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schwer zu begreifen. Die Religionen beider, durch alten Verkehr und Aehn-liclikeit der meisten Einrichtungen nahe verwandten Völker, ging offenbaraus einem und demselben Princip, einer symbolischen Naturverehrung, her-vor, die im ganzen Alterthum herrschend war, indefs allenthalben auf eigen-thümliche Art sich entwickelte.
Um aber zu zeigen, wie wunderbar die Uebereinstimmung oft bis insEinzelsnte sey, genüge hier die Anführung nur eines Beispiels: Nach indi-schem Mythus stand Dherrna, der Stier der Wahrheit und des Rechts, imKrita-Yougam, dem ersten Zeitalter, auf seinen vier Füfsen, denn dieMenschen hatten noch keinen Vortheil von der Ruchlosigkeit. In jedem derfolgenden Zeitalter ward er, durch überhand nehmende Bosheit, eines Fufsesnach dem andern beraubt, und im jetzt herrschenden vierten oder Kali-Yougam, steht er nur noch auf einem einzigen *). Hiermit völlig zusam-mentreffend, erblickt man unter den Bildwerken des, an der Decke desPronaos vor dem Tempel zu Tentyris, noch vorhandenen Thierkreises, diethierische Mifsgestalt des Typhon **), der einen Stier mit nur einem Beinan einer Kette vor sich her treibt.
Französische und deutsche Gelehrte haben einen nicht sonderlichenBeweis ihres Scharfsinnes abgelegt, indem sie durch angeblich astronomischeBerechnung gefunden zu haben behaupten, es müsse dieser Tempel bereits16,000 Jahre vor Christi Geburt erbaut seyn. Nach einer wahrscheinlicherenBerechnung setzt der Herr Abt Poczobut , Astronom der Universität zuWilna, die Zeit der Errichtung des Thierkreises zu Tentyris in die Jahre633 bis 546 vor Christi Geburt ***), verwechselt aber das Sternbild desKrebses mit einem Käfer ganz aufserhalb der Zodiakalzeichen, neben welchemdie offene Hand sonach auch nicht den Solstitialpunkt der Ekliptik andeuten
*'j Man sehe Institutes of Hindu Law, or the ordinances of Menu according to the glofsof Culluca, verbally translated front the original Sanscrit. Buch I. Nr. 81. 82. 83.
**) Oben p. 153.
***) Essay sur VSpoque de lantiquiti du Zodiaque de Denderah, Vilna 1803.
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