Druckschrift 
Fama || Avstriaca : Das ist/ Eigentliche Verzeichnuß denckwürdiger Geschichten/ welche sich in den nechstverflossenen 16. Jahren hero biß auff vnd in das Jahr 1627. begeben haben. Darin sonderlich die Böhmische Vnruhe vnd Außgang derselben/ neben viel andern sachen so sich fast in der gantzen Welt zugetragen/ erzehlet werden Sampt einem kurtzen Stam[m]Register deß Hochlöblichen Hauses Oesterreich
Entstehung
Seite
885
Einzelbild herunterladen
 

Eigentliche Perzexhnns.

hundert gcweftn/anffanglobung/daß sie sich solches wunde» barlicher »reiß vcrh m/ daßder Rebellion entschlagor / vnnd zu ihren in derStattkein Schaden g. seh'yei-ifichej-Häusern versiegen woiten/ alsbaldcn ledig gegen haben die Bawren dardurch ein g? cs!vnd ohne alle»» Schaden abziehen lasten/von scn Vortheil vcriohrcn/ wcil sie sieh s-> ': htEbersbergwic wirbmcht worden/scind sie ^ nicht mehr können a'.iffhaltcn/ da?..-, iier jh-lvon stundan/noch^am Mo-ttag auffgeb.-o- rer keiner mehr auß ihnen in dieser V -rsiatt/chen/ vnnd nach^dtcyr marsicrt/ soll auch l seytcmain von stundt auffsic wno^ i. ß gc->schon allbercitemgenomnien/vnd also wider brend/darff bt-eken lasten / ausser m Herrnneben diesem herundcrn Viertel zur Keys. GrundemansHauß/ weiches!nw:oicnc erMascst.Gehorsamb/vnd dkliotion gchracht Brunft vberblicbcn/soilen/ wie mau sagt/ mworden seyn. die fünfftzig wolbeschostcne Bawren vund

Selbige in vorigem angcdeute/tvic mich Kläger sich auffhalten / welche durch o»cmehr andere Beschaffenheit ift in gleichen:außfolgcndcm zu -L.intz datirtem Schrobenabzuneiuen.

Ncwcssowir allhie haben istdiß/ vors,tagen/als den -8. Junis hat Stephandingerdcr Bawren Dber-Hauptman/sichmit ctlich tauscnt vndcrstandcn die Stattmit Gewalt anzugrciffcn / derfelbeti mitschiessen ftarek zugesetzt / auch die Paftcy o-der Postobeym 4andHauß mit Sliirn: ein-nemmen wollen/ist aber mit vertust viel derseinen von den vnserigcn abgetrieben / dannder Bawren vber ic>c>. erschossen worden/welche noch an setzo vmb den Graben her-vmb/vnbcgrabcn gesehen werden/er auch derFädinger selbst/ »stvon gemcttemPosto ineinem Schenckcl hart verwunde/ sein Roßvnter ihm gcbttcben/seinc Pistole vnd Hen-ckerschwerdt söergcsühm vberkommen/vndIhr Gi'äfft.Gn. welches ich selber gesehen/gelieffert worden.

Den letzten Dito haben die Bawrenvmb vier Vhrcn nach Mittag in der Vor-statt den Eapellanhoff/vnnd ein Häußleinausserhalb der^cdcrgassen angesteckt / wel-! ches Fewer in Iraw Händlein/vnnd der E-

- nng Hauß/auch andere mehr Häuser ko«n-j wen/vnnd selbe verbrennet / vnter welchenauch Herrn Grundemans Hauß gewesen/doch am selben ausser eines Thürnleins sovcrbrunncn/ sonst keinen Schaden gesche-hen. Wie nun die Bawren gesehen / daßgcmcldtts Fewer nicht nach ihrem Jntentangangen/ vnnd damaln nicht vber 5. Häu-ser verbrunnen / habßn sie vmb 10. Vhr inder Nacht/darauffein anders in der ^.andt-schafft Stad! gelegt/welches biß auff«. vhrvor Mittag deß andern Tages gewehrt hat/vnnd diejelbige gantze selten hinab / auch des

- ^.ehnersHauß vndStadl auff demGn.bcn/bißzudeß Mämiers Garten hinweg genom-

- men/s» m also in die ^o.Häuser vnnd Ställ! vmbdtt ^att verbrandt vnnd in die Aschengelegt worden.

Es ist zwar der Bawren Intention ge-wesen / weil der Wmdt gegen der Stattgangen / es würde durch dieses mittet dasFewer in die Statt getragen / vnnd selbe! auch angezündet werden/ hat doch GDTT

Mawren schießlochcr gemacht / damit sieauffdie Statt hinein brennen können/ hoffeaber sie werden in die läng sich nicht salvn nkönnet!/ weil wegen stedtcn schicssen auß demSchloß/ sich das gantze Bawrsschc ^ Mauß ihren Schanyen begeben/ vnnd mit ih-rem Geschütz zu rück weichen müsscir. Sonstsagt man// daß nachmalt!Herr StephanFädinger/tzart in einen Fuß verletzt / vnnddaheroscmcm Eommanoo nicht nichr vorstehen kan/ solle ein Seymiedt von Adiist.mzu«« General oder Dber-Hauptman sein er-wehlt worden / nicht weniger auch weil derBawren im geschehenen Wärmen/ auch son-ste.'t von Stücken viel geblieben vnnd beschä-diget worden/ gibt mann gewiß für / daß dermehrerchetl schlechten tust mehr zum Krugehaben/sondern sichausser s. ydcrsooc). wei-che noch in jhremvornemmen ocjsändig blei-ben/mit gewalt nach Hauß begeben wöllcn.

Jctzo vernimbk man das Stephan Fädiugersoll todt sein.

Lctzlich ob wir zwar schon allenthalbeneingesperret/ vnnd bedrangt werden / auchanV-ctualien grosse Noth vnnd Abgangleiden müssen/so crfrewen wir vns doch deriguten Bottschafft/dteJhrGräffliche Gtm- ^den vor dreyen Tagen bekommen/ daß nein- zlieh ctlich Zillen voll mit Voick/Munitioiivnd Promandt auff dem Wasser herab kom- iwen solten/welcher wir nun Augenschein-!sich erwarten / sein auch gäntzlicher Hoff-nung/wann nur etwas wentgsvon^uceurßgeschickt würde/würden die Bawren sich mtlang vor Hntz säumen/ daher ist mein Bitt/E. Gestreng wollen/ /hrer ciexcrrircrnachfieiß anwenden/damit Vnser beydem Keys.

Hoff nicht gar vergessen werde. Nicht mehrallein vns samptlich in den Schutz des Aller-höchsten defehlendt.

Damit aber der Krieg allenthalben sichaußsbrcitete / hat der K önig in Schwedensich auch empöret vnnd starck werben lassen/darvon anfänglich seltzame Reden vnd Vrtheil gangen.

Etliche sagten gemeldterKönig werde den; .

in Dcnnemarck erlichtausent Mann zu seht- /schw-d?»cken: man hat aber zu letzt gesehen / daß der >

pttussi».

Schwed