Druckschrift 
[Hauptbd.] (1824)
Entstehung
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

184

Den 14ten erreichten wir, nach einem Marsch von beinahe zwölf Stun-den, um vier Uhr Nachmittags El-Gara. Die durchzogene Gegend war eineschreckliche Wüste, wo nichts dem Auge sich darbot, als Sand, Lehmund zerrissene Kalksteinfelsen. Der einzige Ort der kleinen Oase liegt aufeinem Felsen, wovon er auch benannt ist, denn El-Gara heilst schlechtwegder Berg, unmittelbar unter welchem wir unser Lager aufschlugen. DerScheik des Städtchens und einige Einwohner erschienen sogleich, um unszu bewillkommnen, brachten darauf Lebensmittel zum Verkauf, und bewie-sen sich so dienstfertig, dafs während der Nacht einer von ihnen bei meinemZelt Wache hielt. Weil zwei von unsern Kameelen erkrankt waren, ver-weilten wir hier auch den folgenden Tag.

Auf Landkarten finde ich diese Oase mit dem Namen Umesogio, undauf der von Piennell El-Sogheir bezeichnet; Browne nennt sie Karet-Am-El-Sogheir, und Hornemann Ummesogheir, welches Langles in Oum-Essogheirverändert. Allein ich habe sowohl von der ganzen Oase, als von dem Städt-chen blos die Benennung El- Gara in Gebrauch gefunden, obgleich es zuver-läfsig derselbe Ort ist. Die von mir genommene Polhöhe ergab 29° 34' 44"N. B., wonach die Lage mit der Rennell'schen Bestimmung von BrownesKaret-Am-El-Sogheir durchaus übereintrifft. Der Name TJmesogheir scheintdie umliegenden Höhen zu bezeichnen, von denen El-Gara, wie Siwah ein-geschlossen ist; weshalb es von den Arabern auch bisweilen als Klein- Siwahbezeichnet wird.

Das fruchtbare Land der Oase hat nur etwa eine deutsche Meile imUmkreise. Nach der Tradition, die der Scheik-el-Belad (der Häuptling desOrtes) mir mittheilte, war El-Gara einst sehr gesegnet, und brachte vielGetreide hervor; jetzt sind Fruchtbarkeit und Anbau gleich sehr heruntergekommen, wovon der Grund ohne Zweifel in der Vernachlässigung derQuellen zu suchen ist. Alle Brunnen, mit Ausnahme eines einzigen dichtneben dem Dorfe, welcher leidliches Wasser hat, sind wegen Mangel anSorgfalt durch das aus dem Boden efflorescirende Salz und Natron ver-dorben. Jetzt wird in der Oase nur noch wenig Gerste gebaut, und der