und die ersten Plätze des Schildes, Feld 1 und 4, sind dem Füllschen Wappen eingeräumt, und die bei Erhebung der Pfettenschen Familie in den Freiherrenstand hinzugekommenen Schilder der Taufkircher und Lanzenberger finden sich im 2. und 3. Felde vor, vom letzteren Schilde ist aber der Helmschmuck weggelassen worden. Doch sei in Bezug auf diese Bemerkung hinzugefügt, dass es nicht leicht ist, zwei mehrfach zusammen gesetzte Wappen gut mit einander zu vereinigen. Wollte man in dem hier in Rede stehenden Falle Alles, bis auf den Lanzenbergerscher Hehn, in das vereinigte Wappen bringen, so konnte man dasselbe so ordnen: Mittelschild: das Pfet- lensche Stammwappen; 1 das Füllsche Stammwappen; 2 Taufkircher v. Taufkirch; 3 Lanzenberger, und 4 der Länge nach ge- theilt: rechts Windach, links Kammerberg. Helme: mittlerer Helm der Pfelteusche, rechter Helm der Füllsche, linker Hehn der Tauf- kirehersche Helm. Der Lanzenbergersche Helm war nur durch Hinzufügung eines vierten Helmes zu ermöglichen, und die Ordnung derselben hätte dann nachstehende sein müssen: mittlerer rechter Helm der Pfettensche Helm, mittlerer linker der Füllsche, rechter der Taufkirchersche und linker der Lanzenbergersche Helm. Doch das Wappen wurde, wie angegeben, vereinigt und ist bestätigt worden, muss also so bleiben). Nachrichten über die Familie der Freiherren v. Pfetten geben: Gauhe, I. S. 1603 und 1604, nach Buce- lini. — v. Lang, S. 200 und 201. — v. Hellbach, IL S. 227. — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1853. S. 324—329, und 342 1S57. S. 545, mit Berufung auf 1856. S. 493—495 (der Lowe im 1. und 4. Felde des freiherrl. v. Pfettenschen Wappens ist wachsend angenommen und die Felder 2 und 3, wie folgt, beschrieben: „das 2. und 3. Feld ist viermal quer getheilt, oben ist der 1. und 3., unten der 2. und 4. Theil blau, oben ferner der 2. und unten der 1. von Silber und Roth, die beiden anderen aber von Roth und Silber gestückt". Das Wappen der Freiherren v. Pfetten-Füll ist bisher in diesem Werke noch nicht beschrieben worden). Bayern. Marquard v. Pfetten, Herr auf Niederarnbach, kurbayerischer Kämmerer und Kammerdirector und später Geh. Rath und Kammerpräsident, wurde vom Kaiser Leopold I., laut Diploms d. d. Neustadt, 4. April 1668, mit dem Prädicate: v. Niederarnbach, in den Freiherrenstand erhoben. — Alles, allbayerisches Adelsgeschlecht, welches sich früherPfettner schrieb und dessen Stammburg und Veste Pfetten in der Stadt Landsberg im Isarkreise, in welcher Stadt noch jetzt die meisten Häuser der Altstadt der Familie zu Lehen gehen, lag. Die durch Urkunden erwiesene Stammreihe des Geschlechts, welchem später auch das Erbschenkenamt vom Hochstifte Regensburg zustand, beginnt um 1150 mit Ulrich Pfettner, Ritter, welcher auf seiner Burg bei Landsberg sass. Von den Nachkommen desselben hatte Ulrich Pfettner 1380 von den Herzogen Johann und Stephan von Bayern das Gut Rauchen-Lechsberg pfandweise inne, vertauschte es aber später erbeigenthümlich gegen Schloss Pfetten bei Landsberg. Jacob Pfettner, in neunter Generation, war Stallmeister des Herzogs Albrecht von Bayern und Pfleger zu Kling. Derselbe erhielt 1552 vom Hochstifte Freisingen den durch Vermählung mit Anna Lanzenberger erlangten Silz zum Weeg zu Leben und besass nach dem Tode seiner Vetlern alle Plettenschen Leben bei und um Landsberg. Der Enkel desselben war der oben genannte Freiherr Marquard von Pfetten, welcher Nieder-Arnbach vom Kurfürsten Max Emanuel von Pfalzbayern, gegen Abtretung der Hofmark Manzing, 1663 lehenweise und 1690 frei eigentümlich erwarb und aus Nieder-Arnbach und seinem sonstigen Vermögen für seine Nachkommen zwei Fideicommisse stiftete, welche er auf seine beiden Sühne aus der Ehe mit Catharina Freiin v. Tauffkirch, die Freiherren Johann Franz Marquard und Sigmund Marquard, vererbte. Beide wurden die Stifter von zwei Linien, welche jetzt noch blühen: es stiftete nämlich Freiherr Johann Franz Marquard die ältere Linie zu Mariakirchen und Freiherr Sigmund Marquard die jüngere Linie zu Arnbach. — Die genealogischen Verhältnisse der 343 jetzt lebenden Glieder der älteren Linie zu Mariakirchen sind nachstehende: von dem Stifter dieser Linie, dem Freiherrn Johann Franz Marquard, stammte aus der Ehe mit Franzisca Freiin v. Brunn Johann Ferdinand, vermählt mit. Theresia Freiin Wagner v. Vilsheim, und von diesem Johann Ignaz, gest. 1803, kurbayer. Kämmerer, Erbschenk des Hochstifts Regensburg, vermählt mit Maria Cacilia Freiiii v. Pleiten. Von den aus dieser Ehe stammenden Sühnen setzten zwei, Ignaz Judas Thaddäus und Ignaz Marquard, den Mannsstamm fort. Von dem Freiherrn Ignaz Judas Thaddäus, Herrn auf Mariakirchen, gest. 1804, kurbayer. Kämmerer und Re- gierungsralhe in Landshut, stammte aus der Ehe mit Maria Magdalena Freiin Ilorneck v. Homberg als ältester Sohn Freiherr Joseph, gest. 1852, Herr'auf Grunertzhofen und Windach in Ober-Bayern, k. bayer. Kämmerer, vermählt mit Maximiliane Maria Theresia Grälin v. Türring-Jettenbach, verw. Grälin Waldkirch. Derselbe fügte in Folge des Testaments des letzten Freiherrn Ferdinand Don v. Füll dessen Namen und Wappen zu seinem Namen und Wappen (s. oben), docli starb derselbe ohne Nachkommen, und es folgte ihm in den Fideicommissbesitzungen zu Windach, Grunertzhofen und Erasing sein Bruder, Ignaz Freiherr v. Pfetten-Füll, geh. 1801, k. bayer. Forstmeister zu Friedberg, vermählt, in erster Ehe mit Mätlhilde Freiin v. Godin und in zweiter mit der Schwester derselben, Theresia Freiin v. Godin, welcher den Stamm, neben mehreren Töchtern, durch einen Sohn, Joseph, fortgesetzt hat. Der Bruder desselben (drei andere ältere Brüder sind im Kriege geblieben) ist Freiherr Jacob, geh. 1798, k. bayer. Revierförster zu Waidhaus, in erster Ehe vermählt mit Theresia v. Ringel, in zweiter mit Catharina Zwickel, hat den Stamm durch einen Sohn, Maximilian, fortgepflanzt. — Freiherr Ignaz Marquard, jüngerer Sohn des Freiherrn Johann Ignaz (s. oben), vermählte sich mit Maria Anna Freiin v. Schneidt, Erbin von Ramspaur, und aus dieser Ehe entspross Freiherr Joseph, gest. 1816, k. bayer. Kämmerer und Oberst-Postmeister zu München, vermählt mit Josepha v. Kohell, aus welcher Ehe zwei Sühne stammen: Freiherr Maximilian, Herr auf Ramspaur, vermählt mit Johanna Schroeder, gest. 1844, welche demselben vier Töchter hinterlassen hat, und Freiherr Carl, Herr auf Warth etc., k. bayer. Kämmerer. — Die jüngere Linie zu Arnbach stiftete, wie oben erwähnt, der jüngere Sohn des Freiherrn Marquard, Freiherr Sigmund Marquard, vermählt mit Catharina Hörwarth v. Hohenburg. Aus dieser Ehe stammte Max Leopold, ver- 344 mählt mit Maria Elisabeth Freiin v. Burgau, und von diesem Freiherr Franz Ignaz, Herr auf Ober- und Nieder-Arnbach, kurbayer. Kümmerer, vermählt mit Maria Franzisca Freiin v. Reisach. Aus dieser Ehe entspross Freiherr Marquard Ignaz, kurbayer. Kämmerer und Hauptmann, vermählt mit Theresia Freiin v. Müller. Der ältere Sohn desselben ist das jetzige Haupt der hier in Rede stehenden Linie: Joseph Freiherr v. Pfetten zu Ober- und Nieder-Arnbach, geb. 1784, k. bayer. Kämmerer, Oberst und Commandern - des Landwehr-Bataillons Schrobenhausen, vermählt in erster Ehe mit Walburga Gräfin v. Daun, gest. 1822, und in zweiter mit Theresia Gräfin v. Spreti. Aus erster Ehe stammen, nehen fünf Schwestern, fünf Sühne, Freiherr Maximilian, geb. 1807, k. bayer. Kammerjunker, vermählt mit Adelheid Freiin v. Aretin, aus 'welcher Ehe zwei Sühne, Hermann und Sigmund, entsprossen sind; Freiherr Nepo- muk,. geb. 1808, k. bayer. Hauptmann; Freiherr Joseph, geb. 1812, k. bayer. Fürster; Freiherr Ortolf, geb. 1820, k. bayer. Oberlieutenant, und Freiherr Carl, geb. 1821. — Die drei Brüder des Freiherrn Joseph sind, nehen zwei Schwestern, Freiherr Nepomuk, geb. 1785, k. k. Canzlist bei dem IIof-Kriegsrathe zu Wien; Freiherr ignaz, k. bayer. Oberst und Regiments-Commandant, vermählt mit Catharina de Courville, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, ein Sohn, Oscar, geb. 1827, entsprossen ist, und Freiherr Anton, geb. 1798, k. bayer. Kämmerer und Ober-Appellations-Gerichtsrath zu München, vermählt mit Josephine Freiin v. Wulffen, aus welcher Ehe, neben drei Tüchtern, zwei Sühne, Friedrich und Ernst, leben. v. Pflacher (Pflachner), Freiherren Schild geviert: 1 und 4 quer getheilt, oben Gold ohne Bild, unten in Blau ein nach der rechten Seite schwimmender, silberner Fisch; 2 und 3 in Silber ein schrägrechts fliessender, blauer Fluss. Auf dem Schilde stehen zwei gekrünte Helme. Der rechte Hehn trägt, zwischen zwei von Blau und Gold quer getheilten Büffelshür- nern, ein aufrecht gestelltes, silbernes Stundenglas, und der linke einen die Sachsen einwärtskehrenden, halb geschlossenen, von Silber und Blau quer getheilten Adlersflug. Die Decken des rechten Helmes sind blau und golden und die des linken blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 77. — v. Hefner, II. 345 51 lind S. 50: Freiherren v. Pflacher zu Oberbergkbam und Gross- Schirggarn. — v. Lang, S. 201: Freiherren v. Pflachner zu Oher- bergkham und Gross-Schirggarn. — v. Hellbach, II. S. 228 (wie v. Lang, nur mit dem Druckfehler: Scliirzgarn). Bayern. Altes, bayerisches Adelsgeschlecht, welches vom Kaiser Carl V., 1532, den Adel, und vom Kaiser Leopold, 1700, auf Grund des älteren Diploms eine neue Bestätigung des der Familie zustehenden Adelsstandes erhielt. Der Freiherrenstand kam vom Kurfürsten Max Joseph von Pfalzbayern, 20. Juli 1761, in der Person des Ferdinand Rudolph v. Pllachner in die Familie, und ein Enkel desselben, Rudolph Ferdinand Freiherr v. Pflachner, geb. 1794, wurde, nach v. Lang, in die Adelsmatrikcl des Königreichs Bayern eingetragen. v. Plate (Plate v. Bassenfleth.). Im blauen Schilde eine mit dem Gelenke nach oben und mit der innern Seite nach vorn gekehrte, silberne Muschel. Aul dem Schilde steht ein mit einem von Silber und Blau sechsmal gewundenen Wulste bedeckter Ilelm, welcher einen offenen Adlersllug, dessen rechter Flügel silbern, der linke blau ist, trägt. Die Hehndecken sind blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, C. 48 und S. 11: Plate v. Bassenfleth). — Siebmacher, I. 171: v. Platho, Sächsisch (die Muschel kehrt die äussere Fläche nach vorn. Auf dem gewulsteten Helme steht ein die Sachsen rechts kehrender, blauer Adlersflügel. Die „Declaration" sagt: eine weisse Muschel im blauen Schilde. Auf dem Helme ein blauer Flügel, der Bausch und die Helmdecke blau und weiss). — Micrael, VI. S. 514 (sagt: eine Muschel und auf dem Helme einen weissen Adlersflügel). — Mushard, S. 432: Plate v. Bassenfleth (im blauen Felde eine silberne- Muschel. Aul dem gekrönten Helme einen blauen, die Sachsen rechts kehrenden Adlersflügel. Ilelmdecken silbern und blau). — v. Mcding, I. S. 432 (nach Mushard, Siehmacher und Micrael, so wie mit der Angabe, dass ein Petschaft, statt eines gekrönten, einen gewulsteten Helm gehabt habe). — Gauhe, I. S. 1635 und 1636. — Zedier, XXVIII. S. 689 und 690. — v. Hellbach, II. S. 239. — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 227. Hannover. Altes, Bremisches, urkundlich schon 1300, 1319 346 und 1337 vorkommendes Adelsgeschlecht, welches von dem ihm zustehenden Rittersitze Bassenfleth den Beinamen bekam. Nach I'ommern soll, wie Micrael angiebt, die Familie 1308 aus dem Braunschweigischen gekommen sein. Da derselbe als Wappenbild die Muschel angeführt hat, so trifft ihn die Bemerkung nicht, dass man hei älteren Nachrichten über gleichnamige Familien nie vergessen darf, dass es mehrere Geschlechter dieses Namens gegeben hat und noch giebt. — Heinrich v. Plate war zu Anfange des 17. Jahrhunderts herz. Sachsen-Lauenburgischer Statthalter im Lande Hadeln, und Bernhard Bogislav v. P. um 1650 holländ. Oberst. — Die Familie Plate v. Bassenlleth gehürt jetzt zum landsässigen Adel des Königreichs Hannover und besitzt die Güter Bruchhof, Hören, Altenwisch, Stellenfleth und Wechtern iiu Bremischen. v. Rast zu Faal, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im silbernen Mittelschilde auf grünem Boden eine an die Seitenränder des Schildes sich anschliessende, rothe Burg mit geschlossenem, schwarzem Thore, neben welchem sich rechts, wie links, zwei Schiessscharten finden, oben mit sieben Zinnen und mit einem dreiziiinigen, oben spitzen Tburme, unter dessen Zinnen zwei Fenster neben einander stellen. 1 und 4 in Roth ein rechts gekehrter, goldener Löwe, welcher in der rechten Vorderpranke ein grünes Kleeblatt hält, und 2 und 3 in Silber ein aufrecht gestellter, oben beringter, silberner Anker. Auf dem Schilde steht eine siebenperlige Krone und auf dieser ein gekrönter Helm, welcher, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen rechter Flügel von Blau und Silber, der linke aber von Silber und Roth quer getbeilt ist, die auf grünem Boden stehende Burg des Mittelschildes trägt. Die Helmdecken sind rechts blau und silbern, links roth und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, XI. 36. — v. Heiner, II. 53 und S. 52 (giebt die Burg im Mittel- schilde als eine auf einem grünen Dreiberge stehende rothe Zinnenmauer mit spitzigem Thunne). Bayern, Oesterreich. Ferdinand v. Liebmann, Besitzer der Herrschaft Faal in Steiermark, wurde vom Könige Ludwig I. von Bayern, 15. Mai 1831, unter Aenderung des Namens Liebmann in Rast, in den Freiherrenstand des Königreichs Bayern erhoben. 347 Derselbe hatte früher, 1*2. März 1830, von dein genannten Könige den Adelsstand erhalten. v. Rau. Im schwarzen Schilde ein schräglinker, silberner Balken, welcher mit drei fünfblätterigen, rothen Rosen belegt ist. Auf dem Schilde steht ein rechts gekehrter, gekrönter Helm, welcher einen die Sachsen rechts kehrenden, schwarzen, mit dem Querbalken und den Bosen des Schildes belegten Adl ( ersflügel trägt. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche JNotizen. — N. Preuss. Adelslexicon, IV. S. 87 und 88. Sachsen, Preussen. Christoph Friedrich Bau, kursächs. Lieutenant der Infanterie und Lehrer der Mathematik an der Ca- dettenschule zu Dresden, wurde im kursächsischen Beicbs-Vicariate, laut Diploms d. d. Dresden, 11. Sept. 1790, in den Adelsstand erhoben. Von den Söhnen desselben wurde Rudolph Friedrich Carl Heinrich v. B. 1800 Lieutenant in der kursächs. Leibgrenadiergarde, und Carl Ferdinand v. B. trat 1805 als Fähndrich in die kursächs. Armee. Letzterer nahm 1815 als k. sächs. Hauptmann der Infanterie den Abschied, ging in k. preuss. Dienste und starb 1833. v. Rauchhaupt. Schild von Bolli, Silber und Blau quer getheilt. Auf dem Schilde steht ein Helm, aus welchem der Rumpt eines vorwärtssehenden, bärtigen Mannes aufwächst, dessen Kleid der Länge herab von Roth, Silber und Blau getheilt und dessen Kopf auf dem Scheitel mit sechs schwarzen Hahnenfedern besetzt ist, von welchen drei sich rechts, drei links kehren. Die Ilelnulecken sind rechts roth und silbern, links blau und silbern. — Abdrucke von Petschaften und Handzeichnungen, von welchen einige aut dem Kopfe des Mannsrumpfes nur fünf Federn, von welchen drei sich rechts und zwei links wenden, zeigen, während auf anderen nur zwei Federn, die eine nach rechts, die zweite nach links fliegend, zu sehen sind. — Siebmacher, I. 154: v. Bauhaupt, Meissnisch (die „Declaration" 348 sagt: ein abgetheilter Schild, oben roth, in der Mitte weiss, unten blau. Auf dein Helme das Männlein auch mit diesen Farben ab- getbeilt, die Federn schwarz, die Helmdecke auf der rechten Seite roth und weiss und auf der andern blau und weiss. — Val. König, III. S. 907 — 917: v. Rauchhaupt, wie alle übrigen Schriftsteller (giebt den Mann auf dem Helme mit den sechs Hahnenfedern ohne Kopfhaare an und sagt, dass das Kleid desselben die Länge herab von Roth, Silber gespitzt und Blau abgetheilt sei). — Knauth, S. 555. — Zedier, XXX. S. 1075—1077. — Gauhe, I. S. 1809 und 1810. — v. Ilellbach, I. 289. — N. Preuss. Adelslexicon, IV. S. 464 und 465 (das Wappen wird wie folgt beschrieben: im oben rothen, unten blauen Schilde ein silberner Querbalken. Aus der Krone des adeligen Sturmhelmes wächst ein geharnischter Ritter mit rauhem Haupte (redendes Wappen). Preussen, Sachsen, Anhalt, Braunschweig. Altes, später aus dem Stammhause Hohenthurm bei Halle stammendes Adelsgeschlecht, welches in der Mark, im Magdeburgischen, im Meissnischen, dem ehemaligen Kurkreise, im Braunschweigischen und Anhallschen begütert wurde und sich auch nach Preussen verbreitete. Nach Knauth besass die Familie Rosenfeld und Riedeburg im Amte Delilsch und Ilohentburn (Hohenthurm), Cassa, Pauch, Sküna, Rüsen, Sagsdorf etc. im Kurkreise. Im Magdeburgischen kam Trebnitz a. d. S. in die Hand derselben. Das N. Preuss. Adelslexicon (a. a. O.) nennt als Besitzungen des Geschlechts die Güter Brachstaedt, Spüren, Sagisdorf (Sagsdorf), Trebnitz, Preussen- dorf, Ilohenstaedt, Culm, Oppin, Nimberg etc. — Val. Ivünig (a. a. O.) beginnt die ordentliche Stammreihe mit Heinrich v. R., welcher um 1380 im Erzstifte Magdeburg in grossem Ansehen stand. Der Sohn desselben, Hans v. R., erkaufte 1430 das oben genannte Gut Hohenthurm, und bald nach dieser Zeil schied sich die Familie in die Häuser Brachstaedt und Trebnitz. Das erstere Haus stiftete Albrecht Hildebrand v. R. auf Landin in der Mark Brandenburg. Von demselben stammte Rudolph v. R., k. k. Oberst, von dessen Enkeln Hildebrand v. IL, Herr auf Landin, fürstl. Lüneburgischer Hofmeister wurde. Von Letzterem entspross Albrecht Vollrath v. R., welcher zuerst aus der Mark sich in Torgau niederliess. Von den Söhnen desselben wurde Albrecht Vollrath (IL), Herr auf Brachstaedt, um 1580 fürstl. hessischer Oberst-Lieutenant, und sein Sohn, Hans Christoph, ebenfalls Herr auf Brachstaedt, fürstl. Magdeburgischer Oberschenk, Stallmeister etc., starb 1678 als Amtshauptmann 349 zu Rothenburg ohne männliche Nachkommen. — Das Haus Trebnitz fing Simon v. I!., I'ilrstl. Magdeburg. Hofmarschall, an, welcher 1454 das genannte Gut kaufte. Der gleichnamige Sohn desselben wurde Amtshauptmann zu Giebichenstein, und ein Enkel desselben war Vollrath v. R., Herr auf Trebnitz und Hohenthurm, von dessen Nachkommen Hans Otto 1706 k. dänischer Oberst war. Die oben erwähnten Nachrichten über die Häuser ßrachstaedt und Trebnitz hat nach Val. Ivünig auch Gauhe (a. a. 0.) mitgetheilt und seinen Angaben noch aus dem bekannten, ihm itberlassenen genealogischen Manuscripte hinzugefügt, dass im 2. Deccnnium des 18. Jahrhunderts ein v. D. kursächs. Oberst-Lieutenant gewesen sei, dessen einziger Sohn, Johann Christoph v. R., 1724 sich aus Grimma weggewendet, ohne dass man Weiteres von ihm erfahren habe. Neuere genealogische Nachweise über die Familie, welche sehr genau sind und daher wohl aus der Familie seihst stammen, giebt das N. Preuss. Adelslexicon (a. a. 0 ). Dieselben beginnen mit Hans Christoph v. R., Herrn auf Trebnitz, Hohenthurm, Nimberg etc., welcher 1704 als hannov. ßrigadegenoral starb und vier Söhne hintcrliess, welche den Stamm lortpflanzten. Vom vierten Sohne desselben, Vollrath Thimo v. R., welcher aus dem väterlichen Erbe das Gut Trebnitz erhielt, lebten zwei in k. preuss. Kriegsdiensten stehende Söhne, und mit seinem Enkel, Franz Dietrich Wilhelm v. R., geh. 1757, stand 1792 die Familie nur noch auf zwei Augen. Derselbe diente als Major im k. preuss. Cuirassierregimente v. Quilzow, nahm seinen Abschied und starb 1805 zu Trebnitz. Aus der Ehe mit Henriette v. Rohr, gest. 1823, stammten drei Töchter, welche sich mit Sprossen der Geschlechter v. Werder, v. Rohr und v. Majerinck vermählten, und vier nach den Töchtern geborene Söhne: Wilhelm v. R., geh. 1792, k. preuss. Major a. D. und Herr auf Trebnitz, vermählt mit Caroline v. Reiche; Louis v. R., geb. 1796, welcher 1837 k. preuss. Capilain im 2. Garderegimente war, vermählt mit Albertine v. Alvensleben; Albert v. R., k. preuss. Forstbeamter, vermählt mit Rudolphine Stegmann, und Fedor v. R., geb. 1804, welcher im oben genannten Jahre 1837 als Lieutenant im k. preuss. Garde-Dragonerregimente stand. Der zweite Sohn, Louis v. IL, hat den Stamm, so weit die Nachrichten reichen, durch die Söhne Hugo, geh. 1824, Bruno, geb. 1828, und Werner, geb. 1834, der dritte Sohn aber, Albert v. R., durch einen Sohn, Vollralh, fortgesetzt. Nähere Angaben über die eben genannten neueren Glieder der Familie finden sich am citirten Orte des N. Pr. Adelslcxicons. 350 v. Reck auf Autenried, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im gekrönten, rotli einge- fassten Mittelschilde von Hermelin ein blauer Querbalken. 1 und 4 in Blau fünf, mit einem goldenen Bande zusammen gebundene, goldene Aehren, und 2 und 3 drei über einander nach der rechten Seite laufende, schwarze Windspiele mit goldenen Halsbändern. Auf dem Schilde steht eine siebenperlige Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Der mittlere Helm trägt einen die Sachsen rechts kehrenden, mit einem blauen Querbalken belegten, silbernen Adlersflügel, der rechte den Hals und Kopf eines einwärtssehenden, silbernen Bracken mit beringtem und golden eingefasstem, blauem Halsbande, und aus dem linken Helme wächst, zwischen zwei von Silber und Schwarz mit gewechselten Farben quer gelheil- ten Büffelshörnern, einwärtssehend ein Bracke, wie die im 2. und 3. Felde, auf. Die Ilelmdecken sind rechts blau und silbern und links roth und silbern, und den Schild halten zwei einwärtssehende, von Blau und Gold quer getheilte Greife. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, X. 5: Freiherren v. Reck auf Autenried und Gross-Köstendorf. — v. Ilefner, II. 53 und S. 52: v. Reck auf Autenried (krönt den Mittelschild nicht mit einer gewöhnlichen, sondern mit einer sechsperligen Krone, setzt in das 1. und 4. Feld nur drei Aehren, und auf den mittleren Helm einen die Sachsen einwärts kehrenden, halb geschlossenen, mit einem blauen Querbalken belegten, goldenen Adlersflug und tingirt die Decken des mittleren Helmes roth und silbern, die des rechten blau und silbern und die des linken schwarz und silbern). Bayern. Die Gebrüder Sebastian und Johann Michael v. Reck wurden vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 13. März 1821, in den Freiherrenstand des Königreichs Bayern erhoben. Dieselben stammen aus einer ursprünglich Nürnbergischen Familie, in welche vom Kaiser Joseph IL, 13. Nov. 1787, der Adelsstand gekommen ist. v. Reck (in Hannover). Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein aufsteigender, bis an den obern Schildesrand reichender, schwarzer Sparren, welcher von drei schwarzen Trudenfüssen, einer oben rechts, der andere oben links und der dritte unten in der Mitte, begleitet 351 ist, links in Schwarz ein einwärts gekehrter, goldener Löwe, welcher in der rechten Vonlerpranke einen grünbelaubten, gebogenen Zweig mit drei blauen Bhnnen vor sieh nach aussen hält (die eine Blume steht oben nach links und unten, und die anderen beiden in der Mitte des Zweiges, eine nach oben, die andere nach unten). Aul' dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen Adlerstluge, dessen rechter Fliigel von Silber und Schwarz, der linke von Bold und Blau quer gelheilt ist, der Löwe der linken Schildeshälfte mit dem beschriebenen Zweige aufwächst. Die Helmdecken sind rechts schwarz und silbern, links blau und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, D. 9. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, XII. -72 (der Sparren steht in der Milte der rechten Schildeshälfte, der Löwe in der linken Hälfte und ist auf dem Helme doppelt geschweift, und der Zweig, welchen derselbe hält, zeigt nur die blauen Blumen ohne Blätter; der rechte Flügel auf dein Helme ist von Schwarz und Silber quer getheilt). — v. Hefner, IL 127 und S. 105 (wie im Wappenbuch des Königreichs Bayern. Das diesem Wappen von v. Hefner beigefügte Stammwappen ergiebt einen bis an den oberen Schildesrand reichenden Sparren, welcher von drei schwarzen Trudenfüssen, wie erwähnt, begleitet ist. Der mit einem schwarz-silbernen Wulste bedeckte Hehn trägt, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen rechter Flügel silbern, der linke schwarz ist, einen Trudenfuss. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. Nach v. Hefner wurde in dein unten angeführten Diplome von 1627, welches Diplom als Adelsbrief bezeichnet wird, das Slammwappen mit dem Wappen der Wizenhauser, welche bis auf eine Person abgestorben waren, wegen der Mutter des Erwerbers, welche eine v. Wizenhauser war, vermehrt. Die Blumen, welche der Löwe hält, werden im Diplome: drei blaue Ackolay oder Agni- lien-Blümlein genannt). — Pfeffinger, III. S. 785, 787 und 791. — Freih. v. d. Knesebeck, S. 233. Hannover, Bayern. Johann Beck, fiirstl. Braunschweig- Wolfenbiittelscher IIofgerichts-Assessor (nach anderen Angaben: Dr. Johann Recke, Abgeordneter am kaiserl. Ilofe), erhielt mit seinem Bruder, Georg Reck, Secrelair zu Goslar, von dem Kaiser Ferdinand IL, laut Diploms d. d. Wien, 29. Juli 1627, die Bestätigung des ihnen zustehenden Adels. Dieselben stammten aus einem angesehenen Patriciergeschlechte der früher reichsfreien Stadt Goslar, in welcher der Vater, Gross- und Urgrossvater, welcher letztere der Sohn eines Bürgers der Stadt Osterode im Fttrslenlhume Grubenhagen war, die Würde des Bürgermeisters bekleidet hatte. Bas Wappenbuch des Königreichs Hannover (s. oben) hat daher das Wappen der in Hannover forlblühenden Familie unter den patri- cischen Geschlechtern gegeben. Ueher den in neuerer Zeit nach Bayern gekommenen Zweig der Familie fehlen nähere Nachrichten. Der 1840 erschienene XII. Band des Wappenbuchs des Königreichs Bayern (s. oben) giebt das Wappen. Die Immatriculation in die Adelsmalrikel ist also vor dem genannten Jahre erfolgt. v. Reiboldt (Reibold). Schild quer getheilt: oben in Blau ein nach der rechten Seite aufwachsender, oder halber, silberner Greil; unten Silber ohne Bild. Auf dem Schilde steht ein mit einem von Blau und Silber sechsmal gewundenen Wülste bedeckter Helm, welcher den aufwachsenden Greif der oberen Schildeshälfte trägt. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften, welche meist die untere Schildeshälfte damascirt zeigen. — Siebmacher, I. 165: v. Reupolt, Meissnisch (das Wappen nimmt in der ersten Reihe der angegebenen Tafel die vierte Stelle ein: der aufwachsende Greif in der oberen Schildeshälfte und auf dem Helme ist sonach, in F'olge der Anordnung der Siebmacherschen Tafeln, links gekehrt. Die „Declaration" sagt: der Obertheil am Schilde blau, der Greif darin weiss, der Untertheil auch weiss. Auf dem Helme der Greif weiss, der Bausch und die Hehndecke blau und weiss). — Val. König, I. S. 810—819: v. Reibold (der aufwachsende Greif oben im Schilde, wie auf dem Helme, ist links gekehrt, und die untere Schildeshälfte damascirt. Die Beschreibung des Wappens giebt den Greif als halben, aufwachsenden, zum grimmigen Streit gerüsteten Greif mit rother, ausschlagender Zunge). — v. Meding, I. S. 474: (beschreibt zuerst nach Stammbäumen und Petschaften, von welchen eins der letzteren die untere Schildeshälfte damascirt zeige, das Wappen ganz so, wie oben zuerst angegeben wurde, geht dann auf Siehmacher Uber, sagt dann, dass er auf einem Stammbaume den Greif im Schilde und auf dem Helme, wie bei Siebmacher, links gekehrt gefunden, und setzt hinzu, dass er auf einem Petschafte auch einen nicht getheilten Schild mit einem völligen Greife gesehen habe). — Knauth, S. 558. — Gauhe, I. S. 1836—1838 (nach dem 353 ihm überlassenen genealog. Manuscripte und nach Grosser, Laus. Merkvv., III.) — Zedier, XXXI. S. 5 u. folg. — v. Hellbach, II. S. 300 (sämmtlich: v. Heibold). — Dresdner Calender zum Gebrauch für die Residenz, 1847. S. 179, und 1849. S. 163: v. Reiboldt. Sachsen. Altes, seil dem 15. Jahrhunderte näher bekanntes, sächsisches Adelsgeschlecht, welches im Voigtlande und Meissnischen, so wie in beiden Lausitzen zu bedeutendem Grundbesitze gelangte, und welches in Folge einer neueren Angahe (Dresdner Calender, 1847, s. oben), welche jedoch nicht verbürgt werden kann, ursprünglich aus Nürnberg stammen soll. Die älteste Resitzung der Familie war Rössnitz im Voigtlande, welches Gut Philipp v. Reiboki schon im 15. Jahrhunderte besass und bis 1734 in der Iland des Geschlechts blieb. Zu dieser Besitzung kamen später Nauendorf, Reinsdorf, Strassberg, Kloschwitz und Gutenfürst im Amte Plauen, im Meissnischen Polenz bei Stolpen, in der Oberlausitz Byhan, Kaltwasser, Mittel-Horcka, Rödersdorf etc. und in der Niederlausitz Cummerau und Jerischke. — Die ordentliche Stammreihe der Familie beginnt Val. Künig mit dem oben genannten Philipp v. R., Herrn auf Rössnitz, und dieselbe läuft von diesem absteigend durch die Glieder: Joachim (I.), Hans (welcher noch 1520 lebte), Christoph, Joachim (II.) und Hans Philipp, bis auf den Sohn des Letzteren, Hans Christoph, kursächs. Kammerjunker und Ober-Steuer-Einnehmer des voigtländischen Kreises, fort, welcher mit Agnes v. Ponickau vermählt war, aus welcher Ehe sieben Söhne stammten: 1) Hans Joachim V.R., Herr auf Kloschwitz und Mechel- grün, kursächs. Vice-Ober-IIof-Richter zu Leipzig, aus dessen erster Ehe mit Agnesa v. Seydewitz, zwei Söhne, Hans Erdmann, Herr auf Kloschwitz, und Gottlob Ferdinand stammten, von welchen Letzteren Hans Erdmann, vermählt mit Catharina Felicitas v. Watzdorf, den Stamm durch einen Sohn, Philipp Ferdinand, Gottlob Ferdinand aber, vermählt in erster Ehe mit Brigitta Magdalena v. Schauroth und in zweiter Ehe mit Ursula Sibylla v. Wolfersdorf, durch den Sohn erster Ehe, Christian Heinrich, und die beiden Söhne zweiter Ehe, Adam Erdmann und Christian Friedrich, fortsetzte; 2) Adolph Ilauhold v. R., kursächs. Oberst, vermählt mit Eleonore Constanlia Freiin v. Rechenberg, aus welcher Ehe nur vier Töchter entsprossten; 3j Hans Christoph v. R., und 4) Hans Philipp v. IL, welche beide unvermählt starben; 5) Philipp Ferdinand v. IL, Herr auf Nauendorf, Strassberg, Sachsgriin und Ebmalh etc., kön. poln. und kursächs. Geh. Rath, Ober-Kämmerer und Hof-Marschall, in iv. 23 354 erster Ehe mit Anna Sophia v. Knoch und in zweiter mit Anna Barbara Dorothea Gräfin v. Stubenberg und Kapfenberg vermählt, welcher 1712 ohne Nachkommen starb (Gauhe sagt von demselben, dass er den gräflichen Character erhalten habe, doch ist etwas Näheres Uber eine solche Erhebung, so berühmt auch derselbe zu seiner Zeit war und so viele Auszeichnungen ihm auch zu Theil wurden, durchaus nicht aufzufinden); 6) Hans v. 14., Herr auf Rüssnitz, vermählt mit Charlotte Victoria v. Ende, aus welcher Ehe die Sohne Friedrich August, Franz Ludwig, kursächs. Kammerjunker und Vice-Ober-Forstmeister zu Schöneck, Ilans und ITans Philipp stammten; und 7) Gottlob August v. R., Herr auf Polenz, Reinsdorf und Rödersdorf, kön. poln. und kursächs. Kammerherr, von welchem aus der Ehe mit Eleonore Marie v. Gersdorf ein Sohn, Wolf Adam, enlspross. So weit reichen die Nachrichten über die genealogischen Verhältnisse der Familie, welche ältere Werke ergeben konnten — wie von den jüngeren der genannten Sprossen des Geschlechts der Stamm weiter und bis auf die neueste Zeit fortgesetzt worden sei, ist im Zusammenhange nicht anzugeben, da zur Kunde der genealogischen Wissenschaft immer nur einzelne Glieder der Familie gekommen sind. Die Familie, aus welcher bis auf die neuere Zeit in hohem Ansehen Glieder in k. sächs. Militair- und Staatsdiensten gestanden haben, besitzt im Königreich Sachsen die Güter Polenz hei Stolpen, Neusalza und Spremberg etc. Reichbrod (Reichbrodt) v. Schrenekendorf. Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein rechtssehender, schwarzer Adler; 2 in Blau, und 3 in Roth fünf (1, 3, 1) weisse Brote. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen rechts gekehrten, zum Fluge sich anschickenden, schwarzen Adler trägt. Derselbe hält in der aufgehobenen rechten Kralle drei Teichkolben, unter welchen drei (2 und 1) Brote, wie die im Schilde, schweben. Die Hehndecken sind rechts rolli und silbern und links schwarz und silbern. Diese Beschreibung des Wappens kommt mit Abdrücken von Iland-Petschaften und mit dein Abdrucke eines grossen Petschaftes mit der Umschrift: Christian Gotllieb v. Schrenekendorf G. S. überein. Auf letzterem sind die Tincturen des Schildes, s wie dieselben oben bestimmt, sehr deutlich zu sehen. Was den 355 Helmschmuck anlangt, so sind die Teichkolben Vermuthung. Eine Handzeichnimg tingirt Feld 1 und 4 golden mit einwärtssehenden Adlern und Feld 2 und 3, wie auch ein Petschaft, roth. Der Adler auf dem Helme hält anscheinend drei Aehren und die Decken sind rechts roth und silbern, links schwarz und golden. — M. Schirmer, Pr, de nobilitate gentis Reichbrod a Schrenckendorf, Freyberg, 1695. (?) 4. — Gauhe, I. S. 2229, in dem Artikel: Schrenck. — v. Uechtritz, diploin. Nachrichten, III. S. 181 —185: Reichbrod v. Schrencken- dorff (Auszüge aus dem Klingenberger Kirchenhuche von 1646— 1757). -— v. Hellbach, II. S. 301. Sachsen. Der kursächs. Bergrath und Amtshauptmann zu Dippoldiswalde, Christian Reichbrod (Reichbrodt) wurde vom Kaiser Ferdinand III. 1646, mit dem Prädicate: v. Schrenckendorf, in den Reichsadelsstand erhoben. Derselbe, gest. 1660, war des Kurfürsten Johann Georg I. zu Sachsen Rath und Geheim - Secretair und stand bei demselben in besonderer Gunst. Er erwarb die Rittergüter Pesterwitz, Klingenberg und seine Nachkommen theilten sich in die Linien Pesterwitz und Klingenberg. Die erstere Linie erlosch 29. Septbr. 1735 mit Christian Ehrenreich R. v. S., welcher ohne Nachkommen in Teplitz starb, die andere Linie aber ist nach Allem (s. unten) im Mannsstamme mit Christian Gottlieb (IL) R. v. S. vor der Mitte des 18. Jahrhunderts ausgegangen. Christian Reichbrod v. Schrenckendorf hinterliess bei seinem Tode aus erster Ehe mit Sabine Salome Schmidt nur einen Sohn, Christian Sigmund, Herrn auf Klingenberg und Pesterwitz, aus der zweiten Ehe mit Margaretha Schaefer zwei Tochter, Christiane Elisabeth, geb. 1658, und Christiane Sophie, geb. 1660. Erstere vermählte sich 1679 mit Caspar Gottheit' v. Bühlau, Herrn auf Wünschendorf und Stoltzen- berg, kursächs. Kriegs-Commissar, letztere in demselben Jahre mit Georg Christoph v. Reitzenstein, kursächs. Kammerjunker und ßraun- schweigischem Oberstlieutenant, Herrn auf Poseck: das Wappen der Familie Reichbrod v. Schrenckendorf kann also in Stammbäumen der genannten Familien vorkommen. Der erwähnte Christian Sigmund R. v. S. hinterliess bei seinem 1696 erfolgten Tode von sieben Kindern, neben zwei Töchtern, von welchen sich Clara Christiane 1698 mit dem kursächs. Capitain Johann Georg v. Kannewurf, und Christiane Hedwig 1706 mit Christoph v. Hohberg, Landesältesten zu Görlitz, vermählte, die beiden Sühne Christian Ehrenreich (s. oben), welcher 1735 (das von v. Uechtritz angegebene Jahr 1753 ist unrichtig) ohne Nachkommen starb, und Christian •23* 356 Gottlieb (I.), gest. 1731, Herr auf Klingenberg, Wurgewitz, Nieder- Hermsdorf und Inihauer, welchem, als derselbe von der Freiherger Schule abging, der Rector derselben, M. Schirmer, den oben citirten Bogen über das Geschlecht der R. v. S., welchen Bogen jedoch aller Mühe ungeachtet, der Verfasser nicht benutzen konnte, drucken liess. Jedenfalls ist das von v. Hellbach (a. a. 0.) angegebene Druckjahr: 1665 unrichtig und das oben angegebene Jahr 1695 das wahrscheinliche. Christian Gottlieh (I.) R. v. S. vermählte sich in erster Ehe 1699 mit Maria Agnes v. Ilessler. Aus der zweiten mit Anna Sibylle v. Uechtritz 1703 geschlossenen Ehe stammte Christian Gottlieh (II.) R. v. S., geb. 1704, welcher sich in erster Ehe 1729 mit Elisabeth Juliana v. Venediger, in zweiter mit Maria Ottilie Wilhelmine v. Schonberg aus dem Hause Weiss-Culm vermählte. Mit demselben ist, da er keine Sühne, sondern nur zwei Töchter, Christiane Charlotte Elisabeth, geh. 1731, und Christiane Henriette Sibylle, hatte, von denen erstere sich 1751 mit Christian Ernst v. Heynitz, kursächs. Premierlieutenant, letztere 1755 mit Otto Heinrich v. Römer, kursächs. Capitain, vermählte, der Mannsstamm ausgegangen und zwar jedenfalls im 5. Decennium des 18. Jahrhunderts, denn die oben erwähnte zweite Gemahlin starb 1755 zu Pfürthen als verwitlw. Frau v. Vittinghoff. v. Reichenau; Schild geviert: 1 und 4 in Gold drei (2 und I) schwarze Wider- oder Doppelhaken, und 2 und 3 in Schwarz ein nach der rechten Seite aufspringendes, silbernes Einhorn mit goldenem Hörne und goldenen Hufen. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem das Einhorn des 2. und 3. Feldes aufwächst. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — v. Hefner, Lief. 18 oder Bd. II. Heft 8, Nassauscher Adel, 14 und S. 13. Nassau. Ein im Herzogthume Nassau bedienstetes Adelsgeschlecht, welches, wie v. Ilefner angiebt, aus dem ehemaligen Fttr- stenthume Nassau-Siegenburg stammt und daselbst in dem Seel- und Burbach-Grunde das adelige Gut „in den Heistern" besass. Dasselbe soll den Adelsstand im Anfange des 18. Jahrhunderts er- atten haben und ist von der alten fränkischen Familie dieses 357 Namens, welche von 1464—1706 vorkommt, so wie von den gleichnamigen Familien in Oesterreich zu unterscheiden. v. Reineck, auch Freiherren. Stammwappen: im grünen Schilde ein rechts aufspringender, silberner Fuchs. Auf dem Schilde ruht ein gekrönter Helm, aus welchem der Fuchs des Schildes aufwächst. Die Hehndecken sind grün und silbern. Vermehrtes Wappen: Schild geviert. 1 und 4 in Grün ein einwärts gekehrter, auf den Hinterläufen stehender, zum Sprung geschickter, silberner, moscovitischer Fuchs mit offenem Radien, rother, ausschlagender Zunge und von sich spreizendem Wedel; 2 und 3 in Blau eine im 2. Felde schräglinke, im 3. schrägrechle, schwarz ausgelugte, silberne Mauer von zwei Schichten und oben mit drei Zinnen (v. Eckardt). Auf dem Schilde steht ein gekrönter Ilelm, aus welchem der Fuchs des I. und 4. Feldes rechtssehend aufwächst. Die Hehndecken sind rechts grün und silbern und links blau und silbern. — Handzeichnungen und handschriftliche Notizen. - v. Hefner, Lief. 26. II. 5. Heft. 2, Frankfurter Adel, 5 und S. 6 (giehl in der Abbildung nur das Stammwappen, in der Beschreibung aber auch das vermehrte Wappen), und 18. Lief. Bd. IL 8, Adel des Herzogthums Nassau, 10 und S. 9 (der Schild ist blau und die Helmdecken sind blau und golden angegeben, doch ist bemerkt, dass die Tincturen auch so, wie oben angegeben, gefunden wurden). — N. Geneal. Handbuch, 1777. S. 318, 1778. S. 365 und Nachtrag, S. 159. — v. Hellbach, II. S. 306. Herzogthum Nassau, Grossherzogthum Hessen, Frankfurt a. M. Eine ehemals zu den adeligen Geschlechtern der Stadt Volkmaren im Herzogthume Westphalen gehörende Adelsfamilie, welche in der genannten Stadt ihre ßurgsitze und zu Mederich die Stamm- lehcngüter besass. