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[Hauptbd.] (1824)
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Einer ägyptischen Juno geschieht übrigens öfter Erwähnung T ); wahr-scheinlich entsprach der Genossin des Ammon weder die griechische Hera,noch Aphrodite. Selbst in ihrer eignen Religion wurde es den Griechen oftschwer, die Begriffe dieser Göttinnen aus einander zu halten, und die Lace-dämonier, seit alter Zeit eifrige Befrager des Ammon, dem sie einen Tempelgeweiht hatten 2 ), vereinigten beide zu einer Aphrodite-Hera 3 ). Ebendeshalb behielt man in Dodona den alten Namen Dione für die Orakelgöttinbei, um sie von jenen zu unterscheiden; eine nähere Verwandtschaft wiesaber doch auf die Venus hin. Aufser der Eiche Jupiters, dienten Tauben,allgemein der Venus geheiligte Vögel, zur Weissagung; Dione hiefs bald eineTochter des Oceanus, bald des Nereus, beides in offenbarer Beziehung aufdie Gehurt der Liebesgöttin aus dem Meere; und nicht selten bezeichnet auchjener Name ausdrücklich die Venus selbst ")• Nach dem orphischen Götter-syslem war Dione eine der sieben Titaniden, der Töchter des Himmels s );bei Homer erscheint sie als eine Gattin Jupiters und als Mutter der Venusund eben dieses war in Kreta der herrschende Glaube 6 ).

Dies erinnert uns, dafs man auch in Aegypten eine ältere Venus, dieGöttin der Urnacht, von einer jüngeren unterschied; und wegen der einhül-lenden Fittige könnte man glauben, es sey jene erste hier dargestellt. Beieinem griechischen Dichter erscheint die ursprüngliche Nacht mit schwarzenFittigen brütend über dem Ei des Anfangs, aus welchem der goldbeschwingteEros hervorgeht 7 ). Allein die Flügelverhüllung ist bei den ägyptischenGöttinnen sehr häufig; wir werden sogar den Osiris darin erblicken 8 ).Vielleicht gelingt es uns weiterhin, das Verhältnifs des Ammon zur Venusnäher zu entwickeln.

1) Z. B. Diodor. I, 13. Horapollo I, lt. etc. 2) Paitsan. III, 18.

3) Pausan. III, 13. 4) Z. B. im Pervigilium Vcneris; bei Ovid alma Dione etc.

5) Fragm. Orph. VIII. Apollodor. 1, 1.

6) Ilias V, 312. 370. 371. Apollodor. I, 3. Diodor. V, 72.

7) Aristoph. Aves, 696.

R) Man sehe unsre Tafel XXX. Fig. 1. mit der dazu gehörigen Erklärung.