Reise Besch reibung. 545
F. Gn. gerichtete höchst importirlicheSchreiben/nebenst dem schänd-lichen Ehebruch/vnd ärgerlichem-leben / vorschlichen Todtschlagesvcrübct.I. ff. Gn. Gelder vnd Güter auff etliche vielTausend ver«vntrewct/falsche Rechnung gemachet/vnd was dergleichen mehr cx »üis erwiese» worden/solches wird bey kememtZittorico zu finden seyn.Derowegen allsolche von einem eintzigen^cZacovnerhörte/auff einmal verübte mslelicia vnd Lxol-I?ic»nricn /Mlt einigem SchcinRkch-tens so wenig Mikcirer, oderBrügman deswegen vngestrafft bleibenmügen/so wenig aus den Historien beyzubringen stehet/daß die erweh-ncte facinora, vnd zwar deren jedes allein vnd absonderlich an einemjeglichenGesandten vonGott vnd Menschen nicht auffs hefftigste vndschärffste waren gestrafft worden.Daher auch I. ff. Gn. nicht andersthun können/dann daßSie an jhm demBrügman die^uKKx verübet.
Was aber sein des Brügmans/nach dem den 2 bäaji, gefellelemVrtheil/Vechalten vndAbscheid betrifft/jhm zumNachrum zu geden-ckcn> HatEr/als er vemomen/daß jhm du:chVrthel vndRccht dasic-bmaberkant/ vmb Communicirung des Vrtheils gebeten/ auch über-kommcn.Daer dann ficherfrewtt/daß es I. ff. Gn. zum Schwerdtekommen lassen/ auch derosclbc»« ff. G. in einer Lupplicsrion, für sognadigw vnd gelindes Vrtheil gedanrket/ vnd dasselbe biß zurkxccu-rion bey sich behalten. Unterdessen hat Er steh willig vnd Christlichzum Tode bereitet/ sich erffewlich vernehmen lassen / daß er Gott fürd,e grosse Gnade/die Er jhm disfals in Zeit vndRaumgebung zurBe-kehrung gönnete/nichl gnug dancken könte. Ja auch den4 Maij dar-auft/ nachZeugnusseines Beichtvaters/ Herm Zrcpksni ?cr5enij.Predigers der Kirchen 8. kkckaeliz zu Schleßwig/ seine Beichtekmhend vnd mit vielen Thränen gethan. Vnd als der Priester jhmdurchs Gesetz vnd Evangelium zugeredet/ vnd zur ^.blolurjvn schrei-tende die Hand aufflegen wollen/ hat er begehret ein wenig inn zu Hal-ten/Er hatte noch etwas auffseinem Hertzen/ das wolteer/ vmb eingeruhiger Gewissen zu haben/ auch zuvor noch beichten. Nach demsolches geschehen/ hat er die Absolution vnd H. Abendmahl mitftew-diger Andacht empfangen/vnd sich datauff zumStnbestündlem gefastgemachet/auch vnterschiedliche mal darnach gesehnet.
Selben Abend bin ich ausChristlicher siKNion bewogen/zu jhmgegangen/ andeutend/ wie ich wegen der zwischen vns vor diesem ent-standenen Widerwertigkeit / nichts widriges mehr in meinem Hertzenhätte/Hoffte bey jhm stchs auch also befinden würde. Darauff Er inBeyseyn seines Seclsorgers/vnd vielen andern vmbstehendm/fteund-lich vnd bescheiden geantwortet/wie es jhm nicht alleine/daß ich zu jhmkäme/ sondern auch/daß er solches von mir vernehme / sehr lieb wäre/bete auch nochmale ihm alles von Hertzen zu verzechen / Er hätte imgleichen gethan / wolle sich auch vmb nichts mehr/ als nur vmb einenSeel. Abschied bekümmern.Nötigte mich bey jhm zu fitzen/zeigete mir
sei-