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts geschieht eines Heinrich v. Reineck Erwähnung, welcher mit Gertrud v. Pa- penheim vermählt war, und 1560 bekleidete Hans v. Reineck, vermählt mit Ursula v. Loderbusch aus einem alten, später erloschenen Waldeckschen Geschlechte, die Stelle eines Hauptmanns im Regi- mente des k. schwedischen Obersten Elgar v. Dalwigk. Bei der Zerstörung der Stadt Volkmarsen im Jahre 1622 verlor die Familie 358 Reineck ihre Besitzungen und Güter, ja selbst die Familiendocu- mente und zerstreute sich nach Waldeck, Hessen und Frankfurt a. M., in welcher letzteren Stadt Hermann Reineck von Volkmarsen 1649 das Bürgerrecht erlangte und 1666 auf seinem Landgute zu Orarben-als hessencasselscher Rath und Agent starb. Derselbe hinterliess aus der Ehe mit Catharina Elisabeth Ayrer sieben Kinder, vier Sühne und drei Tüchler, von welchen ersteren sich Heinrich Christoph mit Anna Dorothea v. Rotsinann vermahlte und 1744 als waldeekscher Oberkammerrath kinderlos starb, Johann Nicolaus aber, vermählt mit Elisabetha v. Rülings aus Breda, und Conrad Valentin, geb. 1657, gesl. 1721, vermählt seit 1702 mit Esther Maria Margaretha v. Eekardt, den Stamm dauernd fortpflanzten. Letzterer hinterliess zwei Sohne, von welchen der jüngere, Friedrich Ludwig, geb. 1707, später die Stelle eines k. poln. und kursächs. Geh. Kriegs-Rathes bekleidete und vom Kaiser Carl VI. laut Diploms d. d. Wien, 17. März 1729, eine Erneuerung des Adelsstandes, mit Verleihung des oben beschriebenen, vermehrten Wappens erhielt, welche Erneuerung einige Jahre später auch auf dessen Vettern, Conrad Hermann und Christoph Ludwig Reineck, ausgedehnt wurde. Jetzt blüht die Familie nur noch im Grosshcrzoglhum Hessen und im llerzogthum Nassau. Im letzteren Lande ist dieselbe als freiherrlich anerkannt und es gehören zu diesem Geschlechte Julius v. Reineck, grossherzogl. liess. Hauptmann im 3. Infanterie- (Lieib-) Regimente, und Hieronymus Freiherr v. Reineck, herzoglich nassauischer Hauptmann und Referent des Kriegsdepartements zu Wiesbaden. v. Reutter. Im blauen Schilde auf grünem, oben am Schildesl'usse befindlichen Rasen ein, auf weissem, roth gesatteltem Rosse nach der rechten Seite sprengender, silbern geharnischter Ritter mit geschlossenem Visire. dessen Helm mit zwei weissen, nach links fliegenden Straussenfedern geschmückt ist, und welcher, mit der Linken den Zaum des Rosses haltend, in der Rechten einen Streithammer nach oben und mit der Spitze nach einwärts und unten schwingt. Auf dem Schilde steht ein rechts gekehrter, gekrönter Hehn, aus welchem, zwischen zwei blauen Bülfelshörnern, ein rechts gekehrtes, 359 weisses Einhorn aufwächst. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. Sachsen. Carl Eduard Reutter, kön. sächs. Souslieutenant, wurde im December 1826 vom Könige Friedrich August I. von Sachsen in den Adelsstand erhohen. Derselbe trat 1828 aus dem activen Dienste der k. sächs. Armee und wurde k. Rentbeamter und Salzverwalter zu Raulzen. Biederer v. Paar zu Schönau, Freiherren. Im blauen Schilde fünf (2, 1 und 2) secbsstrahlige, goldene Sterne. Auf dem Schilde ruht ein Helm, welcher ein quer gelegtes, blaues Kissen mit drei Quasten von gleicher Farbe trägt und auf dem Kissen steht ein sechsstrahliger, goldener Stern. Die Helmdecken sind blau und golden. — Wappertbuch des Königreichs Rayern, 111. 91: Freiherren niederer v. Paar zu Schönau. Mit der Annahme des genannten Wappenbuches stimmt Siebmacher, I. 88: Die niederer v. Parr, Bayerisch, nur sind die Quasten des Kissens nicht blau, sondern golden. Die „Declaration" sagt: ein blauer Schild, die Sterne darin gelb. Auf dem Helme ein blaues Kissen mit gelben Knöpfen, der Stern gelb und die Hehndecke blau und gelb. — v. Ilefner, II. 55 und S. 53: Freiherren niederer v. Paar zu Schönau (das Kissen ist roth tingirt; über die Farbe der Quasten ist nichts angegeben. Das Kissen wird neuerlich auch von anderer Seite, s. unten, roth angegeben, doch ist nicht zu leugnen, dass die Farbe des Schildes am ersten für ein blaues Kissen spricht). — Gauhe, 1. S. 1885: niederer v. Riedtheim und Paar (nach Bu- celini, Stemmat. P. III, und Crus. Annal. Suev. P. III). — v. Lang, S. 218: niederer Freiherr v. Paar zu Schönau. — v. Hellbach, II. S. 320 (führt zwei Familien niederer auf; nämlich zuerst Biederer Freiherr v. Paar zu Schönau und dann niederer v. Riedtheim und Paar, doch sind es nicht zwei, sondern nur, s. unten, eine und dieselbe Familie). —• Genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1857. S. 599—601 (das Kissen auf dein Helme ist, wie v. Hefner annimmt, roth angegeben. Die Quasten sind nicht erwähnt). Bayern. Georg Sigmund niederer v. Paar zu Schönau und Klein-München am Sulzbach, kurbayer. Truchsess, wurde vom Kurfürsten Maximilian Emanuel von Pfalzbayern, 22. Febr. 1692, in 360 den Freiherrenstand erhoben. — Altes, bayerisches Adelsgeschlecht, aus welchem Sprossen viellach in herzogl. bayer. Aenitern und Kriegsdiensten standen und welches urkundlich schon seit 1186 vorkommen soll. Dasselbe war zuerst am Lechrain und im Iler- zogthume Neuburg in Riedheim (Riedtheim, es giebl also nicht, wie v. llellbach annahm, zwei Familien Riedercr) angesessen, vertauschte aber später diese Besitzung mit Paar. Eberhard Biederer, Landrichter in Aichach und später in Dachau, kommt urkundlich 1420 vor. Ulrich Biederer begleitete den Herzog Ludwig mit dem Barte auf der Reise nach Frankreich und nach dem Concile zu Costnitz und ist wahrscheinlich der Ulrich v. Riedener, welcher 1454 als Dompropst zu Freising vorkommt. Sixt Biederer, Mautner zu Schärding, wurde von dem genannten Herzoge Ludwig namentlich in der Verwaltung des Landes gebraucht, und Michael v. R. war um 1469 Dompropst zu Regenshurg und herzogl. Canzler. Derselbe soll zuerst im Wappen die fünf Sterne geführt haben, während man für das ältere Wappen in Silber eine rothe Rose annimmt. Ein anderer Michael Riederer, welcher 1483 in das gelobte Land gezogen war, starb 1517 als Ptleger zu Rain. 1563 verkaufte die Familie Scldoss und Hof Paar, erhielt aber durch Vermählung Schloss und Hof Schönau in Niederbayern, eine Besitzung, welche nun fast drei hundert Jahre dem Geschlechte zusteht. — Von dem Enkel des oben genannten Freiherrn Georg Sigmund, dem Freiherrn Peter Joseph Albrecht, gest. 1757, kurbayer. Kämmerer, stammte aus erster Ehe mit Maria Eva Isabella Freiin v. Closen, gest. 1744, Freiherr Johann Nepomuk Franz Paula, gest. 1787, kurbayer. Kämmerer, vermählt mit Maria Johanna Violanta Freiin v. Poissl, und aus dieser Ehe entspross Freiherr Joseph Maria Ignaz Johann Nepomuk, gest. 1832, k. bayer. Kämmerer, vermählt mit Maria Egen- huber. Der Sohn des Letzteren, Jobann Nepomuk Freiherr Biederer v. Paar, gest. 1856, Herr zu Schönau und Klein-Müncben, k. bayer. Ober-Appellations-Gerichts-Rath zu München, vermählt mit Adelheid Freiin v. Magerl, gest. 1833, hat, da ein Sohn, Freiherr Caspar, k. bayer. Kammerjunker und Landgerichts-Assessor, vor ihm unvermählt gestorben ist, neben zwei Töchtern, einen Sohn, Freiherrn Eduard, geb. 1823, k. bayer. Kammerjunker und Lega- tions-Secretair bei dem heiligen Stuhle zu Rom, hinterlassen. Von den Brüdern des Freiherrn Johann Nepomuk lebt Freiherr Moritz, geb. 1802, k. bayer. Stadtgerichtsrath zu München, welcher, so viel bekannt ist, den Stamm ebenfalls fortgepflanzt hat. Nächst dem 31)1 blüht auch noch die Nachkommenschaft eines Bruders, des Freiherrn Johann Nepomuk Franz Paula (s. oben), des Freiherrn Ignaz, kurbayer. Kämmerers und Oberlieutenants ä la suite, vermählt mit Magdalena Werlberger, aus welcher Ehe Freiherr Aloys, geb. 1803, k. bayer. Hauptmann in Pension, vermählt mit Anna Maria Josepha v. Fassmann, stammt. Die Kinder desselben sind Freiin Maria, geb. 1839, und Freiherr Aloys, geb. 1842. v. Riegger, Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Roth zwei in das Andreaskreuz gelegte, goldene Lilicnsceptcr, und 2 und 3 in Blau ein aus den unteren Seitenrändern des Feldes bis fast an den oberen Feldesrand aufsteigender, silberner Sparren. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen offenen Adlers- llug, dessen rechter Flügel roth, der linke golden ist, und aus dem linken Helme wächst ein vorwärtssehender Mann auf, welcher in der Rechten die gekreuzten Lilienstäbe des 1. und 4. Feldes hält und die Linke in die Seite stemmt. Die Kleidung desselben ist rechts silbern, links roth mit einem Gürtel von gewechselten Farben, die Mütze aber silbern mit rolhem Sacke, welcher sich links kehrt und an welchem unten eine goldene Quaste hängt. Die Decken des rechten Helmes sind roth und golden und links blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 140. — v. Hellbach, II. S. 321. Oesterreich. Paul Joseph Riegger, k. k. Ilofrath und Professor des Kirchenrechts zu Wien, wurde vom Kaiser Franz I., 8. Jan. 1764, wegen seiner Gelehrsamkeit und 31 jähriger Dienstleistung in den erbländisch-üsterreichischen Bitterstand erhoben. v. Ritter zu Grünstein, Freiherren. Schild geviert: 1 und 4 quer gelheilt, oben Gold ohne Bild, unten in Grün sechs (3, 2 und 1) silberne Kugeln; 2 und 3 in Roth eine die untere Feldeshälfte ausfüllende, goldene Mauer von drei Schichten, jede von vier Steinen und oben mit drei Zinnen. 362 Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wachst ein gritn bekleideter, mit den sechs Kugeln der unteren Hiillte des 1. und 4. Feldes belegter, rechter Arm auf, dessen vorwärts gekehrte, flache Hand ebenfalls mit einer silbernen Kugel belegt ist. Der linke Helm tragt sechs weisse, rothe und goldene Straussenfedern, von welchen drei über einander stehende sich rechts, die anderen drei eben so links kehren (die untere und obere der sich rechts kehrenden Federn, so wie die mittleren der sich links wendenden sind sonach blau, die übrigen golden). Die Decken des rechten Helmes sind grün und golden und die des linken roth und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, III. 93. — v. Hefner, II. 55 und S. 54 (nimmt in der unteren Hälfte des I. und 4. Feldes silberne Ballen an und führt die Mauer als Quadermauer mit Zinnen auf), Lief. IS oder Bd. II. Heft 8, Adel des Herzogthums Nassau, 14 und S. 9, giebt zuerst das Stammwappen mit dem Beisatze 1582 und verweist hinsichtlich des vermehrten Wappens auf Bd. II. 55. Das Stammwappen enthält Feld 1 und den rechten Helm des vermehrten Wappens. Die Kugeln oder Ballen sind ihm ausdrücklich als Münzen (Silberlinge) gegeben worden, zeigen also auch auf der Abbildung Spuren von Gepräge. — v. Hattstein, I. S. 955 und 956. — v. Lang, S. 220. — v. Hellbach, II. S. 326. — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1848. S. 307—310 und 1857. S. 608 (nennt die Wappenbilder der unteren Hälfte des 1. und 4. Feldes Silbermünzen und führt die Mauer im 2. und 3. Felde als Quermauer mit drei Zinnen an. Der Schmuck des rechten Helmes wird als ein empor gestreckter, grün gekleideter und mit den sechs Silberlingen bezeichneter Arm mit gelbem Umschlage, in dessen flacher Hand ein siebenter Silberling liegt, gegeben). Bayern, Nassau. Stephan Ritter v. Grünstein, Rittmeister in der kurmainz. Leibgarde, wurde vom Kaiser Ferdinand III., laut Diploms d. d. Wien, II. Febr. 1653, in den Reichsfreiherrenstand erhohen. — Altes, niederländisches, in und um Utrecht schon im 13. Jahrhunderte vorkommendes und seit 1262 der Utrechter Ritterschaft einverleibtes Adelsgeschlecht, welches neben anderen Besitzungen auch das Gut Grönestyn, Grünslein, welches der Familie das Prädicat gab, erwarb, und aus welchem der eben genannte Stephan, gest. 1657, in Folge von Vermählungen der Sprossen des Geschlechts mit Töchtern deutscher Adelsfamilien, so wie in Folge der Religionsstreitigkeiten sich nach Deutschland wendete, 1648, 363 nach urkundlich erwiesenem, mehr als vierhundertjährigem, ritler- mässigem Herkommen der Familie, unter dem Namen Ritter von Griinstein, bei den drei ritterschaftlichen Cantonen am Rheine Auf- nahme fand und bald darauf, wie erwähnt, den Freiherrenstand erhielt. — Eine Familiensage, welche das Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser erwähnt und Welche hier in Bezug auf das Wappen nicht ganz übergangen werden soll, setzt den Stammvater des Geschlechts in eine sehr frühe Zeit, in das fünfte Jahrhundert, nennt denselben Aurelian und sagt, dass er des fränkischen Königs Chlodwig I. Brautwerber um die burgundische Prinzessin Chlothilde gewesen sei. Nach glücklich vollbrachter Sendung habe Aurelian vom Könige Stadt und Gebiet Melun erhalten. Ein Nachkomme desselben, Wilhelm de Melun, soll sich nach Utrecht gewendet und um 1240 in dortiger Gegend eine Burg erbaut haben, welche er Chateau de Melun und sich selbst einen Ritter v. M'.l, holländisch Ridder de Melun, nannte, und dieser Wilhelm soll mit seinen Nachkommen in einem grünen Schilde die dreizehn Silberlinge geführt haben, welche der Ahnherr der genannten Prinzessin als Hochzeits- geschenk überreichte! — Vom Freiherrn Stephan stammte aus der Ehe mit Anna Ursula v. Schwalbach, Freiherr Johann Heinrich Daniel, kurmainz. Regierungsrath und Ilofgerichts-Präsident, vermählt mit Maria Elisabeth Freiin v. Warsperg, und von diesem Freiherr Damian Hartard Ernst, gest. 1742. Aus der Ehe des Letzteren mit Maria Anna Freiin v. Hoheneck entspross Freiherr Carl Adolph, gest. 1792, welcher aus zweiter Ehe mit Maria Anna Freiin v. Pollnitz zwei den Stamm in zwei Linien, der I. und IL, fortsetzende Söhne, die Freiherren Constantin Philipp Anton und Philipp Franz Carl, hinterliess. Freiherr Constantin Philipp Anton, der Stifter der 1. Linie, gest. 1855, herzog], nassauscher Kammerherr und gewesener Rechnungs-Kammer-Präsident, war in erster Ehe mit Maria Anna Franzisca v. Wiesenlliau und in zweiter mit Luise Freiin v. Weiden vermählt. Aus erster Ehe stammt Freiin Maria Anna, vermählte Freifrau v. Zedlitz, aus der zweiten aber sind, neben einer Tochter, Josepha, drei Söhne, die Freiherren Constantin, geb. 1834, Carl, geb. 1836 und Wilderich, geb. 1839, entsprossen. — Freiherr Philipp Franz Carl, geh, 1780, Stifter der zweiten Linie, k. bayer. Kämmerer und wirkl. Geh. Rath, hat sich mit Sophia de Luze vermählt und aus dieser Ehe stammt Freiherr Adolph, geh. 1830, k. bayer. Rammerjunker, und Freiin Albertine, geb. 1837. 364 v. Römer. Schild von Gold und Schwarz quer getheilt mit zwei ins Andreaskreuz gelegten Stäben, welche das Diplom Römerstäbe nennt, von gewechselten Farben. Die Stäbe haben oben eine runde Kuppe, unter derselben, gegen die Schildestheilung zu, eine ringförmige Umgebung, und die im Diplome Schorfe genannten Spitzen kehren sich rechts und links nach aussen. Auf dem Schilde steht ein Helm, auf welchem rechts gekehrt ein niedriger, goldener Hut mit breitem, schwarzem Aufschlage (dem Diplome nach „mit einem moderen, aufgeworfenen Stulpe"), liegt, und zwischen dem Hute und dem Aufschlage desselben steigen zwei schwarze Römerstäbe empor, deren jeder mit drei nach aussen (liegenden, goldenen Hahnenfedern besteckt ist. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Abdrücke von Petschaften, Angaben nach dem Diplome, und Dorst, II. S. 110 und 111 (nennt die Stäbe im Schilde und auf dem Helme Pilger- oder Römerstäbe). Wie übrigens mehrere Abdrücke von Petschaften das Wappen, wie eben angegeben, ganz so zeigen, wie dasselbe oben beschrieben wurde, so finden sich auf den übrigen — und die Zahl der Lackabdrücke, welche eingesehen werden konnten, war gross — so viele Abweichungen, wie dieselben nur je an den die mehrfachsten Varianten darbietenden Wappen vorkommen können. Der Schild ist auf einzelnen Lackabdrücken von Gold und ßlau, von Schwarz und Gold, von Silber und Schwarz und auch von Silber und Roth getheilt, ja es findet sich sogar der ganze Schild roth. Statt des Hutes ist oft der Hehn gekrönt und die Römerstäbe sind mit drei, fünf, ja sechs Hahnenfedern besteckt. Die drei Federn jedes Stabes kommen auch links gekehrt vor, von den erwähnten fünf Federn wenden sich drei nach aussen und zwei nach innen, und von den sechs Federn drei nach rechts, drei nach links: alle diese Varianten sind nicht diplomgemäss. — Der Dresdner Calender zum Gebrauche der Residenz, 1849. S. 165, sagt: das von Schwarz und Gold quer gelheilte Wappen zeigt zwei gekreuzte, sogen. Römerstäbe von wechselnden Farben, welche sich, auf dem Helme, aus einem goldenen Hute hervorkommend und oben mit goldenen Hahnenfederbüschen geschmückt, wiederholen. — Knauth, S. 560. — Zedier, XXXII. S. 340 und 341. — Gauhe, I. S. 1920 —1922. — Graf v. Beust, Beiträge zur Sächsischen Geschichte, I. S. 19—24, mit Anführung des Adelsbriefes der Familie, aus welchem sich ergiebt, dass das der Familie mittelst Wappenbriefes \ 365 (s. unten) früher verliehene Wappen im Adelsdiplome verbessert worden ist und zwar so, wie oben nach letzterem Diplome angeführt worden ist. Nach dem erwähnten Wappenbriefe war der Schild von Gold und Blau quer gelheilt und die Römersläbe im Schilde und aul dem Helme schwarz, die Helmdecken aber blau und golden. — v. Hellbach, 11. S. 330 und 331. Sachsen. Altes, sächsisches Adelsgeschlecht, in welches der Adelstand vom Kaiser Friedrich III., laut Diploms d. d. Wien, 3. Febr. 1470, in der Person des Zwickauer Rathsherrn Marlin R. und des Bruders desselben, Niclas R., kam, nachdem die Familie schon früher einen Wappenbrief erhallen hatte. Martin v. R., durch die Schneehergschen Bergwerke sehr reich geworden, war von 1475 -—1483, in welchem letzteren Jahre er slarb, Amtshauptmann zu Zwickau, Niclas v. R. kaufte aber nach Einigen 1470, nach Anderen 1486, das Gut Unter-Steinpleiss im sächs. Voigtlande. Nach Gauhe (a. a. 0.) stammt die Familie allem Ansehen nach von den edlen Römern zu Nürnberg ab, da Spangenberg (Mansfeldsche Chronik, S. 306) angiebt, dass Georg Römer aus Nürnberg 1411 sich im Thale bei Mansfeld angebaut habe, und dessen Nachkommen, wie Gauhe meint, sich bald in und um Zwickau angesiedelt haben mögen. Zwar habe Meitzer (Schneebergsche Chronik) und Lehmann (Hamb, remarqu.) den Sebastian Römner (Romner) einen Bürger, aus der an der meissnischen Grenze gelegenen böhmischen Stadt Gürckau (Jörkau), welcher 1470 durch eine besondere Begebenheil den Adel erhallen habe und statt Romner Römer genannt worden sei, als Ahnherrn des Geschlechts angegeben, doch lauteten die Angaben dieser Schriftsteller so eigenthümlich, dass dieselben keinen Glauben verdienten, da das Geschlecht schon damals im Voigtlande gebjüht und den Adel geführt habe. Martin Römer, Amtmann, ein Posten, welcher jetzt Amtshauptmann heisse und ein adeliger sei, werde nämlich von Müller (Annal. Saxon.) dem Comitate des Herzogs Albrecht zu Sachsen auf der 1476 nach dem gelohten Lande unternommenen Reise beigezählt. Albin (Meissner ßergehronik S. 38), giebt übrigens von dem eben genannten Martin v. R. an, dass er aus den Schneebergschen Bergwerken fünf Tonnen Goldes gewonnen und über 100,000 Gulden zu milden Stiltungen in Zwickau verwendet habe. — Den Giilerbesitz der Familie anlangend, sagt Knauth: „Römer auf Neumarck, Rabenstein, Stein-Pleissa, Schneckengrün, jüngsthin auch Gross-Sedlilz etc. und setzt noch hinzu: haben vornehmlich in und um Zwickau in vornehmen, kur- 306 fürstlichen Bestallungen geblüht." Ausser den genannten Gütern erwarb die Familie auch Langen-Wetzendorf unweit Greiz. Im Königreich Sachsen stehen nach den neueren Angaben dem Ge- schlechte die Güter: Unter-Steinpleiss (seit 1470), Neumark (seit 1636), Wohlhausen, Lothain, AllschOnfels (Familiengut seit 1770) etc., zu. — Zahlreiche Sprossen des Geschlechts haben, wie früher, so noch in neuerer Zeit, in kur- und kön. siichs. Civil- und Staatsdiensten gestanden. Ilans George v. R. kommt um 1657 als kur- sächs. Ober-Aufseher, und Georg Wilhelm als kursächs. Ober-Forstmeister vor. Jobst Christoph, Herr auf Hauenstein, kön. poln. und kursächs. Ober-Aufseher der Geflösse, starb 1728, Hans Friedrich Römer als Domdechant des Stifts Merseburg 1740, und Carl Joachim v. R. 1750 als. kursächs. General. — Die Güter Löthain und Neumark besitzt jetzt Rudolph Benno v. Rümer, Mitglied der zweiten Kammer der hohen Ständeversammlung des Königreichs Sachsen etc., und Franz Otto v. Römer ist Herr auf Unter-Steinpleiss. v. Rössler. Im silbern eingefassten, blauen Schilde ein nach der rechten Seile galoppirendes, silbernes Ross ohne Zaum. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein im Ellbogen nach rechts gekrümmter, also linker, silbern geharnischter Arm aufwächst, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Griffe nach unten und links schwingt. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, X. 71 (dass die silberne Einlassung des Schildes mit 26 Nägeln beschlagen ist, dürfte kaum ,di- plomgemäss sein und wird von v. Hefner sehr gerügt). — v. Heiner, IL, bayer. Adel, 130 und S. 107 (in dem einfach silbern bor- dirlen Schilde springt das Ross ohne Zaum nach der rechten Seite aufj und Lief. 18 oder Bd. IL lieft 8, nassauscher Adel, 14 und S. 13 (der Schild ist nicht eingefasst und von dem ebenfalls nach der rechten Seite aufspringenden Rosse fliegt ein Zaum nach oben und links). Bayern, Nassau. Der k. bayer. Geb. Domainen-Rath v. Rössler, welchem seif 1815 durch den k. bayer. Verdienstorden der persönliche Adel zustand, wurde vom Könige Ludwig 1. von Bayern, 17. Nov. 1827, in den erblichen Adelsstand des Königreichs Bayern _J 6 "L erhoben. Der persönliche Adel desselben war im Ilerzogtlmme Nassau 1823, der erbliche aber 1828 anerkannt worden. Die Familie ist im Herzogthurae Nassau begütert und bedienstei, war auch bis 1848 wählbar zur Herrenbank. Roschmann v. Hörburg, Ritter. Schild geviert mit einem über die Mitte desselben gezogenen, breiten, silbernen Querbalken, welcher mit drei neben einander stehenden, an beiden Seiten eingeschnittenen, rothen Kreuzen belegt ist. 1 und 4 in Gold ein quer und mit dem Mundstücke nach rechts gelegtes schwarzes Jagdhorn mit. nach oben gerichtetem Bande, und 2 und 3 in Blau ein einwärts gekehrter, gekrönter, goldener Greif. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen einwärtssehenden, gekrönten, rothen Adler und der linke den Greif des 2. und 3. Fehles. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken roth und silbern. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 198 und S. 426. — v. Hellbach, II. S. 337. Oesterreich. Anton Leopold Iloschmann v. Horburg, k. k. jubilirter Kreishauptmann , wurde vom Kaiser Franz I. von Oesterreich, 1820, in den ei hländisch-österreichischen Bitterstand erhohen. — Derselbe war früher als k. k. Gubernialsecrelair Boschmanu in Tirol vom Kaiser Joseph II., 1788, mit seinen zwei Brüdern, Joseph It., k. k. Appcllations-Secretair zu Klagenfurt, und Cassian It., k. k. geheim. Archivar in Wien, mit dem Prädicate: v. Horburg, in den Adelsstand versetzt worden. v. Rosenbaum, Edle und Ritter. Schild quer und in der oberen Hälfte zwei-, in der unteren aber einmal getheilt, somit fünffelderig: 1 (oben rechts) in Itoth eine silberne Boso; 2 (oben in der Mitte) in Silber eine rothe, und 3 (oben links) in Blau eine goldene Rose, alle drei in der Mitte der Felder, also neben einander; 4 (unten rechts) in Blau ein aus dem Feldesfusse aufwachsender, weisser Berg, welcher mit dem he- 368 kannten alten chemisch-pharmaceutischen Zeichen für das Eisen (eine Pfeilspitze unten mit einem Ringe) schrägrechts so belegt ist, dass die Spitze nach oben und rechts, der Ring nach unten und links steht, und über welchem ins Andreaskreuz gelegt ein goldener Hütten-Schlägel und ein dergleichen Hammer so schwebt, dass der Schlägel nach oben und links und der Hammer mit der Spitze nach unten und rechts gekehrt ist, und 5 in Roth ein aus dem Feldesfusse aufwachsender, im Ellbogen nach der rechten Seite gekrümmter, silbern geharnischter, linker Arm, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Griffe nach links und unten schwingt. Auf dem Schilde stehen zwei gekrünte Helme. Aus dem rechten Helme wächst ein mit dem Ellbogen einwärts gekrümmter, silbern geharnischter Arm empor, welcher ein Schwert mit goldenem Grille nach rechts und unten schwingt, und der linke trägt zwei blaue Büffelshörner, zwischen welchen eine goldene Rose schwebt. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern und die des linken blau und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlleld, Ergänzungsband, S. 198 und S. 426. — v. Hellbach, II. S. 338. Oesterreich. Wenzel Edler v. Rosenbaum, Hammerwerks- Director der gräflich Wrbnaischen Eisenwerke zu Horzowitz (Ilor- schowitz) in Böhmen, wurde vom Kaiser Franz 1. von Oesterreich, 16. Sept. 1813, in den erbländisch-österreichischen Ritterstand versetzt. — Derselbe war in gleicher Function von dem genannten Kaiser, 3. April 1812, mit dem Prädicate: Edler von, in den Adelsstand erhoben worden. — Nach den neuesten Jahrgängen des Mi- litair-Sehematismus des österreichischen Kaiserthums stehen drei Sprossen der Familie v. Rosenbaum, Ritter, in der k. k. Armee. v. Rothschild, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im rothen Mittelschilde eine schräglinks gelegte, die Spitze rechts kehrende, silberne Tartsche (Schild, sonach ein redendes Wappen). I in Gold ein rechtssehender, schwarzer Adler; 2 und 3 in Blau ein im 2. Felde aus dem linken, im 3. aus dem rechten Feldesrande hervorkommender, einwärts gekehrter, silbern geharnischter Arm, welcher in der Hand ein Bündel vpn fünf silbernen Pfeilen, die Fittige nach oben, die Spitzen 369 nach unten, hiilt, und 4 in Gold ein einwärts gekehrter, rolher Löwe. Auf dem Schilde steht eine fiinfperlige, freiherrliche Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Der mittlere Helm trägt den Adler des 1. Feldes, der rechte zwei von Schwarz und Gold mit gewechselten Farben quer getheilte ßüffelshörner, zwischen welchen ein sechsstrahliger, goldener Stern schwebt, und der linke drei silberne Slraussenfedern. Die Decken des mittleren Helmes sind roth und silbern, die des rechten schwarz und golden, und die des linken blau und silbern. Den Schild hält rechts ein einwärtssehender, goldener Löwe, links ein einwärtssehendes, doppelt geschweiftes Einhorn, und die Devise ist: Goncordia, Integritate, Industria. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — v. Hefner, Lief. 26. Dd. II. 5. Heft. 2., Frankfurter Adel, 5 und S. 6. — Megerle v. Mühlfeld, S. 252, und Ergänzungsband, S. 94. — v. Hellbach, II. S. 346 und 347. Frankfurt am Main. Ein seit langer Zeit zu Frankfurt a. M. angesessenes Geschlecht, aus welchem Mayer Anselm Rothschild, geb. 1743, gest. 1812, das bekannte Bankhaus mit seinen Söhnen begründete. Von letzteren wurden Amschel (geb. 1773, gest. 1855 zu Frankfurt), Salomon (geb. 1774, gest. 1855 zu Paris), Carl (geb. 1788, gest. 1855 zu Neapel), und Jacob (geb. 1792), vom Kaiser Franz I. von Oesterreich, 25. März 1817, in den Adelsund 1822 in den Freiherrenstand erhoben. Die Erhebung in den Adelsstand giebt Megerle v. Mühlfeld in zwei Rubriken, wie folgt, an: „Rothschild, Brüder, Mayer Ambschel und Salomon Mayer, Wechsler zu Frankfurt a. M., im Jahre 1816, wegen Realisirung der englischen Subsidien, und Rothschild, Brüder, Carl und Jacob, zu Frankfurt am M., wegen des Antheils, den' sie bei Realisirung der englischen Subsidien mit dem Frankfurter Wechselhause Ambschel und Salomon Mayer Rothschild hatten, im Jahre 1816." Hinsichtlich der Erhebung in den Freiherrenstand sagt Megerle v. Mühlfeld: „Rothschild von, Brüder und Banquiers, Carl, Salomon Nathan, Jacob und Amschel, im Jahre 1822." Die Nachkommen der oben Genannten sind zu London, Paris, Wien, Neapel etc. angesessen und stehen den dortigen Bankhäusern der Familie vor. IV. 24 370 v. Rudolph! Silberner Schild mit rothem Ritterkreuze auf blauem Felde, auf demselben ein rechts gekehrter, rolh gefütterter, stahlblauer, geschlossener Helm, mit einem silbernen Kronenreif geziert, auf welchem ein sechseckiger, goldener Stern mit einer seiner Spitzen steht. Die Belmdecken von Silber, rechts roth und links blau ausgeschlagen. — Wörtlich nach dem Diplome und Abdrücke von Petschaften. Braunschweig. Der Hauptmann in der herzog], brauii- schweigscben Artillerie Carl Emil Adolph Rudolphi wurde vom Herzoge Wilhelm von Braunsclnveig, laut Diploms vom 2. Febr. 1853, als Beweis der landesherrlichen Gewogenheit für sich und seine ehelichen Nachkommen in den Adelsstand erhoben. Y. Rudow. Im blauen Schilde ein schrägrechts gelegtes, silbernes Ruder. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein geharnischter Arm, welcher einen zum Hieb gerichteten Degen mit goldenem Gefasse in der Faust hält, emporwächst. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Handschriftliche Notizen. Herzogthum Nassau. Kaiser Leopold II. erhob, laut Diploms d. d. Wien, 28. Juli 1791, den Abkömmling des ehemaligen Besitzers des Rittergutes Rudow bei Berlin, Friedrich'Georg Rudow, in den Reichsadelsstand. Derselbe war später k. russischer Major, und seine 1765 zu Waren geborene Tochter, Luise Benedicte v. Rudow, vermählte sich 1792 mit dem fürstl. Nassau -Saarbrückschen .iagdjunker und Forstmeister Elienne v. Fürstenrecht. Rühle v. Lilienstern. Schild quer getheilt: oben in Roth drei neben einander stehende, sechsstrahlige, silberne Sterne und unter denselben zwei ebenfalls neben einander stehende, silberne Lilien; unten in Gold ein nach der rechten Seite laufendes, hinten ausschlafendes, schwar- 371 zes Ross. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, von dessen Flügeln jeder mit einem sechsstrahligen, silbernen Sterne belegt ist, ein rechts gekehrter, goldener Löwe aufwächst, welcher in der rechten Vorderpranke ein mit dem Mundstücke sich zugekehrtes, goldenes Ilicfhorn emporhält. Die Helmdecken sind rechts rotli und golden und links schwarz und silbern. — Abdrücke von Petschaften, Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Frankfurter Ralhscaien- der von 1762—1789. — v. Hefner, Lief. 26 oder Dd. IL Heft 5, Frankfurter Adel, Tab. 8 und S. 9. — N. Geneal. Handbuch, 1776. — v. Ilellbach, II. S. 48. — N. Preuss. Adelslexicon, IV. S. 138 (das angegebene Wappen steht der hier in Rede stehenden Familie nicht zu). Frankfurt am Main, Preussen, Sachsen. Ein ursprünglich aus Königsberg stammendes Adelsgeschlecht, welches den Doctor der Rechte, älteren Bürgermeister und Landdireclor von Königsberg Jacob Rühle zum gemeinschaftlichen Stammvater hat. Von den Söhnen desselben machten sich Caspar Conrad, nachmals Kaiser]. Hofapolheker, 1719, und Jacob Friedrich Rühle, k. preuss. und hochfürstlich Nassau-Oranischer Hofrath, 1724, zu Frankfurt a. M. ansässig, und Letzterer, vermählt mit Rebecca Magdalena Bartels, wurde vom Kaiser Carl VII., 4. März 1743, mit seinem anderen Bruder, Georg Friedlieh, Amtmann zu Kirberg, unter Ertheilung des oben beschriebenen Wappens und mit dem Prädicate: v. Lilienstern, in den Reichsadelsstand erhoben. Von den Söhnen desselben kam Jacob Heinrich R. v. L., geh. 1726 und gest. 1789, im Jahre 1761 in den Frankfurter Senat, und Conrad Friedrich R. v. L., geb. 1727, gest. 1789, wurde herzogl. Sachsen-IIildburghausenscher Geh. Rath und Regierungspräsident, und erwarb das Schloss und Rittergut Rüdolsdorf im Coburgschen, welches ihm noch 1783 zustand. Beide Brüder stifteten zwei Linien des Geschlechts, von welchen die ältere in Frankfurt a. M. im Mannsstamme erloschen ist (eine Tochter des Hauses Sophia Henriette R. v. L. ist mit dem in Frankfurt a. M. ansässigen k. russ. Major Waldemar v. Klugen vermählt), die jüngere aber in Preussen noch blüht. Aus der preuss. Linie sind mehrere in k. preuss. Militairdiensten zu hohen Ehrenstellen gelangt. Der k. preuss. Oberst R. v. L. commandirte ein Bataillon der niederschlesischen Füselierbrigade, und der Sohn desselben, der k. preuss. General-Lieutenant und Chef des grossen Generalstabes R. v. L. machte sich durch mehrere kriegswissen- 24* 372 schaftliche Schriften und Kartenwerke rühmlichst bekannt. Ein Sprosse des Geschlechts kam neuerlich auch nach Sachsen und wurde als Ingenieur hei der bekannten Marienhütte bei Zwickau angestellt. Auch soll noch ein Zweig der Familie in Russland blühen. v. Ruland. Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein einfacher, rechts sehender schwarzer Adler mit offenem, auf- und auswärts gekehrten Schnabel, rother, ausschlagender Zunge und zu beiden Seiten weit ausgespreizten Flügeln und Waffen; 2 in Roth drei (2 und 1) blaue Römer-Gläser, und 3 ebenfalls in Roth drei (2 und 1) mit den Stielen über sich gekehrte, herabhängende, blaue Weintrauben. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, aus welchem ein vorwärtssehender, geharnischter Mann aufwächst. Derselbe trägt einen goldfarbenen, roth gefütterten Mantel, auf dessen linker Seite sieb ein goldener Schild mit einem schwarzen Doppeladler findet, das Haupt ist unbedeckt, die Haare gelb und kraus, das Gesicht bartlos, die Arme hängen für sich herab und die rechte Hand hält aufrecht ein Schwert mit goldenem Griffe, während die Linke einen Dolch abwärts neigt. Die Helmdecken sind rechts blau und golden und links roth und golden. — Handschriftliche Notizen. — Frankfurter Rathswappencalender. — Siebmacher, IV. 154 (giebt das Stammwappen und zwar wie folgt: im goldenen Schilde mit rothem Schil- desfusse ohne Dikl drei (2 und 1) blaue Römer-Gläser und zwischen denselben ein rother Querbalken mit drei neben einander stehenden blauen Trauben. Auf dem Helme der Geharnischte, wie oben). Frankfurt am Main. Altes, ursprünglich niederländisches Adelsgeschlechl, welches sich früher Rehwald schrieb und den Adelsstand vom Kaiser Ferdinand III. erhielt. Rüdiger Ruland kam mit seinen Rrüdern in Folge der Religionsstreitigkeiten 1598 nach Frankfurt a. M. Ein Enkel des jüngsten Bruders Nicolaus, Niclas Ruland, geb. 1618, vermählte sich 1646 mit Anna Sibylle zum Jungen und erhielt vom Kaiser Leopold L, laut Diploms d. d. Wien, 5.Aug. 1671, den der Familie zustehenden Adel mit vermehrtem Wappen und mit dem Anfügen bestätigt und erneuert, dass er und seine Nachkommen nicht allein rpchtgeborne Lehen-Turniers-Genossen und Riltermässige, sondern auch der adeligen Gesellschaft Alten-Limpurg einverleibte Edelleute / 373 lind Patricier seien, worauf aucli dessen Sohn, Nicolaus August v. R., geb. 1650, nach Vermählung mit der Ganerbtochter Anna Catbarina v. Kellner iin Jahre 1675 in die Ganerbschaft Alten-Limpurg zu Frankfurt a. M. aufgenommen wurde, welcher Ganerbschaft die Nachkommen desselben bis 1743 angehörten. Das letzte weibliche Glied des Stammes, Susanna Maria v. Ruland, geb. 1691, gest. 1758, vermählte sich 1712 mit Friedrich Maximilian Freiherrn v, Giinderode. Rupp v. Ehrenstrom, Ritter. Im blauen Schilde ein schrägrechts (Messender, silberner Strom, welcher von zwei goldenen Bienen, die eine oben links, die andere unten rechts, begleitet ist. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Ilelm trägt drei Straussenfedern, blau, golden, blau, und der linke einen die Sachsen einwärts kehrenden, halb geschlossenen, schwarzen Adlersflug. Die Decken beider Helme sind blau und golden. — Handzeichnungen und bandschriftliche Notizen, nach welchen letzteren dieses Wappen auch so vorkommen soll, dass auf dem Schilde nur ein gekrönter Helm steht, welcher einen offenen, schwarzen Adlersflug trägt, doch ist, wie bekannt, in Bezug auf die Helme der Wappen der in den erbländisch-österreichi- schen Rilterstand erhobenen Familien die Regel die, dass auf dem Schilde zwei Helme stehen. — Megerle v. Milhlfeld, Ergänzungsband, S. 200: Rupp v. Ehrenstrohm, Ritter.— v. Hellbach, 11. S.355. Oesterreich. Johann Ignaz Rupp, Gutsbesitzer in Mähren, wurde vom Kaiser Franz IL, 13. Febr. 1799, mit dem Prädieale: v. Ehrenstrom, in den erbländisch-österreichischen Ritterstand erhoben. Die hier in Rede stehende Familie ist durch den Ritterstand und das Prädicat etc. von der österreichischen Adelsfamilie v. Rupp, welche vom Kaiser Joseph IL, 1780, in der Person des k. k. Oberlieutenants Jobann Michael Rupp den Adelsstand erhielt, zu unterscheiden. v. Saul. Schild quer getheilt: oben in Blau ein aufwachsender, rechts gekehrter, doch links sehender, grimmiger, goldener Löwe mit ro- 374 tlior, ausgeschlagener Zunge, welcher mit beiden Vorderpranken eine auf der Theilungslinie aufstehende, golden gekrönte, silberne Säule hält; unten in Gold drei (2 und 1) rothe Kugeln. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Rumpf eines vorwärtssehen- den, härtigen Mannes in blauer Kleidung mit goldenem, vorn ge- theilten Kragen trägt. Der Kopf isL mit einer golden aufgeschlagenen, blauen Mütze, deren mit einer goldenen Quaste besetzter Zipfel sich nach links und unten kehrt, bedeckt, und die Brust mit einem goldenen, mit den drei rothen Kugeln der unteren Schildeshälfte belasteten Querbalken belegt. Die Helmdecken sind rechts blau und golden, links rotli und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Handschriftliche Notizen. — Tyroff, I. 246. Sachsen. Friedrich Ludwig Saul, kursächs. Legationsrath, wurde im kursächs. Reichsvicariate laut Diploms d. d. Dresden, 12. Aug. 1741, in den Reichsadelsstand erhoben. Die Familie ist, wenn nicht mit dem Erhobenen, doch wohl schon im nächsten Gliede erloschen. v. Schäfer. Im blauen Schilde zwei braungeschaftete, im Andreaskreuze über einander gelegte Hellebarden mit goldenen Quästen: auf demselben ein stahlblauer, roth ausgeschlagener Turnierheini mit goldenem Kronenreif, hinter welchem zwei gekreuzte Hellebarden hervorragen, und silbernen, blau ausgeschlagenen Helmdecken. — Wörtlich nach dem Diplome. Braunschweig, Oesterreich. Der kaiserlich königlich österreichische Major Ferdinand Schäfer ist vom Herzoge Wilhelm von Braunschweig mittelst Diploms vom 3. Febr. 1856, um demselben „einen offenkundigen Beweis der Anerkennung der von dessen Vater Sr. Durchlaucht dem in Gott ruhenden Herzoge Friedrich Wilhelm von Braunschweig geleisteten Dienste und ein Zeichen landesfürstlichen Wohlwollens zu geben", für sich und seine rechtmässigen ehelichen Nachkommen in den Adelsstand erhoben worden. 375 v. Schaeffer, Ritter. Im mit breiter, goldener Einfassung versehenen, rotlien Schilde ein denselben ganz überziehendes, gewöhnliches, goldenes Kreuz, welches mit einem kleineren, an den Rändern eingeschnittenen, rotlien Kreuze und vor diesem letzteren mit einem blauen Mittel- schilde belegt ist. Durch die Mitte dieses Mittelschildes ziehen sich in Form des Buchstaben W zwei an einander stossende, gestürzte, silberne Sparren (wie im Wappen des bekannten polnischen Stammes Abdank), welche von drei silbernen Kugeln, zwei über diesen Sparren neben einander und eine unten, begleitet sind. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen offenen, schwarzen Adlerstlng, jeder Flügel desselben ist mit einem sechsstrahligen, goldenen Sterne belegt, und zwischen den Flügeln schwebt eine rothe Rose. Aul dem linken Helme stehen zwei gekreuzte Fahnen. Die nach rechts (liegende, blaue Fahne ist der Länge nach mit den beiden gestürzten Sparren des Mittelschildes, die linke, goldene Fahne aber mit dem eingeschnittenen, rollten Kreuze des Schildes belegt. Die Decken des rechten Helmes sind rotli und golden und die des linken blau und silbern. — Ilandzeich- nung. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 201. — v. Döllbach, II. S. 375. Oesterreich. Friedrich v. Schaeffer, k. k. Geheimer Reichs- hofcanzlist, erhielt vom Kaiser Franzi., 1757, die Bestätigung des ihm zustehenden erbländisch-österreichischen Ritterstandes. Der Stamm ist fortgepflanzt worden, und der Name des Geschlechts: v. Schaeffer, Ritter, findet sich in den neueren Jahrgängen des Militäi'r-Schematismus des österreichischen Kaiserlhumes vor. — Die hier in Rede stehende Familie ist von der im folgenden Artikel abgehandelten Familie: Scbäfler v. Schäffersfeld, so wie von anderen gleichnamigen Familien in- und ausserhalb Oesterreichs wohl zu unterscheiden. Schäffer v. Schäffersfeld, Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein rechtssehender, schwarzer Adler, und 2 und 3 in Roth ein freischwebender, rechts gekehrter, im Ellbogen nach unten gekrümmter, silbern geharnischter Arm, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Grille nach oben 376 und links schwingt. Aul' dem Schilde stehen zwei gekrünle Helme. Der rechte Hehn trägt den geharnischten Arm des 2. und 3. Feldes mit dem Schwerte einwärts gekehrt, und der linke drei Straus- senfedern, roth, silbern, roth. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken roth und silbern. — Iland- zeichnung und handschriftliche Notizen: Schäffer v. Schaffersleid.— Megerle v. Mühlfeld, S. 142, und v. Heiibach, 11. S. 376: Schaffer v. Schaffersfeld, Ritter — eine nach Allem nicht richtige Schreibarl des Namens der Familie. Oesterreich. Johann Anton Schäffer, k. k. Hofrichler des adeligen Frauenstifts zu Goess in Steiermark, wurde von der Kaiserin Königin Maria Theresia, 6. Juli 1767, in den erbländisch- üsterreichisehen Rillerstand erhoben. Der Stamm ist fortgepflanzt worden, und der Name der Familie kommt, Schäffer v. Schäffers- feld, Ritter, geschrieben, in den neueren Jahrgängen des Militair- Schematismus des österreichischen Kaiserthums vor. — Die hier in Rede stehende Familie ist von dem im vorstehenden Artikel abgehandelten Geschlechte: v. Schaefl'er, Ritter (ohne Prädicat), so wie von der österreichischen Adelsfamilie Schaeffer von der Mulda (Diplom vom Jahre 1818 für den k. k. Generalmajor und Brigadier Joseph Schaeffer mit dem Prädicate: von der Mulda), wohl zu unterscheiden. v. Schierbrand. Im silbernen Schilde drei schrägrechts an einander gestellte, schwarze Rauten und über und unter denselben drei neben einander schräglinks gelegte, goldene Waizenähren. Aul dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher sechs von Silber und Schwarz quer getheilte Fahnen an rothen Stangen trägt. Drei Fahnen wenden sich rechts, drei links. