Gedenckwürdiger Geschichten
heit verfast/ vnnddardurch denjenigen derWegzu denhchenEmptcrnvnd Dignitttcabgeschnitten worden / weiche nach dem siejctzo von den alten Böhmischen Vtraquistenoder Hussiten/ vntcr dem Deckmantel derBöhmischcn Konfession auff vnd angenom-men/darauffauß ftind / d^chsic die alte Hus-siten gantzvn gar auffressen vnd vndcrtruck-en/hlngcgen ihre Sect sterckcn vnd vcrmeh-ren/damtt sie bey gebender gelcgenhcit/chrenHaßvn Neidt wider die Icsuiter vn alle Ca-tholische desto besser außstossen / vnd mit der-selben Gut vnd Blut jhr dürstiges gemühtersettigcn mögen.
Cin viel gröbere/doch woldckame vn vicl-feltigwiderlegte verleumbt vnd lästerung istdieses/ das in derHcrm Stcnd Decrcco denIcsultern zugemessen wird/ als ob sie eine re-den Vnterthanenvnnd Blutdürstigen Ge-sellen/erlaubte/die Könige vnd Gesalbte desHerrn anzugreiffen vnd zu ermorden/ja auchdieselbe mit verhcissung des ewigen Gebenssolchen Mordthaten zu begehen anlockten.Fern/fern sey von vns ein solche vernichte vnGottlose ^.ehr/so »n viiscrn Schulen nie ge-hört/in vnsern Schnfftcn nie gelesen / son-dern mit einhelliger stlm von allen Jesuitenan allen orten widerlegt vnd verdampt wor-dk/wie wir dan dieselbe auch hiemet verdam-men vnd verfluehk.Vnd können vnsere Wi-dersacher diese so grobe verlcumdkg in ewig-keit nimermehr mit einigem schein der war-heit beweisen/sie wöllen dann vngcschicktcrvnd Gottloser weiß auß den Königen vnndGesalbten des Herrn lauter Tyrannen ma-chen/welche doch zu todten/ nach der Iesui-tcr^chr gar nit c»n jeder Macht hat.
Da aber vnjer»i Widersachern beliebt hct-te/mchr auff sich selbsten vnd jrc Religionsverwanten dann auff die Iesuncr zu sehen/VNddieanstifftcrcder vneinigkeitcn/ Spal-tungen vnd Auffruhr/ so vor vnd nach inBöhmensich erhebt zu erforschen/ würdendiejenige so einen Splitter in ihrer Brü-dern Augen gesucht/ ,n ihren Augen ftlbstwol cin grossenBalckcn gefunden haben.
Dan lieber/wer hat zu» zeit K önigsWen-ceslaj/ so Paroli I V. Sohn gewesen darzugeraten / daß die Rathsherrn zu Pragvon dem Rathshauß heru,ider zum Fensterhlnauß gestüryt wordeni Wer ha: die Tabo-riten wider König Sigismund zur auffruhrverhetzt? Wer hat die grewlichc Verfolgungvnterdem A >ca angerichteten welcher »iichtallein die Münch vnd Priester/sondern auchalle Catholische wie rasendeHund zu todt ge-schlagen/herrliche Klöster vnd Kirchen aus-geplündert vnd rn d»c Esch gelegt/ die Geist-lich Güter vnter die Weltlichen außgctheilr/das Ertzbistumb zu Prag gantz vnnd garauffgehebt/alles in einander gemischt/ das
vntcr vber sich gckchret / vnd endlich mit denCatholischen also verfahren worden/daß/daes Gott Nicht verhütet hette/ von dmsclbeiiwederButz nach Stil/ wie man sagt/ vber-blicbcnwcre.
Wer hat zur zeit KäysersFcrdinandiinBöhem die vnruh angcrich t/da fast das gan-tzc Königreich sich jhrcm rechten vnd ange-bornenKönlgwtdersctzt/ vnnd ancinAuß-landischcn / darzu von Kays. May. in dieAcht öffentlich erklärten Fürsten gchcnckrhat/daraußdann vicljamcrs cmstandcn.
Wer hatKayscr Rudolphum Il.hochmil-tcstcs andenckens/in dem Prager Schloßgleichsam verstricket vnd angefangen gehal-ten/ vnd den so wcttbcschrcircn Maycstat-bricff/vcrmittclst welches sie numchr »neyncndaß ihnen alles frey stehe/ ssune wider seinenwillen allem zu Verhütung grosscrs vnheyloabgctrungcn vnd abgezwungeni Auß wcß bc-felch ist den^c). May. dieses Jahrs zu Pragin allen Hussltlschen Kirchen em gifftig«Schrifft von de»i Cantzcln abgelesen wordc-welche vncerm schcit» einer crmahnuugzumGcbett nichts anders daii ein Blaßbalg oderTrommet zur auffruhr wider die Iesunervnd Catholische/ so stracks darauff erfolgt/gewesen»
Wer hat endlich vnsere Ankläger/ nemb-lich die Herm Stend lud vr>aque gelehrtvnd beredt / daß sie so freundlich sich widerjetzige Käyservnd Königl.Maycstär/Mat-thtam II. auffgelchnct/deroselben fürnchmb-stc vnd gctrewc Diener vnnd hindertaffencStatthalter vnnd Bcamptcn zum Fensterhinauß gcstürtzt/vn da sie von Gott nit wun-derbar! lchcr weiß erhalten wordc/ so viel aiiihnen vmbdenHals bracht/zu vcrthätiguugeines solcheii stücks Kriegsvolck angcnoincn-das Gelt so zu ablegung der schuldendes Kö-nigreichs bcstimpt war/an sich gezogen / ircrViaycstät Haupt vnd Bcfelchslcurht / auffdero eignen Gütern vnd Herschafften vonihren Eyd vnd Pflichten abzutreiben/ vnnddaß sie sich mit ihnen in newe Pflicht einlas-sen solten/zu zwingen sich vilterstamen?
Ehe vnd beuoren die Hcrui Stend diesesSpiel angefangen/ist guter Fried vnd Ruhim Reich gewesenvnd habe»» sie em solchenAnstand zu erwecken kein vrsach gehabt. Dasie aber gleichwol vcrmcynt/daß des KönigsDiener vnd Bcamptcn an diesem oder jene»» 5schuldt hettcn/solten sie nach billichcn brauch!vnd gewohnheit/ auchaußweisung der Ge-setz/ihre fach rechtlich außgeführt/ vmid d»carmcVndc» thauen vnd das ganue Reich ga?rnicht in so grosses vnhcyl vnd janrer gcstürtzthaben.
<Laß dann die Widersacher vtts sagen / wersemd diejenige so da vnruh anrichtend Werzerstöret die gemeine Ruh vttd FnedcmWer
eriorckt