Eigentliche 5
Hie Widersprächet- schewen sich gar nit/auch mit diesem Exempel V Vlaäisial auff-
zuzichcn/ebcnalsmitdeßPodicbradij / ihrevermeinte freye Wahl damit zu bcschöncn/da doch kein einige Gleichheit darinnen zusindcn.HannQeorAius har nicht ein eini-gen Tropffen gehabt deß Königlichen Ge-blüts: VVlaüi5lzu5 hergcgcn hat wegenMütterlichen Stamms sein herkommen er-langet auß den Vhraltcn Böhinsschcn Für-sten vnnd Königcit. Kan aber leichtlich er-rahtcn / was sie in VVlaäiülao vcrdrcustvnd in die Augen sticht/ncmblich daß er nurdem Königreich als ememErblichen vmb-gaugcnvni'.d angeordnet hat: Hann durchsonderbare Bricffc ordnet er/ daß wanii seinSohn I^uclouicus z>?m König gekrönct/ohne-sechs Erben absterbe / seine leiblicheSchwester/Hcruogln Anita/ für eine Er-bin deß Königreichs erkennt vnd angenom-men werde/wie auch beyder Kinder / die siekünffrig erwerben möchten / beyder König-reich Ungarn vnd Böhmen zum besten/ al-so aufferzogcn würden/daß sie beyder Na-tionen Sprachen lcrncten vnnd begriffen.Wener verheist erden Böhmischen Stan-den noch mehr/dieweil Anna sein Tochtereine Erbin deß Reichs sey / so »volle er solcheohne Wissen/Willen vnd Rath deß König-reichs keinen! Mann versprachen odcrvcr-chlichen. Vnd damit ja mt vermeinet wer-de VVlaüjsizus habe m dieser seiner von derErblichci, Succession Anordnung alles ge-handelt nach seinem Willen vnd Wolgefal-lcn/so muffen »vtrbillich ein Äug habenaufffolgende»vort/ soinsctne»n lZiplomarestc-hcit: Vundiveil vermög deß KönigreichsBöhmen Rechten/Privilegien vnd Frey-heiten/ wann Gott der Her: seine Hurch-lcucht König -Lmdwig ohne Erben durchden zeitlichen Todt abforderte ( welchenGott bewahren wolle) als dann vnstr Toch-ter/ Heryogin Anna ein rechte Erbin vn-scrs Königreichs verbleiben wurde. Alswir dieses alles betrachter/te. Ha erscheinetja lauter vnd klar/dz vcnnög oder außK rafftder Rechten / Freyheiten vnnd Primleglendeß Königreichs Böhmen/auch die Pcrsoh-nen Weibliches Stams rechte Erben seynvnd blclben.IumVbcrfiußseinddicseBricffvo n den Ständen angenommcn/vnd andern
eß Königreichs Satzungen einverleibtworden.
Auff dieses/sagen die Widersacher/wirdalso geantwortet: Nachdem einmahl vonobgedachter Clauscl/ welche Earolüs IV.seiner Eonfirmatwn der Privilegien ein-verleibt / einmahl ganylich tstabgewlchcli/vnd die Böhmlseizeil Stande sich der freyenWahl gebraucht / wie oben angezogene! Exempel nm mchrcrn er»veisen:Haß nemb-
'erzcichnus. 55
lich das Hauß Hstcr:elch im KönigreichBöhmen nicht Erblich lüLccciirr vnnd ge-folgt : vnnd sey in Wlaclisla, Machtnicht gestanden/durch seine Anordnung oh-ne Versamlung der Stande/ vnnd dcrosel-bcnLonlcnz vtind Zulassung seine Toch-ter zu einer Erbin deß Königreichs zu ma-chen/zum höchsten Nachtheil jhrer Privi-legien/also daß sie n>t deß Vattcrs / son-dern deß Bruders Erbin «m Königreichwürdc/ze.
S>c widerholen abennals/ was sie vor-hin gesagt/daß man ncmblich von der Clau-scl inder Erleutcrung Laroli IV. abgewi-chen/vnd daß solches auß Exempeln offen-bahrscy.Hiese Abtvclchung aber ist widerfug vnnd recht geschehen : So hat auch daseinige Exempel deß durch Tumult cingc-tnmgcnen Qccii-gij, den rechten Erben nnwenigsten verfänglich seyn sollen oder kön-nen/Wie dann solches attcnr-n VNNd straff-mässg fürnehmcn alsbald verbessert wor-ben/da sieVVlsä! zIuuw,wcl ehe r de»»i Ä!üt-tcrlichen Stanib nach auß dein Kömgli-chcn Böhmischen Geblüt herkommen / wieoben mehr als gnugsam erwiesen vnd dargethan worden/erchrdert haben. Haß abermöchte ich gern wissen / wovochdiejc Worc(ncinblich daß dasHauß Hstencich in, K önlgreich Böhmen nicht ordentlich i ucceeli nvnd gcfolget) hingegen : oder warauff siedeuten ^ Henn althicr disputiren wir nit vondem Recht/welches selbiger Jen das HaußHstermch gehabt. Her jenige Schluß a-ber(vnnd sey in VVIaäizia, Macht nichtgestanden) felt sechsten zu bodcm/die»veil des-selben principia vnnd Fundament allbereitvmbgcstossen worden. Hann offcnbahrist es / daß solches denen priuj!eZ,l5 nichlzu wider gewesen/sondern vermög der Rech-ten/ Freyheiten vnnd Privilegien deß Kö-nigreichs Böhmen/wie V Vlzüislzus auß-trücklich bekennt/ohne alles widersprechen(wie falsch gesagt wird sondern vielmehrgutheisscn der gefammcten ^andständc ge-schehen ist. Vnd wie solten sie nicht darembe»villigcthabcn/sintemalEr jhnen hat »uns- -scn verheisscn vnnd zusagen/ daß wann das iKönigreich Erblich auff ermclte Annamfiele/Er dieselbe ohne Rath vnnd Vorwts-sen der Stände nicht verheyrathen »voltckhaben dcroroegen sie solche ohn alle Widcr-sprechung für eine Erbin erkennet-
So ist auch dtß zwctffelhafftig/daß sie ta-deln/daß sie nit ein Erbin deß Vaners/son-dcrn deß Bruders gcnennt vnd gesetzt »vird.Henn sie zwar c,n Erbin deß VätkrlrchcnReichs »vordcn/aber allein m den» fali/waailder Bruder ohne 4ctbs Erben solte mit
Todt abgehen:),, »vclchem dann »vcdcrGc-heimnüß/noch einige Ncivcrung zu finden.
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