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — v. Meding, I. S. 525 (wie beschrieben, nach einem Stammbaume). — Wappenbuch der Sächs. Staaten, V. 79. — v. Uechtritz, Geschlechtserzählungen, I. Tab. 60, und dessen diplomat. Nachrichten, III. S. 193—199 (Nachrichten aus den Kirchheilingenschen Kirchenbüchern von 1610—1785). — v. Hellbach, II. S. 400. Sachsen, Preussen. Altes, thüringisches, in Sachsen seit 377 dem 16. Jahrhunderte näher bekanntes Adelsgeschleoht, welches das jetzt preuss. Gut Kirchheilingen erwarb und sich auch im Schwarz- burgschen, Anhaltschen etc. ausbreitete, v. Uechtritz (a. a. 0.) fuhrt zuerst den Melchior v. Schierbrand, Herrn auf Kirchheilingen, auf, aus dessen Ehe mit Agathe v. Haack aus dem Hause Hackenpfüffel Christoph v. S., Herr auf Kirchheilingen, vermählt mit Catharina v. Haussen aus dem Hause Schonstadt, entspross. Der Sohn des Letzteren war Melchior v. S., k. Kriegs-Oberst und kursächs. Kriegsrath, welcher sich mit Maria v. Monip zu Utrecht 1554 vermählte, aus welchem Jahre sich auf die Zeit, in welcher die Eltern und Grosseltern lebten, ungefähr schliessen lässt. Der Sohn desselben, Georg Christian v. S., Herr auf Kirchheilingen, vermählt mit Maria Magdalena v. Gönner (Germar), hinterliess drei Sühne: Christian Thilo, Georg Wilhelm (1.) und Melchior v. S., sämmtlich Herren auf Kirchheilingen. Von Christian Thilo v. S., kursächs. Capitain, stammte aus der Ehe mit Anna Martha v. Heilingen Wilhelm v. S., kursächs. Lieutenant, vermählt 1716 mit Anna v. Tüpfer; von Georg Wilhelm (I.) v. S. aus der Ehe mit Maria Elisabeth (der Geschlechtsname ist nicht bekannt) Georg Wilhelm (IL), vermählt mit Rachel Eleonore v. Ilopfgarlen, und von Melchior v. S. aus der Ehe mit Maria Christina v. Hagen aus dem Hause Rodershagen Hans Christian v. S., vermählt mit Susanna Catharina v. Creutzburg. Sowohl Wilhelm als Georg Wilhelm (II.) und Hans Christian v. S. pflanzten durch viele Glieder den männlichen und weiblichen Stamm fort, und v. Uechtritz hat in den diplom. Nachrichten (a. a. 0.) bis in das letzte Decennium des 18. Jahrhunderts sehr genaue Nachrichten über die genealogischen Verhältnisse der Familie, aus welcher namentlich in der kursächs. Armee viele Sprossen standen, gegeben. Mit v. Uechtritz hüren aber die zuverlässigen Nachrichten über das Geschlecht auf. v. Schmidt auf Altenstadt. Schild von Schwarz und Roth geviert: in der oberen Hälfte auf einem, auf der queren Theilungslinie des Schildes liegenden, braunen Baumstamme, welcher rechts nach oben drei grilne Blätter treibt, ein rechts gekehrter, silberner Schwan mit ausgebreiteten Flügeln, über dessen Kopfe ein grüner Kranz schwebt, und in der 378 unleren iliilfte ein nach unten eingebogener und nach rechts gekehrter, golden geharnischter, oben mit einer aus dem linken Schildesrande kommenden natürlichen Wolke besetzter Ann, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Grille nach oben und einwärts schwingt. Auf dem Schilde steht, ein gekrönter Hehn, auf welchem quer ein brauner Baumstamm liegt, welcher in der Mitte einen Zweig mit fünf grünen Blättern nach oben treibt. Rechts steht auf dem Stamme einwärtssehend der Schwan der oberen Schildeshälfte mit dem, über demselben schwebenden, grünen Kranze, und links der geharnischte Arm der unteren Schildeshälfte mit der Wolke ganz, wie oben angegeben. Die Hehndecken sind rechts schwarz und golden und links roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — TyrolT, I. 19. — Supplem. zu Siebmacher, III. 17, nach Siebmacher, V. 24. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VIII. 55 (der Baumstamm treibt im Schilde und auf dem Helme vier Blätter, welche auf dem Helme deutlich golden tingirt sind). — v. Hefner, II. 136 und S. 112 (der Lorbeerkranz liegt auf dem Kopfe des Schwanes, und der Stamm auf dem Helme treibt in der Mitte zwei neben einander stehende Blätter. Ausser dem 1713 [s. unten] bestätigten Wappen gieht v. Ilefner auch nach Siebmacher das Stammwappen und das Wappen nach dem Diplome von 1577 [s. ebenfalls unten]. Im Stammwappen steht im rothen Schilde ein reclils- gekehrler, weisser Schwan mit schwarzen Füssen und Schnabel und mit ausgebreiteten Flügeln, auf einem quer gelegten Aste-von natürlicher Farbe, welcher oben nach rechts zwei grüne Blätter treibt, oder, wie im Texte angegeben wird, ein Schwan, welcher von dem beschriebenen Aste aullliegt. Auf dem gekrönten Helme wiederholt sich die Schildesfigur. Die Helmdecken sind roth und silbern. Das Wappen von 1577 zeigt dieselben Bilder des Schildes und Helmes, doch ist der Schild von Schwarz und Roth gespalten, und auf dem Kopfe des Schwanes liegt ein grüner Lorbeerkranz. Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden und links roth und silbern). — Biedermann, Geschlechtsregister der Ritterschaft im Voigtlande, Tab. 60—62. — v. Lang, S. 534 und 535. — v. Ilell- bach, IL S. 418. Bayern. Alte voigtländische Adelsfamilie, in welche vom Kaiser Maximilian IL, 1564, in der Person des Johann Schmidt (oder Fabricius), welcher sich im Kriege gegen die Türken ausgezeichnet hatte, ein Wappenbrief kam. Die Söhne desselben, Georg Johann, Pagenhofmeister, und Johann, erhielten vom Kaiser Rudolph IL, 379 1377, den Adeissland, und Kaiser Carl VI. bestätigte, 23. Februar 1713, dein Nachkommen derselben, Johann Georg, Marktvorsteher in Nürnberg, den der Familie zustehenden alten Adel. Zwei Urenkel des Letzteren, die Gebrüder Johann Aibreehf, geb. 1752, k. bayer. Handelsrichter in Nürnberg, und Georg Walther, geb. 1758, Kaufmann in Nürnberg, waren nach v. Lang in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. Schmidt v. Wegwitz. Schild geviert: 1 und 4 in Schwarz ein links gekehrter, silberner, blosser Arm, welcher in der Hand einen goldenen Hammer hält; 2 und 3 in Roth ein schräglinks fliessender, goldener Strom. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Arm des 1. und 4. Feldes mit dem Hammer trägt. Die Helmdecken sind rechts schwarz und silbern und links roth und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Handschriftliche Notizen. Sachsen. Christian Schmidt, Besitzer des Rittergutes Wegwitz im Stifte Merseburg, wurde vom Kaiser Joseph IL, 29. Juli 1774, mit dem Prädicate: Schmidt v. Wegwitz, in den Reichsadelsstand erhoben, und die erfolgte Standeserhebung in Kursachsen, 29. Dec. 1777, amtlich bekannt gemacht. Ueher die Forlsetzung des Stammes ist Sicheres nicht aufzufinden. v. Schneidt, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im silbernen Mittelschilde zwei neben einander gestellte, schwarze, die Ringe und Querbalken nach oben, die Haken unten ebenfalls nach ohen kehrende Anker, welche in der Milte von einem silbernen Ringe umgeben sind. 1 und 4 in Blau drei (2 und 1) fünfblätterige silberne Rosen mit goldenen Butzen, und 2 und 3 in Silber ein das Feld ganz überziehendes, silbern ausgezacktes, rothes Andreaskreuz. Auf dem Schilde stehen zwei mit fünfperligen Kronen bedeckte Helme. Der rechte trägt den einwärtssehenden Kopf und Hals eines gekrönten, silbernen Greifes mit rother, ausgeschlagener Zunge, und der 380 linke, zwischen einem offenen, silbernen Adlersfluge, einen aufwachsenden, vor- und einwärtssehenden, gekrönten Mann in blauer Kleidung mit silbernem Aufschlage, welcher in jeder Hand einen der Anker des Mittelschildes hält. Die Hehndecken sind rechts blau und silbern und links roth und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Tyroflf, 1. 3. — Siebenkeess, I. 1. S. 56: Freiherren v. Schneid. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 98 und S. 441. — v. Hellbach, II. S. 423. Oesterreich. Heinrich Joseph v. Schneidt, kaiserl. Reichsreferendar, wurde vom Kaiser Franz I., 1748, in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Derselbe hatte vom Kaiser Carl VII., 1742, als k. k. Hofrath mit seinen Brüdern, Veit Franz, k. k. Hofrathe und innerösterreichischem Secretair, Gottfried Christian, kurmainz. Kam- merrathe, und Friedrich Ludwig, den Reichsadelsstand erhalten, auch wurden von dem genannten Kaiser in dem erwähnten Jahre noch drei andere in die Familie gehörende Brüder, Valentin Anton Schneidt, Canonicus zu Aschaffenburg, Franz Philipp, k. k. Oberstlieutenant, und Ludwig Carl, k. k. Hauptmann, in den Reichsadelsstand versetzt. — Die Familie erwarb an der Mosel, am Rhein und im Nordgau Besitz. v. Schnorr, genannt v. Carolsfeld (Schnorr v. Carolsfeld). Schild geviert mit Mittelschilde. Im silbernen Mittelschilde die aufwachsende, vorwärtssehende, gekrönte Göttin der Gerechtigkeit. Dieselbe trägt ein rothes Ober- und ein blaues Unterkleid und hält in der Rechten aufwärts ein Schwert mit goldenem Griffe, in der Linken aber eine goldene Wage. 1 in Gold ein golden bewehrter, schwarzer Doppeladler; 2 in Roth vier silberne Querbalken; 3 in Roth ein einwärts gekehrter, doppelt geschweifter, silberner Löwe, und 4 in Blau ein einwärtssehender, silberner Strauss, welcher im Schnabel ein silbernes Hufeisen hält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Adler des 1. Feldes trägt. Die Hehndecken sind rechts schwarz und golden und links blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, XI. 90. — v. Ilefner, II. 1.38 und S. 113. — Wappenbuch der Sächs. Staaten, IV. 73 (das Unterkleid der allegorischen Figur im Mittelschilde ist grün, über dem Doppeladler im 1. Felde und 381 auf dem ITelme, welcher auf der Brust mit einem goldenen S belegt ist, schwebt eine kaiserliche Krone, der Löwe im 3. Felde ist nicht doppelt geschweift und das Wappenbild des 4. Feldes scheint ein Storch oder Kranich zu sein). Sachsen, früher auch Bayern. Veit Hans Schnorr, Stadtrichter zu Schneeberg und Hammerherr, wurde vom Kaiser Leopold I., 1687, mit dem Prädicate: v. Carolsfeld, in den Reichsadelsstand erhoben. Derselbe hatte als Resitzer bedeutender Hammerwerke sich grossen Reichthum erworben, und das ihm beigelegte Prädicat: v. Carolsfeld, wurde von einer ihm zustehenden Besitzung entlehnt. Später wurde das Adelsprädicat abgelegt, neuerlich aber ist dasselbe wieder in Anwendung gekommen. Das Wappen ist unverändert immer beibehalten worden. Die Bedeutung des Namens Schnorr v. Carolsfeld in der Kunstwelt ist allgemein bekannt. — Iii die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern ist die Familie 7. Mai 1832 eingetragen worden, und Julius Veit Hanns Schnorr v. Carolsfeld ist jetzt Professor bei der königl. sächs. Kunstacademie und Galerie-Director zu Dresden. v. Schobein (Schobel v. Schobelnhausen), Edle und Ritter. Schild geviert: 1 in Roth ein einwärts gekehrter, goldener Löwe, welcher in der linken Vorderpranke eine weisse Feder hält; 2 in Gold ein einwärts gekehrter, rother Löwe, in der rechten Vorderpranke ein mit der Spitze nach oben und links gekehrtes Schwert mit goldenem Griffe haltend; 3 in Grün ein vorwärts springender Hirsch von natürlicher Farbe, und 4 in Blau auf grünem Berge eine silberne Säule, welche von zwei sechsstrahligen, goldenen Sternen, einem rechts, dem anderen links, begleitet ist und auf welcher ein rechts gekehrter, weisser Vogel sitzt. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst, zwischen zwei rothen Büffelshörnern, einwärts sehend ein goldener Löwe, und aus dem linken, zwischen einem offenen, blauen Adlersfluge, ein einwärts gekehrtc-s, silbernes Einhorn auf. Die Decken des rechten Helmes sind roth und golden und die des linken blau und golden.— Handzeichnung und handschriftliche Notizen: Schobein v. Schobelhausen, Ritter. — Megerle v. Muhlfeld, Ergänzuugs- band, S.204: ebenfalls Schobein v. Schobclhausen, Ritter. — v. Hellbach, II. S. 424, nach Megerle v. Mühlfeld. Oesterreich. Carl Friedrich Edler v. Schobein, k. k. Major, wurde vom Kaiser Franz i. von Oesterreich, 2ö. Decbr. 1819, mit dem Prädicate: v. Schobelhausen, in den erbllindiscli-österr. Riller- stand erhoben. Der Stamm ist fortgesetzt worden und in den neueren Jahrgängen des Militair-Schematismus des österreichischen Kaiserthums ist Eduard Ritter v. Schobein, ohne das Prädicat: v. Schobelhausen, als k. k. Generalmajor und Brigadier beim 12. Armeecorps angeführt. Schweitzer v. Wiederhold, Ritter. Schild geviert: I in Gold ein halber, an die Theilungslinie angeschlossener, schwarzer Doppeladler mit rother, ausschlagender Zunge und von sich ausgespreizten Waffen; 2 in Blau ein, aus einem silber-weissen Thurme mit einem Thore, zwei länglichen und darüber zwei runden Fenstern und drei Zinnen, aufwachsender, vorwärtssehender, geharnischter, schweizerischer Krieger, welcher in der Rechten einen unter sich gekehrten Schweizer-Degen hält und die Linke in die Seile stemmt; 3 in Roth ein einwärts gekehrter, geharnischter Arm, welcher in der Faust aufrecht nach rechts einen breiten Schweizer-Degen mit goldenem Gelasse oder Kreuze hält, und 4 in Gold eine auf einem verdorrten, nach unten aber grüne Oelzweige austreibenden Kranze stehende, einwärts gekehrte, silberne Taube, welche im Schnabel einen grünen Oclzwcig hält, und neben welcher seitlich, rechts wie links, zwei blaue zweifitssige Ruhebänkchen stehen. Auf dem Schilde erheben sich zwei gekrönte Ilelme. Aus dem rechten ilehne bricht ein schwarzer zum Fluge angehender Adler mit rother, ausschlagender Zunge hervor, und der linke trägt, zwischen einem offenen Adlerstlüge, dessen rechter Flügel silbern und mit einem schräglinken, rolhen, der linke aber golden und mit einem blauen, schrägrechten Querbalken belegt ist, einen vorwärtssehenden, ganzen, schweizerischen Krieger. Derselbe trägt blaue Kleidung, der Hals ist mit einer weissen Krause umgeben und das Haupt mit einer rolhen Mütze, auf welcher ein silberner Federhusch steckt, bedeckt. Die rechte Hand hält eine silberne, mit einem rolhen Kreuze belegte Fahne, während die Linke in die Seite gestemmt wird. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz 383 und golden und die des linken blau und silbern. — Handschriftliche, dem Reichs-Ritterdiplonie von 1730 (s. unten) entnommene Notizen. — Frankfurter Rathswappenralender von 1731 —1770. Frankfurt a. M. Der Stammvater dieses erloschenen Adelsgeschlechtes war Magister David Schweitzer aus Stuttgart, welcher mit seinen beiden Brüdern, Magister Johann S. und Ludwig S., vom Grafen Martinus von Thum und Valsassina einen, Bergschloss Liegnitz am Tage des Apostels Andrea I592 datirten Wappenbrief erhalten hatte, zu dessen Ertheilung die Senioren der genannten gräflichen Familie durch Palatinalbrief des Kaisers Carl V. d. d. Neapel, 15. Jan. 1538, welchen Palatinalbrief Erzherzog Ferdinand zu Oesterreich laut Urkunde d. d. Insbruck, 21. Jan. 1568, bestätigt hatte, ermächtigt waren. — Ein Nachkomme des M. David Schweitzer, Sebastian Schweitzer, gebürtig aus Stuttgart, machte sich 1671 in Frankfurt ansässig, und der Sohn desselben, Johann Georg S., geb. 26. Dec. 1682, gest. 17. April 1770, kam 1724 in den Frankfurter Rath und wurde vom Kaiser Carl VI., laut Dipl. d. d. Wien, 26. April 1730, unter Vermehrung seines Stammwappens, mit dem Prädicate: Edler Herr v. Wiederhold, in des heil. rüm. Reichs Ritterstand erhohen. Derselbe wurde 1735, nach kaiserlicher Weisung, ohne Kugelung in den Schöflenrath versetzt und verwaltete fünfmal das Bürgermeisteramt. Ihn überlebte nur ein Sohn, Dominicus S. v. W., welchem Kaiser Franz 1. laut Urkunde d. d. Wien, 8. Dec. 1746, die primas preces auf eine Canonicatsstelle zu Minden ertheilte und welcher 1773 kinderlos starb. Eine Schwester des Letzteren, Su- sanna Rehecca S. v. W., starb 1793. v. Seifiertitz, Freiherren. Schild mit Mittelschilde. Mittelschild silbern und quer gelheilt: oben drei rollte Querbalken und unten eine goldene Lilie (Stammwappen). Schild der Länge nach und in der rechten Hälfte quer getheilt, also dreifelderig. I (rechts oben) in Gold ein aufwachsender, nach der rechten Seile zum Grimme geschickter, golden gekrönter, schwarzer Löwe mit rother, ausgeschlagener Zunge; 2 (rechts unten) in Blau drei (2 und 1) sechsstrahlige, silberne Sterne (Feld 1 und 2 sind zweifelsohne das Wappen der Herren v. Eulenburg, aus welchem Geschlechte die erste näher bekannte Stammutter 384 [s. unten] der v. Seiffertitzschen Familie stammte. Das Wappen der Herren v. Eulenburg siehe bei Siebmacher, I. 31), und 3 (linke Hälfte) von Silber und Blau der Länge nach getheilt mit drei ('2 und 1) goldenen Lilien. Zwei dieser Lilien stehen nach oben neben einander, die eine im Silber, die andere im Blau, und die dritte nach unten auf der Theilungslinie, also halb im Silber, halb im Blau (v. Kückeritz: Stammwappen der Mutter der fünf Gebrüder, welche, s. unten, den Freiherrenstand in die Familie brachten). Auf dem Schilde stehen drei gekrönte Helme. Aus dem mittleren Helme steigt vorwärtssehend ein halber Mohr ohne Arme und Hände auf, welcher auf dem Haupte eine goldene Krone trägt, die mit sechs wechselsweise silbernen und rothen Straussenfedern, von welchen drei sich rechts, drei links kehren, besteckt ist (das Diplom sagt: mit einer gelben mit sechs Zoll weiss und halb rothen Straussenfedern geschmückten Krone [Helm des Stammwappens]); aus dem rechten Helme wächst, zwischen einem offenen Adlersfluge, dessen rechter Flügel golden, der linke schwarz ist, der Löwe des 1. Feldes einwärtssehend auf (Eulenburgscher Helm), und der linke trägt zwei Büffelshörner, von welchen das rechte silbern, das linke blau ist (Köckeritzscher Helm). Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden und links blau und silbern, und den Schild halten zwei auswärtssehende, goldene Löwen. — Abdrücke von Petschaften und Angaben des Freiherrendiploms. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 13 und XIII. 26, welche letztere Abbildung, wie das Register angiebt, richtiger als erstere sein soll, doch kommt dieselbe ganz mit dieser überein, nur steht auf dem Schilde eine siebenper- lige Krone, von welcher das Diplom nichts sagt. An beiden Abbil- bildungen ist Mehreres auszusetzen. In das 1. Feld ist ein ganzer Löwe gestellt: allerdings sagt das Diplom nicht, dass der Löwe aufwachse, doch findet ein aufwachsender Löwe sich im v. Eulen- burgschen Wappenschilde, auch zeigen alle Lackabdrücke von Petschaften einen aufwachsenden Löwen. Die linke Schildeshälfte, der Köckeritzsche Schild, ist von Blau und Silber der Länge nach getheilt, eine Annahme, welche mit Siebmacher, Sinapius u. A. stimmt, doch kommt der Schild auch von Silber und Blau getheilt vor, das Diplom nimmt diese Theilung an und auf allen Abdrücken von Petschaften ist die linke Schildeshälfte der Länge nach von Silber und Blau getheilt. Auch sind die Straussenfedern auf der Krone des Mohren, dem Diplome gemäss, nicht wechselsweise roth und silbern, sondern wechselsweise silbern und roth. — Wappenbuch der Sachs. 385 Staaten, III. 46. — Knautli, S. 576: v. Seifertitz. — Gauhe, 1. S. 2318 und 2319: v. Seifertitz. — Zedier, XXXVII. S. 761. — v. Ueclitritz, diplom. Nachrichten, III. S. 221—235 (mit Angabe des ganzen freiherrlichen Diploms und Ausztigen aus den Kirchenbüchern zu Staucha, Weislrup, Ahlsdorf und Glaubitz von 1598 — 1786). •— v. Lang, S. 240 und 241. — v. Hellbach, II. S. 471: v. Seifertitz, Seyfertitz. — N. Preuss. Adelslex., IV. S. 210 u. 211. Sachsen, Bayern, Preussen. Die in Kursachsen hedien- steten fünf Gebrüder v. Seyfferlitz: Rudolph Gottlob auf Goldhausen zu Jahna, k. poln. und kursächs. Kammerherr und Trabanten- Hauptmann, Hans Adam auf Strauch, Generalmajor und Oberst zu Fuss, Georg Ilaubold zu Cunnersdorf, Kammerherr, Adolph (der Vorname ist im Diplome nicht angegeben), Kammerjunker und Rittmeister der Garde du Corps (auch Reisemarschall etc.), und Georg Rudolph, Major zu Fuss, wurden von Friedrich August, Künige in Polen und Kurfürsten zu Sachsen als Reichsvicar, laut Diploms d. d. Dresden, 9. Sept. 1711, in den Reichsfreiherrenstand erhoben. — Altes, ursprünglich preussisches Adelsgeschlecht, welches in der ersten Hallte des 17. Jahrhunderts nach Sachsen kam. Zuerst wird in Sachsen Bodo Wilhelm v. S. als Herr auf Staucha genannt. Derselbe war ein Sohn des Hans v. S., Herrn auf Kreuscha und Goldbach, markgräfl. brandenburg. Fehlmarschalls, aus der Ehe mit Barbara Freiin v. Eulenburg aus dem Hause Leunenburg (s. oben die Wappenbeschreibung in Bezug auf Feld 1 und 2), welche 1598 starb. Bodo Wilhelm hinterlicss keine männlichen Nachkommen — Gauhe's Angaben sind unrichtig — wohl aber setzte der Bruder desselben, Hans Albrecht, Herr auf Goldhausen, vermählt mit Ca- tharina v. Schleinitz, den Stamm durch einen Sohn, Hans Rudolph, Herrn auf Staucha und Goldhausen (derselbe hatte somit von dem Bruder des Vaters, von Bodo Wilhelm, Staucha geerbt), fort. Aus der Ehe desselben mit Margaretha Elisabeth v. Nasso (Naso) stammte Georg Rudolph, Herr auf Staucha, Goldhausen und Loben, welcher sich mit Sabina Christiana v. Köckeritz (s, oben die Wappenbeschreibung der linken Schildeshälfte) vermählte. Aus dieser Ehe stammten die fünf Brüder, welche, wie angegeben, 1711 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurden (ein sechster Bruder, Caspar August, kursächs. Capitain bei der Garde, muss schon vor 1711 gestorben sein). — Von diesen fünf Brüdern starb Freiherr Rudolph Gottlob, Herr auf Jahna, Döbra und Buske, k. poln. und kursächs. Geh. Rath und Trabanten-Hauptmann, auch Ober-Schenke, im Jahre lv. 25 386 1740. Derselbe war zweimal vermählt, in erster Ehe mit einer Freiin v. Dorn, in zweiter 1719 mit Sophia Eleonore v. Klengel, verw. v. Hangwitz, und aus der ersten Ehe stammte Freiherr Rudolph Gottloh, geb. 1701. — Freiherr Hans Adam, k. poln. und kursächs. General-Lieutenant, gest. 1731, Herr auf Strauch, Glau- bitz und Hirschfeld, war mit Johanna Luise v. Ptlugk vermählt. Von den sechs Sühnen aus dieser Ehe pflanzte nur Hans Gottlob, gest. 1780, Herr auf Ahlsdorf, Hartmannsdorf, Kiihndorf und Wippersdorf, den Stamm fort, denn aus der Ehe mit Johanna Friederica v. Pistoris stammten drei Söhne: Hans Adam Rudolph, Herr auf Ahlsdorf, Hans Gottloh, gest. 20. Febr. 1814 zu Dresden, Herr auf Glaubitz und Ahlsdorf, kur- und später kön. sächs. Amtshaupt- mann, vermählt mit Caroline Henriette Adolphine v. Teubern, und Adam Friedrich, Herr auf Glaubitz und Ahlsdorf, aus dessen Ehe mit Christiana Henriette Magdalena v. Schünnermarck drei Söhne stammten: Hans Anton Friedrich Gottlob, geb. 1781, Anton Sigmund, geb. 1784, und Johann Carl Adolph, geb. 1786.— Freiherr Georg Ilauhold, Herr auf Cunnersdorf, kursächs. Kammerherr und Oberstlieutenant, vermählte sich mit Maria Calharina v. Lüttichau, und aus dieser Ehe stammten die beiden Söhne: Gottlob Adolph, geb. 1702, herzogl. Württemberg. Capitain, und Ilaubold Gottlob, geb. 1711, k. k. Major. Einer dieser Söhne, wahrscheinlich Er- sterer, hat den Stamm fortgepflanzt, denn mit einem Urenkel des Georg Hauhold kam, s. unten, die Familie nach Bayern. — Freiherr Adolph, gest. 1741, Herr auf Weistrup, k. poln. und kursächs. Kammerherr und Oberküchenmeister, war mit Elisabeth Philippine Juliane Clara Freiin v. Axlhausen vermählt, und aus dieser Ehe stammte: Rudolph Anton, geb. 1724. — Freiherr Georg Rudolph kommt später als Hessen-Casselscher Oberst von der Infanterie und Ober-Schenke vor. So weit sind die genealogischen Verhältnisse der im 18. Jahrhunderte in Sachsen so angesehenen Familie der Freiherren v. Seiflertitz durch den Fleiss des kursächs. Premierlieutenants August Wilhelm Bernhard v. Uechlritz bekannt — wann wird wieder für die Genealogie der sächsischen Adelsf'amilien ein v. Uechlritz erscheinen: eine kleine Huldigung, welche der sorgsame Forscher sehr verdient hat! — In Sachsen scheint der Stamm mit dem ohen erwähnten Aintshauptmanne, dem Freiherrn Hans Gottloh, 1814 ausgegangen zu sein, in Bayern war Carl Ludwig, ein Urenkel des Freiherrn Georg Ilaubold (s. oben), geb. 1773, k. bayer. Major, nach v. Lang, in die Adelsmatrikel des Königreichs 387 Bayern eingetragen, doch giebt v. Hefner das freiherrl. v. Seiffer- titzsche Wappen nicht mehr, und so lässt sich wohl annehmen, dass Freiherr Carl Ludwig den Stamm nicht fortgesetzt hat. v. Seufferheld. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold ein schrägrechter, rother, links in Roth ein schräglinker, goldener Balken. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher zwei Büffels- hörner trägt. Das rechte Horn ist golden und mit einem schrägrechten, rothen, das linke rotli und mit einem schräglinken, goldenen Balken belegt. Die Helmdecken sind roth und golden. — Handschriftliche Notizen. — Supplement zu Siebmachers W.-Euch, VIII. 26. Württemberg, Bayern, Elsass. Ein ursprünglich aus Schwaben stammendes Adelsgeschlecht, welches früher namentlich zu Schwäbisch-Hall und Nürnberg angesessen war und in letzlerer Stadt auch im Rathe sass. Kaiser Ferdinand I. ertheilte, 1562, den sieben Gebrüdern, Georg, Michael, Sebastian, Erasmus, David, Heinrich und Melchior, sämmtliche Seufferheld, einen Wappenbrief, und Kaiser Rudolph IL erhob, 1577, die beiden Gebrüder, Georg und Michael Seufferheld, von welchen Letzterer Schüppe des kais. Landgerichts in Schwaben war, in den Adelsstand, doch ist das betreffende Diplom im 30jährigen Kriege verloren gegangen. Von dem genannten Michael v. S. stammte Michael (II.) v. S., welcher zu Strasburg ansässig war und vom Kaiser Joseph IL, 22. Septbr. 1771, eine Erneuerung und Bestätigung seines alten Adelsstandes erhielt. Die adelige Familie v. Seufferheld ist, so viel bekannt, erloschen, eine bürgerliche Familie dieses Namens ist aber seit 1773 in Frankfurt a. M., wohin sie aus Neustadt a. d. Aisch gekommen ist, eingebürgert. v. Seybold. Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein silberner Querbalken, und 2 und 3 in Silber eine schrägrechts gelegte, rothe Weintraube mit 25* 388 zwei griinen 15lättern, einem rechts, dem änderen links. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen zwei blauen, mit einem silbernen Querbalken belegten Büffelshörnern, ein vorwiirtssehender Mann in blossem Kopfe und blauer Kleidung mit silbernem Kragen, dergleichen Aufschlägen und Gürtel aufwächst, welcher in der Hechten die Traube des 2. und 3. Feldes hält und die Linke in die Seite stemmt. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VIII. 76. — v. Ilefner, II. 141 und S. 115. Bayern. Johann Georg Seybold, k. bayer. Oberforstrath, wurde vom Könige Maximilian 1. Joseph von Bayern, 16. Beehr. 1821, in den Adelsstand des Königreichs Bayern erhoben. v. Siebold. Schild quer getheilt: oben in Gold ein schräglinks gelegter, schwarz bekleideter Arm, welcher in der nach unten und rechts gekehrten Iland eine Lanzette hält; unten in Blau ein sechsslrah- ligcr, goldener Stern. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher zwei blaue Büffelshörner trägt, die an der Aussenseite mit fünf goldenen Kugeln besetzt sind, und zwischen welchen der Stern der unteren Schildeshälfte schwebt. Die Helmdecken sind blau und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VIII. 78. — v. Ilefner, II. 141 und S. 115. — v. Lang, S. 548, und Ergänzungsband, S. 143. — v. Hellbach, IL S. 481. Bayern. D. Carl Caspar Siebold, fitrstl. Würzburgscher. Hof- rath, Professor der Medicin und Oberwundarzt des Julius-Spitals zu Würzburg, wurde vom Kaiser Franz IL, 1. Octbr. 1801, wegen seiner Verdienste um das k. k. Feldspital, welches sich 1796 in Würzburg befand, in den Reichsadelsstand erhoben. Derselbe, gest. 1812, einer der berühmtesten deutschen Chirurgen seiner Zeit, hat den Mannsstamm durch mehrere Sohne und die Nachkommen derselben fortgepflanzt, und nach v. Lang (Supplem., 1. 142) waren in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen: I. Johann Elias Cosinus Adam v. Siebold — Sohn des D. Carl Caspar v. Siebold — geb. 1775, k. bayer. Medicinalrath, o. ö. Professor der Geburts- lnilfe auf der Universität Würzburg, Director der Hebammenschule, 389 Entbindungsanstalt etc.; II. des (schon 1798 vor dem Vater) verstorbenen Bruders, des Prof. medic. am Julius-Spitale zu Würzburg, D. Georg Christoph S. nachgelassener Sohn: Franz Philipp Balthasar v. S., geb. 1796, und III. des (1814) ebenfalls verstorbenen Bruders, des grossherz. hessischen Hofraths und Uoctors am Julius- Spitale, Johann Heinrich v. S., nachgelassene fünf Sühne: Carl Caspar Franz Joseph, geb. 1SU0, Gottfried Jobann Elias, geb. 1802, Georg Ernst Franz etc., geb. 1812, Philipp Joseph Rudolph, geb. 1813, und Julius, geb. 1814. — Die Vornamen des Stammvaters der Familie v. Siebold und die zweier seiner oben genannten Sühne, wie dieselben sich in der Adelsmatrikel des Königreichs Bayern vorfinden sollen, stimmen nicht ganz mit den Angaben der inedi- cinischen Literatur, in welcher diese Namen so oft vorkommen, v. Siebold, der Vater, schrieb sich nicht Caspar Carl, sondern Carl Caspar, doch war der Rufname allerdings Caspar; der mit den Vornamen Johann Elias Cosinus Adam v. S. aufgeführte Sohn, welcher als Geburtshelfer zu grossem Rufe gelangte und 1816 Professor der Geburtshülfe an der Universität Berlin wurde, nannte sich nach den Titeln seiner Werke: Adam Elias v. S., und der von v. Lang Johann Heinrich v. Siebold genannte Solu», welcher, wie der Vater, zu den berühmtesten Chirurgen seiner Zeit gehürte, ist in der me- dicin. Literatur nur als D. Johann Barthel v. Siebold, früher kur- pfalz-bayer., später grossherzogl. Würzburg. Rath, o. ü. Professor der medicin. Chirurgie und Chirurg. Klinik an der Julius-Universität und Oberwundarzt am Julius - Spitale zu Würzburg bekannt. Letzterer schrieb sich übrigens bis 1806 nicht bloss v. Siebold, sondern D. Jobann Barthel v. Siebohl, des h. rüm. Reichs Ritter, v. Sonnenstein (Zäher, auch Zaiher v. Sonnenstein), Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Silber ein an die Theilungslinie angeschlossener, schwarzer Adler, und 2 und 3 in Blau ein aus dem Feldesfusse aufsteigender, silberner Berg mit fünf Spitzen, welcher von einer in der rechten Oberecke des Feldes stehenden, goldenen Sonne beschienen wird. Auf dem Schilde stehen zwei gekrünte Helme. Der rechte Helm trägt eine gekrönte, silberne Säule, um welche in der Mitte ein grüner Lorbeerzweig zweimal 390 gezogen ist, und aus dem linken Helme wächst, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge, ein rechts gekehrter Widder von natürlicher Farbe mit braunen Hörnern auf. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und silbern und die des linken blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen: Zäher v. Sonnenstein. — Megerle v. Mühlfeld, S. 154. •— v. Ilellbach, II. S. 803. Oesterreich. Joseph Zäher (Zaiher) v. Sonnenstein, Kreisamts-Adjunct im Traunviertel in Oesterreich ob der Enns, wurde vom Kaiser Franzi., 15. Jan. 1765, in den erbländisch-östcrreichi- schen Ritterstand erhoben. Derselbe hatte von dem genannten Kaiser, 20. Nov. 1760, mit dem Prädicate: v. Sonnenstein, den Adelsstand erhalten. — Der Name der Familie kommt in den neuesten Jahrgängen des Militair-Schematismus des österreichischen Kaiserthums mehrfach vor und wird in demselben v. Sonnenstein, Ritter, geschrieben. v. Sperl (Sperl v. Dofern). Im runden, blauen Schilde auf grünem Dreihügel ein goldener, nach links geasteter und oben mit einem, vorn und hinten abgehauenen, etwas schrägrechts gelegten Queraste belegter Raumstamm, auf welchem rechts gekehrt und vorwärtssehend ein goldener Falke sitzt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Raumstamm des Schildes mit dem Falken trägt. Die Helmdecken sind blau und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Tyroff, I. 149. — Siebenkees, I. S. 100 und 101. — v. Hellbach, I. S. 498. Rayern, Sachsen. Altes, pfälzisches, ursprünglich böhmisches Adelsgeschlecht, welches früher den Namen Sperl v. Dofern führte. Dasselbe wurde, wegen Anhänglichkeit an die Ilussiten, aus Rühmen vertrieben und wendete sich nach den ehemaligen pfälzischen Fiirstenthiimern Sulzbach und Neuburg. Später standen Glieder der Familie auch in kursächs. Militärdiensten, und unter den Diplomen, welche im kursächs. Reichsvicariate, 1790, ausgefertigt wurden, ist nach Angabe einiger, diese Diplome betreffenden Manuscripte ein für Leonhard v. Sperl, Lieutenant im kursächs. Infanterie-Regimente v. WolfersdorfT, ausgestelltes Diplom erwähnt. Das dem Namen beigefügte: „von" lässt dieses Diplom für ein Er- 391 neuerungsdiplom des Adels halten. Ueber das Fortblühen des Geschlechts fehlen zwar genauere Nachrichten, doch dürfte dasselbe ausgegangen sein. Die hier in Rede stellende alte pfälzische Adelsfamilie v. Sperl ist übrigens mit einer neueren gleichnamigen bayerischen Adelsfamilie, über welche der nachstehende Artikel Nachricht ertheilt, nicht zu verwechseln. v. Sperl (Sperl v. Trevesen, v. Sperl auf Altenbach). Im silbernen Schilde auf der Mitte eines grünen Dreiberges ein oben mit einem Querstücke versehener, silberner Ast, auf welchem ein nach der rechten Seite gekehrter, schwarzer Rabe sitzt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher, zwischen zwei schwarzen ßüffelshörnern, den auf dem Aste sitzenden Raben des Schildes trägt. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VIII. 83: v. Sperl auf Altenbach. — v. Ilefner, II. 142 und S. 11G: Sperl v. Trevesen (der Rabe im Schilde und auf dem Helme ist in der Beschreibung roth gekrönt angegeben). Bayern. Franz Bernhard Sperl, Besitzer des Rittergutes Trevesen (Treffesen) in der oberen Pfalz, wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 9. Mai 1821, in den Adelsstand des Königreichs Bayern erhoben. — Das demselben verliehene, oben beschriebene Wappen ist, wie v. Hefner sagt, offenbar dem Wappen der alten Herren v. Sperl (s. den vorstehenden Artikel) nachgebildet, doch darf, was diese Annahme anlangt, nicht übersehen werden, dass in jenem Wappen in einem blauen Schilde auf einem goldenen Aste ein goldener Falke, in dem hier in Rede stehenden Wappen aber im silbernen Schilde auf einem silbernen Asle ein schwarzer Rabe sitzt. Auf dem Helme der alten Herren v. Sperl wiederholt sich einlach das Wappenbild, welches hier zwischen zwei schwarzen Büffelshörnern erscheint. Jedenfalls muss auflallen, dass beide Familien v. Sperl im Wappen auf einem Dreiberge einen Ast und auf diesem einen sitzenden Vogel führen, und diese Aehnlichkeit beider Wappen Hesse wohl die Vermulhung zu, dass zwischen beiden Familien ein ursprünglicher Zusammenhang sich vorfinden könnte, wenn nicht, als das Wappen zu dem oben erwähnten Diplome von 392 1821 bestimmt wurde, nur vielleicht in Erinnerung an das frühere v. Sperlsche Wappen dasselbe, wie angeführt, gegeben worden ist. v. Steeb, Edle und Ritter. Schild oben durch eine aus der Mitte des Schildes bis an den oberen Schildesrand aufsteigende, gebogene Spitze und unten quer gclheilt, dreifelderjg, da (s. unten) ein und dasselbe Wappenbikl halb über, halb unter der queren Thejlungslinie steht, beide Theile des Feldes also nur ein Feld ergeben, l (oben rechts) und 2 (oben links) in Schwarz ein die Sachsen einwärts kehrender, etwas schräg gelegter, goldener Adlersflügel; 3 von Silber und Roth quer getheilt mit einem, aus einem grünen üreihügel im Schildcsfusse aufwachsenden, rechts gekehrten, gekrönten, doppelt geschweiften Löwen von gewechselten Farben, welcher in den Vorderpranken die römischen Fasces hält. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Hehn trägt einen die Sachsen einwärts kehrenden, halb geschlossenen Adlersflug, dessen vorderer, rechter Flügel golden, der linke hintere aber schwarz ist. Aus dem linken Helme wächst der Löwe des 3. Feldes, die Fasces haltend, auf. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken roth und silbern. — Handzeichnimg und handschriftliche Notizen: v. Steeb, Ritter. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 210: v. Steh, Ritter. — v. Hellbach, 11. S. 515, nach Megerle v. Mühlfeld: v. Steh. Oesterreich. Johann Jacob v. Steeb, k. k. Reicbsbofrath, wurde vom Kaiser Joseph IL, 25. Mai 1779, mit dem Prädicate: Edler von, in den Reichs-Ritterstand erhoben. Der Stamm ist von demselben forlgesetzt worden, und in den neueren Jahrgängen des Militair-Schematismus des österreichischen Kaiserthums wird Johann Ritter v. Steeb, k. k. Oberstlieutenant im Geniecorps, Genie-Direc- tor zu Theresienstadt, angeführt. Die den erwähnten handschriftlichen Notizen entnommene Schreibart des Namens v. Steeb ist sonach richtiger, als die von Megerle v. Mühlfeld angenommene; v. Steb. 393 v. Steinern (Steiner v. Steinern), Ritter. Schild durch einen silbernen Querbalken, ohne Bild, quer ge- theilt: oben in Roth eine mit dem goldenen Stabe nach der rechten Seite zu etwas schräg gelegte, nach unten herabfliegende, goldene Fahne, welche mit einem schwarzen Doppeladler belegt ist; unten in Blau drei aus dem Schildesfusse neben einander aufsteigende Spitzberge von natürlicher Farbe mit zwei scchsstrahligen, goldenen Sternen, von welchen der eine über dem rechts, der andere über dem links stehenden Berge schwebt. Auf dem Schilde sieben zwei gekrönte Ilelme, welche beide drei Straussenfedern tragen. Die Straussenfedern des rechten Helmes sind silbern, roth, silbern, die des linken silbern, blau, silbern, und die Decken des rechten Helmes roth und silbern, die des linken blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 147. — v. Hellbach, JI. S. 523. Oesterreich. Andreas Steiner, Bürgermeister zu Prag, wurde vom Kaiser Franz I. von Oesterreich, 13. März 1809, mit dem Prädicate: v. Steinern, in den erbländisch-österreichischen Ritterstand erhoben. — Der Stamm ist fortgepflanzt worden und in den neueren Jahrgängen des Militair-Schematismus des Osterreichischen Kaiserthums ist Andreas Ritter v. Steinern, also nur mit dem der Familie bei Erbebung in den Ritterstand verliehenen Prädicate, als Ilauscaplan des k. k. Invaliden-Hauses zu Prag aufgeführt. v. Stiernberg. Schild geviert: 1 und 4 — nach einem, ohne Angaben der Farben gestochenen Petschafte — ein nach der linken Seite schreitender Stier; 2 ein spitzer Thurm mit Thorbogen, und 3 drei (2 und 1) Sterne. Auf dein Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem, zwischen einem offenen Adlersfluge, der Stier des 1. und 4. Feldes rechtssehend aufwächst. Kurhessen. Wolrad Stirn kam mit dem Landgrafen Friedrich I. von Hessen-Cassel, welcher bekanntlich zugleich die schwedische Krone trug, aus Schweden nach Hessen, wo er 1749 die Stelle eines Oberkammerrathes bekleidete, und wurde, unter Veränderung seines Familiennamens in: v. Stiernberg, in den Adels- 394 stand erhoben. Die Nachkommenschaft desselben blüht noch jetzt in Korhessen, und es gehören zu derselben unter Anderen der kurhessische Geh. Regierungsrath Heinrich Eduard v. Stiernberg, der Hauptmann im Füselierbataillon Hermann Heinrich Theodor v. St., und der Regierungsrath Friedrich v. St., Landrath des Kreises Eschwege. — Die Familie ist von einer gleichnamigen, 1689 nobi- litirten schwedischen Familie, deren Wappen Cedercrona, Schwed. W.-B., 129. No. 1159, giebt, zu unterscheiden. v. Storch. Schild der Länge nach gelheilt: rechts in Roth auf grünem Roden zwei neben einander an goldenen Stäben sich aufwindende Weinstöcke mit grünen Blättern und blauen Trauben (der rechts stehende Weinstock trägt an der äusseren Seite zwei Trauben und drei Blätter und oben nach innen ein Blatt, und der links stehende sowohl an der inneren als äusseren Seite zwei Trauben und zwei Blätter); links in Blau ein rechts gekehrter, silberner Storch mit rothem Schnabel und mit rolhen Füssen. