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[Hauptbd.] (1824)
Entstehung
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aus Sandstein bestehend, ist mit Lehm beworfen, übertüncht und bemalt.Die Hauptfiguren sind lebensgrofs, umgeben von 18 Zoll hohen kleineren,um welche noch kleinere zahllose Darstellungen von 8 Zoll hohen Figurenangebracht sind. Die Männer sind von rother Farbe und mit einem Ge-wand, das vom Gürtel bis auf die Knie reicht, bekleidet, die Weiber, vongelber Farbe, haben Tuniken oder Leibröcke, die unter dem Busen anfan-gen und bis auf die Knöchel herabgehn; die Kinder sind nackend unddurch die Farbe ihres Geschlechts unterschieden.

Die Menge dieser Darstellungen und ihren Inhalt aufzuzählen, würdein Worten kaum möglich seyn. Unter den Arten der Feldbestellung istauch der Weinbau nicht vergessen, zum Beweise, dafs er einst in Ober-Aegypten betrieben wurde, auch die Weinlese, das Auspressen und Auf-bewahren des Mostes ist abgebildet. Der Ackerpflug wird bisweilen vonOchsen, bisweilen von einem Menschengespann gezogen. Die Schiffehaben Aehnlichkeit mit den noch auf dem Nil gebräuchlichen Dschermen,nur sind auf jenen die Kammern höher und geräumiger, und die Schiffehaben ein Segel von viereckiger Gestalt. Die Steuerruder sind schwer undstark, und werden mittelst eines Fuldes bewegt.

Die Leichenzüge *) sind mit Musik und Tanz begleitet; ein Mädchenspielt die Doppelflöte, eine andere schlägt zwei krumme metallene Stäbchenzusammen, eine dritte rührt eine zehnsaitige Harfe. Die Tänze sind lustigund von heftiger Bewegung, sie werden nur von Männern aufgeführt; unterandern fiel mir ein Tänzer auf, der, nach Art der Kosacken, auf beidenHacken tanzt. Nur mit Mühe reifst man sich los von diesem endlosenBilderreichthum, der deutlicher als alle schriftlichen Denkmäler über dasLeben des Alterthums Belehrung giebt.

Von Eleids fuhren wir nach Etlfou am linken Nilufer, dessen hoheTempelflügel schon aus grofser Ferne sichtbar sind. Die Araber nennenden Ort sithba, den baumlosen; bei Griechen und Römern hiefs er die

*) Man sehe oben p. 239.