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Mit eben der Willkühr, mit welcher man den grofsen Tempel derVenus abspricht, um ihn der Isis zuzueignen, hält man einen kleinernperipterischen Tempel für ein Typhonium, obgleich alle Darstellungen imInnern desselben sich auf die Geschichte des Horus beziehen, und die kurz-stämmigen Pygmäen an den Würfeln über den Säulen nicht typhonischeDämonen des Unheils, sondern Kabiren sind, wie Hirt *) und Cre.uz.er **)zur Genüge bewiesen haben.
Etwa fünfzig Schritt vor dem nördlichen Prachtthor findet man dieUeberreste eines andern peripterischen Tempels, mit vier Säulen in denFronten und fünf auf jeder Seite, die sämmtlich kaum aus dem gröbstengearbeitet sind.
Zwölf- bis vierzehnhundert Schritt gegen Süden des grofsen Tempelshaben sich die Trümmer einer Pforte erhalten; vielleicht sind in dieserGegend die Typhonien zu suchen ***) (T vtpartia. zctÄov/xtva,), die nach Strabooberhalb Tentyris, in der Nähe des nach Koptos führenden Kanals belegenwaren, welche Stadt oberhalb der merkwürdigen Wendung, die hier derNil, in das Thal von Kosseir einfallend, von Osten nach Westen macht, amentgegengesetzten arabischen Ufer des Stromes lag.
Der Boden der alten Stadt ist ganz mit Trümmern von Backsteinen undGefafsen bedeckt, und rings um alle Tempel findet man viele Ueberbleibselvon Mauern aus ungebrannten Steinen.
Von Tentyris ging ich nach Kheneh, wo ich um drei Uhr eintraf undmich genöthigt sah, meinen Pieis wieder vor den Kiaschef der Stadt zuführen, indem es sich ergab, dafs jener einen Theil des in Minieh, zurAnschaffung von Lebensmitteln bis Assuan, erhaltenen Geldes unterschlagen
*) Hirt, über die Bildung der ägyptischen Gottheiten p. ifj. und 52.
**) Creuzer, Symbolik und Mythologie I. p. 532., wo zur Bekräftigung auch eine sehrmerkwürdige Münze roitgetheilt ist, obgleich der Verfasser an anderen Stellen seines Werkes dieKabiren dennoch für Typhone erklärt.
***) Hirt l. I. p.bl.
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