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher zwischen zwei von Gold und Blau quer getheilten Bülfelshürnern drei Straussenfedern trägt. Die beiden seitlichen sind roth und werden von der mittleren, welche blau ist, bedeutend überragt. Die Helmdecken sind rechts roth und silbern, links blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Meklenburg. Wappenbuch, XLVI1L 181 und S. 35. — Supplement zu Siebmachers Wappenbuche, X. 30. 12. — v. Hellbach, IL S. 542. Meklenburg. Eine in Meklenburg mit Diestelow, Rubow etc. angesessene Adelsfamilie, in welche der Adelsstand vom Kaiser Franz L, 1753, gekommen ist. v. Strassern, Ritter. Im blauen, in der Mitte von einem goldenen Querbalken durchzogenen Schilde drei aus grünem Hügel neben einander aufwachsende, in den oberen Theil des Schildes reichende, grünbehalmte, goldene Aehren. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt die drei Aehren des Schildes, und der linke 3 95 eilien die Sachsen einwärts kehrenden, halb geschlossenen, blauen Adlersflug, welcher mit dem goldenen Querbaiken des Schildes be- legl ist. Die Decken heider Helme sind blau und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, VIII. 100 (den Schild halten zwei auswärts sehende, goldene Leiwen). — v. Hefner, II. 131 und S. 118. — Megerle v. Mühlfeld, S. 147, und Ergänzungsband, S. 463. — v. Lang, S. 563. — v. Hellbach, IL S. 546. Oesterreich, Bayern. Joseph v. Strassern, Herr der Herrschaft Kottingbrunn in Niederüsterreich, wurde vom Kaiser Joseph IL, 17. August 1787, nachdem derselbe im eben genannten Jahre den Adelsstand erhalten halte, in den erbländisch-österreichischen Bitterstand erhoben und 16. Oct. 1787 den niederösterreichischen Ständen einverleibt. Derselbe hat den Stamm fortgesetzt, und in den neueren Jahrgängen des Militair-Schematismus des österreichischen Kaiserthums kommt der Name des Geschlechts mehrfach vor. — Mit der in Oesterreich blühenden Familie der Bitter v. Strassern steht unstreitig die bayerische Familie der Bitter v. Slrassern im nächsten Zusammenhange. Franz Carl Strassern, geb. 1738, k. bayerischer Hofkammerrath und quiesc. Forstmeister zu Heideck, hatte, unter Verleihung eines Wappens, welches bis auf die Schildhalter (s. oben) mit dem Wappen der österreichischen Bilter- familie v. Strasse™ ganz übereinstimmt, vom Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz;, 4. Juli 1792, den Kitterstand erhalten und wurde später, als dem Bitterstaiule angehörend, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. — In Bayern soll, wie v. Ilefner angieht, die Familie erloschen sein. Strehl v. Brizay, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Mittelschild quer getheilt: oben in Gold ein rechts gekehrter Mohrenkopf mit weisser Kopfbinde, deren Schleife hinten nach links steht, unten in Boll) zwei silberne Querbalken. I und 4 in Gold ein rothes Castell mit schwarzem, geschlossenem Thore und oben mit zwei Beihen Zinnen, jede zu vier Zinnen, und auf der oberen Keihe derselben mit drei Thürmen, welche oben drei Zinnen tragen; 3 und 4 in Blau drei silberne, gelluthete Querbalken. Auf dem Schilde steht eine 39G siebenperlige Krone, auf welcher sich ein gekrönter Helm erhebt, welcher drei Straussenfedern, blau, silbern, blau, trägt. Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden und links roth und golden, und den Schild halten zwei geharnischte, vorwärtssehende Mohren. Dieselben tragen einen weissen Turban, vorn mit einer silbernen Rundung geziert und mit einer Reiherfeder besteckt, haben um den Hals eine Kette von weissen Perlen, über der Rüstung einen Schurz von weissen Federn und halten in der freien Hand eine weisse Lanze. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, XI. 38. — v. Heiner, 11. 63 und S. 59. Bauern. Gottlieh Strehl, vormaliger Oberlieutenant in der Schweiz, wurde vom Könige Ludwig von Bayern, 25. Sept. 1833, mit dem Beinamen: v. Brizay, in den Freiherrenstand erhoben. — Die Familie ist von dem Geschlechte der Freiherren v. Ströhl (s. den nachstehenden Artikel) wohl zu unterscheiden. v. Ströhl, Freiherren. Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein schrägrechter, geflutheter, silberner Balken (Fluss), welcher oben und unten von einem sechs- strahligen, silbernen Sterne begleitet ist; 2 und 3 in Gold ein rechts gekehrter, doppelt geschweifter, rother Löwe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen die Sachsen einwärts kehrenden, geschlossenen, blauen Adlersflug, welcher schräglinks mit dem, von den Sternen hegleiteten, geflutheten Balken des 1. und 4. Feldes belegt ist, und aus dem linken Helme wächst der Löwe des 2. und 3. Feldes empor. Die Hehndecken sind rechts blau und silbern und links roth und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 22. — v. Hefner, II. 63 und S. 59. — v. Lang, S. 247. — v. Ilellbach, II. S. 549. Bayern. Der kurbayersche Regierungscanzier und Lehenpropst zu Straubing v. Ströhl erhielt vom Kurfürsten Max Joseph, 3. März 1769, ein Freiherrendiplom. Derselbe war ein Sohn des kurbayerischen Hofkammerrathes und Mautcommissars Johann Georg v. St., welcher aus einem ursprünglich schlesischen und lausitzischen, den Namen Strela führenden Geschlechle' stammte, welches 1758 in Bayern als ritterlich ausgeschrieben worden war. Von ihm stammte Aloys Johann Nepomuk Freiherr v. St., geb. 1768, 397 k. k. Kämmerer, Generalmajor und Commandant der Haupt- und Residenzstadt München. v. Stubenvoll, auch Freiherren. Schild geviert: 1 und 4 in Gold drei schwarze Querbalken, und 2 und 3 in Roth ein aufgerichteter, rechts gekehrter, zum Rauh geschickler Wolf von natürlicher Farbe mit aufgeworfenem Wedel und rother, ausschlagender Zunge. Auf dem Schilde steht ein, mit einem von Gold und Schwarz fünfmal gewundenen Wulste bedeckter Hehn, welcher, zwischen einem offenen Adlerslluge, dessen rechter Flügel von Gold und Schwarz, der linke von Roth und Gold quer gelheilt ist, den Wolf des 2. und 3. Feldes trägt. Die Hehndecken sind rechts und links schwarz und golden. — Abdrücke von Petschaften, von welchen aber einige und zwar ohne Farben gestochene Feld 1 und 4 sechsmal quer gestreift, den Hehn gekrönt und jeden Flügel des offenen Fluges auf dem Helme mit einem Querbalken belegt zeigen. Als Schildhalter sind auf den Petschaften der letzteren Art zwei auswärtssehende Wölfe angenommen. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Siebmacher, III. 49: v. Stubenvoll, Oesterreichisch (die Wolfe sind silbern, und der Helm ist gekrönt). — Hürschelmann, Sammlung, Tab. 62. Desselben genealog. Adelshistorie, 1. S. 139—144. — Neues Genealog. Handbuch, 1777. S. 336, und 1778. S. 388. — v. Heiibach, II. S. 553. Oesterreich, Bayern, Sachsen-Gotha und Weimar. Ein, so viel bekannt ist, erloschenes, ursprünglich aus Steiermark stammendes Adelsgeschlecht. Wolf Stubenvoll wurde mit seinen Vettern, Hans, Michael und Jacob St., vom Kaiser Rudolph II. laut Diploms d. d. Wien, 3. August 1589, in den Reichsadelsstand erhohen. Derselbe, der Religion wegen aus Steiermark vertrieben, starb zu Wien mit Hinterlassung von sechs Kindern. Der Sohn desselben, Hans v. St., geh. 1569, gest. 1640, war k. k. Oberlieu- tenant und böhmischer und mährischer Landstand. Von ihm stammte Hans Christoph v. St., geh. zu Wien 3. März 1603, welcher als lt. lt. Oberstlieulenant in der Schlacht bei Rheinfolden (3. März 1638) fiel. Aus der Ehe mit Elise v. Helfersheim, gest. zu Regensburg 7. Febr. 1645, stammten Hans Otto v. St., geb. 1627 und gest. 1650 als lt. k. Lieutenant, und Hans Christoph 398 v. St., gel), zu Cohlenz 2. Juli 1635, welcher, vermiihlt mit Anna Sophia v. Heiversen, 1681 als pfälzischer Geh. llath starb. Der Sohn desselben, Albrechl Sigmund v. St., geb. 15. Febr. 1659, war filrstl. Sachsen-Gothaischer Oberst und halte aus der Ehe mit Dorothea Sybilla v. Treskau vier Kinder, von welchen der älteste Sohn, Friedrich Sigmund v. St., Herr auf Lobcda, geb. 1704, gest. 1759, das Geschlecht fortpflanzte. Derselbe war zweimal vermählt und zwar in erster Ehe mit Magdalena Auguste v. Goldacker, und in zweiter mit Anna Regina v. Rockhausen, und hinterliess fünf Kinder, von welchen Ludwig Christian v. St., geb. 3. Aug. 1743, später die Stelle eines fürsll. Sachsen-Weimarschen Kammerjunkers und Oberforstmeisters bekleidete, sich mit Margaretha Magdalena Johanna Eleonore Caroline v. Hayn vermählte, 1794 aber zu Allstedt ohne Nachkommen starb. v. Suckow. Im silbernen Schilde auf grünem Rasen ein nach rechts stehender, grüner Baum, gegen welchen links ein schwarzer Bär aufsteigt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem der Bär des Schildes aufwächst. Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, E. 10. — v. Ilefner, Lief. 26 oder Bd. II. 5. Heft. 2., Württembergscher Adel, 24 und S. 18 (der Schild ist golden, der Bär springt an einem Eichbaume auf, und die Helmdecken sind schwarz und golden). — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 277 u. 278. Hannover, Meklenburg, Württemberg. Jacob Sigmund Suckow, Senior und Propst zu Sternberg in Meklenburg-Schwerin, erhielt vom Kaiser Carl VI., 23. März 1714, die Erneuerung des der Familie zustehenden Adels, und der Enkel desselben, Johann Ludwig v. Suckow, trat im siebenjährigen Kriege in kurhannoversche Kriegsdienste. — Die Familie gehört jetzt im Königreich Hannover zu dem ritlerschafllichen Adel der ostfriesischen Landschalt und besitzt die Güter Bödinghausen und Rysum im Fürstenthum Ostfriesland. — In Württemberg und Meklenburg-Schwerin ist dieselbe bedienstet. 399 v. Süsskind, Freiherren. Schild geviert mit Miltelschilde. Der Mittelschild ist durch eine ganze, aufsteigende, gebogene Spitze in drei Theile getheilt: I und 2 (rechts und links) in Gold ein grüner Berg mit einem grünen Strauche von acht Blättern, und 3 (in der Spitze) in Roth ein silberner Thurm, unten mit Thor und zwei neben einander stehenden Fenslern, oben aber mit zwei unter einander stehenden Fenstern und über denselben mit drei Zinnen. 1 und 4 des Ilauptschildes in Schwarz ein goldener Querbalken, welcher oben und unten im Schwarzen von drei neben einander stehenden', silbernen Wecken hegleitet ist; 2 und 3 in Silber auf einer geflügelten, blauen Kugel die vorwärts- und rechtssehende Glücksgöttin, welche mit der Rechten den blauen Schleier über und um sich wirft und in der Linken aufrecht einen Mercursstäb hält. Auf dem Schilde steht eine freiherrliche Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Der mittlere Helm trägt, zwischen zwei goldenen Büffelshörnern, einen aufwachsenden, rechtssehenden, roth bekleideten Mann mit silbernem Kragen und rother, den Zipfel nach links und unten umschlagender Mütze, welcher mit der Rechten das Horn umfasst und in der aufgehobenen Linken einen grünen Strauch von sechs Blättern emporhält. Auf dem rechten Helme ruht, zwischen einem von Silber und Blau mit gewechselten Farben quer gelheilten oll'enen Adlersfluge, eine silberne, mit drei schwarzen Straussenfedern besteckte Kugel, und auf dem linken steht die Glücksgöttin des 2. und 3. Feldes. Die Decken sind rechts blau und silbern, links rolh und golden, und den Schild halten zwei einwärtssehende, goldene Greife. — Handschriftliche Notizen. — v. Hefner, II. 63 und S. 59. — Woppenbuch des Königreichs Bayern, X. 7 (der Mann auf dem mittleren Helme mit schwarzem Hute und grünem Kragen und Aufschlägen hält, die Linke in die Seite setzend, den Strauch mit der Rechten empor). Bayern. Der Stammvater des freiherrlichen Geschlechts v. Süsskind ist Johann Gottlieh Süsskind, welcher sich in Augsburg durch Fleiss und Talent zu einem der ersten Banqniers, so wie zum Stubenmeister emporschwang. Derselbe erwarb die Güter Schwendi, Böchingen, Dennenlohe etc., und wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 18. Febr. 1821, mit seiner zahlreichen, noch jetzt in Bayern Bediensteten und reich begüterten Nachkommenschaft in den Freiherrenstand erhohen. 400 v. Swieten, Freiherren. Im rothen Schilde drei (2 und 1) silberne, mit den Griffen abwärts gekehrte Geigen. Den Schild bedeckt eine filnfperlige Krone, lind denselben ballen zwei einwärtssehende, weisse Windhunde mit silbern eingefassten und beringten rothen Halsbändern. Bei Erhebung in den Freiherrensland ist der alle Wappenschild der Familie ohne Kleinod etc. beibehalten worden. — Abdrücke von Petschaften. — Megerle von Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 106. — v. Hellbach, II. S. 562. — Genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1853. S. 466 und 467, und 1857. S. 753, unter Berufung auf 1856. S. 674. Oesterreich. D. Gerard (Gerhard) van Swieten, k. k. Leibarzt und Prolomedicus, wurde vom Kaiser Franz I. laut Diploms d. d. Wien, 19. Mai 1753, in den erbländisch-österreichischen Freiherrenstand erhoben. Derselbe, geb. zu Leyden 1699, gest. zu Wien 1772, stand am k. k. Hofe als Leibarzt des Kaisers Franz I. und der Kaiserin Maria Theresia in hoher Gunst und in grossem Ansehen, erwarb sich um das damalige gesammte Medicinalwesen des Österreichischen Kaiserthums ausgezeichnete Verdienste und gehörte zu seiner Zeit zu den vorzüglichsten Bearbeitern der medi-» cinischen Wissenschaft, in welcher namentlich die von ihm herausgegebenen, den Aerzten des 18. Jahrhunderts so bekannten und werthen Commentarii in Boerhaavii Aphorismos, Lugd. Batav. 1743 —1772. V. Vol. 4. eine lange Reibe von Jahren zu den besten praktischen Werken mit allem Rechte gezählt worden sind. — Gerard Freiherr v. Swieten stammte aus einem alten holländischen Geschlechte, welches schon im 13. Jahrhunderte, in welchem 1230 Emerand van Swieten, vermählt mit Catharina, Wiltwe des Jean de Iloefen, vorkommt, bekannt war. Die fortlaufende Stammreibe der Familie beginnt mit dem Enkel des genannten Emerand, Hermann van Swieten, gest. 1345, von welchem Letzteren im zwölften Gliede Gerard v. Swieten — Sohn des mit Elisabeth van Loo vermählten Thomas v. S., Enkel des Gerard v. S. und der Wilhelmine v. Brederode, und Urenkel des Sebastian v. S. und der Catharina de ßronckhorst — stammte. Aus der Ehe desselben mit Maria Lambertine Elisabeth Theerbeck de Coesfeld entsprossten zwei Söhne, die Freiherren Gerard (II.) und Gilbert Henri. Freiherr Gerard (IL), geb. 1743, k. k. Geb. Rath, früher k. k. Gesandter am k. preuss. Hofe, später Präfect der k. k. Hofbibliothek etc., starb 1803 unver- 401 mahlt, Freiherr Gilbert. Henri aber, vermählt mit Charlotte Philippine, Tochter des Henri Anloine Gaspar T'Serclaes und der Maria Petronilla Susanna de Colins, setzte den Stamm durch die beiden Zwillingssühne, die Freiherren Franz und Carl, fort. Freiherr Franz, geh. 13. Aug. 1785, vermählt mit Hosalie Gräfin Duc de Surville, gest. 185*2, starb ein Jahr vor seiner Gemahlin, 1851, ohne Nachkommen zu hinterlassen, der Zwillingsbruder aber, Freiherr Carl, gest. 1853, Landsland von Tirol, Krain und Gürz, k. k. Kämmerer und Hauptmann in der Armee, vermählt mit Johanna Freiin v. Fah- nenberg, hat den Stamm durch zwei Sühne, Freiherrn Egid, geb. 1817, k. k. Hauptmann in der Armee, und Freiherrn Friedrich, geb. 1820, ebenfalls k. k. Hauptmann in der Armee, fortgepflanzt. Tauber v. Taubenfurth, Freiherren. Im rothen Schilde auf einer goldenen Krone eine rechts gekehrte, weisse Taube mit ausgebreiteten Flügeln. Auf dem Schilde steht eine fünfperlige Krone, auf welcher sich ein gekrünter Helm erhebt, auf dessen Krone die Taube des Schildes sich wiederholt. Die Helmdecken sind rolh und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlleid, Ergänzungsband, S. 106. — v. Döllbach, II. S. 570. Oesterreich. Franz Erdmann Tauher v. Taubenfurth, Landesältester des Fürstenthums Troppau, wurde vom Kaiser Franz L, 13. Dec. 1747, in den böhmischen Freiherrenstand erhoben. v. Tausch. Schild quer gelheilt: oben im Silber zwei aus am rechten, so wie am linken Rande befindlichen Wolken nach der Mitte hervorgehende Arme von natürlicher Farbe, deren Hände sich gegenseitig fassen; unten blau, ohne Bild. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, welcher drei Straussenfedern, silbern, blau, silbern, trägt. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 9. — v. Ilefner, II. 146 und S. 119 (giebt die IV. 26 402 Hände in der oberen Schildeshälfte als „treue" Hände und setzt hinzu: vielleicht Anspielung auf den Namen). Bayern. Johann Tausch, k. bayer. Generalmajor, wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 29. Jan. 1823, in den Adelsstand des Königreichs Bayern erhohen. v. Teng, Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein an die Theilungslinie angeschlossener, halber, schwarzer Adler; 2 und 3 in Blau ein scliräg- rechts gelegter, goldener Mercursstab, welcher von zwei sechs- strahligen, goldenen Sternen, dem einen oben und links, dem anderen rechts und unten, begleitet wird. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen einwärtssehenden, schwarzen Adler, und^der linke den Mercursstab des 2. und 3. Feldes aufrecht gestellt zwischen einem offenen, blauen Adlers- fluge, dessen Flügel je mit einem sechsstrahligen, goldenen Sterne belegt sind. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken blau und golden. — Handzeichnung. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 10. — v. Ilefner, II. 147 und S. 119 (die Abbildung zeigt Mercursstäbe, die Beschreibung aber giebl dieselben als Aesculapstäbe). — v. Lang, S. 571. — v. Hellbach, II. S. 573. Bayern. Matthias Teng, fürstl. Passauscher Geh. Rath, Referendar und Rechnungs-Kammer- Director, erhielt vom Kaiser Joseph IL, 17. Juli 1788, ein Adels- und Ritterdiplom. — Derselbe ist später als Matthias Ritter v. Teng, ehemaliger k. bayer. Canzlei- Director in Burghausen, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen worden. v. Thoma zu Trevesen und Gemünd. Schild durch einen schräglinken, goldenen Balken getheilt: oben (rechts) Silber, ohne Bild, unten (links) in Blau ein acht- strahliger, silberner Stern. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein vorwärtssehender Mohr mit goldenen Ohr- 403 glocken, blausilberner Federmiüze und dergleiclien oben golden eingefasstem Federscliurze aufwächst, welcher in der Rechten eine goldene Lanze mit gerade herabhängender, goldener Quaste hält und die Linke, die bohle Hand auswärts gekehrt, in die Seite setzt. Die Helmdecken sind blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 12. — v. Hefner, II. 147 u. S. 1 19. — v. Lang, S. 572. — v. Hellbach, II. S. 582. Bayern. Adam Joseph Thoma, Pflegsverweser (Verpflegsver- walter) zu Eschenbach und Grafenwörth, wurde vom Kurfürsten Max Joseph III. von Pfalzbayern, 27. Juni 1775, in den Adelsstand erhoben. Von den Enkeln desselben waren die drei Brüder: Joseph Ignaz v. T., geb. 17S3, k. bayer. Mautamts-Controleur, Franz Xaver, geb. 1784, und Johann Ncpomuk, geb. 1787 (beide letztere in Amberg), in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. — Ein protestantischer Zweig der Familie soll in Baireuth bestanden haben. v. Thümmel. Im rothen Schilde ein zwischen zwei schwarzen sechsstrahligen Sternen aufrecht und mit der Spitze links gestellter eisenfarbener Hammer. Auf dem Schilde steht ein Hehn, welcher den Hammer des Schildes zwischen einem offenen, rothen Adlersfluge trägt. Jeder Flügel ist mit einem Sterne, wie die im Schilde, belegt. Die Helmdecken sind schwarz und roth. — Abdrücke von Petschaften. — Siebmacher, I. 156: die „Declaration" sagt: ein rother Schild, die Sterne schwarz, der Hammer eisenfarbig, auf dem Helme die Flügel roth, die Sterne und Hammer, wie im Schilde, die Ilelm- decke schwarz und roth. — Val. König, I. S. 980—987 (giebt den Hammer, welchen er Spitzhammer oder Zschacken nennt, silbern und an einem hölzernen und mit einem Angriff bewundenen Stiele an). — v. Meding, 11. S. 604 (lingirt, nach einem Stammbaume und Petschafte, den Hammer silbern, führt dann an, dass in Siebmachers Wappenbuche die Tinclur des Hammers nicht angegeben sei [eine Bemerkung, die v. Meding nicht gemacht hatte, wenn ihm die Siebmachersche „Declaration" zur Hand gewesen wäre] und geht dann auf Val. König mit dem Bemerken über, dass er die Worte des Letzteren, nach welchen der Spitzhammer einen hölzernen, mit 26 * 404 einem Angriff bewundenen Stiel haben solle, nicht völlig verstehe, auch habe er nirgends gefunden, dass der Stiel des Hammers umwunden wäre). — Gauhe, I. S. 2551 und 2552. — Zedier, XLI11. S. 1807. — v. Uechtritz, diplom. Nachrichten, VII. S. 71—73 (Nachrichten aus den Schönefelder Kirchenbüchern von 1690 -1773). — v. Ilellbaeh, II. S. 584 u. 585. Sachsen. Altes meissnisches und sachsen-gothaisches Adelsgeschlecht, welches aus Polen stammt, in diesem Lande Timme- lowski oder Timelofsky geheissen, und aus welchem nach 1370 Johann v. T., Stallmeister des Königs Ludwig, in Polen lebte, dessen vier Söhne sich nach Sachsen gewendet haben sollen. Zwei dieser Söhne liessen sich in Leipzig nieder, die andern beiden aber, Georg und Nicolaus v.T., kauften 1404 Schönefehl hei Leipzig, aus welchem Stammhause die Familie sich nachher weit ausbreitete. Gegen diese im Allgemeinen Ilist. Lexicon sich befindende Angabe erwähnt Gauhe (a. a. O.), dass, was allerdings zu beachten ist, weder Okolski, noch andere polnische Geschichtsschreiber ein Geschlecht des angeführten Namens erwähnen, auch weiss Val. König vom Ursprünge der in Rede stehenden Familie nichts anzugeben. So hat man sich denn an das zu halten, was keinem Zweifel unterliegt, nämlich, dass im 16. Jahrhunderte die Familie in und um Leipzig angesessen und sehr bekannt war. Val. König giebt als von ihr besessene oder zu seiner Zeit ihr noch zugehörige Besitzungen die Güter Donna, Ileussendorf, Oegelas, Pfahl, Paunsdorf, Plaussig, Schönefeld, Sellerhausen und Thümel an, welches letztere Gut wohl von der Familie erbaut worden ist und von derselben seinen Namen erhalten hat, und beginnt die ordentliche Stammreihe des Geschlechts mit Woll v. T., Herrn auf Schönefeld, Oegelas, Pfahl, Sellerhausen, Plaussig und Paunsdorf, welcher mit Magdalena v. Wolframsdorf vermählt war. Aus dieser Ehe stammte Moritz v. T., Herr der genannten väterlichen Güter, vermählt mit Regina v. Schütz, und von ihm durchlief die Stammreihe zunächst folgende Glieder: Jacob, Agnesa Mechtild v. Spiegel; Heinrich (I.), Magdalena v. Haubitz; Thomas, k. k. Oberstlieutenant, Hedwig Freiin v. Jaschinsky, und Heinrich (IL), Herr der Starostei Opaniz, Catharina v. Röltin. Durch die beiden Söhne des Letzteren, Hans und Georg, theille sich der Stamm. Von Hans, dem älteren Sohne, vermählt mit Catharina v. Schütz, entspross Wolf, k. k. Rittmeister, vermählt mit Ludmille v. Nostilz, und von diesem Wolf Otto, kursächs. Oberst, Gouverneur und Kreis-Hauptmann zu Wittenberg, dessen Sohn aus der Ehe 405 mit Maria v. Goldbeck Christoph Carl war, welcher sicli mit Barbara v. Scköhl vermahlte. Von Letzterem stammten zwei Sühne, welche die in Bede stehende Linie weiter fortpflanzten: Moritz Adolph, kursächs. Oberst, vermählt mit Dorothea Sophia v. Plötz, aus welcher Ehe drei Sühne entsprossten: Carl August, Friedrich Adolph und Heinrich Sigmund •— und Otto Christoph, fiirstl. Sachsen- Neuslädtscher Amlshauplmann, welcher aus zweiter Ehe mit Dorothea Wilhelmine v. Breitenhauch die beiden Sühne: Philipp Carl Otto und August Moritz Wilhelm hintcrliess. — Von dem zweiten Sohne des Heinrich (IL), Georg (s. oben), stammte aus erster Ehe mit Catharina v. Scköhl Lucas, aus der zweiten aber mit Sophia v. Mandelsloh Georg. Von Lucas, Herrn auf Donna, vermählt mit Anna Külhel v. Geising, entspross Hans, k. schwed. Major, und von Georg, Herrn auf Schünel'eld, aus der Ehe mit Maria v. Plötz, Hans Moritz und Georg Heinrich. So weit reichen die von Val. König gemachten Angaben, welche Gaulle u. A. benutzt haben und welche hier möglichst übersichtlich zusammengestellt worden sind. An diese Angaben reihen sich nun aus den v. Uechtrilz (a. a. 0.) mit- getlieilten Auszügen aus den Schönefelder Kirchenbüchern nachstehende Data: Hans Moritz, älterer Sohn des Georg, Herrn auf Schönefeld (s. oben), vermählte sich mit Catharina v. Goldheck, und aus dieser Ehe entspross Hans Georg, gest. 1690, Herr auf Schönefeld und Volkmarsdorf, kursächs. Kammerjunker und Lieutenant, später herzogl. Sachsen-Naumburgischer Oberhofmeister, vermählt mit Anna Maria v. Maltitz, gest. 1702. Von den beiden Söhnen desselben starb Georg Heinrich, k. preuss. Kammerherr und herz. Sachsen-Naumburgscher Stallmeister, 1705 unvermählt, Adolph August aber, Herr auf Schönefeld etc., gest. 1713, kursächs. Major, vermählt mit Rachel Sophia v. Schünberg, gest. 1729, setzte den Stamm fort. Von demselben entspross nämlich Carl Heinrich, geh. 1710, Herr auf Schönefeld etc., kursächs. Landkammerrath, aus dessen Ehe mit Ludomilla Charlotte v. Bühlau, vermählt 1731, gest. 1785, neben fünf Töchtern, vier Sühne stammten: Wolf Heinrich Siegmund, geb. 1732, kursächs. Oberst, vermählt mit Luise Agnese v. Zanthier, Moritz August, geh. 1738, herzogl. Sachsen-Coburg. Geh. Rath etc. (s. unten) Hans Wilhelm, geb. 1744, herz. Sachsen-Gotha- scher Geh. Rath etc. (s. ebenfalls unten), und Friedrich Christian, geh. 1745, k. k. Kammerherr, vermählt mit Friederike v. Wangenheim aus dem Hause Sonneburg, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, Pauline und Roxane, ein Sohn, August, in k. preuss. Mi- 406 litairdiensten, stammte. — Zu besonderem Ansehen haben namentlich die oben genannten, beiden Brüder, Moritz August und Hans Wilhelm v. Thttminel aus dem Hause Schönefeld bei Leipzig, den Namen der Familie gebracht, doch sind Nachkommen derselben nicht aufzufinden. Moritz August v. T., geb. 1738, vermahlt mit Friederike v. Wangenheim, welcher schon 1783 als herz. Sachsen- Coburgscher Geh. Rath und Minister sich von allen öffentlichen Geschäften zurückzog und den Wissenschaften und den Musen lebte, gehörte zu seiner Zeit zu den geistvollsten sentimental-humoristischen Schriftstellern Deutschlands und seine sämmtlichen Werke sind in einer neuen Ausgabe 1820 in 7 Bänden erschienen; Hans Wilhelm v. T., geb. 1744, gest. 1824, herzogl. Saehsen-Golhascher Geh. Rath, Kammerpräsident und Ober-Steuerdirector zu Altenburg, vermählt mit einer Freiin v. Rothkirch-Trach, hat sich in seinen hoben Stellungen, zu welchen auch vielfache diplomatische Sendungen kamen, um die sächsischen Länder Ernestinispher Linie die grössten Verdienste erworben und, von Jugend auf von besonderer Liebe zur Baukunst beseelt, namentlich in dem Altenburgschen Lande und der Stadt Altenburg selbst durch diese Liebe und die Schöpfungen derselben sich bis in ferne Zeiten ein Andenken gesichert. Unter seinen Schriften haben die statistischen, geographischen und topographischen Beiträge zur Kenntniss des Herzogthums Altenburg und die Aphorismen eines Sieben und Siebenzigjährigen besondere Anerkennung gefunden. v. Thüna. Im silbernen Schilde eine eingebogene, gestürzte, rothe Spitze. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher, zwischen zwei nach aufwärts und aussen gekehrten Straussenfedern, von welchen die rechte silbern, die linke roth ist, acht an goldenen Turnierstangen befestigte, wechselsweise roth und silberne Fähnchen, von welchen vier sich rechts und die vier anderen links kehren, trägt. Das äussere Fähnchen zur Rechten ist somit roth, das zur Linken aber silbern. Die Helmdecken sind roth und silbern. — Wie beschrieben ergeben Abdrücke von Petschaften das Wappen, auch stimmt mit diesen Angaben v. Meding (II. S. 604 und 605), welcher den Abdruck von einem gleichen Petschaft und eine, demsel- 407 ben ganz ähnliche Stammbuchszeichnung mit der Unterschrift: Johann Albert v. Thüna, 1576, sah; doch giebt v. Meding auch an, dass er auch das Wappen auf dem Helme mit nur sechs Fahnen und ohne Straussenfedern gemalt gefunden habe. Was übrigens die erwähnten Lackabdrücke von Petschaften anlangt, so weisen die älteren derselben mehrere Varianten nach. Ein Allianzwappen, rechts v. Thüna, links v. Woldern, zeigt eine gestürzte, gebogene Spitze, welche von der Milte der Seitenränder zur Mitte des Schil- deslüsses geht. Der ganze Ober!heil des Schildes ist rolh, der untere, welcher durch die nur linienartige Spitze der Länge nach getheilt erscheint, ist silbern. Auf dem gekrönten Helme stehen acht Fahnen, und die beiden Federn hängen am Helme herab. Der Abdruck von einem älteren Petschafte mit der Umschrift AWVT er-, giebt in einem runden silbernen Schilde einen gestürzten, ganzen, geraden, rothen Sparren. Der gekrönte Helm trägt acht Fahnen und es scheint zwischen den mittleren beiden noch eine Figur dem Ansehen nach eine sparrenartige, aufrecht zu stehen. Von Federn werden die Fahnen nicht beseitet etc. — Val. König, III. S. 1115—25, lingirt auf dem gekrönten Helme die rechte Straus- senfeder roth, die linke silbern, und stellt zwischen diese Federn sechs an wechselsweise silberne und rothe Turnierstangen befestigte und je zu drei nach rechts und links fliegende Fähnchen, von welchen die an den silbernen Stangen rolh, die an den rothen Stangen aber silbern sind. Die nach rechts fliegenden Fahnen sind also rolh, silbern, rolh, die nach links wehenden aber silbern, roth, silbern. Diese Angaben Val. Königs stimmen mit Siebmacher, I. 147: v. Dhünae, Thüringisch, überein, nur hat Letzterer die Farbe der Fahnenstangen nicht angegeben. Die „Decla- ration" sagt: der mittlere gespitzte Theil im Schilde ist roth, die anderen beiden weiss. Auf dem Helme eine gelbe Krone. Die Fahnen (sechs) eine um die andere rolh und weiss, die zwei Federn dergleichen, die Helmdecke auch roth und weiss. — Supplem. zu Siebmachers Wappenbuche, III. 13: Herren v. Thuna, und V. 24: v. Thüne (beide Abbildungen sind hinsichtlich des Schildes sich gleich: man sieht in Silber eine gebogene, gestürzte, rothe Spitze, der Helmschmuck aber ist verschieden. Der gekrönte Helm trägt auf der ersten Abbildung, zwischen einer rechts schwarzen, links rothen Straussenfeder, acht Fahnen, von welchen vier unter einander nach rechts, vier aber nach links wehen. Die erste (obere) und dritte Feder jeder Seite ist roth, die zweite und vierte (untere) 408 silbern. Die zweite Abbildung ist zweifelsohne nach Val. Konig angegeben: der gekrönte Hehn trägt, zwischen einer rechts rothen, links silbernen Slraussenfeder, seebs Fahnen ganz so, wie oben in Ilezug auf Val. König angegeben wurde. — Wappenbuch der Siichs. Staaten, IV. 88 (der Helmschmuck ist, wie Valent. König denselben angegeben hat, nur sind die Fahnen nicht wechselsweise roth und silbern, sondern wechselsweise silbern und roth, die nach rechts wehenden Fahnen sind also silbern, roth, silbern, die nach links wehenden roth, silbern, roth). — v. Gleichenstein: Stammregister der v. Thiinau (die Abbildung ist schlecht. Im Schilde schwebt ein Wappenbild, welches wie ein gestürzter Sparren aussieht, und der Helm trägt, zwischen zwei Figuren, die mehr wie Aelnxn als wie Federn aussehen, vier Fahnen, zwei derselben, eine grossere oben, eine kleinere unter derselben, fliegen rechts, und zwei dergleichen Fahnen links). — v. Haltstein, II. S. 416 und 417. — Gauhe, I. S. 2552 und 2553.— Zedier, XLI1I. S. 1812—1816. — Biedermann, Geschlechtsregister des Ortes Steigerwald, Tab. 274— 280. — v. Hellbach, II. S. 585. — N. Preuss. Adelslexicon, IV. S. 268. Sachsen, Bayern, Preussen. Altes, thüringisches Adelsgeschlecht. Wie Spangenberg angiebt, soll Friedhelm (Friedrich) mit Heinrich Tangein vom Kaiser Otto I., 961, zum Ritter geschlagen worden sein. Aus Thüringen breitete sich die Familie auch in den Rittercantonen Gebürg und Steigerwald, im Voigllande, im .Meissnischen, den Rheinlanden etc. aus. Fritz v. T. war 1436 Landvoigt an der Orla, Friedrich 1442 Amtmann zu Saalfeld. Georg 1498 Abt daselbst, und ein anderer Friedrich 1518 Amtmann zu Weimar. Letzlerer wurde später des Kurfürsten Johann Friedrich zu Sachsen vertrautester Rath und hat sich namentlich 1530 der Religionsstreitigkeiten, wie v. Seckendorf und Spangenberg angeben, angenommen. Von den Urenkeln desselben starb Georg Sigmund 1679 als herzog], Braunschweigischer Landdrost zu Isenhagen. Der erwähnte Friedrich v. Thüna, luirsächs. Geb. Rath, besass die Herrschaften Lauenstein und Schlottwein, und von den Urenkeln desselben kommt noch 1680 Christoph v. T., Herr auf Hohenstein, als filrstl. Brandenburg. Rath, Ober-Amtmann zu Schauenstein und Director der Ritterschaft des MarkgrafenLhums Baireuth vor. Um dieselbe Zeit war Hans Rudolph v. T., Herr auf Schlottwein, luirsächs. Kammerherr und pflanzte den Stamm durch fünf Sühne fort, und Johann Georg v. T. aus dem Hause Molsdorf starb nach der 409 Gotha diplomatica 1706 als Oberst-Lieutenant. Von den Söhnen des oben genannten Hans Rudolph v. T. trat August Wilhelm" v. T. in l(. preuss. Militairdienste und stieg in denselben bis zum Generalmajor und Chef eines Infanterie-Regiments. Derselbe starb 1787 unvermählt. — Jetzt blüht die Familie noch im Grossherzoglhume Sachsen-Weimar, und die Brüder Cuno Carl Franz und Maximilian v. Thiina stehen in grossherzogl. Sachsen-Weimar. Militairdiensten. v. Thumbshirn. Schild geviert: 1 und 4 in Silber zwei blaue Querbalken; 2 in Schwarz ein von den Hüften aufwärts steigender, vorwärtssehender Türke in rother Kleidung und mit goldenem Turban, welcher in der Rechten ein Schwert nach oben und einwärts schwingt und die Linke in die Seite setzt, und 3 ebenfalls in Schwarz ein aus einem grünen Dreiberge aufwachsender, vorwärtssehender Mann in rother Kleidung und blossem Kopfe, welcher mit beiden Händen ein goldenes, die Schullern überragendes Andreaskreuz vor sich hält. Aul dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den aufsteigenden Türken des 2. Feldes mit dem Schwerte zwischen einem offenen Adlersfluge trägt. Der rechte Flügel desselben ist silbern und mit den beiden Querbalken des 1. und 4. Feldes, der linke aber schwarz und mit dem Andreaskreuze im 3. Felde belegt. Die Helmdecken sind rechts roth und schwarz, links blau und golden. — Abdrücke von Petschaften und Abdruck vom Jahnischen Gerichtssiegel. — Siehmacher, 1. 158: Die Thomshirn, Meissnisch (die Abbildung kommt ganz mit der eben gegebenen Beschreibung überein, nur sieht der Türke im 2. Felde und auf dem Helme links: eine Stellung, die von dem Platze abhängt, welchen die Abbildung — No. 4 der zweiten Reihe — im Siebmacherschen Wappenbuche einnimmt. Die „Declaration" sagt: ein quartirter Schild, der Türke darinnen roth gekleidet, im schwärzen Felde; der Bausch und Ueberschlag gelb; das zweite Männlein auch roth gekleidet mit einem gelben Kreuze auf einem grünen Berglein, die anderen Felder weiss, darin zwei blaue Balken; auf dem Helme eine gelbe Krone, der Türke gekleidet wie im Schilde, der eine Flügel schwarz, das Kreuz gelb, der andere weiss, die Striche blau, die Helmdecken auf einer Seite schwarz und roth, auf der anderen Seite blau und 410 gelb). — Val. König, I. S. 988—998: v. Thumbshirn (Beschreibung und Abbildung des Wappens stimmen, wie bei dem genannten Schriftsteller mehrfach vorkommt, nicht ganz mit einander itherein. Der Beschreibung nach führen die v. Thumbshirn einen quadrirten Schild: in dem rechten obern schwarzen Felde einen rollt gekleideten, bis an die Kniee sich zeigenden und nach der Rechten wendenden Türken, mit einer rollten Mütze bedeckt, deren Slulp, nebst dem Aufschlage am Halse und der Binde um den Leih goldfarbig ist, und welcher einen blossen Säbel mit der rechten Hand in die Höhe und zum Hielte hält, die linke Hand aber in die Seite setzt; das linke obere und rechte untere Feld silbern, Uber welche zwei blaue Querbalken gelegen; in dem linken unteren schwarzen Felde alter ein golden gekröntes und roth gekleidetes Weibsbild [in ganzer Figur], hinter einem goldenen Andreaskreuze gestellt und auf einem dreihügeligen, goldenen Berge ruhend. Auf dem golden gekrönten Helme steht ein Flug, welcher zur Rechten schwarz und mit einem goldenen Andreaskreuze belegt, zur Linken aber silbern mit den blauen Querbalken, wie im Schilde, durchstrichen ist. Zwischen dem Fluge wächst ein dergleichen Türke in die Höhe, wie er in dem ersten Felde beschrieben worden, die Helmdecken aber sind rechts golden und schwarz, links blau und silbern. Die Abbildung tingirt Feld l und 4 silbern, Feld 2 ist von Silber und Blau sechsmal quer gestreift, und Feld 3 zeigt in Silber drei blaue Querbalken. Ueberdies ist vom Fluge auf dem Helme der rechte Flügel nicht schwarz, sondern wie der linke silbern angegeben. Wahrscheinlich sollten die Bilder der Felder und der Beleg des rechten Flügels deutlicher zu sehen sein, als dies der Fall gewesen sein würde, wenn im nicht colorirten Kupferstiche das Schwarz erschienen wäre). — v. Meding, I. S. 61 1 und 612 (beschreibt zuerst nach einem Stammbaume das Wappen, wie folgt: im I. und 4. silbernen Felde des gevierten Schildes zwei rothe Balken; im 2. schwarzen ein links gekehrter, bis an die Kniee aufwachsender, roth bekleideter Türke mit einem rothen, mit Silber aufgeschlagenen Bunde bedeckt. Derselbe setzt die rechte Hand in die Seile und hält mit der linken einen oberwärts mit der Spitze nach der rechten Seite gekehrten, drohenden Säbel. Im dritten schwarzen Felde eine auf einem dreihügeligen, grünen Berge stehende, mit einem langen, rothen Talar bekleidete Person, von einem goldenen Andreaskreuze überlegt. Auf dem gekrönten Helme den Türken mit dem Säbel, wie im 2. Felde, zwischen einem Adlersfluge, dessen 411 rechter Flügel silbern, mit den zwei rothen. Balken, der linke schwarz mit dem goldenen Andreaskreuze belegt ist. Die Helmdecken rechts rotli und schwarz, links golden und blau. Nächst- dem führt v. Meding noch Siebmacher an, und sagt, dass in der Ausgabe von 1696 der Bund wahrscheinlich golden sein solle und dass der Berg golden tingirt sei). — Supplement zu Siebmachers Wappenbuche, VIII. 28: v. Thumbshirn auf Frankenhausen (die Abbildung stimmt im Ganzen, bis auf einige Abweichungen, von welchen jedoch nur die das dritte Feld und den linken Flügel des Ilelmschmuckes betreffende Variante von Bedeutung, doch jedenfalls irrthümlich ist, mit Siebmacher. Der Türke im 2. Felde ist als Mann in rother Kleidung mit goldenem Kragen, Aufschlügen und Gürtel und mit rother, golden aufgeschlagener Mütze dargestellt, und der Mann im 3. Felde wachst nicht aus einem Dreiberge, sondern aus dem Feldesfusse auf und halt nicht das oben beschriebene Andreaskreuz vor sich, sondern die Brust desselben ist mit zwei gekreuzten, die Spitzen abwärts kehrenden, gefiederten, schwarzen Pfeilen belegt. Die Balken auf dem rechten Flügel des Ilelmschmuckes sind schrägrechte Balken und der linke Flügel ist mit den beiden gekreuzten Pfeilen, wie dieselben der Mann im 3. Felde auf der Brust trägt, belegt. Es steht sonach Schwarz auf Schwarz. Die. Helmdecken sind rechts golden und schwarz, links blau und silbern). — Knautb, S. 583 und 584: Thumshirn. -— v. Gleichenstein: Stammregister der v. Thumbshirn (die Abbildung ist ohne Tincturen, sonst aber wie oben zuerst angegeben). — Gauhe, I. S. 2559 und 2560: Thurmshirn, insgemein Thomser, und II. S. 1156—1158 (mit biographischen Notizen über den kursächs. General Wilhelm v. Thumshirn). — Zedier, XL11I. S. 1916—1923. — Biedermann, Geschlechtsregister des Ortes Rhön und Werra, I. Ver- zeichniss. — v. Hellbach, II. S. 587. Sachsen. Altes thüringisches und voigtländisches, später auch ins, Meissnische gekommenes Adelsgeschlecht, welches früher auch unter den Namen Thomser, Tlnimser, Thumshorn und Thomashirn vorgekommen sein soll und aus welchem zuerst von dem bekannten bayerischen Historiker Johann Aventinus Conrads v. Thumshirn gedacht wird, welcher um 1322 gelebt habe und mit 93 anderen Adeligen von dem Erzbischofe Friedrich zu Salzburg zum Ritter und zwar mit der Erlaubniss, Gold und Messing tragen zu dürfen, was damals etwas Besonderes gewesen, geschlagen worden sei. Die ordentliche Stammreihe der Familie, von welcher Knauth 412 (a. a. 0.) sagt: „Thumshirn auf Frankenhausen bei Zwickau. Von vornehmen Digniläten und Meriten an kur- und fürstlich sächsischen Hofen", und als deren Besitzungen Val. König (a. a. O.t^die Güter Bräunsdorf, Denitz, Franckenhausen, Frauenfels, Gabelentz, Gross- Sttllnilz, Jahna, Kauffung, Leina, Nobitz, Pönitz und {.Holla nennt, beginnt nach der Gotha diplomatica 1 199 mit Paul v. T., nach Val. König aber schon mit dem Vater desselben, Hans v. 