Druckschrift 
3 (1856)
Entstehung
Seite
384
Einzelbild herunterladen
 

384

Gold ein vorwärts gekehrter, natürlicher Eselskopf mit drei Dislcl-blättern iin Maule (Stammwappen); 2 und 3 in Roth zwei gekreuzte,silberne Turnierlanzen mit aufgerichteten, goldenen Spitzen [Eisen-bach], Freiherrenkrone und zwei gekrönte Helme. Der erste mitschwarz-goldener Decke trägt einen offenen, schwarzen Flug, aufdessen beiden Flügeln je ein kleiner, goldener Schild angebrachtist, in welchem sich der Eselskopf wiederholt, und der zweite mitroth-silberner Decke trägt auf seiner lvrone die beiden gekreuztenTurnierlanzen).

Hessen, Sachsen-Weima r, Prenssen, Württem-berg. Johann, Volpert, Hermann, Georg und Georg der Aelterev. Riedesel zu Eisenbach wurden vom Kaiser Leopold I., 22. Oct.1680, in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Altes, seit dem12. Jahrhunderte bekanntes, hessisches Adelsgeschlecht, welchessich in Hessen, am Rheine, in Thüringen etc. ausgebreitet, und ineiner Linie, der zu Eisenbach, in der ersten Hälfte des 15. Jahr-hunderts (s. unten) das Erbmarschall-Amt in Hessen und später,wie angegeben, den Reichsfreiherrenstand erlangt hat. Die Stannn-reihe der Gesammtfamilie Riedesel wird von llumbracht (a. a. 0.),welchem spätere Schriftsteller meist gefolgt sind, mit Conrad be-gonnen, welcher um 1165 lebte und dessen Enkel, Hermann (I.),1269 starb. Von den sechs Sühnen, welche Letzterer hinterliess,pflanzten drei den Stamm fort und stifteten die Linien zu Bellers-heim, zu Camberg und zu Eisenbach. Der Name des Stifters derLinie zu Bellersheim ist auf die spätere Zeit nicht gekommen, manfindet nur, dass der Sohn des Stifters der genannten Linie, Hein-rich, sich mit einer v. Verse vermählt habe und dass, wie Einigesagen, die Nachkommen desselben sich theils v. Verse und Josbach,theils'v. Bellersheim, oder auch nur, wie llumbracht angiebt, v. Bel-lersheim genannt hätten. Die Bellersheimer Linie erlosch nach llum-bracht 1639 mit Gottfried v. Riedesel, Kriegs-Obersten, währendv. Hattstein anführt, dass Johann Gottfried v. Riedesel dieselbe1640 geschlossen habe. Die Linie zu Camberg wurde von Her-manns (I.) zweitem Sohne, Gilbrecht, um 1319 gestiftet. Von denNachkommen desselben war Philipp von 15941598 Jolianniter-Ordens-Meister, Hans Engelbrecht aber fürstl. Speierischer Gross-liofmeister etc. Von den beiden Söhnen des Letzteren starb derjüngere, Adam Andreas, fürstl. Speierischer Rath und Ober-Landes-Hauptmann, 1626 ohne männliche Nachkommen, von dem älterenaber, Marquard Philipp, stammte Philipp Eberhard, welcher später