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Fama || Avstriaca : Das ist/ Eigentliche Verzeichnuß denckwürdiger Geschichten/ welche sich in den nechstverflossenen 16. Jahren hero biß auff vnd in das Jahr 1627. begeben haben. Darin sonderlich die Böhmische Vnruhe vnd Außgang derselben/ neben viel andern sachen so sich fast in der gantzen Welt zugetragen/ erzehlet werden Sampt einem kurtzen Stam[m]Register deß Hochlöblichen Hauses Oesterreich
Entstehung
Seite
887
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Eigentliche Vcrzetchnuß.

867,

Au Frowenbcrg (allda eben dersetbigePol/ der zu Braunsbcrgdie Speicher/dasStättlcin auch angesteckt / ) hat der Kö-nig nurein eintzigen Geistlichen Wann oderThlimb-Hcrin bittend gefunden / welcherdem König zu Fuß gefallen / vnnd vmbGnad gcbcttcn / dem er auch alles gelassen/den andern scind die Soldaten in die Häus-ser vnd Gemacher ciiigcfallen/die beste Vö-gel aber waren schon außgesiogm. Darauffhat der König seine Hoffprediger »ist ^humpredigen lassen.

Oeinnach »st er vor Elbingen geruckt/vnnd hat d :e Statt anblasscn oder aufffor-dern lassen/vnnd bedenerzeü biß 10. vhr ge-gen Mittag gegeben. Ais jhmcnün in selbi-ger zeit kein Antwort worden/ist er iwt gan-zer Mach t dar vor kommen/ vnd hat sie zumandernmal auffordern lassen / weil nun dieBürgerden Ernstgcsehen/vnd keines Ent-saHsgewertigseinkonten/haben sie sich auchcrgeben.Darauff ist er auff Manenburg ge-zogen.

Mitlerweil waren adermal 50. grosstschiff auß S chwcden angelangt/vnd rech-nete mann die Schwedische Armada aufficiooo.Mannstarck»

Maricnburg chete wtt die andere Stattauch gethan / vnnd ob woln die im Schloßanfancklich etwas Widerstand gcchan/vnndin das -läger hinauß geschossen / haben siedock den Muthbaldt fallenlassen / weil sienichk vbcr vierhundert starck/ seindvber dieBrück hinweg gcloffen/alfo daß dasSchloßledig stehen blieben / darauffdas Schwedi-sche Volck hineingezogen/ vnnd noch hun-dert vnnd zehen Man»» Teutsches Volckdarinnen fünden/ welchevmb Gnadgebet-ten/ auch erhalten / Diejenige so da habendienen wöllcn/seind angenommen/die andereaber darvon gezogn hat also das gantze gros-sen Werder/Dischaw/Popeln/Hindeland/als Wcrmct/GMtcstatt/Stum/ :c. in seineGewalt bracht» ^

Her König in Polen hatte an die Preus-sische Stätt vnnd Ständt geschricben/vnndsie Bestendigkcit ermahnet/ mit Jusag / daßEr sie in kurtzem entsetzen wolte/ es war aberfast zu spat.Man sagte wol dcrAdcl were bey^Oliuenvnnd Stargarvim PommersschenGebieth in 10000. starck beysamen/ als sieaber vernommen daß der Schwed bey De-schawvbergesetzt / wcrensic wieder darvostgezogen.

Au Dantzig war grosse Horcht/ hatten al-lein i-oo.Soldaten/zu welchen sie noch 6°«.Handtwercks gesellen angenommen/ rath-schlagttnTag vnnd Nacht/ sollen in allenPuncten sich leichtlich mit Schweden ver-glichen haben/allein lag die begerteAbschaf-sung de/Polnischen Schiff un weg.

Iinmittclst fuhr der Schwed Fm. scine-iSachen geschwind fort. Man sagt hab vonden Elbingern davEr sie nicht plündern las-scn/begert sechs Tonnen Goits / von denMaricnburgcrn von jedem Haus; so.fl,vonden Werdcrschcn Bawrcn von jeden» Hoff>-0.Thäler. Weiterer verlauffsollheriiachangeregt werben.

Es hatte zwar menniglich vernmndt/es würde in diesem Jahr in Ntderland! vonkcinerscittcn etwas offcnlluL fürgcnozi'.n'.cnwerden/ gleichwol als die Graden gesehen/daß die Spanische in den Guarnssöncn blic-hen / haben sie entschlossen etwas zu versu-chen / dahero alsbaldt allen Hbnsten be-fohlen worden/ sich zu ihren Rcgimcnttn zuverfügen/ vnnd zum Feldzug alles fmE zuhalten. Ist demnach zu end des Hewmo-nars der Prrntz von Drangie mir?s6. Eom-panymzuHuß/vnnddrcyssig Cornct Reut-rer/ hinauff Naher ArnheiM/ vnnd so fortauffWtburg gezogen / allda ersieh ver-schantzt / Grass Ernst Easimir aber Held-'Marfchalck ruckte mit sicbcntzig FähnleinFußvolck/ vnndächkzehen Eortict Reuttcrvor Oldcnsiel/vnnd belägerts. Die Besa-tzung welche ziemblich starck war/ hielte sichtapffcr/vnd gaben den Stadischcn anfanck-sich viel zu schaffen/wett aber die Statt iiichtsonderlich Vcst oder starck/auch mir Muni-kion nie am besten verschen/ hak selbiger Gu-bcrnator der Freyherr von Moncle GraffErnsten etliche Lonllmones die Start zuvbergeben vorgeschlagen/vnnd mit sme auffgewisse Antckel nach Kriegs gebrauch/sichverglichen.,

Den; .Augustizwischen s.vnnd?.VH-rendeß Abends ist Ihre Fürstliche GnadenLandgraff Ludwig zu Hessen Darmbstattodks verfahren/ eben als man mit Belägc-rung vor Rheinfels geschäfftig war/ darauffein einiger Bott an Ihrer Keys. Gn. eltistcPrintzen/wetcher in srewbden banden war/abgefertigt worden.

Es hat Graff Ernst Easimir von Nassawnit allein Hldensiel sondern auch dasHaußzur -Lage/so etlichen deß Geschlechts vonKet-ler zuständig/ sprengen vnnd schlichten las-sen/fürgebend daß solches ein raubnest were/weil ein zeitlang htro von den Spanischenviel gefangene auß Fricßland/OvcrtM vndden vmbligenden -Landen dahin gebrachtworden.

Vor diesem hat der Hertzog von Fried--Landt n it allein das Stifft vnd Statt Hall/sondern auch ein gut theil deß ErtzstifftsMagdcnburg eingenommen/ vnnd starck be-setzt/ derowegenderselbigen StifftcrAdmi-nistrakor/auß dem Fürstlichen Hauß Bran-denburg sich hinwegvnndin andere gewar-jamcbegeben / auch hernach etlichKriegs-

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