'f., Herrn auf Denitz, vermählt mit Gertraud v. Tettau. Der eben genannte Paul v. T., Herr auf Bulla und Denitz, gräflich Schlickscher_Rath und Hauptmann zu Ellnbogen, lebte, wie erwähnt, noch am Schlüsse des 15. Jahrhunderts. Aus der Ehe mit Margaretha v. Königsfeld stammte der zu seiner Zeit sehr bekannte kursächs. Kriegs-Oberst Wilhelm v. T., des h. r. B. Bitter, gest. 1551, auf welchen, wie Kenner von Gcdächtnissmttnzen wissen, für den 1543 bei Sittard, so wie für den 1547 im Treffen bei Drachenburg a. d. Weser er- fochtenen Sieg goldene Münzen geschlagen wurden. Aus der Ehe desselben mit Margaretha v. Könneritz entspross Abraham v. T., Herr auf Franckenhausen, Ponitz, Kauffung und Bräunsdorf, kursächs. Rath und der Kurfürstin Agnes Hedwig zu Sachsen Hof- meisler, geb. 1535, gest. 1593. Aus der ersten Ehe desselben mit Eva v. Ende stammten die Söhne Hans Heinrich und Wilhelm Dietrich v. T., welche den Stamm weiter fortpflanzten. — Von Hans Heinrich entspross aus der Ehe mit Anna v. Einsiedel unter Anderen Wolf Conrad v. T., Herr auf Ponitz, Bobitz, Lohma und Frauenfels, fürstl. Sachsen-Altenburg. Geh. Bath, Canzler etc., geb. 1604, gest. 1667, welcher bei den Friedcnstractaten zu Osnabrück und Münster sieb grosse Verdienste erworben hatte, und welcher aus der Ehe mit Maria Elisabeth Bertram die Söhne Christian Wilhelm und Wolf Conrad v. T. hinterliess, über welche nähere Nachrichten fehlen. — Von Abrahams zweitem Sohne, Wilhelm Dietrich v. T., Herrn auf Franckenbausen und Gabelentz, gest. 1631, entspross aus der Ehe mit Margaretha v. d. Glaubitz Wilhelm Abraham v.T., Herr auf Franckenbausen, Kauffung, Bräunsdorf, Gabelentz, Gross- Stillnitz etc., gest. 1660, und von diesem stammte aus der Ehe mit Dorothea Maria Vitzthum v. Eckstädt Adolph Friedrich v. T., geb. 1648, welcher, vermählt mit Maria Elisabeth v. Miltitz (nicht, wie V. König, 1. c. S. 995 angiebt, mit Maria Elisabeth v. Krostewitz, sondern, wie in Stammtafeln richtig steht, mit der genannten v. Miltitz, einer Tochter der Sibylle Elisabeth v. Krostewitz, vermählten v. Miltitz), den Stamm durch die Söhne Hans Friedrich und Wilhelm Friedrich 413 v. T. fortpflanzte. Ersterer, filrstl. Sachsen-Gothaischer Gel). Kriegs- und Kammerralh, vermählt mit einer Freiin Bachoven v. Echt, starh ohne Kinder, und Letzterer, fttrstl. Sachsen-Gothaischer Ober-Jägermeister zu Altenburg und Herr auf Jahna etc., wurde 1725 Witt- wer von Christiana Sophie v. Lindenau, ohne Kinder zu haben. Der alle, früher gliederreiche, vielfach begüterte und berühmt gewordene Stamm scheint vor der Mitte des 18. Jahrhunderts und zwar mit dem genannten Ober-Jägermeister Wilhelm Heinrich v. T. erloschen zu sein. Tiegel v. Lindenkron, Ritter. Schild mit Schildeshaupte und durch eine aus den unleren Seitenrändern des Schildes bis an das Schildeshaupt aufsteigende, gebogene Spitze getheilt, also vierfelderig. 1 (im Schildeshaupte) in Blau drei neben einander stehende, achtstrahlige, goldene Sterne; 2 (rechts) und 3 (links) in Itolh ein frei schwebender, im Ellbogen nach unten gekrümmter, einwärts gekehrter, silbern geharnischter Arm, welcher in der Faust ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und auswärts schwingt, und 4 (unten in der Spitze) in Gold ein rechts gekehrter, rother Lüwe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Ilelme. Aus dem rechten Helme bricht einwärtssehend ein Adler hervor, und der linke Helm trägt drei Straussenfedern, blau, golden, rolh. Die Decken des rechten Helmes sind blau und golden und die des linken Helmes roth und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 149 und S. 274. — v. Hellbach, IL S. 590. Oesterreich. Wilhelm Tiegel v. Lindenkron, k. k. Capitain- Lieutenant hei Reuss-Greiz Infanterie, Besitzer der Güter Saczau und Strzesmirz in Böhmen, wurde vom Kaiser Kranz 1. von Oeslerreich, 16. Mai 1817, in den erhliindisch-üsterreichischen Ritterstand, mit Erlheilung des Incolals, versetzt. Derselbe war von dem genannten Kaiser, 1816, mit dem Prädicate: v. Lindenkron, in den Adelsstand erhoben worden. Der Stamm ist fortgepflanzt worden, und nach den neueren Jahrgängen des Militair-Schematismus des österreichischen Kaiserlhums stehen die Gebrüder Maximilian und Heinrich Tiegel Ritter v. Lindenkron in der k. k. Armee. 414 v. Trautzschen. Im schwarzen Schilde drei silberne Querbalken. Auf dein Schilde stellt ein gekrönter Helm, welcher drei schwarze Straussen- federn trägt. Die Hehndecken sind schwarz und silbern. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. Sachsen. Eine sächsische, aus dem Stammhause Wittgendorf bei Zeitz stammende Adelsfamilie, zu welcher der in kursächs. Mililairdienslen stehende Hans Carl Heinrich v. T. gehörte, welcher 1798 Oberst und Gouvernements-Adjutant in Dresden wurde. Der letzte Sprosse des Geschlechts, der k. säclis. Major v. Trautzschen, wohl der Solin des genannten Obersten v. T., halte im Testamente gewünscht, dass sein Pllegesolm, Carl Friedrich Siedel, k. preuss. Hauptmann a. D. und Lehrer im Planzeichnen an der k. säclis. Forslacademie zu Tharandt, Wappen und Namen der Familie v. Trautzschen fortführen möge: ein Wunsch, welcher durch Diplom vom Könige Friedrich August 1. von Sachsen, d. d. Dresden, 20. Januar 1821, in Erfüllung ging. Von den Nachkommen des Stifters des neuen Stammes ist Otto Carl Hermann v. T. im k. säclis. Steuerwesen bedienstet, und Rudolph Hans v. T. Beamter der säclis.-böhmischen Staatseisenbahn. V. Trott, Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Blau ein aus den unteren Seitenrändern des Feldes bis an den oberen Band aufsteigender, von Roth und Silber in zwei Reiben geschachter Sparren; 2 und 3 in Silber auf einem grünen Dreiberge ein rechts gekehrter, schwarzer Rabe, welcher im Schnabel einen mit dem Steine rechts gewendeten, goldenen Ring hält. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen offenen, rothen Adlersflug, dessen Flügel je mit sechs (2, 2 und 2) silbernen Herzen belegt sind, und auf dem linken Helme sitzt einwärts gekehrt ein Wolf von natürlicher Farbe. Die Decken des rechten Helmes sind rolh und silbern und die des linken silbern und schwarz. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Muhlfeld, Ergänzungsband, S. 218. — v. Hellbach, 11. S. 605. Oesterreich. Carl v. Trott, k. k. Oberlieutenant a. D., früher bei Fürst Schwarzenberg Uhlanen, wurde vom Kaiser Franz I. 415 von Oesterreich, 1. Mai 1811, in den erbländisch-österreichischen Ritterstand erhohen. Der Stamm ist fortgepflanzt worden, und der Name des Geschlechts kommt in den neuesten Jahrgängen des Mi- litair-Schematismus des österreichischen Kaiserthums vor. Tschiderer v. Gleiffheim (Tschidrer v. G-leiffheim), Freiherren und Ritter. Stammwappen: Schild geviert: t und 4 in Silber eine volle rothe Rose mit goldenen Dützen und grünen Blättchen; 2 und 3 in Schwarz eine goldene Lilie. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, welcher vier Straussenfedern, schwarz, golden, roth und silbern, trägt, von welchen die ersten beiden sich rechts, die anderen links wenden. Die llelmdecken sind rechts schwarz und golden und links roth und silbern. — v. Ilefner, Lief. 27 oder Bd. IV. 1. Heft. 1, Tirolischer Adel, 21 und S. 18.— Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 16: Tschiderer v. Gleifheim (die Straussenfedern auf dem Helme sind schwarz, golden, silbern und roth). — Siebmacher, IV. 182. Wappen der Freiherren Tschiderer v. Gleiffheim: Schild geviert mit Mittelschilde. Im goldenen Mittelschilde ein rechtssehender, gekrönter, schwarzer Adler. 1—4 des Schildes ganz wie 1—4 des Stammwappens, s. oben. Auf dem Schilde stehen drei gekrönte Helme. Der mittlere Helm trägt den Adler des Mittelschildes, der rechte, zwischen zwei von Silber und Schwarz quer getheilten Büffelshörnern, die Rose des 1. und 4. Feldes vor zwei Straussenfedern, von welchen die nach rechts sich kehrende schwarz, die nach links sich wendende golden ist, und der linke Hehn, zwischen zwei ebenfalls von Schwarz und Silber quer gelheilten Büffelshörnern, die Lilie des 2. und 3. Feldes vor zwei Straussenfedern, von welchen die zur Rechten roth, die zur Linken silbern ist. Die Helmdecken sind rechts schwarz lind golden, links roth und silbern. — v. Hefner (a. o. a. 0.). — v. Lang, S. 574: Tschiderer v. Gleiffheim. — Megerle v. Mühlfeld, S. 91: Freiherren Tschiderer v. Gleiffheim. — v. Hellbach, II. S. 612 (nach v. Lang und Megerle v. Mühlfeld). — Genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1848. S. 363 — 365, 1853. S. 485 und 486, und 1857. S. 776: Freiherren Tschidrer v. Gleiffheim. (in der im Jahrgange 1848 befindlichen Be- 41G Schreibung lies Wappens ist die [goldene] Farbe der linken Feder auf dem rechten Helme nicht angegeben, und die beiden Federn auf dem linken Helme sind rechts silbern, links rolh tingirt. Als Schildhalter sind zwei goldene Löwen angeführt). Oesterreich, Bayern. Hans (III.) Tschiderer, Landschafts- secretair in Tirol, erhielt vom Kaiser Ferdinand IL, 9. April 16311, mit seinen Brüdern, Adam und Christoph, den Adels- und Ritterstand mit dem Prädicate: v. GleifTheim, und Joseph Ignaz Anton Tschiderer v. Gleiflheim, aus der älteren Linie der Familie stammend, k. k. oberüsterr. Hofkammerrath und Landmann in Tirol, wurde vom Kaiser Carl VI., 15. Oct. 1737, in den Reichs- und erhliindischen Freiherrenstand erhoben. Nach Erlöschen der älteren Linie wurde die jüngere Linie vom Kaiser Ferdinand 1. von Oesterreich, laut Diploms d. d. Wien, 7. Juli 1838, in der Person des Ignaz Tschiderer v. GleifTheim, k. k. Appellationsralhes zu Insbruck, in den erbländisch-üsterreichischen Freiherrenstand versetzt. — Angesehenes, tiroler, ursprünglich aus Graubündten stammendes Adelsund Riltergeschlecht, welches 1678 landständisch in Tirol wurde und sich in zwei Linien ausbreitete. Hans (1.) Tschidrer (Tschiderer) kam um 1530 aus Graubündten in Handelsgeschäften nach Tirol, kaufte sich auf der sog. Gleiff bei Eppan an, und sein Besitzthum wurde später unter dem Namen: GleifTheim zu einem adeligen Sitze erhohen. Der Enkel desselben, Hans (IL), erhielt vom Kaiser Ferdinand IL, 1620, einen Wappenbrief, und die drei Söhne des Letzteren wurden 1633 (s. oben) in den Adels- und Ritterstand versetzt. Von diesen drei Söhnen wurde Hans (HL) Tschiderer v. Gleiflheim von der damals in Tirol regierenden Erzherzogin Claudia, 27. März 1634, zum Vormundschaftsrathe für ihre Kinder bestallt. Von Hans (III.) entspross Adam T. v. G., vermählt mit Ursula Payer zum Thurm, und aus dieser Ehe stammten die beiden Brüder, Franz Anton und Anton Benno, welche die Stifter zweier Linien, der älteren und der jüngeren, wurden. Von dem Stifter der älteren Linie, Franz Anton, entspross Adam Anton T. v. G., fürsti. Brixisclier Hofrath und k. k. üsterr. Salinen-Director zu Hall in Tirol, dessen Sohn der oben genannte Freiherr Franz Joseph Ignaz, k. k. oberüsterr. Hofkammerrath, war. Derselbe vermählte sich mit Maria Gräfin Heindl v. Sonnberg, doch ist mit seinem Sohne, dem Freiherrn Franz, welcher unvermählt 1806 starb, der Mannsstamm, und mit seiner Tochter, Freiin Anna, Stiftsfräulein zu Hall, gest. 1817, der weibliche Stamm dieser älteren Linie erloschen. 417 — Von dem Stifter der jüngeren Linie, Anton Benno T. v. G., vermählt mit Elisabeth Egger v. Egg, entspross Johann Georg, und von diesem aus der Ehe mit Maria Theresia Mayerle v. Brachenstein Leopold Joseph, welcher sich mit Maria Anna Mayerhofen zu Coburg und Anger vermählte, aus welcher Ehe Joseph Joachim, vermählt mit Catharina Giovanelli v. Gerstburg und Hartenberg, stammte. Der Sohn des Letzteren ist Ignaz Freiherr Tschiderer v. Gleifl'heim, welcher (s. oben! den Freiherrenstand in die jüngere Linie brachte. Derselbe, geh. 1778, k. k. Appellations-Gerichts-Rath zu Insbruck, vermählte sich in erster Ehe mit Antonie Freiin Ze- phyris zu Greit, welche kinderlos 1824 starb, und in zweiter Ehe mit Magdalena Freiin v. Schneeburg zu Salthaus, aus welcher Ehe zwei Sohne leben: Freiherr August, geb. 1829, k. k. Concepts- Adjunct zu Salzburg, und Freiherr Ernst, geb. 1830, k. k. Kämmerer, vermählt mit Bertha Freiin v. Zephyris zu Greit. — Ein Bruder des Freiherrn Ignaz, Johann Nepomuk Tschiderer v. Gleiff- heim, geh. 1779, ist als Fürstbischof zu Trient gestorben. V. Tursky (Turszky, Tnrczky), Ritter. Schiid der Länge nach getheilt: rechts in Silber auf grünem Boden ein vorwärtssehender Türke in rother Kleidung mit silbernem Leibgurte, in welchem eine Pistole steckt, und mit einein Turban, dessen unterer Theil silbern, der obere aber spitz und roth ist. Der Türke hält in der Rechten eine auf den Boden gesetzte Lanze und stemmt die Linke, gleich über dem Säbel, in die Seite. Links in Grün ein breiter, schrägrechter Balken. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Ilehne. Aus dem rechten Helme wächst der Türke, ganz wie in der rechten Schildeshällte, auf, und der linke trägt einen die Sachsen einwärtskehrenden, halbgeschlossenen, grünen Adlersflug, dessen Flügel mit einem schrägrechten, silbernen Balken belegt sind. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern und die des linken grün und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Muhlfeld, Ergänzungsband, S. 218, und v. Hellbach, 11. S. 617: v. Turczky, Ritter. Oesterreich. Gregor Tursky, k. k. Major bei dem St. Georger Grünzregimente, wurde vom Kaiser Franz 1. von Oesterreich, 29. Oct. 1818, in den erbländisch-österreichischen Ritterstand lv. 27 418 erhoben. — Der Stamm ist fortgepflanzt worden, und in den neueren Jahrgängen des Militair-Schematismus des Österreichischen Kaiserthums ist Joseph Ritter v. Tursky als Major des Warasdiner Mili- tair-Gränz-Inl'anterie-Regiments aufgeführt. Auch ist in der Person des Ii. k. Feldmarschall-Lieutenants und Präsidenten des allgemeinen Mililair-Appellationsgerichts etc. August Ritter v. Tursky später der Freiherrenstand in die Familie gekommen. Der Name des Letzteren ist im genannten Militair-Schematismus Turszky geschrieben. Ullerich (Illerich) v. Adelstein, Ritler. Schild geviert: 1 und 4 in Roth ein rechts gekehrter, goldener Löwe; 2 in Blau auf grünem Roden ein weisser Thurm mit offenem Thore, zwei neben einander stehenden Fenstern und oben mit drei Zinnen, und 3 ebenfalls in Blau ein schwebendes, silbernes Kreuz, aus dessen hinterer Mitte vier silberne Pfeilspitzen schräg -zwischen das Kreuz so hervortreten, dass zwei Spitzen, die eine rechts, die andere links, nach oben, die anderen aber, gestürzt und eben so, nach unten gerichtet sind. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Ilelm trägt drei Straussenfedern, roth, golden, roth, und der linke, zwischen zwei von Silber und Blau mit gewechselten Farben quer getheillen Büffelshörnern, den Zinnenthurm des 2. Fehles. Die Decken des rechten Helmes sind roth und golden und die des linken blau und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen: Ulerieh v. Adelstein. — Megerle v. Miililfeld, Ergänzungshand, S. 219, und v. Hellbach, II. S. 623: Ullerich v. Adelstein. Oesterreich. Franz Joseph Ullerich, k. k. Grenadier-Hauptmann hei dem Infanterie-Regimente Olivier Wallis, wurde vom Kaiser Joseph IL, 14. März 1782, mit dem Prädicate: v. Adelstein, in den erbländisch-üsterreichischen Ritterstand erhoben. v. Ullersdorff. Im blauen, dreieckigen Schilde eine gleichfalls dreieckige, silberne Gürtelschnalle, welche an jedem Ende mit einem silbernen 419 Kleeblatte endigt (die Schnalle erscheint ohne Zunge und als ein auf der Spitze stehendes, ausgebrochenes Dreieck, welches an jeder der drei Spitzen kleeblatlförmig ausläuft). Auf dem Schilde stellt ein Ilelm, aus welchem neben einander fünf grüne Distelblätter aufsteigen, von welchen zwei nach vorn, die anderen drei aber dicht hinter den ersteren stehen. Die Ilelmdecken sind blau und silbern. — Wie beschrieben, gieht Dorst, II. S. 171 und 172, dieses Wappen nach dem Diplome von 1498 (s. unten). — Siehmacher, I. 59: v. Ulersdorf, Schlesisch (der Schild ist oben und an den Seiten rund und unten spitzig und die Schnalle ganz so, wie dieselbe oben beschrieben wurde, von den blättern auf dem Helme aber stehen drei vorn neben einander und die beiden anderen hinter ersteren. Die „Declaralion" sagt: ein blauer Schild, das in dem Schilde weiss. Auf dem Helme die Blätter alle grün; die Helmdecke blau und weiss [auffallen muss, dass, da die genannte Declaration in der Hegel die Wappenbilder gut und kurz zu benennen weiss, das Bild dieses Wappens, welches doch kaum für etwas Anderes, als für eine Schnalle zu nehmen ist, mit den Worten: „das im Schilde" bezeichnet worden ist]). — v. Meding, 1. S. 626: v. Ullersdorf (beschreibt zuerst nach Sinapius, I. S. 1008, das Wappen, wie folgt: im blauen Felde eine silberne Gürtelschnalle mit kleeblaltförmigen Ecken. Auf dein Helme fünf grüne Blätter. Die Ilelmdecken silbern und blau und gieht dann, ebenfalls nach Sinapius, an, dass Einigen des Geschlechtes, welche sich nach Mähren gewendet, Kaiser Sigismund das Wappen mit einer künigl. Krone verbessert und die fünf grünen Blätter in fünf blau und weisse Straussenfedern verändert habe. Sinapius sage zwar nicht, wohin die Krone gesetzt worden sei, welche die nach Mähren gezogene Linie erhalten habe, doch dürfe man, wenn Mutbmassung hier Platz finde, annehmen, dass durch die Krone der Ilelmscbmuck vermehrt worden sei. Nach Sinapius sieht v. Meding auf Siebmacher). — Spener, Opus herald., I. p. 293. — Lucae, Schles. Denkwilrdigk., S. 1859. — Gauhe, I. S. 2682—2684. — Zedier, XLIX. S. 733—736. — v. Heiibach, II. S. 623: v. Ullersdorf!', Ulbersdorf, Olbersdorf. Preussen. Altes, schlesisches Adelsgeschlecht, welches früher auch Ulersdorf, Ullrichsdorf, Ulbersdorf, Olbersdorf etc. geschrieben wurde, und welches 1432 schon mit dem Gute Ulersdorf (Ullersdorf!', Ulrichsdorff) in der Grafschaft Glatz belehnt war. Das genannte Gut wird als das Stammhaus der Familie angenommen, doch finden sich in Schlesien, und zwar im Schweidnitzsehen, noch 27* 420 mehrere gleichnamige Gilter, welche wahrscheinlich von dem Geschlechte erbaut worden sind, und eins derselben wird zu näherer Bezeichnung von älteren Schriftstellern als im Beichenbachschen Weichhilde gelegen bezeichnet. Aus Schlesien kam die Familie auch nach Mähren, und von einem 1480 in Mähren lebenden Sprossen des Geschlechts stammte Sebastian v. und zu Ullersdorf, welcher 1509 als Mannrechts-Beisilzer der Grafschaft Glatz vorkommt. Da Dorst (a. a. 0.) einen Adelsbrief d. d. Ofen, 6. Sept. 1498, zur Hand halte, laut dessen die Brüder Sebastian und Hieronymus v. Ullersdorf und deren eheliche Nachkommen, in Betracht treu geleisteter Dienste und Anhänglichkeit, vom Könige in Ungarn und Böhmen Ladislaus V. „von dem Haufen der Unadeligen hervorgehoben und herausgezogen und in die Schaar der wahren Edelleule gestellt und versetzt" worden sind, so führt die Jahreszahl 1498 und der Vorname des einen Bruders Sebastian zu der Vermuthung, dass Letzterer der oben erwähnte Sebastian v. U. gewesen sei. Der angezogene Adelsbrief ist übrigens, wenn Dorsl, welcher die beiden Brüder Sebastian und Hieronymus von Ullersdorf nennt, richtig rc- ferirt hat, wohl ohne Weiteres als Renovalion des älteren Adels zu nehmen. — Von dem Sohne des oben genannten Sebastian v. und zu Ullersdorf, Mannrechtsbeisitzers der Grafschaft Glatz, Franz v. U., stammten, nach Sinapius, sechs Söhne, von welchen vier, Christoph Hans, Georg und Heinrich, den Stamm fortsetzten. Die Linie des Christoph v. U. erlosch mit dem Urenkel, Franz Carl, welcher Seiffersdorf im Neissischen erworben hatte; Hans, Herr auf Ullers- dorff, hinterliess vier Söhne, von welchen der eine, welcher den Vornamen des Vaters führte, sich in der Oberlausitz, im Görlitz- schen, ansässig machte; Georg, kön. Mannrechtsbeisilzer der Grafschaft Glatz, hatte mehrere Nachkommen, von welchen ein Enkel, Sebastian v. U., 1659 mit seinem Gegner, einem v. Reichenbach, zugleich in einem Pistolenduell fiel, Heinrich aber besass den väterlichen Stammsitz Ullersdorf!' in Mähren, so wie Albendor-ff, und von demselben stammte Dietrich v. U., Herr auf Labitzsch, Ober-Sehwe- delsdorff etc., kön. Mannrechtsbeisitzer zu Glatz, welcher 1670 starb. Der Sohn desselben, Johann Georg v. U., folgte im Besitze der väterlichen Güter und Würde, und von diesem entspross unter anderen Sühnen Johann Georg v. U., kais. Rath und kön. Amts- und Mannrechtsbeisitzer zu Glatz. — Jn Bezug auf die aus der Grafschaft Glatz nach Mähren gekommene Linie, welche nach Allem die Nachkommen des im oben erwähnten Adelsbriefe von 1498 genann- teil Hieronymus v. U. umfasst, führt Sinapius an, dass dieselbe den Beinamen Nimptsch geführt habe, und nennt von derselben zuerst den Christoph v. Ullersdorf und Nimptsch, welcher vier Sühne hinterlassen habe. Von dem Einen dieser Sühne, Christoph v. U. u. N., stammte, unter anderen Kindern, Wilhelm Otto v. U. u. N., kais. Oberst und später k. Kriegs-Kreis-Hauptmann in Mähren, von welchem, neben anderen Nachkommen, Ferdinand Bohuslav, 1730 Domherr zu Brünn etc., und Christoph Wilhelm v. U. u. N. enl- sprossten. Der Sohn des Letzteren, Johann Joseph, war, wie Gauhe angiebt, noch 1732 fürstl. Ollrüützscher Rath und Lehnrechts-Beisitzer. — Von der oben angeführten schlesischen Linie des Geschlechts, welche im Reichenhachschen mit Ullersdorf!' angesessen war, wird zuerst ein v. Ullersdorf 1550 angeführt; Ernst und Christoph, Gebrüder v. U., besassen dieses Gut 1626, und Ernst Georg v. U., aus dieser Linie stammend, Herr auf Lauterbach, kommt 1660 als kais. Oberstiieutenant vor. Neuere Nachrichten über das Geschlecht fehlen. Das N. Preuss. Adelslexicon erwähnt dasselbe nicht, auch findet sich der Name der Familie nicht in dem Bd. I. S. 30—33 gegebenen Verzeichniss des in neuester Zeit in Schlesien ansässigen Adels. XJnderainer v. Underain (Underreiner v. Underrain), Ritter. Schild geviert mit Mittelschilde. Miltelschild gekrünt und quer getheilt: oben in Blau ein nach der rechten Seite aufwachsender Hirsch mit achtendigem Geweihe von natürlicher Farbe; unten von Rolh und Silber viermal quer gestreift. 1 und 4 in Silber ein einwärtssehender, schwarzer Adler, dessen Brust mit einem silbernen Kreuze belegt ist, und 2 und 3 ebenfalls in Silber zwei schrägrechte, rothe Balken. Auf dem Schilde stehen zwei gekrünte Helme. Der rechte Helm trägt einwärts gekehrt den aufwachsenden Hirsch des Mittelschildes, und der linke einen die Sachsen einwärts kehrenden, halb geschlossenen Adlersflug, dessen rechter, hinterer Flügel von Silber und Roth, der linke, vordere aber von Roth und Silber quer getheilt ist. Die Decken des rechten Helmes sind blau und silbern, die des linken rolli und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen: Underainer v. Underain. — Megerle 422 v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 476, und v. Hellbach, II. S. 624 und 625: Underreiner v. Underain. Oesterreich. Matthias Christoph Underainer v. Meissing (Meyssing), k. k. Oberkriegscommissar, wurde vom Kaiser Carl VI., 12. Juni 1708, unter Veränderung des ihm, bei der von dem Kaiser Leopold I., 6. Jan. 1689, erfolgten Erhebung in den Adelsstand verliehenen Prädicates v. Meissing in das Prädicat: v. Underain, in den erbländisch-österreichischen Ritterstand erhoben. — Megerle v. Mühlfeld führt das Diplom von 1708 als Bestätigung des Adels mit Hinweglassung des Präilicats v. Meyssing und Annahme der Benennung von Underrain und den Diplomsempfänger als oberösterreichischen Landschaftsbeamten an. Dem Wappen nach muss man wohl annehmen, dass die handschriftlichen Notizen entnommene Angabe, dass das in Rede stehende Diplom ein Ritterstandsdiplom gewesen, richtig sei. v. Unold. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber auf einem grünen Dreiberge ein Palmbaum von natürlicher Farbe, um dessen Stamm oben, gleich unter den Blättern, eine rothe Schleife gebunden ist, deren Bänder nach rechts und links abfliegen; links in Blau drei unter einander gestellte, goldene Sparren und unter jedem derselben ein sechsstrahliger, goldener Stern. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Palmbaum der rechten Schil- deshällte mit der Schleife trägt. Die Helmdecken sind rechts grün und silbern und links blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 18. — v. Hefner, II. 147 und S. 120. — v. Lang, S. 576. — v. Hellbach, II. S. 626. Bayern. Johann Jacob Unold, Senator der ehemaligen Reichsstadt Memmingen und aus einer alten Mcmmingenschen Patricier- familie stammend, wurde vom Kurfürsten Max Joseph III. von Bayern, 14. Sept. 1745, in den Adelsstand erhoben. Der Sohn desselben, Georg v. Unold, geb. 1723, quiesc. Bürgermeister und Scholarch zu Memmingen war in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. 423 Unterrichter v. Rechtenthal, Freiherren. Stamrawappen siehe Bd. II. S. 453. Der Literatur ist hinzuzufügen: v. Hefner, II. 65 (No. 3) und S. 61. Neuerlich hat v. Heiner (IV. 21 und S. 18) dieses Wappen als vermehrtes Wappen und als Stammwappen, s. unten , (nach Anderen Wappen des Wappenbriefes von 1575) folgendes gegeben: im schwarzen Schilde ein rechts gekehrter, doch vorwärtssehender, goldener Lowe, welcher mit beiden Vorderpranken einen goldenen, nach oben zu zweimal, einmal rechts und einmal links, geasteten Zweig hält. Aus dem gekrönten Helme wächst zwischen zwei Büffelshürnern, von welchen das rechte schwarz, das linke golden ist, der Löwe des Schildes mit dem Aste auf. Die Ilelmdecken sind schwarz und golden. Wappen der Freiherren Unterrichter v. Rechlenthal: Schild geviert mit Mittelschilde. Im schwarzen Mittelschilde ein rechtsgekehrter, gekrönter, doppelt geschweifter, goldener Löwe, welcher in der rechten Vorderpranke einen fünfmal (dreimal rechts und zweimal links) geasteten, dürren, goldenen Baumstock emporhält. 1 und 4 in Blau ein einwärts gekehrter, gekrönter, doppelt geschweifter, silberner Löwe, welcher in der rechten Vorderpranke ein Schwert hält, und 2 und 3 in Gold ein einwärtssehender, schwarzer Adler. Auf dem Schilde steht eine füiifperlige Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Aus dem mittleren wächst, zwischen zwei von Gold und Schwarz mit gewechselten Farben quer getheilleu Rüsseln, der Löwe des Mittelschildes mit dem ßaiunslocke, und aus dem rechten, zwischen einem offenen Adlerslluge, dessen Flügel von Blau und Silber mit gewechselten Farben quer gelheilt sind, der Löwe des 1. und 4. Feldes mit dem Schwerte auf, der linke Helm aber trägt den Adler des 2. und 3. Feldes. Die Helmdecken sind rechts blau und silbern und links schwarz und golden, und den Schild halten zwei auf einem Biegenden Bande mit dem Wahlspruche: Thue recht und schau nicht um, stehende, auswärtssehende, golden bewehrte, schwarze Adler, deren jeder ein Panier hält, welches rechts von Blau und Silber, links von Schwarz und Gold quer gelheilt ist. — Handschriftliche Notiz und Genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1848. S. 373. — v. Hefner, IL 65 (No. 4) und S. 61 (Iässt den Löwen im Mittelschilde, welcher nicht gekrönt und einfach geschweift ist, einen goldenen Ast in den Pranken halten, und nimmt im 1. und 4. Felde den Löwen, welchen das von v. Hefner gegebene [verbesserte] 424 Stainmwappen in der Spitze des Schildes doppelt geschweift zeigt, einfach geschweift an. Die Ilörner oder Rilssel des mittleren Helmes sind in der Beschreibung als von Schwarz und Gold getheilt angegeben, in der Abbildung aber schwarz tingilt, und der offene Flug auf dem rechten Helme ist von Silber und Blau schräg getheilt, dos Blaue nach innen, angeführt. Die Decken des mittleren und linken Helmes sind schwarz und golden, die des rechten aber blau und silbern, und die Schildhalter haben das Panier im Schnabel. Von dieser Abbildung und Beschreibung weicht mehrfach die ab, welche v. Hefner, IV. 21 und S. 18, als eine nach neuerlichen Millheilungen verbesserte Abbildung giebt. Der Löwe im Mittelschilde ist nicht gekrönt, aber doppelt geschweift, und der Ast oben einmal rechts und einmal links geastet; die Löwen im I. und 4. Felde sind gekrönt und doppelt geschweift, und aus dem mittleren Helme wächst zwischen zwei Büffelshörnern, von welchen das rechte schwarz, das linke golden ist, der Löwe des Mittelschildes mit dem Aste, aus dem rechten aber, zwischen einem die Sachsen einwärts kehrenden, von Blau und Silber sehrägrechts getheillen, halb geschlossenen Adlersllujge, der Löwe des 1. und 4. Fehles mit dem Schwerte auf). — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1857. S. 786 und 787. Oesterreich, Bayern. Franz Unterrichter v. Rechtenthal, k. k. Appellations-Vice-Präsident zu Klagenfurt, wurde vom Kaiser Ferdinand 1. von Oesterreich, laut Diploms d. d. Wien, 5. Octbr. 1840, in den erbländisch-üsterreichischen Freiherrenstand erhoben. Den erwähnten Tag der Ausstellung des Diploms giebt v. Hefner an, und zwar mit dem Bemerken, dass derselbe auf Mittheilung des k. bayer. Kämmerers Carl Freiherrn Unterrichter v. Rechtenthal (s. unten) beruhe. Im Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser ist als Tag der Erhebung der Familie in den Freiherrenstand der 4. Mai 1839 genannt, doch stimmen auch andere das Geschlecht betreffende Angaben dieses Werkes mit anderen Angaben nicht ganz. Das Diplom vom 14. Aug. 1575 war nach v. Lang (s. Bd. IL a. a. 0.) kein Reichsadelsdiplom, sondern ein Wappenbrief, und das Diplom vom 27. Nov. 1732 ein Adelsdiplom und kein Ritterdiplom. Wäre dasselbe ein Ritterdiplom und das von 1575 ein Adelsdiplom gewesen, so mussle der Empfänger des Diploms von 1732 in dem genannten Werke nicht als Christoph Valentin Unterrichter, sondern als Christoph Valentin v. Unterrichter, und der Empfänger des Freiherrendiploms von 1839 nicht als Franz Unterrichter v. Rechtenthal, 425 sondern als Franz Ritter Unterrichten v. Rechtenthal aufgeführt werden, v. Hefner (IV. S. 18) nimmt an, dass die Familie 1575 mit dem Priidicate: v. Rechtenthal, den Adel und 1732 eine Bestätigung desselben mit einer Wappenvermehrung erhalten habe. — Die im Genealog. Taschenbuche der freiherrl. Häuser angegebenen Diplome sind übrigens in demselben mit folgenden Angaben über die Familie in Einklang gebracht: die Vorfahren der Familie gehörten seit „Schriftgedächtniss" zu den frei gesessenen Geschlechtern des Ortes Kaltem in der den Bischöfen zu Trient zustehenden Grafschaft Bötzen. Die daselbst als Gastaldi (Richter) von den Bischöfen aus dem Adel bestallten Familien setzten dem Orte wieder Sub-Gastaldi, oder Unterrichter, vor, und als Herzog Friedrich von Oesterreich-Tirol 1415 Kaltem von Trient zu Lehen erhielt, blieb der durch mehrere Generationen fast ununterbrochene, von den Vorfahren der Familie geführte Amtstitel den Nachkommen als Familienname eigen. — Der oben genannte Franz Freiherr Unterrichter v. Rechtenthal zu Salleck, geb. 1775, ein Sohn des Verordneten des tiroler Herren- und Ritterstandes Joseph Unterrichter v. Rech- tcnlhal aus der Ehe mit Barbara v. Gummer, k. k. wirk]. Geh. Rath, Landstand in Kärnten und Tirol und vormaliger Präsident des inner-österreichischen küstenländischen Appellations- und Cri- minal-Obergerichts zu Klagenfurt, war vermählt mit Josephine de Drouin de la Veite. Aus dieser Ehe stammen, neben drei Töchtern, Freiin Emilie, vermählte Ritter v. Niedermayr, Freiin Amalie, vermählte v. Joscb, und Freiin Adelheid, vermählte v. Dorsner v. Dornimthal, zwei Sühne: Freiherr Carl, geb. 1816, k. baver. Kämmerer, vermählt mit Amalia Edle v. Putzer, aus welcher Ehe, neben einer Tochter, drei Söhne, Alfred, geb. 1846, Oscar, geb. 1847, und Lothar, geb. 1851, leben, — und Freiherr Otto, geh. 1818, Herr auf Rechlenthal in Süd-Tirol. -— Die Immatriculation der Familie in die Adelsmalrikel des Königreichs Bayern in der Freiher- renclasse ist am 13. Juli 1855 erfolgt. v. Vassimon, Freiherren. Schild oval, mit goldenem Schnitzwerke eingefässt und durch ein breites, den Schild ganz überziehendes, silbernes Kreuz geviert : 1 und 4 Gold, ohne Bild; 2 in Roth ein sechsstrahliger, silberner 426 Stern, und 3 Blau, ohne Bild. Auf dein Schilde liegt eine alte königliche Krone. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 32. — v. Hefner, H. 65 und S. 61 (der Schild ist ein gewöhnlicher [sog. spanischer] Schild und auf demselben steht eine sieben perlige Krone). — Dorst, 1. S. 9 (nach dem Wappenbuche des Königreichs Bayern). — v. Lang, Supplement, S. 76. —. v. Hellbach, II. S. 635. Bayern. Altes, lothringisches Adelsgeschlecht, aus welchem Cachedenier v. Vassimon vom Könige Ludwig von Frankreich, 23. März 1704, die freiherrliche Würde erhielt. Ein Nachkomme desselben, Anton Paul Ludwig Freiherr v. Vassimon, geh. 1790, trat in k. bayer. Militairdienste und wurde als k. hayer. Hauptmann, 4. Juli 1818, in die Freiherrenclasse der Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Vega, Freiherren. Im rothen Schilde eine freischwebende, hoch aufbrennende, goldene Bombe. Auf dem Schilde steht eine fünfperlige Krone, und auf dieser ein gekrönter Hehn, welcher zwei gekreuzte, an goldenen, oben zugespitzten Stange nach aussen wehende Fahnen trägt. Die nach rechts fliegenden Fahne ist von Silber, Blau, Roth, Silber, Blau, Roth und Silber quer gestreift, und die linke ist grün und mit einem, die Hörner einwärts kehrenden, goldenen Halbmonde belegt. Die Ilelmdecken sind roLh und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 91. — v. Hellbach, II. S. 636. Oesterreich. Georg Vega, Major des k. k. Bombardier- Corps, wurde vom Kaiser Franz IL, 22. Aug. 1800, wegen seiner Militair- und Literärverdienste, in den erbländisch-österreichischen Freiherrenstand erhohen, und 1802 unter die Landstände des Her- zogthums Krain aufgenommen. — Derselbe, geb. 1754 in Sagoritza, einem krainischen Dorfe, erhielt bei Errichtung des k. k. Bombardiercorps als Hauptmann die Stelle eines Professors der Mathematik, kämpfte dann gegen die Türken und die Franzosen, stieg bis zum Oberstlieutenant, wurde aber später, 26. Septbr. 1802, von einem Müller beraubt und in die Donau gestürzt, in welcher man ihn fand. Freiherr v. Vega hat sich um Verbreitung der mathematischen Wissenschaft grosse Verdienste erworben und von seinen zahlreichen 42 7 Schriften haben namentlich die „Logarithmentafeln", Wien 1783. 3. Aufl., Leipzig 1814, 2 Bände, seinen Namen sehr bekannt gemacht. v. Velsern, Ritter. Schild der Länge nach gelheilt: rechts von Silher und Roth ebenfalls der Länge nach getheilt mit einer Lilie von gewechselten Farben, und links von Gold und Schwarz quer gelheilt mit einem einwärtssehenden, gekrönten Adler von gewechselten Farben. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt einen die Sachsen einwärts kehrenden, von Silber und Roth der Länge nach getheilten Adlerstlügel, welcher mit der Lilie der rechten Schildeshälfte helegt ist, und der linke zwei von Schwarz und Gold mit gewechselten Farben quer getheille Bilfl'elshürner. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern und die des linken schwarz und golden. — Handzeichnung. — Megerle v. Muhl— fehl, Ergänzungsband, S. 219 und 478. — v. Hellbach, II. S. 637. Oesterreich. Johann Franz Carl v. Velsern, Canzlei- und Cassa-Director des Fürsten von Liechtenstein, wurde vom Kaiser Carl VII., 1743, in den böhmischen Ritlerstand versetzt. Derselbe war vom Kaiser Carl VI., 1737, in den böhmischen Adelsstand erhoben worden. v. Vequel und v. Vequel-Westernach, Freiherren. Wappen der Freiherren v. Vequel: Schild oval und geviert: 1 in Roth ein an den Seilen ausgeschnittenes, goldenes Kreuz, welches mit einem abgekürzten, schrägrechten, goldenen Balken belegt ist; 2 und 3 Gold, ohne Bild, und 4 Roth, ebenfalls ohne Bild. Auf dem Schilde liegt eine fünfperlige Krone, und den Schild hält rechts ein goldener, links ein schwarzer, einwärtssehender, gekrönter und doppelt geschweifter Löwe. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 32: v. Vequel, Freiherren. — v. Hefner, II. 65 und S. 61: v. Vequel, Freiherren, früher Weickl v. Wackerstein (der Schild ist ein gewöhnlicher Schild, und auf demselben ruht eine 428 siebenperlige Ivrone). — v. Lang, S. 255: Freiherren v. Vequel, oder Weickl v. Wackerstein auf Reichertshausen, Ramelberg, Filrs- perg, Fronreuth und Grederstorff, und Supplement, S. 76 und 77: Freiherren v. Vequel. — v. Hellbach, II. S. 639: Freiherren v. Vequel (Weickl) v. Wackerstein. Wappen der Freiherren v. Vequel-Westernach: Schild geviert mit Mittelschilde. Im mit einer siehenperligen Krone gekrönten, silbernen Mittelschilde ein nach der rechten Seite aufspringender, gekrönter Wolf von natürlicher Farbe. Die Felder 1 — 4 des Schildes ergeben das Wappen der Freiherren v. Vequel, wie dieselben oben beschrieben worden sind. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, auf welchem rechts gekehrt ein gekrönter Wolf sitzt (Westernachscher Hclmschmuck). Die Helmdecken sind schwarz und silbern. — v. Hefner, II. 65 und S. 61 (der Westernachische Helm ist nicht gekrönt worden, doch wird derselbe [siehe Siebmacher, I. 110, v. Meding, I. S. 666, Wappenbuch des Königreichs Rayern, IV. 44 etc.] allgemein gekrönt angenommen. Was die Farbe des Wolfes anlangt, so weichen die Angaben von einander ab. Siebmacher giebt in der „Declaration" den Wolf grau an [dass v. Meding sagt, die Farbe sei nicht angegeben, beruht, wie schon mehrfach erwähnt wurde, darauf, dass derselbe die genannte „Declaration" nicht zur Hand halte], Schannat, Client. Fuld. p. 181, tingirt denselben schwarz, und v. Hatlstein, III. S. 569, purpurfarbig). Bayern. Lothar Weickl (Weickel, Vequel) v. Wackerstein, nach v. Lang, S. 255, natürlicher Sohn des Herzogs Carl IV. von Lotbringen mit Catharina v. S. Remy, machte alle Feldziige des Kurfürsten Maximilian Emanuel mit und wurde von demselben zum Generalfeldinarschall-Lieutenant, vom Kurfürsten Carl Albert von Bayern aber, 14. April 1726, in den Freiherrenstand erhoben. Von den Nachkommen desselben wurden die beiden Brüder, Johann Theodor Freiherr v. Vequel, geb. 1745, k. hayer. pens. Lieutenant, und Jobann Joseph Ignaz Freiherr v. Vequel, geb. 1750, k. bayer. pens. Hauptmann, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen, und als später mit Ersterem der Stamm dem Erloschen nahe kam, adoptirte derselbe mit künigl. Erlauhniss als Sohn den Stadtrichter zu Landshut, Jobann Baptist Reingruber, mit dem Zusätze: genannt Vequel, und unter dem 26. April 1818 wurde diesem Adoptivsöhne vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern auch der Freiherren-Stand und Rang verliehen. Der Sohn desselben, Maximilian Freiherr v. Vequel, Herr auf Hohencamnier, k. bayer. Kämmerer, Oberst-Lieutenant und Districts-Inspector der Landwehr, vermählte sich 1844 mit Maria Theresia Freiin v. Westernach, Erbtochter des Ignnz Frriherrn v. Westernach, Herrn zu Kronhurg und lllerbeuern, k. hayer. Kämmerers, Ohersl-Lieutenanls etc. und ehemaligen filrsll. Augsburg. Erbmarschalls, welcher, 21. Octbr. 