24
Nach dem Bericht des Generals R egnier , soll sich hei der UehergabeAlexandriens nur auf wenige Tage vorräthiges Wasser in diesem Platzebefunden haben. W ilson dagegen behauptet im zweiten Theile, Seite 52.seines Werkes *), dafs es hinreichend gewesen sey, die Engländer bis zumnächsten Monat Februar damit zu versehen. An Lebensmitteln soll es,nach diesem Schriftsteller, ebenfalls nicht gebrochen haben, da im Augen-blicke der Uehergabe sich in der Stadt 800 Pferde, 300 Kameele, Reisund andere Comestibeln befanden, die, schlecht gerechnet, auf 20 bis30 Tage gereicht haben dürften. Die Stadt war durch 312 Geschütze, gröfs-tentheils aus Metall bestehend, vertheidigt, und 77 Stück wurden auf denKriegsschiffen vorgefunden. In den Pulvermagazinen fand man 14,102gefüllte Canonenkartouschen und 195,218 Pfund loses Pulver in Fässern.Die Besatzung bestand aus 10,528 Mann von allen Waffen, und aus 685 Ci-vilofficianten.
Dieser Bemerkungen ungeachtet, bin ich aber der Meinung, dafs sichdieser Platz in dem Zustande, in welchem er sich befand, unmöglich viellänger würde haben halten können, und dafs die Franzosen durch einefrühere Uehergabe eine viel vortheilhaftere, doch zu berücksichtigendeCapitulation herbeiführten. Die Stellung der Franzosen vor Alexandrienwar stark. Sie hatten eine Landzunge besetzt, und die Mitte ihrer erstenLinie durch das Fort Cretin, den linken Flügel durch das von Cafarelli,und durch die Säule des Pompejus den rechten gedeckt; allein sie wurdennichts desto weniger aus dieser vortheilhaften Stellung getrieben, weil einGeneral, wie man erzählt, pflichtwidrig handelte und die ihm ertheiltenBefehle nicht ausführte.
Zu den alterthümlichen Merkwürdigkeiten Alexandriens, mufs manobenan die sogenannte Pompejussäule und die beiden Obelisken der Cleo-patra zählen. Die erste, die durch den französischen Architekten N ory
*) History of the British expedition to Egypt by Ii. T. Wilson. 2d. edit. London1803. 4.