Ob
v. Chamisso (de Chamisso de Boncourt).
Im runden, silbernen Schilde zwei neben einander siebende,gestürzte, schwarze Hände und über denselben fünf (2, 1 und 2)grüne Kleeblätter. Die beiden Hände kehren die inwendige Seilenach vorn und die Daumen stehen nach aussen: die rechtsstehendeHand ist also eine rechte, die linksstehende eine linke Hand. Aufdem Schilde ruht eine fünfbiälterige Krone, und den oben von Blu-men umgebenen Schild hält rechts ein auswärtssehender, aufgerich-teter, links ein einwärtssehender, liegender Löwe, dessen Unterkör-per von einer genau nicht zu erkennenden Zierrath am unterenTheile des Schildes oder einem Devisen-Bande bedeckt ist. — Ab-druck vom Siegelringe des Adalbert v. Chamisso. — N. Preuss,Adelslex., I. S. 363 und 364. — Freih. v. Ledebur, I. S. 139.
Preussen. Altes, aus Lothringen stammendes Adelsgeschlecht,welches sich früher Chamizzot schrieb, bis auf die neueste Zeit inLothringen, der Argone und dem angrenzenden Striche der Cham-pagne ansässig gewesen ist, und das Geschlechtsregisler von Gerardde Chamizzot an, welcher um 1305 lebte, bis auf die neueste Zeitin ununterbrochener Reihe und vollständig beurkundet aufweisenkann. Der Familienname wurde später auch oft Chamissol ge-schrieben, bis 1789 die Schreibart Chamisso einstimmig angenom-men wurde. — Maria Louis Eugene Ulric Graf v. Chamisso ausdem Hause Ville sur Yron wurde, als Aeltester des Geschlechts,nach abgelegter Adelsprobe, 9. Febr. 1789, dem Könige Ludwig XVI.vorgestellt. Derselbe war später k. bayer. Oberst und Kammerherrund starb 1810 zu München ohne Nachkommen als der Letzte desältesten Zweiges des Geschlechts, an dessen Stelle nun das HausBoncourt trat. Der Aelteste dieses Hauses, Charles Louis MarieHippolyte Cointe de Chamisso, lebte später in Paris und hatte vierSühne. Der jüngere Bruder desselben, Louis Charles Adeloide deChamisso de Boncourt, liess sich in Preussen nieder, schrieb sichAdalbert v. Chamisso und ist der Stammvater einer deutschen Liniedes Geschlechts geworden. Derselbe, auf dem Schlosse Boncourtin Lothringen, 17. Jan. 1781, geboren, wurde durch die Stürmeder Revolution aus Frankreich vertrieben, und trat 1798 zuerst alsPage, 1800 aber als Lieutenant in k. preuss. Dienste. Nach demFrieden zu Tilsit ging er nach Frankreich zurück, wurde Professoram Lyceum zu Napoleonville, wendete sich aber 1812 wieder nachBerlin, wo er als Schriftsteller lebte und sich namentlich mit