1849, den Mannsstamm seines alten, angesehenen, ursprünglich schwäbischen und seit 1370 in fortlaufender Stammreihe bekannten Geschlechtes, in welches 1693 der Reichs-Freiherrenstand gekommen war, schloss, worauf Maximilian Freiherr v. Vequel mit seinem Namen und Wappen den Namen und das Wappen der Freiherren v. Westernach, wie oben angegeben, vereinigt hat. In Bezug auf die Vereinigung der beiden genannten Wappen sei hier noch erwähnt, dass nicht das ganze freiherrlich v. Westernachsche Wappen, sondern nur der, das Stammwappen enthaltende Mitlelschild desselben und der Hehn des Stammwappens mit dem betreffenden Schmucke als mittlerer Helm in das neue Wappen der Freiherren v. Vequel-Westernach aufgenommen worden ist. Der Schild des vollständigen Wappens der Freiherren v. Westernach war geviert mit Mittelschilde: letzterer enthielt (s. oben) das Stammwappen, er- slercr das angenommene freiherrlich v. Bettendorfsche Wappen, welches aus dem Bellendorfschen Stammwappen und dem Wappen des 25. Nov. 1668 im Mannsstamme erloschenen, alten rheinländischcn Adelsgeschlechtes der Brömser v. Rüdheim, wie folgt, zusammengesetzt war. 1 und 4 in Roth ein silberner Ring (BettendorfJ, und 2 und 3 unter einem silbernen Schildeshaupte in Schwarz sechs silberne Lilien in drei Reihen, 3, 2 und 1 (Brömser v. Rüdesheim). Von den auf dem Schilde sich erhebenden drei gekrönten Helmen trug der mittlere den Westernachschen sitzenden Wolf, der rechte einen aufrecht gestellten, silbernen Ring, welcher umher mit sieben (richtiger als fünf) schwarzen Hahnenfedern, von welchen drei sich rechts, vier links kehren, besteckt ist (Beltendorfscher Helm), und der linke einen runden, schwarzen Hut mit breitem, nach der Linken spitz zugehendem Hermelin-Aufschläge. Der Hut ist mit zwei silbernen FederbüsdÜen, deren rechter hinter dem Hute, der linke aber vor dem Hute, aus dem Aufschlage hervorkommt, besteckt, und jeder dieser Büsche besteht aus 15 spitzen Federn in vier Reihen zu 4, 4, 4 und 3 Federn. Die Decken des mittleren Helmes sind schwarz und silbern, die des rechten rolh und silbern, und die des linken schwarz und silbern. 430 v. Verger, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde: im silbernen Mittelschilde ein rechts gekehrter, gekrönter, goldener Löwe, welcher in der rechten Vorderpranke einen goldenen Granatapfel an einem zweiblätterigen, grünen Stiele hält. 1 und 4 in Silber ein hinler einem geflochtenen, grünen Zaune aufwachsender, dichtbelaubter Granatapfelbaum mit fünf (2, 1 und 2) goldenen Früchten, und 2 und 3 in Roth drei (2 und 1) Granatapfel ohne Stiel und Blätter. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst, zwischen zwei silbernen Büflelshürnern, der Löwe des Mitlelschildes, einwärts gekehrt und den Granatapfel in der linken Pranke haltend, auf, und der linke Helm trägt einen goldenen Granatapfel an einem langen, zweiblätlerigen, grünen Stiele zwischen einem oflenen, silbernen Adlersüuge. Jeder Flügel des letzteren ist mit einem rothen, mit drei neben einander gestellten Granatäpfeln belasteten Querbalken belegt. Die Decken des rechten Helmes sind grün und silbern und die des linken roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 33. — v. Ilef- ner, IL 65 und S. 61 (der offene Flug auf dem linken Helme ist roth tingirt und die Beschreibung sagt: ein offener, rother Flug, darauf jederseits ein rother, mit drei Granatäpfeln belegter Balken. Wäre der Flug roth, so könnten ja, ohne einen gleichfarbigen Balken, die drei neben einander stehenden Granatäpfel denselben belegen; so wird wohl, da auch die Decken des linken Helmes roth und silbern angegeben sind, der Flug silbern und mit einem rothen Querbalken belegt sein sollen, v. Hefner giebt übrigens sehr richtig an, dass ein Wappen der Freiherren v. Verger, deren Name, was beiläufig bemerkt wird, französisch auszusprechen ist, gerade fünf und zwanzig Granatäpfel erscheinen). — v. Lang, S. 256 etc. — v. Hellbach, II. S. 640: Freiherren Verger v. Mossdorf und Freiherren v. Verger. — Genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1855. S. 655—658, und 1857. S. 797 und 798. Bayern. Die drei Gebrüder v. Verger, Maximilian Emanuel, kurbayer. Geh. Rath und Rentmeister zu Straubing, Franz Joseph, Canonicus des Collegialstiftes zu Straubing, und Philipp Nerius, kurbayer. Regierungsrath, wurden vom Kurfürsten Maximilian III, Joseph von Pfalzbayern, laut Diploms d. d. München, 4. Juli 1748, in den Freiherrenstand erhoben, und Johann Baptist Anton v. Verger, k. bayer. Generalmajor, Chef der Gensdarmerie etc., später k. 431 bayer. Generallieutenant, a. o. Gesandter am k. vvürttemb. Hole etc., erhielt vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 12. Aug. 1812, unter Ertheilung des Wappens der Freiherren v. Verger nach dein erwähnten Diplome von 1748, den Freiherrenstand des Königreichs Bayern, auch wurde der Adoptivsohn des Letzteren, Ferdinand Clement v. Nouvion (nicht, wie v. Hefner Tingieht: Joseph Nouvion), k. bayer. Kämmerer, früher a. o. Gesandter und bcvollm. Minister am grossherz. badischen Hofe, jetzt hei dem päpstlichen Stuhle zu Born und an den Höfen von Neapel und Turin, vom Könige Maximilian 1. Joseph von Bayern, 18. Dec. 1824, unter Ertheilung des Namens und Wappens der Freiherren v. Verger, in den Freiherrenstand versetzt. — Altes, ursprünglich aus Capo d'Istria stammendes Adelsgeschlecht, welches zu den angesehensten Familien dieser Stadt gehörte und aus derselben weiter nach Italien, so wie nach Frankreich und der Schweiz kam und sich in diesen Ländern in mehreren Linien ausbreitete. Peter Paul v. Verger, gest. 1428, stand hei dem Kaiser Sigismund in solchem Ansehen, dass derselbe im Gefolge des Kaisers auf dem Concil zu Costnitz erschien, und ein gleichnamiger Sprosse des Geschlechts, bekannt als Rechlsge- lehrter und Staatsmann, war 1530 Legat des Papstes Clemens VII. am Hofe des Kaisers Carl V., wohnte als solcher dem Reichslage zu Augsburg hei und wurde dann Bischof in Capo d'Istria. — Die hier in Rede stehenden Freiherren v. Verger stammen aus derjenigen Linie des Geschlechts, welche in dem ehemaligen Sitze der Bischöfe von Basel, Brunlrut am Jura, mehrere Jahrhunderte blühte und aus welcher viele Sprossen am Hole der genannten Bischöfe hohe Ehrenstellen bekleideten. Aus dieser Linie kam Johann Conrad v. V., geb. 1682, ein Sohn des fürstbischöflich Baseischen llofrathes Christoph lgnaz v. V. aus der Ehe mit Johanna Münch v. Münchenstein, als der Erste seines Stammes nach Bayern, wurde kurhayer. Regierungs-Rath und später Rentmeister der Regierung zu Straubing, und erlangte, nachdem er das Rittergut Moosdorf (Mossdorl) erworben hatte, die Edelmannsfreiheit und Aufnahme unter die Landschaft in Bayern. Aus der Ehe desselben mit Maria Anna Freiin v. Unertl stammten die drei oben genannten Sühne Maximilian Emanuel, Franz Joseph und Philipp Nerius, welche (s. oben) 1748 den Freiherrenstand erhielten. — Die Familie blüht in Bayern jetzt in zwei Linien. Die erste Linie umfasst die Nachkommenschaft des Freiherrn Maximilian Emanuel, welche allein noch blüht, da der Bruder des Letzteren, Freiherr Philipp Nerius, nur drei Töchter 432 liinterliess , welche bereits gestorben sind, die zweite Linie aber stiftete der oben genannte k. bayer. Generallieutenant Johann Bap- tista Anton v. Verger, welcher, wie die Glieder der ersten Linie, ebenfalls aus der Brunlruter Linie des Geschlechts stammte. — Was die erste Linie betrifft, so war Maximilian Emanuel (I.) Freiherr v. Verger auf Moosdorf, kurbayer. wirld. Geh. Rath, Regie- rungs-Rath und Rentmeister der Regierung zu Straubing, zweimal vermählt: in erster Ehe mit Philippine Luise Freiin Schütz v. Pfeilstadt und in zweiter mit Antonie Gräfin v. Preysing-Moos. Aus der ersten Ehe entspross Freiherr Maximilian Emanuel (IL), geb. 1760, gest. 1842, Herr auf Moosdorf, k. bayer. Kämmerer und wirkl. Geh. Rath, vermählt mit Maria Anna Freiin Schütz v. Pfeilstadt, gest. 1814. Derselbe pflanzte den Stamm durch vier Söhne und fünf Töchter fort, doch besteht, da drei Söhne und vier Töchter bereits gestorben sind, die gesammte erste Linie mit Einschluss der Witlwe des einen Sohnes, jetzt nur noch aus vier Gliedern. Das Ilaupt der Linie ist Ludwig Freiherr v. Verger auf Moosdorf, geb. 1798, k. bayer. Kämmerer. Die Schwester desselben, Freiin Caroline, geb. 1789, Palast-Dame 1. Maj. der Königin von Bayern etc., vermählte sich 1819 mit Albrecht Freiherrn Besserer v. Thalfingen, k. bayer. Kämmerer, Generalmajor und Generaladjutanten, und ist seit 1839 Wittwe, und von dem 1845 verstorbenen Bruder, dem k. bayer. pens. Hauptmann Christoph Freih. v.-Verger, leben die Wittwe desselben, Caroline v. Stetten, und die aus dieser Ehe stammende Tochter, Freiin Maria Anna, vermählt mit Carl Freiherrn v. Juncker- Bigato, Herrn auf Sehmeising in Böhmen. ■— Die zweite Linie stiftete der oben genannte k. bayer. Generallieutenant etc. Johann Baptist Anton Freiherr v. Verger, gest. 1851, doch blüht dieselbe nur in seinem Adoptivsöhne, der Gemahlin desselben und drei aus dieser Ehe stammenden Töchtern. Da nämlich die Ehe des Freiherrn Johann Baptist Anton mit Maria Anna Noel v. Angstein, welche als Wittwe noch lebt, kinderlos blieb, wurde schon 1824 (s. oben) Ferdinand Clement v. Nouvion als Adoptivsohn angenommen und bestätigt. Letzterer, Ferdinand Clement v. Nouvion Freiherr v. Verger, geb. 1806, k. bayer. Kämmerer, a. o. Gesandter und bevollm. Minister am grossherz. badiscben Hole, hat sich mit Anna v. Proven- cheres vermählt, und aus dieser Ehe sind drei Töchter entsprössen: Freiin Luise, geb. 1841, Freiin Caroline, geb. 1842, und Freiin Anna, geb. 1846. 433 Vrints (Vrintz) v. Treuenfeld und v. Vrints-Berberich, Freiherren. Wappen der Freiherren Vrints v. Treuenfeld: Schild geviert mit Mittelschilde. Im blauen Mittelschilde eine vierblätterige silberne Fehlrose an einem grünen Stengel mit vier grünen Blattern, zwei rechts, wie links neben einander (Stammwappen). 1 und 4 in Gold ein schwarzer, mit der Reichskrone bedeckter Doppeladler, und 2 und 3 in Schwarz ein schrägrechter, blauer Balken, welcher, zwischen zwei die Hörner nach oben kehrenden, silbernen Viertelmonden, mit einem sechsslrahligen, goldenen Sterne belegt ist. Auf dem Schilde ruht eine filnfperlige Krone, auf welcher sich zwei gekrönte Helme erheben. Der rechte Helm trägt die silberne Rose «les Mittelschildes (Hehn des Stammwappens), und der linke den Doppeladler des 1. und 4. Feldes. Die Decken des rechten Helmes sind roth und silbern und die des linken schwarz und golden, und den Schild halten zwei auswärtssehende, golden bewehrte, schwarze Adler. — Abdrücke von Petschaften, von welchen einige die Rose im Milteischilde und auf dem rechten Helme fünf- hlätterig und nur mit zwei grünen Blättern am Stiele zeigen. — Supplemente zu Siehmachers Wappenbuch, V. 14 (nebst einer Ahnentafel von zwölf Ahnen des Theohaid Maximilian Freiherrn v. Vrintz zu Treuenfeld), und IX. 7 (mit dem unrichtigen Namen: Vrins v. Freienfeld). — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1853. S. 515—517, 1855. S. 665 und 666, und 1857. S. 816 und 817 (die Rosen sind fünfblätterig und mit vierblätterigem Stiele angenommen). Wappen der Freiherren v. Vrints-Berberich: Schild geviert mit Miltelschilde. Im rothen Mittelschilde eine vorwärtssehende, gekrönte Meerjungfrau, welche in jeder Hand einen mit dem Kopfe einwärts gekehrten, silbernen Fisch hält und deren Doppclschwanz sich auf jeder Seile nach aussen kehrt (Wappen der erloschenen Familie der Feilierren v. Berberich). Die vier Felder des Schildes sind die des oben beschriebenen Wappens der Freiherren Vrints v. Treuenfeld. Auf dem Schilde steht eine fünfperlige Krone, auf welcher sich zwei gekrönte Helme erheben. Der rechte trägt die silberne Rose des Stammwappens (s. oben), und der linke die Meerjungfrau des Miltelschildes (freiherrl. v. Berherichscher Helmschmuck). Die Decken des rechten Helmes sind, wie die des Stammwappens, roth und silbern, die des linken schwarz und golden, und den Schild iv. 28 434 halten die oben angeführten Schildhalter des Wappens der Freiherren v. Vrints-Treuenfeld. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 36: Freiherren v. Vrinls-Berbe- ricli (die Rose im Mittelschilde und auf dem rechten Helme ist vierblätterig). — v. Ilefner, 11. 66 und S. 62. — v. Lang, S. 260 und 261: Freiherren v. Vrints, genannt v. Berberich zu Traunfeld. — v. Hellbach, II. S. 660 und 661: Vrints v. Berberich zu Treuenfeld, Freiherren. Frankfurt am Main, Bayern, Oesterreich, Belgien. Theobald Georg Vrints v. Treuenfeld, k. k. Resident und Reichs- posten-Director zu Bremen, wurde vom Kaiser Carl VII., laut Diploms d. d. Frankfurt, 26. Sept. 1744, in den Reichsfreiherrenstand erhoben. — Altes aus Spanien und den Niederlanden, in welche dasselbe durch die Kriege gekommen, stammendes Adelsgeschlecht. Don Fernando de Vrints soll schon 1115 unter dem Könige Alpbons I. von Aragonien gekämpft haben, doch beginnt die fortlaufende Stammreihe der Familie erst mit Don Gaston de Vrints um das Jahr 1267. Von demselben entspross Don Francisco de Vrints, welcher noch 1323 vorkommt, und von Letzterem stammte im 6. Gliede Don Francesco Diego de Vrints, welcher unter Kaiser Carl V. als zweiter Lieutenant des Amts zu Lille diente und welchem der Sohn ein mit 16 Ahnenschildern geschmücktes Epilhaphium in der Kirche zu Sl. Jacob in Lille errichten liess. — Schon im 16. Jahrhundert kam übrigens das Geschlecht in Bremen vor, wo das jedesmalige llaupt desselben die kaiserliche Residentur und die Reichsoberpost- meisterslelle versah, auch bedeutende Güter im Oldenburgschen und in den Niederlanden besass. Sprossen des Geschlechts wurden in den adeligen Stiften zu Segovia, Gent, Hildesheim, Wittmarseben, Soest, Lübeck und Würzburg aufgenommen, und die meisten waren seit vielen Generationen Ehrenritter des Malteser-Ordens. — Ein Urenkel des oben erwähnten Don Francesco Diego de Vrints, Johann Baptist v. Vrints der Jüngere, gest. 1702, Sohn des Johann Baptist des Aelteren, k. spanischen Rathes und Obersehatzmeisters von Antwerpen, war zuerst kais. Legations-Secretair bei dem Frie- denscongresse zu Münster und später kais. Resident und Reichs- postmeister zu Hamburg. Derselbe erhielt mit seinem Bruder, Johann Gerhard v. Vrints, vom Kaiser Leopold L, laut Diploms d. d. Regensburg, 26. April 1664, eine Bestätigung des alten Adels der Familie, so wie den Reichsritterstand mit dem Prädieale: v. Treuenfeld, und eine Vermehrung des in einem blauen Schilde eine sil- 435 Lerne Feldrose zeigenden Slaminwappens (s. oben). Von Johann Gerhard rieichsritter Vrints v. Treuenleid stammte ans zweiter Ehe mit Ambrosina Johanna v. Ilainns der oben angeführte Theobald Georg Freiherr V. v. T., geb. 1671, gest. 1745, ans dessen Ehe mit Clara Maria v. Corfey zo Iburg Freiherr Conrad Alexander, vermählt mit Maria Theresia Freiin v. Kurzrock zu Wellingsbüttel ent- spross. Der Sohn des Letzteren, Freiherr Theobald Max Heinrich, gest. 1812, vermählte sich mit Maria Aloysia Freiin v. Güggemos auf Adelshausen und Oherhüking (die Ahnentafel Beider findet sich in den Supplementen zu Siebmachers Wappenbuche, V. 14) und pflanzte den Mannsslamm durch zwei Sühne, die Freiherren Alexander Conrad und Carl Optatus Joseph, fort. So entstanden zwei Linien des Geschlechts, die Linie Vrints-Berberich und Vrints v. Treuenfeld. Die erstere Linie stiftete Freiherr Alexander Conrad, geb. 1764, k. k. Kämmerer, k. Württemberg. Geh. Itatb und fürstl. Thum- und Taxisscher Generaldireclor der Reichsposten. Derselbe vermählte sich mit der Erbtochter des Ober-Postmeisters Freiherrn v. Berberich, und erhielt vom Kaiser Joseph IL, 24. Febr. 1787, die Erlaubniss, zu seinem Namen und Wappen den Namen und das Wappen seines Schwiegervaters hinzusetzen zu dürfen. Die Vereinigung beider Wappen erfolgte, wie oben angegeben wurde, doch ist, soviel bekannt, mit dem am 7. Dec. 1843 erfolgten Tode des Stifters diese Linie wieder erloschen.— Die Linie Vrints v.Treuen- Teld setzte Freiherr Carl Optatus Joseph fort. Derselbe, geb. 1765, gest. 1852, Erbherr zu Treuenfeld etc., k. k. Kämmerer, fürstl. Taxisscher Geh. Rath und General-Poslen-Vice-Director, vermählte sich in erster Ehe mit Cornelia Petronilla Freiin v. Osy de Zeg- waart, und aus dieser Ehe entsprossten vier Solme, die Freiherren Carl Theobald Cornel, Alexander Theobald Joseph, Maximilian Theobald Joseph und Theobald Optatus, welcher Letztere als grossherz. liess. Kämmerer und Major ä la suite 1849 unvermählt gestorben ist. Das Haupt der Familie ist jetzt Carl Theobald Cornel Reichsfreiherr Vrints v. Treueniehl, geb. 1797, k. k. wirkl. Kämmerer, fürstl. Taxisscher Hofrath und Ober-Postmeister zu Frankfurt a. M. Derselbe war mit Maria Josepba Gräfin v. Ruol-Schauenstein, geb. 1798, gest. 1856, vermählt, und aus dieser Ehe stammen zwei Tüchler: Freiin Therese, geh. 1824. vermählt mit dem k. bayer. Kämmerer Carl Freiherrn v. Betlmiann, und Freiin Cornelie, geb. 1828. Von den beiden Brüdern ist Freiherr Alexander Theobald Joseph, geb. 1799, k. k. wirkl. Kämmerer, seit 1825 mit Charlotte 28* 436 Freiin v. Osy de Zegwaart vermählt, und aus dieser Ehe lebt, neben zwei Tüchlern, Freiin Mathilde, geh. 1826, und Freiin Cornelia, vermahlte Freifrau v. Osy, geb. 1828, ein Sohn, Freiherr Alexander Maria Carl, geh. 1838. — Der zweite Bruder, Freiherr Maximilian Theobald Joseph, geb. 1802, k. k. Kämmerer, a. o. Gesandter und bevollm. Minister zu Brüssel, vermählte sich in erster Ehe mit Fran- zisca Poslhuma Freiin v. Bartenstein, gest. 1847, und in zweiter mit Eugenie Freiin v. Osy, verw. Freifrau v. Bartenstein, geb. 1807, und aus der ersten Ehe stammt, neben zwei Töchtern, Freiin Sophia, geb. 1846, und Freiin Eugenia, geh. 1847, ein Sohn, Freiherr Maximilian Alexander Joseph Ghislain, geb. 1844. v. Wacker, Schild geviert: 1 in Blau ein goldener, die Hörner nach oben kehrender Halbmond; 2 in Gold ein rechtssehender, schwarzer Adler; 3 in Gold ein einwärts gekehrter, rother Löwe, und 4 in Blau drei (2 und 1) sechsstrahlige, goldene Sterne. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen rechts gekehrten Kranich von natürlicher Farbe trägt, der in der aufgehobenen, rechten Kralle einen gelben Stein hält. Die Helmdecken sind rechts blau und golden und links roth und golden. — Handschriftliche Notizen und Abdrücke von Petschaften. — Tyroff, I. 205. Sachsen. Johann Benedict Wacker, Herr auf Gröba und Zitz- und Catlunfabrikant daselbst, wurde im kursächs. Reichs- vicariate, laut Diploms d. d. Dresden, 6. Juli 1792, in den Reichsadelstand erhohen. — Das Geschlecht ist, so viel bekannt, mit dem Empfänger des Adelsdiploms wieder ausgegangen. v. Wallpaeh in Schwanfeld (zu Schwanenfeld). Schild geviert mit Mittelschilde. Im silbernen Mittelschilde ein rechtssehender, gekrönter, rother Adler, dessen Brust mit einem sechsstrahligen, goldenen Sterne belegt ist. 1 und 4 in Silber ein einwärtssehender, gekrönter, rother Adler, und 2 und 3 in Blau auf grünem Boden ein einwärts auffliegender, gekrönter, silberner 437 Schwan. Auf dem Schilde sieht ein gekrönter Helm, aus welchem der Hals und Kopf eines rechtssehenden, gekrönten, silbernen Schwanes aufwachst. Die Hejmdecken sind rechts rotli und silbern und links blau und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 32. — v. Il^fner, II. 150 und S. 121 und 27. Liefer. oder Bd. IV. 1. Heft. 1, tiroler Adel, 22 und S. 18. — v. Lang, S. 586, und v. Ilellbach, IL S. 678: v. Wallpach zu Schwanenfeld. Oesler reich, Bayern. Christoph Wallpach, k. k. Pfandhaus-Amtmann zu Hall in Tirol, spater Salz-Amts-Balh daselbst, wurde vom Kaiser Leopold L, laut Diploms d. d. Laxenburg, 12. Mai 1692, in den Adelsstand erhoben. — Ein Urenkel desselben, Joseph Christoph v. W., k. bayer. Salzbeamter zu Donauwörth, geb. 1748, wurde in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. — Neuereu Angaben zu Folge ist das Geschlecht erloschen. v. Wasmer (Wasmar). Im rothen Schilde drei schrägrechts unter einander gestellte, silberne Rauten. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher drei silberne Straussenfedern trägt. Die Helmdccken sind roth und silbern. — Handschriftliche Notizen. — v. Hefner, 26. Lief, oder Bd. II. 5. Heft. 2, Frankfurter Adel, 3 und S. 5. — Supplem. zu Siebmachers W.-ß., VII. 15.— Tyroff, I. 25. — Die erwähnten Notizen führen auch ein vermehrtes Wappen an. Der Schild ist geviert mit Mittelschilde, welches letztere die erwähnten drei silbernen Rauten in Roth zeigt. 1 und 4 in Blau eine alte Kirche, und 2 und 3 in Gold zwei schwarze Adlersfliigel. Ueber die Helme ist nichts angegeben. — Spangenberg, Chronik, I. S. 111 und 115. — A. Viethens, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmar- sen, S. 33. •—■ Zedier, LI1I. S. 48—50. — v. Hellbach, II. S. 689. Herzogthum Sachsen-Coburg-Gotha, Frankfurt a. M. Altes Adelsgeschlccht, welches schon unter Kaiser Heinrich I. geblüht, und aus welchem Anton v. Wasmer im neunten Turniere zu Cüln den ersten Preis erlangt haben soll. Später findet sieb die Familie in Bremen vor, wo Johann v. W. 1430 als regierender Bürgermeister bei einem Aufrühre unschuldig hingerichtet wurde. Auf Klage seiner Familie, welche aus der Stadt verbannt worden war, kam Bremen in Acht und Aberacht und wurde vom Kaiser 438 Sigismund nicht eher frei gegeben, bis die verbannte Familie \Vas- mer wieder aufgenommen und derselben die an ihrem Familienhaupte verüble Thal von einer Deputation der Stadt auf den Knieen abgebeten und das Geschlecht in alle Ehrenstellen und Prärogative wieder eingesetzt worden war, auch mussle in der Neustadt zu Bremen ein Denkmal mit der Inschrift: dem unschuldigen Wasmer, errichtet werden. Die späteren Glieder der Familie waren namentlich im Dithmarschen angesessen, doch blühten auch einzelne Zweige in anderen deutschen Ländern. — Friedrich Ferdinand v. Wasmer, vermählt mit Maria Catharina v. Hillesheim, lebte in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts zu Cüln. Der Sohn desselben,' Joseph Ignatius v. W., geb. 1730, war herzog], Sachsen - Coburg. Hof- und Kammerjunker und Major und brachte das rilterschaftliche Gut Hassenberg in die Familie, welches Gut dieselbe bis in die neueste Zeit besessen hat. Ein Enkel des Letzteren, Gustav Adolph Theodor v. W., geh. 1808, gest. 1835, bekleidete die Stelle eines fürstl. reuss. Forstmeisters und erlangte durch Vermählung mit der Ganerbentochter Cornelie Wilhelmine Amalie Therese Henriette Freiin v. Günderrode iin Jahre 1832 (1837) die Aufnahme in die altadelige Ganerbschalt des Hauses Alten-Limpurg in Frankfurt a. M. v. Weckbeeker (v. Sternfeld, genannt Weckbecker), Edle. Schild quer gelheilt: oben in Roth drei neben einander stehende, goldene Wecken und unten in Blau drei (2 und 1) sechs- strahlige, silberne Sterne. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Ilelm, welcher einen offenen, schwarzen Adlersflug trägt, zwischen dessen Flügeln ein Stern, wie die in der unteren Schildeshälfte, schwebt. Die Helmdecken sind rolli und golden. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, XIV. 3t: Edle v. Sternfeld, genannt Weckbecker. — v. Hefner, IL, bayerscher Adel, 150 und S. 122: v. Weckbecker-Sternfeld, und Lief. 18 oder Bd. II. Heft 8, nassauscher Adel, 15 und S. 14: ebenfalls v. Weckbecker-Sternfeld (giebt am letzteren Orte die Helmdecken rechts roth und golden und links blau und silbern). — v. Lang, Supplement, S. 143: v. Sternfeld, genannt Weckbeeker, Edle. v. Hellbach, IL S. 530 (wie v. Lang). Bayern, Nassau. Hugo Joseph v. Weckbecker (Weckbecker- Sternberg), quiesc. k. bayer. Ober-Appellationsgerichts-Ralh, erhielt 439 den seinen) Vater von dem Pfalzgrafen Fürsten v. Schwarzenberg verliehenen Adelsstand vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 26. April 1817, neu bestätigt und wurde, mit der Angabe, geb. 1754, in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. — Die Familie ist, nach v. Hefner, im llerzoglhume Nassau mit dem halben Theile des Kirchensatzes zu Bärstatt und dem halben Zehnten im Kirchspiele belehnt. Y, Wehrs. Schild durch einen goldenen Querbalken getheilt: oben in Blau ein silberner, mit dem Gesiebte rechts gekehrter, zunehmender Mond, und unten in Roth eine aufrecht gestellte, die Spitze nach oben und links kehrende, silberne Pflugschaar. Auf dem Schilde stellt ein gekrönter Helm, aus welchem zwei silbern geharnischte Arme aufwachsen, die in den Fäusten zwei schräg gekreuzte Schwerter mit goldenen Griffen halten. Die llelmdecken sind rechts blau und golden und links roth und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, F. 10. — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 292. Hannover. Georg Friedrich Wehrs, herzogl. meklenburg. Geh. Legationsrath in Hannover, wurde vom Kaiser Franz II., 25.Nov. 1803, in den Reichsadelsstand erhoben. Die Familie ist in Hannover wieder ausgegangen: schon Freiherr v. d. Knesebeck konnte (1840) über das Fortblühen derselben nichts ermitteln, auch ist nicht bekannt, dass dieselbe in einem anderen Lande noch vorkomme. v. Wehsenig. Im rothen Schilde eine, auf einem grünen Hügel stehende, rechts gekehlte, silberne Gemse mit schwarzen, zurückgebogenen Hörnern. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen sechsstrahligen, goldenen Stern trägt. Die eine Spitze desselben berührt den Helm des Schildes, jede der übrigen fünf Spitzen aber ist mit einer wechselsweise silbernen, oder rothen fitnfblätterigen Rose besetzt. Die llelmdecken sind roth und silbern. — Abdrücke 440 von Petschaften. — v. Rieding, II. S. 650 (beschreibt das Wappen, wie angegeben, nach einem Stammbaume). — Angeli, märk. Chronik, S. 132. — Knaulb, S. 590. — Zedier, Bd. LV. S. 782. — Gaube, I. S. 2867. — Estor, Ahnenprobe, S. 406. — v. Hellbach, II. S. 696. — Die im Wappenbuche des Königreichs Bayern, XI. 95: v. Wesenig, befindliche Abbildung ist jedenfalls mehrfach unrichtig. Im silbernen Schilde steht auf natürlichem Felsen ein rechts gekehrtes, rothes, einem Ziegenbocke ähnliches Thier, welches pfahlweise mit einer weissen Decke bedeckt ist und den linken Vorderfuss etwas aufhebt. Der mit einem von Roth und Silber viermal gewundenen Wulste bedeckte Hehn trägt einen sechsspitzigen, silbernen Stern, der an den fünf freien Spitzen mit drei Federn (so sieht der Besatz wenigstens aus) besetzt ist. Zwei Federn, die eine rechts, die andere links wehend, stehen unmittelbar an der Sternspitze neben einander, die dritte in der Mitte, in den drei oberen Strahlen des Sterns nach oben, in den beiden unteren nach unten. Die mittleren Federn sind durchgängig silbern, die beiden neben einander stehenden aber wechselsweise schwarz und roth. Die llelmdecken sind roth und silbern. Sachsen. Eine alte meissnische Familie, welche auch Wesenich, Vesenig, Wesenigk, Wesnig und Vcsnich geschrieben wurde. Das gleichnamige Stammgut derselben liegt bei Torgau und das Geschlecht kommt schon 1250 urkundlich vor. Zu Knauths Zeit (1692) besass dasselbe die Güter Oellzscha, Döbeltitz, Cranickau und Wettershayn, sämmtlich bei Torgau. Estor (a. a. O.) rechnete das Geschlecht zum obersächsischen Adel. Gauhe zweifelte, dass dasselbe noch blühe, doch kommt noch später ein kursächs. Kammerherr Rudolph v. Wehsenig vor, mit dem aber wohl, wenigstens in Sachsen, der Stamm erloschen ist. Weshalb das Wappen in das Wappenbuch des Königreichs Bayern aufgenommen worden ist, liess sich nicht ermitteln, auch wird die Familie von v. Lang im Adelsbuche des Königreichs Bayern nicht aufgeführt. v. Wiek, Im rotheu Schilde ein vorwärts und linkssehender, geharnischter Mann in slahlfarbiger Rüstung, welcher in der Rechten ein Schwert nach oben und einwärts hält, mit der Linken aber sich 441 auf einen goldenen Schild mit dem zweiköpfigen, schwarzen Reichsadler stützt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher, zwischen zwei Büffelshörnern, von welchen das rechte von Gold und Rolh, das linke von Roth und Silber quer getheilt ist, eine silberne Gartenlilie mit zwei darunter stehenden Knospen an einem rechts und links mit vier Blättern besetzten Stengel trägt. Die Hehndecken sind rechts rot Ii und golden, links roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, F. 10 und S. 15. — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 443. Hannover. Eine hannoversche Adelsfamilie, über deren Ursprung und Erhebung in den Adelsstand Näheres nicht aufzufinden ist. Selbst der fleissige Forscher, Freiherr v. d. Knesebeck, hat nur a. o. a. 0. den Namen dieser Familie genannt, damit derselbe S. 321 denjenigen Familien angereiht werde, über welche genügende Nachrichten nicht zu erlangen waren. — Glieder der Familie kamen früher mehrfach in den Listen der k. hannoverschen Armee vor. Georg Friedrich Eberhard Gustav Ludwig v. Wiek trat neuerlich als Lieutenant aus dem activen Dienste und lebt in Wathlingen. v. Wider, auch Freiherren. Wappen derer v. Wider. Im rothen Schilde auf grünem Drei- hügel ein nach der rechten Seite schreitender Widder von natürlicher Farbe. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Ilelm, aus welchem der Widder des Schildes zwischen zwei von Silber und Roth mit gewechselten Farben quer getheilten Bütfelshörnern aufwächst. Die Heinidecken sind roth und silbern. — Siebmacher, III. 49: Die Wider, Oesterreichisch. — Tyroff, I. 31. — v. Hellbach, II. S. 734 und 735. Wappen der Freiherren v. Wider. Im golden eingefassten blauen Schilde auf grünem Boden ein nach der rechten Seile aufgerichteter Widder. Auf dem Schilde steht eine filnfperlige Krone, auf welcher sich drei gekrönte Helme erheben. Aus dem mittleren Helme wächst der Widder des Schildes auf, und der rechte, so wie der linke Helm tragen einen offenen, schwarzen Adlersflug. Die gesammten Helmdecken sind blau und silbern. —• Abdrücke von Petschaften. — Tyroff, I. 62. 442 Oesterreich. Wilhelm v. Wider, k. k. Hauptmann, wurde vom Kaiser Joseph IL, 19. Aug. 1771, in den Freiherrenstand erhöhen. Derselbe stammte aus einem Österreichischen Adelsgeschlechte, in welches der Adel durch Christoph Wider von der An, dessen Vorfahren sich schon in kaiserlichen Diensten hervorgethan hatten, gekommen ist. Es wurde nämlich der genannte Christoph W. mit seinen vier Brüdern vom Kaiser Matthias, 27. Oct. 1612, in den Adelsstand erhoben. v. Hellbach führt diese Erhebung als vom Kaiser lludolph II. erfolgt an, doch ist bekanntlich Kaiser Rudolph II. 10. Jan. 1612 gestorben. — Von der adeligen Linie des Geschlechts giebt v. Hellbach an, dass dieselbe mit einem Urenkel des Christoph v. W., Johann Samuel v. W., ftirstl. Schwarzburg-Sondershausen- schcn Hofmarschalle, ausgegangen zu sein scheine. Wiederkhern v. Wiedersbach, Ritter. Schild geviert mit Mittelschilde. Mittelschild von Schwarz und Silber quer gelheilt mit einem rechts gekehrten Widder von gewechselten Farben und mit goldenen Hörnern. I und 4 in Roth ein einwärts aufspringendes, silbernes Einhorn, und 2 und 3 in Gold ein eben so aufspringendes, schwarzes Ross. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wachst cin- wärtssehend der Widder des Mittelschildes und aus dem linken Helme das Einhorn des 1. und 4. Feldes auf. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken roth und silbern. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. Oesterreich. Johann Jacob Wiederkehr (so ist der Name in den erwähnten handschriftlichen Notizen geschrieben) wurde vom Kaiser Leopold I., 8. April 1659, mit dem Prädicate: v. Wiedersbach, nobilitirt. Dass derselbe am genannten Tage den Ritterstand erlangt habe, in welchem die Familie noch jetzt blüht, geben diese Notizen nicht an. Dem Wappen nach ging der Erhebung in den Ritterstand die Erhebung in den Adelsstand voraus: Mittelschild und rechter Helm sind wohl als Stammwappen anzunehmen, und so könnte leicht die Angabe der erwähnten Notizen richtig sein, dass der Adel durch Johann Jacob VA'. 1659 in die Familie gekommen wäre. Die Versetzung in den Ritterstand müsste in diesem Falle später erfolgt sein: Megerle v. Mühlfeld giebt über dieselbe 443 keinen Nachweis. — Wie angegeben, blilbt die Familie im Rilter- stande noch jetzt, und der Name wird Widerkhern v. Wiedersbach geschrieben. In den neueren Jahrgängen des Mililair-Scheinatismus des österreichischen Kaiserthums kommt Leopold Wiederkhern Bit- ter v. Wiedersbach als k. k. Hauptmann vor. v. Wiesenhütten und v. Barkhaus - Wiesenhütten, Freiherren. Wappen der Freiherren v. Wiesenhütten: Schild geviert mit Mittelschilde. Im schwarzen Miltelschilde ein nach der rechten Seite aufspringendes, silbernes Ross. 1 und 4 in Gold auf einem grünen Iierge ein auswärtssehender, schwarzer Adler; 2 und 3 in Blau auf einem grünen Berge ein sechsstrahliger, goldener Stern. Auf dem Schilde stehen drei gekrönte Helme. Aus dem mittleren Helme wächst das Ross des Mittelschildes vorwärts gekehrt auf, der rechte Helm trägt, zwischen einem offenen, schwarzen Adlersfluge einen aufwachsenden, vor- und einwärtssehenden Mann in blauer Kleidung und mit blauer Mütze, welcher in der linken Hand einen silbernen Stab hält, und auf dem linken Helme sitzt, zwischen zwei von Blau und Silber mit gewechselten Farben quer getheilten Biif- felsluirnern, ein rechtssehender, silberner Windhund mit rothem Halsbande. Die Decken des mittleren Helmes sind schwarz und silbern, die des rechten schwarz und golden und die des linken blau und silbern. Den Schild halten zwei goldene Löwen. — v. Hefner, Fiel. 26 oder Bd. II. 5. Heft. 2, Frankfurter Adel, 5 und S. 7 (mit der Bemerkung, dass die Horner und Decken des linken Helmes richtiger wohl blau und silbern sein sollten). Wappen derer v. Wiesenhütten nach dem Diplome von 1728 (s. unten): Schild geviert: I und 4 in Gold auf einem grünen Hügel ein zum Fluge sich anschickender, auswärtssehender, schwarzer Adler; 2 in Blau ein über einem grünen Hügel schwebender, sechsstrahliger, goldener Stern, und 3 ebenfalls in Blau auf grünem Boden ein einwärts gekehrtes, silbernes Pferd. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme, von welchen der rechte den Schmuck mit den Decken des rechten und der linke den des linken Helmes des freiherrlichen Wappens, wie diese Helme oben beschrieben worden 444 sind, Lrägt. — Abdrücke von Petschaften. — Supplemente zu Sieb- macliers Wappenbuclie, X. 8, mit dem unrichtigen Namen: Barkbaus, genannt v. Wiesen; von dem v. Barkhausischen Wappen (s. unten) findet sicli in diesem Wappen nichts vor. Wappen der Freiherren v. Barkhaus-Wiesenhütten: Schild ge- viert mit Mittelschilde. Im rothen Mittelschilde ein aus dem Schil- desfusse aufsteigendes, silbernes Gatter, hinter welchem ein griin- belaubter Apfelbaum aufwächst (Barkbaus, Barkhausen). Feld 1—4 die beschriebenen Felder des adeligen v. Wiesenhüttenschen Wappens. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme, welche den Schmuck der Helme des v. Wiesenhüttenschen Wappens tragen. -—- Abdrücke von Petschaften und v. Hefner a. a. 0., S. 7 (Beschreibung des Wappens. — Der adelig v. Barkhausische Wappenschild zeigte in Roth das oben erwähnte Gitter mit dem Apfelbaume, und der'gekrönte Helm mit roth-silbernen Decken trug einen vorwärts gekehrten, silbernen Pelican mit ausgebreiteten Flügeln, welcher mit seinem Blute drei Junge nährte). — Supplemente zu Siebmachers Wappenbuche, II. 33: v. Barckhausen. — Nachrichten über die Familie v. Wiesenhütten geben: Zedier, LVI. S. 553. — Genealog. Handbuch, 1778. II. S. 172, und II. Nachtrag, S. 126. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 113. — v. Hellbach, II. S. 739 und 740: v. Wiesenhüter, Wiesenhüten, Wiesenhutten. — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1848. Im Anhange, S. 458 und und 459. — Ueber die Familie v. Barkhausen (Barkhaus) finden sich Nachrichten im N. geneal. Handbuche, 1777. S. 185, und 1778. S. 241, so wie im Nachtrag, II. Th. S. 133. Frankfurt a. M., Oesterreich. Johann Friedrich Wiesenhüter, k. k. Rath, wurde vom Kaiser Carl VI., laut Diploms d. d. Wien, 18. Jan. 1728, mit dem Prädicate: v. Wiesenhütten, in den Reichsadelsstand erhoben. Derselbe, ein Sohn des Peter Wiesenhüter, welcher, gebürtig aus Polanowitz bei Breslau, 1684 nach Frankfurt am Main gekommen war, vermählte sich mit Rebecca Franzisca v. Barkhaus und pflanzte den Stamm durch drei Sohne: Franz, Heinrich Carl und Johann Friedrich v. W., fort. Franz v. W. wurde von der Kaiserin Königin Maria Theresia, laut Diploms d. d. Wien, 19. April 1743, in den böhmischen Freiherrenstand erhoben. Derselbe war mit Maria Elisabeth Freiin v. Bartenstein vermählt, aus welcher Ehe nur eine einzige Tochter, Freiin Rebecca Cordula, stammte, welche die Gemahlin des k. k. Geh. Rathes und Hofcanz- lers Johann Ferdinand Freiherrn v. d. Marek wurde und 1819 ge- 445 storben ist. — Heinrich Carl v. W. wurde von dem Bruder seiner Slutter, dem k. k. Reiclishofrathe Heinrich v. Barkhaus, welcher zu dem Hause Frauenstein in Frankfurt a. M. gehörte, zum Erben eingesetzt, erhielt vom Kaiser Franzi., 3. April 1753, die Erlaubniss, seinem Namen und Wappen den Namen und das Wappen derer v. Barkhaus beifügen zu dürfen und wurde als fürstl. Hessen-Darm- städlscher Geh. Rath und oberrheinischer Kreisgesandter vom Kaiser Joseph II., laut Diploms d. d. Wien, 14. März 1789, mit seinem Bruder Johann Friedrich v. W. in den Reichsfreiherrcnsland erhohen. Derselbe war, wie ein Allianzwappen ergiebt, mit einer v. Veltheim (nicht, wie das gencal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, a. a. 0., allerdings mit einem Fragezeichen, angiebt, mit einer v. Ontheim) vermählt, aus welcher Ehe ein Sohn, Freiherr Heinrich, stammte, welcher, mit einer v. Mühlhausen vermählt, 1826 ohne Nachkommen starb. Von Johann Friedrich Freiherrn v. Wie- senhütten (s. oben), k. Rathe und ältestem Schöllen und Senator zu Frankfurt a. M., vermählt mit Maria Firnhaher v. Eberstein, stammle Freiherr Franz Wilhelm, fürstl. licss. Geh. Rath und Gesandter am Reichstage, aus dessen Ehe mit einer v. Forstner ein einziger Sohn, Freiherr Ludwig, grossherz. hess. Kammerherr, entsprossen ist, welcher, vermählt mit Wilhelmine v. Stahl, so viel bekannt, Nachkommen nicht hat. v. Wildungen, auch Freiherren Im goldenen Schilde ein vorwärts und rechts gekehrter, eisenfarbiger Helm. Auf dem Schilde steht ein Helm, welcher, zwischen einem offenen, goldenen Adlerslluge, zwei neben einander stehende, mit den Schärfen auswärts gekehrte, eisenfarbige Messer mit goldenen Griffen trägt. Die Helmdecken sind schwarz und golden. — Abdrücke von Petschaften. — Siehmacher, I. 140: v. Wildungen, Hessisch (der „Declaralion" nach ganz wie beschrieben). Ausser dem beschriebenen Wappen gicht Siehmacher, I. 134: v. Wildungen, Hessisch, noch ein anderes Wappen. Im goldenen Schilde stehen neben einander zwei mit den Schärfen aus-, mit den gebogenen Spitzen einwärts gekehrte, eisenfarbige Messer mit schwarzen Grillen. Auf dein Schilde erhebt sich ein Helm, welcher, zwischen 446 zwei auswärts fliegenden, silbernen Fahnen an goldenen Stangen, einen aufrecht gestellten, eisenfarbenen Pusican trägt. Die Ilelm- decken sind schwarz und golden.— Tyrolf,!. 15: Freiherr v. Wildungen, Hochfitrstl. Hessen-Casselscher Geh. Rath und Frank. Creis- Gesandtcr (der Helm im Schilde ist mit einer silbernen Feder [Raupe] besetzt, und der auf dem Schilde mit einer fünfperligen Krone gekrönt. Die Messer auf dein Helme stehen nicht zwischen, sondern auf den untern Theilen der Sachsen des offenen Fluges). — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 47: Freiherren v. Wildungen (ganz wie Tyrolf). — Burgermeister, Grafen- und Ritter- Saal, S. 73. — Zedier, LVI. S. 913. — Biedermann, Geschlechls- registcr des Ortes Bliün und Werra, 1. Verzeichniss. — N. Geneal. Handbuch, 1777. S. 172—174, und 1778. S. 226 ff. — v. Lang, Nachtrag, S. 80. — v. Hellbach, I. S. 746. — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1856. S. 762. Hessen, Bayern. Altes, hessisches Adelsgeschlecht, welches in dem ehemaligen fränkischen Rittercanton Rhön und Werra, im Fuldaischen, Meiningenschen und Eisenachschen, so wie in Bayern Besitzungen erwarb, und wohl, wie auch Einige annehmen, von einem anderen, gleichnamigen, hessischen Adelsgeschlechte, dessen Wappen Siehmacher, 1. 134 (s. oben), gegeben, zu unterscheiden ist, wenn nicht beide Familien Zweige eines Stammes mit verschiedenem Wappen waren. — Burchard v. W. wurde mit dem Erb- ti'uchsessen-Amte in Hessen beliehen, starb aber 1610 ohne männliche Nachkommen. — In die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern (v. Lang, a. a. 0.) war Friedrich Engelhard Carl Wilhelm Ludwig Freiherr v. Wildungen, geh. 1786, k. bayer. Forstmeister und gross- herzogl. toskanischer Kämmerer, eingetragen, und derselbe hatte den Freiherrenstand durch Familienurkunden bis auf den Ör-Ur-Gross- vater, Johann Rudolph, welcher aus Sachsen gestammt haben soll, nachgewiesen. — Nach neueren Angaben ist die freiherrliche Familie v. Wildungen mit Eberhard Freiherrn v. W., geh. 1754, kur- fiirstl. hess. Oberforslmeister, 15. Juli 1822, im Mannsstamme erloschen. Derselbe, ein Solin des Ludwig Heinrich Wilhelm Frei- lierrn v. W., Herrn auf Weymarschmidlen und Wilmas, landgräfl. licss. Geb. Legationsrathes und fränkischen Kreisgesandten, aus der Ehe mit Friederike Charlotte Christine Freiin v. Corbey, vermählte sich mit Charlotte Freiin v. Breitenbach zu Breidenstein, gest. 1824, ans welcher Ehe nur zwei Töchter entsprossen sind, von welchen die ältere mit dem kurfilrsll. hess. General-Lieutenant a. D. Frei- 447 lierrn v. Haynau, die jüngere aber mit dem kurfilrsll. liess. Ilaiipl- manne Freiherrn v. d. Tann vermählt ist. v. Wilucki. Im silbernen Scliilde ein schräglinks gelegter, goldener Anker. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein silbern geharnischtes und gesporntes Bein aufwächst, dessen Fussspitze nach oben und rechts, die Ferse nach links gewendet ist. — Abdrücke von Petschaften, welche sämmtlich ohne Helmdecken sind, welche, dem Schilde nach, silbern und golden anzunehmen wären. — Handschriftliche Notizen. Sachsen. Polnisches Adelsgeschlecht, aus welchem im 8. Decennium des vorigen Jahrhunderts Ferdinand v. Wilucki mit drei Brüdern nach Sachsen kam und als Hauptmann in kursächs. Dienste trat. Von den Brüdern findet sich Adolph Sigmund v. W. in den Listen der k. sächs. Armee seit 1791 als Reiteroffleier aufgeführt, und Paul David v. W. wurde 1807 k. sächs. Capitain und Sladl- major in Dresden. Spätere Listen der k. Armee ergehen den Namen des Geschlechts mehrfach und noch jetzt stehen in der k. sächs. Armee vier Hauptleute v. W.: Carl Friedrich Leopohl, Gustav Theodor, Louis Ewald und Theodor Rudolph Alexander v. W. Die Liste von 1842 führte sechs Oberlieulenants dieses Namens auf. v. Winter (Winter v. Ettenkofen), Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Roth ein rechts gekehrter, doppelt geschweifter, silberner Löwe, welcher in der rechten Vorderpranke ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben hält, und 2 und 3 in Silber auf einem grünen Dreihitgel neben einander drei natürliche Vergissmeinniehl an viferhlätterigen Stengeln. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen offenen Adlersflug trägt, dessen rechter Flügel von Roth und Silber, der linke aber von Silber und Roth gevierl ist. Die Hehndecken sind rechts colli und silbern und links blau und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Rayern, JX. 51, und v. Ilefner, II. 154 und S. 124: Winter v. Ettenkofen 448 (bat den Fing auf dem Helme so, wie oben angegeben, beschrieben, in der Abbildung aber sind beide Flügel desselben von Roth und Silber geviert). — v. Lang, S. 596, und v. Hellbach, II. S. 757: v. Winter auf Ettenkofen. Rayern. Ferdinand Maria v. Winter, kurpfälzischer Ritt- meisler, erhielt vom Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz, 20. Febr. 1793, ein Bestätigungsdiplöm des ihm zustehenden Adels, welches zugleich ein Rilterdiplom war. Den Adel halte in der Person des Urgrossvaters desselben Kaiser Ferdinand III., 1653, der Familie verliehen. Von den Sühnen des Ferdinand Maria Ritter v. Winter wurden in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern die drei Brüder, Andreas Friedrich Ferdinand, geb. 1768, k. bayer. General- Salinen-Administrations-Rath in München, Libert Reiner, geb. 1770, k. bayer. Strassenbau-Inspector in Regensburg, und Rudolph Anton, geb. 1780, Herr auf Abtsried, eingetragen. v. Wirsing, Freiherren. Schild quer getheilt: oben in Blau ein aus der Theilungslinie vom Unterleibe an aufwachsender,- rechtssehender, golden gekrönter, silberner Adler mit rother, ausgeschlagener Zunge und ausgebreiteten Flügeln; unten in Gold ein aus den unteren Seitenrändern des Schildes bis an die Theilungslinie aufsteigender, gerader, blauer Sparren, welcher von drei (2 und 1) achtslrahligen, blauen Sternen begleitet ist. Auf dem Schilde steht eine siebenperlige Krone und auf dieser ein gekrönter Helm, welcher drei silberne Slraussen- federn trägt. Die Helmdecken sind blau und golden. — Abdrücke von Petschaften und handschriftliche Notizen. — v. Hefner, 24. Lief, oder Bd. IL 5. Heft. 1, Württembergscher Adel, 17 und S. 14 (giebt in der unteren Schildesbäll'te drei sechsstrablige, rothe Sterne an und stellt auf den Schild eine siebenperlige Krone ohne Hehn und Schmuck). — Genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1856. S. 767 und 768, und 1857. S. 868 und 869. Sachsen, Württemberg. Johann Caspar Wirsing, k. sächs. Legationsralh und Geschäftsträger am k. Württemberg. Hofe, wurde vom Könige Friedrich August I. von Sachsen, laut Diploms d. d. Dresden, 28. Febr. 1819, aus höchst eigener Bewegung in den Adelsstand des Königreichs Sachsen versetzt (amtliche Bekannt- 449 machung in der Leipziger Zeitung, 1819. No. 46 vom 6. März), und laut Diploms d. d. Dresden, 17. Febr. 1827, für die von demselben seit dem Jahre 1800 geleisteten vorzüglichen Dienste, wie auch wegen seiner besonderen Ergebenheit gegen das königliche Ilaus für sich und seine Nachkommen in den Freiherrenstand des Königreichs Sachsen erhohen. Derselbe, welcher, wie das Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser (a. a. 0.) angiebt, aus einem alten Geschlechte Frieslands, dessen Name schon in sehr früher Zeit urkundlich vorkommt, stammte, war vor seiner Sendung an den k. Württemberg. Hof bei der kursächs. Gesandtschaft zu Regensburg angestellt, war später k. sächs. Minister-Resident und Geh. Lega- tionsrath und hatte sich mit Luise Caroline Dibold vermählt, aus welcher Ehe vier Sohne und drei Tochter entsprossten. Die vier Söhne sind: Freiherr Carl, geb. 1808, k. sächs. Regierungsrath zu Zwickau, vermählt mit Henriette v. Wirsing, aus welcher Ehe die Sühne Ado, Heinrich, Carl und Wilhelm, und die Tochter Lulu, Lina und Elise leben; — Freiherr Albert, geb. 1810, k. Württemberg. Major der Reiterei a. D.; Freiherr Max, geb. 1S15, vermählt mit Friederike Freiin v. Beulwitz, aus welcher Ehe die Tochter Marie, Fanny und Elisabeth stammen, — und Freiherr Wilhelm, geh. 1814, vermählt mit Luise Freiin v. Harling, gest. 1847, aus welcher Ehe ein Sohn, Ado, und eine Tochter, Marie, leben. Von den drei Töchtern ist Freiin Elise 1854 gestorben, Freiin Emilie ist seit 1839 Wiltwe von Eduard Freiherrn Rassler v. Gamerschwang, und Freiin Luise ist seit 1832 vermählt mit Friedrich Grafen v. Grons- feld-Diepenbroich zu Limpurg - Sontheim, k. Württemberg. Oberstlieutenant und Adjutanten Sr. Maj. des Königs. v. Wittern. Schild quer und in der oberen Hälfte der Länge nach getheilt, also dreifelderig: I (oben rechts) roth, 2 (oben links) silbern, und 3 (unten) schwarz, sämmtliche Felder ohne Bild. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher den Hals und Kopf eines rechls- sehenden, schwarten Adlers trägt. Der Kopf ist mit drei den Hahnenfedern ähnlichen Federn besteckt, von denen die eine, eine weisse, sich nach rechts kehrt, während die beiden anderen, eine rothe und eine schwarze, sich links kehren. Die Helmdecken sind iv. 29 450 silbern lind roth. — Abdrücke von Petschaften, welche aber auch mehrfache Varianten ergeben. Auf dem Abdrucke von einem älteren, sehr schön in Stein geschnittenen Petschafte siebt der Adlers- kopf links; ein neueres, grösseres Petschaft tingirt die obere der Länge nach gelbeilte Schildeshälfte schwarz und silbern, und bat (s. unten v., Gleichenstein j in der unteren Hälfte ein Schach von sechs Reihen, jede zu zehn Feldern, von Silber und Schwarz. Auf dem Schilde ruht eine Krone, auf welcher ein vorwärts gekehrter, rechtssehender, gekrönter und auf der Krone mit drei Slraussen- federn geschmückter Adler mit ausgebreiteten Schwingen sitzt. Mit dem Abdrucke von letzterem Petschafte stimmt auch der Abdruck von einem neueren kleinen Petschafte in den Hauptsachen überein. Die obere Schildeshälfte ist rechts schwarz, links roth, und die untere Hälfte erscheint in vier Reihen geschacht. Die einzelnen Schachfelder und die Farben derselben sind nicht deutlich zu erkennen. Auf dem Sehilde steht ein Helm, auf dessen Krone ein Adler ganz so, wie auf dem grösseren Petschafte sitzt. — Siebmacher, I. 147: v. Wittern, Thüringisch (wie beschrieben. Die „Declaration" sagt: der obere Vorderlheil am Schilde roth, der andere weiss, der Untertheil schwarz. Auf dem Helme eine gelbe Krone, der Vogelhals schwarz, auf dem Kopfe eine weisse, eine rothe und eine schwarze Feder, die Helmdecke roth und weiss).— v. Gleichenstein, Stammregister der v. Wittern (die obere Schildeshälfte ist der Länge nach gespalten, ohne Angahe der Tincturen, die untere aber in vier Reihen, jede von sechs Feldern, geschacht. Die Schachfelder sind wechselsweise mit Längenstrichen bezeichnet, doch fragt sich, oh dieselben Roth bedeuten sollen. Auf dem Helme sitzt ein rechtssehender, gekrönter und mit drei Slraussenfedern besteckter Adler mit ausgebreiteten Flügeln, ganz wie auf den oben erwähnten Petschaften). — v. Heiner, 11. 154 und S. 124: v. Wittern auf Wundersleben (giebt das Wappen zuerst so, wie das Wappenbuch des Königreichs Bayern, dann aber ein älteres Wappen, dessen Helm einen schwarzen Adlershals und Kopf, welcher mit drei Hahnenfedern, silbern, roth, silbern, besteckt ist, trägt). — Wappenbuch, des Königreichs Bayern, IX. 54: v. Wittern auf Wundersleben (der llals und Kopf auf dem Helme, welcher mit drei Slraussenfedern, roth, schwarz und silbern, besetzt ist, ist silbern tingirt und einem Schwanenhalse ähnlich). — Wappenbuch der Sachs. Staaten, IV. 97 (der Hehn trägt einen aufwachsenden, rechtssehenden, schwarzen Adler mit ausgebreiteten Flügeln [s. oben die 451 Angahe über die Petschafte]-, dessen Kojjf mit drei Hahnenfedern, silbern, roth, schwarz, besteckt ist). — Sagittarius, Geschichte der Grafschaft Gleichen, S. 20 und an vielen anderen Stellen. — Gauhe, I. S. 2907 und 2908, unter Witten. — Hörschelmann, Sammlung zuverlässiger Stamm- und Ahnentafeln, S. 73. — v. Uechtritz, Ge- schlechls-Erzählungen, Tab. 31. — v. hang, Nachtrag, S. 152. — v. Hellbach, II. S. 764. — N. Preuss. Adelslex., V. S. 483 u. 484. Sachsen, Bayern. Altes thüringisches Adelsgeschlecht, welches früher Witter, Withcrn, Witherda, Witterde, Widerthe, Wicerde, Withende, Wittirde, Witterne etc. geschrieben wurde, und dessen Name schon 1143 und 1148 in der Person des Werner v. W. in kurmainzischen Urkunden der Klöster Gesenroda und Herren-Brei- tungen vorkommen soll. Von 1311 an bis zu Ende des 16. Jahrhunderts findet sich der Name des Geschlechts mehrfach in gräflich Gleichischen Urkunden. Als Stammhaus wird das eine Stunde von Erfurt gelegene, gleichnamige Dorf genannt, welches später die Stadt Erfurt unter ihre Botmässigkeit brachte, worauf die Familie in Er- furt das Patriciat erhielt; doch kommt in dieser Stadt die Familie schon lange nicht mehr vor. Später erwarb das Geschlecht die Güter Wunderslehen, Mühlberg, Dietendorf, Saufeld etc. Unter den Sprossen der Familie gelangte namentlich Johann Melchior v. Wittern, Herr auf Saufeld, fürstl. Sachsen-Weimarscher Minister, dessen Stammreihe die Gotha diplomatica mit Heinrich v. W., welcher mit. dem Hofe zu Tiedtendorf (Dietendorf) belehnt war, um das Jahr 1407 beginnt, zu hohem Ansehen. — In die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern ist nach v. Lang Friedrich Bernhard v. Wittern (1820), Actuar hei dem k. Landgericht Schweinfurt, geb. 1784, eingetragen worden, und v. Lang setzt hinzu, dass der Adel durch kursächs. Lehenbriefe nachgewiesen sei. In den Listen der kur- und kön. süchs. Armee findet sich der Naine des Geschlechts mehrfach vor. Hermann Adolph v. W., k. sächs. Hauptmann, trat 1834 aus dein activen Dienste und lebt in Radeberg, und Julius Balduin v. W. ist Hauptmann in der k. sächs. 1. Infanterie-Brigade Kronprinz. Wittich v. Streitfeld, Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Gold ein an die Theilungslinie angeschlossener, halber, schwarzer Adler; 2 in Roth ein freischweben- 29* der, im Ellbogen nach unten gekrümmter, rechts gekehrter, silbern geharnischter Arm, welcher in der Faust nach oben und links eine brennende Lunte, und 3, ebenfalls in Roth, ein dergleichen Arm, welcher in der Faust ein eben so gerichtetes Schwert mit goldenem Griffe hält, welches rechts, wie links, von einem grünen Lorbeerzweige umgeben ist. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Hehn trägt einen offenen, von Gold und Schwarz quer getheilten Adlersflug, und der linke einen einwärts gekehrten, silbernen Löwen, welcher mit der rechten Vorderpranke ein Schwert mit goldenem Griffe hält, welches mit einem oben offenen, grünen Lorbeerkranze umgeben ist. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken rolh und silbern. — Hand- zeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 225. — v. Hellbach, IL S. 764. Oesterreich. Carl Wittich v. Streitfeld, Gutsbesitzer in Mähren, Wurde vom Kaiser Franz I. von Oesterreich, 20. Jan. 1809, in den erbländisch-österreichischen UitterStand erhoben. — Der Stamm ist fortgesetzt worden, und Sprossen des Geschlechts stehen nach den neueren Jahrgängen des Militair-Schematismus des österreichischen Kaiserthums in der k. k. Armee. Wöhrlin v. Wöhrburg. Schild gevierl mit Mittelschilde. Im silbernen Mittelschilde ein rotlies, oben flammendes Herz. I und 4 in Blau ein aus Wasser aufwachsender, vorwärtssehender Mann in goldener Kleidung mit silbernem Kragen und mit einer silbern gestülpten, die Spitze einwärts kehrenden, goldenen Mütze, welcher im 1. Felde mit der Rechten, im 4. aber mit der Linken ein Schwert mit goldenem Griffe hält und die freie Hand in die Seite setzt; 2 und 3 in Rolh ein auswärts aufspringendes, schwarzes Ross. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher vier Straussenfedern, von welchen zwei, eine goldene und eine rolhe, sieb rechts, und zwei, eine silberne und eine blaue, sich links kehren, trägt, zwischen diesen Federn aber steht in der Mitte aufwärts gekehrt ein gefiederter, silberner Pfeil, welcher von zwei die Schärfe einwärts kehrenden Säbeln mit goldenen Griffen beseitet ist. Die Ilelmdecken sind rechts blau und silbern und links rolh und golden. — Wappenbuch des Königreichs 453 Bayern, IX. 54. — v. Hefner, II. 154 und S. 124. — Siebmaclier, V. Zusatz, 22 (das Boss im 2. und 3. Felde ist braun, und der Pfeil auf dem Helme rotb angegeben). — v. Lang, S. 598. — v. Hellbach, II. S. 7G8. Bayern. Andreas Wührliu erhielt vom Kaiser Leopold L, laut Diploms d. d. Neustadt, IG. Aug. 1681, mit dem Prädicate: v. Wöhr- burg, den ungarischen Adelsstand. Derselbe stammte aus einer angesehenen Patricierfamilic der Stadt Kaufbeyern (im liierkreise) und der Vater desselben war daselbst Senator, der Grossvater aber Stadthauptmann gewesen. — Der Stamm blühte fort, und zwei Urenkel des Andreas Wöhrlin v. Wöhrburg, die beiden Brüder Jobann Ulrich W. v. W., geb. 1749, Gemeindeverwalter und Grosshändler in Kaufbeyern, und Christoph Friedrich W. v. W., geb. 1752, ebenfalls Grosshändler in Kaufbeyern, wurden in die Adclsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen. v. Wolkensperg, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im blauen Mittelschilde auf einem hohen, in der Mitte mit Wolken umgebenen Felsen eine rechts gekehrte Gemse von natürlicher Farbe. I und 4 in Gold ein goldgekrönter und bewehrter, einwärts zum Fluge geschickter, schwarzer Adler; 2 und 3 in Roth ein schräglinker, mit einem sechsslrahligcn, rolhen Sterne belegter, silberner Balken. Auf dem Schilde steht eine fünfperlige Freiherrenkrone, und auf derselben erbeben sich drei gekrönte Helme. Der mittlere trägt den mit Wolken umgebenen Berg mit der Gemse des Mittelschildes, der rechte den Adler des 1. und 4. Feldes, und der linke einen die Sachsen einwärts kehrenden, rolhen AdLersflügel, welcher mit dem Balken und Sterne des 2. und 3. Feldes belegt ist. Die Decken des mittleren Helmes sind blau und silbern, die des rechten schwarz und golden und die des linken rotb und silbern. — Abdrücke von Petschaften und Handzeichnung. — TyrolT, IL 52 (tingirt den Mittelschild silbern und die Ilelmdecken rechts schwarz und golden, links rotb und silbern), — Genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1848. S. 407 — 409 (giebt im 2. und 3. Felde einen schrägrechlen Balken an), 1856. S. 779 und 780, und 1857. S. 882, unter Berufung auf 1856. 454 Oesterreich. Franz Johann Anton Ohlak v. Wolkensperg, Herr auf Burgstall und Ziegelfeld in Krain, wurde vom Kaiser Franzi., laut Diploms d. d. Wien, 14. Aug. 1753, in den erblän- disch-üsterreichischen Freiherrenstand erhoben. — Angesehene, früher den Namen Ohlak führende Familie, aus welcher Marcus 0., Stadtrichter zu Bischöfslak vom Kaiser Leopold I., laut Diploms d. d. Wien, 4. Juli 1688, den erbländisch-österreichischen Adelsstand mit dein von der Mutter desselben, Anna Woltisch v. Wol- kensperg, entnommenen Prädicate: v. Wolkensperg erhielt. Derselbe war mit Catharina Skerpin v. Oberfeld vermählt, und aus dieser Ehe stammte Franz Johann, aus dessen Ehe mit Theresia v. Zanelti der oben genannte Freiherr Franz Jehann Anton ent- spross, dessen Sohn aus der Ehe mit Maria Susanna Schweizer v. Lerchenfehl Freiherr Franz Rudolph war, welcher vom Kaiser Joseph IL, laut Lelms- und Gnadenbriefs vom 19. Oct. 1789, das oberste Erbland-Küchenmeisteramt des Ilerzogthums Krain und der windischen Mark erhielt. Freiherr Franz Rudolph, geb. 1724, gest. 1803, Herr auf Ponowitsch, Burgstall und Ziegelfeld, Obersterblandjägermeister in Krain und k. k. Landrath zu Laibach, war in erster Ehe, seit 1754, mit Victoria Josepha Gräfin v. Thum-Valsassina, gest. 1770, vermählt, und aus dieser Ehe stammte Freiherr Franz Joseph, geb. 1758, Herr auf Burgstall und Ziegelfeld, k. k. Kämmerer, Obersterbland-Küchenmeister in Krain, vermählt in zweiter Ehe 1818 mit Hyacinthe Gräfin v. Liechtenherg. Aus dieser Ehe stammt das jetzige Haupt der freiherrl. Familie: Ferdinand Daniel Freiherr v. Wolkensperg, geh. 1819, Obersterbland-Küchenmeister in Krain und der windischen Mark. Die beiden Brüder desselben sind Freiherr Augustin, geh. 1821, k. k. Oberlieutenant, vermählt mit Albina Edlen v. üuras, und Freiherr Franz, geb. 1826, k. k. Hauptmann. — Von den Brüdern des Freiherrn Franz Joseph lebt Freiherr Daniel, geh. 1768. v. Wriechen (Steobanus v. Wriechen). Schild oval, golden eingefasst und silbern. Aus einem Schach im Schildesfusse von Blau und Silber in drei Reihen, die obere von sechs Feldern und die unteren nach der Form des Schildes abnehmend, wächst ein rechts gekehrter, blauer Löwe mit 455 rolher, ausgeschlagener Zunge auf, über welchem drei neben einander stehende, sechsstrahlige, goldene Sterne schweben. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher drei Slraussenfedern, blau, silbern, blau, trügt. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Wap- penbuch der Preuss. Monarchie, IV. 97. — v. Hellbach, II. S. 789. — i\. Preuss. Adelslcxicon, V. S. 486. Preusscn. Der k. preuss. Justizrath Steobanus, Herr aul Romahn bei Greiflenberg in Pommern, wurde vom Könige Friedrich Wilhelm III. von Prcussen, 10. Juli 1803, mit dem Namen: v. Wrie- cben in den Adelsstand des Königreichs Preussen erhoben. Wucherer v. Huldenfeld, Freiherren. Schild geviert mit Mittelschilde. Im mit einer fünlperligen Krone gekrönten, schwarzen Mittelschilde ein schrägrechter, goldener Balken. 1 und 4 der Länge nach getheilt: rechts im 1. und links im 4. Felde in Gold ein an die Theiluugslinie angeschlossener, golden bewehrter und gekrönter, schwarzer Adler, links im 1. und rechts im 4. Felde in Blau zwei silberne Querbalken, zwischen welchen ein sechsstrahliger, silberner Stern schwebt; 2 und 3 in Roth ein aufwachsender, vorwärts sehender Mann in goldener Kleidung mit blauem, liegendem Kragen, blauen Aufschlägen und blauem Gürtel und mit einer goldenen, auf der rechten Seite mit fünf schwarzen Hahnenfedern, drei nach rechts, zwei nach links, besetzten Mütze, deren blauer Aufschlag vorn gelheilt ist, und deren mit einer goldenen Quaste besetzter Zipfel sich nach aussen und unten kehrt. Derselbe halt im 2. Felde mit der Rechten , im 3. mit der Linken einen Stengel mit drei weissen Blumen und drei grünen Blättern empor und stemmt die andere Hand in die Seite. Auf dem Schilde steht eine fiinfperlige Krone, auf welcher sich drei ebenfalls mit fünfperligen Kronen gekrönte Helme erheben. Der mittlere Helm trägt einen golden bewehrten und gekrönten, rechtssehenden, schwarzen Adler, dessen Brust mit einem schrägrechten, goldenen Balken belegt ist; aus dem rechten wächst einwärtssehend ein gekrönter, doppelt geschweifter, goldener Löwe auf, welcher in der linken Vorderpranke einen sechsstrahligen, goldenen Stern empor hebt, und der linke trägt, zwischen zwei rolhen Büffelshörnern, den aufwachsenden Mann des 2. und 3. Feldes, welcher in der Rechten die 456 beschriebenen Blumen einwärts hält und die Linke in die Seite setzt. Die Decken des mittleren Helmes sind schwarz und golden, die des rechten blau und silbern und die des linken roth und golden, und den Schild halten zwei auswärtssehende, doppelt geschweifte, goldene Löwen. — Handzeichnungen, von welchen die eine den Stern im 1. und 4. Felde golden tingirt und die Mütze des Mannes rechts nur mit zwei nach rechts gekehrten Federn besteckt. — Wappenbuch der Oesterr. Monarchie, XIII. 97 und XV. 99. — Supplement zu Siebmachers W.-B., II. 10, X. 6. — Tyroff, I. 15 (der schrägrechte Balken im Mittelschilde ist nicht tingirt, muss aber golden sein). — Zedier, LIX- S. 948. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 114 und 226. — v. Hellbach, IL S. 791. Oesterreich. Heinrich Bernhard v. Wucherer, k. k. Reichshofrath, wurde vom Kaiser Carl VI., 1726, mit dorn Prädicate: Edler von, in den Reichsritterstand, und 1734 mit dem Prädicate: v. Huldenfeld, in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Derselbe stammte aus einem alten, schon 1350 vorkommenden steiermärki- schen und kärnlner Adelsgeschlechte, welches 1661 in Kärnten die Landmannscha ft erlangte. v. Wüllenweber, Freiherren. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Silber ein schräglinker, rother Balken, welcher mit drei aufwärts gekehrten, unter einander gestellten, goldenen Kleeblättern belegt ist; links in Gold ein an die Theilungslinie angeschlossener, halber, schwarzer Adler. Auf dem Schilde steht eine siebenperlige Freiherrenkrone, auf welcher sich zwei gekrönte Helme erheben. Der rechte Helm trägt einen offenen, schwarzen Adlersflug, zwischen welchem an einem langen grünen Stiele aulrecht ein goldenes Kleeblatt steht, und aus dem linken Helme wächst ein einwärtssehender, schwarzer Adler auf. Die Helmdecken sind rechts roth und silbern, links schwarz und golden. — Wappenbuch des Königreichs Hannover, B. 7, mit zwei auswärtssehenden, silbernen Widdern mit goldenen Hörnern als Schildhaltern. — Tyroff, IL 20 (die drei Kleeblätter sind silbern und der Flug auf dem rechten Helme roth). — Wappenhuch der Preuss. Rheinprovinz, S. 119 und Tab. CXXXI. — Freiherr v. d. Knesebeck, S. 306. 457 Hannover. Der Reichspostmeister Heinrich Joseph v. Wüllenweber erhielt vom Kaiser Joseph II., 2. Mai 1781, den Reichs- Freiherrenstand, und das Freiherrendiplom wurde in Hannover, 31. März 1840, amtlich publicirt. Die Familie gehört im Königreich Hannover zu dem ritterschaftlichen Adel des Ilerzogtlmms Aremberg- Meppen und besitzt das Gut Lotten im genannten Herzogthum. In die Adelsmatrikel der preussischen Rheinprovinz ist in die Classe der Freiherren eingetragen Freiherr v. Wüllenweber zu Millendonk (im Jan. 1834). — Maria Franz Carl Joseph Freiherr v. Wtlllen- weber wurde 1846 Capitain im k. hannöv. 5. Inl'anteric-Regimente. v. Würzburg, Würtzburg, Freiherren. Im goldenen Schilde das links gekehrte Brustbild eines alten Mannes in schwarzer Kleidung mit getheillem, silbernem Halskragen. Derselbe trägt einen vorstehenden, starken, grauen Bart, schwarzgraues, lockiges Haar und eine ungarische, schwarze Miilze mit silbernem, vorn getheillem, hinten spitz zulaufendem Ueberschlag. An dem nach rechts und unten herabhängenden Zipfel der Mütze ist ein sechsstrahliger, rother Stern angeheftet. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, welcher einen Bfauenschweif trägt, aus dem rechts wie links zwei Straussenfedern unter einander hervorkommen, von welchen die obere rechts und die unlere links schwarz, die obere links und die untere rechts aber golden sind. Die Ilelm- decken sind golden und schwarz. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 50.— v. Wölckern, 4. Abth. — v. Hefner, II. 69 und S. 64 (der Pfauenspiegel auf dem Helme besteht aus fünfzehn Federn, je fünf in drei Reihen, und von den Straussenfedern sind auf der Abbildung die obere rechte und untere linke golden, die untere rechte und obere linke aber schwarz). — Siebmacher, I. 105 (die „Declaration" sagt, dass die Straussenfedern schwarz und golden abgetheilt sind). — Hattstein, II. S. 576—579. Tab. 6 (gieht den Stern an der Mütze schwarz an und tingirt von den Straussenfedern die obere rechts und die untere links golden, die obere links und untere rechts aber schwarz). — Salver, Proben des deutschen Adels, S. 660 und 714 etc. — v. Mediug, III. S. 767 und 768 (zunächst nach Salver). — Supplement zu Siehmachers W.-B., IV. 29. — Tyroff, N. Adel. Wappen-Werk, I. 102. — Hünn, 4 58 I. S. 48. — Gaulie, I. S. 2968. — Zedier, LIX. S. 1400-1403. — Biedermann, Geschleehtsregister der Ritterschaft des lübl. Ortes Gebürg, Tal). 278—284. — v. Lang, S. 271 und 272. — v. Hellbach, II. S. 792 und 793. — Genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1848. S. 409, 1855. S. 707 und 708, 1856. S. 792 und 1857. S. 890, unter Berufung auf 1855. Bayern, Oldenburg. Johann Carl v. Wtlrtzburg, k. k. inner-österreichischer Geh. Bath und Hof-Vice-Canzler, wurde vom Kaiser Leopold L, laut Diploms d. d. Wien, 3. Jan. 1672, in den erbländisch-österreichischen Freiherrenstand erhohen. — Sehr altes fränkisches Adelsgeschlecht, welches den Namen von dem schon zur Zeit des Herzogs Erich von Franken erbauten Schlosse Virteburg, dem nachherigen Wiirzhurg, erhalten hat und später zu den reichs- ritterschaftlichen Cantonen am Gebirg gehörte. Glieder des Geschlechts werden schon unter den Genossen mehrerer im 12., 13. und 14. Jahrhundert gehaltenen Turniere genannt, und Conrad v. Würzburg kaufte 1359 Rothenkirchen und Pressig. Die ununterbrochene Stammreihe fängt mit Hans v. W. an, welcher um 1372 lebte. Vom Sohne desselben, Dietrich, um 1418, stammte Heinrich, um 1452, und von demselben entspross Conrad, um 1480, Herr auf Mitwiz, Meckenhausen und Däuenstein. Die Söhne des Letzteren: Friedrich, Hieronymus und Dietrich, stifteten die Linien zu Meckenhausen, Däuenstein, Mitwiz, Rothkirchen etc., von welchen die Mitvvizer Linie noch blüht. Die letztere, von Dietrich v. W., gest. 1529, vermählt mit Sibylle v. Wallenfells, gestiftete Linie steigt von Johann Veit (L), wie folgt, bis auf die neueste Zeit herab: Johann Veit (L), gest. 1610, fiirstl. Bambergscher Hauptmann zu Rosenberg und Cronach; Gemahlin: Margaretha v. Ebeleben. — Jobann Veit (IL), gest. 1647, Herr auf Mitwiz und Botbenkirchen; Gemahlin: Sophia Magdalena Gross v. Trockau. — Johann Veit (III.) Freiherr, gest. 1703; Gemahlin: Maria Cordula Freiin v. Redtwitz. — Johann Ludwig, gcb.-1688; erste Gemahlin: Maria Christina v. Küns- perg, zweite Gemahlin: Anna Sophia Schilling v. Canstadt. — Johann Carl Philipp Veit (I.), geb. 1715, gest. 1790, Herr auf Mitwiz, k. k. Kämmerer und Oberst, später Generalissimus der Republik Venedig; Gemahlin: Maria Theresia Anna Liobe Freiin Greinenden v. Vollraths, geb. 1732. — Johann Carl Philipp Veit (II), geb. 12. Aug. 1819, Herr auf Ober- und Unter-Mitwiz, k. bayer. Geh. Rath, Kämmerer und Oberappellationsgerichts-Präsident; Gemahlin: Johanna Franzisca Freiin v. Guttenberg, geb. 13. Jan. 1763, gest. 5. Nov. 1821. — Von Letzterem stammt Joseph Franz Lothar Freiherr v. Würtzburg, geh. 1784, Herr auf Ober- und Unter-Mit- wiz, Burggraf zu Ilaig, Ilohlach, Walkershofen, k. k. Kümmerer und erhliind. Reichsrath der Krone Bayern, vermählt 19. Jan. 1808 mit Caroline Freiin v. Mauchenheim, genannt Bechtolsheim. Aus dieser Ehe sind drei Söhne entsprossen: Freiherr Carl, geh. 1809, k. bayer. Kämmerer, vermählt 1839 mit Clara Freiin v. Thünefekl und Ursensolen, geh. 1816; — Freiherr Philipp, geh. 1811, gross- herz. Oldenburg. Ilofmarschall, gewes. k. griech. Rittmeister und Ordonnanz-Offizier des Königs, vermählt 1839 mit Anna, des Baro- nets Sir Edmund Lyons Bickerlon, k. grossbrit. Gesandten zu Athen, Tochter, aus welcher Ehe zwei Söhne leben: Edmund, geb. 1840, und Joseph, geh. 1842, — und Freiherr Ludwig, geh. 1823, k. bayer. Oberlieutenant. — Der lebende Bruder des Freiherrn Joseph ist Freiherr Carl, geb. 1788, k. bayer. Kämmerer. Von dem verstorbenen Bruder, dem Freiherrn Wilhelm, geb. 1794, gest. 1853, grossherzogl. toscan. Kümmerer, lebt die Wittwe, Franzisca Gräfin v. Seinsheim, geh. 1805, und ein Sohn, Carl, geh. 1833, k. k. Lieutenant in der Armee. v. Wulffen, Freiherren. Im blauen Schilde auf grünem Boden ein an der linken Schildesseite befindlicher, grüner Busch, aus welchem ein Wolf von natürlicher Farbe bis über die Leibesmitte nach rechts hervorspringt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem der Wolf des Schildes rechtssehend hervorwächst. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften. —• Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 50. — v. Hefner, II. 69 und S. 64 (der Wolf schwarz, doch ist in der Beschreibung angegeben, dass derselbe auch von natürlicher Farbe vorkomme). — Tyroff, I. 39: Freiherr v. Wulffen, k. preuss. Major (der Hehn ist mit einer fiinfperligen Krone gekrönt, und die Helmdecken sind grün und silbern). — Siebenkees, I. S. 74 und 75. — Gauhe, I. S. 2925 und 2926. — v. Lang, S. 272. — v. Ilellbach, IL S. 793. — N. Preuss. Adelslexicon, IV. S. 357 und 358. — Genealog. Taschenbuch der freiherrl, Häuser, 1856. S. 791 und 792 (der Schild ist silbern, der Busch als natürlicher Busch mit hervorragendem, dürrem Zweige, 460 lind die Heinidecken sind grün und silbern angegeben), und 1857. S. 890. Bayern. Altes, Preussen, den Marken, dem llalberstüdtischen, Magdeburgischen und Anhaltischen angehörendes Adelsgeschlecht, welches früher auch unter dem Namen: Wulff vorkam, und aus welchem mehrere Sprossen in der preuss. Monarchie zu hohen Ehren- steilen gelangt sind. — Friedrich Leopold Freiherr v. W., ehemaliger fürstl. Passauischer Oberstallmeister und Hofkammerrath, dessen Freiherren-Prädicat, wie v. Lang (Adelsbuch des Königreichs Bayern, S. 272j angiebt, bis auf den Urgrossvater zurück erprobt war, wurde am 11. Sept. 1813 von dem Könige Maximilian I. Joseph von Bayern in der freiherrlichen Würde bestätigt und in die k. bayerische Adelsmatrikel als Freiherr eingetragen. Derselbe, ein Sohn des aus dem Hause Neindorf im Fürstenthume Halberstadt stammenden Christoph Levin Freiherrn v. W. aus der Ehe mit Helena v. Geusau, war 1780 in fürstl. Passauische Hof- und Staatsdienste getreten, wurde aus diesen als Oberst-Stallmeister nach erfolgter Säcularisation des Hochstifts Passau, in den k. bayerischen Staatsverband aufgenommen und starb 1815 zu München. Aus der Ehe desselben mit Clara v. Riedl ist entsprossen Friedrich Freiherr v. Wulften, geb. 28. Febr. 1790, k. bayer. Kämmerer und erster Präsident des Ober-Appellations-Gerichts zu München, vermählt 1818 mit Luise v. Hennebrith - llenneberg. Aus dieser Ehe stammen, neben zwei Töchtern, Wilhelmine, vermählter Freifrau v. Perfali, und Luise, vermählter Gräfin v. Hundt, vier Söhne, die Freiherren: Friedrich, geb. 1824, k. bayer. Kammerjunker und Staatsanwalt bei dem Kreis- und Stadtgerichte zu München; Carl, geb. 1824, k. bayer. Kämmerer und Erzieher des Herzogs Carl in Bayern; Emil, geb. 1828, k. bayer. Oberlieutenant, und August, geb. 1834. — Die Schwester des Freiherrn Friedrich, Josephine, ist mit dem k. bayer. Kämmerer und Ober-Appellations-Gerichts-Ralhe Anton Freiherrn v. Pfetten-Nieder-Arnbach vermählt. Wunsehheim v. Lilienthal, Ritter. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Gold ein nach der rechten Seite aufgerichteter, rother Löwe; links in Roth ein schrägrechter, goldener Balken. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte 461 Helme. Aus dem rechten Helme wächst einwärtssehend der Löwe der rechten Schildeshälfte auf, und der linke trägt einen die Sachsen einwärts kehrenden, halb geschlossenen, rothen Adlersilug. Jeder der beiden Flügel ist mit einem schrägrechten, goldenen Balken belegt. Die Decken beider Helme sind roth und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Mühlfeld, S. 153. — v. Hellbach, II. S. 794 (die Erhebung in den Bittersland ist irrthtlmlich nur als Nobilitirung angeführt). Oesterreich. Wenzel Wunschheim, Advocat zu Eger, wurde vom Kaiser Franz IL, 25. Febr. 1797, „wegen Vertheidigung der Hechte der Krone Böhmen", mit dem Prädicate: v. Lilienthal, in den erh- ländisch-österreichischen Bitlerstand erhoben. — Der Stamm ist forlgesetzt worden, und nach den neuesten Jahrgängen des Militair- Schematismus des österreichischen Kaiserthums stehen drei Sprossen des Geschlechts, Wilhelm, Adolph und Johann Wunschheim Bittei' v. Lilienthal, in der k. k. Armee. v. Wunster. Im silbern eingefassten, blauen Schilde ein nach der rechten Seite aufspringender, silberner Hirsch mit zelmendigem Geweihe. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem der Hirsch des Schildes aufwächst. Die Helmdecken sind blau und silbern. — Abdrücke von I'etschalten. — Wappenbuch der Preuss. Monarchie, IV. 98. — N. Preuss. Adelslexicon, V. S. 488. Preussen. Jobann Jacob Wunster, Gutsbesitzer in Schlesien, wurde vom Kaiser Leopold IL im Jahre 1791 in den Beichsadels- sland erhoben (Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 496), und diese Erbebung vom Könige Friedrich Wilhelm II. von Preussen für das Königreich Preussen anerkannt. v. Wussow. Im silbernen Schilde über drei blauen, neben einander aufgerichteten Neunaugen ein halber, mit den Hörnern nach oben gelegter, goldener Mond mit Gesicht, über welchem drei sechsslrahlige. 462 goldene Sterne so schweben, dass der eine in der Mitte Uber dem Monde steht, die anderen aber etwas hoher, rechts und links, erscheinen. Auf dem Schilde steht ein Ilelm, welcher drei Straus- senfedern, blau, silbern, blau, trägt. Die Hehndecken sind blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Pommersches Wappenbuch, II. S. 124 und Tab. X'LDV und ein Urkundensiegel aus dem 16. Jahrhundert auf Tab. XLVII, welches, wie ein anderes, über den Neunaugen nur die Sterne zeigt. — Siebmacher, V. 168, giebt im getheilten, silbernen Schilde oben drei Sterne über einem goldenen Monde und unten drei über einander liegende Neunaugen an, und so zeigen auch Abdrücke von älteren Petschaften das Wappen. — Micrael, VI. S. 547. — Gauhe, I. S. 2968 und 2969: v. Wilssow. — Zedier, LIX. S. 1408. — Brüggemann, I. 181. — v. Hellbacib, II. S. 793. — N. Preuss. Adelslexicuii, IV. S. 358. Preussen. Unter dem Namen v. Wussow kommen in der heraldisch-genealogischen Literatur zwei Familien vor, von welchen die eine mit der Bezeichnung: v. Wussow in Vorpommern, die andere mit der Bezeichnung: v. Wussow im Lauenburg-Bittowschen Kreise aufgeführt wird. Iiier ist von letzlerer die Bede, welche das oben beschriebene Wappen führt und seit Ende des 15. Jahrhunderts im Lauenburgschen erscheint. Claus v. W. kommt 1492 kundlich vor, und Martin, Gregor, Hans und Jacob v. W. wurden 1527 mit dem belehnt, was ihre Väter, Claus und Zeske, Gebrüder v. W., in Wussow und Jassende besessen hatten. Ueber den weiteren Besitz der Familie geben die Nachweise zu dem Hommerschen Wappenbuche Auskunft. •—- Die Familie v. Wussow in Vorpommern ist mit dem Erblandmundschenken Philipp Otto Ludwig v. Wussow 26. März 1804 iin Mannsstamme erloschen. Das Wappen dieser Familie war im silbernen Schilde ein halber, rechts gekehrter, ro- ther Hirsch mit einem zehnendigen Geweihe, welcher sich auf dem gekrönten Helme mit rolh-silbernen Decken wiederholte (Pommersches Wappenbuch, IL 8. 118—123 und Tab. XLlVj. Vermuthlich war diese Familie eine der eingeborenen Pommerns und dieselbe gehört zu den Geschlechtern, welche in den ältesten, noch erhaltenen Urkunden genannt werden. Schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts stand dieser Familie ein bedeutender Grundbesitz um Stettin zu, über dessen Bestand in den folgenden Jahrhunderten die Nachweise zu dem Hommerschen Wappenbuche Näheres ergeben. — Der Prediger Steinbruck hat in einer handschriftlichen Beschreibung des Geschlechts v. Wussow zu beweisen gesucht, dass die v. Wus- 403 sow im Lauenburg-Bütowschen Kreise eines Stammes mit denen v. Wussow in Vorpommern wären, und dass vor 1500 kein Siegel derselben mit dem halben Hirsche vorkomme, doch erwähnt Bag- mihl ein Siegel Heinrichs v. W. von 1471, welches den halben Hirsch zeigt. Das N. Preuss. Adelslexicon ist in Steinbrucks Meinung eingegangen und sagt: die v. Wussow theilen sich in zwei Linien, in die in Vorpommern zu Curow etc. und in die im Lauen- hurgschen Kreise. Als übrigens die Gitter der v. Wussow in Vorpommern auf dem Fall standen, suchte der Tribunals- und Landrath Georg Christoph v. W., Herr auf Viezig, Landechow, nebst Anthcilen in Krampkewilz und Klein-Wunneschin, 1772 bei dem Konige Friedrich II. von Preussen um die Belehnung mit jenen Gütern nach, und es wurde namentlich der in der Lauenburgsehen Familie zuerst erscheinende Nicolaus v. W. als Sprosse der vorpommerschen aufgeführt. Dem Gesuche wurde aber nicht gewillfahrt, wahrscheinlich der verschiedenen Wappen wegen und weil die Lehnbriefe der einen Familie die andere nicht erwähnen. Ueberdies waren einige von den vom Landrathe v. W. eingesendeten Lehnbriefen, die Näheres beweisen sollten, durch Fahrlässigkeit eines Justizbeamten verloren gegangen. — Der k. preuss. Generallieulenant v. W. ist jetzt Schlosshauptmann von Stolzenfels. Zech y . Deybach, Freiherren v. Sulz. Schild quer getheilt: oben in Silber ein auf der Theilungslinie aufstehender, gekrönter, rother Doppeladler; unten in Roth eine aus dem Schildesfusse bis an die Theilungslinie aufsteigende, gebogene, silberne Spitze und drei (2 und 1) sechsstrahlige, goldene Sterne, von welchen zwei, der eine rechts, der andere links, neben einander im Roth stehen, während der dritte in der Mitte der Spitze steht. Auf dem Schiide stehen drei gekrönte Helme. Der mittlere trägt fünf neben einander stehende, wechselsweise roth und silberne Straussenfedern, die beiden äusseren und die mittlere sind sonach roth, die zweite und vierte silbern. Auf dem rechten und linken Helme steht ein die Sachsen einwärts kehrender Adlersflügel. Der Flügel auf dem rechten Helme ist von Silber und Roth, der auf dem linken Helme von Roth und Silber quer getheilt und jeder Flügel mit einem sechsstrahligen, goldenen Sterne belegt. Die 464 Decken sämmtlicher Helme sind roth und silbern. — Wappenbucli des Königreichs Bayern, IV. 52. — v. Hefner, IF. 70 und S. 63 (die in der unleren Schildeshälfte aufsteigende Spilze ist nicht gebogen, sondern gerade), IV. 23 und S. 19 (die Spilze ist gebogen). — v. Lang, S. 273, und Supplement, S. 82. — v. Hellbach, II. S. 809. — Geneal. Taschenbuch der freih. Häuser, 1854. S. 594 und 595, und 1857. S. 891 und 892 (der Doppeladler in der oberen Schildeshälfte ist golden bewehrt angegeben, und vom Stammwappen ist gesagt, dass dasselbe in einem von Roth über Silber quer gelbeilten Schilde drei [2 und 1] goldene Sterne zeige, der gekrönte Helm aber trage einen offenen, rechts rothen, links silbernen Flug, je mit einem goldenen Sterne). Bayern, Oesterreich. Constantin Zech v. Deybach, früher des Erzherzogs Sigmund Franz Rath und Zahlmeister, später vorderösterreichischer Hofkammerrath, Oberst-Forst-Inspector und Oberbeamter der Markgrafenschaft Burgau, wurde vom Kaiser Leopold I., laut Diploms d. d. Wien, 12. März 1677, mit dem Prädicate: Zech v. Deybach, Freiherr v. Sulz, in den Reichs-Freiherrenstand erhoben. Als Stammvater des Geschlechts nennt v. Hefner den Adam Zech, welcher um 1550 Stadtschreiber in Augsburg wurde. Nach dem eben genannten Schriftsteller gelangte die Familie durch Vermählung mit Geschlechtern der Reichsstadt Augsburg 1585 in die Meh- rere-Gesellscbaft und 1629 in das Patriciat; das genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser aber giebt ein Adelsdiplom vom Kaiser Rudolph II. von 1584 für Adam Zech, Herrn v. und zu Deybach in Tirol, an und fügt hinzu, dass die Familie in die tiroler Adelsmatrikel 1678 aufgenommen worden sei. Die Familie blühte in zwei Linien fort, in der Linie zu Hart und zu Deybach. Die Linie zu Hart ist neuerlich mit Joseph Maria Freiherrn Zech v. Deybach, Freiherrn v. Sulz, geb. 1758, k. bayer. quiesc. Oberpfleger von Westerndorf, ausgegangen. Von der Linie zu Deybach waren nach v. Lang drei Brüder in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen: Freiherr Rudolph Franz Xaver Maria, geb. 1774, Freiherr Johann Baptist, geb. 1784, k. bayer. Gensdarmerie-Oberlicute- nant (später k. bayer. Major a. D.), und Freiherr Ferdinand lgnaz, geb. 1786, k. bayer. Rittmeister (später k. bayer. Kämmerer und Generalmajor a. I).). Von diesen drei Brüdern bat Johann Baptist Zech v. Deybach, Freiherr zu Sulz, gest. 1854, Herr und Landmann in Tirol, k. bayer. Major a. IL, den Stamm fortgepflanzt, aus der Ehe mit Johanna Freiin v. Raesfeldt, geb. 1796, ist nämlich ent- 465 sprossen: Ludwig Zech v. Deybacli, Freiherr zu Sulz, geb. 1825, k. bayer. Kammerjunker und Oberlieutenant in d. A. Der Bruder des Freiherrn Johann Baptist, Freiherr Ferdinand, lebt, wie erwähnt, als k. bayer. Kämmerer und Generalmajor a. D. Zech v. Zehendfeld, Hilter. Schild der Länge nach gelheilt: rechts von Schwarz und Gold viermal schräglinks gestreift; links in Blau ein nach der rechten Seite aufspringender, goldener Lowe. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Der rechte Hehn Irägl einen die Sachsen einwärts kehrenden Adlerstlügel, welcher, wie die rechte Schildeshälfte, von Schwarz und Gold viermal schräglinks gestreift ist, und aus dem linken Helme wächst der Löwe der linken Schildeshälfte auf. Die Decken des rechten Helmes sind schwarz und golden und die des linken blau und golden. — Handzeichnung. — Megerle v. Mühlfeld, Ergänzungsband, S. 227. — v. Hellbach, II. S. 809. Oesterreich. Daniel Zech, k. k. Rath und Hofcontroleur, wurde vom Kaiser Carl VI., 1733, mit dem Prädicate: Edler v. Zehendfeld, in den Reichs-Rilterstand erhoben. v. Zerzog auf Nairitz. Schild von Roth und Silber quer getheilt mit einem aus der unteren Schildeshälfte in die obere aufrecht aufsteigenden, gefiederten, goldenen Pfeile, welcher unten, im Silber, von zwei neben einander stehenden, blauen Jacohsmuscheln, der einen rechts, der anderen links, begleitet ist. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Ilelm, aus welchem ein vorwärtssehender, roth bekleideter Mann mit silberner, den Zipfel links kehrender Mütze aufwächst, welcher in der Rechten den Pfeil des Schildes, sich zugekehrt, hält und die Linke in die Seite setzt. Die Helmdecken sind roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 62. — v. Ilefner, II. 155 und S. 124 (theilt den Schild quer von Blau und Gold, tingirt die Jacobsmuscheln roth und setzt an die Kleidung des Mannes auf dem Helme einen silbernen Kl agen IV. 30 466 und silberne Aulschlage. — v. Lang, Supplemente, S. 152. — v. Hellbach, II. S. 816. Bayern. Wilhelm Christian Zerzog (geb. 1769), herzogl. Saehsen-Coburgscher Landrath und Besitzer der im Königreiche Bayern liegenden Landgüter Nairitz und Zeulenrielh, wurde vom Könige Maximilian I. Joseph, 10. Mai 1819, in den Adelsstand des Königreichs Bayern erhoben und in die Adelsmatrikel des genannten Königreichs eingetragen. v. Zeutsch, Im silbernen Schilde ein mit drei Speichen versehenes Stück eines mit den Felgen nach oben gekehrten, bolzfarbenen Bades. Auf dem gekrönten Helme wiederholt sich das Bad des Schildes. Die Ilelmdecken sind blau und silbern. — Abdrücke von Petschaften. — Siebmacher, I. 148: v. Zeutsch, Thüringisch (die „Decla- ration" sagt: ein weisser Schild, das Bad darin holzfarben. Auf dem Helme desgleichen. Die Helmdecke weiss und blau).— Gaulle, I. S. 2992 und 2993. — Zedier, LXI. S. 888 und 889. — v. Hellbach, II. S. 812 und 813. Sachsen. Altes, thüringisches, meissnisches und sächsisches Adelsgeschlecht, welches auch Zeitsch, Zeuzsch, Zcitschjund Zoitsch geschrieben wurde und aus welchem Heinrich v. Z. 1229 als des deutschen Ordens Spittler in Preussen vorkommt. — Im Allgem. Anzeiger der Deutschen (1819. No. 69) wurde angefragt, ob von der Familie v. Zeutsch, aus welcher die Gemahlin des Fürsten Johann Ludwig von Anhalt-Zerbst, Grossmutter der Kaiserin Catharina II. von Bussland, stamme, noch ein Zweig blühe, doch ist eine Antwort auf diese Frage nicht erfolgt. Der genannte Fürst von Anhalt-Zerbst hatte sich nämlich 1687 mit Christiane Eleonore v.Zeutsch, geb. 5. Juni 1666, Tochter des aus Thüringen stammenden George Vollrath v. Z., vermählt, welche ihm lünf Söhne und zwei Töchter gebar, 7. Jan. 1698 in den Beichsfürstenstand erhoben wurde und schon 16 Monate darauf, am 17. Mai 1699, starb. — Caspar Heinrich v. Z. war um 1732 kursärhs. Oberst, und August Siegmund v. Z. knrsächs. Lieutenant. Letzterer stieg später bis zum kursächs. General-Lieutenant der Cavallerie und Geh. Kriegspräsidenten, und mit ihm scheint der alte Stamm ausgegangen zu sein. 467 Ziegler v. Pürgen. Im silbernen Schilde ein von Roth lind Schwarz bald rechter, bald linker gespaltener (der Länge nach getheilter) Schrägbalken (Höchenkirchner, s. unten). Anl' dem Schilde stellt ein gekrönter Helm, welcher einen Ilermelingestülpten, gekrönten und mit drei Straussenfedern, silbern, blau, silbern, besteckten, schwarzen Spitzhut trägt. Die Helmdecken sind blau und silbern. Wie angegeben, hat v. Hefner, II. S. 125: Ziegler v. Dörgen, dieses Wappen beschrieben und die Bemerkung hinzugesetzt, dass die blau und silbernen Federn und die Decken von den Höchenkirchnern (s. unten) nicht geführt, sondern erst den v. Ziegler beigelegt worden sind. Diif Abbildung, Tab. 155, zeigt einen rechten Schrägbalken. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 63: v. Ziegler auf Pürgen (der Balken im Schilde ist ein schräglinker Balken und der Helm trägt einen nicht gestülpten und nicht gekrönten, wohl aber mit den erwähnten drei Straussenfedern besteckten, schwarzen Spitzhut). — v. Lang, Supplement, S. 152, und v. Hellbach, IL S. 821: v. Ziegler auf Bürgen. Bayern. Thaddaeus Ziegler, k. bayer. Hofrath und Inhaber der Hofmark Pürgen, wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 29. Nov. 1819, zugleich mit Beilegung des Wappens der erloschenen bayerischen Höchenkirchner v. Iffeldorf und Pürgen, in den Adelsstand des Königreichs Bayern erhoben. Derselbe stammte aus einer ursprünglich oberösterreichischen Familie und seine Vorfahren hatten durch mehrere Generationen das Pllegamt zu St. Maitin in Oherösterreich inne gehabt. Die Letzte des Geschlechts in Bayern hat sich miL dem Herausgeber des Neuen Siehmacherschen Wappenbuches, D. Otto Titan v. Hefner, dessen Name, unter Berücksichtigung seiner Angaben, in allen vier Bänden dieses Werkes so oft genannt worden ist, vermählt. v. Ziegler auf Schönstett und Stephanskirchen. Im rothen Schilde auf einem gebogenen, grünen Lorbeerzweige mit dreizehn Blättern, welcher von rechts und unten nach oben und links sich kehrt und unten nach innen zu einen kleineren Zweig mit fünf Blättern treibt, eine nach der rechten Seite sehende, sitzende, silberne Taube, welche den kleineren Zweig im Schnabel 30* 468 hält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, welcher, zwischen zwei Billfelshörnern, von welchen das rechte silbern, das linke roth ist, die auf dem Lorbeerzweige sitzende Taube des Schildes trägt. Die Hehndecken sind roth und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 64: v. Ziegler auf Schönstaedt und Stephanskirchen. — v. Hefner, II. 155 und S. 125: v. Ziegler auf Schönsten etc. (das rechte Horn auf dem Helme ist roth, das linke silbern tingirt). — v. Lang, Supplement, S. 152, und v. Hellbach, II. S. 821: ebenfalls v. Ziegler auf Schönstett. Bayern. Franz Xaver Ziegler, k. bayer. Lieutenant, wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 27. Juni 1819, in den Adelsstand des Königreichs Bayern erhoben. Derselbe, nach v. Hefner ein Neffe des im vorigen Artikel genannten Thaddaeus Ziegler v. Pürgen (die beiden hier besprochenen Familien v. Ziegler sind also eines Ursprungs, aber verschiedenen Wappens und Diploms), wurde als intestirler Erbe der Letzten v. Beisenegger zugleich mit derselben 1819 in den Adelsstand erhoben, auch beiden dasselbe Wappen verliehen. — Ueber die Erhebung der Frau v. Beisenegger giebt v. Lang Folgendes an: „Theresia, geborene ßernclo v. Schönreuth, Wittvve des k. bayer. Hofkammerrathes und Landrichters zu Auerbach, Thaddaeus Reissenegger, und Inhaberin der beiden Güter Stephanskirchen und Schönstelt. Diplom von S. M. d. d. 27. Juli (das v. Zieglersche Diplom hat v. Lang als am 27. Juni ausgestellt angegeben) 1819." Das v. Reiseneggersche Wappen findet sich übrigens im Wappenbuche des Königreichs Bayern, VIII. 9, ganz so, wie oben das v. Zieglersche beschrieben worden ist. v. Zielberg (Ziehlberg). Schild geviert mit Mittelschilde. Im goldenen Mittelschilde ein schwarzer Doppeladler. 1 und 4 in Schwarz eine goldene dreiblätterige Krone, durch welche aufrecht ein mit der Spitze nach oben gekehlter, gefiederter, goldener Pfeil gestochen ist; 2 und 3 in Silber ein aus Wolken in der linken Oberecke des Feldes kommender, roth bekleideler Arm, welcher aufrecht einen goldenen Hirtenstab hält. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Hehn, aus welchem nach rechts und links der Hals und Kopf eines schwarzen 469 Doppeladlers hervorbricht, hinter welchem ein vorwärtssehender, bärtiger, mit einem Heiligenscheine umgebener, roth bekleideter Mann aufwachst, welcher auf den Schultern ein rechtssehendes, weisses Lamm trägt, dessen rechte Vorder- und Hinterpfote von seinen Händen vor sich gehalten werden. Die Helmdecken sind rechts schwarz und golden und links roth und silbern. — Abdrücke von Petschaften, doch zeigt ein Allianzwappen, rechts mit v. Mans- berg, am Helmschmucke den Heiligenschein nicht. — Siebmacher, III. 153: Heistermann v. Zielberg, Holsteinisch.— Lexic. over adel. Famil. i Danmark, 1. 41. 100. — Eine alte Zeichnung in Farben mit der Unterschrift: Heistermann v. Zielberg aus dem Hause Hexar, Holsteinisch, tingirt den Pfeil im 1. und 4. Felde silbern, setzt auf den Helm einen von Schwarz, Silber, Roth, Gold und Schwarz gewundenen Wulst und auf diesen eine Krone und giebt den Helm- schmuck wie oben beschrieben, die Helmdecken aber rechts roth und silbern und links schwarz und golden. — Tyroff, I. 249. — Siebenkees, I. S. 211 und 212. — Zedier, LXII. S. 62S. — Falke, Entwurf einer Histor. Corv. dipl., S. 45. — v. Hellbach, II. S. 822. Preussen, Hannover. Ein ursprünglich aus dem llerzog- thum Geldern stammendes Adclsgeschlecht, welches schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts zu dem Lehnhofe des Fürstenthums Corvei gehörte und welches besitz in der Stadt Höxter, so wie zu Brackel im Paderbornschen, erwarb. — Siebenkees hat (a. o. a. 0.) folgende Abstammung gegeben: Georg Heinrich v. Z.; Gemahlin: Anna Margaretha v. Brüning. — August Friedrich v. Z.; Gemahlin: Susanna Sidonie v. Hagen. — Heinrich Christian v. Z.; Gemahlin: Antoinette Dorothea Philippine v. Wrede. — Georg Ernst v. Z., herzogl. braunschweig. Hauptmann; Dietrich Ferdinand und Dietrich Adolph v. Z., holländ. Hauptmann, Gebrüder. Zienast (Ziennast) v. Hardy, Bitter. Schild der Länge nach getheilt: rechts in Blau auf grünem Boden ein vorwärtssehender, silbern geharnischter Mann, dessen offener Helm mit drei rothen Straussenfedern besteckt ist und welcher, die Linke in die Seite setzend, in der erhobenen Rechten ein Schwert mit goldenem Griffe nach oben und einwärts hält; links in Gold auf grünem Boden ein einwärts gekehrter Eichen- 470 stamm, welcher Aeste und Blatter, rechts und links, dreimal über einander treibt. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Auf dem rechten Helme ruht einwärts gekehrt mit gekrümmtem Ellbogen ein silbern geharnischter Arm, welcher in der Faust ein Schwert nach oben und rechts schwingt, und der linke Helm trägt drei Straussenfedern, blau, golden, blau. Die Decken beider Helme sind blau und golden. — Handzeichnung und handschriftliche Notizen. — Megerle v. Muhlfeld, II. 500: Ziennast v. Hardy, und v. Hellbach, II. S. 8'22: Zienast v Hardy. Oesterreich. Johann Georg Zienast, k. k. Oberst im In- fanterie-Regimente Prinz v. Coburg, wurde Vom Kaiser Franz I. von Oesterreich, 1. Mai 1807, mit dem Prädicate: v. Hardy, in den erbländisch-österreichischen Rilterstand erhoben. — Megerle v. Mühlfeld (a. a. 0.) und nach demselben v. Ilellbach haben diese Erhebung als Erhebung in den Adelsstand angeführt, doch ist, wie schon die auf dem Schilde stehenden zwei Helme zeigen, welche in der Regel bei österreichischen Familien auf den Ritterstand hindeuten, wohl anzunehmen, dass die obigen handschriftlichen Notizen entnommenen Angaben über den, der Familie verliehenen Ritterstand richtig sind. Zindt (Zündt) v. Kenzingen (Kentzingen), Freiherren. Int goldenen Schilde die Hälse und Köpfe dreier (2 und 1) linkssehender, schwarzer Hirsche mit zelinendigem Geweihe. Den Schild bedeckt eine alte königliche, ledige Krone. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 53: Zindt v. Kenzingen, Freiherren.— v. Hefner, II. 70 und S. 65: ebenfalls Zindt v. Kenzingen, Freiherren (und ganz, wie das Wappenbuch des Königreichs Bayern, nur sind die Geweihe achtendig und auf dem Schilde steht eine siebeuperlige Krone, ebenfalls ledig, doch hat v. Ilefner nach einem in seinem Besitze befindlichen, im 30jährigen Kriege mit der Unterschrift: „Christoff Zindt v. Kentzingen, kurfsll. Durch!, in Bayern Obrister", 27. April 1634 ausgestellten Brandschatzungsbriefe des Klosters Staingaden das vollständige Wappen des Geschlechts geben können. Dasselbe zeigt im Schilde die Hälse und Köpfe dreier [2 und 1] rechtssehender, achtendiger Hirsche [die angegebenen Tincturen: in Gold schwarz, dürften auf dem Siegel wohl nicht zu 471 sehen sein]. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm mit Decken, aus welchem ein rechtssehender, schwarzer Hirsch aufwächst). — Supplemente zu Siehmachers Wappenbuche, IV. 29: Zindt v. Ken- zingen (ganz wie oben angegeben). — ßucelini, I. S. 347. — Gauhe, 1. S. 3010: Zindt v. Kenzingen (nach ßucelini und Bürgermeister, vom schwäbischen Reichsadel). — Zedier, LXH. S. 862—867. — v. Lang, S. 274: Zttndt Freiherren v. Kenzingen. — v. Hellbach, H. S. 825: Zindt v. Kentzingen, Zitndt. Bayern. Alles, ursprünglich schwäbisches Adelsgeschlecht, welches dem unmittelbaren reichsl'reien Adel in Schwaben des Orts an der Donau zugezählt wurde und dessen Stammreihe Bucelini mit Jacob Zindt v. Kenzingen, welcher um 1550 lebte, beginnt. Zu den Nachkommen desselben gehörte Caspar Zindt v. K. (s. oben), welcher im 30jährigen Kriege, unter dem Kurfürsten Max I. von Bayern, ganze Compagnieen auf eigene Kosten aufstellte. Der Sohn desselben, Hans Conrad Z. v. K., kurbayer. Kämmerer, Hofrath und Pfleger zu Mindelheim, wurde von dem Kurfürsten Max Emanuel von Bayern, laut Diploms d. d. München, 6. Mai 1686, in den Freiherrenstand erhoben, und ein Ur-Ur-Enkel desselben, Max Wilhelm Alexander Z. Freiherr v. K., geb. 1791, in k. bayer. Militaii- diensten, wurde in die Adelsmalrikel des Königreichs Bayern eingetragen. Zuylen v. Nyevelt (Zuylen van Nyevelt), Freiherren. Im silbernen Schilde drei (2 und 1) rothe Cylinder, welche oben und unten eine gleichfarbige, die Seiten der Cylinder überragende Stufe haben. Auf dem Schilde steht eine fiinlperlige Krone und auf dieser ein gekrönter Helm, aus welchem der Hals und Kopf eines rechtssehenden, mit Hermelin belegten, silbernen Drachen mit ausgeschlagener, dreispitziger Stachelzunge aufwächst. Die Helmdecken sind rolh und silbern und den Schild halten zwei einwärtssehende, goldene Greife. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IV. 55: Zuylen v. Nyevelt, Freiherren. — v. Hefner, 11. 70 und S. 65: v. Zuylen van Nyevelt, Freiherren (nennt die Bilder des Schildes geschnitzte, rothe Träger, giebt durch Abbildung eines älteren Wappens der Familie an, dass sonst die Form der Schildesbilder cbaracteristischer gewesen sei, als jetzt, wo nur rothe Cy- 472 linder mit einem Wulste an jedem Ende geführt würden, und setzt noch hinzu, dass in neuerer Zeit der Drache auf dem Helme auch mit Hermelinschwänzen belegt gefunden werde). — v. Lang, S. 274, und v. Hellbach, IL S. 836: v. Zuylen v. Nyevelt. — Geneal. Taschenbuch der freiherrl. Häuser, 1854. S. 599 und 600, 1855. S. 720, und 1857. S. 903 und 904 (die Wappenbilder sind als rubinfarbene Säulen gegeben und vom Drachen ist gesagt, dass derselbe mit blauen Hermelinschwänzen getigert und silbern sei und dass aus ihm ein blutiger Stachel hervorgehe). Bayern. Altes, niederländisches Adelsgeschlecht, aus welchem Jacques van Zuylen de Vecht, Herr auf Blickenhnrg, Zevender und Haag-Nemrock, sich 1352 mit der Erhtochter Christine Gräfin v. Nieuvelde vermählte und nach dem Antritte der Herrschaft Nieu- velde letzteren Namen dem seinigen beifügte. Die Sprossen des Geschlechts bekleideten bedeutende Aemter in den Niederlanden und kommen nach v. Lang (a. a. O.) namentlich als Posldirectoren zu Gent vor, besonders hervorragend tritt aber Steven van Zuylen v. Nuyvelt auf, welcher 1527 Grossmeister des Deutschherrn-Oi'dens wurde. — Guillaume van Zuylen v. Nuyvelt, Herr auf Scharetsber- gen, erhielt 1418 die Marschallwürde des Bisthums Utrecht und stiftete die holländische Linie des Geschlechts, Jacques Guislin aber, Herr auf Nuyvelt und Noevelaken etc., welcher mehrere Güter in Flandern erwarb, die sog. belgische Linie. Aus der letzteren Linie stammte Franpois Xavier Guislin v. Zuylen v. Nuyvelt, k. preuss. Kammerherr, welcher seinen Aufenthalt in Deutschland nahm und sich mit Octavie Gräfin v. Jenison- Walworth vermählte. Derselbe erhielt später, wie das genealog. Taschenbuch der freiherrl. Häuser angiebt, das bayerische Indigenat und wurde, nach vorgelegtem Stammbaume und geprüfter Adelsurkunde, vorschriftsmässig in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern als Freiherr eingetragen, v. Lang nennt denselben nach der Adelsmatrikel Franz Xaver Claus Gislerius v. Z. v. N., geb. 1764, fürstl. Thum und Taxisscher Hof- cavalier und Johanniter-Ordens Ritter, giebt an, dass derselbe vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern durch Diplom vom 29. Aug. 1815 als bayerischer Freiherr anerkannt worden sei, und lügt hinzu, dass der ältere Bruder, Maire in Gent, die Baronie Haar und Irschot (Ischot) besitze, eine jüngere Linie aber gräflich sei. — Von dem Freiherrn Franz Xavier Guislin stammt Alexander Freiherr von Zuylen van Nyevelt, geb. 5. Mai 1804, Besitzer des Familien- antheils der in Belgien gelegenen Güter Ischot etc., Stifter des 473 bayer. Fideicommisses Prüfening und Allkofen, k. bayer. Kämmerer, vermählt mit Wilhelmine Gräfin v. Jenisoh-Walworth. Aus dieser Ehe leben, neben einer Tochter, Freiin Emma, vermählter Freifrau v. Redwilz, zwei Sühne, Freiherr Alexander, geb. 1832, k. bayer. Lieutenant ä la suite, und Freiherr Franpois, geh. 1836, k. k. Lieutenant. Die Schwester des Freiherrn Alexander ist Freiin Mathilde, verw. Freifrau du Mez. v. Zwackh auf Holzhausen, Ritter. Schild geviert: 1 und 4 in Roth ein einwärts gekehrter, goldener Lüwe, und 2 und 3 in Silber drei (2 und 1) sechsstrahlige, goldene Sterne. Auf dem Schilde stehen zwei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst der Lüwe des 1. und 4. Feldes auf, und der linke Helm trägt einen offenen, von Rolh und Silber mit gewechselten Farben quer gellieilten Adlersflug, zwischen dessen Flügeln ein sechsstrahliger, goldener Stern schwebt. Die Helmdecken sind rechts roth und golden und links rolh und silbern. — Wappenbuch des Königreichs Bayern, IX. 67: v. Zwackh auf Holzhausen, Ritter. — v. Heiner, II. 156 und 126: Zwackh v. Holzhausen (die Lüwen im Schilde sind doppell geschweift). — v. Lang, S. 507. — v. Hellbach, II. S. 836. Bayern. Philipp Zwackh, Landsasse auf Holzhausen, früher kurbayer. Rath und Director der Lottocasse, wurde vom Könige Maximilian I. Joseph von Bayern, 23. Jan. 1809, in den Adels- und Ritterstand erhohen. Die beiden Sühne desselben, Franz Xaver Carl v. Zwackh, geb. 1756, Herr auf Holzhausen, k. bayer. Geh. Rath und Ilofcommissair der rheinischen Landes-Verwaltung in Speyer, und Philipp Joseph v. Zwackh, geb. 1766, k. bayer. Director des Ober-Appellations-Gerichts, sind später in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen worden. Zusätze. Band I. v. Buch, S. 73 u. 74. Diese alte Familie gehört zu den schlossgesessenen der Uker- mark wegen ihres seit 1446 besessenen Schlosses Stolpe. — Es gab des Namens Buch mehrere ganz von einander gesonderte Geschlechter in den Marken und in Pommern, in deren Genealogieen durch Nichtbeachtung der Urkunden und insbesondere der verschiedenen Wappen grosse Verwirrung herrscht, wie das so oft vorkommt bei mehr oder weniger gleichnamigen Familien. — Mit dem schon vor 1375 gänzlich ausgestorbenen, vornehmen, altmärkischen Ge- schlechle v. Buch, dessen Stammsitz Schloss und Flecken Buch hei Tangermünde a. d. Elbe war, steht die ukerniärkische Familie in gar keiner Verbindung. Die beiden Johann v. Buch — der ältere bis 1285 in Urkunden vorkommend, und sein Enkel Johann, gewöhnlich Henning genannt, der berühmte Verfasser der niedersächsischen, sogen, ßuchschen Glosse zum Sachsenspiegel und des Richtsteiges zum Landrechte, Hofrichter des Markgrafen Ludwig des Bayern, urkundlich oft vorkommend von 1321 —1356 — führten in ihrem Wappen einen Querhaiken. Pastor Ragolzky. Dückher v. Hasslau, S. 125. Stammbuchsblatl des Gustav Dücker v. Haselau, Fendrich, Caschau 1597. Schild von Blau und Silber zehnmal gestreilt; I 1 I 475 Helm mit einem von Blau und Silber gewundenen Wulste bedeckt. Die Arme geharnischt, eisenfarben, jeder Arm von einem Bande einfach umschlungen, welches mit beiden Enden auswärts Hattert, und zwar sind diese Enden rechts silbern und blau, links blau und silbern. Qelmdecken blau und silbern. P. B. 1 v. Egkh und Hungersbach, Freiherren. S. 133 u. 134. Das Stammbuchsblatt des „Erasmus Freiherr zu Eckh und Hun- gerspach" Regenspurg, 10. Aug. 1630, enthält folgende Varianten: das Schach im .Mittelschilde hat nur vier Reihen; der Greil steht hier auf dem rechten Helme und ist golden gekrönt, dagegen steht der Adlersllug auf dem mittleren Helme; der Wolf des linken Helmes ist, wie auch im Schilde, golden gekrönt; die Hehndecken rechts schwarz und silbern, links blau und silbern, und die des mittlem Helmes roth und silbern. P. R. v. Quitzow, S. 352 u. 353. Alte Siegel ergeben mehrfache Varianten. Die ältesten (von 1451, 1486, 1489, 1581, 1620) zeigen eine schräglinke, nur eins von 1558, welches aber sehr schlecht gearbeitet ist, eine schräg- rechte Theilung. Der Stern auf den drei ältesten Siegeln ist fünf- straldig, später sechsslrahiig. Das Siegel von 1581 hat als Helmschmuck sechs Rosen an Stengeln, vor welchen der Fuchs nach rechts hinläuft. In dem Siegel von 1620 springt der Fuchs rechts vor einem Baume. Andere neuere Siegel haben auch drei Bäume, und, wie jetzt durchweg gebräuchlich, deren zwei. — Die Bäume dürlten schwerlich Quitten sein, sondern vielmehr Quilzen, hier provinziell für Ebereschen. P. R. v. Rhoeden, S. 364 u. 365. Die Nachrichten über das alte, jetzt den freiberrlichen Character führende Adelsgeschlecht v. Rhoeden, welches sich v. Rhoeden und nicht v. Rhüden schreibt, und aus welchem von jeher die meisten Sprossen in Preussen, Oesterreich, Hannover, Sachsen, Schweden und Frankreich hohe Militair- und Holchargen bekleideten, beginnen nach sehr genauen Familienpapieren, welche nach Allem auch dem Verfasser des das Geschlecht betreffenden Artikels in Zedlers Universal- Lexicon, XXXI. S. 1086 ff., zur Hand waren, mit „Curd v. Rhoeden", Statthalter und Hauptmann Herzogs Heinrich des Löwen zu 476 Stade. Derselbe mnsste, da er 1189 dem Herzoge Kriegsvolker zur Eroberung Lübecks aufgebracht hatte, bei dessen Verbannung und nachdem sein Schloss Rheden in Westphalen zerstört worden war, tlüchten und begab sich nach Pommern, wo er das Gut Ru- now und nächst diesem auch Winningen in der Neumark an sich brachte, welche Güter das Geschlecht bis 1750 in ununterbrochener Reihenfolge besessen hat. Von diesem Cnrd und dessen Sohne Duser (Desiderius) an sind die fortlaufenden Stammtafeln im Besitze des Geschlechts. Von Duser v. Rh. stammte Ansus (Ansel- mus) v. Rh., welcher im Anfange des 13. Jahrhunderls auf Seiten des Herzogs Suantipolk in Pommern gegen die Krone Polen kämpfte, den in die Hände der Feinde gekommenen Herzog aus denselben wieder heraushieb, dem Herzoge, dessen Sturmhaube gespalten worden war, die eigene, von einem Pfeile durchschossene Sturmhaube mit der durch den Pfeil geknickten vierten Feder überreichte und deshalb — so lautet die Familiensage, an welche sich das Geschlecht noch jetzt hält — als Helmzierde, anstatt der früheren Krone, die Sturmhaube, wie Ansus dieselbe dem Herzoge gereicht, d. Ii. den Obertheil nach unten gekehrt, annahm. — Für die genealogischen Verhältnisse der Nachkommenschaft des Duser und Ansus v. Rh. ist von besonderem Interesse das nachstehende Testimonium nohilitatis, welches, bis zum siebenten Aelter-Vater aufsteigend, Johann Ascan v. Rhoeden auf Kloster Zscheiplitz, Runow, Winningen etc., Domherr, Suhsenior und Custos des hohen Stiftes zu Naumburg, auch Gerichts-Inspector der Stifts-Gerichte, hei seiner Aufnahme in das genannte Stift, 1694, einreichte: Johann Ascan (Asch) v. Rhoeden. — Hans Anton v. Rhoeden aus dem Hause Runow und Winningen: Dorothea Elisabeth v. Lützow aus dem Hause Hülseburg im Meklenburgschen. — Adam v. R. etc.: Maria v. Brandt aus dem Hause Herinsdorfl. — Georg v. R. etc. (welcher wider den Erbfeind, den Türken, eine redliche Charge bedienet): Barbara v. Borck aus dem Hause Labess, Regenwalde und Wangerin. — Laßer v. R. etc.: Dorothea v. Strauss aus dem Hause Stoltzenberg und Wormsfeld. — Düser v. R. etc.: Gertrud v. Werben aus dem Hause Salm in Polen. — Wuckibohr v. R. etc.: Anna v. Anclam aus dem Hause Stößen (Stöwen). — Hans v. R. aus dem Hause Runow, Horst und Winningen: Gertrud v. Güntersberg aus dem Hause Calliess (Callies). — Anssum v. R. etc. (hat vor 400 Jahren rittermässig gelebt und sich in den polnischen Kriegen, welche die Herzöge von Pommern wider die Krone Polen geführt, weidlich ge- 477 brauchen lassen): Anna v. Samitz aus dem Hause Beeilen- und Fal- kenstein. — üilser v. R. etc.: Margaretha v. Lobin aus dem Hause Garchelin und Breitenfeldt. — Das vorstehende Testimonium no- bilitatis ist zu Daher, 12. Juni 1693, ausgefertigt und zunächst von Gustav Georg v. Dewitz unterzeichnet worden. Unter der Unter- schrill des Letzteren stellt nachstehende Beglaubigung: „Dass das Geschlecht der Herren v. Bhoeden in Pommern, wie auch in der Mark Brandenburg vor undenklichen Zeiten berühmt und in gutem Aestim gewesen, bezeugen nicht allein die Chroniken und Jahrs- Bücher, besondern auch die Privatnachrichten der Familien, und konnten die Ahnen noch weiter dedueiret werden, wenn es nöthig wäre. Daher, 12. Juni 1693, Jobst Ludewig v. Dewitz, Hinterpom- merscher Land-Rath; Caspar Heinrich v. Waldau; Henning Erdmann v. Kleist; Hans Heinrich v. Humboldt auf Sassenhagen. — Von diesem Testimonium nobilitatis ist vom hohen Stifte Naumburg au- Antrag des Domherrn etc. Johann Ascan v. Bhoeden eine Abschrift für den Vetter desselben, den k. grossbritann. und kurfürstl. Braun- schweig-Lüneburgischen Brigadier zu Fuss, August Friedrich v. Bhoeden auf Almstedt, 14. Jan. 1729, zu Naumburg ausgefertigt und vom Dom-Rechanten Friedrich Wilhelm Vitzthumb v. Eckstedt unterzeichnet worden. Der eben genannte Brigadier August Friedlich v. Rhoeden ist Bd. 1. S. 365, nach der Angabe des Freiherrn v. d. Knesebeck, als erster Sprosse des Geschlechts, welcher in die hannoverschen Lande gekommen, genannt, doch beginnt die hannoversche Linie schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts mit dem Vater desselben, Caspar Adam v. Bhoeden, wie nachstehende Angaben ergeben. Zu Ende des 16. Jahrhunderts war nämlich das Geschlecht bis auf Adam v. Rhoeden (s. oben das Testimonium nof bilitatis) erloschen, doch pflanzte derselbe den Mannsstamm durch vier Sohne fort. Von diesen Söhnen stiftete der zweite, Hans Anton v. Bhoeden (s. oben), die in Thüringen mit Müncherode und Tscheiplitz (Zscheiplitz) begütert gewesene Linie, welche mit dem Enkel desselben, dem kursächs. Obersten Nicolaus v. Bhoeden, einem Sohne des Domherrn etc. Ascan v. Rh., wieder erlosch, der vierte Sohn aber, Caspar Adam v. Rhoeden, welcher bei dem Herzoge Christian Ludwig von Zelle als Jagdjunker in den Dienst trat und als kurbraunschweig-lilneburg. Oberforst- und Jägermeister und Oberbergrath zu Seesen im Harze starb, gründete die jetzt noch blühende, zur Iloyaschen Ritterschaft zählende hannoversche Linie. Caspar Adam v. Rh., vermählt mit einer v. Stafhorst, hatte fünf ■ 478 Söhne, von welchen der Eine, August Friedrich, gest. als hannov. Generallieutenant und Gouverneur der Festung Marburg, von ebenfalls fünf in der Armee stehenden Söhnen nur einen Sohn, Friedrich August Ludwig, Obersten der hannöv. Cavallerie, mit Descen- denz in der Person des Georg Friedrich Carl August hinterliess. Letzterer, geb. 1808, k. hannöv. Hofstallmeister und früher Cavallerie- Oflicier, ist mit einer v. Campe-Isenbüttel vermählt, und aus dieser Elm stammen vier Söhne und drei Töchter. Die beiden ältesten Söhne, Ascan und Robert, sind Ofliciere in dem k. k. österr. Cuirassier-Regimente Prinz Carl von Preussen, und die beiden jüngeren sind neuerlich in die k. hannöv. Armee eingetreten. — Die alle Devise der Familie ist: Fortitudini, die Devise: Wagen gewinnt, ist neueren Ursprungs und schreibt sich aus dem Wappenbuche des Königreichs Hannover her. Band II. v. Barfuss (Barfus), S. 36 — 38 u. S. 490—492. Ein hoher Gönner dieses Werkes, Herr Franz Wilhelm v. Bar- fuss-Falkenburg, k. preuss. Generalmajor a. D. etc., hat abermals die besondere Güte gehabt, Nachträge Uber sein altes, berühmtes Geschlecht einzusenden, welche, unter dem schuldigsten Danke für hochgeneigle Mittheilung derselben, wörtlich hier folgen: Die Abstammimg meines Geschlechts aus Cüln am Rheine ist unerwiesen, da Herr Fahne kein altes Wappen beigebracht hat. Ich habe sechs Jahre in Cöln das Regiment befehligt, dessen Chef der Herzog von Wellington war, und mich vielfach, doch vergebens, bemüht, mir ein solches Wappen zu verschaffen. Die Parfuse in Cöln waren bedeutend und sollen eines Stammes sein mit den Grafen Merode in Belgien. 1216 war Rikolf Parfuss Bürgermeister in Cöln. — Ueber die Barfus v. Wintersheim in der Pfalz habe ich neuerdings aus dem grossherzogl. hessischen Archive zu Darmstadt Mittheilungen. Siegfried Barfus, Ritter, kommt als Zeuge in mehreren Urkunden vor, zuerst 1327. Er hatte Lehen vom Pfalzgrafen: ein Burglehn zu Oppenheim, eins zu Alzei, ein Fuder Weins aus des Kaisers Kellern zu Nierstein und viele andere. Er ging aus der Mark Brandenburg, als Kaiser Ludwig der Bayer diese 1320 als eröffnetes 479 Reichslehn in Besitz nahm, mit dem kaiserlichen Heere, daher er den rothen Adlersflug auf dem Helme in schwarz umwandelte, und aus den Blutflecken im Schilde wurden goldene Schindeln. Er hatte auch Lehne von den Grafen v. Sponheim. 1375 war sein Sohn Alhrecht Reichsburgmann zu Oppenheim, sein Enkel Wilderich hatte 1411 alle Lehen empfangen. Sein Urenkel Alhrecht erhielt 1477 die letzte Belohnung von der Pfalz, seitdem wird ihrer nicht erwähnt. — Nach den beiden besten Brandenburgschen Chroniken von Angelus und Enzelt gehören die Barfus zu den adeligen Geschlechtern, welche. 926 mit dem Kaiser Heinrich I. nach der Mark kamen und diese von den Wenden eroberten. 1227 war Friedrich Barvot (Nudipes), Riller, im Gefolge des Herzogs Alherl von Sachsen, und 1253 war ein Barvot markgräflich Brandenburgscher Vogt des Schlosses Lelms. Die Nachkommen des Friedrich Barvot erhielten sich bis 1336 in Sachsen-Lauenburg. — In Meklenlmrg war Melchior Barfus von 1509 bis 1527 Comthur des St. Johan- niter-Ordens zu Mirow, und ein Barfus war begütert, nämlich Jobst Barlus 1621 zu Rangow hei Stavenhagen. Beide waren Märker. — In Bommern, von wo ich jetzt aus dem Provinzial-Archive zu Alt- Stettin Nachrichten erwarte, erhielten die Barfus, und zwar Theoderich 1245, die Präsidenlenstelle im Schoppenstuhle zu Alt-Stettin und waren dort Erblehnrichter und Schultheissen bis 1341; der Letzte war Konrad.— Ein Märker, Siegmund Barfuss, begleitete 1496 mit sechs reisigen Pferden den Herzog Bogislav X. von Pommern nach Jerusalem und wurde dort zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen. 1510 wurde er Hofmeister des Herzogs Georg von Pommern: er besass das Gut Spandoweshagen bei Wolgast. 1611 war Valentin Barfus Gutsbesitzer zu Stolzenburg und Prielzig und Ober-Jägermeister des Herzogs, Schlosshauplmann zu Torgelow. Derselbe war ein Märker. — Mein Gross-Oheim, Franz Heinrich v. Barfus, kOnigl. Kammerherr, besass 1721 die Stadl Fiddichow, Selchow und Splintenfeld in Pommern. v. Behr, S. 42 — 44. Verschiedene Stammbuchblätter bestätigen die richtige Angahe des Wappens. Das Stammbuchblatt des Franz Behr (Paris, 30. Mai 1610) und des Georg Christoph Beher (Padua, 8. Dec. 1611) zeigen im silbernen Felde einen gehenden, schwarzen Bär mit golde j nem Halsbande und Ringe und ausgeschlagener, rolher Zunge. Ein anderes Stammbuchblatt des Justus Behr (Bourges, 4. Jan. 1619) 48Ü hat den Biir mit Halsband mit rother, ausgeschlagener Zunge, und auf dem Helme, Uber einem von weiss und schwarz gewundenen Wulste, eine mit einem vollen Pfauenschweile besteckte, goldene Säule, an welcher der Bär, wie im Schilde, vorüberschreitet. — Leider ist hei keinem dieser drei Familienglieder das Vaterland angegeben. P. B. v. Fabrice, S. 147 u. 148. Die in Meklenburg blühende Linie, die Nachkommen des 1832 verstorbenen Georg Adolph August Friedrich v. Fabrice und dessen Gemahlin, Luise Wilhelmine Bosalie Freiin v. Günderrode, geboren seit 1822 der altadeligen Ganerbschalt des Hauses Alten-Limpurg zu Frankfurt a. M. an. — In dem Adelsbriefe der Familie, ertheilt vom Kaiser Ferdinand III., laut Diploms d. d. Schloss Lintz, 19. Nov. 1644, dem Dr. Philipp Ludwig Fabricio, dessen Bruder, Dr. Esaias, und des zweiten gestorbenen Bruders, Dr. Philipp, Söhnen, ist das Wappen folgendermassen wörtlich beschrieben: Ein Schild, in der Mitte abgetheilt, darinnen der Obertheil weiss, der andere roth. In dem obern Feld ein auf dem rechten Fuss stehender Kranich in seinen Farben, welcher in dem linken, an seinem Leib haltenden Fusse und dessen Klaue einen Stein hält und dann zween güldene Sterne, oben am Schild neben des Kranichs Kopf. Im Unter- theil des Schildes aber eine weisse Bosen mit zweien grünen Rosen- hlätlern an Einem Stengel, welcher aus einem dürren zwerchliegenden Hülzlein enlspriesset und dasselbe umwächst. Auf dem Schild ein gekrönter etc. Helm, mit beiderseits roth und weissen Helmdecken, darauf zween offene Adlersflügel weiss und roth halbirt, also dass der Obertheil des rechten Flügels weiss und darin eine weisse Rosen, wie unten im Schild, in dem linken aber oben in Roth eine weisse Rosen und unten in Weiss ein güldener Stern stehet und zwischen beiden Flügeln ein Kranich mit halbem Leihe aufsteiget. v. Köckeritz, Köckritz, S. 258 u. 259. v. Meding, II. S. 314, sah ein 1669 gemaltes Wappen der Familie, auf welchem das Feld von Silber und Blau gelheilt und das rechte Horn blau, das linke silbern war. Ein anderes ungefähr eben so altes Wappen glich im Schilde ganz dem beschriebenen, doch war das rechte Horn silbern, das linke blau. 481 Hand III. Bender v. Bienenthal, S. 40. Christoph Bender wurde bei der Wahl und Krönung des Kaisers Leopold I., 1658, mit dem Priidicale: v. Bienenthal, in den Adelsstand erhoben. v. Bethmann, Freiherren. S. 45 u. 46. Das Rillerstandsdiplom für Simon Moritz B. ist am 11. Mai 1808 und das k. k. österr. Freiherrendiplom für Alexander v. B. 12. Oct. 1855 ausgefertigt worden. In dem letzteren Diplome ist das Wappen, wie dasselbe a. a. 0. beschrieben wurde, angegeben, nur stehen die beiden Ilelme auf der den Schild bedeckenden frei- herrlichen Krone. Das Stammwappen der Familie zeigte den Schild der Länge nach getheilt, rechts war in Gold an die Theilungslinie ein halber, schwarzer Doppeladler angeschlossen, und die linke Schildeshälfte durchzogen zwei schrägrechte, rothe Balken. Auf dem nicht gekrönten Helme stand ein geschlossener, schwarzer Adlersflug. Im Diplome vom Jahre 1808 wurde der Schild unverändert beibehalten, der Helm des Stammwappens aber gekrönt und demselben ein zweiter Helm hinzugefügt, welcher drei silberne Straussenfedern trug. Die freiherrlichen Wappen nach den Diplomen von 1854, 1842 und 1855 sind Bd. III. S. 45 und 46 richtig angegeben und es ist nur hinzuzufügen, dass das Wappen der bayerischen Freiherren v. B. ganz so, wie bei v. Heiner, auch im Wappenbuche des Königreichs Bayern, XIV. 2, sich findet. v. Campe zu Deensen, S. 67 — 69. Eine gute Handzeichnung von 1747 hat den Schild auf der rechten Hälfte von Schwarz und Weiss in fünf Reiben gescbacbt; die linke Hälfte ist golden. Auf dem gekrönten Helme eine silberne mit drei Pfauenfedern besteckte Säule. Helmdecken rechts schwarz und silbern, links schwarz und golden. P. IL v. Campen zu Kirchberg, S. 69 u. 70. Daniel v. Campen, Dr. juris, führte in einem Siegel vom Jahre 1628 — bezeichnet mit den Buchstaben D. V. C. D. — auf dem iv. 31 482 Helme fünf Pfauenfedern; Joachim Wilhelm v. C. 1682 einen vollen Pfauenschweif; Thomas Ludolph 1705 fünf Federn, und Christoph Friedrich Hermann 1731 vier Federn. P. R. v. Petersdorff, S. 357—359. Das Stammbuchsblatt des Ernst Peterstorp, Paris, 3. Septbr. 1610, zeigt einen von Gold und Roth der Länge nach getheilten Schild mit einem grünen Schrägbalken und auf demselben fünf silberne orientalische Muscheln. Auf dem Helme über einem von Roth und Gold gewundenen Wulste zwei Stäbe mit Mündungen, aus denen je drei Straussenfedern hervorgehen. Der Stab rechts ist von Gold und Roth der Länge nach lingirt, und die Federn sind roth, grün und golden; bei dem Stabe links ist die Folge der Farben umgekehrt. Das Stammbuchsblatt des Jobannes Peterstorff, Königsberg, 31. Mai 1625, hat im goldenen Schilde einen rothen Schrägbalken mit vier silbernen Muscheln belegt. Auf dein gekrönten Helme drei Straussenfedern, die äusseren golden, die mittlere roth. Ilelmdecken roth und golden. — Uebrigens ist die andere Familie v. Petersdorff keineswegs, wie v. Meding angegeben, bereits 1778 erloschen, sondern -ist vielmehr noch jetzt in Pommern ansässig; ich kenne selbst einen Herrn v. Petersdorff dieser Familie und habe Abdrücke seines Wappens von ihm erhalten. Die Legende von der Wappenveränderung zum Andenken an einen Kreuzzug erzählte er mir auch; ich halte dafür, dass es ganz verschiedene Geschlechter sind. P. R. ih n l> V;.ii . 1. H 11 i r c Ii! o I tl in Leipzig.